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  • Geduld – ein Update

    Inspiriert durch Lisas Beitrag der letzten Woche, die so wunderbar über ihren Alltag im Glauben berichten kann und auch durch Leas Beitrag „Wenn möglich, bitte wenden“ aus der Woche davor, möchte ich euch heute ein Update über unsere letzten Monate (die meiner Frau und meine) auf unserem Weg nach Braunschweig geben. Wir hatten zwar das Ziel schon ins Navi eingegeben, aber war eigentlich unser Wunsch auch Gottes Wille? In meinem Beitrag vom 30.10.2023 ("Geduld und Timing" https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/geduld-und-timing) hatte ich bereits die Anfänge geschildert. Für das aktuelle Gesamtbild fange ich noch einmal dort an. Nachdem ich seit Oktober letzten Jahres mein neues Leben als Rentner genießen kann – und ich genieße es wirklich! – haben wir angefangen, uns konkret mit dem Vorhaben zu beschäftigen, nach Braunschweig umzuziehen. Erste Recherchen nach einer neuen Bleibe haben uns schnell gezeigt, dass auch in Braunschweig „Wohnen“ ein begehrtes Gut ist und dementsprechend der Markt begrenzt und die Preise hoch sind. Wir haben uns dann schnell dazu entschieden, nicht mehr nach Eigentum zu suchen, sondern nur noch zur Miete wohnen zu wollen. Das hat uns den Markt zumindest ein wenig geöffnet. Größe, Anzahl der Zimmer und weitere Rahmenbedingungen waren zügig festgelegt und so konnte die Suche beginnen. Auf den einschlägigen Internetportalen wurden entsprechende Accounts eingerichtet, Suchkriterien beschrieben und – was unbedingt empfohlen war – auch ein Profil (einschließlich Foto) mit einer ansprechenden Beschreibung der eigenen Person/Personen und Solvenz hinzugefügt. Das klingt nun erstmal sehr strukturiert und rein rational, aber natürlich war für mich dieser ganze Prozess von Beginn an immer eng mit Gebet verbunden, denn ich war mir längst nicht sicher, ob der Weg, den wir einschlagen wollten, tatsächlich auch in Gottes Sinn war. Vielleicht hatte er doch etwas ganz anderes mit mir/uns vor? Vielleicht wäre es doch falsch, die Geschwister hier im Rheinland zu verlassen? Wie aber sollte ich das herausfinden, wenn nicht durch das Gehen erster Schritte und Warten auf ein Zeichen, das uns die Richtung weist. Vielleicht ja sogar ein „Wenn möglich, bitte wenden“? Ich machte es mir dann zur Angewohnheit, nach meinem jeweils recht späten täglichen Frühstück (ich liebe es, dass kein Wecker mehr klingelt!), die Portale nach neuen Wohnungsangeboten zu durchforsten. Dabei bin ich auch recht schnell ein erstes Mal fündig geworden. Eine Wohnung im Neubau, Größe passend, Gegend OK, Einzugstermin passt, das könnte es werden. Also, kurz mit meiner Frau abstimmen und dann schnell eine Nachricht mit der Frage nach einem Besichtigungstermin an den Anbieter schicken. Dass man schnell sein muss, hatten wir ebenso schnell bereits gelernt! Und dann passierte natürlich das, was mir am allerwenigstens behagt – erstmal nichts! Nach mehreren Tagen Geduld dann mein erster Anruf beim Anbieter, einer Wohnungsgesellschaft. Endloses Gedudel in der Warteschlange, dann endlich eine lebende Stimme am anderen Ende, die mir mitteilt, dass man uns einen Besichtigungstermin schicken wird. Juhu – einen Schritt weiter. Zum Besichtigungstermin haben wir uns nach Braunschweig aufgemacht, rechtzeitig, um zunächst noch das Umfeld zu erkunden, um dann mit gefühlt 100 anderen an diesem Tag die noch im Bau befindliche Wohnung zu besichtigen. Erst nach dieser Besichtigung durften wir dann unser konkretes Interesse schriftlich bekunden und – wieder warten! Nach zwei Wochen kam dann endlich eine Antwort – Absage! War das jetzt das Zeichen, um das ich Gott gebeten hatte, oder war ich einfach nur (wie immer) zu ungeduldig und hatte quasi sofort ein Wunder erwartet, beim ersten Versuch als einer von mehreren Hundert Suchenden gleich den Zuschlag zu bekommen? Im Rückblick bin ich überzeugt, dass ich Vertrauen und Zuversicht wohl erst üben sollte. Wie ging es weiter? Die Trefferquote bei den Suchanfragen wurde kleiner und so entschieden wir uns, die Suche auch auf die Städte um Braunschweig herum auszudehnen. Vor Weihnachten hatten wir dann tatsächlich 4 neue potentielle Objekte gefunden. So konnten wir unseren eh geplanten Aufenthalt in Braunschweig über die Weihnachtstage ausdehnen und in der Zeit zwischen den Feiertagen und der ersten Woche im neuen Jahr vier weitere Wohnungsbesichtigungen vereinbaren. Zwei der besichtigten Wohnungen konnten wir schnell ausschließen. Bei den anderen beiden waren unsere Einschätzungen unterschiedlich. Was macht man da als Ingenieur? Richtig: eine Bewertungsmatrix! Wir konnten uns auf die für beide wesentlichen Kriterien einigen. Also, alles in eine Tabelle gepackt und dann haben wir beide getrennt voneinander die verbliebenen Wohnungen anhand der Kriterien bewertet und gewichtet, und siehe da, wir kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Da wir uns aber zumindest einig waren, keine Kompromisse machen zu wollen, haben wir dann alle vier Objekte abgesagt. Alles wieder auf Anfang, mit Geduld und anhaltendem Gebet weiter suchen – und finden! Wir waren erst ein paar Tage wieder zu Hause, als ich zwei neue Angebote fand und auch sofort die Anbieter kontaktierte. Zwei private Anbieter, was sehr angenehm war. Und so machten wir uns gleich am folgenden Samstag wieder auf nach Braunschweig. Spontan, drei Stunden hin, zwei Besichtigungen, drei Stunden wieder zurück. Das gab uns auf der Rückfahrt ausreichend Zeit für eine Bewertung. Die Kriterien hatten wir ja noch im Kopf. Noch bevor wir zu Hause angekommen waren, hatten wir uns entschieden, eine der beiden Wohnungen mieten zu wollen. So konnten wir dem Anbieter gleich unser Interesse bestätigen und einige erbetene Unterlagen und Informationen zusenden. Das war am Sonntag, den 14. Januar. Nun hieß es wieder geduldig sein, abwarten und im Gebet mit Gott verbunden bleiben, denn schließlich mussten sich ja auch die Vermieter noch für uns entscheiden. Wir waren ja auch dort, wie Ihr euch denken könnt, nicht die einzigen Interessenten. Aber vieles schien von Beginn an gut zu passen. Die „Chemie“ stimmte schon bei der Besichtigung. Die Vermieter – ein junges Ehepaar, beides Bauingenieure wie Heike und ich. Da war gleich eine Basis geschaffen. Drei Tage später – ich erinnere mich noch gut - saß ich dann wieder nach meinem späten Frühstück und einem erneuten Gebet um das richtige Zeichen bei der Tageslese (Psalm 34) und dachte beim Lesen noch, wie unglaublich stark doch Davids Zuversicht und Gottvertrauen waren, selbst in höchster Bedrohung und auf der Flucht einen solchen Psalm voller Zuversicht und Lobpreis zu schreiben. Hier einige Auszüge: "Von David. Als er sich vor Abimelech wahnsinnig stellte und dieser ihn wegtrieb und er fortging. Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein. In dem HERRN soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Erhebt den HERRN mit mir, lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen! Ich suchte den HERRN, und er antwortete mir; und aus allen meinen Ängsten rettete er mich. […] Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie. Schmecket und sehet, dass der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt! [...] Nahe ist der HERR denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er. Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der HERR. Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen. [...] Der HERR erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die sich bei ihm bergen, werden keine Schuld haben." (Psalm 34) Ja, von dieser Zuversicht und dem Gottvertrauen, das David hier ausdrückt, wollte ich etwas mitnehmen in den Tag, um weiter geduldig auf Antwort und damit auf Gottes Wegweisung zu warten. Noch am selben Tag erhielten wir die Antwort, dass sich unsere Vermieter für uns entschieden haben! So groß meine Unsicherheit und so zahlreich meine Fragezeichen bis dahin waren, so groß ist nun – unserem himmlischen Vater sei Dank – die Sicherheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind. „Fahren sie auf diesem Weg weiter. Das Ziel liegt … vor ihnen.“ Inzwischen ist auch der Mietvertrag unterschrieben. Jetzt liegen noch einige Etappen auf diesem Weg vor uns. Wir werden uns auf ca. die halbe Fläche verkleinern, viele Dinge zurücklassen und uns von vielem trennen, unser Haus verkaufen, nicht ohne vorher noch ein wenig für „Verkaufslackierung“ zu sorgen, den Umzug planen, neue Möbel kaufen und vieles mehr. Die ToDo-Liste ist lang, aber mit der Zuversicht, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und mit Gottes Hilfe auf dem richtigen Weg zu sein, ist es jetzt eine freudig spannende Erwartung und Lust auf alles, was kommt! Jetzt kann ich einstimmen in Jeremias Ausspruch (nach Luther): "Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen." (Klagelieder 3,26) Hallelujah! Gelobt sei Jahweh, unser Gott! Euer Peter Foto von Duane Mendes auf unsplash

