Search this site
326 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Sex für 59€
Letztes Wochenende war ich mit Freunden in Hamburg. Wir hatten einer ehemaligen Kommilitonin und ihrem Mann zur Hochzeit einen Besuch im Escape Room geschenkt und dieses Geschenk sollte nun endlich eingelöst werden. Für die, die sich unter „Escape Room“ nichts vorstellen können: Man wird als kleine Gruppe in einen Raum eingeschlossen, muss Rätsel lösen, Schlüssel finden, Schlösser knacken und am Ende wieder entkommen – oder, wie in unserem Fall, den mysteriösen Geräuschen in einem düsteren, verlassenen Zoo auf den Grund gehen und klären, was dort vor sich geht. Schon während des Studiums hatten wir viele solcher Räume zusammen gespielt. Und schon damals hatten wir festgestellt, dass Hamburg eine der Hochburgen der deutschen Escape-Szene zu sein scheint. Wenn man im Netz nach Aktivitäten in Hamburg sucht, ist jeder zweite bis dritte Treffer ein Escape Room. Es gibt Räume über das gesamte Stadtgebiet verteilt: an historischen Orten, an Board von Schiffen direkt im Hafen … und auch welche direkt an der Reeperbahn. Genau hier hin hatte es uns verschlagen. Wir hatten vor einigen Jahren dort bereits einen Raum beim Anbieter Skurrilum gespielt und waren allesamt begeistert gewesen. Es gibt dort zwei sogenannte „Hörspielräume“, in denen man nicht nur in eine packende Geschichte eintaucht, sondern die auch von professionellen Bühnenbildnern mit ausgesprochen viel Liebe zum Detail gebaut wurden und auch erfahrenen Spielern wie uns, mit ihrer verblüffenden Technik ab und zu die Kinderlade runterfallen lassen. Kurzer Disclaimer – das war keine bezahlte Werbung! Ich stehe in keiner geschäftlichen Beziehung zu Skurrilum 😉. Worauf ich hinaus will, ist: Es war für uns von Anfang an klar, dass wir auch dieses Mal einen Raum bei genau diesem, etwas versteckt in der ersten Etage liegenden Anbieter, direkt am Spielbudenplatz buchen wollten. Da wir uns für das Hochzeitsgeschenk noch mit einem anderen Paar zusammengetan hatten, war darüber hinaus klar, dass wir gerne nicht nur die Spielgebühr für den Raum, sondern auch drum herum noch einen schönen Tag in Hamburg spendieren wollten. Ein kleiner Snack zum Mittag, eine Aktivität für den Nachmittag und ein leckeres gemeinsames Abendessen mit anschließendem Besuch einer Cocktailbar. Und da das Angebot und die Auswahl für all das in Hamburg riesig ist, hatten wir im Vorfeld einfach beschlossen, den ganzen Tag auf und um St. Pauli zu bleiben. Das schränkte das Angebot wenigstens ein Stück weit ein und es gab trotzdem noch genug zu erleben. Wir kamen also am Samstagvormittag mit dem Auto in Hamburg an, parkten in einem Parkhaus direkt an der Reeperbahn und traten voller Vorfreude hinaus auf Hamburgs Partymeile Nr. 1. Der Geruch des gestrigen Abends lag noch deutlich in der Luft – der Müll des gestrigen Abends entsprechend auf der Straße und den Gehwegen. Trotzdem wurde schon wieder fleißig für den nächsten Abend vorbereitet. Es herrschte allerorts reges Treiben. Wir hatten noch etwas Zeit, also schlenderten wir die Straße auf und ab. Auf unserem Weg zum Escape Room kamen wir so am Stage Theater Operettenhaus vorbei, wo aktuell das Erfolgsmusical Hamilton gespielt wird, dann an einem muffigen Kiosk mit ein paar Schnapsleichen vom Vorabend, dann am Wachsfigurenkabinett, an einem Erotikkino, an einem chinesischen Restaurant, an einem auf Lack und Leder spezialisierten Sex-Shop, an diversen Kneipen, mehreren Clubs, in denen gerade gelüftet und geputzt wurde, an einer Wurstbude und schließlich an einem urigen und einladenden kleinen Bäcker, bei dem wir uns ein paar der angeblich besten Franzbrötchen Hamburgs kauften. Man kann sagen: Wir hatten mit einem 10-Minuten-Spaziergang eigentlich die ganze Essenz der Reeperbahn aufgesogen. Fast zumindest. Auf dem letzten Stück Weg hin zum Escape Room ging es ein paar Stufen hinauf in die erste Etage auf einen kleinen Vorplatz, von dem aus unter anderem der Eingang zu unserem Raum abging. Da wir immer noch mehr als pünktlich waren, war noch kein Mitarbeiter in Sicht und wir mussten noch kurz draußen vor der Eingangstür warten. Als wir dort so standen und uns unterhielten, ließ ich den Blick noch einmal über den Spielbudenplatz schweifen, wo ich kurz darauf bei einem ungewöhnlichen Anblick hängen bliebt. Direkt gegenüber von uns befand sich McDonald’s am Spielbudenplatz. Und direkt über McDonald‘s mehrere Etagen beklebter Fenster mit nackten Frauen und der Aufschrift: GeizClub – Sex 59€. St. Pauli ist einfach eine eigene Welt. Tabledance Clubs und Prostitution gehören dort genauso zur Tagesordnung wie Theater und Museen. Menschen gehen im Fetisch-Shop einkaufen wie anderswo im Supermarkt. Das ist dort normal. Für mich ist es jedes Mal aufs Neue ein kleiner Kulturschock. Ja, auch unsere Stadt ist groß genug, um sich ein Mini-Rotlichviertel „zu leisten“. Aber bei uns ist es eine einzige Straße hinter schweren Metalltoren, in die man nicht einfach zufällig hineinstolpert. Auf St. Pauli ist es hingegen auch abseits der Herbertstraße absolut üblich am helllichten Tag große Plakate mit nackten Frauen direkt über McDonald’s, Schaufenster voller Latexmasken, Plüschhandschellen und Peitschen und sogar Auslagen voller Waffen und Elektroschocker (obwohl das Tragen jener Waffen offiziell in diesem Bereich verboten ist) zu sehen. Alles ganz öffentlich, für klein und groß zu bestaunen, wenn man einfach nur die Hauptstraße entlang schlendert. Und mittendrin die Polizeiwache, wo sich Polizistinnen und Nachtclubbesitzer freundlich grüßen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Einerseits natürlich darüber, wie ich eigentlich zum Rotlicht-Milieu stehe. Aber auch darüber, wie sehr doch jeder in seiner eigenen Bubble (dt. Blase) lebt. Auf Ersteres will ich hier gar nicht weiter eingehen. Dazu hat denke ich jeder eine eigene Meinung. Aber der zweite Aspekt hat mich schon ein bisschen beschäftigt. Und in der Beschäftigung habe ich auch festgestellt, dass beides doch irgendwie zusammenhängt … Wie schon erwähnt, haben wir den ganzen Tag auf und um St. Pauli verbracht. Das war eine ganz pragmatische Entscheidung und hatte nichts mit der besonderen „Ausrichtung“ dieses Kiezes zu tun. Als wir an der Reeperbahn ankamen, war eins meiner ersten Gefühle jedoch gleich ein gewisses Unbehagen. Wie offen und unverblümt dort alles auf das Nachtleben und vor allem auf käuflichen Sex ausgerichtet ist, ist mir jedes Mal aufs Neue fremd, auch wenn ich schon einige Male dort war. Aber je länger ich mich auf St. Pauli aufhielt, desto weniger komisch wurde es. Und das hat viele Fragen in mir aufgeworfen. Die Hamburger auf St. Pauli haben wirklich eine sehr eigenwillige Blase entwickelt. Sexarbeit, Alkohol und dreckige