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- Tage wie diese
Kennt ihr diese Tage, an denen alles einfach zu viel ist? Letztens war für mich so ein Tag. Hier eine etwas verkürzte Schilderung der Dinge: Angefangen hat es morgens beim Paket aus der Postfiliale abholen. In dem kleinen usseligen Lädchen war eine ganz merkwürdige Stimmung. Zwei Positionen hinter mir in der Schlange war einer mit einem Hund, der die ganze Zeit geknurrt und gejault hat. Als ich da raus war, war ich schon unfassbar gestresst - und das, obwohl ich nur dastand und gewartet habe (nicht Mal sonderlich lange). Danach wollte ein Großeinkauf erledigt werden. An der Kasse ist (mir oder der Kassiererin, ich weiß es leider nicht und auf meine Nachfrage wurde auch nicht eingegangen) eine Flasche mit passierten Tomaten heruntergefallen. Scherben und zermatschte Tomaten: eine großartige Kombination. Währenddessen kam noch ein weiterer Mitarbeiter zur Kasse, da eine Frau sich im Laden herumtrieb, die Dinge in ihrer Tasche verschwinden ließ. Als ich den Einkauf ins Auto gepackt hatte und wieder drin war, um noch Brötchen zu kaufen, saß die Frau, die Sachen mitgehen lassen wollte, mit zwei Mitarbeitenden dort und hat ihnen unter vielen Tränen ihre wirklich tragische Lebensgeschichte erzählt. Ich weiß natürlich nicht, was davon stimmt und ich habe auch bei Weitem nicht alles verstanden, aber es klang unfassbar schlimm und hat mich ganz schön mitgenommen. Wieder zurück im Auto musste ich erst Mal tief durchatmen, weil diese ganze Kombination aus Dingen, die sich für euch vielleicht sogar etwas lächerlich anhört, einfach zu viel war für diesen Morgen. Möglicherweise hätte ich das an einem anderen Tag besser weggesteckt, aber nicht an diesem Tag. Auf dem Nachhauseweg dachte ich nur: "Wenn jetzt noch so etwas Unvorhergesehenes wie ein Unfall passieren würde, würde es mich nicht Mal wundern... " Gott sei Dank bin ich ganz heile zu Hause angekommen. Den Rest des Tages vertrieben wir uns mit aufräumen und putzen. Abends wurde unsere kleine Tochter etwas kränklich. Das Fieberthermometer konnte sich nicht so ganz entscheiden, ob die Temperatur erhöht war oder nicht. Schlimmer war allerdings, dass ihr Unterlied an einem Auge zunehmend merkwürdig aussah und wir hin und her gerissen waren, noch zum Arzt zu fahren oder nicht. Natürlich passiert so etwas nicht an einem normalen Werktag zu einer normalen Uhrzeit, sondern an einem Samstagabend, wenn sogar der ärztliche Bereitschaftsdienst schon geschlossen hat. An dem Punkt dachte ich: Jetzt geht's nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Das ist einfach ein Stück zu viel für mich. Die Kinder sollten noch etwas spielen, obwohl sie eigentlich bereits bettfertig waren, damit wir abwarten konnten, wie sich das Auge entwickelt. In der Zeit fing ich an, diesen Blogbeitrag zu schreiben. Und kaum, dass ich die ersten Zeilen niedergeschrieben hatte, ging es mir schon enorm besser. Ich dachte währenddessen über vieles nach und war gedanklich so auf Gott fixiert, dass es fast einem Gebet glich. Also stellte ich mir die Frage: Kann das nicht auch eine Form von Gebet sein? Wenn ich meinen Blogbeitrag schreibe, mich öffne und gedanklich auf Gott konzentriere, ist es gar nicht so weit von einem "konventionellen" Gebet entfernt. Nur dass es mir in diesem Moment viel leichter gefallen ist, meine Gedanken schriftlich zu sammeln. Möglicherweise ist das auch eine charakterliche Sache und für andere sehr anders. In der Regel bin ich selbst nicht die Person, die den größten Redeanteil hat und "laute" Gebete fallen mir oft schwer. Umso schöner fand ich es, so in den Austausch mit Gott zu gehen. Mit ihm auf neue Gedanken zu kommen und etwas Frieden zu finden. „Bei Gott schweigt meine Seele still. Von ihm kommt die Hilfe, die ich nötig habe! Nur er ist mein Fels und meine Rettung – meine feste Burg, sodass ich nicht wanke.“ (Psalm 62,2-3) Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich das in letzter Zeit unterbewusst schon zwei/drei Mal gemacht habe. Von daher finde ich es richtig schön, das jetzt als bewusstes „Mittel“ zu haben, um mit Gott und Jesus in Kontakt zu treten. Also zwei Dinge, die ihr daraus mitnehmen könnt: 1. Ihr müsst das nicht alles allein schaffen! Vielleicht klingt es für andere als wäre es nichts, aber Gott und Jesus verstehen euch und sind für euch da. „»Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken. Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann werden eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.«" (Matthäus 11,28-30) Ihr dürft sie einbeziehen und ihre Hilfe annehmen. Auch wenn es für euch lächerlich klein scheint, sie weisen euch nicht ab. „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan. Wer unter euch gäbe seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein, und wenn er ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange? Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn bitten, Gutes geben.“ (Matthäus 7,7-11) 2. Probiert Mal etwas Neues aus, wenn euch der konventionelle Zugang gerade nicht hilft. Es ist nichts Verwerfliches, vielleicht Mal ein schriftliches Gebet zu versuchen. David hat auch viele seiner Gedanken niedergeschrieben. Oder möglicherweise fallen euch auch noch weitere Ideen dazu ein. Seid kreativ! Gott ist es auch 😉 Eure Lisa ♥ PS: Falls es jemand wissen möchte: Unserer Tochter ging es gut und es war alles in Ordnung. 😊 Foto von Julia Rudakova auf Unsplash
- Die Hausgemeinschaft Gottes