  • Embrace the chaos

    Vorletzten Sonntag habe ich an unserem kleinen Online-Gottesdienst teilgenommen. Mein Mann war auf Dienstreise, sodass ich mit beiden Kindern (4 und 2 Jahre) allein teilgenommen habe. Ich hatte mir im Vorfeld schon vorgenommen, einfach Mal zu gucken, wie es läuft mit den Kindern, da vor allem Dinge, die online stattfinden, immer schwierig sind. Vermutlich, da die Kinder einfach nicht so ganz verstehen, was gerade genau passiert. Außerdem muss gefühlt immer mindestens ein Kind zur Toilette oder hat Hunger oder ist müde oder hat sich weh getan oder ... Meine Erwartungshaltung war also: Höchstwahrscheinlich wird es sehr chaotisch, aber wir gucken Mal, was ich vielleicht trotzdem mitnehmen kann und wenn alle Stricke reißen, "beuge" ich mich den Kindern und wir machen etwas anderes. Und was soll ich sagen? Ich glaub, das war das Beste, was ich hätte machen können! War es chaotisch? Ja, sehr! Musste ich dauernd aufstehen, wegen oben genannter Dinge? Absolut. Habe ich dadurch bei weitem nicht alles mitbekommen? Definitiv. Hat es mich gestört? In keinster Weise. Da mein Mindset schon darauf vorbereitet war, das Chaos willkommen zu heißen, hat es mich überhaupt nicht gestört und vor allem auch nicht gestresst, dass dauernd irgendwas war. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass es perfekt wird und genau das war gut. In dem Moment war mir das gar nicht so bewusst, aber nach der Versammlung musste ich an einen Halbsatz denken, den ich irgendwann Mal aufgeschnappt hatte: "Embrace the chaos" (übersetzt: umarme, akzeptiere, nehme das Chaos an). Genau das hatte ich unbewusst getan und es hat so sehr geholfen. Ich war nicht gestresst (ich war sogar glücklich) und konnte vernünftig mit den Kindern umgehen, weswegen auch die Kinder deutlich entspannter waren als in Situationen, in denen ich gestresst war und das auf sie übertragen habe. Hinzu kam, dass es mich nicht gestört hat, wenn irgendwas war, weil ich ja schon davon ausgegangen bin. Mir sind dann auch noch einige andere Situationen eingefallen, in denen es genauso war. Beispielsweise als ich mit beiden Kindern allein unterwegs war, Mal in die Stadt musste oder ähnliches. Auch dann habe ich oft eine vergleichbare Einstellung (wenn ich nicht gerade gestresst bin, weil wir unter Zeitdruck stehen oder so … ), die alles entspannter macht. Alles ist unvorhersehbar und ungewiss. Wir wissen nicht, wie der Tag laufen wird. Das zu akzeptieren und nicht dagegen anzukämpfen, ist so viel leichter als sich zur Perfektion zu zwingen, was nur zu viel mehr Stress führt. Das Chaos und die Ungewissheit lassen sich nicht kontrollieren. Unsere Gedanken und unsere Einstellung dazu schon. Das beinhaltet nicht nur, Dinge zu nehmen, wie sie sind, sondern auch Dinge loszulassen, von denen wir noch nicht wissen, wie sie sein werden und sich nicht den Kopf über sie zu zerbrechen. Letzte Woche, als ich angefangen habe, diesen Beitrag zu schreiben, habe ich mit meinem Mann 1. Korinther 13 gelesen. "Die Liebe hat den langen Atem, gütig ist die Liebe, sie eifert nicht. Die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf, sie ist nicht taktlos, sie sucht nicht das ihre, sie lässt sich nicht zum Zorn reizen, sie rechnet das Böse nicht an, sie freut sich nicht über das Unrecht, sie freut sich mit an der Wahrheit. Sie trägt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles." (1. Korinther 13,4-7) Und eigentlich ist es genau das: Voller Liebe zu sein und sich deswegen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Das fühlt sich einfach richtig an, vor allem den Kindern gegenüber. Und Gott geht mit uns nicht anders um. Auch wenn wir das gefühlt hundertste Mal sagen, wir müssen zur Toilette, obwohl wir nicht müssen und nur das Gefühl haben wollen, Gott für uns allein zu haben, so geht er doch jedes Mal Hand in Hand geduldig mit uns. Zieht uns danach noch die Hose hoch, steckt das Unterhemd wieder fein säuberlich in die Hose, nimmt uns in den Arm und sagt uns, wie lieb er uns hat. Das erfüllt uns dann mit Liebe und Dankbarkeit, die uns quietschvergnügt durch den Tag spazieren lassen. Und Gott kann uns nur liebevoll und glücklich hinterherschauen. Nicht nur, dass ich besser durch den Tag gehen kann, wenn ich Dinge entspannt angehe und nicht schon von vornherein gestresst bin, weil ich denke, alles müsste „perfekt“ werden (ob es in solchen Situationen ein „perfekt“ gibt, sei jetzt mal dahingestellt). Auch die Menschen um mich herum (in den meisten Fällen wohl unsere Kinder) profitieren davon und übernehmen diese Fröhlichkeit und Ruhe in den meisten Fällen. "Ein frohes Herz ist die beste Medizin, aber ein niedergeschlagener Geist lässt die Glieder verdorren." (Sprüche 17,22) Eure Lisa ♥

