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- Lichtfunken
2:31 Uhr : Babyweinen. Ich bin müde und werde seit 19 Uhr gefühlt stündlich geweckt. Stillen hilft nicht, also lege ich unser Baby auf meinen Bauch und sie schlummert wieder ein. Ich leider nicht. Nach einiger Zeit lege ich sie ab und höre ein Hörbuch in der Hoffnung schnell wieder einzuschlafen, was ich auch ein paar Minuten später schaffe. 3:15 Uhr : Unser Sohn steht auf, kommt zu mir und sagt, dass er nass ist. Ich ziehe ihn ruhig um und er legt sich zu uns ins Bett und braucht circa 10 Minuten um wieder in den Schlaf zu finden. Dann wacht das Baby wieder auf und schläft zum Glück durch Stillen wieder ein. Ich bin jetzt wieder wach, nehme mein Smartphone zur Hand und öffne Instagram über den Browser (schlechte Idee, weil ich dort lange nicht mehr wegkomme). Dort schaue ich mir meine gespeicherten Beiträge an und sehe ein Video, das mich sehr fasziniert hat und wovon ich euch schon längst erzählen wollte. Jetzt habe ich ja Zeit darüber zu schreiben: Alles ist dunkel. Schwarz und düster. Mit dem bloßen Auge ist nichts zu erkennen. Noch wirkt alles ruhig und tot, obwohl schon sehr viel passiert. Und dann... ...BOOM... ...Plötzlich ist es hell. Ganz kurz ist alles erleuchtet. Ein Funke, für eine Millisekunde. Ein Zeichen der Verschmelzung. Der Anfang des Lebens (und der Hoffnung?). Nein, ich schreibe nicht von der Urknalltheorie, (die ich ich nicht ausschließe und für mich Gottes Wirken bestätigt) sondern von zwei anderen Zellen, die aufeinandertreffen: Ein Same und eine Eizelle. Der Anfang neuen Menschenlebens ist ein Feuerwerk. Ist das nicht wundervoll? Beim Prozess der Befruchtung der Eizelle entsteht ein helles Licht. Dieser "Funken des Lebens" erweckt das Genom, somit kann ein neues Lebewesen entstehen. Ist Gottes Schöpfung nicht einfach faszinierend und voller Wunder? https://www.biochem.mpg.de/8452140/research_report_21287950?c=6012028 https://www.instagram.com/reel/C_KpadCx13H/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA== (Video) Dieser Vorgang begeistert mich und bestätigt mich in meinem Glauben, dass das Licht etwas Gutes ist: LEBEN, Hoffnung, Energie, Freiheit und Frieden. Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts. (Epheser 5:8) 3:46 Uhr : Diese wissenschaftliche Erkenntnis motiviert mich auch ein Kind des Lichts zu sein und zu bleiben. Und so finde ich doch noch einmal in einen kurzen, entspannten Schlaf bis circa 5:04 Uhr. Was dann passiert erzähle ich euch dann ein anderes Mal. Eure Freya Rise up and SHINE!
- Mein getäfeltes Haus
Es ist geschafft! Am letzten Freitag sind wir nach Monaten des Renovierens in unser erstes (und vielleicht auch letztes?) eigenes Haus gezogen. Viele Wochen lang haben wir nun mit reichlich Unterstützung vermessen, abgerissen, neu gebaut, verputzt, gezimmert, geschraubt, gestrichen, und, und, und … dabei ist viel Neues entstanden, aber auch einiges auf der Strecke geblieben. Da wären zum einen unsere Mädels. Oft mussten wir sie vertrösten, hatten keine Zeit zum Spielen oder Kuscheln oder auch nur zum ins Bett bringen. Das hat in den letzten zwei Wochen vermehrt meine Schwiegermama gemacht, damit wir bis in den späten Abend hinein werkeln konnten – wir mussten ja fertig werden. Da wäre auch unsere Beziehung, die einiges an Stress und teilweise recht schlechter Laune auf beiden Seiten aushalten musste. Wenn sich praktisch jedes Gespräch nur noch darum dreht, To Dos zu verteilen, wird es mit der Zeit ganz schön sachlich und kühl. Und dann wäre da noch meine Beziehung zu Gott. Auch die hat ziemlich gelitten. Auch für Gott hatte ich wenig Zeit und habe mich oft bewusst dagegen entschieden, mir welche zu nehmen. „Dann,“, habe ich oft gedacht, „wenn wir eingezogen sind, wenn der Dachboden fertig renoviert ist, wenn ich dort meinen Rückzugsort habe, wo ich auch mal die Tür zu machen und allein sein kann, wenn es still ist und ich mir eine gemütliche Leseecke mit Sessel und Leselampe gebaut habe, dann habe ich die richtigen Rahmenbedingungen und die nötige Ruhe, um mal wieder ausgiebig in der Bibel zu lesen, zu beten und meine christliche Musik voranzutreiben.“ Man kann manchmal so herrlich gut Ausreden finden, für Situationen, in denen man sich für den leichten, angenehmen Weg – also für die breite Pforte – entscheidet. Es war einfach bei all dem permanenten Stress so viel leichter, nicht noch weitere To Dos abarbeiten zu müssen. Das Gewissen nagt aber natürlich trotzdem. Und ähnlich wie bei Jesu Versuchung in der Wüste, antwortet mein Gewissen oft mit Bibelstellen: „Und das Wort des HERRN geschah durch den Propheten Haggai: Ist es für euch selber ⟨an der⟩ Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus verödet daliegt? Und nun, so spricht der HERR der Heerscharen: Richtet euer Herz auf eure Wege!“ (Haggai 1,3-5) Das erste Mal in meinem Leben trifft diese Stelle fast wortwörtlich meine Situation. Ich habe ja tatsächlich monatelang an meinem eigenen Haus gebaut, während wir doch eigentlich in Braunschweig eine Ortsgemeinde sein und an Gottes Haus bauen wollten. Und wenn ich mal reflektiere, wie es mir damit ging, dann muss ich feststellen: Nicht gut. Ich war so oft müde, erschöpft, lustlos oder nervös. Ich habe sehr viel gegrübelt und trübe Gedanken haben oft dominiert. Dabei habe ich doch eigentlich tolle Fortschritte auf der Baustelle gemacht. Da ist es interessant zu lesen, dass die israelischen Rückkehrer aus dem Exil ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben: „Ihr habt viel gesät, aber wenig eingebracht; ihr esst, aber werdet nicht satt; ihr trinkt, aber seid noch durstig; ihr kleidet euch, aber es wird keinem warm; und der Lohnarbeiter erwirbt Lohn in einen durchlöcherten Beutel.“ (Haggai 1,6) Ich habe ab und zu Unterhaltungen mit einer Freundin, die gerade zum ersten Mal bewusst in der Bibel liest. Dabei kommen wir immer wieder auf den Punkt, dass ihr vieles, besonders im Alten Testament, sehr verstaubt, überholt und wenig nahbar erscheint. Genau solche Stellen, wie die eben genannten, zeigen mir aber immer wieder aufs Neue: Das ist alles zeitlos! Ich habe so gut wie null kulturelle oder historische Überschneidung mit den Menschen im antiken Israel, und trotzdem durchleben wir genau dieselben Situationen im Leben. Ist das nicht bemerkenswert? Als hätte es jemand extra für mich aufschreiben lassen … Jetzt sitze ich also im neuen Haus und muss feststellen: Die letzte Zeit war irgendwie murks. Ich bin in dieselbe Falle getappt wie schon Menschen vor 2500 Jahren – ich hab mich viel zu sehr um mich und viel zu wenig um Gott gekümmert. Und jetzt, wo ich das schreibe, habe ich zudem das ungute Gefühl, dass ich schon so einige Blogbeiträge genau zu diesem Thema verfasst habe … oh man! Aber wisst ihr, was das Gute ist? Gottes Hand bleibt ausgestreckt – für mich heute genauso wie für die Menschen vor 2500 Jahren: „So spricht der HERR der Heerscharen: Richtet euer Herz auf eure Wege! Steigt hinauf ins Gebirge und bringt Holz herbei und baut das Haus (Anm.: Gemeint ist Gottes Haus, der Tempel.)! Dann werde ich Gefallen daran haben und mich verherrlichen, spricht der HERR. Ihr habt nach vielem ausgeschaut, und siehe, es wurde wenig. Und brachtet ihr es heim, so blies ich hinein. Weshalb das?, spricht der HERR der Heerscharen. Wegen meines Hauses, das verödet daliegt, während ihr lauft, jeder für sein eigenes Haus. […] Da hörten Serubbabel, der Sohn des Schealtiël, und der Hohe Priester Jeschua, der Sohn des Jozadak, und der ganze Rest des Volkes auf die Stimme des HERRN, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Haggai, so wie der HERR, ihr Gott, ihn gesandt hatte, und das Volk fürchtete sich vor dem HERRN. Da sprach Haggai, der Bote des HERRN, im Auftrag des HERRN zum Volk: Ich bin mit euch, spricht der HERR.“ (Haggai 1,7-9 + 12-13) Es gibt also damals wie heute eine einfache Lösung, aus dem Loch wieder herauszukommen, sich wieder glücklich, ausgeglichen und mit Gott verbunden zu fühlen: Den bisherigen Weg reflektieren und gegebenenfalls nachjustieren. Gott weiß in seiner Weisheit und Liebe, dass wir mit ihm so viel glücklicher sind als ohne ihn! Aber nicht umsonst vergleicht Jesus uns alle des Öfteren mit einfältigen Schafen, die zu dumm sind, um zu wissen, was gut für sie ist. Auch hier ist der Aufruf derselbe: Halte dich an deinen Hirten, dann geht es dir gut und du hast alles, was du brauchst – Sicherheit, Nahrung und Ruhe. Meine Challenge an euch und an mich ist also diese Woche (mal wieder): Lasst uns einen Moment innehalten, unseren Weg reflektieren und gucken, ob wir mit ein wenig Nachjustieren nicht ein tiefenentspanntes und zufrieden mampfendes Schaf werden können 😉 „So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt. Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“ (Matthäus 6,31-33) Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel Foto von Tierra Mallorca auf Unsplash
- Über(s)leben