Habt ihr schonmal Bücher mit einer sogenannten „Found Family“ gelesen? Vielleicht ist der/die ein oder andere von euch schonmal über den Begriff gestolpert. Wenn man sich unter Lesern umhört, gehört „Found Family“ bei vielen zu den beliebtesten sogenannten „Book Tropes“ – also Motiven, Handlungen, Charakteren oder deren Beziehungsdynamik, die man in vielen Büchern wiederfindet. Viele Menschen lesen also gerne Geschichten über Charaktere, die in den Menschen um sich herum eine (neue) Familie finden, die nichts mit Blutsverwandtschaft zu tun hat. Das kann eine Gruppe Helden in einem Fantasy-Roman, eine Wohngemeinschaft in der uns bekannten Welt oder eine Freundesgruppe an einer berühmten Schule für Zauberei und Hexerei sein. Natürlich ist diese Form von Dynamik zwischen den Charakteren nicht nur auf Bücher beschränkt, sondern findet sich genauso in anderen Medien, die Geschichten erzählen, wie zum Beispiel Film und Fernsehen. Ich glaube, man kann an der Beliebtheit von Geschichten mit „Found Families“ sehr gut das Bedürfnis der Menschen nach Beziehung ablesen. Nicht jeder findet in der eigenen Familie (hier: den Blutsverwandten) tatsächlich die engen Bindungen, die Merkmal der oben beschriebenen „gefundenen Familien“ sind. Doch worauf möchte ich mit dem Ausholen zu Büchern und Co. hinaus? Ein Bild auf uns Während unserer Sommerpause war ich auf einer Gemeindefreizeit, bei der es eine Vortragsreihe zum Thema Gemeinde gab. Es wurden die verschiedensten Aspekte beleuchtet, doch was mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist, waren folgende Verse: „So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen , auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Epheser 2, 19-22) Zugegebenermaßen ging es dem Sprecher an der Stelle um etwas anderes, aber ich bin daran hängen geblieben, wie wir hier in der Elberfelder Übersetzung als „Hausgenossen“ Gottes bezeichnet werden. In der Übersetzung, die ich während der Freizeit dabei hatte (einer Basis Bibel), wird hier von „Hausgemeinschaft“ gesprochen. Oder noch schöner ausgedrückt in der neuen evangelistischen Übersetzung: Wir gehören zur "Familie Gottes". Natürlich ist das Bild nicht neu. An vielen Stellen nutzt die Bibel die Familie als Bild für die Gemeinde. Nicht umsonst werden wir an vielen Stellen als Kinder Gottes bezeichnet. Trotzdem stach die Beschreibung von uns als Hausgemeinschaft für mich bei dieser Stelle aufs Neue heraus und ich musste daran denken, wie auch die Gemeinde für uns eine „Found Family“ sein kann und sein soll. Unsere Gemeinden sind Orte, an denen Menschen zusammenfinden, die sich vielleicht in ihrem alltäglichen Leben nie begegnet wären. Doch durch unseren Glauben und unsere gemeinsame Hoffnung sind wir miteinander verbunden und können uns als Brüder und Schwestern bezeichnen. Wenn ich an meine eigene Gemeinde denke, dann finde ich das Bild einer gefundenen Familie sehr passend. Auch in meiner Gemeinde gibt es Menschen, zu denen ich enge Beziehungen aufgebaut habe, denen ich unter anderen Umständen nicht begegnet wäre. Ich habe Freunde in Menschen gefunden, die einen ganz anderen Hintergrund haben und deren Leben ganz anders aussehen als mein eigenes. Die Familie Gottes Wenn ihr also über Beispiele für „gefundene Familien“ nachdenkt, dann hoffe ich, dass auf der Liste nicht nur die Charaktere aus Harry Potter oder Das wandelnde Schloss auftauchen, sondern dass ihr auch eure Gemeinden dazuzählen könnt. Auch wenn Streitereien zu einer Beziehung zwischen Geschwistern unweigerlich dazugehören (hier spreche ich aus meiner Erfahrung als kleine Schwester), so sind die Beziehungen, die wir zu unseren Glaubensgeschwistern aufbauen können, doch ungemein wertvoll. Lasst uns daher Gott für die Geschwister danken, die er an unsere Seite gestellt hat. Für all die Menschen, die er ebenfalls in seine Hausgemeinschaft aufgenommen hat. Dafür, dass wir ein Teil dieser Gemeinschaft sein dürfen. Und für die Unterstützung, die wir durch diese Gemeinschaft erfahren dürfen, selbst wenn uns diese in anderen Lebensbereichen fehlen sollte. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Flaschenpost
Habt ihr alle die Sommerpause überstanden? Da es noch so frisch ist, möchte ich euch heute ein besonderes Erlebnis aus unserem Urlaub erzählen. Mit dem Kajak die Aller entlang In diesem Jahr paddelten meine Frau und ich mit unseren Kajaks auf der Aller. Der Start war in Wolfsburg. Wobei wir dort nur auf dem "Allersee" unsere Runde drehen konnte. Leider ist die Aller erst irgendwo zwischen Wolfsburg und Gifhorn frei zum Befahren. An dem schön klingenden Ort Triangel vorbei, erreichten wir an unserem zweiten Tag die Kleinstadt Gifhorn mit recht großen Seen, die auch auf unserem Weg lagen. Unseren nächsten Reisetag mit den Booten ließen wir am Stadtrand starten, wo die "Ilse" und in die "Aller" fließt. Anfangs standen links und rechts noch kleine Häuser mit Blick und Zugang zum Fluss. Nach kurzer Strecke sah ich eine Fußball im Wasser schwimmen. Kurzentschlossen nahm ich ihn auf und er landete in meinem Boot. Weiter ging die Fahrt. Bald darauf kam noch ein zweiter Ball dazu. In Gifhorn wird viel Fußball gespielt, dachte ich so bei mir. Doch die Fundstücke wurden bald abwechslungsreicher. Hier eine Flasche, da eine Dose, ein Stück Wärmedämmung, eine schwarze Folie und sogar eine Sicherheitsbarke. Heute war Müllsammeltag und wir nannten uns bald die "Aller-Ranger". Unsere Einer-Kajaks wurden voller und voller. An einem Wehr vor Müden wurde das Umtragen der Boote noch beschwerlicher, als es sonst schon war. Doch wir ließen uns nicht beirren und kamen sicher an unserem nächsten Ziel an. Dort sichteten wir am nächsten Tag unsere Ausbeute. Wie ihr seht, trennten wir erst einmal den Müll. Glas zu Glas, Kunststoff zum gelben Sack ... - ihr wisst schon. Bei einer Glasflasche