  • Wenn möglich, bitte wenden

    Zwar ist das neue Jahr mittlerweile nicht mehr ganz so neu und die ersten von euch wünschen sich wahrscheinlich schon den nächsten Urlaub herbei, aber dennoch merkt man immer noch, dass wir uns in der Anfangszeit eines neuen Jahres befinden. Man beginnt zu planen, was dieses Jahr alles ansteht, die ersten Urlaubsanträge werden eingereicht, vielleicht schon Flüge und Co. gebucht und der Kalender füllt sich Stück für Stück mit den Plänen für das neue Jahr. Nachdem die letzten Jahre bei mir mehr oder weniger vorprogrammierte nächste Schritte beinhaltet haben – Masterabschluss, Start in den Job und dann im folgenden Jahr der lang geplante Umzug – fiel mir auf die Frage „Was steht dieses Jahr an?“ zunächst keine klare Antwort ein. Nachdem nun die ersten Wochen des neuen Jahres hinter mir liegen, zeichnet sich jedoch langsam aber sicher die nächste größere Veränderung für das Jahr 2024 ab. Veränderungen fallen mir nur leider nicht besonders leicht. Zwar habe ich in den letzten Jahren Übung darin sammeln können, mit veränderten Situationen umzugehen, aber den ersten Schritt zu machen, um eine Veränderung anzustoßen – das macht mir oft immer noch eine Heidenangst. Doch woher kommt diese Angst und ist sie überhaupt gerechtfertigt? Viele richtige Antworten Immer, wenn ich eine wesentliche Entscheidung treffen muss, schwingen die Fragen mit „Ist das die richtige Entscheidung?“, „Ist es das, was Gott von mir möchte?“. Und nur selten finde ich auf diese Fragen eine klare Antwort. Mittlerweile glaube ich, der Grund hierfür liegt darin, dass es nur selten die eine richtige Antwort gibt. Frei nach dem Motto „Viele Wege führen nach Rom“ könnte man wohl auch sagen „Viele Wege führen ins Königreich“. Und was ist unser Leben, wenn nicht unser Weg an dieses Ziel? Ich glaube, Gottes Führung ist manchmal wie ein Navigationssystem, das uns den günstigsten Weg an unser Ziel zeigt. Trotzdem bleibt diese Route nur eine von vielen und verändert sich regelmäßig durch unsere Entscheidungen. Doch solange wir kein neues Ziel eingeben, wird das Navi immer wieder eine neue Route finden, um uns dorthin zu bringen, auch wenn wir einen anderen Weg einschlagen. Falsch abgebogen Vor einiger Zeit habe ich jemanden – mehr im Witz als im Ernst – sagen hören, dass sein Navigationssystem geduldiger ist als jeder andere Beifahrer, den er jemals hatte. Diese Aussage finde ich sehr treffend. Egal wie oft man auch links und rechts verwechselt oder die falsche Ausfahrt im Kreisverkehr benutzt, das Navigationssystem hält einem diese Fehler nicht vor. Und ganz egal wie oft wir auch „Wenn möglich, bitte wenden“ hören, wenn wir uns verfahren haben, klingt die Computerstimme, die uns den Weg weist, doch nie sauer oder ungeduldig. Ich glaube Gottes Führung in unserem Leben funktioniert oft ziemlich ähnlich. Selbst wenn es tatsächlich eine günstigste Route auf unserem Weg durchs Leben gibt, so begegnen uns dennoch auf unserem Weg immer wieder Fragen, die eine Entscheidung von uns erfordern: Umfahren wir den Stau oder bleiben wir auf der Autobahn, in der Hoffnung, dass sich der Stau bald auflöst? Fahren wir die Strecke, welche uns einen geringeren Benzinverbrauch verspricht, auch wenn sie 3 Minuten länger dauert? Manchmal überhören wir vielleicht auch einen Hinweis des Navis und sausen an der richtigen Ausfahrt vorbei oder sind schlichtweg der Meinung, dass wir einen besseren Weg kennen. Unsere Entscheidungen stellen sich nicht immer als richtig heraus und führen uns auf einen Umweg oder vielleicht auch für kurze Zeit in die falsche Richtung. Doch spätestens wenn wir beginnen, uns von unserem Ziel zu entfernen, erklingt ein „Wenn möglich, bitte wenden“. Und wenn wir diese Gelegenheit verpassen, kommt an der nächsten Kreuzung erneut ein „Wenn möglich, bitte wenden“. Auch Gottes Stimme – wie auch immer sie sich in diesen Momenten ausdrücken mag – klingt dabei nie vorwurfsvoll, sondern versucht uns mit schier unersättlicher Geduld wieder zurück auf einen Weg zu lenken, der uns unserem Ziel näher bringt. Ich persönlich habe in den letzten Monaten ein paar diese Momente erlebt, in denen Gott mir einen Schubser in die richtige Richtung gegeben haben, auch wenn es bei mir lange gedauert hat, sie als solche zu erkennen. Manchmal waren diese Momente Gespräche mit Freunden, die ähnliche Veränderungen durchleben wie ich und deren positive Erfahrungen mir Mut gemacht haben, die nächsten Schritte zu gehen. Manchmal waren es auch negative Erfahrungen, die mir gezeigt haben, dass der Status Quo für mich nicht mehr zufriedenstellend ist. Hattet ihr auch schon ein paar „Wenn möglich, bitte wenden“-Momente? Erzählt gerne in den Kommentaren davon 😊 Das Steuer in der Hand Am Ende liegt die Verantwortung dafür, welche Wege wir einschlagen, in unserer Hand. Manchmal fühlt sich das befreiend an, manchmal auch beängstigend. Doch ich glaube, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass uns alle Wege gleichermaßen an unser Ziel führen werden, solange unser Ziel weiterhin ein Leben in Gottes Reich ist. Wenn wir dabei einen Umweg fahren, uns ein Stau aufhält oder die LKWs auf der rechten Spur uns davon abhalten, die richtige Ausfahrt zu nehmen, dann ist das nicht schlimm. Gott als unser Navi hat eine Auswahl von abertausenden Routen, die uns alle sicher ans Ziel bringen werden. Und wenn wir uns doch einmal zu weit von unserem Ziel entfernen, dürfen wir darauf vertrauen, dass uns rechtzeitig ein „Wenn möglich, bitte wenden“ davon abhält, zu weit in die falsche Richtung zu fahren. In diesem Vertrauen möchte ich versuchen, im Jahr 2024 einen Weg einzuschlagen, der mich hoffentlich näher an mein Ziel bringt. Ich möchte versuchen, die Weghinweise, die Gott mir gibt als solche zu erkennen und wahrzunehmen. Vielleicht wird mir das gelingen, vielleicht auch nicht, aber zu fürchten brauche ich mich nicht. Wenn das nächste Mal ein „Wenn möglich, bitte wenden“ erklingt, dann ist es zumindest auch eine Erinnerung daran, dass es nie zu spät ist, wieder einen neuen Weg einzuschlagen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Gott erleben - 1