Geht euch das auch so? Die Geschwindigkeit, mit der sich die Welt zu verändern scheint, nimmt an Fahrt auf. Die letzten Wochen waren rasant. Und mich beschleicht das Gefühl, dass ich die friedlichste Zeit meines Lebens gelebt habe und ich mit weitaus unsichereren Umständen rechnen muss! Neulich sagte eine Bekannte zu mir: „Meine Kinder und ich hatten immer eine Verabredung. Wenn es hier ganz schlimm wird, haben wir einen Rückzugsort verabredet, wohin wir flüchten und uns treffen. Nur zurzeit wissen wir nicht mehr, wo das sein könnte….“ Interessanter Gedanke, den ich so noch nie hatte. Mein Ort der Erlösung ist das kommende Reich Gottes auf Erden! Friedlich, gerecht, voller Liebe. Und bis dahin? Ich spüre soviel Verunsicherung, Hilf- und Ratlosigkeit und Angst, aber auch Trotz und Wut bei den Menschen, die mir begegnen und auch bei mir. Dabei wollen wir alle nur friedlich miteinander leben. Um nicht im Großen und Ganzen verloren zu gehen hilft mir immer wieder ein Gebet, ein besinnlicher Moment in der Natur oder… ein Bibelvers, der unvermittelt mein Leben kreuzt. Dieser hing, schön eingerahmt an der Wohnzimmerwand von lieben Glaubensgeschwistern. Wir lauschten gerade den Worten unseres Bruders, es ging um Vertrauen, Gottvertrauen, Vertrauen auf und durch Jesus, als ich an dem Bild mit dem Sonnenaufgang überm Meer hängen blieb, das mich echt berührt hat. Folgendes stand darauf geschrieben: Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. (Psalm 139,9-10) (1) David, der Psalmenpoet, drückt hier so wunderbar aus, was mich ruhig werden lässt und mir Sicherheit gibt. Sein Leben war von Verfolgung, Missgunst und Unsicherheit geprägt. Trotzdem war er sich sicher: Gott hilft mir in allen Lebenslagen, egal, wo ich bin, Gott lässt mich nicht fallen! Schon als Junge spürte er diesen Rückhalt. Da ist ein Goliath, kein Problem, er traut sich zu, ihn zu besiegen. David wird zum König gesalbt, nur da gibt es einen amtierenden König, Saul, der nicht vorhat zu weichen und ihm das Leben schwer macht. Sein langer Lebensweg ist voll von Beweisen, dass Gott bei ihm ist und ihn leitet. Selbst, wenn David vom Weg abkommt und Ehebruch begeht, gibt es von Gott Führung und Gnade, nachdem er seinen Fehler erkannt und eingesehen hat, falsch gehandelt zu haben. Für mich bedeutet dieser Vers, dass ich ganz gleich, ob mich die Lebensumstände ganz in den Osten, wo die Morgenröte aufzieht oder ganz in den Westen, wo die Sonne im Meer untergeht, schicken, ich mich auf Gottes treue Begleitung verlassen kann. Toll, etwas auf das ich mich verlassen kann! Genau das Richtige in diesen unsicheren Zeiten. Das stärkt meinen (Über-)Lebenswillen. Und das möchte ich mit anderen Menschen teilen! Wahrscheinlich der Grund, warum du das hier gerade liest ;) Vor ein paar Tagen las ich in einer Kolumne (2) folgenden Satz: „Teilen ist wahrscheinlich ohnehin die klügste Überlebensform“. Hier ging es zwar nicht um Hoffnung und Glaube, dennoch könnte ich das für mich mühelos zu den vom Kolumnisten genannten Beispielen hinzufügen. Beschrieben wurden Eichhörnchen, die so viele Nüsse vergraben und vergessen, wo sie sie vergraben haben, dass sie locker andere Eichhörnchen damit mitversorgen, ganz selbstlos und zur Erhaltung der Spezies. Ich finde, ein schönes Beispiel aus der Tierwelt. Und auch wir Menschen, können mit unseren Mitmenschen teilen! Falls ihr ein Café, Gaststätte oder Restaurant kennt, wo das sogenannte „Café Sospeso“ – Prinzip gelebt wird, dann bitte unten in den Kommentaren teilen. Denn diese Art des Teilens finde ich richtig nächstenliebend. Ein Gast, der sich das leisten kann und möchte, zahlt für seinen eigenen Kaffee und auch noch für einen zweiten, den dann ein Fremder bekommt, der knapp bei Kasse ist. Es gibt angeblich auch Restaurants, wo man eine Wand mit Zetteln findet, auf denen Gerichte stehen, die schon ein anderer Gast bezahlt hat. Und wenn ich weiterdenke, wäre das vielleicht auch in einem Laden, wie Bioladen, Spielzeugladen, Reformhaus,… umsetzbar? Quelle: privat Aus meinem Alltag fallen mir da spontan unsere „Kleidertauschnachmittage“ ein. Regelmäßig treffen sich Freundinnen und Bekannte, um die nicht oder nicht mehr getragenen Kleidungsstücke aus ihren Kleiderschränken kostenlos an andere abzugeben. Das macht richtig Freude, wenn die Shirts, Kleider, Hosen, Mützen, Schuhe, die Besitzer wechseln und wieder getragen werden. Oft heißt es: „Bei diesem Stück hab ich an dich gedacht. Schau es dir an, passt es dir und zu dir? – Dann freu ich mich, dass du es mitnimmst und gebrauchst!“ Das hat etwas Nachhaltiges und verbindet. Und noch eine Form des Teilens fällt mir ein. Das ist zwar schon ein paar Jahre her, dennoch immer noch in meinem Gedächtnis präsent, weil es sehr eindrücklich und interessant war. Wir, mein Mann und ich, waren zu einem „Sofagespräch“ eingeladen. Was das ist, fragt ihr euch jetzt? Eine gemeinsame Freundin/Bekannte hatte ein Hand voll Menschen, die sich vorher nicht oder nicht gut kannten, zu einem Treffen in einem privaten Wohnzimmer geladen. Sinn der Einladung war der Austausch über alle möglichen Aspekte unserer individuellen Lebenswege. „Reden übers Leben“ war die Überschrift. Und ich kann euch sagen, es ist so bereichernd anderen zuzuhören und natürlich auch selbst von sich erzählen zu können. Von diesen geteilten Lebenserfahrungen konnten alle profitieren. Dabei ging es nicht darum, Ratschläge zu verteilen oder zu bewerten, sondern Individuelles und Unterschiedliches konnte nebeneinander stehen bleiben. Vielleicht fallen euch jetzt eure eigenen „Teil-Momente“ ein. Und ein Bedürfnis nach mehr „Teilen“ als ein Ausdruck von Lebens- und Überlebenswillen! Gut zu wissen, dass Gott mich kennt und mich in allen Lebenslagen begleitet, wie ich im Psalm 139 auch lesen kann: HERR, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch. Ob ich sitze oder stehe – du weißt es, aus der Ferne erkennst du, was ich denke. Ob ich gehe oder liege – du siehst mich, mein ganzes Leben ist dir vertraut. Schon bevor ich anfange zu reden, weißt du, was ich sagen will. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine schützende Hand über mir. Dass du mich so genau kennst, übersteigt meinen Verstand; es ist mir zu hoch, ich kann es nicht begreifen! (Psalm 139,1-6) Danke, dass du meinen Blog gelesen und deine Zeit mit mir geteilt hast! Eure Ulrike (1) aus Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen (2) Fred Grimm: Kolumne „Nüsse und Kaffee für alle“ aus „Schrot und Korn“ 03/2025 Die Bibelzitate sind, wenn nicht anderers vermerkt, der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
- Wenn aber diese Dinge anfangen ...
… zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht. Ist das nicht der Ausspruch Jesu für alles, was wir im Augenblick jeden Tag um uns herum beobachten können? Sollten wir bei der Geschwindigkeit, mit der sich im Augenblick die Verhältnisse ändern, nicht fast ins Schwärmen geraten, wie zielgenau sich vor unseren Augen biblische Prophetie erfüllt und damit das Reich Gottes in greifbare Nähe rückt? Die Bedrohung aus dem Osten wird immer realer, je weniger wir Europäer uns auf den Schutz und die Unterstützung Amerikas verlassen können. Führt das womöglich dazu, dass am Ende Europa Teil einer russischen Allianz wird, die sich gemeinsam gegen Israel wendet, so wie es in Hesekiel 38 nachzulesen ist? Und selbst die aberwitzig erscheinende Idee des Herrn Trump, die Palästinenser aus dem Gazastreifen irgendwo hin umzusiedeln, um daraus die Riviera des Nahen Ostens zu machen, wäre letztlich nur die Erfüllung dessen, was wir bereits in alttestamentlicher Prophetie nachlesen können: Denn Gaza wird verlassen und Aschkelon zum Ödland werden. Aschdod wird man am hellen Mittag vertreiben, und Ekron wird entwurzelt werden. Wehe den Bewohnern des Landstrichs am Meer, der Nation der Kreter (Fußnote RELB: gemeint sind die Philister)! Das Wort des HERRN über euch lautet: Kanaan, Land der Philister, ich werde dich vernichten, so dass kein Bewohner mehr bleibt. Und der Landstrich am Meer wird zu Weideplätzen, zu Zisternen der Hirten und zu Schafhürden werden, und es wird ein Landstrich für den Rest des Hauses Juda sein. Sie werden darauf weiden und sich am Abend niederlegen in den Häusern Aschkelons, denn der HERR, ihr Gott, wird sich ihrer annehmen und ihr Geschick wenden. (Zefania 2, 4-7) So viel Erfüllung von Prophetie gab es (während meines Lebens jedenfalls) noch nie. Aber statt dass sich daraus ein Gefühl der Sicherheit oder gar Freude auf die nahende Wiederkunft unseres Herrn ergibt, fühle ich mich so ganz anders. Unbehagen und Unsicherheit machen sich breit. Die nächsten Nachrichten zu sehen oder die Zeitung aufzuschlagen wecken eher Übelkeit als Interesse. Warum ist das so? Ich weiß nicht, ob es euch auch so oder so ähnlich geht. Ich jedenfalls fühle mich bei all dem so ähnlich, wie es der Prophet Daniel im Bezug auf die Gesichte (Prophetien) empfand, die er gezeigt bekam. Und das obwohl am Ende dieser Sicht auf die zukünftigen Ereignisse die Zusage stand, dass all das Schreckliche durch Jesu Friedensherrschaft abgelöst wird: Und das Reich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen. (Daniel 7, 27) Trotz dieses Ausblicks beschreibt er seine Gefühle so: Mir, Daniel, wurde mein Geist tief in meinem Innern bekümmert, und die Gesichte meines Hauptes erschreckten mich. […] Hier endet der Bericht. Mich, Daniel, ängstigten meine Gedanken sehr, und meine Gesichtsfarbe veränderte sich an mir. Und ich bewahrte die Sache in meinem Herzen. (Daniel 7, 15 und 28) Das ist in etwa so, wie ich mich auch zuweilen fühle. Vielleicht liegt das ja daran, dass auch ich zu einer Generation gehöre, die