top of page

Search this site

326 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Poiema

    Mir geht es gerade nicht gut. Ich bin leider krank in das Jahr 2026 gestartet. Und so richtig gesund fühle ich mich immer noch nicht. Ich habe den das Gefühl ich werde im Moment den Anforderungen des Alltags so gar nicht gerecht. Vielleicht habe ich mir etwas zu viel vorgenommen und mein Körper zeigt mir nun, dass ich nicht alles schaffen kann. Ich habe sogar vergessen, dass ich mit einem Blogbeitrag dran bin. Das fühlt sich sehr deprimierend an. Ich spüre wie mein Selbstwert sinkt und fühle mich so wertlos. Also versuche ich meine Stimmung etwas zu heben und jetzt begleitet mich dieses Lied ein wenig durch den Tag. Liebevoll, schaust du mich an Dein Ebenbild, auch wenn ich Fehler mach Und dreh ich mich, bleibst du mir zugewandt (Poiema - Könige&Prieser) "Poiema" ist griechisch und bedeutet so viel wie "Werk", "Handwerkskunst" oder "Schöpfung". In der Bibel bezeichnet der Apostel Paulus Christen als das "Werk Gottes". Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen. (Epheser 2,10) Es ist schön zu hören, das wir ein einzigartiges Werk Gottes sind. Jeder von uns ist einzigartig und hat eine unverwechselbare Identität. Wir sind erschaffen für einen bestimmten Zweck und haben eine besondere Rolle in dieser Welt. Meine ändert sich eventuell gerade oder ich muss sie neu finden. Ich weiß es im Moment nicht und das ist okay. Es ist gerade schwer, aber ich bin nicht allein. Viel Inspiration beim Hören. Eure Freya Rise up and shine!

  • Die Schönheit des Einfachen

    Diese Woche ist bei mir nicht viel Spannendes passiert. Bis auf die eine Situation, in der ich vor Überraschung fast rückwärts vom Stuhl gefallen wäre. Damit steht wohl fest, worum es heute gehen muss 😉   Vielleicht erinnert sich der oder die ein oder andere, dass ich vor einiger Zeit von meinem Glück berichtet hatte, durch Zufall (?) einen tollen Chor gleich in der Nachbarschaft gefunden zu haben. Dieser Chor ist immer noch eine wirkliche Bereicherung in meinem Leben: Einmal in der Woche freiwillig gezwungenermaßen – ja, das ist kein Widerspruch! – den Alltag abschalten, bewusst Atmen und seelig in einem (wenn’s klappt schönen) Meer von Klängen schwimmen. Ich hatte schon damals geschrieben, dass das Erlebnis in einem Chor zu singen, für die, die es noch nie erlebt haben, vermutlich kaum nachfühlbar ist. Aber die, die es kennen, wissen sicher genau wovon ich sprechen.   Für mich hat meine Chor-Reise in der weiterführenden Schule begonnen, als mein eher Rock-orientierter Musiklehrer mir und einem damaligen Bandkollegen nahelegte, dass wir mal in den Schulchor eintreten sollten. Da könnte man eine Menge lernen über mehrstimmiges Singen und Harmonieren in einem Ensemble. Damals schien uns das erst mal nicht sonderlich naheliegend … aber wir vertrauten unserem Lehrer (so von Hardrocker zu Hardrocker) und wagten das Experiment. Der Rest ist Legende ... oder so.   