    „Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann. Lebe, soweit dies ohne Selbstaufgabe möglich ist, in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. Sage ruhig und klar, was du für wahr hältst - Und höre den anderen zu, auch dem Geistlosen und dem Unwissenden – auch sie haben ihre Geschichte. Meide die Lärmenden und Aggressiven, sie sind eine Qual für den Geist. Wenn Du Dich mit anderen vergleichst, könntest Du eitel und scharf werden - Es wird immer Größere und Kleinere geben als dich. Freue dich dessen, was du vorhast, genau wie dessen, was du bereits erreicht hast, interessiere dich für dein Fortkommen, so bescheiden es auch sei - Es ist ein wahrer Besitz im wechselnden Glück des Lebens. In Deinen Geschäften lass Vorsicht walten, denn die Welt ist voller Betrug. Aber das soll Dich nicht blind gegenüber der vorhandenen Rechtschaffenheit machen. Viele Menschen streben nach großen Idealen und überall ist das Leben voller Mut. Sei Du selbst! Vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung! Und sei nicht zynisch in der Liebe, denn auch im Augenblick aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immer während wie das neu wachsendes Gras auf dem Feld. Nimm den Rat der Jahre gütig und gelassen an und gebe dankbar die Dinge deiner Jugend auf. Stärke die Kraft Deines Geistes, damit sie Dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber lasse Dich nicht von dunklen Vorstellungen beunruhigen. Viele Ängste entspringen aus Ermüdung und Einsamkeit. Sei sanftmütig zu Dir selbst, mit einem gesunden Maß an Selbstdisziplin. Du bist ein Kind Gottes, genau wie Bäume und Sterne. Du hast das Recht, hier zu sein. Und ob du es weißt oder nicht, das Universum entfaltet sich so, wie es soll. Darum lebe in Frieden mit Gott, wie immer deine Vorstellung von ihm aussehen mag,  und behalte, was immer dein Arbeiten und Sehnen sein mag, in der lärmenden Wirrnis des Lebens, den Frieden Deiner Seele. Trotz all des Scheins, aller Plackerei und aller gescheiterten Träume ist die Welt doch schön! Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein!“ Max Ehrmann, 1927 Mit diesem Text schließt der "Roman über die Religionen der Welt", den ich in den letzten Wochen gelesen habe. Er wird als ein Gebet zitiert, das 1692 in einer Kirche in Baltimore gefunden wurde. Die Tante der Hauptfigur Theo schenkt es ihm zum Abschluss der Reise um die Welt. In Wirklichkeit ist es, laut Internetrecherche, das Gedicht Desiderata von dem amerikanischen Rechtsanwalt Max Ehrmann aus dem Jahr 1927. Ich finde es sehr bereichernd und deshalb teile ich es hier gern mit euch. Im Grunde sind es Lebensweisheiten, die gegründet sind auf ein Leben mit Gott. In dem Buch habe ich viele Religionen kennengelernt und am Ende blieb ein Gedanke, dass alle auf ihre Weise die Nähe zu Gott suchen. Manche tun das, indem sie ihren Emotionen freien Lauf lassen und sich von dem "Höheren" ergreifen lassen. Das fand ich sehr interessant. Gibt es eine Möglichkeit Gott zu erleben, die ich noch nicht kenne? In der westlichen, christlich geprägten Welt ist es normal, kognitiv an die Dinge heranzugehen. So auch an die Beziehung zu Gott. Wir haben das Wort der Bibel, das uns aufklärt. Emotionen spielen da nur am Rande eine Rolle. Muss das so sein? Begegnungen mit Gott in der Bibel Zunächst möchte ich einen Blick in das Wort Gottes werfen und nach Geschichten suchen, die die Begegnung von Menschen mit Gott beschreiben. Zunächst habe ich Mose gefunden. Er ist mit dem Volk Israel auf der Flucht aus Ägypten bzw. auf dem Weg ins gelobte Land. Am Gebirge Sinai machen sie Halt und Gott fordert Mose auf, zu ihm auf den Berg zu steigen. Er erhält dort die bekannten 10 Gebote und dazu noch etliche Vorschriften und Anweisungen. Die Geschichte mit dem goldenen Kalb sei hier nur am Rande erwähnt. Mose gelingt es, den HERRN zu beruhigen und bevor er ein weiteres Mal auf den Berg steigt, kommt es zu folgendem Wortwechsel: Mose sagte zum HERRN: »Du befiehlst mir, dieses Volk nach Kanaan zu bringen, aber du hast mir noch nicht gezeigt, wen du mit mir senden willst. Du hast gesagt, dass du mich ganz genau kennst und ich deine Gunst gefunden habe. Wenn du nun wirklich zu mir stehst, dann lass mich deine Pläne erkennen! Ich möchte dich besser verstehen, damit du auch in Zukunft an mir Gefallen hast. Denke doch daran: Dieses Volk ist dein Volk!« Der HERR antwortete: »Ich selbst werde dir vorangehen und dich zur Ruhe kommen lassen!« Mose erwiderte: »Wenn du nicht selbst voranziehst, dann schick uns nicht von hier fort! Woran soll man denn erkennen, dass du zu mir und diesem Volk hältst? Doch nur daran, dass du mit uns gehst! Was sonst sollte uns unterscheiden von allen Völkern auf der Erde?« Der HERR antwortete Mose: »Auch diesen Wunsch, den du gerade ausgesprochen hast, will ich erfüllen, denn ich habe dich gnädig angenommen und kenne dich ganz genau!« Mose bat: »Lass mich dich in deiner Herrlichkeit sehen!« Der Herr erwiderte: »Ich will an dir vorüberziehen, damit du sehen kannst, wie gütig und barmherzig ich bin. Meinen eigenen Namen ›der HERR‹ werde ich vor dir aussprechen. Ich erweise meine Gnade, wem ich will. Und über wen ich mich erbarmen will, über den werde ich mich erbarmen. Mein Gesicht darfst du nicht sehen, denn kein Mensch, der mich gesehen hat, bleibt am Leben! Aber du kannst hier bei mir auf dem Felsen stehen. Wenn ich dann in meiner Herrlichkeit vorüberziehe, stelle ich dich in eine Felsspalte und halte meine Hand schützend über dich, bis ich vorübergegangen bin. Dann ziehe ich meine Hand zurück, und du kannst mir hinterherschauen; mein Gesicht aber darf niemand sehen!« Der HERR befahl Mose: »Meißle dir zwei Steintafeln zurecht wie die ersten beiden, die du zerschmettert hast! Dann will ich noch einmal dieselben Worte darauf schreiben. Mach dich bereit, morgen früh auf den Berg Sinai zu steigen! Stell dich dort auf dem Gipfel vor mich hin! Keiner darf dich begleiten, auf dem ganzen Berg darf sich niemand sonst sehen lassen. Auch keine Schafe, Ziegen oder Rinder dürfen am Fuß des Berges weiden.« Mose fertigte zwei neue Steintafeln an, die wie die ersten aussahen. Früh am Morgen stand er auf und stieg auf den Berg Sinai, wie der HERR es ihm befohlen hatte. In seinen Händen hielt er die beiden Steintafeln. Da kam der HERR in der Wolke herab, trat zu Mose und rief seinen Namen »der HERR« aus. Er zog an Mose vorüber und verkündete: »Ich bin der HERR, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende! Ich lasse Menschen meine Liebe erfahren über Tausende von Generationen. Ich vergebe Schuld, Unrecht und Sünde, doch ich lasse nicht alles ungestraft. Wenn jemand an seiner Schuld festhält, dann muss er die Folgen tragen, und nicht nur er, sondern auch seine Kinder, Enkel und Urenkel! « (Mose 33,12 - 34,7) Was für ein einmaliges Erlebnis. So nah bei Gott. Gott erfüllt Mose seinen Wunsch. Gleichzeitig beschützt er ihn davor, sein Angesicht zu sehen. Das würde ihn töten. Im gleichen Moment offenbart Gott ihm seinen Namen. Er beschreibt Gottes Eigenschaften. Und dadurch können alle Menschen Gott kennenlernen. Eine ähnliche Situation erlebt Elia. Er hat gerade das Volk Israel mit ihrer Verantwortung konfrontiert. Um der Reaktion zu entgehen, muss er flüchten. Mit Hilfe von Engeln erreicht er nach einer vierzigtägigen Wanderung den Berg Gottes, den Horeb. Gleich dem Berg Sinai, an dem Mose seine Begegnung mit Gott hatte. Elia suchte Schutz und Erholung in einer Höhle. Hier beginnt der Herr folgendes Gespräch mit ihm: Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Plötzlich sprach der HERR zu ihm: »Elia, was tust du hier?« Elia antwortete: »Ach, HERR, du allmächtiger Gott, mit welchem Eifer habe ich versucht, die Israeliten zu dir zurückzubringen! Denn sie haben den Bund mit dir gebrochen, deine Altäre niedergerissen und deine Propheten ermordet. Nur ich bin übrig geblieben, ich allein. Und nun trachten sie auch mir nach dem Leben!« Da antwortete ihm der HERR: »Komm aus deiner Höhle heraus und tritt vor mich hin! Denn ich will an dir vorübergehen.« Auf einmal zog ein heftiger Sturm auf, riss ganze Felsbrocken aus den Bergen heraus und zerschmetterte sie. Doch der HERR war nicht in dem Sturm. Als Nächstes bebte die Erde, aber auch im Erdbeben war der HERR nicht. Dann kam ein Feuer, doch der HERR war nicht darin. Danach hörte Elia ein leises Säuseln. Er verhüllte sein Gesicht mit dem Mantel, ging zum Eingang der Höhle zurück und blieb dort stehen. Und noch einmal wurde er gefragt: »Elia, was tust du hier?« Wieder antwortete Elia: »Ach, HERR, du allmächtiger Gott, mit welchem Eifer habe ich versucht, die Israeliten zu dir zurückzubringen! Denn sie haben den Bund mit dir gebrochen, deine Altäre niedergerissen und deine Propheten ermordet. Nur ich bin übrig geblieben, ich allein. Und nun trachten sie auch mir nach dem Leben!« Da gab der HERR ihm einen neuen Auftrag: »Elia, geh den Weg durch die Wüste wieder zurück und weiter nach Damaskus! Salbe dort Hasaël zum König von Syrien! Danach salbe Jehu, den Sohn von Nimschi, zum König von Israel und schließlich Elisa, den Sohn von Schafat aus Abel-Mehola, zu deinem Nachfolger als Prophet. Wer Hasaëls Todesurteil entrinnt, den wird Jehu umbringen; und wer ihm entkommt, den wird Elisa töten. Aber siebentausend Menschen in Israel lasse ich am Leben, alle, die nicht vor dem Götzen Baal auf die Knie gefallen sind und seine Statue nicht geküsst haben.« (1.Könige 19,9-18) Gott zeigt sich in einem leisen Säuseln. Ist das etwa eine Emotion Gottes? Zeigt Gott hier, wie es sich anfühlt, wenn seine Eigenschaften, die er Mose hören lassen hatte, spürbar werden? Gott möchte Elia, der am Ende ist, damit wieder aufbauen. Und es gelingt ihm. Er ist bereit für eine neue Aufgabe. So geht es mir in der heutigen Zeit auch manchmal. Ich fühle mich erschöpft von dem Zustand und den Ereignissen in der Welt. Und da wünsche ich mir auch so ein Mitgefühl. Was können Christen machen, um Gott nah zu sein? Da gibt es das Gebet. An einer Stelle wird ein besonderer Zugang zum Gebet beschrieben. Es ist eingebettet in die Beschreibung über die Bedeutung von Jesus. Bitte denkt bei dem Wort Geist daran, das Jesus der rettende Gedanke Gottes ist. Hier die Worte von Paulus im Brief an die römische Gemeinde: Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird. Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Ohne eigenes Verschulden sind alle Geschöpfe der Vergänglichkeit ausgeliefert, weil Gott es so bestimmt hat. Aber er hat ihnen die Hoffnung gegeben, dass sie zusammen mit den Kindern Gottes einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen, herrlichen Leben befreit werden. Wir wissen ja, dass die gesamte Schöpfung jetzt noch leidet und stöhnt wie eine Frau in den Geburtswehen. Aber auch wir selbst, denen Gott bereits jetzt seinen Geist als Anfang des neuen Lebens gegeben hat, seufzen in unserem Innern. Denn wir warten voller Sehnsucht darauf, dass Gott uns als seine Kinder zu sich nimmt und auch unseren Körper von aller Vergänglichkeit befreit. Darauf können wir zunächst nur hoffen und warten, obwohl wir schon gerettet sind. Hoffen aber bedeutet: noch nicht haben. Denn was einer schon hat und sieht, darauf braucht er nicht mehr zu hoffen. Hoffen wir aber auf etwas, das wir noch nicht sehen können, dann warten wir zuversichtlich darauf, dass es sich erfüllt. Dabei hilft uns der Geist Gottes in all unseren Schwächen und Nöten. Wissen wir doch nicht einmal, wie wir beten sollen, damit es Gott gefällt! Deshalb tritt Gottes Geist für uns ein, er bittet für uns mit einem Seufzen, wie es sich nicht in Worte fassen lässt. Und Gott, der unsere Herzen durch und durch kennt, weiß, was der Geist für uns betet. Denn im Gebet vertritt der Geist die Menschen, die zu Gott gehören, so wie Gott es möchte. Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat. Wen Gott nämlich auserwählt hat, der ist nach seinem Willen auch dazu bestimmt, seinem Sohn ähnlich zu werden, damit dieser der Erste ist unter vielen Brüdern und Schwestern. Und wen Gott dafür bestimmt hat, den hat er auch in seine Gemeinschaft berufen; wen er aber berufen hat, den hat er auch von seiner Schuld befreit. Und wen er von seiner Schuld befreit hat, der hat schon im Glauben Anteil an seiner Herrlichkeit. Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Gott hat sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten? Wer könnte es wagen, die von Gott Auserwählten anzuklagen? Niemand, denn Gott selbst spricht sie von aller Schuld frei. Wer wollte es wagen, sie zu verurteilen? Keiner, denn Jesus Christus ist für sie gestorben, ja, mehr noch: Er ist vom Tod auferweckt worden und hat seinen Platz an Gottes rechter Seite eingenommen. Dort tritt er jetzt vor Gott für uns ein. Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod? Man geht wirklich mit uns um, wie es schon in der Heiligen Schrift beschrieben wird: »Weil wir zu dir, Herr, gehören, werden wir überall verfolgt und getötet – wie Schafe werden wir geschlachtet!« Aber dennoch: Mitten im Leid triumphieren wir über all dies durch Christus, der uns so geliebt hat. Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt. (Römer 8,18-39) In der Textmitte geht es um Gebet. Ein Gebet ohne Worte. Jesus tritt selbst für mich ein. Und zwar mit einem tiefen Seufzen. Welch ein Bild. Mit seiner unendlichen Empathie bringt er zum Ausdruck, was mich umtreibt und mich betrifft. Wie Elisa und Mose durch die Begegnung mit Gott aufgebaut worden, so ermutigt Jesus mich, mein Leben zu ergreifen und weiterzugehen. Vielleicht so, wie es im Gedicht oben wiedergegeben ist. Begegnungen mit Gott im Leben Es geht um das Verständnis von Gott als Grundlage meines Vorgehens. Es geht um Emotionen und deren Austausch zwischen mir und Gott und Jesus. Ich möchte mich in der nächsten Zeit weiter damit beschäftigen. Wo finde ich meine Emotionen? Hier möchte ich auf den letzten Blogbeitrag verweisen. Freya hat dort, glaube ich, eine Antwort vom mehreren auf diese Frage aufgezeigt. Sie spricht von ihrem Rückzugsort, an dem sie sich mit Gott und Jesus verbunden fühlt. Welche Rolle spielt der Begriff "Herz" dabei? Wie kann ich Begegnungen mit Gott und Jesus erleben? Gibt es Möglichkeiten für Erlebnisse mit Gott und Jesus in der Gruppe, neben oder bei den üblichen Versammlungen bzw. Gottesdiensten? Falls ich Antworten finde, werde ich hier darüber berichten. Seit gespannt auf eine Fortsetzung. In diesem Sinne, wünsche ich dir emotionale Momente. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Ingo Tauchert