stutzte ich. Da war noch etwas drin. Aber was? Nach dem Öffnen entpuppte sich der Inhalt als eine Zettelsammlung mit acht Blättern. Komisch - was war das? Es gelang mir, die Kunststoffpapiere rauszuholen. Sie waren bemalt und auf einem Blatt konnten wir eine Schatzkarte entziffern. "Ala" stand wohl für den Fluss Aller. Eine Brücke? Und Triangel? Ach ja, das ist ein Ort in der Nähe der Aller. Dem waren wir schon begegnet. Und das Kreuz? War da der Schatz zu finden? Alles sehr spannend. Und das Ganze wurde wohl von einer Theresa hergestellt und auf die Reise geschickt. Wir fragten uns, was wir mit dem Fund machen. Die Suche Noch am Abend hatte ich die Idee, die örtliche Zeitung einzubinden. Schon am nächsten Morgen erhielt ich eine Antwort auf meine Email. Eine Reporterin der "Aller Zeitung" aus Gifhorn war sehr interessiert und wir vereinbarten ein Treffen. Am nächsten Morgen besuchte sie uns an unserem Stützpunkt. Sie nahm alles auf und versprach, die Geschichte verbunden mit einem Aufruf, den Absender der Flaschenpost zu finden, zeitnah zu veröffentlichen. Am folgenden Samstag fand der Vater der Vermieterin unserer Ferienwohnung den Artikel in der Zeitung. Alles war gut sichtbar, halbseitig auf der ersten Seite der Gifhorn Rubrik wunderbar beschrieben. Das sollte auffallen. Wir freuten uns über die Aufmerksamkeit und waren gespannt, ob die Gestalterin der Schatzkarte gefunden wird. Unterdessen setzten wir unsere Flussfahrt fort. Nennenswerte Mengen an Müll fanden wir nicht mehr. Ein paar Teile schwammen noch hinter der nächsten Kleinstadt Celle. Scheinbar verschmutzen die Städte so einen Fluss am meisten? So verging die Zeit und andere Abenteuer und Erlebnisse vereinnahmten unsere Aufmerksamkeit. Am Tag unserer vorläufig letzten Tour unserer Reise, wir hatten alles eingepackt und verstaut, klingelte plötzlich das Telefon. Das Handy war ausnahmsweise griffbereit und ich nahm ab. Die Allerzeitung? Theresa hat sich gemeldet. In einer Email, in der ihre Mutter für sie einen Bericht in Ich-Form verfasste. Darin stellte sie sich als 7Jahre alt und als eine von 3 Schwestern aus der Nähe von Gifhorn vor. Im letzten Jahr warf sie die Flaschenpost mit dem Ziel Nordsee in den Fluss. Trotzdem war sie froh, dass wir sie gefunden hatten und auch, dass wir den Schatz noch nicht gefunden hatten. Das waren nämlich Kekse und Eis bei der Uroma im nahen Triangel. Aus Freude über den Fund hat sie gleich eine weitere Flaschenpost auf den Weg gebracht. Wie schön, dass Rätsel war gelöst. Die Idee Was für ein schöner Abschluss. Glücklich über die Nachricht fuhren wir nach Hause. In den nächsten Tagen war wieder Alltag angesagt. Beim Urlaubserlebnisaustausch mit Freunden berichteten wir ein paar Mal über unser Erlebnis und so war es immer wieder präsent. Die Frage kam auf, was wir nun mit der Flaschenpost machen. Wir hatten sie im Gepäck und sie stand nun auf dem Esstisch. Meine Frau und ich hatten unabhängig voneinander dieselbe Idee. Wie wäre es, wenn wir die Flaschen erneut in den Fluss werfen. Gespickt mit einer kleinen Info über die Geschichte, die sie schon erlebt hatte. Und wie wäre es, wenn wir noch etwas von uns hineinlegten? Einen Hinweis aus der Bibel zum Beispiel. Ich schlug spontan die Bibel auf und landete beim Buch Jesaja. In meiner neuen Bibelausgabe ist der Text besonders gesetzt, um eine bessere Übersicht zu erzeugen. Hier war nun das dritte Gottesknechtslied besonders herausgehoben, indem es beidseitig zum übrigen Text eingezogen war. Meine Aufmerksamkeit war sofort da und ich fing an zu lesen. Ich fragte mich wo wohl das 1. und 2. Lied waren. Am Seitenrand gab es einen Hinweis und so fand ich auch sie. Schnell wird klar, dass hier nicht nur von Jesaja die Rede ist, sondern hier die Aufgaben und Eigenschaften von Jesus gesungen werden. Besonders der letzte Vers im 2. Lied hat mich abgeholt. Ich mache dich auch zu einem Licht für die Völker. Bis ans Ende der Erde reicht meine Rettung. (Jesaja 49,6) (Zum Nachlesen füge ich am Ende alle drei Lieder ein.) Wie schön. Der Vers kündigt das an, was heute Wirklichkeit ist. Die Rettung durch Jesus Christus ist in der ganzen Welt bekannt. Jesu Worte wurden und werden umgesetzt. Geht nun hin zu allen Völkern und ladet die Menschen ein, meine Jünger und Jüngerinnen zu werden. Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! (Matthäus 28,19) Diese Worte schreiben wir auf ein wasserfestes Stück "Papier" und stecken es zusätzlich zu ursprünglichen Nachricht in die Flaschen. Und wir lassen die besondere Post wieder ins Wasser. Diesmal in die Weser. So kann die gute Botschaft sich auf den Weg zur Nordsee machen. Gott segne den Finder. In diesem Sinne bleibt aufmerksam. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Zum Nachlesen: Erstes Gottesknechtslied: Gott stellt seinen Knecht vor Seht, das ist mein Knecht, zu dem ich stehe. Ihn habe ich erwählt, und ihm gilt meine Zuneigung. Ich habe ihm meinen Geist gegeben. Er sorgt bei den Völkern für Recht. Er schreit nicht und ruft nicht laut. Seine Stimme schallt nicht durch die Straßen. Ein geknicktes Schilfrohr zerbricht er nicht. Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus. Er bleibt seinem Auftrag treu und sorgt für Recht. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht durchgesetzt hat. Sogar die fernen Inseln warten auf seine Weisung. (Jesaja 42,1-4) Zweites Gottesknechtslied: Der Knecht als Licht für die Völker Hört mir zu, ihr Bewohner der Inseln! Gebt acht, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich in seinen Dienst gerufen, als ich noch im Mutterleib war. Schon im Schoß meiner Mutter hat er mir meinen Namen gegeben. Er hat mir Worte in den Mund gelegt, so scharf wie ein Schwert. Versteckt in seiner Hand, hat er mich bereitgehalten. Wie einen spitzen Pfeil hat er mich in seinem Köcher aufbewahrt. Er sagte zu mir: »Du bist mein Knecht. Du trägst den Namen ›Israel‹. Durch dich will ich zeigen, wie herrlich ich bin.