Nachtclubs gehören dort für viele fest zum alltäglichen Leben dazu. Das soll keineswegs heißen, dass jeder fragwürdige Dienstleitungen anbieten oder in Anspruch nehmen würde, aber eben, dass das Nachtleben mit allem, was dort mitschwingt, sehr viele Leute auf die ein oder andere Weise berührt. Ü18-Touren durch die ausgefallensten Bordelle gehören zu den Top-Attraktionen, auch die einfachen Kneipen haben verruchte Namen und der Bäcker bedient verkaterte Junggesellen, die nach Erbrochenem riechen, genauso selbstverständlich wie die Damen aus der Herbertstraße nach dem Feierabend. Selbst unser Spielleiter im Escape Room empfahl uns als nächsten Raum bei ihnen „Guschi’s geile Grotte“ zu spielen – ein Rätsel-Abstecher in die Bordellszene der 80er Jahre. Ich habe an dem Wochenende das Gefühl bekommen, dass man sich mit der Zeit an das alles gewöhnt. Einige treffen vielleicht bewusst die Entscheidung, dass sie Teil von dem allen werden wollen. Ich vermute aber, dass es den meisten so geht wie auch mir: Je länger man sich auf St. Pauli aufhält, desto normaler erscheint einem alles, was dort vor sich geht. Und für die, die auf St. Pauli zu Hause sind, ist es mit der Zeit einfach ein Teil ihrer Kultur geworden. Ein Teil ihrer ganz besonderen Blase … Was ist eigentlich meine Blase? Bin ich mir immer bewusst, dass ich auch in einer lebe? Und wie wirkt meine Blase auf Außenstehende? Sind Dinge, die für mich normal und alltäglich sind, nicht auch für andere sehr ungewöhnlich, befremdlich oder sogar unangenehm? Ich war mal im Rahmen meines Zivildienstes für eine Fortbildung auf einem sehr abgelegenen ehemaligen Kasernengelände untergebracht. Es gab dort Mehrbettzimmer und eines langweiligen Abends sagt mein Zimmergenosse zu mir: „Hast du Lust mal in den Puff im nächsten Ort zu fahren? Da gibt’s 'n kostenloses Buffet.“ Ich wusste erst mal gar nicht, was ich sagen sollte. Natürlich nicht! Diese Frage war für mich so abwegig, dass sie mich komplett überrumpelte und schockierte. Ich habe dann dankend abgelehnt und mich gewundert, was andere Leute doch für ein Leben leben … Aber wie wäre die Reaktion meines Zimmergenossens ausgefallen, wenn ich ihn gefragt hätte, ob er Lust hätte, mit mir am nächsten Morgen in den Gottesdienst zu kommen? Oder wenn ich am gleichen langweiligen Abend gefragt hätte, ob wir nicht zusammen in der Bibel lesen wollen? Hätte er nicht genauso verdutzt und peinlich berührt reagiert wie ich? Für mich sind das alltägliche Dinge, ein Puff-Besuch allerdings undenkbar und fern ab von meiner Lebenswirklichkeit. Für ihn war es genau andersherum. „Normal“ ist eben sehr relativ. Und mein Wochenende in Hamburg hat mir das noch einmal eindrücklich vor Augen geführt. Das soll keineswegs heißen, dass sich meine Gedanken z. B. zum Thema Prostitution nachhaltig geändert hätten. Aber mir ist mal wieder klar geworden, dass das, was ich für selbstverständlich, normal oder alltäglich halte, für andere noch lange nichts dergleichen sein muss. Und dass es manchmal vielleicht gar keine bewusste Entscheidung ist, was man als normal oder unnormal betrachtet. Ich selbst musste mich ja nach nur einem Tag auf St. Pauli kurz schütteln und mir klar machen, dass ich vieles, was ich dort gesehen habe, nicht normal finde und auch nicht normal finden möchte. Trotzdem bin ich genau dadurch ins Nachdenken gekommen. Ich lebe auch in meiner kleinen Blase. Es ist eine gänzlich andere Blase. Aber es ist eine Blase. Und ich glaube es tut gut, immer mal wieder zu versuchen, jemanden in diese Blase einzuladen – als Gedankenspiel, aber natürlich auch ganz real. Nur durch diese Erfahrungen werde ich mir all der verschiedenen Aspekte meiner Blase wohl erst richtig bewusst. Und erst wenn sie mir bewusst sind, kann ich auch mehr Empathie aufbringen für diejenigen, deren eigene Blase kaum oder gar keine Überschneidungen mit meiner Blase hat. Wenn ich also z. B. das nächste Mal in einem Gespräch von meinem Glauben erzähle, dann mit noch mehr Verständnis dafür, dass die Frage nach einem Gott und seinem Plan für diese Welt für viele Menschen nicht nur nicht alltäglich, sondern vielleicht sogar abwegig oder unangenehm ist. Und noch etwas habe ich von meinem Hamburg-Wochenende mitgenommen: Ich habe noch größeren Respekt als zuvor dafür, was Jesus in seiner Zeit auf der Erde getan hat. Er ist genau zu den Menschen gegangen, mit deren Blase er kaum Überschneidungen hatte: zu den Zöllnern, zu den Prostituierten, zu den Menschen, auf die alle herabblickten. Im Grunde ist er durch St. Pauli gelaufen, und zwar nicht nur so wie ich auf dem sicheren Gehweg entlang der Hauptstraße, sondern auch dorthin, wo ihm jeder abgeraten hat, hinzugehen. Und obwohl seine Blase so völlig anders war als die der meisten Menschen, zu denen es ihn besonders hingezogen hat, ist er nicht mit Unverständnis, mit Arroganz oder gar mit Abneigung auf diese Menschen zu gegangen, sondern mit Verständnis und Respekt. Er hat sie nicht von oben herab verurteilt für die Blase, in der sie aus welchem Grund auch immer lebten, sondern er hat ihnen liebevoll angeboten, einen Blick in seine Blase zu werfen und einen Eindruck von seiner Sicht auf die Welt zu bekommen. Er war kein Kreuzritter oder Kolonialist, der jedem Andersdenkenden mit Gewalt seine Blase aufgezwungen hat. Er hat die Menschen dort abgeholt, wo sie waren, und ihnen ein Angebot gemacht, das viele freiwillig und mit Freude angenommen haben. Es ist leicht, kein Verständnis für irgendeine andere als die eigene Bubble aufzubringen. Es ist leicht, auf andere Menschen und ihre vermeintlich seltsamere, abnormalere oder schlechtere Bubble herabzuschauen. Es ist aber, wie ich selbst erleben musste, auch leicht, in eine fremde Bubble hineinzurutschen, von ihr eingenommen zu werden und die eigenen Werte plötzlich relativiert zu sehen – zumindest temporär. Die Versuchung, sich erst recht in seiner Bubble einzuigeln und jegliche „Bedrohung“ von außen gar nicht erst an sich heranzulassen, ist deshalb groß. Ich habe an diesem herbstlichen Samstag in Hamburg viel Futter zum Nachdenken bekommen. Darüber, wie ich auf andere Blicke, wie sie im Gegenzug vielleicht auf mich blicken, und inwiefern ich meinen Blick auf mich selbst und auf meine Mitmenschen immer wieder vor diesem Hintergrund hinterfragen sollte. So bekommt man von Gott manchmal unverhofft durch alltägliche, unscheinbare Dinge kleine Schubser, die einen dazu bringen, nicht stehenzubleiben und weiter zu wachsen zu dem Vorbild aller Vorbilder hin – Jesus. Meist kommen solche Schubser, wenn man am wenigsten damit rechnet. Oft kommen sie auf Wegen, mit denen man nicht rechnet. Und manchmal kommen sie sogar in Form von Sex für 59€. Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel
- Genug ist genug !?!