Jedenfalls hat uns das Chorsingen unerwartet viel Spaß bereitet. Nicht falsch verstehen: Ich war musikalisch noch nie sonderlich festgelegt, daher meine ich mit „unerwartet“ nicht, dass im Schulchor zu wenig Rock gesungen wurde. Das wäre auch nicht ganz wahrheitsgemäß: Wir haben sogar mal (alle Ultra-Frommen bitte kurz weghören!) eine Fassung von Rammsteins Engel gesungen. Es war vielmehr das große Fragezeichen, was mich in diesem mir vorher komplett unvertrauten Setting erwarten würde …   Die Antwort ist: eine unglaublich schöne Zeit aus Gemeinschaft, Proben, Auftritten und Chor-Freizeiten, die ich für immer im Herzen behalten werde und auf die ich heute noch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückblicke, weil sie so nie zurückkommen wird. Naja, zumindest nicht bis zum Königreich. Und selbst dann wird vermutlich der Nervenkitzel fehlen, heimlich Bier aus dem kleinen Supermarkt im Ort in die Jugendherberge zu schmuggeln, vorbei an den Lehrern, die selbst bei einem oder fünf Weinchen zusammensitzen 😉   Ja, die Chorzeit in der Schule war wirklich einmalig. Und mit ihr verbinde ich sehr viel wunderschöne Musik, die ich außerhalb des Chors vermutlich nie kennengelernt hätte. Für die Eingeweihten nenne ich mal: Blue mountain river, Winter Song, Hold on tight to your dreams.   Und es gibt noch ein Stück, welches ich wie kaum ein zweites mit dem Schulchor verbinde: „Look at the world“ von John Rutter. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich es jemals selbst in diesem Chor gesungen habe. Trotzdem habe ich noch heute eine Aufnahme davon im Kopf, die bei einem Weihnachtskonzert der Schule gemacht worden sein muss – und auch wenn ich diese Aufnahme nicht mehr finde, höre ich noch ganz genau einen Klassenkameraden und seinen Bruder aus der hinteren Männerreihe. „Look at the world“ war für mich eine der Sternstunden des Chors und ich musste immer schmunzeln bei dem Gedanken, dass John Rutters Musik und Text wohl nur wenige andere so berührt hat wie mich – denn es ist ein Lied über die vielen Geschenke, die Gott uns macht. Für viele, die damals mitgesungen haben, war es vermutlich einfach nur irgendein nettes Lied, aber mich berührt es noch heute. Es hatte für mich immer diese zusätzliche Ebene, wie eine geheime Botschaft, nur dass sie absolut nicht geheim ist. Und es hat in mir eine bleibende Bewunderung für den Komponisten und Texter ausgelöst, die über die Jahre sogar noch gestiegen ist, je mehr ich von ihm gehört und gesungen habe und je mehr ich verstanden habe, was für eine Größe er generell in der Welt der Chormusik ist. John Rutter ist für die Chorwelt ein Name wie Andrew Lloyd Webber für die Musicalwelt oder John Williams für die Filmmusikwelt. Und es ist ein Name, der in mir all diese schönen Erinnerungen weckt.   Jetzt aber genug sentimentales Erinnern an die Schulzeit. Springen wir wieder ins Jetzt, genauer gesagt zu diesem Dienstag. Es war früher Nachmittag und ich saß im Büro und verzweifelte vor einem großen To do, für das es nur sehr schwammige Anforderung gab und das mir schlechte Laune machte, weil ich absolut keine Lust darauf hatte und kein Ende in Sicht war. Da vibrierte mein Handy. Es war eine Nachricht in unserer Chor-Gruppe.   Unsere Chorleiterin teilt sporadisch interessante Links und so war es auch diesmal. Am Dienstag war es ein Veranstaltungstipp: Die Domsingschule in Braunschweig feiert 50. Geburtstag. Ehrlich gesagt konnte ich damit erst mal nicht sehr viel anfangen, aber da ich ja eh gerade genervt und sehr willig war zu prokrastinieren, klickte ich auf den Link. Es war eine Anmeldeseite ... für einen Chorworkshop in einer braunschweiger Kirche … MIT JOHN RUTTER! Ich wäre fast rückwärts vom Stuhl … ach das sagte ich ja bereits.   