« Ich aber sagte: »Ich habe mich vergeblich bemüht, für nichts und wieder nichts meine Kraft vertan. Doch der Herr verhilft mir zu meinem Recht, mein Gott wird mich belohnen.« Ja, der Herr hat mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht. Ich sollte Jakob zu ihm zurückführen und ganz Israel bei ihm versammeln. So wichtig war ich in seinen Augen, mein Gott gab mir die Kraft dazu. Und jetzt sagt er: »Ja, du bist mein Knecht. Du sollst die Stämme Jakobs wieder zusammenbringen und die Überlebenden Israels zurückführen. Aber das ist mir zu wenig: Ich mache dich auch zu einem Licht für die Völker. Bis ans Ende der Erde reicht meine Rettung. « (Jesaja 49,1-6) Drittes Gottesknechtslied: Der Knecht vertraut auf Gott Gott, der Herr, nimmt meine Zunge in die Lehre. Als sein Schüler kann ich dem Erschöpften ein Wort zusprechen, das ihm Mut macht. Jeden Morgen öffnet er mir die Ohren. So kann ich auf ihn hören, wie ein Schüler auf seinen Lehrer hört. Gott, der Herr, hat mir die Ohren geöffnet. Ich habe mich nicht verschlossen und mich seinem Auftrag nicht entzogen. Als sie mich schlugen, habe ich ihnen den Rücken dargeboten. Als sie mir den Bart ausrissen, habe ich meine Wangen hingehalten. Mein Gesicht habe ich nicht verhüllt, als sie mich beschimpften und anspuckten. Aber Gott, der Herr, steht mir bei. Darum lasse ich mich nicht einschüchtern. Ich mache mein Gesicht hart wie einen Kieselstein. Denn ich weiß, dass ich nicht enttäuscht werde. Gott ist mir nahe, er setzt mein Recht durch. Wer will mich da noch anklagen? Der soll ruhig mit mir vor Gericht ziehen! Wer will mein Recht anfechten? Der soll nur kommen! Ja, Gott, der Herr, steht mir bei. Wer will mich da noch verurteilen? All meine Gegner zerfallen wie ein Kleid, das von Motten zerfressen ist. (Jesaja 50,4-9) Ingo Tauchert Die Bibelzitate sind heute aus der: BasisBibel, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart https://www.die-bibel.de/bibel/BB/MAT.28.19
- Sommermeditation
- Freunde, Früchte und Gottes Nähe - Es ist Sommer in Deutschland. Die Tage sind warm und sonnig, die Nächte meistens kalt. Vereinzelt höre ich den Regen auf die Dächer tropfen oder ein weiter entferntes Gewitter. Warmes Licht erleuchtet die Gärten, es duftet nach Wiesen und frisch gemähtem Gras, und irgendwo lachen Kinder (oder weinen...). Es ist die Zeit, in der mein Herz leichter wird, weil ich viel mehr draußen bin, durch die Helligkeit motiviert, so als hätte meine Seele selbst ein Stück Sonne aufgenommen. In solchen Momenten tauchen alte Freunde wieder auf, manchmal unerwartet, oder lange ersehnt!? Ein Wiedersehen, das sehr vertraut ist. Ich erkenne ein Lächeln und spüre, dass Worte nicht alles erklären müssen. Freundschaft, die bleibt, ist mir sehr wichtig. Sie schenkt mir Freude, Sicherheit und Glück. Diesen Sommer treffe ich viele Freunde, die ich sehr lange oder Ewigkeiten nicht gesehen habe. Und direkt ist da diese Verbundenheit und Nähe, kein "Small Talk". Und wieder einmal bin ich überrascht von soviel Tiefe und echtem Interesse. Und dann sind da die Früchte des Sommers - Himbeeren, die leuchten, Brombeeren am Wegesrand, leckere Heidelbeeren, die sich still im Wald verstecken oder in Schwiegermamas Garten, Johannisbeeren, die in der Sonne glänzen, Erdbeeren auf dem Feld. Wer sie pflückt erfährt die Freude der Fülle. Doch zugleich erinnert mich die Ernte daran: Nicht ich bin die Schöpferin, sondern die Beschenkte. Und mir wird bewusst: Wachstum, Regen, Wärme - alles ist Gabe. So lehrt mich der Sommer mit christlichen Augen zu schauen: Dankbar zu sein für das, was mir begegnet. Offen zu bleiben für Menschen, die mich begleiten. Demütig zu erkennen, dass unser Leben getragen wird. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis. (Jakobus 1,17) Vielleicht ist genau das die Einladung dieses Sommers 2025: innezuhalten, zu genießen, zu teilen - und im tiefsten Herzen zu spüren, dass Gott mitten in unseren Begegnungen und mitten in unserer Ernte gegenwärtig ist. Lieber himmlischer Vater, Du schenkst uns den Sommer. Dein Licht wärmt die Felder, dein Atem bewegt die Bäume, Dein Frieden ruht auf den stillen Abenden. Ich danke dir für die Menschen, die meinen Weg gekreuzt haben,für alte Freunde, die ich wiedersehe, für das Lachen, das Erinnerungen neu belebt, für das stille Verstehen, das keine Worte braucht. Lass meine Begegnungen von Deiner Liebe durchdrungen sein, damit ich in jedem Miteinander ein Stück Deiner Treue erkenne. Ich danke Dir für die Fülle der Natur, für die Beeren, die ich pflücken darf, für die Süße, die von Deiner Güte zeugt. Jede Frucht ist ein Zeichen Deiner Hand, die mich nährt und erhält. Lehre mich, mit dankbarem Herzen zu leben. Schenke mir offene Augen für das Schöne, und ein demütiges Herz, das erkennt: Alles ist Gabe, alles ist Geschenk So sei dieser Sommer 2025 für mich eine Zeit der Freundschaft, eine Zeit der Ernte, eine Zeit der Nähe zu Dir Und danke für die "künstliche Intelligenz", die mir hilft meine Gedanken zu sortieren und diese in so wunderbaren Worten auszudrücken. ;-) Amen
- Hallo aus der Sommerpause
Ein herzliches Hallo! aus der Sommerpause an alle Freunde unseres Blogs! Jetzt auch von mir ein paar Urlaubsimpressionen aus einem wundervollen Urlaub zwischen vielen griechischen Inseln. Bis bald! Euer Peter
- Gruß aus der Sommerpause
"Sommergrillen"
- Sommerpause !