  • Lebendigkeit

    Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt. Du beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück. (Psalm 16,11) Was ist eigentlich wirklich wichtig im Leben? Das kann wohl jeder für sich selbst am besten beantworten. Ich frage mich das immer wieder und kann für mich sagen, dass es für mich mit am wertvollsten ist, mich lebendig zu fühlen und andere dabei zu beobachten, wie sie ganz zufrieden im Einklang mit sich und ihrer Umwelt interagieren. Doch was bedeutet es, sich lebendig zu fühlen? Ich würde es übersetzen mit ,"im Flow sein", sich mental stark fühlen oder "im Reinen mit mir selbst sein" beschreiben. Vor allem aber verbunden mit dem Leben, der Liebe, mit Gott und Jesus. Ich brauche dafür einen Rückzugsort, einen Raum für mich allein. Um dieses Gefühl hervorzurufen höre ich gerne Musik, je nach Stimmung mal laut mal leise, tanze, musiziere, bin ganz im Hier und Jetzt. Im Schreibprozess bin ich wieder mal über ein Lied gestolpert, dass Daniel und Lea mal eine Zeitlang wundervoll im Duett gesungen & gespielt haben – ein Gänsehautmoment für mich! Es gehört deshalb auch zu meinen Lieblingsliedern [vielen Dank dafür :-)]: Es heißt: Press on - Building 429 feat. Blanca Callahan. Wie gesagt, meine lieben Brüder und Schwestern, ich weiß genau: Noch bin ich nicht am Ziel angekommen. Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen. (Philipper 3, 13-14) Manchmal gehe ich an einen Ort der Vergangenheit zurück, an dem ich mich sehr frei von Zeit und Ansprüchen gefühlt habe und gleichzeitig so verbunden mit Gottes Schöpfung und der Liebe Jesu. Diesen besonderen, persönlichen Ort teile ich heute mit euch. Ich liege im Schnee auf einem Berg. Ganz allein. Um mich herum ist alles weiß, die Bäume, die Berge und sogar der Himmel. Man kann nicht einmal einen Horizont erkennen. Es ist kalt, doch mir ist warm. Ich fühle mich umarmt von diesen kalten Flocken und vergesse den Raum und die Zeit um mich herum. Es ist wundervoll befreiend. Alles ist still und ich höre nur mich. Ich atme leise und entspannt ein und aus und fühle mich einfach nur geborgen. Gehalten in dieser besonderen Natur. Ich schließe meine Augen, denn dieses Licht ist so, so hell und besonders. Ich fühle mich Gott und Jesus ganz nah und verbunden. Ich bin dankbar und erlöst. Ich bin jetzt. Ich bin hier. Ich lebe. Und das reicht. Dazu passend fiel mir ein Lied ein, das mich in letzter Zeit sehr bewegt hat und noch einmal die Perfektion dieser wundervollen Schöpfung ausdrückt in der wir immer noch so frei leben dürfen. "So steh ich auf Klippen am Rande des Meeres. Von Schönheit ergriffen, als ob sie ′ne Welle wär. Und es klingt so verrückt, ja es ist so verrückt Ich kenne Künstler, die ich wirklich bewunder Doch auf keinem ihrer Bilder geht die Sonne bunter unter Als in Wirklichkeit, aus deiner Hand bin ich, bin ich Du bist der größte Künstler von allen Hängst Planeten auf wie Bilder Poiema, und nennst mich dein Meisterstück Aus deiner Hand bin ich" (Poiema - Koenige und Priester) Habt ihr auch so einen Ort (kann auch fiktiv sein), an dem ihr euch sehr verbunden mit euch und Gott und Jesus fühlt? Ganz im Hier und Jetzt ohne Ansprüche, Druck und Gesetze? Ich wünsche euch so einen Raum von ganzem Herzen, um zu entspannen oder neue Kraft für den Alltag zu bekommen. Bis zum nächsten Mal. Eure Freya Rise up and shine!

  • Offen für (ein frohes) Neues

    Frohes Neues! Ich bin jetzt wahrscheinlich der 113., der euch das wünscht, aber es ist nun mal so: nach zwei Wochen Pause kommt hier der erste Beitrag im neuen Jahr 2024! Hoffentlich hat euer Jahr gut angefangen und der Alltag, die Nachrichten und das Wetter haben euch vielleicht physisch, aber noch nicht mental, in eine neue graue 2024er Wolke gehüllt 😉 Falls doch, hab ich heute vielleicht den richtigen Laubbläser dabei, um sie wieder wegzupusten. Als positiven Start ins Jahr habe ich heute nämlich eine Podcast-Empfehlung für euch, die für mich perfekt zum typischen Jahreswechselwunsch gepasst hat: Es ist ein Podcast, der mir komplett neu war und der mich richtig fröhlich gemacht hat die letzten Tage 😊 Vielleicht geht es euch ähnlich! Wenn ihr, wie ich, sporadische Podcast-Hörer seid, kennt ihr sicher das Dilemma: Ihr habt Lust, was zu hören (vielleicht zum Einschlafen oder beim Abwasch), öffnet den Streaming-Dienst eurer Wahl und werdet erschlagen von einer Flut an Content. Natürlich kann man immer zu den persönlichen Klassikern zurückkehren, aber manchmal wünscht man sich ja auch mal Abwechslung. Nur: wie soll man bei dem Überangebot jetzt das Passende finden? Ja, es gibt „den Algorithmus“, der mir tatsächlich auch schon ab und zu ganz gute Empfehlungen produziert hat. Manchmal spuckt der aber auch ganz schönen Mist aus. Und dann wünsche ich mir persönlich oft dieses befriedigende Erlebnis, ganz allein und ohne manipulative Ratschläge eine verborgene Perle in den Untiefen der Archive zu entdecken. Genau so ging es mir Ende letzten Jahres. Deshalb hab ich mein Handy genommen und den grünen Streamingdienst mit den Funkwellen im Logo geöffnet, fest entschlossen, mein Glück selbst in die Hand zu nehmen und mal wieder einen richtig erbaulichen Podcast zu finden. Stellte sich bloß die Frage: Wie? Ein paar Sekunden vergingen, in denen ich einfach nur auf das Display meines Handys starrte, während mein Gehirn etwas suchte, was ich nun eintippen könnte. Da kam mir eine Idee: Es gibt doch diesen Pastor aus der Gemeinde eines Freundes, von dem ich vor einiger Zeit einige Podcasts gehört hatte, die mich sehr positiv herausgefordert hatten. Jens Stangenberg. Mal gucken, was der heute so macht … Also: Name eingetippt, ein bisschen gescrollt und auf den ersten Titel geklickt, der mein Interesse geweckt hat: „#83 Homosexualität und die ‚Schöpfungsordnung‘“. Und ich wurde nicht enttäuscht! Jetzt mag der oder die eine oder andere von euch sagen: Das ist jetzt das aufbauende und fröhliche Thema, von dem du berichten willst?! Ja und nein! 😉 Wie ich nämlich feststellen musste, geht es in dieser aus dem Bauch heraus ausgewählten Podcast-Folge weder wirklich um Homosexualität, noch war ich bei einem Podcast von Jens Stangenberg gelandet. Es war vielmehr eine Folge mit Jens Stangeberg, die mir nicht nur aufgrund der starken Aussagen des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat, sondern mich dazu noch zu einem vermutlich sehr herausfordernden aber auch sehr angenehm zu hörenden Podcast gebracht hat – über diese konkrete Folge hinaus. Der Podcast heißt "Hossa Talk". Warum möchte ich euch heute aber genau diese Folge empfehlen? Zum einen, weil ich noch zu wenig vom restlichen Podcast gehört habe, um ihn guten Gewissens insgesamt in hohen Tönen loben zu können – auch wenn ich bisher ein sehr gutes Gefühl habe, dass ich es in Zukunft vielleicht doch tun kann 😉 Zum anderen hat mich das Thema genau dieser Folge besonders angesprochen und ich habe mich in vielem Gesagten sehr gut wiedergefunden. Die im Titel genannten Themen Homosexualität und Schöpfungsordnung sind nämlich eigentlich nur Beispiele oder Anschauungsobjekte für ein viel tiefergehendes Thema, das mich schon lange beschäftigt und zu dem ich schon sehr unterschiedliche Standpunkte gehört habe: Wahrheit. Oder auch: Wie legen wir die Bibel aus? Und noch konkreter: Sind wir reflektiert und demütig genug zuzugeben, dass wir sie permanent auslegen? Oder gehen wir vielmehr davon aus, dass die Bibel komplett eindeutig ist und man immer die eine absolute Wahrheit darin findet, wenn man nur lang und angestrengt genug danach sucht? All diese Fragen werden in dieser Folge des Podcast „Hossa Talk“ unglaublich angenehm, offen und ehrlich diskutiert. Weder beanspruchen die drei Christen an den Mikros für alles eine Antwort zu haben, noch sagen sie, alles sei beliebig – und genau diese ausgewogene Art sich der Bibel zu nähern, hat mich unglaublich angesprochen. So wird ganz unaufgeregt und teilweise auch mit einer guten Portion Humor unter anderem darüber gesprochen, wie die Reformation mit ihrem „Sola Scriptura!“-Ausruf für die einen das mündige Christsein ermöglicht und gleichzeitig für andere die Büchse der Pandora geöffnet hat. Oder darüber, warum Billy Grahams geliebte Floskel „The Bible says: …!“ eher kritisch beäugt werden sollte. Dabei fallen Worte wie „dogmatische Unschärfe“, „Auslegungsentscheidungen“ oder „hermeneutische Gemeinschaft“, aber immer in einer so angenehmen Art, dass ich mich auch als Nicht-Theologe nicht ausgeschlossen, sondern vielmehr in die Diskussion einbezogen fühle – und das, obwohl ich nur zuhören kann! Ihr merkt, diese Folge hat es mir angetan. Und bevor ich euch jetzt den ganzen Inhalt spoilere, möchte ich euch einfach einladen, selbst mal reinzuhören: Oder für die, die den grünen Streamingdienst nicht nutzen (wollen): https://hossa-talk.de/83-homosexualitaet-und-die-schoepfungsordnung/ Ein kleiner Disclaimer: Ich stehe nicht unbedingt hinter allem, was in der Folge gesagt wird. Aber genau darum geht es ja: demütig zu bleiben und offen für Neues in einem immer fortwährenden Prozess, gemeinsam die Bibel zu lesen, zu diskutieren und letztlich eigene und begründete Schlüsse daraus zu ziehen. Und um Jens Stangenberg mal sinngemäß zu zitieren: Bis wir Gott von Angesicht zu Angesicht fragen können, kann eigentlich eh alles nur „Zwischenbilanz“ bleiben 😉 Viel Spaß beim Hören und weiterhin einen guten Start ins neue Jahr! Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel Foto von Melanie Pongratz auf Unsplash

