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Geduld – ein Update

Inspiriert durch Lisas Beitrag der letzten Woche, die so wunderbar über ihren Alltag im Glauben berichten kann und auch durch Leas Beitrag „Wenn möglich, bitte wenden“ aus der Woche davor, möchte ich euch heute ein Update über unsere letzten Monate (die meiner Frau und meine) auf unserem Weg nach Braunschweig geben. Wir hatten zwar das Ziel schon ins Navi eingegeben, aber war eigentlich unser Wunsch auch Gottes Wille? In meinem Beitrag vom 30.10.2023 ("Geduld und Timing" https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/geduld-und-timing) hatte ich bereits die Anfänge geschildert. Für das aktuelle Gesamtbild fange ich noch einmal dort an.


Nachdem ich seit Oktober letzten Jahres mein neues Leben als Rentner genießen kann – und ich genieße es wirklich! – haben wir angefangen, uns konkret mit dem Vorhaben zu beschäftigen, nach Braunschweig umzuziehen. Erste Recherchen nach einer neuen Bleibe haben uns schnell gezeigt, dass auch in Braunschweig „Wohnen“ ein begehrtes Gut ist und dementsprechend der Markt begrenzt und die Preise hoch sind. Wir haben uns dann schnell dazu entschieden, nicht mehr nach Eigentum zu suchen, sondern nur noch zur Miete wohnen zu wollen. Das hat uns den Markt zumindest ein wenig geöffnet. Größe, Anzahl der Zimmer und weitere Rahmenbedingungen waren zügig festgelegt und so konnte die Suche beginnen. Auf den einschlägigen Internetportalen wurden entsprechende Accounts eingerichtet, Suchkriterien beschrieben und – was unbedingt empfohlen war – auch ein Profil (einschließlich Foto) mit einer ansprechenden Beschreibung der eigenen Person/Personen und Solvenz hinzugefügt.


Das klingt nun erstmal sehr strukturiert und rein rational, aber natürlich war für mich dieser ganze Prozess von Beginn an immer eng mit Gebet verbunden, denn ich war mir längst nicht sicher, ob der Weg, den wir einschlagen wollten, tatsächlich auch in Gottes Sinn war. Vielleicht hatte er doch etwas ganz anderes mit mir/uns vor? Vielleicht wäre es doch falsch, die Geschwister hier im Rheinland zu verlassen? Wie aber sollte ich das herausfinden, wenn nicht durch das Gehen erster Schritte und Warten auf ein Zeichen, das uns die Richtung weist. Vielleicht ja sogar ein „Wenn möglich, bitte wenden“?


Ich machte es mir dann zur Angewohnheit, nach meinem jeweils recht späten täglichen Frühstück (ich liebe es, dass kein Wecker mehr klingelt!), die Portale nach neuen Wohnungsangeboten zu durchforsten. Dabei bin ich auch recht schnell ein erstes Mal fündig geworden. Eine Wohnung im Neubau, Größe passend, Gegend OK, Einzugstermin passt, das könnte es werden. Also, kurz mit meiner Frau abstimmen und dann schnell eine Nachricht mit der Frage nach einem Besichtigungstermin an den Anbieter schicken. Dass man schnell sein muss, hatten wir ebenso schnell bereits gelernt!


Und dann passierte natürlich das, was mir am allerwenigstens behagt – erstmal nichts! Nach mehreren Tagen Geduld dann mein erster Anruf beim Anbieter, einer Wohnungsgesellschaft. Endloses Gedudel in der Warteschlange, dann endlich eine lebende Stimme am anderen Ende, die mir mitteilt, dass man uns einen Besichtigungstermin schicken wird. Juhu – einen Schritt weiter. Zum Besichtigungstermin haben wir uns nach Braunschweig aufgemacht, rechtzeitig, um zunächst noch das Umfeld zu erkunden, um dann mit gefühlt 100 anderen an diesem Tag die noch im Bau befindliche Wohnung zu besichtigen. Erst nach dieser Besichtigung durften wir dann unser konkretes Interesse schriftlich bekunden und – wieder warten!



Nach zwei Wochen kam dann endlich eine Antwort – Absage! War das jetzt das Zeichen, um das ich Gott gebeten hatte, oder war ich einfach nur (wie immer) zu ungeduldig und hatte quasi sofort ein Wunder erwartet, beim ersten Versuch als einer von mehreren Hundert Suchenden gleich den Zuschlag zu bekommen? Im Rückblick bin ich überzeugt, dass ich Vertrauen und Zuversicht wohl erst üben sollte.