Hallo, liebe Leserinnen und Leser! Das Redaktionsteam von Leben-Einfach-Biblisch verabschiedet sich für ein paar Wochen in die Sommerpause. Nach ein wenig Erholung vom Alltag melden wir uns mit neuem Elan und frischer Kreativität am 1. September mit dem nächsten Beitrag zurück, so Gott will. Bis dahin wünschen wir Euch allen einen wunderbaren Sommer, hoffentlich ohne jegliche Extremwetterereignisse, eine schöne Zeit und vielleicht auch gute Erholung. Seid Gott befohlen! P.S.: Schaut gerne zwischendurch mal rein. Vielleicht gibt's ja ein paar Urlaubsfotos. Foto von Ethan Robertson auf Unsplash
- Große Kreise
Könnte es nicht viel einfacher sein? Warum machen wir es uns so schwer … und mit wir meine ich uns Christen. Erst vor etwa einer Woche stieß mich ein Glaubensbruder erneut darauf, dass es laut Schätzungen weltweit wohl über 40.000 christliche Denominationen/Konfessionen gibt. Für die, die kurz an dem Wort „Glaubensbruder“ hängen geblieben sind: Ja, es klingt auch für mich irgendwie komisch alt und staubig und ich habe kurz darüber nachgedacht, ob ich es verwenden will. Aber, dann dachte ich: Es ist eigentlich ein wirklich schönes Bild auf das, was das Leben eines Christen ausmachen könnte – Teil zu sein von einer weltweiten, liebevollen Familie von „Kindern Gottes“ (und damit Geschwistern), die zwar nicht durch Geburt zu einer Familie geworden sind, aber dadurch, dass sie Gottes Werte teilen und an seiner „Familie“ teilhaben wollen (also vielleicht doch durch eine Art Geburt - die „Wiedergeburt“ in Kopf und Herz). Es könnte also alles harmonisch sein. Ist es aber offenbar nicht. Natürlich gibt es zwischen all den 40.000 christlichen Denominationen nicht immer offene Konflikte und Streitigkeiten (obwohl auch das vorkommt). Zumindest gibt es offensichtlich aber für jede Gruppe mindestens eine Sache, die sie an allen anderen Gruppen ablehnt und daher lieber ihre eigene Gruppe aufmachen wollte. Als ich die KI gefragt habe, was es ihrer Meinung nach für Streitthemen unter Christen gibt, kamen als Antwort zunächst die Punkte, die vor allem die großen Kirchen (Katholiken und Protestanten) trennen: Abendmahl / Eucharistie Taufe Rechtfertigungslehre Stellung der Bibel Marien- und Heiligenverehrung Kirchenverständnis und Autorität Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen) Als ich dann nachhakte, wie es denn in den Freikirchen aussähe, wurden mir folgende Themen geliefert: Geistestaufe und Gaben des Heiligen Geistes Endzeit und Eschatologie Frauen in Leitungspositionen Heilssicherheit und Abfall Musikstil und Gottesdienstform Gemeindeverständnis und Mitgliedschaft Umgang mit gesellschaftlichen Themen (Homosexualität, politische Beteiligung, Abtreibung) Bibelverständnis Leider sind wohl beide Listen bei weitem nicht erschöpfend. Die allermeisten Punkte deuten aber darauf hin, worum es in vielen Streitfragen eigentlich geht: Was will Gott? Dies scheint die Frage zu sein, die die Christenheit in 40.000 Einzelteile spaltet. Was will Gott in Bezug auf das Abendmahl? Was will Gott in Bezug auf die Taufe? Was will Gott in Bezug auf Frauen in der Kirche? Was will Gott in Bezug auf die Musik im Gottesdienst? Was will Gott in Bezug auf Geschlechterfragen? All diese Fragen sind absolut verständlich und berechtigt. Wie ich zu Beginn bereits kurz gesagt habe, besteht die „Familie“ Gottes aus meiner Sicht aus lauter Menschen verschiedenster Hintergründe, die von Gottes Sicht auf die Welt gehört haben und seine Werte teilen. Dafür muss natürlich erst einmal geklärt werden, was diese Werte sind. Und hier scheinen sich die Antworten teilweise stark zu unterscheiden. Umso erfrischender fand ich es, als ich vor einiger Zeit über ein paar überraschend einfache und geradlinige Aussagen darüber gestolpert bin, was Gott eigentlich will. Ich habe schon in einem andern Beitrag davon berichtet, dass mich das Buch „Jesus“ von Hand Küng sehr angesprochen hat und es immer noch tut, weil er (zwar auf überwiegend extrem verkomplizierte Weise) zu einigen sehr simplen Schlüssen und Aussagen kommt, die mich wiederum inspiriert haben, nochmal einen Schritt zurückzutreten von all den detaillierten Streitfragen um Gottes Willen und stattdessen übergeordnet zu Fragen: Was ist denn eigentlich die Essenz? Was steht hinter und über allem und was steckt in allem? Was will Gott im Großen und Ganzen? Hier ist, was Küng dazu sagt: „Der Wille Gottes ist nicht zweifelhaft. Er ist auch nicht manipulierbar. Aus all dem bisher Gesagten, aus den konkreten Forderungen Jesu selbst sollte bereits deutlich geworden sin: Gott will nichts für sich, nichts zu seinem Vorteil, nichts für seine größere Ehre. Gott will nichts anderes als den Vorteil des Menschen, seine wahre Größe, seine letzte Würde. Also das ist der Wille Gottes: das Wohl des Menschen . Gottes Wille, von der ersten bis zur letzten Seite der Bibel, zielt auf das Wohl des Menschen auf allen Ebenen, zielt auf das definitive und umfassende Wohl, biblisch das „Heil“ des und der Menschen.“ (Küng, H. (2021) Jesus. 