nur Frieden und wachsenden Wohlstand ohne jede tatsächliche Bedrohung erlebt hat. Jetzt allerdings werden diese Dinge irgendwie unmittelbar. Alles rückt näher und betrifft uns zunehmend ganz direkt. Ja, auch diese Aussage Jesu betrifft die Zeit vor seiner Wiederkunft: Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. (Matthäus 24, 21-22) Es muss also wohl schlimmer werden, bevor es endlich gut wird. Das ist der eine Aspekt, der wohl mein unterschwelliges Unwohlsein auslöst. Es gibt aber auch noch einen zweiten Aspekt, der irgendwie sehr viel kleiner und persönlicher ist, aber eben auch ein teilweises Unbehagen ergibt. Das betrifft im Wesentlichen diesen Donald Trump und seinen „nützlichen Idioten“ Elon Musk. So bezeichnen sich übrigens beide wechselseitig!? Dieser Mann bringt mich – wie so viele – regelmäßig in Rage. Ist er doch so etwas wie der perfekte Prototyp eines gottlosen Menschen. So ziemlich alles, was das Gegenteil eines glückseligen Menschen ist, wie ihn Jesus in der Bergpredigt beschreibt. Eben ein narzisstisches, egomanes Ar…..ch (Sorry, selbstverständlich nur meine Meinung). Und es gibt so herrlich passende Bibelstellen, bei denen ich zwangsläufig an ihn denken muss. Ein Beispiel aus dem Brief des Jakobus: Meine Brüder, habt den Glauben Jesu Christi, unseres Herrn der Herrlichkeit, ohne Ansehen der Person! Denn wenn in eure Synagoge ein Mann kommt mit goldenem Ring, in prächtigem Kleid, es kommt aber auch ein Armer in unsauberem Kleid herein, ihr seht aber auf den, der das prächtige Kleid trägt, und sprecht: Setze du dich bequem hierher! und sprecht zu dem Armen: Stehe du dort, oder setze dich unten an meinen Fußschemel! (Jakobus 2,2-3) Könnt ihr euch an die Amtseinführung in den USA und an die Fotos davon erinnern, die um die Welt gingen? Wer stand da in der ersten Reihe der geladenen Gäste? Mark Zuckerberg (Meta), Jeff Bezos (Amazon), Sundar Pichai (Google) und Elon Musk. Mehr „Ansehen der Person“ geht wohl nicht. Zu dieser geballten Ansammlung von Reichtum und überdrehtem, gottlosem Ego passen zwei weitere Beschreibungen gut: An die Korinther scheibt Paulus: Denn wer gibt dir den Vorzug? Und was besitzt du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich, als ob du es nicht empfangen hättest? Ihr seid schon satt geworden, ihr seid schon reich geworden, ihr seid ohne uns zur Herrschaft gelangt! (1.Korinther 4,7-8) Jesus an die Gemeinde in Laodicea: Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! — und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. (Offenbarung 3,17) So könnte ich jetzt noch stundenlang weiter lästern. Aber genau das führt mich zu meinem eher sehr persönlichen Unbehagen, denn ich ertappe mich dabei, zu denken wie der Pharisäer aus Jesu Gleichnis: Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen der Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. (Lukas 18,10-11) Ich könnte das leicht wegschieben, denn selbstverständlich bin ich doch nicht so wie Donald Trump …. oder? Das Unbehagen über dieses Denken überkommt mich deshalb, weil die vorherigen Bibelzitate über das Ansehen der Person und den vermeintlich selbstgefälligen Reichtum von den Schreibern nicht etwa an irgendwelche gottlosen Nichtchristen gerichtet waren, sondern an Gemeinden! An meine Glaubensgeschwister und an mich! Vielleicht wird uns dieser Mensch gerade jetzt in einer schlimmer werdenden Zeit täglich so eindrücklich und immer wieder ätzend vor Augen geführt, damit wir in etwas Demut darüber nachdenken, ob wir nicht alle auch ein wenig Trump sind. Vielleicht wären wir unter gleichen Umständen mit ähnlichen Vätern wie Trump und Musk in ähnlichen Verhältnissen nicht viel anders geworden? Schließlich sehen wir doch am Lauf der Geschichte, dass wir Menschen offensichtlich nichts dazu gelernt haben, zumindest nichts Gutes! So, wie es David in einem Psalm ausdrückt: Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott!« Sie handeln verderblich, und abscheulich ist ihr Tun; da ist keiner, der Gutes tut. Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! Wir tun wohl alle gut daran, uns immer wieder dankbar daran zu erinnern, wo wir ohne Gott und das Lebenswerk unseres Herrn wären! Denn Christus ist, als wir noch kraftlos waren, zur bestimmten Zeit für Gottlose gestorben. Denn kaum wird jemand für einen Gerechten sterben; denn für den Gütigen möchte vielleicht jemand auch zu sterben wagen. Gott aber erweist Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist. Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden. Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. (Römer 5,6-11). Euer Peter Foto von Jas Min auf unsplash
- Gott ist gut
Ich muss euch von einem Erlebnis berichten, das mich sprachlos gemacht hat und mir Mal wieder gezeigt hat, wie gut Gott einfach ist! Ich habe ja schon davon erzählt, dass wir ein Haus gekauft haben und dieses gerade etwas renovieren. Ich habe auch das ein oder andere Mal einfließen lassen, dass es eine ziemlich stressige Zeit ist aktuell. Dass Gott sich für mich immer wieder gezeigt hat, habe ich auch erwähnt, aber jetzt hat Gott einfach noch eine Schippe drauf gelegt! So, dass ich dachte: Gott, du bist einfach zu krass! Danke und Halleluja! Vor ca. 2 Wochen an einem Freitag (am 21. Februar) wurde ich von einer Kindertagesstätte angerufen. Im ersten Moment dachte ich: Oh weh, geht’s einem Kind nicht gut und muss ich jetzt los die Kinder eher abholen? Kurz vorm Abheben habe ich allerdings doch noch erkannt, dass es gar nicht unser aktueller Kindergarten ist, sondern die neue Kita, in dem Ort, wo unser Haus ist. Wir hatten die Kinder in der neuen Kita für Februar/März angemeldet und vermerkt, dass wir zu dieser Zeit umziehen werden, auch wenn wir noch nicht genau wussten, wann es so weit sein würde – und auch obwohl eigentlich schon klar war, dass sie erst ab August/September in den neuen Kindergarten gehen können. Da alle Plätze belegt waren, hätten wir warten müssen bis die größeren Kinder nach den Sommerferien in die Schule wechseln. So lange hätten wir jeden Morgen und Nachmittag mit dem Auto 12 Kilometer in die Stadt fahren müssen und die Parkplatzsituation am Kindergarten ist leider nicht sehr rosig. Daran gab es eigentlich nichts zu rütteln, aber ich glaube, ihr könnt euch vorstellen, in welche Richtung meine Geschichte geht. Ganz unvermittelt hatte ich also die Leiterin der neuen Kita am Telefon. Sie sagte zu mir: „Ich habe zwei Fragen an sie: Ist es noch korrekt, dass Sie im Februar/März umziehen? Und hätten Sie Interesse an zwei Betreuungsplätzen ab dem 1. April?“ Darauf war ich erst einmal sprachlos. Es muss auch eine kurze Pause entstanden sein, denn sie schob schnell hinterher: „Vielleicht überfalle ich Sie damit jetzt auch etwas und Sie müssen das erst verdauen, aber es haben gestern unabhängig voneinander zwei Familien für Ende März ihre Kindern abgemeldet. Und da musste ich direkt an Sie denken, weil sie zu dieser Zeit umziehen wollten. Damit hätte ich aber im Leben nicht gerechnet.“ Was soll ich sagen? Ich auch nicht! Die eine Familie zieht scheinbar recht spontan beruflich ins Ausland und die andere hatte auch berufliche Gründe. Ich weiß nicht, ob ich begreiflich machen kann, wie unwahrscheinlich es war, dass das passiert. Die Leiterin der Kita konnte es auch kaum glauben. Wir vereinbarten, dass ich mich erkundige, ob es mit der Kündigung für den alten Kindergarten noch funktionieren könnte und dass ich mich wieder bei ihr melde. Da sie Montag bis Mittwoch der neuen Woche auf einer Dienstreise war, konnten wir erst am Donnerstag wieder miteinander sprechen. Sie bestätigte mir, dass wir die Plätze bekommen können und ich reichte am nächsten Tag (am 28. Februar) die Kündigung ein. Da wir einen Monat vorher kündigen sollten, war das der letztmögliche Tag. Es hat alles noch perfekt gepasst. Auch das Timing, dass wir die Info bekommen haben, dass Plätze frei geworden sind, war perfekt von Gott. Die Tage vor dem Anruf stieg unser Stress Tag für Tag exponentiell an, weil einfach noch viel zu tun ist bis zum Umzug. Der Stress war wirklich auf einem sehr ungesunden Level. Und dann kam der Anruf. Mir ist nicht nur ein Stein, sondern eine ganze Lawine vom Herzen gepurzelt. Es war Gottes Weg, uns zu sagen: „Entspannt euch! Ich habe alles im Griff. Ihr könnt euch auf mich verlassen. Ich kümmere mich um euch und wache über euch. Es wird alles funktionieren und gut werden!“ Das war so eine enorme Erleichterung. Es ist immer noch viel zu tun, aber ich weiß, dass es irgendwie funktionieren wird. Ich weiß, dass Gott bei uns ist. Und deswegen mache ich mir nicht mehr so viele Gedanken und empfinde nicht mehr so viel Stress. Unser Umzug ist jetzt für Ende März festgesetzt und somit passt auch der 1. April hervorragend! Alles hat einfach unglaublicherweise unfassbar gut gepasst. Ich bin immer noch sprachlos und super dankbar. Nach dem Telefonat musste ich erst einmal etwas Lobpreismusik anmachen und das erste Lied, das lief, war super passend: „So hoch der Himmel ist“ von Johannes Hartl & Freunde. https://open.spotify.com/track/0w2qsjtmALR02dXdU3u3IF?si=1aoWIZLJSFWsTAfjom0Klw https://youtu.be/JEapAUhiFPY?si=yeJkB3j5GudH9SXR Hört gerne Mal rein, ihr werdet sofort verstehen, warum es mich sofort angesprochen hat. Und: Es macht richtig gute Laune! 😊 Dieses Erlebnis hat mir mal wieder gezeigt, wie unfassbar gut Gott einfach ist. Er weiß, was er tut und wann er es tun sollte. Manchmal verstehen wir es vielleicht nicht sofort, aber manchmal ist es auch wie der Wink mit dem Zaunpfahl. So oder so können wir uns sicher sein, dass Gott bei uns ist und uns nicht vergisst. „Doch Gott antwortet: Kann denn eine Frau ihren Säugling vergessen? Hat sie nicht Erbarmen mit dem Kind, das sie im Leib getragen hat? Aber selbst wenn sie es vergessen sollte – ich vergesse dich nicht! Sieh doch: Ich habe dich in meine Hände eingezeichnet, deine Stadtmauern habe ich stets vor Augen.“ (Jesaja 49,15+16) „Kann man nicht fünf Spatzen für zwei Kupfermünzen kaufen? Und doch übersieht Gott keinen einzigen von ihnen. Aber bei euch ist sogar jedes Haar auf dem Kopf gezählt! Habt keine Angst! Ihr seid mehr wert als ein ganzer Schwarm Spatzen.“ (Lukas 12,6+7) Eure Lisa ♥ Foto von Ann auf Unsplash