Wie ging es weiter? Die Trefferquote bei den Suchanfragen wurde kleiner und so entschieden wir uns, die Suche auch auf die Städte um Braunschweig herum auszudehnen. Vor Weihnachten hatten wir dann tatsächlich 4 neue potentielle Objekte gefunden. So konnten wir unseren eh geplanten Aufenthalt in Braunschweig über die Weihnachtstage ausdehnen und in der Zeit zwischen den Feiertagen und der ersten Woche im neuen Jahr vier weitere Wohnungsbesichtigungen vereinbaren. Zwei der besichtigten Wohnungen konnten wir schnell ausschließen. Bei den anderen beiden waren unsere Einschätzungen unterschiedlich. Was macht man da als Ingenieur? Richtig: eine Bewertungsmatrix! Wir konnten uns auf die für beide wesentlichen Kriterien einigen. Also, alles in eine Tabelle gepackt und dann haben wir beide getrennt voneinander die verbliebenen Wohnungen anhand der Kriterien bewertet und gewichtet, und siehe da, wir kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Da wir uns aber zumindest einig waren, keine Kompromisse machen zu wollen, haben wir dann alle vier Objekte abgesagt.


Alles wieder auf Anfang, mit Geduld und anhaltendem Gebet weiter suchen – und finden!


Wir waren erst ein paar Tage wieder zu Hause, als ich zwei neue Angebote fand und auch sofort die Anbieter kontaktierte. Zwei private Anbieter, was sehr angenehm war. Und so machten wir uns gleich am folgenden Samstag wieder auf nach Braunschweig. Spontan, drei Stunden hin, zwei Besichtigungen, drei Stunden wieder zurück. Das gab uns auf der Rückfahrt ausreichend Zeit für eine Bewertung. Die Kriterien hatten wir ja noch im Kopf. Noch bevor wir zu Hause angekommen waren, hatten wir uns entschieden, eine der beiden Wohnungen mieten zu wollen. So konnten wir dem Anbieter gleich unser Interesse bestätigen und einige erbetene Unterlagen und Informationen zusenden. Das war am Sonntag, den 14. Januar.


Nun hieß es wieder geduldig sein, abwarten und im Gebet mit Gott verbunden bleiben, denn schließlich mussten sich ja auch die Vermieter noch für uns entscheiden. Wir waren ja auch dort, wie Ihr euch denken könnt, nicht die einzigen Interessenten. Aber vieles schien von Beginn an gut zu passen. Die „Chemie“ stimmte schon bei der Besichtigung. Die Vermieter – ein junges Ehepaar, beides Bauingenieure wie Heike und ich. Da war gleich eine Basis geschaffen.


Drei Tage später – ich erinnere mich noch gut - saß ich dann wieder nach meinem späten Frühstück und einem erneuten Gebet um das richtige Zeichen bei der Tageslese (Psalm 34) und dachte beim Lesen noch, wie unglaublich stark doch Davids Zuversicht und Gottvertrauen waren, selbst in höchster Bedrohung und auf der Flucht einen solchen Psalm voller Zuversicht und Lobpreis zu schreiben. Hier einige Auszüge:

"Von David. Als er sich vor Abimelech wahnsinnig stellte und dieser ihn wegtrieb und er fortging. Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein. In dem HERRN soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Erhebt den HERRN mit mir, lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen! Ich suchte den HERRN, und er antwortete mir; und aus allen meinen Ängsten rettete er mich. […] Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie. Schmecket und sehet, dass der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt! [...] Nahe ist der HERR denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er. Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der HERR. Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen. [...] Der HERR erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die sich bei ihm bergen, werden keine Schuld haben." (Psalm 34)

Ja, von dieser Zuversicht und dem Gottvertrauen, das David hier ausdrückt, wollte ich etwas mitnehmen in den Tag, um weiter geduldig auf Antwort und damit auf Gottes Wegweisung zu warten.


Noch am selben Tag erhielten wir die Antwort, dass sich unsere Vermieter für uns entschieden haben!


So groß meine Unsicherheit und so zahlreich meine Fragezeichen bis dahin waren, so groß ist nun – unserem himmlischen Vater sei Dank – die Sicherheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind.


„Fahren sie auf diesem Weg weiter. Das Ziel liegt … vor ihnen.“


Inzwischen ist auch der Mietvertrag unterschrieben. Jetzt liegen noch einige Etappen auf diesem Weg vor uns. Wir werden uns auf ca. die halbe Fläche verkleinern, viele Dinge zurücklassen und uns von vielem trennen, unser Haus verkaufen, nicht ohne vorher noch ein wenig für „Verkaufslackierung“ zu sorgen, den Umzug planen, neue Möbel kaufen und vieles mehr.


Die ToDo-Liste ist lang, aber mit der Zuversicht, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und mit Gottes Hilfe auf dem richtigen Weg zu sein, ist es jetzt eine freudig spannende Erwartung und Lust auf alles, was kommt!


Jetzt kann ich einstimmen in Jeremias Ausspruch (nach Luther):

"Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen." (Klagelieder 3,26)

Hallelujah!

Gelobt sei Jahweh, unser Gott!

Euer Peter


Foto von Duane Mendes auf unsplash

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