4. Aufl. München: Piper, S. 144f.) Ich könnte an dieser Stelle viel darüber schreiben, was mir dazu durch den Kopf geht – und damit würde dieser kleine Blogbeitrag vermutlich zu einem ganzen Buch ausarten. Viel lieber möchte ich Küngs Gedanken heute aber einfach mal als Anregung für euch stehen lassen. Was denkt ihr dazu? Hat er Gottes Willen auf den Punkt gebracht oder viel zu stark reduziert? Ist sein Fazit zu einfach oder ist der Wille Gottes im Kern so einfach? Fast noch wichtiger ist für mich die Frage: Sollte Küng Recht haben, wie wirkt sich das auf meinen Glauben, meine Sicht auf die 40.000 Denominationen und letztlich auf mein ganzes alltägliches Leben aus? Habe ich in all dem eigentlich den richtigen Fokus? Oder habe ich mich mit der Zeit komplett verrannt, weil ich so tief nach Antworten gegraben habe, dass ich kaum noch Tageslicht sehe? (Ich glaube dieses Bild habe ich schon mal benutzt, aber ich mag es immer noch 😉) Oft denke ich darüber nach, wie Gott, der Glaube an Gott und alles, was damit zusammenhängt, damals in der Sonntagsschule noch so einfach war … Es gab einfache Wahrheiten und einfache, kindliche Lieder, die diese Wahrheiten vermitteln konnten. Eins dieser Lieder ist mir neulich zufällig (?) in den Kopf gekommen und ich möchte es gerne zum Abschluss mit euch teilen. Es ist so simpel, musikalisch nicht sehr komplex oder anspruchsvoll und natürlich eher ein Kinderlied als alles andere. Aber als ich es neulich noch einmal gehört habe, hat es mich sofort sehr berührt und zu Tränen gerührt. Wie einfach doch damals alles war … zu einfach? Oder eigentlich viel näher an dem, was wirklich zählt, als alles, worüber sich 40.000 Denominationen heute streiten? Entscheidet selbst: Lied: Ins Wasser fällt ein Stein. Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel Foto von S-Art Media auf Unsplash
- "Einfach zu abgelenkt"
Ich fahre abends nach getaner Arbeit nach Hause und höre meinen Lieblingsradiosender. Um diese Zeit gibt es jeden Abend interessante Gäste in der „Gesprächszeit“. Heute ist meine Lieblings-Singer-Songwriterin aus Berlin zu Gast: Dota Kehr. Die Moderatorin stellt Fragen über alte und neue Lieder und dies und das. Ich schweife mit meinen Gedanken ab. Was muss ich noch zu Hause erledigen, gibt es was Leckeres zu Essen… ich hab einen Bärenhunger. Die Kundin vorhin war ja wirklich seltsam drauf, hab ich übergriffig reagiert? Was muss ich meinen Kolleginnen morgen unbedingt mitteilen, meine Personalchefin muss ich dringend anrufen, ich mag Telefonate nicht, bei denen ich meine Bedürfnisse vertreten muss. Geht das gut? Wann hab ich nochmal frei diese Woche, ach ja, im Garten schießt das Unkraut… und wann hab ich das letzte mal Fenster geputzt, nicht wahr…. In diesem wilden Durcheinander erreichen mich die ersten Sätze eines Liedes von Dota . Aus dem Autoradio direkt in meinen Kopf: ... Zum Lesen von literarischen Werken Oder um dir zuzuhör'n Um meine eigene Erschöpfung zu bemerken Oder einfach, damit man mal was zu Ende denkt Dafür bin ich einfach zu abgelenkt Zu einfach abgelenkt ... Oh, ich fühle mich erwischt! Offensichtlich bin ich nicht die einzige auf der Welt, deren Gedankenkarussell sich so anfühlt, wie Dota das in „Einfach zu abgelenkt“ beschreibt. Zu abgelenkt für die Presseschau Zu abgelenkt für den Klassenkampf Zu abgelenkt für ein Gedicht Wo ich nicht scrollen kann, langweil' ich mich Wir streben nach maximaler Zerstreuung Wie die Natur zum Chaos drängt Immer ein neues Licht, das die Motten fängt Einfach zu abgelenkt Zu einfach abgelenkt Einfach zu ab—, einfach zu abgelenkt In süßer Hypnose, Gedanken schwirr'n lose Wie Fruchtfliegen um mich her Ich dreh' den Kopf, ich fang' sie nicht In Bildschirmnarkose, ich spür' gar nichts mehr Und fliege direkt ins Licht Genauso geht es mir gerade. Bücher fange ich erst gar nicht an zu lesen, ganz zu schweigen von täglichem Bibellesen. Nachrichtensendungen scheinen gerade wichtiger, nur Sicherheit und Ruhe vermitteln die mir nicht! Mehr oder weniger alles scheint festgefahren und ich realisiere, so soll das für mich nicht weitergehen. Dotas letzte Worte in ihrem Song: Komm, wir begehr'n auf Durch innere Sammlung, ich will die Verwandlung In spielende Kinder mit forschendem Eifer Verspielt und nicht zerstreut Als wir uns alle Zeit der Welt geschenkt Hörst du noch zu oder ist das Lied jetzt zu lang? Könnten nicht treffender sein! Vielleicht geht es dir in dieser „verrückten“ Welt ja genauso. Ich starte also nach dieser Erkenntnis einen Versuch mich zu fokussieren. Auf was eigentlich? Eine Postkarte, die schon lange auf unserer Anrichte steht weist mir den Weg FOCUS ON GOD steht da in schönen geschwungenen Buchstaben. Gut, ich versuch das mal. Was sehe ich, wenn ich meinen Fokus auf Gott lege? Was ist das zwischen uns? Es dämmert mir… die Beziehung zu Gott braucht eine Auffrischung! Und wie? Aus Erfahrung weiß ich, dass ich das erfolgreich mit Beten, Stille („innere Sammlung“) und Bibel aufschlagen und lesen schaffe. Mit diesem