Wo soll ich anfangen? Kann ich das Chaos in meinem Kopf mit meiner Herzüberzeugung ordnen? Ich versuch´s. Die Überschrift trifft es. Ist es genug? Hab ich genug? Kann ich genug? Ist es genug? Ja, die äußeren Umstände machen es mir nicht gerade einfach, sorglos durch den Alltag zu gehen. Die Schreckensszenarien von Krieg, drohender Atomwaffeneinsatz, Blackout, der Umgang der Menschen mit ihren Mitmenschen im Iran, in Qatar und sonstwo auf der Welt, die Klimakatastrophe und meine persönlichen Baustellen, fordern mich heraus. Einer meiner Lebenssätze lautet…. GOTT, GIB MIR DIE GELASSENHEIT, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden Das Hinnehmen von „Dingen“ kann ich ziemlich gut, fast zu gut. Beim Ändern gibt es noch deutlich Luft nach oben. Dabei hilft es mir gerade mein Selbstwertgefühl zu stärken. Ich stelle mir vor, wie ich sein möchte, was ich für wichtig halte, was mich näher zu Gott und Jesus bringt. Schöne Momente in der Gemeinschaft sind da für mich ganz besonders prägend. Einer fällt mir dazu ein: Nach dem erbaulichen Vortrag von Peter beim letzten Bibelstudienwochenende, von dem er letzte Woche auch berichtete, wurde in die Runde der Anwesenden gefragt, auf was sie sich bei Jesu Wiederkunft am meisten freuten. Die Antworten trafen mitten in mein Herz: „Dann sehe ich alle wieder, die von uns gegangen sind.“ – „ Ein Aufatmen der Schöpfung, endlich muss kein Tier mehr leiden.“ - „ Die Musik, auf die freu´ ich mich am meisten, die wird vollkommen sein.“ – „ Das ich meinem Freund Jesus endlich begegnen und nahe sein kann.“ – „ Auf den Frieden und die Gerechtigkeit Gottes“. Und, ein paar starke Aussagen, die ich aus den Gesprächen rund um unser Thema: „Zeichen der Zeit“ mitnehme und als Pfeiler für meine Herzüberzeugung zementiere. Zum Beispiel: Jeder lebt in seiner persönlichen Endzeit. Das heißt, dass ich nur dieses eine Leben habe, um mich so zu formen, dass ich ein Teil von der vorausgesagten Ewigkeit werden kann. Von dem Moment an, wo mein Glaube anfängt bewusst und ehrlich und tief zu werden, wenn ich mich zu meinem Schöpfer und meinem Erlöser bekenne, bin ich schon Teil dieses wunderbaren Erlösungswerks. Und ich darf überzeugt sein, dass ich gerettet bin, dass die Gnade Gottes mir alles vergibt und ich immer wieder neu die Nähe und Liebe Gottes spüre. Das ist genug! Gott weiß, wann es genug ist. Er kennt den Zeitpunkt, an dem er seine Schöpfung rettet und seinen Sohn Jesus als König wieder auf diese Erde sendet. Ihr wisst selbst ganz genau, dass der Tag, an dem der Herr kommt, so unerwartet eintreffen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden: »Überall ist Ruhe und Frieden«, wird sie das Ende so plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau. Es wird für niemanden mehr einen Ausweg aus dem Verderben geben. Doch ihr, liebe Brüder und Schwestern, lebt ja nicht in der Finsternis. Also kann euch der Tag, an dem der Herr kommt, auch nicht wie ein Dieb in der Nacht überraschen.(…) Wir aber gehören zum hellen Tag und wollen besonnen und kampfbereit sein. Dazu brauchen wir als Brustpanzer den Glauben und die Liebe. Die Hoffnung auf Erlösung wird uns wie ein Helm schützen. Denn Gott hat uns nicht für den Zorn und das Gericht bestimmt, sondern zur Rettung durch unseren Herrn Jesus Christus. Christus ist für uns gestorben, damit wir für immer zusammen mit ihm leben – und zwar ganz gleich, ob wir bei seinem Kommen noch am Leben oder schon gestorben sind. So ermutigt und tröstet einander, wie ihr es ja auch bisher getan habt. (1.Thessalonicher 5,2-11) Er wartet bis alle Menschen, die dabei sein wollen, die Chance dazu hatten. Für uns, die gläubig sind, ist das die Aufforderung nicht müde zu werden, die frohe Botschaft zu verbreiten, egal wie viele/wenige davon hören wollen. Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt. (Matthäus 24,21) Und keine Prüfung, die ich erlebe, kein Umstand, keine Not, wird so groß sein, dass sie mich von der Liebe Gottes trennen kann. Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen. (1.Korinther 10,13) Dein Wille geschehe - und ich lege dabei nicht die Hände in den Schoß. Das wird genug sein! Hab ich genug? Im ersten Moment würde ich sagen, weiß ich gar nicht so genau. Eigentlich fühlt es sich gerade so an, wie wenn es weniger würde. Weniger Lohn für mehr körperlich anstrengende Arbeit. Gas und Strom sparen, für die Umwelt und den Geldbeutel. Die Inflation steigt stetig. Kann ich mir meine Einkäufe noch leisten, muss ich nach Alternativen suchen? Darauf kann ich eine unserer Lieblingsstellen in diesem Blog zitieren. Ihr wisst schon, die mit den Lilien auf dem Felde….(Lukas 12,27) Ich baue auf Gottes Führung und Fürsorge. Ich brauche keine Angst vor Mangel zu haben. Und wenn ich ehrlich bin… ich leide keinen Hunger, gegen Kälte gibt es Wollpullover und ich habe ein Dach über dem Kopf und Menschen, die ich liebe und die mich auch lieben. Ich halte fest an meinem Glauben und an der Hoffnung. Dabei denke ich an die Witwe aus Zarpat, die ihre letzten Vorräte mit dem Propheten Elia teilte und es war für immer genug da. (1.Könige 17,10-16) An die Wissbegierigen, die unbedingt Jesu Botschaft hören wollten und nicht hungrig blieben, sondern zwei Fische und fünf Brote waren genug für alle. (Matthäus 14,14-20) Und an Josef, der erst verstoßen durch seine Brüder, dann zum Segen für sie wurde und in Zeiten der Not für alle sorgen konnte. (1.Mose 45,1-9) Euch fallen bestimmt noch mehr Beispiele ein…. Meine Herzüberzeugung festigt sich. Ich habe genug zum Leben. Kann ich genug? Wenn ich mich mal wieder handlungsunfähig fühle, weil ich alles richtig machen will, dann würde ich nein sagen. Ich fühle mich ungenügend. Schau ich da mal sorgfältig drauf, sind vermeintlich meine Probleme oft die der anderen, die ich zu meinen mache, damit es allen gut gehen möge. Dass das nicht funktionieren kann, versuche ich gerade zu üben. Denn PERFEKT kommt ja erst noch. Dann, wenn in Ewigkeit Gott alles in allen sein wird. Solange ist Übungszeit. Und Gott liebt mich so unvollkommen wie ich bin! Gerade schaue ich mir die Folgen der 2. Staffel von „The Chosen“ an. Und mich fasziniert diese bunte Gruppe an Nachfolgern und Nachfolgerinnen, die Jesus begleiteten. Fragende, wütende, ängstliche, laute, leise,… alles dabei. Und Jesus begegnet jedem liebend und auf Augenhöhe. Ich bin genug! – Meine dritte Herzüberzeugung! Danke, lieber himmlischer Vater, dass in mein Kopfchaos Ruhe einkehren kann, in der ein Ordnen möglich ist. Danke, Jesus, dass ich spüren darf, dass du mich begleitest. Wenn ich unruhig bin, denke ich an meine Herzüberzeugungen. Möge die neue Woche getragen werden von Ruhe und Liebe! „Wir stellen einen Wächter immer Richtung Licht Alleine bist du nicht. Kein Herz bleibt für immer schwarz Nicht mal deins Wir begleiten dich von Nacht zu Tag Aber gehen musst du selbst“ (aus dem Song „Wächter“ entliehen - gesungen von „Sportfreunde Stiller“) Eure Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel Alle Bilder von pixabay -> kostenlose Downloads
- Metamorphose – schon jetzt, aber noch nicht