- Unser Gott schläft nicht
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich dieses Mal fast vergessen hätte, dass ich an der Reihe bin, einen Blog-Beitrag zu schreiben. Hier sitze ich also, am Sonntag bevor dieser Beitrag veröffentlicht werden soll, und weiß nicht worüber ich schreiben soll. Dass ich ausgerechnet in dieser Woche vergesse, einen Beitrag zu schreiben, ist rückblickend wenig überraschend. Und dass ich auf der Suche nach einer Idee für diesen Beitrag in meinem Kopf bisher nur auf gähnende Leere gestoßen bin, passt sehr gut zu meinem Gemütszustand. Ich bin vor allem eins: müde und erschöpft. Der Müdigkeit und dem Stress, der sie verursacht hat, habe ich dafür zu danken, dass mein Schlafrhythmus in dieser Woche ziemlich durcheinander war: Auf einer Skala von „Um halb sieben auf dem Sofa einschlafen und nur aufwachen, um ins Bett umzusiedeln“ bis „Nicht einschlafen können und bis um halb zwei wach liegen“ war alles dabei. Dadurch war dieser Beitrag nicht das einzige, was diese Woche liegen geblieben ist und diese Aufgabe nur eine von vielen, der ich nicht wirklich gerecht werden konnte – zumindest nicht ohne Hilfe. Wochen wie diese machen mir immer wieder bewusst, wie sehr ich auf Gottes Hilfe angewiesen bin und wie dankbar ich dafür bin, dass ich ihn immer um Hilfe bitten kann. Auch diese Woche gab es wieder viele Momente, ich denen ich um Hilfe bitten musste und mindestens genau so viele Momente, ich denen ich Danke sagen konnte für die Unterstützung, die ich empfangen habe. Zwar kann ich leider keinen Beitrag schreiben, der in 5 Schritten erklärt, wie man durch seinen Glauben jeglichen Stress hinter sich lässt – gestresst fühle ich mich immer noch und die nächste Woche verspricht nicht viel besser zu werden. Aber zumindest kann ich einige der Lichtblicke mit euch teilen, die mir gezeigt haben, dass ich keinesfalls alleine mit allem fertigwerden musste. Und vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen von euch, den Blick zu schärfen für genau solche Momente in eurem eigenen Leben. Montag Der Montag hat bei mir mit einem frühen Weckerklingeln angefangen, da ich mich an diesem Tag pünktlich auf den Weg nach Bielefeld machen musste. Nachdem schon am Wochenende das Ausschlafen ausgeblieben war, startete ich ziemlich müde in den Tag. Das Problem dabei, für die Arbeit morgens zwei Stunden durch die Gegend zu fahren, ist dass man abends auch wieder zurückfahren muss. Es mag sich nach einer Kleinigkeit anhören, aber an diesem Tag war ich sehr dankbar dafür, in beiden Richtungen sicher an mein Ziel gekommen zu sein. Jeder von euch hat wahrscheinlich schon einmal im Auto gesessen und bemerkt, dass ihr nicht so aufmerksam seid, wie ihr sein solltet und eigentlich eine Pause – und ein Nickerchen – vertragen könntet. So ging es mir an diesem Tag. Schon auf dem Hinweg habe ich daher dafür gebetet, dass Gott mich sicher an mein Ziel bringt. Und dieses Gebet wurde erhört. Dienstag Am Dienstag war ich den halben Tag in Auswärtsterminen und hatte anschließend meine zweite Tageshälfte zur Verfügung, um im Homeoffice mein eigentliches Tagesgeschäft abzuarbeiten. In dem Wissen, dass ich die nächsten zwei Tage fast ganztägig in Besprechungen stecken würde, gab es für mich einiges zu erledigen. Dankbar war ich an diesem Tag dafür, genug Zeit zu haben, um genau dies auch schaffen zu können. Immer mal wieder kommt es vor, dass ich am Dienstagnachmittag für etwa eine Stunde auf meine Nichten aufpasse und dann danach den Rest meines Arbeitstages absolviere. Normalerweise ist das überhaupt kein Problem und ich freue mich immer darüber, die beiden zu sehen und so meine Schwägerin unterstützen zu können. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich diese Woche dankbar dafür war, dass meine Mutter Zeit hatte, sich um ihre Enkelkinder zu kümmern, sodass mein Arbeitstag nicht zusätzlich zu den Überstunden noch um eine Extra-Stunde „Pause“ verlängert wurde. Mittwoch Ein neuer Tag, ein neuer Auswärtstermin. Dieses Mal war ich fast den ganzen Tag unterwegs. Ich war gegen 16:30 Uhr Zuhause und hatte so leider nur noch eine Dreiviertelstunde Zeit, bevor ich mich auf den Weg zum Gesangsunterricht machen musste. Viel mehr als hier und da eine E-Mail zu beantworten und alles zu markieren, was ich am nächsten Tag würde erledigen müssen, war also nicht möglich. Nach dem Einzel-Gesangsunterricht habe ich Mittwochabends auch noch zwei Stunden „Gruppenunterricht“, in dem wir im Moment in der Gruppe verschiedene Ensemble-Nummern aus diversen Musicals für einen kommenden Auftritt proben. In dieser Woche stand anstelle der üblichen Proben ein Workshop zum Thema Liedinterpretation auf dem Programm. Fast hätte ich mich dafür entschieden, nach meiner Einzelstunde Gesangsunterricht wieder nach Hause zu gehen, um mich auf die Besprechungen am kommenden Tag vorbereiten zu können. Gewissermaßen hat mich dann aber die Sturheit gepackt und ich wollte mir von der Arbeit nicht meinen Abend kaputt machen lassen. Und das war die richtige Entscheidung. Denn wäre ich nicht für den Gruppenunterricht geblieben hätte ich verpasst wie zwei Gruppenmitglieder an diesem Abend zum ersten Mal vor uns – und überhaupt vor Publikum – gesungen haben. Das waren zwei Momente, die ich nicht hätte verpassen wollen. Donnerstag Ich hatte ja schon angekündigt, dass mein Terminkalender auch am Donnerstag ziemlich durchgeplant war. Um etwas genauer zu sein hatte ich von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr diverse Besprechungen mit immer etwa einer halben Stunde Pause zwischen den einzelnen Terminen. Doch auch an diesem Tag konnte ich durch Gottes Hand eine gewisse Erleichterung erfahren. Denn immer reichte die Zeit bis zum Folgetermin nahezu perfekt aus, um mich auf den nächsten Termin vorbereiten zu können und die Personen zurückzurufen, die vergebens versucht hatten, mich während der Termine zu erreichen. Zwar war der Donnerstag auch der Tag, an dem ich nachdem ich Feierabend gemacht hatte, auf dem Sofa eingeschlafen bin und erst am späten Abend wieder aufgewacht bin. Trotzdem war ich dankbar dafür, dass alle Termine gut gelaufen waren und ich genug Vorbereitungszeit für alle Themen hatte, obwohl ich mich am Mittwochabend dagegen entschieden hatte, den Gruppenunterricht für die Arbeit ausfallen zu lassen. Freitag Leider konnte ich am Freitag nicht alles abarbeiten, was durch die vielen Termine in dieser Woche liegen geblieben war, sodass ich einige Aufgaben auf das Wochenende verschieben musste, doch trotzdem konnte ich die Arbeitswoche mit einem halbwegs guten Gefühl beenden. Zumindest das Nötigste habe ich am Freitag geschafft und konnte (fast) alle Zuarbeit, die ich anderen bis zum Freitag zugesagt hatte, auch fertigstellen. Besonders dankbar war ich an diesem Tag dafür, dass sich ein Problem ganz ohne mein Zutun gelöst hat. Während meiner Mittagspause hatte jemand anders das Thema schon von selbst bearbeitet und ich konnte mich weiter den anderen Aufgaben auf meiner To-Do-Liste widmen. Unser Gott schläft nicht Ich hoffe, ich konnte meine Nacherzählung kurz genug halten, um euch nicht mit meinen Arbeitsgeschichten zu langweilen und trotzdem gut genug erklären, wie die Puzzleteile an jedem einzelnen Tag so gut zusammengepasst haben, dass die Woche für mich besser zu bewältigen war. Genau in solchen Situationen erkenne ich immer wieder Gottes Hand in meinem Leben. Was ich berichtet habe, mag auf den ersten Blick wenig beeindruckend klingen. Trotzdem bemerke ich immer wieder, wie Probleme sich ohne mein Zutun auflösen oder Situationen mir erspart bleiben, weil Gott die Dinge um mich herum anders lenkt, als ich es erwarten würde. Ganz egal, ob es Kollegen oder Projektbeteiligte sind, die unaufgefordert Aufgaben übernehmen, die sonst auf meinem Tisch landen würden oder Besprechungen, die unerwarteterweise eine halbe Stunde früher enden als sonst. Von außen mag es nicht nach viel aussehen, aber ich erkenne darin Gottes Hilfe und für diese Unterstützung bin ich jede Woche aufs Neue sehr dankbar. Insbesondere in Wochen wie dieser, in denen ich auf diese Hilfe mehr angewiesen bin als sonst. Denn während ich manchmal physisch und mental erschöpft bin und mir die Kraft fehlt, um mit allem fertig zu werden, braucht Gott keine Verschnaufpausen oder hat mal einen schlechten Tag. Er steht uns jeden einzelnen Tag mit ganzer Kraft zur Seite. „Siehe, nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels.“ (Psalm 121,4) Auch wenn ich euch keine Schritt-für-Schritt-Anleitung dafür geben kann, wie man Stress ein für alle Mal hinter sich lassen kann, so kann ich euch trotzdem versichern, dass auch in den Wochen, in denen euch alles zu viel wird, Gott in jeder Sekunde an eurer Seite ist. Er schlummert und er schläft nicht. Er ist nicht untätig, sondern jederzeit am Werk. Und dieses Werk schließt nicht nur das Hinarbeiten auf Jesu Wiederkommen ein, sondern auch die ganz persönliche Unterstützung, die jeder von uns nötig hat. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea Foto von Ron Lach auf pexels