Blog geht´s los. Und wenn du dich in einer ähnlichen Verfassung siehst, dann lass uns gemeinsam loslegen und unsere Beziehung zu Gott auffrischen und festigen. Vielleicht hast du ganz andere Tools, laute Lobpreismusik, eine Staffel von „The Chosen“ anschauen, sich mit Freunden treffen, mal wieder zusammen Bibellesen, oder ... oder ... oder ... Und was soll ich sagen, die Bibel ist voll von Menschen, die sich wünschen, dass sie eine gute und belastbare Beziehung zu Gott haben, so dass ein Geben und Nehmen entsteht. In Psalm 90 lese ich von Moses Gedanken über die Kürze unseres Lebens und den Wunsch, mit Gottes Hilfe diese Lebenszeit sinnvoll zu gestalten. David schreibt einen Wallfahrtspsalm für alle die hinauf nach Jerusalem ziehen um den HERRN anzubeten, also nichts anderes als sich zu ihm hinzuwenden. Überschrift in meiner Bibel: „Das Geheimnis der Zufriedenheit“ (Psalm 131) und der Prophet Jesaja sagt: Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark. Selbst junge Menschen ermüden und werden kraftlos, starke Männer stolpern und brechen zusammen. Aber alle, die ihre Hoffnung auf den HERRN setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft. (Jesaja 40, 29-31) Dass ermutigt mich sehr! Und wie ein kleines Wunder, fällt mir ein Gebet in die Hand, das ich hier mit euch teilen möchte. Es stammt von Antoine de Saint-Exupéry, dem Autor von „Der kleine Prinz“ Die Kunst der kleinen Schritte I ch bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag L ehre mich die Kunst der kleinen Schritte M ach mich sicher in der rechten Zeiteinteilung Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstrangig und was zweitrangig ist Schenk’ mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen Erinn’re mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt Schick’ mir im rechten Augenblick jemanden, der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben Bewahre mich vor der Angst, Ich könnte das Leben versäumen Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte Amen! Ich wünsche eure eine gesegnete neue Woche mit vielen „Fokusmomenten“. Eure Ulrike Die Bibelzitate sind, wenn nicht anders vermerkt, der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. „Einfach zu abgelenkt“ von Dota Kehr auf youtube: www.youtube.com/watch?v=Npt34SPTrqs
- Vogelscheuchen im Gurkenfeld
Es ist Freitag, der 20. Juni. Ich sitze an meinem Schreibtisch und überlege, worüber ich wohl in meinem nächsten Blogbeitrag schreiben könnte. Die politische Weltlage rund um Israel hält ja im Augenblick uns alle in ihrem Bann. Aber dazu noch einen Kommentar? Das wollte ich dann doch nicht. Also tue ich, was in diesen Momenten immer sinnvoll scheint. Ich schlage meine Bibel auf und bin gespannt, was mir wohl in den Kapiteln der heutigen Tageslese meines Bibelleseplanes so entgegen kommt. Eines der Kapitel ist Jesaja 44 – und da ist auch schon mein Thema. Gleich zwei Begebenheiten kommen mir spontan beim Lesen in den Sinn. Zum einen waren wir in den letzten zwei Wochen im Urlaub in Portugal. Wir haben dort viel gesehen, mehrere Städte und Sehenswürdigkeiten besucht und waren damit mehr als einmal mit der äußerst katholischen Geschichte und Gesinnung der Portugiesen und den daraus resultierenden Gebäuden und Kulturgütern konfrontiert. Zum Zweiten war gerade gestern Fronleichnam. Ein Feiertag, den ich als Nordrhein-Westfale schon immer im Kalender hatte, der mir aber jetzt, wo wir in Niedersachsen wohnen auffällt, weil es ihn hier nicht gibt. Noch so ein typisch katholisches Ding. Die Portugiesen sagen, Portugal sei definiert durch die drei „F“: Fado, Fußball, Fatima. Auf unserer Bustour von Porto nach Lissabon hatten wir eine sehr belesene und geschichtlich gebildete und unglaublich katholische Reiseführerin an Bord unseres Busses. So lernten wir auf unserer zunächst ca. 90-minütigen Fahrt nach Fatima mit Zwischenstopp in Coimbra auch gleich die komplette Geschichte Portugals der letzten 400 Jahre kennen. Je näher wir dem Ort Fatima kamen, desto mehr waren dann ihre Erzählungen von Fatima und seinen Besonderheiten geprägt. Hier mal nur die Ultrakurzfassung aus Wikipedia: „Fátima ist eine Stadt im Kreis Ourém in Portugal. In ihr liegt das nach den Marienerscheinungen von Fátima entstandene Heiligtum von Fátima, der bedeutendste Wallfahrtsort Portugals und einer der bekanntesten der römisch-katholischen Kirche.