Vor zwei Wochen hatten wir die Gelegenheit, uns bei einem gemeinsamen Bibelstudienwochenende mit den Zeichen der Zeit zu beschäftigen. Mir ist in diesen Tagen wieder mehr und mehr bewusst geworden, wie dringend es wird, dass unser Herr wiederkommt, um all die Probleme zu lösen, die wir Menschen nicht mehr in den Griff bekommen. Ja, Erlösung der seufzenden Schöpfung kann nur er uns bringen. Am Ende des Wochenendes war es meine Aufgabe, in einem Vortrag zum Gedächtnismahl einen Ausblick auf das Reich Gottes zu geben, damit wir nicht bei den Problemen der Gegenwart stehen bleiben, sondern mit positiven Gedanken der Freude auf die Zukunft mit Christus wieder nach Hause fahren konnten. Mir ist durch die Vorbereitung dieses Vortrages wieder bewusst geworden, in welch einem erstaunlichen Zwischenstadium wir gläubigen Christen heute leben. Durch unsere Taufe in den errettenden Namen Jesu Christi sind wir „in Christus“. Und wenn wir in Christus sind, dann sind wir schon jetzt Bürger des kommenden Reiches, das Jesus bei seiner Wiederkunft auf dieser Erde errichten wird. Bürger eines Reiches, das in seiner vollkommenen Andersartigkeit im Vergleich zu unserer Gegenwart kaum zu beschreiben ist. Liest man zum Beispiel den Propheten Jesaja, so bekommt man eine ungefähre Ahnung davon, wie anders das Leben in diesem zukünftigen Reich sein wird: "Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen. Vielmehr freut euch und frohlockt allezeit über das, was ich schaffe! Denn siehe, ich schaffe Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zur Freude. Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden. Und es wird dort keinen Säugling mehr geben, der nur wenige Tage alt wird, und keinen Greis, der seine Tage nicht erfüllte. Denn der Jüngste wird im Alter von hundert Jahren sterben, und wer das Alter von hundert Jahren nicht erreicht, wird als verflucht gelten. Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, sie werden nicht pflanzen, und ein anderer isst. Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände genießen. Nicht vergeblich werden sie sich mühen, und nicht zum jähen Tod werden sie zeugen. Denn sie sind die Nachkommen der Gesegneten des HERRN, und ihre Sprösslinge werden bei ihnen sein. Und es wird geschehen: ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören. Wolf und Lamm werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der HERR." (Jesaja 65,17-25) Diese komplette Verneinung all dessen, was jetzt die Menschen bedrückt, kann auch nur einen ungefähren Eindruck dieser unglaublichen Zukunft vermitteln, die uns erwartet. Hans Küng beschreibt dieses Reich in seinem Buch „Jesus“ (Piper Verlag GmbH, München 2012) so: "Ein Reich, wo nach Jesu Gebet Gottes Name wirklich geheiligt wird, sein Wille auch auf Erden geschieht, die Menschen von allem die Fülle haben werden, alle Schuld vergeben und alles Böse überwunden sein wird. Ein Reich, wo nach Jesu Verheißungen endlich die Armen, die Hungernden, Weinenden, Getretenen zum Zuge kommen werden: wo Schmerz, Leid und Tod ein Ende haben werden. Ein Reich, nicht beschreibbar, aber in Bildern ankündbar: als die aufgegangene Saat, die reife Ernte, das große Gastmahl, das königliche Fest. Ein Reich also – ganz nach den prophetischen Verheißungen – der vollen Gerechtigkeit, der unüberbietbaren Freiheit, der ungebrochenen Liebe, der universalen Versöhnung, des ewigen Friedens." Was hat nun all das mit meiner Überschrift „Metamorphose“ zu tun? Nun, ich habe gespürt, welch großen inneren Frieden in dieser aufwühlenden Zeit mir Gottes Zusagen geben, dass ich schon jetzt ein Bürger dieses kommenden Reiches bin, schon jetzt ein Kind Gottes, schon jetzt Gottes Hausgenosse, schon jetzt bei Gott gerechtfertigt, verherrlicht. Weil mich Gott schon jetzt so betrachtet, als wäre ich bereits vollendet, wenn ich mich nur auf seinen Sohn berufe. Das bringt mich zu dem Bild der Metamorphose des Schmetterlings. Obwohl ich noch feststecke in dem sündigen, vergänglichen Leib mit all seinen Unzulänglichkeiten und Schwachheiten, sieht Gott in mir schon jetzt den begnadigten, verherrlichten, mit ewigem Leben überkleideten Mitregenten seines Sohnes, als Helfer, die Erde mit Gottes Herrlichkeit zu füllen. Wie die Raupe erst eine Verwandlung erfahren muss, werden auch wir – wie die Raupe im Kokon – verwandelt werden zu dem Leib der Herrlichkeit seines Sohnes. "Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch als Retter den Herrn Jesus Christus erwarten, welcher den Leib unsrer Niedrigkeit umgestalten wird, dass er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles untertan machen kann!" (Philipper 3,20-21) Noch treffender drückt Paulus das im Kolosserbrief aus: "Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wenn Christus, euer Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit." (Kolosser 3,1-4) Bei diesen Versen sehe ich regelrecht, wie der Kokon aufbricht und sich das neue, vollkommene Leben ausbreitet. Noch sind wir aktuell quasi im Zwischenstadium des „schon jetzt, aber noch nicht“, so wie es Johannes in seinem ersten Brief ausdrückt: "Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es (schon jetzt!). Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1. Johannes 3,1-2) Leben wir aber unser Leben wirklich in dem Bewusstsein dieses Status, den wir längst bei Gott haben, oder geht es Euch eher wie mir und kommt auch ihr über das Raupenstadium nicht hinaus? Das Neue Testament quillt geradezu über von ganz konkreten Zusagen. Angefangen bei Jesus selbst, der uns im Johannesevangelium sagt: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen." (Johannes 5,24) Der Apostel Paulus wird nicht müde, in all seinen Briefen immer wieder zu betonen, welchen Status wir bei Gott schon jetzt haben. Ich will hier nur einige Zitate aufzählen, ohne jede einzelne Bibelstelle zu benennen. Ich hoffe, ihr bemerkt, dass diese Aufzählung keinen Zweifel zulässt! Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, Neues ist geworden Gott … hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns … mit dem Christus lebendig gemacht Er hat uns mitauferweckt und hat uns mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis Und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe In ihm haben wir Erlösung und Vergebung der Sünden Die er vorher erkannt hat, hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein Die hat er auch berufen, die hat er auch gerechtfertigt, die hat er auch verherrlicht! Das alles sind feste Zusagen, die uns Gott durch Paulus gibt. Aber wie oft fehlt mir, auch nach so vielen Jahren im Glauben, noch immer dieses Bewusstsein im Alltag. Dann fühle ich mich eher wie die unscheinbare Raupe, die tagein tagaus nichts weiter tut als fressen, von einem Blatt zum nächsten, ohne zu wissen, was Gott längst in ihr angelegt hat. Dabei könnte mit weniger Kleingläubigkeit und mehr Gottvertrauen alles so viel leichter sein. Auch hierzu eine Aufzählung von Zitaten ohne jede einzelne Stelle zu benennen: Ich (Paulus) bin ebenso in guter Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken über euren guten Willen hinaus Nicht dass wir von uns aus tüchtig wären, etwas zu erdenken als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen Der Gott des Friedens aber … vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus Hier sitze ich und schreibe diese Zeilen und denke so bei mir: Wie viele Zusagen soll mir Gott denn eigentlich noch geben, bis ich endlich meine Kleingläubigkeit ablege und anfange mit der Leichtigkeit des Schmetterlings, meinen Alltag zu begehen in der Vorfreude auf die Vollendung bei Jesu Wiederkunft. Gott hat längst alles getan, was nötig ist, damit wir erhobenen Hauptes schon jetzt als Bürger des zukünftigen Friedensreiches durchs Leben gehen können. Da ist kein Platz für Selbstzweifel oder irgendein warnendes „Ja, aber …“, kein Raum für Verzagtheit oder gar Furcht vor Versagen – so, wie es uns Jesus zuruft: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben." (Lukas 12,24) In diesem Sinne wünsche ich Euch eine befreite positive Woche in der Vorfreude auf die unglaubliche Zukunft, die uns erwartet! Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott) Euer Peter
- Achtung, Baustelle!