- danken & bitten
Seit ein paar Tagen geht es mir schlecht. Ich spüre ein Unwohlsein in meinem Bauch. Was kann ich tun? Gibt es dagegen ein Mittel? Einnehmen, warten und dann ist es wieder gut? Mein Körper reagiert auf die Herausforderungen der Zeit, das spüre ich deutlich. Also suche ich nach Hilfe bei Gott. Mir fallen die Worte Jesu ein, die er zur Ermutigung und als Handreichung an seine Jünger und im übertragenen Sinne auch an seine Nachfolger in der Jetztzeit gerichtet hat. Deshalb: Wenn sich dies alles zu erfüllen beginnt, dann seid zuversichtlich – mit festem Blick und erhobenem Haupt! Denn eure Rettung steht kurz bevor.« (Lukas 21,28) Für mich spricht Jesus davon, in schwierigen Zeiten auf Gott und Christus, die im Himmel sind, zu schauen und auf sie zu vertrauen. Gleichzeitig bekam ich Inspiration durch einen Brief aus dem Buch "Love, Henri", welches ich in meinem letzten Blog vorstellte. Henri beantwortet darin die Frage einer Frau, wie diese eine "persönlichere, tiefere, und direktere Beziehung zu Gott finden kann." In seiner Antwort denkt er an zwei Dinge. "Das erste ist die Dankbarkeit." Und "Zweitens könnte ihr Leben mehr und mehr der Fürbitte gewidmet werden" Kann mir das womöglich auch helfen? Diesem Gedanken möchte ich im Folgendem nachgehen. Situationen des Unwohlseins Zunächst möchte ich die Bereiche und Situationen beschreiben, die mich gerade besonders herausfordern. In meinem familiären und im Umfeld meiner "Geschwister in Christus" Glaubensgruppe war ich im letzen halben Jahr besonders emotional belastet. Hochzeit, Geburt und Tod musste ich irgendwie verarbeiten. Und nun ist in den letzten Tagen ein langjähriger Glaubensbruder gestorben. Er war für mich der Mann, mit dem ich meinen Glauben an Jesus Christus teilen und erleben konnte, so wie ich es mir mit meinem Vater immer gewünscht hätte. In meinem Arbeitsumfeld gibt es gerade viele Dinge und Themen zu bearbeiten. Dies hat das Potential zur Überforderung. Es fällt mir schwer, einen klaren Kopf zu behalten. Der Zustand in der Gesellschaft trägt auch zu einem Gefühl der Unsicherheit bei. Wie gehen die Wahlen zum Bundestag aus? Wird die Gesellschaft gespalten. Gibt es noch die Möglichkeit, die notwendigen Veränderungen auszulösen und zu gestalten. Habe ich und vor allem, haben meine Kinder noch die Chance auf ein Leben in Freiheit und Frieden. Der Blick auf das Weltgeschehen lässt mich auch erzittern. Was ist mit den USA? Können die vielen Konflikte überwunden werden? Ist der Klimawandel noch aufzuhalten? Die Weltordnung scheint im Umbruch zu sein. Das Bild einer unsicheren Zukunft erscheint deutlich am Horizont. Welche Hoffnung gibt es? Alle vier Situationsfelder wühlen mich sehr auf und mein Körper reagiert darauf. Wie kann mir der Blick auf Gott und Jesus helfen und die damit verbundene Aufforderung nach Dankbarkeit und Fürbitte? danken Um Dankbar zu sein, muss ich den achtsamen Blick auf mich entwickeln. Den Einfluss von außen muss ich regulieren. Den Zwang nach Beurteilung eingrenzen. Möglichst im Moment sein und ihn so wahrnehmen. Dann erkenne ich, wofür ich dankbar sein kann. Die Frage, woraus besteht die gute Nachricht in den verschiedenen Situationen, kann helfen? Ich versuche es mal. Meine Kindheit und Jugend mit meiner verstorbenen Schwester möchte ich nicht missen. Ich danke ihr dafür. Ich bin dankbar für meine Frau. Für meine Tochter, mit ihren Kindern und ihrem Mann, denen ich helfen kann. Meinen Söhnen, die mit mir Spaß haben und mir auch mal ihre Meinung sagen. Für meine "Geschwister in Christus", die mich durch ihr Sein in meinem Glaubensleben begleiten. Die in einer Whatsapp Gruppe ihre Sorgen mit mir teilen. Für Freunde, die für mich da sind und mit mir etwas unternehmen. Danke, lieber Glaubensbruder, dass du da warst. Als mich mein Arbeitskollege nach Rat gefragt hat, war ich überrascht und gleichzeitig dankbar. Ein gemeinsames Fest mit Kollegen macht mich froh und dankbar. Meinem Geschäftspartner, der bei neuen Aufgaben immer wieder an mich denkt, bin ich sehr dankbar. Einer Auftraggeberin, die bei einem neuen Vorhaben wieder auf mich vertraut, danke ich sehr. Ich bin froh und dankbar, dass ich in diesem Land lebe. In dem für das tägliche Leben gesorgt ist. Freie und geheime Wahlen sorgen für eine demokratische Führung, für die ich dankbar bin. Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, erfüllen mich mit Dankbarkeit. Dokumentationen, die mir von erfolgreichen Dingen berichten, z.B. im Umweltschutz, auch. Für Reisen in die weite Welt bin ich dankbar, auch für Reisende, die darüber eine Dokumentation veröffentlichen. Für ein offenes Europa danke ich. Staaten, die sich für den Wohlstand der Weltbevölkerung einsetzen, lösen Dankbarkeit in mir aus. Dankbar bin ich Menschen, die ihr Vermögen für Gesundheit und ein bisschen mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen. Das sind schon überraschend viele Themen, die mir dazu eingefallen sind. Und wie sieht es bei der Fürbitte aus? bitten Für die Befolgung des Ratschlags, der Fürbitte mehr Raum zu geben, muss ich Mitgefühl zulassen. Nur wer empathisch ist, kann spüren, was der Nächste benötigt. Mitfühlen und einfühlen ist die Voraussetzung für das Absenden einer Fürbitte zu Gott und Christus. Und ich denke, dass es ein Urbedürfnis des Menschen ist, mitfühlend zu sein. Etwas für Andere zu tun macht glücklich. (Habe ich heute in einem Beitrag gehört.) Was das für meine Situationsfelder heißt, schaue ich jetzt. Lieber Vater und lieber Jesus, ich bitte ... : ... für meine Mutter und für die Familie meiner verstorbenen Schwester, dass sie einen befreiten Umgang finden mit dem Verlust ihrer Tochter, Frau und Mutter. ... für meine Frau, dass sie Glück findet. ... für meine Tochter und ihrer Familie, dass sie die Herausforderungen des Alltags meistern und Zeit bleibt für das geistige Leben. ... für meine Söhne und meine Schwiegertochter um Gesundheit. ... für meine Geschwister in Christus, dass sie zuversichtlich bleiben und mit Geduld die Ankunft unseres Herrn erwarten. Und dass sie einen friedlichen Umgang mit den Verlusten ihrer liebsten Menschen finden. ... für meine Freunde, dass sie Ruhe finden für die schönen Dinge. ... für meinen Kollegen, dass er weiter den Mut hat, auf Andere zuzugehen und eine Idee hat für einen gütigen Umgang. ... für meinen Geschäftspartner um Erfolg. ... für meine Auftraggeberin, dass ihr Vorhaben gesegnet wird und es gelingt und sie damit Menschen Gutes tut. ... für die Menschen in Deutschland, dass sie Einheit und Zusammenhalt spüren und fördern. ... für einen versöhnlichen und konstruktiven Wahlausgang. ... für die Verantwortlichen im Land, dass sie Klarheit in ihren Entscheidungen finden und damit das Vertrauen der Mitmenschen gewinnen. ... für die Wohlhabenden der Welt, das sie eine Weg finden, ihrer Verpflichtung des Eigentums nachzukommen. ... für die Konflikt- und Kriegsparteien, dass sie Wege finden des friedlichen Zusammenlebens. ... für die Tiere und die Umwelt, dass die Zeit der Erholung bald beginnt. ... für die ganze Welt, dass Christus bald kommt und sein Friedensreich beginnt. Es tut wirklich gut, all diese Gedanken aufzuschreiben und aufzuzählen. Wenn ihr wollt, versucht es auch einmal. In diesem Sinne viel Entlastung beim danken und bitten. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Ingo Tauchert Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
- Lieblingslied
" God will break you to position you Break you to promote you And break you to put you in your right place But when he breaks you he doesn't hurt you, he doesn't When he breaks you he doesn't destroy you, he does it with: GRACE " (Tasha Cobbs Leonard*) Heute möchte ich mit euch ein Lied teilen, das mich 2024 in vielen Momenten begleitet hat. Wir haben es im Chor erarbeitet und es ist zu unserem Abschlusslied am Ende der Chorstunde geworden. Wenn wir es singen fühle ich mich geerdet, ruhig und entspannt. Ich bin dann mir, meinen Mitmenschen, Jesus und Gott sehr nahe und spüre eine Verbundenheit die Gänsehaut auslöst. Ein wunderbarer Moment in der die Zeit still steht. Das Lied ist von Tasha Cobbs Leonard und heißt Gracefully Broken . https://www.youtube.com/watch?v=AzZC3EbH6iE&list=RDAzZC3EbH6iE&start_radio=1&ab_channel=TashaCobbsVEVO "Here I am God, arms wide open Pouring out my life Gracefully broken" Wenn ich nicht weiter weiß oder aufgebe, bin ich nicht allein. Ich kann alle meine Sorgen, Ängste Schwachheiten, in Jesu Hände legen und brauche mich nicht zu verstecken. "All to Jesus now All to Jesus now I'm holding nothing back Holding nothing back" Ich wünsche euch diese Woche auch viele Momente im Hier & Jetzt, in denen ihr euch Jesus und Gott sehr nahe und von ihnen getragen fühlt. Liebe Grüße, Freya Rise up and shine! * https://youtu.be/7J6f-zpBNFY?si=ZYfRcLx7rSAKrwOG [Zugriff: 16.2.2025]