Natürlich musste ich sofort ein Ticket kaufen. Es gab auch nur noch ganz wenige - und minütlich weniger! Jetzt musste die Arbeit leider mal kurz warten. Während ich mit zittrigen Händen das Formular ausfüllte, ging ich schon im Kopf alle Menschen durch, denen ich noch davon erzählen musste: meine Schwester, Geschwister aus der Gemeinde und mein alter Chorleiter aus der Schule! Ich tippte und telefonierte. Nicht für alle passte der Termin (oder der Ort), aber ich konnte hören und lesen, dass ich nicht der Einzige war, dem die Nachricht von diesem Event kurz den Mund offen stehen ließ. John Rutter – in Deutschland, in meiner Stadt! Einfach verrückt.   Ich werde nun also, so Gott will, im Mai Musik von John Rutter singen – unter Leitung John Rutter! Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde (war mir doch lange Jahre nicht mal bewusst, dass der legendäre John Rutter tatsächlich noch lebt). Natürlich musste ich im Laufe des Tages immer wieder kurz daran denken, wofür ich mich da angemeldet hatte. Und als ich nach Hause kam, hatte ich endlich auch Zeit in Ruhe mal wieder mein liebstes Rutter-Stück „aufzulegen“: Look at the world. Ich möchte das hier gerne mal mit euch teilen:   Wie ich schon schrieb, berührt mich das Stück immer wieder sehr. Ich mag zum einen die eingängige Musik, die ohne viele Schnörkel aber trotzdem mit viel Handwerkszeug einfach gut komponiert ist und mit einfachen Melodien und Harmonien spürbar dafür gemacht ist, zu gefallen (oder wie meine Chorleiterin sagte: „Naja, für uns echte Klassiker ist es natürlich ein bisschen simpel.“). Vielleicht ist genau das in diesem Fall aber auch gewollt, nämlich um den Text zu untermauern, der so seine volle Kraft entfalten kann. Denn auch der Text ist sehr einfach, schnörkellos und gerade deshalb für mich so anrührend. Er ist im Grunde nicht mehr als eine fast kindliche Aufzählung von Dingen, für die wir dankbar sein können: Die Jahreszeiten, die Wärme der Sonne, die Ernte, die Natur, …so viele schöne Dinge, die Gott uns schenkt!   Und dann kommt im Refrain (wenn man es so nennen will), dieser kleine Satz, der mir schon oft ein paar Tränen in die Augen getrieben hat: „Give us thankful hearts that we may see: all the gifts we share and every blessing, all things come of thee.“ (Übersetzt bedeutet es: Gib uns dankbare Herzen, damit wir sehen können: alle Gaben, die wir teilen, und jeden Segen, alles kommt von dir.) „Gib uns dankbare Herzen“ … das ist etwas, was mich immer wieder sehr bewegt. Wie oft mache ich mir Sorgen über dieses und jenes, habe Angst (besonders vor Krankheit) und fühle die ganze schwere der Welt, die mich runter zieht in einen tristen grauen Matsch … und dabei vergesse ich komplett, wie sehr ich eigentlich schon gesegnet wurde in meinem Leben und was für eine grandios schöne Welt Gott geschaffen hat. Ich denke an dieser Stelle dann oft: Selbst wenn meine schlimmste Befürchtung wahr werden würde und ich sollte morgen tot sein – müsste ich dann nicht trotzdem mit einem breiten Lächeln auf mein Leben zurück gucken und einfach nur dankbar sein für all die wunderbaren Dinge, Menschen und Momente, die ich hatte? Und noch mehr als das: Hinter dem allen steht ein Gott, der mich liebt und der einen guten Plan hat, selbst wenn für mich alles nur nach Chaos aussieht.   Mir tut dieser Perspektivwechsel unglaublich gut! Und Rutters Text und Musik sind ein wunderbarer Weg, mich immer wieder zu diesem Umdenken zu bringen – gerade weil sowohl der Text als auch die Musik so herrlich einfach und geradeaus sind. Vielleicht seid ihr ja auch gerade an einem Punkt, wo ihr so ein Stück Einfachheit gebrauchen könnt 😊 So wie unser Blog-Motto bereits sagt: Leben. Einfach. Biblisch. Vielleicht habt ihr auch manchmal Probleme, alle diese drei Wörter unter einen Hut zu bringen. Aber ich glaube das ist möglich! Und wenn ich es mal schaffe, dann gibt es mir eine angenehme Ruhe – dann kann ich nach einem kräftigen Einatmen und einem tiefen Seufzer einfach mal wieder Lächeln. Und ich hoffe ihr könnt das heute auch! 