Schon seit einiger Zeit ist unser Haus eine große Baustelle. Wir wohnen relativ zentral in einem Mehrfamilienhaus mit Stellplatz fürs Auto und können fast alles zu Fuß oder zumindest mit dem Fahrrad erledigen. Alles eigentlich ziemlich perfekt. Jetzt ist es aber „leider“ so, dass einiges am Haus gemacht wird. Das oberste Stockwerk wird komplett umgebaut, der Dachboden ausgebaut und mit dem obersten Stockwerk zu einer Maisonette Wohnung zusammengelegt – dort ziehen dann die Vermieter ein. Das tangiert uns erst mal nicht, davon bekommen wir nur den Baulärm und ‑dreck mit. Das ist allerdings nicht alles. In dem Zuge wird nämlich auch das gesamte Haus gedämmt. Außerdem wurde unsere Heizung auf Fernwärme umgestellt und wir haben neue Fenster bekommen. Es wird also auch einiges für alle anderen im Haus getan. Und das genau zur richtigen Zeit, jetzt da die Energiekosten steigen. Aber natürlich gehen auch einige Unannehmlichkeiten mit der Baustelle einher. Mal ganz abgesehen von dem bereits erwähnten und nicht zu vermeidenden Dreck, steht fast der gesamte Hof und die Einfahrt voll mit Baumaterial, einem Gerüst, einem Kran, ab und zu mit Containern und zwei bis drei Autos der Handwerker. Das führt dazu, dass es oft schwierig ist durch die Einfahrt rein und raus zu kommen – vor allem mit einem Kinderwagen. Auch unseren Stellplatz können wir zurzeit nicht nutzen, da dort der Kran steht. Ohne besagten Stellplatz wären wir allerdings nie in diese Wohnung gezogen, da wir wie gesagt ziemlich zentral wohnen und die Parkplatzsuche hier nicht unmöglich, aber sehr mühselig ist und es mit zwei kleinen Kindern recht bescheiden ist, wenn man erst mal 10 Minuten zum Auto laufen muss. Für die Kleinen ist es außerdem nicht sonderlich angenehm, wenn hier viel gebohrt, gesägt und gehämmert wird, denn das ist zum Teil richtig laut, vor allem wenn für die Dämmung in die Hauswand gebohrt wird. Das alles hat mich in letzter Zeit irgendwie sehr gestresst. Hinzu kommt dann auch noch, dass die Kleine gerade einen Zahn bekommen hat und der nächste nicht lange auf sich warten ließ und schon unterwegs ist. Ein quengeliges, knatschiges Kind gepaart mit dem Lärm und Dreck (vor einigen Tagen wurden zu allem Überfluss auch noch die neuen Fenster in unserer Wohnung eingebaut und neu verputzt) ist dann doch recht viel auf einmal. Da war ich ganz schön genervt, mitgenommen, gestresst, überfordert und erschöpft. Vor ein paar Tagen habe ich an einem Abend einfach nur auf dem Bett gelegen und hätte gerne geweint, weil ich so fertig war. Aber es ging einfach nicht – weil ich zu fertig war. Ich konnte nicht mal mehr weinen. Das klingt jetzt alles ganz schön düster und schlimm und in der Situation habe ich mich auch so gefühlt, aber jetzt gerade ist es tatsächlich schon wieder ein bisschen besser, also keine Sorge. 😉 Man muss unseren Vermietern auch zugutehalten, dass sie wirklich sehr nett, zuvorkommend, gesprächs‑ und hilfsbereit sind und trotz allem noch versuchen, das, was geht, möglich zu machen. Wir haben zum Beispiel, ohne dass wir gefragt haben, die Möglichkeit bekommen unseren Kinderwagen und Fahrradanhänger in einer Garage im Hof unterzustellen. Deswegen möchte ich mich hier auch nicht beschweren. Aber es ist einfach so, dass die ganze Baustelle mich ziemlich gestresst hat und es vermutlich auch noch ein Weilchen tun wird. Allerdings merke ich, dass es besser wird, wenn ich mit jemandem darüber rede (wie das wohl mit vielen Dingen so ist und was wahrscheinlich auch der Grund ist, weswegen es mir schon wieder etwas besser geht 😊). Genau deswegen dachte ich, vielleicht kann man ja aus dieser Situation auch noch etwas lernen. Und was mir recht schnell aufgefallen ist, ist dass diese Baustellensituation gut vergleichbar ist mit dem Warten auf Gottes Königreich: Es wird erst alles schlechter, bevor es dann besser wird. „Wenn ihr aber von Kriegen und Unruhen hört, so erschreckt nicht! Denn das muss zuvor geschehen, aber das Ende kommt noch nicht so bald. Dann sagte er zu ihnen: Erheben wird sich Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, gewaltige Erdbeben wird es geben und da und dort Seuchen und Hungersnöte, furchtbare Dinge werden geschehen und vom Himmel her gewaltige Zeichen erscheinen.“ (Lukas 21,9-11) Natürlich haben die Baumaßnahmen ein viel kleineres Ausmaß als alles, was auf der Welt passiert, aber dennoch passieren erst viele unangenehme Dinge, bevor dann alles wieder gut und sogar noch besser wird. Und genauso, bzw. eigentlich noch mehr als unsere Vermieter sich in dieser Zeit um uns kümmern, kümmert Gott sich in schweren Zeiten (und natürlich auch in guten) um uns. „Doch kein Haar von eurem Kopf wird verloren gehen.“ (Lukas 21,18) Dieses Kümmern kann ganz unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel können es materielle Dinge sein (Geld, Essen, ein Haus über dem Kopf, ein warmes Bett, … ). Es können aber auch ideelle, geistige Sachen sein (gute Begegnungen, eine aufbauende Bibellese, Zeit mit Gott, Ablenkung vom Alltag, gute Gespräche, … ). Gott hat für jeden genau das Richtige parat und hilft uns auch durch schwierige Zeiten hindurch. „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ja, ich stehe dir bei! Ja, ich halte dich mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit!“ (Jesaja 41,10) Und genauso wie hier am Haus wieder alles schön und entspannt wird, wenn die Baustelle fertig ist, genauso und noch deutlich schöner wird es sein, wenn Gott sein Königreich auf der Erde aufbaut. „Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott. Und abwischen wird er jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal wird mehr sein; denn was zuerst war, ist vergangen. Und der auf dem Thron sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sagt: Schreib, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Und er sagte zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich werde dem Dürstenden von der Quelle des Lebenswassers zu trinken geben, umsonst. Wer den Sieg erringt, wird dies alles erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.“ (Offenbarung 21,3-7) Das war heute wirklich nur ein kurzer Gedanke, aber ich freue mich jetzt tatsächlich wieder ein Stückchen mehr auf das Königreich und bin positiv gestimmt, dass Gott mich auch bis dahin durch die Baustellen hier am Haus und auf der Welt trägt. Ich hoffe, es geht euch ähnlich. 😊 Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick, auf was wir uns freuen können: „Und einer der Ältesten ergriff das Wort und sagte zu mir: Die mit den weissen Gewändern da, wer sind sie, und woher sind sie gekommen? Und ich habe zu ihm gesagt: Mein Herr, du weisst es. Und er sagte zu mir: Das sind die, die aus der grossen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiss gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen ein Zelt aufschlagen. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und wird sie führen zu Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,13-17) Eure Lisa ♥
- Freude im Herrn
Ausnahmsweise war mir in dieser Woche schon relativ früh klar, worüber ich gerne schreiben würde. Die Gedanken zu diesem Thema begleiten mich jetzt schon eine Weile und ich dachte, sie könnten gut in einen Blogbeitrag passen. Doch als ich mich hingesetzt habe, um meinen Beitrag zu schreiben, ist mir aufgefallen: Es gibt schon einen Beitrag von mir zu diesem Thema. In meinem Beitrag Frohes Neues Jahr habe ich darüber geschrieben, dass mein Vorsatz für das neue Jahr darin besteht, glücklicher zu sein und habe ein paar Gedanken zum Thema Freude mit euch geteilt. Und auch heute soll es noch einmal um das Thema Freude gehen. Ihr könnt diesen Beitrag also als Ergänzung zu meinem Beitrag aus Januar betrachten oder als Update dazu, ob ich meinen guten Vorsatz auch in die Tat umgesetzt habe (Spoiler: Ich arbeite noch daran). Schon in meinem Beitrag zum Jahresbeginn habe ich geschrieben, dass ich glaube, dass die Freude, zu der wir in der Bibel aufgerufen werden, eine bewusste Entscheidung ist. Das ist genau der Gedanke, der mich auch in den letzten Wochen wieder begleitet hat und auf den ich heute etwas genauer eingehen möchte. Liebt eure Feinde und freut euch im Regen Ich glaube, wir sind dazu aufgerufen, uns so zu freuen wie wir lieben sollen. Aber was meine ich genau damit? Jesus ruft uns dazu auf, unseren Nächsten zu lieben und nicht nur das, sogar unsere Feinde sollen wir lieben. „Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche wieder empfangen. Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! […]“ (Lukas 6,33-35) Die Art Liebe zu der wir als Christen aufgerufen werden, hat also nichts damit zu tun, ob uns unser Gegenüber sympathisch ist oder nicht. Es ist eine Grundeinstellung, die wir allen Menschen gegenüber haben sollen. Wir sollen uns bewusst dazu entscheiden, unseren Nächsten zu lieben und das in ihm zu sehen, was liebenswert ist. Ich glaube, mit der Freude ist es genauso. Ich glaube, die Freude, die wir als Christen haben dürfen und sollen, ist nicht von unseren Umständen abhängig. In den Kapitel 15 – 17 des Johannesevangeliums erwähnt auch Jesus immer wieder die Freude, die seine Jünger haben sollen: „Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch ist und eure Freude völlig wird.“ (Johannes 15,11) „Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei!“ (Johannes 16,24) „[…] und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben.“ (Johannes 17,13) Freude in uns zu haben, ist ein wichtiger Teil davon, Nachfolger Christi zu sein. Und die Freude, die wir in Christus haben, ist kein temporäres, flüchtiges Gefühl wie wir es empfinden, wenn wir einen guten Witz hören oder uns über ein Geburtstagsgeschenk freuen. Genauso wenig wie wir nur Menschen lieben sollen, die uns eh schon sympathisch sind, sollen wir uns nicht nur in den Momenten freuen, in denen es uns besonders leicht fällt. „Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“ (Philipper 4,4) Das bedeutet nicht nur „Freut euch, wenn die Sonne scheint!“ oder „Freut euch, wenn ihr im Urlaub am Strand liegt!“. Es bedeutet auch „Freut euch, wenn ihr ohne Schirm im Regen steht!“ und „Freut euch, wenn ihr im Stress seid!“. Grund zur Freude Die Kunst besteht darin, nicht zu vergessen, dass wir als Christen jeden einzelnen Tag Grund zur Freude haben: Gottes Gnade. Und die hat nichts damit zu tun, wie das Wetter ist oder wie voll der Terminkalender ist. Das Geschenk von Gottes Gnade ist mehr als Grund genug, sich jeden Tag aufs Neue zu freuen, egal was um uns herum gerade passiert. Damit ist nicht nur die Freude darüber gemeint, dass Gott mir vergeben hat, sondern auch die Dankbarkeit dafür, dass er und sein Sohn mich jeden Tag in meinem Leben begleiten. Das schließt die Dankbarkeit für all die kleinen Freuden im Alltag mit ein und auch die Vorfreude auf das, was noch kommt. Die Vorfreude darauf, dass Gott seinen Sohn noch einmal senden wird, um sein Reich auf der Erde aufzurichten und dass ich dabei sein darf. Vor mittlerweile fast acht Jahren gab es einen Tag, an dem ich mir all dieser Dinge mehr als sonst bewusst war: In der nächsten Woche jährt sich mein Tauftag zum achten Mal. Für diejenigen von euch, die es nicht wissen: An dem Tag wurde nicht nur ich getauft, sondern auch Freya. Sie ist quasi meine ein paar Minuten ältere Zwillingsschwester. Ich erinnere mich noch sehr deutlich daran, wie Freya und ich uns mit Tränen in den Armen gelegen haben nachdem wir beide getauft wurden. Das war eindeutig einer der Momente, in denen meine „Freude im Herrn“ am größten war. Jetzt, acht Jahre später, rückt diese Freude im Alltag leider immer öfter in den Hintergrund und wird übertönt von den schlechten Nachrichten um mich herum und meinem stressigen und doch eintönigen Alltag. Aber ich versuche, mich immer wieder bewusst auf die Dinge zu fokussieren, über die ich mich trotzdem freuen kann und meine Freude nicht zu sehr von meinen Umständen abhängig zu machen. Gottes Gnade und die Zusage, dass sein Reich kommen wird, sind nicht davon abhängig, ob gerade Montag oder Freitag ist, ich viel oder wenig zu tun habe und die Sonne scheint oder es regnet. Und meine Freude darüber sollte auch nicht an diese Dinge gebunden sein. Perfektioniert habe ich das in der Umsetzung noch lange nicht, aber es ist etwas, an dem ich weiter arbeiten möchte, um ein Stück näher heranzukommen an die Freude von der Jesus und Paulus gesprochen haben. Also lasst uns diese Woche gemeinsam versuchen, uns aufs Neue bewusst zu machen, wie viel Grund zur Freude wir durch unseren Glauben haben und diese Freude nicht aus den Augen zu verlieren. Lasst uns den Blick bewusst auf Gottes Gnade richten und darauf, was uns diese Gnade ermöglicht: Die Vorfreude auf eine Zeit, in der es keinen Grund mehr geben wird, sich nicht zu freuen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Vater unser
In meinem letzten Blog hatte ich einen Halbsatz aus dem "Vater unser" zitiert. Vielleicht haben sich aus diesem Grund, in den letzten Wochen, meine Gedanken mit dem Gebet beschäftigt. Es kam immer wieder in meinen Sinn und wurde immer stärker. Heute möchte ich euch meine Erfahrungen und Erkenntnisse mit dem und zum "Vater unser" berichten. Foto von Anna Shvets auf Pexels Das Gebet In einem Moment der Unruhe suchte ich Besinnung. Am Ende des Tages lag ich im Bett und fand keinen Schlaf. Wie konnte ich die vielen Gedanken des Tages bzw. von Wochen zurückdrängen und abschalten? Mir fiel das Gebet aus der Jugend ein, das ich im Konfirmandenunterricht auswendig lernen mussten. Es lautet so. Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. (Matthäus 6,9-13) Es funktionierte. Ich sprach es mehrmals aus und die Worte schenkten mir Ruhe. Meine Gedanken blieben an einer Aussage hängen und ich spürte Gelassenheit und Erleichterung. Die Last der vielen Themen war einen Moment weg und ich schlief ein. So ging es los. Irgendwann suchte ich den Text in der Bibel. Er ist im Matthäus Evangelium zu finden. Auch im Lukas Evangelium wird davon berichtet, wie Jesus seinen Jünger auf die Frage, "lehre uns beten", antwortet. Meine Worte aus der Jugend stammen aus der Lutherbibel. Sie ist sehr verbreitet und wird im evangelischen Gottesdienst, glaube ich, jedes Mal gemeinsam mit der Gemeinde gebetet. Gibt es denn große Unterschiede in den verschiedenen Übersetzungen? Was steht in der Hoffnung für alle Bibel? Unser Vater im Himmel! Dein heiliger Name soll geehrt werden. Lass dein Reich kommen. Dein Wille geschehe hier auf der Erde, so wie er im Himmel geschieht. Gib uns auch heute, was wir zum Leben brauchen, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind. Lass uns nicht in Versuchung geraten, dir untreu zu werden, sondern befreie uns von dem Bösen. (Matthäus 6,9-13) Hier werden manchmal Worte in der Reihenfolge umgestellt oder auch andere Worte genutzt. Der Sinn ist jedoch immer noch gleich. Allerdings fehlt hier der Schlusssatz aus der vorigen Lutherbibel. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. (Matthäus 6,13) In der Erklärung des ERF Bibelservers steht dieser Satz dazu. Dieser Abschluss ist in den ältesten Handschriften nicht enthalten. Ok. Scheinbar wurde er später hinzugefügt. Bei Lukas steht er übrigens auch nicht. Ich finde er rundet das Gebet Jesu sehr schön ab, indem er den Anfangsgedanken noch einmal aufnimmt. Bringt allerdings auch keinen neuen Punkt hinzu. Deshalb werde ich ihn hier auch nicht weiter behandeln. Wie übersetzt die Elberfelder Bibel das Vater unser? Unser Vater, der ⟨du bist⟩ in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden! Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen! Matthäus 6,9-10) Auch diese Bibelübersetzung gibt den Schluss nur in einer Fußnote bekannt. Im Text wird er nicht abgedruckt. Besonders ist hier der Satzteil: und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; Scheinbar ist das hier die wörtliche Übersetzung. Sie geht davon aus, dass die Betenden ihrem Schuldner schon vergeben haben. Interessant. Lehre uns beten - Das Vorbild Allgemein möchte ich sagen, dass Jesus mit dem "Vater unser" seinen Jüngern und seinen Nachfolger*innen ein vorbildliches Gebet an die Hand gibt. Zuerst spricht er Gott an und bringt ihm besondere Wertschätzung entgegen. Er spricht von dem gemeinsamen Ziel, das von Gott kommt und Gott durchsetzen wird. Er bittet für die Wegnahme der Sorgen. Er nennt den Gnadenakt als Weg zum Erreichen des Ziels. Und er ruft dazu auf, in Beziehung zu bleiben und den Weg zum Ziel gemeinsam zu gehen. So gesehen ist dieses Gebet wirklich eine wunderbare Blaupause für jedes Gebet, das ein gläubiger Mensch sprechen möchte. Ein vollkommenes Vorbild. Die Gefahr dieser Vorlage besteht darin, dass es auswendig gelernt wird und beim Aufsagen nur noch heruntergeleiert wird. Es kommt dann ohne Inhalt rüber. Und dies ist genau dass, was Jesus nicht wollte. Ein paar Sätze bevor er den Jüngern sein Gebet lehrt, steht diese Aussage von ihm: Leiere nicht gedankenlos Gebete herunter wie Leute, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie würden bei Gott etwas erreichen, wenn sie nur viele Worte machen. (Matthäus 6,7) Also wenn ich das Gebet schon nachspreche, soll ich jedes Wort wirken lassen und in meinen Gedanken aufnehmen. Erst dann besteht die berechtigte Chance, dass ich meine eigenen, persönlichen Gebetsthemen finde und erkenne. Diese kann ich dann im freien Gespräch mit Gott vertiefen. Punkt für Punkt Nun möchte ich auf ein paar Worte näher eingehen, die im Gebet genutzt werden. Mir fällt besonders auf, dass das Wort "uns" mit Abstand am häufigsten genutzt wird. Dies hat vielleicht zur Gewohnheit geführt, dieses Gebet in den Gottesdiensten gemeinsam zu beten. Allerdings spricht ein weiterer Satz Jesu gegen diese Gewohnheit. Wenn du beten willst, zieh dich zurück in dein Zimmer, schließ die Tür hinter dir zu und bete zu deinem Vater. Denn er ist auch da, wo niemand zuschaut. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen. (Matthäus 6,6) Deshalb schlage ich folgenden Gedanken vor. Mit "uns" spricht Jesus von sich und von seinen Nachfolger*innen. Wenn ich also bete, kann ich mir vorstellen, dass Jesus und ich zusammen beten und wir gemeinsam das "uns" darstellen. So komme ich zum Wort "Vater". Durch Jesu Leben kann ich Gott "Vater" nennen. Jesus hat uns Gott als seinen und unseren "Vater" vorgestellt. Ich darf mich als Kind Gottes wahrnehmen und so die vertrauensvolle Beziehung mit Gott dem Vater erleben. Das "Reich" steht für eine Gemeinschaft ohne Unterschiede. In diesem Sinne können wir auch den auferstandenen Jesus als Christus zur rechten Gottes im Himmel sehen. Durch sein Überwinden des Todes ist er Gott gleich geworden. Und dieser Jesus hat das Kommen des Reiches Gottes auf Erden angekündigt. In dieser Erwartung lebe ich als Nachfolger Christi. Dass der "Wille" auch auf Erden geschehe, ist erst bedingt wahr geworden. Wenn ich an das Vorgehen eines Putin denke, kann ich nicht glauben, dass darin der "Wille" Gottes durchgesetzt wird. Soviel Ungleichheit, Lügen, Ungerechtigkeit, Gewalt und Tod. Das ist das Gegenteil vom "Willen" Gottes. Auf der anderen Seite kann sich die Menschheit durch die Machenschaften Putins und die Veränderungen, die dadurch entstehen, einen Schritt weiter zum "Reich" Gottes hinbewegen. So kann vielleicht sogar bei einem solchen Extrem von der Verwirklichung des "Willen Gottes" die Rede sein. In vielen Übersetzungen wird von dem "Brot" gesprochen. Die Hoffnung für alle Bibel spricht hier von den Dingen, die wir zum Leben brauchen. Das kann in diesen Zeiten Energie sein. Strom und Gas sind plötzlich knapp und teuer geworden. Ich kann Gott darum bitten, dass es in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Gleich im Anschluss wird von "vergeben" gesprochen. Vergebung ist notwendig, um das unendliche Leben, das Leben nach dem Tod, zu erreichen. Ohne "vergeben" wird es kein Reich Gottes auf Erden geben. Dieses "Vergeben" kann durch mich und uns schon jetzt stattfinden und gelebt werden. Wie ich in meinem vorigen Blog berichtet habe, fällt mir das "Vergeben" nicht leicht. Es ist wohl die größte Herausforderung, die dieses Gebet an mich stellt. Wenn ich mir allerdings vorstelle, wie mein Schuldner auch genau diese Worte betet, dann nähere ich mich ihm an. Er ist genau wie ich auf Gottes Gnade/Vergebung angewiesen. Das Wissen und der Glaube daran, dass Gott "vergeben" wird und schon "vergeben" hat, verbindet uns. Und so bin ich bei dem Wort "Versuchung". Gott führt nicht in "Versuchung". Er kann uns allerdings davor bewahren. Was ist mit "Versuchung" gemeint? Ich kann den Lösungsweg der Gnade/Vergebung verlassen und so die Beziehung zu Gott aufgeben. Das kann z. B. so aussehen. Ich kann auf meine Stärke setzen oder einen anderen Lösungsweg verfolgen, der auf die Verhinderung meiner Schuld baut oder ich kann mir sagen, dass das Leben zwischen Geburt und Tod stattfindet. Davor und danach ist nichts. Beten Durch diese wunderbare Gebetsvorlage ist jeder in der Lage ein Gebet an Gott, den Vater, zu richten. Zum Schluss möchte ich noch eine Erfahrung mit euch teilen. Um selbst noch mehr über das "Vater unser" herauszubekommen, habe ich auch versucht, das Gebet in eine Meditation einzubauen. So habe ich den Text genommen und mit jedem Einatmen und Ausatmen jeweils eine Silbe gesprochen. Auf diese Weise werden die Sinne und Gedanken auf das Atmen und die Worte gelenkt. Das Gedankenkarussell stoppt und Ruhe kehrt ein. Zur Verdeutlichung hier nochmal der Gebetstext mit Silbentrennung. < steht für einatmen; > steht für ausatmen ser ter Him-Dein li-Na-soll ehrt den. dein kom-Dein le sche- hier der de, wie im mel schieht. uns heu-was zum ben chen, ver uns se-Schuld, auch de-ver-ben, an schul-ge-den Lass nicht Ver-chung ra-dir treu wer-son-be-e von Bö-
- Angenommen
Alle Menschen, die mir der Vater gibt, werden zu mir kommen, und keinen von ihnen werde ich je abweisen. (Johannes 6,37) Dieser Vers ist die Jahreslosung für 2022. Und tatsächlich begleitet mich dieser schon das ganze Jahr durch das folgende Lied (gerne anhören): https://youtu.be/qHKKC83D7lY Mich berührt dieser Song sehr. Die Melodie und der Text beruhigen mich in turbulenten Zeiten und führen mich zum Wesentlichen zurück. Zu Gottes und Jesu bedingungsloser Liebe. Auch wenn ich mich einsam fühle, spüre ich durch dieses Lied, dass ich zu Jesus gehöre und nicht alleine bin (# Team_Jesus). Ich finde es außerdem sehr schön, dass das Lied aus seiner Sicht ist. Es fühlt sich für mich dann so an, als ob Jesus wortwörtlich zu mir spricht. "Ich nehm dich an, ich fang dich auf, ich halt dich fest und du kannst mir vertrauen. Ich nehm dich an, denn du gehörst zu mir."* Bis bald und bleibt behütet! Eure Freya Rise up and shine! *"Ich nehm dich an" - Text und Melodie: Chris Lass, Bastian Benoa Rauschmaier und Sam Samba
- Sonne nach dem Regen
Manchmal ist einfach alles zu viel. Morgens erst mal aufstehen. Ich stehe gerne früh auf (auch wenn es nicht immer leichtfällt), so komme ich früh zur Arbeit. Bis ich dort ankomme, bin ich jedoch nicht für viel zu gebrauchen. Wenn ich es schaffe, früh dort zu sein, kann ich auch früh wieder nach Hause. Zu Hause kurz aufs Sofa legen, dann ein bisschen mit den Kindern spielen. Meine Frau kümmert sich währenddessen schon ums Abendessen. Mit zwei kleinen Kindern isst man nicht allzu spät. Nach dem Essen ist dann auch schon Zeit fürs Bett – zumindest für die Kleinen. Aber auch für mich sollte es nicht allzu spät werden – ich will ja morgen wieder früh raus. Je nachdem, wer oder in welcher Kombination wir die Kinder ins Bett bringen, hat ein Elternteil etwas Freizeit. Oder aber man geht zum Sport. Das soll man ja machen – für den Ausgleich. Gerne auch mehrmals in der Woche. Einmal pro Woche versucht man auch mal ein paar Freunde zu treffen. Die haben zum Teil auch Kinder, daher geht das nur von extra frühem Feierabend bis kurz nach dem Abendessen. Früher beim Kindergeburtstag kam einem das noch vor wie eine ganze Woche Ferien. Heute fährt man, kaum ist man angekommen, gefühlt schon wieder los. Und das geht sowieso nur, wenn man nicht ab und zu auch mal einen Arzttermin mitten am Tag hat, der den frühen Feierabend unmöglich macht. Dann gibt es immer donnerstags einen Abend-Online-Hauskreis und natürlich den Sonntagmorgen mit der Gemeinde – Lichtblicke in der Woche! Aber eben auch wieder Termine. Bleibt meist noch der Samstag zur freien Verfügung … wäre da nicht eine Wohnung, die aufgeräumt oder eine Steuererklärung, die gemacht werden oder ab und zu mal eine neue Hose oder ein neues Paar Schuhe, das gekauft werden will. Und schon ist die Woche rum und es geht wieder von vorne los. Wo war jetzt Zeit für Gott? Natürlich donnerstags bei Zoom und am Sonntag. Das ist mal super erbauend, ein anderes Mal spricht es mich aber auch eher weniger an. Wo ist also die Zeit allein zwischen mir und Gott? Die Zeit, wo ich meine Themen mit Gott bereden kann? Wo ist die Zeit, in der Bibel zu lesen? Oder Dinge für Gott zu erledigen? Das kann zum Beispiel eine E-Mail-Anfrage über die Gemeinde-Website sein, die länger liegen bleibt als sie sollte. Oder eine „XY hat mir nach der letzten Freizeit seine Nummer gegeben und würde gerne in Kontakt bleiben. Willst du dich da mal melden?