- Am Ende steht Gott
Es ist 2008. Ich sitze im Deutschunterricht, Leistungskurs, fünfte Stunde. Thema: Barocke Lyrik. Ich lerne, dass es im Barock zwei dominante Weltanschauungen gab, die sich in der Kunst der Epoche widerspiegeln: Team „Memento mori“ (zu Deutsch: Gedenke des Todes) und Team „Carpe diem“ (zu Deutsch: Pflücke/Nutze den Tag). So ungefähr wie Team Edward und Team Jacob, denke ich. Erstere, lerne ich, blickten eher düster auf das Leben, immer im Bewusstsein, dass irgendwann (und vielleicht schon bald?) der Tod wartet. Zweitere betonten hingegen, dass sie ja JETZT noch nicht tot seien und man deshalb JETZT besser fröhlich und unbeschwert leben sollte, ohne zu viel über die Vergänglichkeit zu grübeln. Plötzlich unterbricht die Lehrerin ihre Ausführungen: „Und? Wie sieht es bei Ihnen aus? Jetzt mal Handzeichen: Wer sieht sich eher im Team ‚Carpe diem‘?“. Mit zwei Ausnahmen hebt die ganze Klasse prompt die Hände. „Und wer sieht sich eher im Team ‚Memento mori‘?“. Der ganz in schwarz gekleidete junge Mann neben mir mit schwarzem Kajalstrich unter den Augen hebt die Hand. Ich hebe auch meine Hand. Ein stilles Schmunzeln geht durch den Klassenraum. Immer mal wieder muss ich an diese alte Situation denken. Damals erschien mir meine Antwort als die eindeutig christlichere Option. ‚Carpe diem‘ … das klang irgendwie nach Saufen und Party und „Only the good die young“. Zumindest hatte es der Rest der Klasse mit großer Sicherheit so verstanden. Es ist nun keineswegs so, dass ich zu der Zeit samstagabends bloß in meinem Zimmer saß und in der Bibel las. Aber als Christ, dachte ich mir, lebe ich doch trotz der netten Freuden des Lebens sehr wohl in dem ständigen Bewusstsein, dass es irgendwann auch mal vorbei ist – und dass ich mir deshalb, solange ich noch Zeit habe, überlegen sollte, ob ich glaube, dass danach noch etwas kommt … und was ggf. zu tun wäre, um daran teilhaben zu können. Viele aus dem damaligen Deutschkurs wussten, dass ich irgendwie so ein Christentyp war – und zwar einer, der sich nicht nur hatte konfirmieren lassen, um das Geld für die Playstation und den Gratis-Snack im Gottesdienst abgreifen zu können. Viele hielten mich allein deshalb schon für etwas seltsam. Sogar meine Deutschlehrerin wusste von meinem Glauben, was mir unter anderem später das Zitat „Nach dem Tod ist man erst mal tot“ in der Abi-Zeitung einbrachte (eine Antwort auf die Frage: „Daniel, Sie sind doch Experte für so was. Was passiert denn jetzt eigentlich nach dem Tod?“). Ich mochte sie trotzdem, meine Deutschlehrerin. Aber für sie und auch für den Rest des Kurses war mein Bekenntnis zu Team „Memento mori“ vor allem Anlass zum Kopfschütteln. Wenn ich heute darüber nachdenke, dann fällt mir auf, dass das Christentum generell einen recht schlechten Ruf für seine Gedanken über den Tod und das Leben danach hat. Seit Jahrhunderten schon besteht die Kritik, dass der christliche Glaube immer nur auf das ewige Leben im Jenseits vertröste und den Menschen keine Verbesserung im Diesseits bringe. Schlimmer noch: er überfrachte sie sogar im Gegenteil mit Geboten und Regeln, die das Leben noch schwerer erträglich machten. Natürlich behaupte ich als Christ, dass diese Kritik vorwiegend auf Misinformation beruht. Aber mein Handzeichen von damals hat wohl für mein Umfeld genau in diese Kerbe geschlagen. Wenn ich also glaube, dass die Kritik nicht gerechtfertigt ist, was würde ich denn entgegnen, um das Bild geradezurücken? Was ist denn die wirkliche christliche Lehre vom „Jenseits“, welches in der Bibel „Reich Gottes“ genannt wird? Passender Weise bin ich kürzlich wieder über einen Text genau dazu gestolpert. Es gibt nämlich eine Person, die die primäre Informationsquelle über dieses Reich Gottes ist: Jesus. Und „Jesus“, das ist auch der Titel eines Buchs des Theologen Hans Küng, das ich vor kurzem mit ein paar Freunden aus meiner Gemeinde angefangen habe zu lesen. Genau dieses Buch hat mich zum heutigen Blogbeitrag inspiriert, denn Küng widmet ein umfangreiches Kapitel ebenjenem Thema des Reiches Gottes und der Frage, was Jesus darüber verkündet hat. Küng und das „Reich Gottes“ Beim ersten Lesen fand ich Küngs Auslegung der Aussagen Jesu bereits sehr erfrischend und inspirierend. Allerdings hatte ich am Ende des Kapitels auch das Gefühl, schon wieder einen Großteil seiner Punkte vergessen zu haben. Das Buch ist unglaublich dicht und streckenweise für mich als „Laien“ auch einen Hauch zu theologisch-verklausuliert geschrieben. Ich hatte daher beim Zuschlagen des Buchs bereits das Bedürfnis, das entsprechende Kapitel zeitnah noch einmal zu lesen und mir zu notieren, was das Reich Gottes nach Küngs Jesus-Auslegung ist – und was nicht. Und da ich heute wieder an der Reihe bin mit einem Beitrag, dachte ich mir, ich nehme das als Anlass, meinen Plan in die Tat umzusetzen. Zunächst einmal stellt Küng klar, dass das Reich Gottes nicht eins von vielen Themen des Christentums ist, sondern DAS zentrale Thema von Jesu Verkündigung (vgl. Küng 2021, S. 106; alle folgenden Seitenzahlen ohne weiteren Hinweis beziehen sich auf dieselbe Quelle). Er stellt dabei fest, dass Jesus das Reich Gottes (manchmal auch „Reich der Himmel“ genannt, jedoch nie als Ort, sondern immer als Wesensart zu verstehen) interessanterweise an keiner Stelle klar definiert, dafür aber durch viele lebensnahe und verständliche Vergleiche den Menschen nahebringt (vgl. S. 106). Küng sieht im Reich Gottes sogar „die Sache Gottes“ (S. 105) selbst, also den Kern von allem, worum es Gott geht. Aber was ist es nun, dieses Reich Gottes, auf das wir als Christen warten? Hier knüpft Küng an vorherige Kapitel an, indem er in knappen Gegenüberstellungen zusammenfasst, dass das Reich Gottes, so wie es Jesus predigt, zunächst einmal anders ist, als es viele Menschen durch die Geschichte hindurch verstanden haben: „Was ist das Reich Gottes für Jesus? Kurz zusammengefasst nach dem bisher Gehörten: - Nicht nur die beständige, von Anfang der Schöpfung an gegebene Gottesherrschaft der Jerusalemer Hierarchen. Sondern das kommende Reich Gottes der Endzeit. - Nicht die gewaltsam zu errichtende religiös-politische Theokratie oder Demokratie der zelotischen Revolutionäre. Sondern die gewaltlos zu erwartende unmittelbare, uneingeschränkte Weltherrschaft Gottes selbst. - Nicht das Rachegericht zugunsten einer Elite von Vollkommenen im Sinne der Essener und Qumranleute. Sondern die frohe Botschaft von Gottes grenzenloser Güte und unbedingter Gnade gerade für die Verlorenen und Elenden. - Nicht ein von Menschen durch exakte Gesetzeserfüllung und bessere Moral aufzubauendes Reich im Geist der Pharisäer. Sondern das durch Gottes freie Tat zu schaffende Reich. Und was für ein Reich wird dies sein? Aus seiner Verkündigung ergibt sich: Ein Reich, wo nach Jesu Gebet Gottes Name wirklich geheiligt wird, sein Wille auch auf Erden geschieht, die Menschen von allem die Fülle haben werden, alle Schuld vergeben und alles Böse überwunden sein wird. Ein Reich, wo nach Jesu Verheißungen endlich die Armen, die Hungernden, Weinenden, Getretenen zum Zuge kommen werden: wo Schmerz, Leid und Tod ein Ende haben werden.“ (Küng 2021, S. 106f.) Bei diesen Worten gehen mir gleich mehrere Dinge durch den Kopf. Jedes Mal, wenn ich die Passage bisher gelesen habe, hat sie in mir zunächst mal eine innere Flamme neu entfacht, sodass ich unwillkürlich dachte: Ja! Genau da möchte ich dabei sein! Gerade Küngs Gegenüberstellungen bringen für mich eine sehr wohltuende Frische und Einfachheit in die Vorstellung vom Reich Gottes. Auf der einen Seite sind da die menschlichen Vorstellungen, die Jesus laut Küng allesamt entkräftigt: Das Reich Gottes ist weder klein und beschränkt, noch muss es mit Gewalt herbeigeführt werden, noch schließt es bestimmte Gruppen von vorneherein aus, noch kann es durch Disziplin und Errungenschaften erarbeitet werden. In all diesen Vorstellungen merkt man, dass das Reich Gottes selbst für viele Gläubige durch die Geschichte hindurch offenbar zu schön war um wahr zu sein. So wurde es historisch in diverse menschliche Gewänder gezwängt, die es dem ähnlicher machen sollten, was wir aus unserer Welt kennen. Der Gedanke, dass es am Ende jedoch ganz anders sein wird als alles, was wir kennen, löst in mir gemischte Gefühle aus. Einerseits ist da eine gewisse nervöse Unruhe, weil ich eben trotz Jesu Gleichnissen nicht komplett greifen kann, wie es sein wird. Gleichzeitig ist da aber auch ein angenehmes Gefühl von Befreiung und Erleichterung. Wenn ich darüber nachdenke, dass all die Dinge, die unsere Welt heute dominieren und offensichtlich zu nichts als immer mehr Chaos führen (Gewalt, Ausgrenzung, Erfolgsgier, …), genau NICHT Teil des Reiches Gottes sind, dann löst das in mir eine tiefe Sehnsucht aus. Das klingt nach einem Ort, an dem ich sein möchte! Für mich als eher rational und kritisch denken Menschen drängt sich hier eine unangenehme Frage auf: Was, wenn das alles nur Wunschdenken ist? Genau das ist ja auch eine oft geäußerte Kritik: Ihr Christen malt euch eine rosarote Zukunfts-Welt aus, weil ihr nicht akzeptieren wollt, dass das Leid und das Chaos hier und heute nun mal die einzige Realität sind. Und dann klammert ihr euch an diese Fantasie, damit ihr die Welt besser ertragen könnt. Eine Sache, die ich an Küngs Schreibstil liebe, ist, dass er genau solche erwartbare Kritik immer bereits kommen zu sehen scheint und ihr postwendend mit einem Glauben und einer überzeugten Pragmatik entgegnet, die ansteckend ist. An vielen Stellen im Buch höre ich ihn vor meinem geistigen Ohr sagen: „Papperlapapp!