“ In ihren Erläuterungen erwähnte die Reiseleiterin denn auch ca. 100mal die „Mutter Gottes“, die dort den Hirtenkindern im Jahr 1917 erschienen ist. Noch ein weiteres „Mutter Gottes“ hätte mich veranlasst, die Scheibe einzuschlagen und bei laufender Fahrt aus dem Bus zu springen. Meine Erinnerungen an diesen Ort und andere bis dahin gesehene Kirchen waren vor meinem geistigen Auge sofort wieder lebendig, als ich im Kapitel 44 von Jesaja las: Die Bildner von Götterbildern sind allesamt nichtig, und ihre Lieblinge nützen nichts. […] Der Handwerker in Eisen schärft das Beil und arbeitet mit Kohlenglut, und er formt es mit Hämmern und verarbeitet es mit seinem kräftigen Arm. Er wird dabei auch hungrig und kraftlos, er trinkt kein Wasser und ermüdet. Der Handwerker in Holz spannt die Schnur, zeichnet es mit dem Stift vor, führt es mit den Schnitzmessern aus und umreißt mit dem Zirkel. Und er macht es wie das Bild eines Mannes, wie das Prachtstück von einem Menschen, damit es in einem Haus wohnt. Er geht, um sich Zedern zu fällen, oder nimmt eine Steineiche oder eine Eiche und zieht sie sich groß unter den Bäumen des Waldes. Er pflanzt eine Fichte, und der Regen lässt sie wachsen. Und das alles dient dem Menschen zur Feuerung, und er nimmt davon und wärmt sich. Teils heizt er und bäckt Brot, teils verarbeitet er es zu einem Gott und wirft sich davor nieder, macht ein Götzenbild daraus und beugt sich vor ihm. Die Hälfte davon verbrennt er im Feuer. Auf dieser seiner Hälfte brät er Fleisch, isst den Braten und sättigt sich. Auch wärmt er sich und sagt: Ha! Mir wird es warm, ich spüre Feuer. Und den Rest davon macht er zu einem Gott, zu seinem Götterbild. Er beugt sich vor ihm und wirft sich nieder, und er betet zu ihm und sagt: Errette mich, denn du bist mein Gott! (Jesaja 44,9+12-17) Dieser eigentlich kleine unbedeutende Ort Fatima mit nur 13.000 Einwohnern wird jährlich von knapp 7 Millionen! Pilgern aus aller Welt besucht. Der ganze Ort besteht nur aus zwei Basiliken (eine alte und eine neue), dazwischen ein Platz größer als der Petersplatz in Rom! Die neue Basilika aus 2007 ist mit Platz für 8.900 Menschen der weltweit größte Kirchenbau des 21. Jahrhunderts. Außerdem gibt es unzählige Läden für „Merchandise-Artikel“, ein unvorstellbarer Heiligen-Schnick-Schnack! Wenn das nicht Götzendienst in Vollendung ist!? Dabei fiel mir selbstverständlich auch gleich meine Lieblingsstelle zum Thema aus dem Propheten Jeremia ein: Ja, ihre Götzen sind Holz, das einer aus dem Wald geschlagen hat, ein Werk von Künstlerhänden, mit dem Schnitzmesser hergestellt. Man schmückt es mit Silber und mit Gold. Mit Nägeln und mit Hämmern befestigen sie es, dass es nicht wackelt. Sie sind wie eine Vogelscheuche im Gurkenfeld und reden nicht; sie müssen getragen werden, denn sie gehen nicht. […] Sie sind allesamt dumm und töricht; die Unterweisung der Nichtigkeiten Holz ist sie. Dünngeschlagenes Silber wird aus Tarsis gebracht und Gold aus Ufas, ein Werk des Kunsthandwerkers und der Hände des Goldschmieds. Violetter und roter Purpur ist ihr Gewand, sie alle sind nur ein Werk von Kunstfertigen. (Jeremia 10, 3-5+9) Dieser Text brachte mich dann auch zu Fronleichnam und seinen katholischen Prozessionen. Ist es nicht geradezu herrlich, wie Gott hier im Propheten Jeremia dieses Brimborium verhöhnt? Sie sind wie eine Vogelscheuche im Gurkenfeld und reden nicht; sie müssen getragen werden, denn sie gehen nicht. (Quelle: epd-bild/Christiane Stock) Auch später in Lissabon konnten wir dem katholischen Brimborium nicht entkommen. Von unserer Reiseleiterin waren wir schon gut vorbereitet. Der „Heilige Antonius“ ist der Schutzpatron Lissabons. Zu seinen Ehren findet jedes Jahr vom 12. - 13. Juni ein großes Fest statt. Die ganze Stadt ist geschmückt. Party überall. Manches hat die Anmutung von Weihnachtsmarkt im Sommer. Der heilige Antonius ist übrigens der, der alles Verlorene wiederfindet, egal ob Schlüssel, Portemonnaie oder Glaube. Man muss nur zu ihm beten und alles findet sich wieder (so unsere Reiseleiterin). Nach dieser Reise bin ich mir nun endgültig sicher, dass Katholizismus so gar nichts mehr mit Christentum zu tun hat. Mehr Götzendienst geht echt nicht! Da bin ich doch froh und dankbar, DEN gefunden zu haben, der wahrer Gott ist. Der lebendig ist, den man nicht tragen muss oder mit Nägeln befestigen damit er nicht wackelt. So wie es bei Jeremia weiter heißt: Aber der HERR ist in Wahrheit Gott. Er ist der lebendige Gott und ein ewiger König. Vor seinem Grimm erbebt die Erde, und seinen Zorn können die Nationen nicht ertragen. So sollt ihr zu ihnen sagen: Die Götter, die den Himmel und die Erde nicht gemacht haben, die werden von der Erde und unter diesem Himmel verschwinden. Er ist es, der die Erde gemacht hat durch seine Kraft, der den Erdkreis gegründet durch seine Weisheit und die Himmel ausgespannt durch seine Einsicht, auf dessen Befehl sich die Menge der Wasser am Himmel ergießt, der Wolken aufsteigen lässt vom Ende der Erde, Blitze macht für den Regen und den Wind aus seinen Kammern herauslässt. Dumm steht da jeder Mensch, ohne Erkenntnis, beschämt jeder Goldschmied wegen des Götterbildes. Denn Lüge sind seine gegossenen Bilder, Leben haben sie nicht, Nichtigkeit sind sie, ein Werk zum Gespött. Zur Zeit ihrer Heimsuchung sind sie verloren. Jakobs Anteil aber ist nicht wie diese. Denn er, der HERR, ist es, der das All gebildet hat, und Israel ist der Stamm seines Erbteils, HERR der Heerscharen ist sein Name. (Jeremia 10, 10-16) Und so schließt sich dann auch wieder Kreis zur aktuellen Weltpolitik – Gott sei Dank! Hallelujah! Gelobt sei unser Gott! Euer Peter