  • Frohe Weihnachten und guten Rutsch!

    Frohe Weihnachten an alle LEB-Blog-Leser und -Leserinnen! :) Wir hoffen, ihr könnt ein wenig freie Zeit genießen und zum Ende des Jahres etwas zur Ruhe kommen. Und auch wenn es historisch und theologisch sicher einige Fragezeichen rund um das Weihnachtsfest gibt, möchten wir euch trotzdem herausfordern, die Gelegenheit zu nutzen, um an die bedeutendste Geburt der Geschichte zu denken – und vielleicht sogar mit Freunden, Familie oder Nachbarn darüber ins Gespräch zu kommen. Wir vom Blog machen auch eine kurze Pause, lassen das Jahr besinnlich ausklingen und sind dann am 8. Januar wieder mit neuem Lesestoff zurück :) Wir wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Vielleicht wird es das Jahr sein, in dem Jesus wiederkommt? Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer LEB-Team ♥ Foto von Jorge Garhe auf Unsplash

  • Magnificat

    Es ist dämmrig, nass und kühl als ich im November die Klosterkirche und angrenzende Räume in Loccum besichtigte. Den ganzen Tag hatte es geregnet und wir streiften etwas durchnässt und klamm durch die alten Gemäuer. Ich bewundere die Schlichtheit des hohen Kirchenraumes und höre gespannt den Erzählungen der Führerin zu. Das Leben als Mönch verlief sehr still. Geprägt vom strengen Tagesablauf, spärlicher Verpflegung und jeder Menge Arbeit mit kirchlichen Texten und Bildern oder auf dem Hof, dem Feld und im Wald. Beim Essen wurde nicht gesprochen, ein Mitbruder las aus der Septuaginta. Um sich trotzdem mitteilen zu können, erfanden die Mönche eine Zeichensprache. Von Menschen gemachte Regeln, werden von Menschen mit kreativen Lösungen umgangen! Das bringt mich zum Schmunzeln. Einen Raum, oder vielmehr ein zugiges, dunkles Gewölbe, wurde uns als Ort für regelmäßigen Austausch und Diskurs über geistliche Themen vorgestellt. Die kleine Gruppe mit der ich diese Besichtigung machte, ist ein Teil meines Chores, der sich zum Üben für ein Wochenende in die Seminarräume des Klosters Loccum eingemietet hatte. Den ganzen Vormittag übten wir für Advent und Weihnachten. Jetzt konnten wir das Geübte im Gewölbe anstimmen. Nicht perfekt, aber durchaus gewaltig tönte unser Kanon und wir waren berührt. Sonst mache ich mir nichts aus Kirchenliedern. Da ich nicht in der evangelischen oder katholischen Kirche aufgewachsen bin, kenne ich auch fast keines. Das ein und andere Lied spricht mich an, doch meistens bin ich mit dem Text nicht zufrieden und die Melodien sind oft dunkel und schwer. Hier ist das anders und ich möchte euch heute auf einen kleinen Ausflug ins Magnificat mitnehmen. In beiden christlichen Kirchen spielt dieser Kanon eine Rolle, und in Loccum und anderen Klöstern gehörte dieser Lobgesang zur Abendandacht. Auch in Taizé wird dieses Lied gerne angestimmt. Im evangelischen Gesangbuch trägt die Nr. 579 folgende Überschrift: „Aus dem Lobgesang der Maria“. „Magnificat, magnificat, magnificat anima mea Dominum“ – so lautet der lateinische Text Maria, die Mutter Jesu, findet wunderschöne Worte, nachdem ihr der Engel Gabriel verkündet hatte, dass sie den Messias zur Welt bringen würde. Eine junge Frau, verlobt mit einem Zimmermann aus dem Stamm Juda aus Nazareth. Die Geschichte kennen wir. Lukas hat sie in seinem Evangelium beschrieben. Der Engel Gabriel spricht zu ihr und nimmt ihr die Angst vor diesem Wunder. Dieser Moment, in dem ihr bewusst wird, ich bin auserwählt, gibt ihr Mut und Kraft, sich den kommenden Herausforderungen zu stellen. Gottes Wege sind wunderbar und oft nicht gerade und einfach. Eine unverheiratete Frau wird schwanger, eine große Herausforderung für die junge Maria. Ein neues Kapitel in ihrem Leben wird aufgeschlagen. Josef, ihr Verlobter, ist ein guter und geduldiger Mann, er steht zu ihr und verstößt sie nicht. Die Nachricht, dass ihre Cousine Elisabeth, die bis dahin keine Kinder gebären konnte, schwanger war, verbindet die beiden. Zwei Frauen, zwei Wunder. Maria besucht ihre Cousine und beide sind beeindruckt von Gottes Kraft und Liebe. Marias Lobgesang ist in Lukas 1 festgehalten. Da begann Maria, Gott zu loben: »Von ganzem Herzen preise ich den Herrn. Ich freue mich über Gott, meinen Retter. Mir, seiner Dienerin, hat er Beachtung geschenkt, und das, obwohl ich gering und unbedeutend bin. Von jetzt an und zu allen Zeiten wird man mich glücklich preisen, denn Gott hat große Dinge an mir getan, er, der mächtig und heilig ist! Seine Barmherzigkeit bleibt für immer und ewig, sie gilt allen Menschen, die in Ehrfurcht vor ihm leben. Er streckt seinen starken Arm aus und fegt die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen hinweg. Er stürzt Herrscher von ihrem Thron, Unterdrückte aber richtet er auf. Die Hungrigen beschenkt er mit Gütern, und die Reichen schickt er mit leeren Händen weg. Seine Barmherzigkeit hat er uns, seinen Dienern, zugesagt, ja, er wird seinem Volk Israel helfen. Er hat es unseren Vorfahren versprochen, Abraham und seinen Nachkommen hat er es für immer zugesagt.« (Lukas 1,46-55) Ein einfaches Mädchen aus dem Volk, das glasklar vor Augen hat, was Gott mit ihr und der Menschheit vorhat. Das beeindruckt mich. Genauso wie der Lobpreis der Mirjam, den sie nach der Durchquerung des Roten Meeres anstimmt oder die Worte von Ruth, als sie sich mit ihrer Schwiegermutter auf den Weg macht. Maria kannte offensichtlich die Thora, oder wie die Juden sagen, Tanach. Jeder Vers ihres Lobgesangs hat eine Parallele im Alten Testament. Angefangen mit Worten aus 1.Samuel: Hanna sang ein Loblied: »Der HERR erfüllt mein Herz mit großer Freude, er richtet mich auf und gibt mir neue Kraft (1.Samuel 2,1) Über Worte aus Habakuk, aus dem 1. und 5.Buch des Mose, Psalmen, Hiob, Jesaja und Micha und zum Schluss zitiert sie aus 2. Samuel Du hast deinen auserwählten König aus großen Gefahren errettet. Ja, du erweist mir, David, deine Liebe, und auch meine Nachkommen dürfen für alle Zeit darauf zählen. (2.Samuel 22,51). (Eine Übersicht ist auf Wikipedia unter dem Stichwort „Magnificat“ zu finden) Ich lebe in einer verwirrenden Zeit. Manchmal wird es „dunkel“ und „klamm“ auf meinem Lebensweg. Ich finde es aufbauend und stärkend wie Maria in Gottes Verheißungen Kraft und Mut findet und die Herausforderungen des Lebens annimmt, mit der Sicherheit, dass sie auf Gottes Liebe zählen kann. Maria hat uns durch Gottes Geist das Licht der Welt gebracht. Wenn ich auf das Licht, auf Jesus, schaue, wird es hell und warm. „Meine Seele preist den Herrn“ – „Magnificat anima mea Dominum“ Eure Ulrike Wer möchte kann sich das „Magnificat“ hier anhören: https://www.youtube.com/watch?v=NBor8V5e9ms Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