“, was mir jedes Mal ein kleines Schmunzeln aufs Gesicht zaubert. So ist es auch an dieser Stelle, wenn er erwidert, dass das Reich Gottes nicht eine verzweifelte gedankliche Weltflucht ist, sondern genau deshalb glaubwürdig ist, weil Gott selbst, der alles, was wir kennen, geschaffen hat, dieses Reich angekündigt hat. Er ist somit selbst Bürge dafür, dass es die verlässliche Zukunft sein wird (vgl. S. 107f.). Das ist natürlich für einen überzeugten Atheisten kein Argument. Für mich als Christen ist es aber genau die Ermutigung, die ich ab und zu brauche. Küng geht hier nicht weiter auf all die Argumente ein, die er für sich in seinem Leben bereits für die Existenz Gottes gefunden hat. Er geht einfach einen Schritt weiter und argumentiert aus einem bereits starken und begründeten Glauben heraus. Davon könnte ich mir öfter eine Scheibe abschneiden. Küng geht auch noch auf eine andere kritische Rückfrage ein, die der Verkündigung vom Reich Gottes offenbar direkt das Fundament entzieht: Jesus hat das Reich Gottes allem Anschein nach in sehr naher Zukunft erwartet (vgl. S. 108). Seit 2000 Jahren ist es jedoch nicht angebrochen. Folglich war es schon immer ein Hirngespinst … oder? Küng führt hier zunächst aus, dass die sogenannte „Naherwartung“ durchaus als eine „zeitbedingte, zeitgebundene Weltanschauung“ (S. 109) aus der Zeit Jesu verstanden werden kann (im Übrigen nicht ohne einen bissigen Kommentar in Richtung derjenigen, die gerne immer mal wieder die nahende Apokalypse ausrufen und damit der Glaubwürdigkeit des christlichen Glaubens keinen Gefallen tun). Für Küng ist dies allerdings kein Grund, die Realität eines zukünftigen Gottesreiches insgesamt zu verwerfen. Er merkt an, dass gerade die Tatsache, dass die Botschaft Jesu trotz bisherigem Ausbleiben des Reiches Gottes über Jahrtausende für so viele Menschen ungemein bewegend blieb, doch sehr bemerkenswert sei (vgl. S. 110). Hieran knüpft er seine zentralen Gedanken darüber an, was das Reich Gottes ist, was es nicht ist, und wieso es trotz der unbestimmbaren zeitlichen Entfernung immer aktuell ist und große Auswirkungen auf das Hier und Jetzt hat. Er spricht hier von einem „Noch-nicht und Doch-schon“ (S. 110) und einer Teilung in Gegenwart und Zukunft, welche für ihn eine beeindruckende Wechselwirkung hat: „Kein Reden also vom zukünftigen Gottesreich ohne Konsequenzen für die gegenwärtige Gesellschaft. Aber umgekehrt auch kein Reden von der Gegenwart und ihren Problemen ohne Aussicht auf die bestimmende absolute Zukunft.“ (Küng 2021, S. 110) Küng geht an dieser Stelle erneut auf die Kritik ein, dass das Reich Gottes nur eine „Projektion unerfüllter Wünsche“ (S. 110) sei und weist diese zurück, indem er unterstreicht, dass Jesus gerade nicht vertröstet hat, sondern aus seiner Botschaft über das Ende einen Aufruf zur Veränderung heute gemacht hat (vgl. S. 111). Gleichzeitig weist er aber auch jene Auslegungen zurück, die das Reich Gottes bereits im hier und jetzt (z.B. in der heutigen Kirche) verwirklicht sehen. Diese Auslegungen sind laut Küng nicht haltbar, weil die Gegenwart in keiner Weise dem Charakter des versprochenen Reiches Gottes nahekommt (vgl. S. 111). Küng bleibt dabei, dass das zukünftige Reich Gottes von Jesus als völlig anders verkündigt wurde als alles, was wir bereits kennen (vgl. S. 112). Dabei geht er sogar so weit, die Frage nach dem Sinn des Lebens an das Reich Gottes zu koppeln: „Es gibt nicht nur vorläufige menschliche Sinnsetzungen von Fall zu Fall. Es gibt einen endgültigen, dem Menschen frei angebotenen Sinn von Menschen und Welt.“ (Küng 2021, S. 112f.) Damit meint er das Reich Gottes – ein Reich, dass keine jemals von Menschen erschaffene noch eine von Menschen überhaupt erschaffbare Sache meint. Es meint laut Küng vielmehr eine noch ausstehende Wirklichkeit, die nur durch Gottes einzigartiges Handeln hervorgerufen werden kann (vgl. S. 113). Wer meine Beiträge hier auf diesem Blog verfolgt, weiß, dass es genau das ist, worauf ich in meinem Glauben so sehnlich hoffe: dass Gott einschreiten und wieder heil machen wird, was wir trotz arroganter Ambitionen und ungerechtfertigtem Glauben an uns selbst in einer ewigen Abwärtsspirale kaputt machen. Mich inspiriert dabei die Gewissheit und der starke Glaube, den Küng transportiert. So bedacht und logisch-argumentativ, wie er schreibt, vermittelt er den Eindruck, dass es absolut vernünftig sei, von der Realität des zukünftigen Reiches Gottes auszugehen. Wie auch zuvor: Für einen Atheisten einfach nur weiterer Unsinn. Für mich großer Trost und Ermutigung. Das Jetzt und das Dann Aber wie ist es nun zu verstehen, dass das Jetzt und das Dann sich gegenseitig beeinflussen? Wie kann die Erwartung des Reiches Gottes schon jetzt den Einzelnen sowie die Gesellschaft verändern? Laut Küng geht es auch hier wieder um den Sinn des Lebens, der aus dem Reich Gottes hervorgeht in Form einer notwendigen Entscheidung: Für und mit Gott oder gegen und damit ohne Gott. Diese Entscheidung ist in jedem (begrenzten) Leben gleich dringlich, egal wie viel oder wenig Zeit noch bis zum Anbruch des Reiches bleiben sollte (vgl. S. 114f.). Fällt die Entscheidung des Einzelnen auf „mit Gott“, dann bleibt dies nicht nur eine theoretische Entscheidung, sondern es folgen Konsequenzen: „Eine Uminterpretation des Lebens, eine neue Lebenseinstellung, ein neues Leben überhaupt.“ (Küng 2021, S. 114). Ich denke, worauf Küng hier abzielt, ist die Macht der Veränderung, die der Glaube eines jeden Einzelnen an die Versprechung Gottes mitbringt. Hoffnungsvoll auf das Reich Gottes zu blicken heißt, sich nach Frieden und liebevollem Miteinander zu sehnen. Wer einmal erkannt hat, dass darin das wahre Glück und die Lösung für die Probleme der Welt liegt, der wird nicht bis zu seinem Tod untätig dasitzen und bloß auf Veränderung warten. Wer Gottes Vision für die Welt für sich annimmt und darauf vertraut, dass sie eines Tages wahr wird, der wird auch nicht den Rest seines Lebens konträr zu allen Werten leben, die er als gut und richtig erkannt hat. Und so wird jeder Glaubende in sich und seinem direkten Umfeld schon heute Veränderung bewirken. Diese Veränderung sorgt dafür, dass es ein Noch-nicht und Doch-schon geben kann, indem unzählige kleine Leuchtfeuer bereits heute einen Vorgeschmack auf die Zeit geben können, wenn die Welt komplett von Gottes Gegenwart und Liebe erhellt sein wird. So wie schon Jesus zu seinen Nachfolgern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet doch nicht eine Lampe an und stellt sie dann unter einen Kübel. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen." (Matthäus 5, 14-16) Gleichzeitig zeigt Küng, wie Jesus all jene in die Schranken weist, die meinen, mit ihrem Tun aus eigener Kraft den großen Umsturz schaffen zu können. Denn am Ende reicht für die völlige Veränderung nicht etwas Menschengemachtes aus, sondern es braucht ein Eingreifen Gottes. Gott aber wartet auch nicht bis zum Tag X, um in Erscheinung zu treten und zu wirken. Er ist gleichzeitig bereits der Anfang von allem gewesen und auch heute in allem für alle erfahrbar, die offen für ihn sind. Dass das endgültige Reich Gottes noch auf sich warten lässt, ist am Ende wohl auch nur Ausdruck derselben Liebe, die dann eines Tages endgültig die ganze Welt umspannen wird: „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen.“ (2. Petrus 3, 9) Bis dahin bleibt alles irgendwie in der Schwebe: Wir wissen von Jesus schon vieles über das Reich Gottes, aber wie es wirklich sein wird, übersteigt unsere Vorstellungskraft. Wir können uns schon heute persönlich in die richtige Richtung entwickeln, die völlige Veränderung wird aber erst am Ende durch Gott selbst geschehen können. Wir können schon daran mitwirken, das Reich Gottes aufzubauen und mehr Menschen dafür zu gewinnen, wir können es aber trotzdem nicht aus eigener Kraft herbeiführen. Vor allem aber ist jeder einzelne Mensch, der jemals gelebt hat oder noch leben wird, in seiner eigenen kurzen Zeitspanne auf der Welt dazu aufgerufen, eine Entscheidung über seine Ewigkeit zu fällen. Und allein darin liegt bereits die Strahlkraft des Reiches Gottes ins Hier und Jetzt: Weil Gott vor Urzeiten festgelegt hat, dass es kommen wird, ist es nicht nur ein netter Gedanke, der einige wenige erfreut – es ging schon immer und geht auch heute wortwörtlich jede und jeden Einzelnen an. Ob sie oder er es wahrhaben möchte oder nicht … Vielleicht muss ich also meinen Gedanken von vor vielen Jahren etwas revidieren: Für Christen ist der „Carpe diem“-Gedanke durchaus wichtig. Wir können jeden Tag nutzen, um bereits heute ein kleines Stück mehr Licht in die Welt zu bringen. Wir können auch jeden Tag nutzen, um Gott zu danken für sein Angebot und die Hoffnung, die wir jetzt schon auf sein Reich haben dürfen. Da ist auch genug Grund zum Feiern, Genießen und fröhlich sein inbegriffen! Und falls noch nicht geschehen, können wir auch jeden Tag nutzen, über die wichtigste Entscheidung unseres Lebens nachzudenken: Wollen wir dabei sein, wenn jede Träne abgewischt wird und es keinen Schmerz, keine Trauer und keinen Tod mehr geben wird (= im Reich Gottes) oder nicht? Trotzdem bleibt auch das Noch-nicht. Noch hat es das Licht Gottes schwer, sich gegen die überwältigende Dunkelheit in der Welt durchzusetzen. Noch gibt es Schmerz, Trauer und Tod. Und da hat auch Team „Memento mori“ seinen wichtigen Platz. Denn ohne das Nachdenken über die Endlichkeit gibt es auch keinen Entscheidungsdruck. Das zeigt auch Hans Küng, allerdings mit einer hoffnungsvollen Wendung: „Die Welt dauert nicht ewig! Das Menschenleben und die Menschheitsgeschichte haben ein Ende! Die Botschaft Jesu aber sagt: An diesem Ende steht nicht das Nichts, sondern Gott.