😊 "Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl." (Psalm 139:14) Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel 😊 Foto von David Beale  auf Unsplash

  • Überraschungspaket

    Nächstes Wochenende bin ich eingeladen, also vielmehr wir, als Eltern. Unsere Zwillinge werden 30!! Irgendwie surreal – gerade eben waren sie noch Kinder. Wie oft haben wir Kindergeburtstag im Februar gefeiert, mal als Faschingsparty, mal als Schatzsuche, gemeinsam und auch jeder mit seinen Freunden. Ich erinnere mich an selbst gemachte Kostüme, Berge von Pommes und Heidelbeermuffins. Der Geburtstag der Beiden war und ist immer ein Highlight im tristen Wintergrau. Ich kann mich gut an die gemischten Gefühle erinnern, die mich in der Schwangerschaft begleiteten. Gedanken wie:  von drei auf fünf in einer kleinen 3-Zimmer Wohnung, geht das gut? – unsere knapp 2 jährige Tochter als große Schwester, was macht das mit unserer Familie? – Natürlich war ich auch neugierig auf gleich zwei neue kleine Menschen, wie werden die Beiden sich entwickeln? – Hoffentlich geht alles gut, mit Gottes Hilfe! Meine Mantra-Bibelstelle lautete: Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. (Psalm 62,2) Vorbilder in der biblischen Geschichte gibt es nur zwei, die beide, kompliziert sind. Das bekannteste Zwillingspärchen sind natürlich Esau und Jakob. Nachzulesen in 1.Mose 25 ab Vers 19. Hier steht geschrieben, dass Esau Papa Isaaks Liebling und Jakob seiner Mutter Rebekka mehr ans Herz gewachsen war. Oje, und dann diese Rivalität, Hinterhältigkeit und Hass. Offensichtlich, und das wurde Rebekka schon in der Schwangerschaft offenbart, haben beide ihre Leben nach Gottes Plan gelebt und es gingen zwei Völker aus ihnen hervor. Nüchtern betrachtet also zwei eigenständige Persönlichkeiten, Zwillinge, die verschiedener nicht sein könnten. Das nahm ich als Aufgabe an. Auch wenn Vieles im täglichen Familienleben einfacher zu organisieren war, wenn alle „gleichgeschaltet“ unterwegs waren, so durfte doch der Blick auf die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungen nicht verloren gehen. Das war die Herausforderung und im Verlauf von Kindheit und Jugend auch nicht problemlos. Rückblickend würde ich sagen gilt der Spruch: wir wachsen mit unseren Aufgaben! Übrigens, die Überschrift habe ich bewusst gewählt, denn wir wussten tatsächlich nicht, was uns am frühen Abend des 08. Februar erwartete. Zwei Mädchen, ein Pärchen oder zwei Jungs.  Gott sei Dank ging alles gut und ich konnte beide spontan in einem Geburtshaus bei „meiner“ Hebamme entbinden. Beide wohlauf und gesund! Innerhalb von 10 Minuten erblickten kurz hintereinander zwei kleine Jungen das Licht der Welt. Das war eine große Überraschung, gab es bis dato in der gesamten Verwandtschaft nur weiblichen Nachwuchs. Wir hatten uns für alle möglichen Kombinationen Namen ausgedacht. Das war dann doch nicht ganz einfach sich zu entscheiden. Also keine Katrin oder Susann, auch kein Oliver oder Kilian… Als zweiten Namen bekamen beide noch einen biblischen. Ruben (Seht her, es ist ein Sohn) und Michael (Wer ist wie Gott?), das passt.  Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich dachte, jetzt geht´s los! Ein mulmiges Gefühl, denn die eine Sache war Zwillinge auszutragen, gut „verpackt“ und  versorgt und die andere, das Neue, Unbekannte mit all seinen Herausforderungen mutig anzugehen. Jetzt musste ich alles geben, damit ich die beiden satt kriege und noch vielmehr um irgendwie allen gerecht zu werden. Das zweite, auch männliche, Zwillingspärchen, das in der Bibel auftaucht, hatte einen richtig trotzigen Start ins Leben. Perez und Serach sind ihre Namen. Eine gruselige Geschichte aus dem Alten Testament, die in 1.Mose 38 nachzulesen ist. Tamar täuscht ihren Schwiegervater und kommt dadurch zu ihrem Recht und zu Zwillingen. Mir fällt auf, wenn ich beide Geschichten lese, dass trotz den komplizierten Voraussetzungen, den negativen Gefühlen und listigen Handlungen, in Gottes großartigem Plan alle ihren Platz hatten. Jakob als Stammvater des Volkes „Israel“  und Esau von den „Edomitern“. Von Serach gibt es weiter keine Erwähnung in der Bibel, doch sein Bruder Perez hat einen Platz im Stammbaum von König David und somit auch von Jesus (siehe Matthäus 1,3). Daraus erkenne ich die große Weisheit in Gottes Plan und die unermessliche Gnade, die Gott jedem Menschen zukommen lässt. Spontan fallen mir da zwei Kinderlieder ein, die wir immer gerne an Geburtstagen angestimmt haben: „Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst!“ „… egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur, du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!“ Wie Esau und Jakob sind auch meine beiden Söhne sehr unterschiedlich und absolut zweieiige Zwillinge. Rivalität gab es jedoch kaum, im Gegenteil, irgendwie ergänzten die beiden sich. Langweilig wurde es nie, da war immer ein Spielkamerad da. Heute freue ich mich, dass meine Beiden ihren Platz im Leben gefunden haben! Ihre Basis von wo aus sie ihr Leben leben können, natürlich mit allen Hochs und Tiefs die das Leben so mit sich bringt. Mit dem Segen unseres himmlischen Vaters und in der Liebe Jesu! Und  jetzt gibt´s noch eine Zugabe, ein Fundstück aus dem Netz. Eine nette Geschichte über das „Leben danach“ und wie zwei völlig verschiedene Menschen sich darüber austauschen. (zum Anschauen bei YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=RoXKGQ2BClE   ) Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter. «Sag’ mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?» fragt der eine Zwilling .«Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen kommen wird, vorbereitet», antwortet der andere Zwilling. «Ich glaube, das ist Blödsinn!» sagt der erste. «Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?» «So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?» «So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.» «Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.» «Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, Punktum.» «Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.» «Mutter???? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?» «Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!» «Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.» «Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.» Ich wünsche allen eine gute Woche, voll im Leben danach! Eure Ulrike Bildquelle: Pixabay von tookapic   Bibelzitat aus folgender Bibelübersetzung: Lutherbibel 2017 - Deutsche Bibelgesellschaft

  • Siehe, ich mache alles neu!