  • Urknall, oder - Die Kraft des Wortes

    Es war wieder einmal an einem Donnerstagabend, meine wöchentliche Lieblingssendung „Scobel“ auf 3Sat stand auf dem Programm. Thema der Sendung war „Der Urknall“ mit der Titelunterschrift „Der Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren gilt als anerkannte Theorie über die Entstehung der Welt. Doch er steckt voller Annahmen, die nicht nur die Physik an ihre Grenzen bringen.“ Für mich als naturwissenschaftlich Interessierten mal wieder ein spannendes Thema einer Talkrunde, die außer dem Moderator aus einer Physikerin, einer Astronomin und einem evangelischen Theologen bestand. Bevor ich damit zum eigentlichen Thema komme, möchte mich gleich bei allen entschuldigen, die mit solchem astrophysikalischen Kram nichts anfangen können. Vielleicht lest ihr trotzdem weiter. Ebenso möchte ich mich bei denen entschuldigen, die wesentlich mehr physikalischen und astronomischen Sachverstand besitzen als ich, dafür, dass ich manches vielleicht arg verkürzt oder sogar falsch beschreibe. Mein eigentliches Grundthema sind auch nicht die heutigen tatsächlichen oder vermeintlichen Erkenntnisse über den Anfang des Universums. Durch das Lesen des Hebräerbriefes in der Tageslese der letzten Woche bin ich wieder über einen meiner Lieblingsverse zu diesem Thema gestolpert, der so wunderbar zeigt, wie klar und präzise ein Text, der vor beinahe 2.000 Jahren geschrieben wurde, den wesentlichen Sachverhalt beschreibt. Und das so einfach, dass jeder, ohne Astrophysik oder/und Mathematik studiert haben zu müssen, das Wesentliche begreifen kann. Gestattet mir, ein wenig auszuholen. Ich möchte versuchen, mein Argument an zwei Beispielen zu verdeutlichen. Das erste Beispiel befasst sich mit der schier unvorstellbaren Anzahl von „Himmelskörpern“ die gemäß aktueller Schätzungen im heute bekannten Kosmos vorhanden sind, wovon unsere Erde nur EIN Planet im System EINES Sterns ist, also – gestattet mir den Ausdruck – ein Fliegenschiss im Weltall. Geschätzt wird, dass es in unserer Galaxie, der Milchstraße ca. 100 Milliarden Sterne gibt. Die Milchstraße ist dabei nur eine von geschätzten 100 Milliarden Galaxien im Universum. Eine unvorstellbar große Zahl, für die es auch kaum bildhafte Entsprechungen zur Verdeutlichung gibt. Trotz dieser schier unendlich großen Zahl von Sternen gehört zur Beschreibung des Universums gleichzeitig die Tatsache, dass alle sichtbaren oder über ihre Strahlung messbaren Sterne des Universums nur ca. 4 % des Gesamtvolumens ausmachen. Oder anders ausgedrückt: 96 % des Universums sind "leer". Diejenigen, die schon mit mir im Jugendlager waren oder an meinem Workshop in Leutesdorf teilgenommen haben, werden sich vielleicht erinnern, wie wir mit viel Platz draußen nachgestellt haben, wie riesig groß die Abstände der Planeten unseres Sonnensystems tatsächlich sind (so ganz anders als in jeder Grafik, die man kennt). Noch viel gigantischer ist der „leere“ Raum zwischen den 100 Milliarden Galaxien. Und dieser Raum scheint sich zusätzlich auch noch ständig mit steigender Geschwindigkeit zu vergrößern, denn man spricht heute von einem expandierenden Universum. Das hat allerdings erst im 20. Jahrhundert Edwin Hubble, nach dem ein großes Teleskop im Weltraum benannt ist, nachgewiesen. Ist es da nicht unglaublich, dass uns dieser Umstand des hauptsächlich „leeren“ Universums von der Bibel schon in einem Buch beschrieben wird, dass vermutlich vor ca. 2.500 Jahren geschrieben wurde? Im Buch Hiob lesen wir in einem Satz, woran Generationen von Physikern und Astronomen forschen: Er (Gott) spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts. (Hiob 26, 7) Mir macht diese einfache, klare und unwiderlegbare Präzision von Gottes Wort immer wieder eine Gänsehaut! Das zweite Beispiel ist der sog. Urknall selbst. Dazu hier zunächst eine Definition aus Wikipedia zum Begriff „Urknall“: „Urknall“ bezeichnet keine Explosion in einem bestehenden Raum, sondern die gemeinsame Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer ursprünglichen Singularität („Creatio ex nihilo“, gr. für „Schöpfung aus dem Nichts“). Diese ergibt sich formal, indem man die Entwicklung des expandierenden Universums zeitlich rückwärts bis zu dem Punkt betrachtet, an dem die Materie- und Energiedichte unendlich werden (Extrapolation). …. Für die Beschreibung dieses Zustandes ist die Allgemeine Relativitätstheorie unzureichend; es wird jedoch erwartet, dass eine noch zu entwickelnde Theorie der Quantengravitation dies leisten wird. Daher gibt es in der heutigen Physik keine allgemein akzeptierte Beschreibung des sehr frühen Universums, des Urknalls selbst oder einer Zeit vor dem Urknall." Ich will versuchen, das mit meinen Worten nach meinem Verständnis zu erläutern: Wie weiter oben beschrieben, hat Herr Hubble durch Messungen nachgewiesen, dass sich das Universum mit steigender Geschwindigkeit immer weiter ausbreitet. Wenn man die Formel für diese Beschleunigung umdreht, kann man damit auch berechnen, wie lange es her ist, dass dieser Prozess begonnen hat, der „Urknall“. Nach aktuell akzeptierten Berechnungen war das vor ca. 13,8 Milliarden Jahren. Nun ergeben sich bei dieser Rückwärtsrechnung einige Probleme. Ließe man den Film rückwärts laufen, würden sich die Galaxien immer näher kommen, bis alles in einem unendlich kleinen Punkt zusammengedrückt wäre. An diesem Punkt gäbe es (mathematisch) weder Raum noch Zeit, noch Materie. Aber – bitte entschuldigt den platten Ausdruck – was hat dann „geknallt“? Dieses Problem ist, selbstverständlich viel komplizierter und mit unglaublich vielen Fachbegriffen geschmückt, die Frage nach dem Anfang, die die Wissenschaft nicht beantworten kann. Und da erfindet man dann einfach einen intelligent klingenden Begriff, um die totale Ahnungslosigkeit zu beschreiben: „Singularität“!? (Creatio ex nihilo). An dieser Stelle kommt dann die Tageslese aus dem Hebäerbrief zum Einsatz. Wiederum beschreibt auch hier der Text in bestechender Einfachheit und Präzision, was der aktuellen Wissenschaft die größten Rätsel aufgibt. Vor nahezu 2.000 Jahren geschrieben und bereits von Luther im 16. Jahrhundert in seiner ersten deutschen Übersetzung so wunderbar treffend formuliert: Durch den Glauben merken wir, dass die Welt durch Gottes Wort fertig ist, dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. (Hebräer 11, 3) Aus der oben zitierten Definition des Urknalls aus Wikipedia kann man noch ein anderes Problem der Wissenschaft erahnen, das an anderer Stelle dann ausführlicher beschrieben wird: Die „Urknall“-Theorie kann garnicht den tatsächlichen Zeitpunkt des Urknalls beschreiben. Das Problem ist nämlich, dass sich die Naturgesetze, wie wir sie heute kennen und wie sie im gesamten Universum als gültig vorausgesetzt werden, vermutlich erst nach dem Urknall entwickelt haben. Wissen kann man das allerdings nicht, weil in der ersten Zeit der Ausbreitung des Universums alles so dicht gepackt war, dass keinerlei Licht oder andere Strahlung hinausgedrungen ist. Erst nach „geschätzten“ 380.000 Jahren gibt es erste nach außen dringende Anzeichen (siehe Grafik). Man kann sich das vorstellen wie einen Vorhang, hinter den man tatsächlich nicht schauen kann, weil man dort nichts sehen kann. Diesen Vorhang oder diese Grenze nennt die Physik den „Ereignishorizont“ (man braucht halt immer was intelligent klingendes). Auch hierzu eine Definition aus Wikipedia zum Begriff: "Ein Ereignishorizont ist in der allgemeinen Relativitätstheorie eine Grenzfläche in der Raumzeit, für die gilt, dass Ereignisse jenseits dieser Grenzfläche prinzipiell nicht sichtbar für Beobachter sind, die sich diesseits der Grenzfläche befinden. Mit „Ereignissen“ sind Punkte in der Raumzeit gemeint, die durch Ort und Zeit festgelegt sind. Der Ereignishorizont bildet eine Grenze für Informationen und kausale Zusammenhänge, die sich aus der Struktur der Raumzeit und den Gesetzen der Physik, insbesondere in Bezug auf die Lichtgeschwindigkeit, ergeben." Ob hier wohl der Schöpfer seine Hand im Spiel hatte? Ja! Tatsächlich ist auch der „Ereignishorizont“ schon Thema in der Bibel. Ein weiteres Mal können wir ins Buch Hiob schauen – und ich war selbst überwältigt, wie präzise auch hier schon die Formulierung ist (meine Hervorhebungen): Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts. In seine Wolken bindet er die Wasser ein, dass unter ihnen das Gewölk nicht reißt. Er versperrt den Anblick seines Thrones, indem er sein Gewölk darüber ausbreitet. Eine Schranke (Ereignishorizont gem. Wikipedia) hat er als Kreis über der Fläche der Wasser gezogen bis zum äußersten Ende von Licht und Finsternis. (Hiob 26, 7-10) Es gibt noch viele schwierige Probleme, die von Physikern, Astronomen, Astrophysikern, Teilchenphysikern usw. zu lösen wären. Viele Begriffe kursieren, die vielleicht der ein oder andere schon einmal gehört hat, wie „Dunkle Materie“, „Dunkle Energie“, Stringtheorie, Quantengravitation usw. Ich habe in meinem Bücherregal ein Buch dazu wieder ausgegraben, das ich gerade mit neuer Begeisterung wieder lese. Der Autor ist Dr. Alexander Unzicker, Doktor der Physik und Rechtswissenschaften mit besonderem Interesse für Gravitationsphysik. Das Buch hat den Titel „Vom Urknall zum Durchknall, Die absurde Jagd nach der Weltformel“. An dieser Stelle nur ein kleines Zitat, das wunderbar den Stand der Wissenschaft bezüglich immer neuer Ideen (Theorien kann man sie wohl noch nicht nennen) zu Dingen, wie kosmischer Inflation, Extradimensionen, gekräuselter Raumzeit, etc. auf den Punkt bringt: „Ich kenne viele Physiker, die von derartigem Geschwätz genervt sind, aber die meisten von ihnen im Labor oder in der Anwendung! In der „fundamentalen“ Physik hingegen wird in diesem Stil munter spekuliert, ohne Daten, ohne Beobachtung und ohne Experiment; über neue Teilchensorten, Wurmlöcher, kosmische Strings und Membranen, primordiale schwarze Löcher, ewige oder chaotische Inflationen, gekräuselte Raumzeit, Supersymmetrien und Extradimensionen, Quantenschaum und Multiversen. … Nach einem chinesischen Sprichwort kann ein Narr an einem Tag mehr Unsinn reden, als sieben Weise in einem Jahr widerlegen können – ein methodisches Problem vieler Wissenschaften.“ Dabei kommt mir ein kleiner Aufkleber in den Sinn, den einmal unser lieber, bereits verstorbener Bruder Walter Hink verteilt hat. Darauf stand: Bibelleser wissen mehr! Hallelujah! Gelobt sei Jahweh, unser Gott! Foto: NASA / WMAP Science Team simple retouch by Yikrazuul - NASA -site