“ (Küng 2021, S. 112) Für den, der das glaubt, verändert es das Heute, das Morgen und die gesamte Zukunft – kurzum: alles! Ihr dürft mich zwar gerne weiterhin zitieren, denn ich bleibe dabei: Nach dem Tod ist man erst mal tot. Aber das ist nicht das Entscheidende. Viel wichtiger ist, ob man vor dem Tod geglaubt hat, dass es dabei bleiben muss. Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel Quellen: Küng, H. (2021) Jesus. 4. Aufl. München: Piper. Foto von Florian van Duyn auf Unsplash P.S.: Als ich heute Word öffnete, um meinen Blogbeitrag zu schreiben, wurde mir nahegelegt, doch einmal den neuen Microsoft Copilot auszuprobieren. Meine Neugierde war geweckt, also tippte ich einen Zweizeiler darüber ein, was ich vorhatte. Heraus kam zu meiner Überraschung eine fertig ausformulierte Abhandlung über das Reich Gottes in Küngs Buch „Jesus“. Keine Angst, was ihr gerade gelesen habt, stammt ganz allein aus meiner Feder 😉 Trotzdem habe ich kurz weiterexperimentiert und den Copilot gebeten, mir eine tabellarische Zusammenfassung aus dem von ihm verfassten Text zu generieren. Das Ergebnis möchte ich euch nicht vorenthalten, da es erstaunlich akkurat war:
- Versprechen
Beschaulich lebt es sich auf dem platten Land, in einem 700-Seelen Dorf. Im Winter treffe ich auf meinen gelegentlichen Spaziergängen durchs Dorf fast niemanden. Meine Nachbarn haben sich in ihre gemütlich warmen Eigenheime verkrochen. Über Nacht waren die großen Parteien am Werk und haben fast alle Laternen zu Wahlkampfplakathaltern umgewidmet. Genauso auf meinem Arbeitsweg. Mir scheint, je kleiner die Partei und je schwieriger der Einzug in den Deutschen Bundestag zu schaffen ist, desto mehr wurde plakatiert. So blicke ich, wenn ich in die nächste Stadt fahre, gefühlte hundertmal in Christian Lindners Konterfei, der mit markigen Sprüchen um meine Stimme wirbt. Knapp dahinter die Slogans der CDU, meist ohne Bild oder sehr großformatig an exponierter Stelle. Die SPD steht dem in nichts nach. Hier finde ich wenig Inhaltliches auf den Plakaten und müsste einen riesigen QR-Code scannen (vom Auto aus??), um mehr zu erfahren. Grüne Wahlplakate sind sofort erkennbar, da grün. „Zuversicht und Zusammenhalt“ – „ein Mensch ein Wort“ – lese ich dort und möchte das spontan glauben. Die AfD hat andere Verbreitungsmechanismen, denn Plakate haben die Wahlkämpfer in unserem Landkreis kaum aufgehängt, und wenn ich mal ein kleines entdecke, sehe ich Alice Weidel mit dem unverfänglichen Anfang eines Satzes: „Zeit für…“ - den Rest kann ich mir denken. Es ist die Zeit der vollmundigen und überzeugten Versprechen! Schon immer ließen sich Politiker an ihren eingelösten Versprechen messen. Nur, dass sie alle das Problem haben, mit immer schneller aufeinanderfolgenden Unwägbarkeiten wie Krieg, Umweltkatastrophen, Gesundheitsnotständen und Weltmächten, die nur ihr „eigenes“ Ding machen, umgehen zu müssen. Wie kann da ernsthaft ein handelnder Politiker etwas versprechen? Ich bewundere das! Und würde mit keinem tauschen wollen. Ich kann in diesem Land frei meine Meinung äußern, meinen Glauben leben, mich frei bewegen und entwickeln. Das möge so bleiben. Es ist tatsächlich die erste Wahl, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, ob ich wählen gehe und eine Partei finde, die mich überzeugt, dass dies auch so bleiben kann. Ab 6. Februar gibt es die Möglichkeit einen sogenannten „Wahl-o-mat“ ( www.bpb.de/themen/wahl-o-mat/ ) zur Hilfe zu nehmen. Meine Antworten auf Fragen, werden mit den Wahlprogrammen der Parteien verglichen und am Ende wird mir ein Vorschlag gemacht. Da bin ich gespannt, erwarte jedoch nicht viel. Was mir Sorgen bereitet ist der Umgang miteinander. Da verspricht ein Kanzlerkandidat keine Abstimmungen im Bundestag herbeizuführen, bei denen die Zustimmung von Abgeordneten aus der AfD dazu führt, dass sie erfolgreich sind. Und tut genau das, wenige Wochen später. Großer Aufschrei der demokratischen Mitte. O.K. es ist Wahlkampf und schreckliche Ereignisse, wie in Magdeburg und Aschaffenburg machen die ganze Gemengelage nicht einfacher. Nur macht es für mich keinen Sinn, nicht gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das, was erstmal stark aussieht, empfinde ich als schwach. Bildquelle: (1) Als Antwort auf das, was sich da letzte Woche im Bundestag abgespielt hat, gab es sofort eine Reaktion aus der Bevölkerung. Letzten Freitagabend wurde zur Mahnwache in der nächstgelegenen Kleinstadt aufgerufen. „Solidarität statt Hetze!“ – lese ich auf der Ankündigung. Und „Wir sind die Brandmauer“ Ich empfinde das als spaltend. Mag ja sein, dass der ein oder andere die Masse braucht, um sich zu motivieren und seine Haltung zu zeigen. Mir ist das zu provozierend. Wie sieht die Mauer aus? Ist da noch Begegnung und Zuhören möglich? Ich fürchte nicht. Das gegenseitige Verständnis und der Respekt vor anderen Meinungen würden durch eine Mauer sicherlich eingeschränkt. Wie passt das zu meinem christlichen Verständnis von Zusammenleben? Was würde Jesus tun? »Euch aber, die ihr mir wirklich zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde und tut denen Gutes, die euch hassen. Bittet Gott um seinen Segen für die Menschen, die euch Böses tun, und betet für alle, die euch beleidigen. Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin. Wenn dir einer den Mantel wegnimmt, dann weigere dich nicht, ihm auch noch das Hemd zu geben. Gib jedem, der dich um etwas bittet, und fordere nicht zurück, was man dir genommen hat. Behandelt die Menschen so, wie ihr von ihnen behandelt werden möchtet. Oder wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, dass ihr die Menschen liebt, die euch auch lieben? Das tun selbst die Leute, die von Gott nichts wissen wollen. Ist es etwas Besonderes, denen Gutes zu tun, die auch zu euch gut sind? Das können auch Menschen, die Gott ablehnen. Und was ist schon dabei, Leuten Geld zu leihen, von denen man genau weiß, dass sie es zurückzahlen? Dazu braucht man nichts von Gott zu wissen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und den Menschen Gutes tun. Ihr sollt anderen etwas leihen, ohne es zurückzuerwarten. Dann werdet ihr reich belohnt werden: Ihr werdet Kinder des Höchsten sein. Denn auch er ist gütig zu Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist!« »Urteilt nicht über andere, dann wird Gott euch auch nicht verurteilen! Richtet keinen Menschen, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Wenn ihr vergebt, dann wird auch euch vergeben. Gebt, was ihr habt, dann werdet ihr so überreich beschenkt werden, dass ihr gar nicht alles aufnehmen könnt. Mit dem Maßstab, den ihr an andere anlegt, wird man auch euch messen.« (Lukas 6,27-38) Jesus bestärkt mich, meine Feinde zu lieben! Ich denke an meinen Alltag und Menschen, denen ich begegne. Menschen, die Verschwörungstheorien anhängen, die Politiker und ihre Mitmenschen beschimpfen, alles schlecht machen oder mich belächeln, weil ich an ein Versprechen Gottes glaube! Meine Verbindung zu Jesus bestärkt mich oft in solchen Situationen präsent zu sein, zu zuhören und meine Sicht der Dinge zu erklären. Diesem Versprechen, das Gott uns Menschen schon von Anfang an gegeben hat, nämlich: diese Erde wird niemals zerstört und am Ende wird alles gut und Gott alles in allen/m sein, glaube ich. (Siehe 1.Mose 9,8-13 und 1. Korinther 15,25-28) Das, was Gott bisher versprochen hat, ist eingetroffen. Mit dieser Überzeugung kann ich frei reden und handeln und das Versprechen auf Erlösung weitergeben. Das beruhigt mich und hoffentlich auch andere. Die Alternative wäre, sich hinter „Brandmauern“ zu verschanzen. Ängstlich still oder angriffslustig laut. Das ist nicht meine Wahl! Bildquelle: (2) Keiner kann voraussehen, was in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zukommt, was sich verändert, was wir aushalten und neu lernen müssen. Ich weiß, dass mir Gott auf meinem Lebensweg Jesus zur Seite stellt, und ich mich jederzeit und immer wieder auf Hilfe verlassen kann. Dazu fällt mir ein Kinderlied ein, das mich schon sehr lange begleitet und trägt: „Ich hab´ einen Freund, der mich nie verlässt, ich hab´ einen Freund, der mich immer hält, ganz fest. Bin ich in Gefahr, ist er für mich da, bei Tag und Nacht, gibt er auf mich acht. Und willst du wissen wer es ist? Mein Freund heißt Jesus Christ.“ Hoffnungsvoll Eure Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. (1) Bild von Pixabay WOKANDAPIX (2) Bild von Pixabay StockSnap