    Diese Aussage Gottes aus Offenbarung 21 ist die gemeinsame Jahreslosung vieler christlicher Kirchen für das Jahr 2026. Am Sonntag vor einer Woche habe ich wie so oft an einem freien Sonntag über YouTube den Gottesdienst einer der vielen Gemeinden hier in Braunschweig angesehen. Die Predigt an diesem Sonntag hatte diese Jahreslosung zum Thema. Es gab dort viele gute Gedanken zu dem Vers, die mich zum Weiterdenken angeregt haben. Ein Satz aus dieser Predigt ist mir aber ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil er mich unmittelbar mit meinem eigenen Leben verbunden hat. Mit meiner Ausbildung, meinem Berufsleben, meiner Art zu denken, meiner Persönlichkeit. Der Satz lautete: Das Projekt vom Ende her denken! Nimmt man den Anfang des 21. Kapitels aus Offenbarung, dann klingt das so: Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, […] und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig. (Offenbarung 21, 1+5) Was für ein Projekt! Nun ist es so, dass viele Christen diese Aussage so lesen, als ob Gott die bisherige Erde vernichten und einen neuen Planeten schaffen würde oder das Ganze sich irgendwie im Himmel abspielt. Der Sprecher der Predigt wies aber darauf hin, dass das hier verwendete Wort „neu“ nicht die Bedeutung von: „Das Alte war nix, das schmeißen wir weg und fangen nochmal an“ hat, sondern ganz im Gegenteil auf Verbesserung, Sanierung, Vollendung zielt. Das griechische Wort heißt „kainos“ und bedeutet eher „neu in Form und Qualität, frisch erneuert“. Dem Sprecher (und auch mir) gibt dieses Verständnis von „neu“ die beruhigende Gewissheit, dass Gott seine Schöpfung nicht verwerfen, sondern ganz im Gegenteil mit Sicherheit zur vollkommenen Vollendung führen wird. Von diesem Ende her Gottes Projekt zu denken und so die Bibel zu lesen, quasi wie den ausführlichen Projektbericht zu Gottes Projekt, das die Bibel Schöpfung nennt - da sprudelten in meinem Hirn gleich unzählige Analogien zu dem, was für mehr als 30 Jahre meinen Arbeitsalltag prägte. Lasst mich ein wenig aus diesem Arbeitsalltag beschreiben und dabei immer direkt den Bezug zu Gottes „Projektbericht“ herstellen: Im Wesentlichen war meine Arbeit in einem Architektur- und Ingenieurbüro, das sich mit allen möglichen Arten von Hochbauprojekten – also Gebäuden beschäftigt, in drei Bereiche gegliedert. Grundsätzlich, das ist wichtig zu erwähnen, ging es dabei immer um „Projekte“. Wikipedia definiert den Begriff „Projekt“ wie folgt: Ein Projekt ist zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus einem Satz von abgestimmten, gesteuerten Tätigkeiten besteht und durchgeführt wird, um ein Ziel zu erreichen. Ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit dem Ziel, ein einmaliges Produkt oder ein Ergebnis zu schaffen. Also hat jedes Projekt einen definierten Projektbeginn, ein definiertes Ziel und ein konkretes Ende. Ein Teil meiner Aufgaben war es, mit einem Bauherrn, der eine Projektidee hat, zunächst möglichst genau zu erarbeiten, was sein eigentliches Projektziel ist und was das aus dem Bau- und Planungsprojekt entstehende Gebäude denn können muss. Das nennt man Bedarfsplanung. Ein Gebäude ist ja nicht einfach Selbstzweck. Dann wäre es eher eine Skulptur. Ein Gebäude soll bestimmte Funktionen erfüllen und bestimmte Nutzungen ermöglichen (für die Architekten: dabei darf es selbstverständlich auch gerne ästhetisch sein). Eine Schule ist ein Ort zum Lernen, eine Sporthalle muss bestimmte Sportarten ermöglichen, ein Fußballstadion hat seinen Zweck, ebenso wie Laborgebäude oder Büro- und Verwaltungsbauten. Übrigens alles Gebäudearten, mit denen ich zu tun hatte. Die möglichst zielgenaue Beschreibung aller Aspekte (Räume, Flächen, funktionale Zusammenhänge, technische Ausstattungen, etc.) steht am Anfang. Diese frühe Phase sollte mit großer Sorgfalt und ohne zeitlichen Druck erfolgen, um später im Projekt