  • Ankunft

    "Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht. Eine kleine Kerze leuchtet durch die Nacht.  Alle Menschen warten hier und überall. Warten voller Hoffnung auf das Kind im Stall." (Das Licht einer Kerze - Rolf Krenzer (1985)) (Gerne reinhören, der ganze Text wird am 17.12.2024 in der Weihnachtsversammlung der Nordgemeinde abgefragt ;) : https://youtu.be/CvPxWqP3FHk?feature=shared) Es ist (endlich) Adventszeit. Oder auch Vorweihnachtszeit, Zeit der Hoffnung oder des  Wartens genannt. Aber worauf eigentlich warten? Ich warte auf die Ankunft Jesu, meines Retters, und Bruders und den endgültigen Frieden, den er mit sich bringt. Als Ankunft auf dieser Erde gilt in diesem Zusammenhang auch seine Geburt und wir feiern dieses Jahr tatsächlich schon den 2.024. Geburtstag von ihm (auf jeden Fall ungefähr). In Deutschland ist dieser auf den 24.12. datiert (das tatsächliche Datum unbekannt). Die vier Wochen davor werden hierzulande als Advent bezeichnet. Das bedeutet so viel wie Ankunft. Johann Hinrich von Wichern (Theologe, Mitbegründer der Inneren Mission) hat für die Zeit des Wartens 1839 den Adventskranz erfunden (ursprünglich mit 24 Kerzen). Er wollte symbolisch darauf hindeuten, dass Jesus Christus als Licht der Welt auf die Erde kommt und somit den Kindern die Zeit bis Weihnachten verkürzen. Ein schöner Gedanke, wie ich finde. Ich habe auch einen Adventskranz, der mich mit seinem Kerzenlicht an Jesus erinnert, Vorfreude weckt und einfach eine schöne, winterliche und beruhigende Atmosphäre schafft. Denn in dieser Zeit kommen viele Termine zusammen: Gesangsproben, Feiern, Vorbereitungen und Aufführungen. Das ist schön, kann aber auch Stress auslösen. Also versuche ich mir Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit zu geben. Dabei hilft mir der Adventskranz. Es darf auch ein wenig magisch sein. Wichtel ziehen ein, Adventskalender werden geöffnet und Lichterketten eingeschaltet, um die Dunkelheit erträglich zu machen. Viele Weihnachtslieder wollen gesungen werden, mal laut, mal leise und es ist so schön, wenn wir es gemeinsam tun. Mir gefällt an der (Vor-)Weihnachtszeit, dass viele Menschen versuchen, den anderen etwas Gutes zu tun, um ein bisschen mehr Licht (oder Jesus?) in ihrem Leben zu spüren. Jemandem zu helfen, für ihn da zu sein. Oder andersherum bereit zu sein, Hilfe dankend anzunehmen oder sich beschenken zu lassen. Ich finde es in dieser Zeit immer wieder erstaunlich wie gut wir Menschen doch halbwegs friedvoll miteinander leben und umgehen können, "nur weil Weihnachten ist". Schade, dass wir das nicht das ganze Jahr schaffen. Ich denke, in der Weihnachtszeit ist der Lebensfokus verschoben. Bewusst wird sich Zeit für die anderen genommen, anstatt zuerst an die eigenen Probleme und deren Lösung zu denken und zu vermeiden, andere damit zu belasten. Das ist für mich die "Nächstenliebe", die ich in dieser Zeit so sehr spüre, dass sie ansteckt. Es ist das Leuchten in der Dunkelheit, das mir ein warmes, wohliges Gefühl der Geborgenheit schenkt. Ich fühle mich geliebt und zeige es auch den anderen, ohne etwas dafür zu erwarten. Ich nehme diese Zeit jetzt dankend an. Bei so vielen negativen Nachrichten, Kriegen, Gewalt, ja, bei so viel Leid in der Welt, wird die Sehnsucht nach Frieden groß. Und wir können uns bewusst dafür entscheiden, ein Teil davon zu sein. Also lasst uns versuchen, Hoffnung zu schenken und zu strahlen, um die Dunkelheit zu vertreiben und diese Welt ein wenig zu erleuchten. "Lebt mit allen Menschen in Frieden - soweit das möglich ist und es an euch liegt." (Römer 12,18) Eure Freya Rise up and shine! P.S.: Ich bin wieder da. Nach fast einem Jahr Blogauszeit bin ich wieder motiviert, hier meine (of auch wirren) Gedanken und Gefühle durch diesen Blog mitzuteilen und freue mich auf Austausch, Beisammensein oder auch Kritik.

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