“-Anfrage per WhatsApp. Natürlich ist es nie so, dass gar keine Zeit für all das wäre. Es ist vor allem eine Frage von Prioritäten. Aber es ist auch oft eine psychologische Sache. Gerade in letzter Zeit ist es mir öfter so gegangen, dass ich einen freien Zeit-Slot habe kommen sehen, dann aber durch das Wissen, dass er nur kurz sein würde, erst gar nicht die Motivation gefunden habe, irgendeine Aufgabe anzugehen. Und so habe ich dann selbst die freie Zeit, die es gab, einfach verstreichen lassen. Davon war ich weder wirklich erholt, noch habe ich etwas geschafft. Und vor allem habe ich sehr wenig Zeit mit oder für Gott verbracht. Mir geht es so: Je weniger Zeit ich mit Gott verbringe, desto ferner scheint er mir. Ich denke das ist ganz normal. Würde ich wenig Zeit mit meiner Frau verbringen, würde sie mir sicher auch fremd werden. Aber es ist schon ein fieser Teufelskreis, in den ich mich da bringe: Verbringe ich wenig Zeit mit Gott, wird er mir fremd. Ist er mir fremd, geht es mir nicht gut. Wenn es mir nicht gut geht, fange ich an zu Grübeln und fühle mich antriebslos. Wenn ich mich antriebslos fühle, habe ich keinen Elan meine Bibel in die Hand zu nehmen oder zu beten. Und schon fängt alles von vorne an. Damit sind wir an einem Punkt angekommen, an dem ich vor ein paar Tagen war. Ich fühlte mich gestresst, lustlos und zudem hatte ich auch noch mehrere Gemeindeaufgaben schon einige Tage vor mir hergeschoben. Das lief so vor sich hin bis zu dem Punkt, an dem ich zum Glück einmal ganz rational geworden bin und mir selbst gesagt habe: Wenn du jetzt nicht einfach mal anfängst, irgendeine Sache anzugehen, dann wirst du dich für immer in diesem trüben, grauen Kreis drehen. Und wenn du jetzt schon irgendetwas anfängst, dann mach auch gleich was für Gott. Das ist wichtig und gut. Also habe ich etwas widerwillig mein Handy genommen und WhatsApp geöffnet. Da war doch diese Anfrage. Jemand, den ich auf der letzten Gemeindefreizeit kennengelernt hatte, hatte mir seine Nummer zukommen lassen und wartete nun darauf, dass ich mich meldete. Aber was sollte ich schreiben? Eigentlich hatte ich ja gar keine Lust irgendetwas zu schreiben. Gleichzeitig wollte ich mich aber auch melden, weil es sich einfach richtig anfühlte und alles andere zudem sehr unhöflich gewesen wäre. Ich schrieb also zunächst einmal eine Begrüßung und fragte, was seit unserem Treffen vor ein paar Wochen so passiert sei. Das war zwar eine relativ oberflächliche Floskel und brauchte nicht viel Hirnschmalz (der Schweinehund zog noch ziemlich stark an der Leine), aber es interessierte mich tatsächlich auch ein wenig. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Es waren einige sehr spannende und eher positive Dinge geschehen, aber leider auch einige sehr unschöne. Was sollte ich nun tun? Ich bin generell niemand, der gut darin ist, die richtigen Worte zu finden, wenn es anderen nicht gut geht. Ist einfach nicht meine Stärke. Zudem hing immer noch zum Teil diese graue Regenwolke über mir und eigentlich hatte ich mich doch bloß selbst in den Hintern treten wollen und nur deshalb überhaupt geschrieben. Und nun hatte ich das Gefühl, etwas richtig Tiefgründiges schreiben zu müssen – schon wieder eine große Aufgabe und sehr wenig innerer Antrieb sie anzugehen. Aber ich wollte ja etwas ändern! Ich wollte ja raus aus diesem Loch und ich hatte schon den ersten Schritt getan, also konnte ich jetzt nicht gleich wieder aufgeben. In diesen Momenten bin ich manchmal froh, dass sich der rationale Teil meines Gehirns durchsetzen kann gegen die auch sehr starke Faulheit. Ich wollte also unbedingt antworten. Nur was? Es musste etwas Aufbauendes sein, etwas Verständnisvolles, aber auch etwas mit Inhalt und Hand und Fuß. Ich wusste: Wenn ich zu lange darüber nachdenken würde, dann würde sich diese Aufgabe schon wieder wie eine riesige Welle vor mit auftürmen und mich komplett verschlingen. Also schrieb ich einfach drauf los. Einfach anfangen war das Richtige! Bloß nicht wieder entmutigen lassen. Ich wollte das jetzt durchziehen, vor allem für Gott, mit dem ich mich in letzter Zeit so wenig beschäftigt hatte. Ich hatte das Gefühl, dass er mir diese Aufgabe hatte zukommen lassen. Also wollte ich sie jetzt auch angehen und ihm eine Freude machen. Egal, wie schwierig es schien. Es war besser, irgendwas zu schreiben als nichts. Ich schrieb also das Erste, was mir in den Kopf kam. Es wurde immer mehr. Dann drückte ich auf "Senden". Ein komisches Gefühl. War das jetzt gut gewesen, was ich geschrieben hatte? Hatte ich Dinge geschrieben, die mein Gegenüber seltsam fand? Oder vielleicht sogar etwas, mit dem er überhaupt nicht einverstanden war? Natürlich war es auch um Glaubensthemen gegangen, und da wir uns noch nicht sehr lange kannten, war ich mir plötzlich nicht mehr sicher, ob ich ihm vielleicht, ohne es zu merken, total auf die Füße getreten war, mit Aussagen, denen er gar nicht zustimmen konnte. Dann plötzlich vibrierte mein Handy. Ich zog es aus der Tasche, entsperrte den Bildschirm (der Chat war noch offen) und las: „Du weißt gar nicht, wie du mich grad aufgebaut hast :) vielen Dank für dein Schreiben.“ Wow! Sofort kam unwillkürlich ein breites Lächeln auf mein Gesicht. Was für eine Geschichte. Offenbar hatte Gott mich gerade benutzt, um jemanden aufzubauen, der es brauchte. Mich, der sich kaum durchringen konnte, überhaupt diese Unterhaltung zu beginnen. Mich, der diese Aufgabe schon mehrere Tage vor sich hergeschoben hatte und sich eigentlich gewünscht hatte, neben allem anderen nicht auch noch dieses To-Do im Nacken zu haben. Das, was ich mit Mühe und ohne jede Planung spontan in mein Handy getippt hatte, war genau das, was jemand gerade gebraucht hatte. Es hatte sich gut und richtig angefühlt, endlich aus dem Quark zu kommen und es einfach zu tun – und offenbar war es auch genau das Richtige! Seit diesem Moment vor ein paar Tagen ist die graue Regenwolke wieder verschwunden. Ich habe mich endlich durchgerungen, mal wieder etwas für und mit Gott zu tun, und sofort hat es mir ein großes Lächeln ins Gesicht gezaubert! Indem ich meinen Schweinehund überwunden habe, hat Gott durch mich jemanden erbaut – so was erlebt man nur mit Gott! Es ist für mich mal wieder ein Beispiel für: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“ (Matthäus 6,33) Es scheint so unglaublich unlogisch, dass ich nicht an mich denke und am Ende doch davon profitiere! Aber so wirkt Liebe. So ist Gott! Hätte ich weiter nur über mich selbst nachgedacht und mich bemitleidet für die ganze Zeit, die ich nicht habe und die vielen Aufgaben und und und, dann säße ich heute sicher noch im Regen unter meiner kleinen Wolke und nichts wäre auch nur ein My besser als vor einer Woche. Aber weil ich einfach angefangen habe, etwas für Gott zu tun und nicht für mich selbst, habe ich nicht nur jemand anderem, sondern auch mir selbst geholfen. Und schon ist die Trübsal verflogen und die Motivation zurück. Und auch die Freude an Gott. Einfach verrückt! Ich hoffe, ihr könnt ein bisschen nachempfinden, was für eine starke Situation das war. Ich hatte sehr deutlich das Gefühl, dass Gott mich, im übertragenen Sinn, mit erhobenen Augenbrauen und leicht zur Seite geneigtem Kopf ansieht und zu mir sagt: „Siehste?“. Während ich das hier schreibe, muss ich schon wieder grinsen 😊 Und ich hoffe, ihr jetzt auch. Manchmal wartet man auf die großen, alles verändernden Wunder, die einem wieder aus dem tiefen Loch helfen. Aber wie mein Vater früher oft gesagt hat: Wenn du im tiefen Loch festsitzt aber deinen Arm nicht ausstreckst, dann kann Gott dich auch nicht von oben greifen und rausziehen. Und so ist es manchmal schon ein mini-kleiner Schritt auf Gott zu, ein klitzekleiner Moment mit Gott, der den großen Unterschied macht und die Sonne wieder scheinen lässt. Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel Photo by Thom Holmes on Unsplash










