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Eine Weihnachtsgeschichte

  • Autorenbild: Lea
    Lea
  • 10. Nov.
  • 4 Min. Lesezeit

Viele von euch werfen wahrscheinlich beim Lesen des Titels einen Blick auf den Kalender und fragen sich: Weihnachten? Ist es denn schon wieder soweit?

Aber allen von euch, denen Anfang November zu früh vorkommt, um in Weihnachtsstimmung zu kommen, kann ich dieses Jahr sagen: Das geht noch früher! Weihnachtsstimmung ist bei mir nämlich in diesem Jahr schon seit Juli fester Bestandteil meines Alltags.


Das liegt daran, dass im Juli die Proben für eine Laien-Produktion des Musicals „A Christmas Carol“ begonnen haben, bei der ich mit auf der Bühne stehen werde. Nach etwas über vier Probenmonaten ist es nun in dieser Woche soweit und unsere Premiere steht an. Insgesamt bringen wir das Stück während der Vorweihnachtszeit dann zehn Mal auf die Bühne.


Ich glaube, den Menschen in meinem Umfeld hängt das Thema mittlerweile schon aus den Ohren heraus, aber für mich hat dieses Musical die letzten Monate sehr stark geprägt. An vielen Tagen bestand mein Tagesablauf aus Arbeiten, Probe, Schlafen gehen und fast jedes Wochenende habe ich seit dem Sommer ebenfalls mit Proben verbracht. So gibt es natürlich wenig Spannendes zu erzählen, was nichts mit meinem Berufsalltag oder unserer Probenphase zu tun hat.


Daher macht es für mich nur Sinn, in unserer Premierenwoche auch zu versuchen, für meinen Beitrag die nötige Inspiration im Kontext unseres Musicals zu finden.

 


A Christmas Carol


Zunächst eine Erklärung, worum es in dem Stück eigentlich geht:


„A Christmas Carol“ ist eine Musicalfassung von „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens. Ich glaube, es gibt fast niemanden, der die Geschichte um den Geizhals Ebenezer Scrooge und die drei Geister, die ihn besuchen, um ihn auf den richtigen Weg zu führen, nicht kennt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Verfilmungen (u.a. auch eine Muppets- und eine Barbie-Variante) der Geschichte und eben auch eine Musical-Variante mit Musik von Alan Menken, den viele durch seine Disney-Songs kennen.


Die Geschichte um Ebenezer Scrooge trifft für viele genau den Kern von Weihnachten: Es geht um Liebe. Ebenezer Scrooge wird mit seinen eigenen Fehlern konfrontiert und wird über Nacht ein besserer Mensch. Er lernt Mitgefühl, erkennt den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen und lässt sein Dasein als grummelnder Geizkragen hinter sich.


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Das Fest der Liebe


Zugegebenermaßen weiß ich nicht, wo die Idee von Weihnachten als „Fest der Liebe“ herkommt und doch verbinden viele die Weihnachtszeit mit einem liebevollen Umgang untereinander, Wohltätigkeit und Verbundenheit. Interessanterweise betrifft das auch viele Menschen, denen der eigentliche Anlass des Weihnachtsfestes – die Erinnerung an die Geburt Jesu – ziemlich egal ist. Auch ich habe in meinem Umkreis einige Weihnachtsfans, die mit dem christlichen Glauben nichts anfangen können, aber die Atmosphäre rund um Weihnachten sehr schätzen.


Dabei liegt die Verbindung von Christentum und Liebe eigentlich so nah. Nächstenliebe sollte eigentlich das Erkennungszeichen von uns Christen sein. Doch stelle ich mir die Frage, ob das wirklich der Fall ist. Sind wir als Christen tatsächlich als Menschen bekannt, die Gottes Liebe mit der Welt teilen oder sind wir in vielen Köpfen nicht eher abgespeichert als „die mit den vielen Regeln“, „die mit den komischen Traditionen“, „die, die Menschen ausgrenzen“?


Genauso wie die meisten Weihnachten mit Liebe in Verbindung bringen, sollte die gleiche Verbindung eigentlich auch zwischen Christen und Liebe bestehen. Hierzu hat uns Jesus persönlich aufgerufen:

„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,35)

 

Berufen zur Liebe


Werden wir dem gerecht? Sind wir tatsächlich bekannt dafür, Liebe zu haben? Ich denke, das ist eine Frage, die wir uns alle sinnvollerweise stellen können – sowohl bezogen auf uns selbst als auch auf unsere Gemeinden. Liebe zu verbreiten ist schließlich wesentlicher Teil unserer „Job-Beschreibung“.


Wie schon Ingo in seinem Blogbeitrag aus der letzten Woche berichtet hat, hatten wir vor Kurzem ein Gemeindewochenende zum Thema Berufung. Wer hierzu etwas mehr wissen will, kann gerne noch einmal einen Blick in Ingos Beitrag werfen. Wir haben das Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet und uns rege dazu ausgetauscht. Ich persönlich habe am Ende vor allem zwei Gedanken mitgenommen:


Zum Einen, dass wir im Grunde alle dieselbe Berufung teilen: Wir sind dazu berufen, Kinder Gottes zu sein und die Liebe, die er uns entgegenbringt in die Welt weiterzutragen. Zum anderen, dass unsere Gaben unsere Werkzeuge dafür sind, dieser Berufung nachzukommen. Wir haben alle unsere individuellen Talente, die wir für andere einsetzen können. Somit ist gewissermaßen das „Wie“ unterschiedlich, aber das „Was“ – unsere Aufgabenstellung – ist die gleiche.


Während ich also schon zu Anfang November regelmäßig Weihnachtslieder singe, komme ich nicht drumherum, darüber nachzudenken, dass die Nächstenliebe nicht nur Erkennungsmerkmal für die Weihnachtszeit sein sollte, sondern auch für mich persönlich – ganz unabhängig von der Jahreszeit.


Das ist in dieser Woche auch mein Appell an euch: Lasst uns versuchen, den Blick unserer Mitmenschen auf das Christ-Sein mit unserem Handeln positiv zu beeinflussen. Damit in Verbindung mit Liebe nicht nur Weihnachten genannt wird, sondern auch euer Name fällt. Damit die Menschen an unserer Liebe erkennen, dass wir zu Christus gehören... und im besten Fall auch zu ihm gehören möchten.

 


Bis zum nächsten Mal!

Eure Lea

 

1 Kommentar


Christian
10. Nov.

Liebe Lea, vielen Dank für deine inspirierenden, vorweihnachtlichen Gedanken. Ich freue mich tatsächlich auf die Adventszeit und empfinde die vielen Kerzen, Weihnachtsbeleuchtungen, Schmuck und weihnachtliche Atmosphäre überall als einen angenehmen Kontrast zu den dunklen und kurzen Tagen des Winters. Und neben dem Trubel erlebe und entdecke ich zwischen den Menschen immer wieder sehr viel Mitgefühl und Aufmerksamkeit füreinander und Liebe, ob ganz praktisch in Hilfeleistungen oder in Form von Verständnis und Zuneigung.

Ich wünsche dir auch eine besinnliche und warmherzige Zeit und vielleicht hier und da ein kleines Wunder der Liebe aus der Hand Gottes - Liebe Grüße - Christian

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