nicht immer wieder korrigieren zu müssen. Im Anfang war das Wort (der LOGOS, die Projektidee), und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. (Johannes 1, 1) Als „Überschrift“ dient das formulierte Projektziel, an dem im laufenden Projekt immer wieder Teilergebnisse gemessen werden: Und der HERR sprach: […] so wahr ich lebe und von der Herrlichkeit des HERRN die ganze Erde erfüllt werden wird … (4. Mose 14, 20-21) Gepriesen sei Gott, der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut! Ja, gepriesen sei sein herrlicher Name ewiglich, und die ganze Erde sei erfüllt von seiner Herrlichkeit! (Psalm 72, 18-19) Das ist Gottes formuliertes Projektziel! Auch Gott hat nicht einfach losgelegt mit seinem Projekt. Auch wenn die Bibel mit dem Vers beginnt: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Bereits davor hat er offenbar seine Ziele und Maßnahmen zunächst mit großer Weisheit bedacht. Im Buch der Sprüche lesen wir über diese „Phase 0“ in Bezug auf die Weisheit: Der HERR hat mich (die Weisheit) geschaffen als Anfang seines Weges, als erstes seiner Werke von jeher. Von Ewigkeit her war ich eingesetzt, von Anfang an, vor den Uranfängen der Erde. Als es noch keine Fluten gab, wurde ich geboren, als noch keine Quellen waren, reich an Wasser. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln war ich geboren, als er noch nicht gemacht die Erde und die Fluren, noch die Gesamtheit der Erdschollen des Festlandes. Als er die Himmel feststellte, war ich dabei. Als er einen Kreis abmaß über der Fläche der Tiefe, als er die Wolken droben befestigte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Schranke setzte, damit die Wasser seinen Befehl nicht übertraten, als er die Grundfesten der Erde abmaß: da war ich Schoßkind bei ihm und war seine Wonne Tag für Tag, spielend vor ihm allezeit, spielend auf dem weiten Rund seiner Erde, und ich hatte meine Wonne an den Menschenkindern. (Sprüche 8, 22-31) Wie oft hätte ich mir in meinen Projekten gerade von öffentlichen Auftraggebern nur einen Funken dieser Weisheit in ihren Entscheidungen gewünscht! Gleich im ersten Teil des Projektberichtes lesen wir davon, wie sauber und wohldurchdacht bei Gott Planung und Umsetzung ineinandergreifen. Die genau richtige Abfolge der einzelnen Gewerke, damit eins auf dem anderen aufbauen kann. So, wie in einem Bauprojekt Rohbau, Dach und Fenster fertig sein sollten, bevor der Ausbau beginnt. Erst die Schlitze für die Leitungen gemacht, dann die Leitungen verlegt und erst dann der Putz an die Wände kommt. So wohlgeordnet ohne Verzögerung oder „gestörten Bauablauf“: So wird es uns im Schöpfungsbericht in 1.Mose 1 beschrieben. Einschließlich erfolgter „Abnahme“ durch den Bauherrn: Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 31) Bedenkt man, dass die Vollendung des siebten Tages, die endgültige Ruhe, wenn Gott Alles und in Allen sein wird, noch aussteht, aber wir schon jetzt davon lesen können am Ende des Projektberichtes, dann lesen sich die ersten Kapitel der Bibel quasi wie das, was wir im Projektgeschäft ein „Management Summary“ nennen würden. Schon aus diesen ersten Seiten wird deutlich, wie gut, weise und einzigartig verlässlich unser himmlischer Vater sein Projekt im Griff hat, was wir im weiteren Verlauf auch immer wieder bestätigt finden. Zum Beispiel bei Jesaja: So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Und wer ist wie ich? Er rufe und verkünde es und lege es mir dar! Wer hat von Urzeiten her das Kommende hören lassen? Und was eintreten wird, sollen sie uns verkünden! Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht schon längst hören lassen und es dir verkündet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Gott außer mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen. (Jesaja 44, 6-8) Und das gilt nicht nur inhaltlich, auch was den Terminplan angeht müssen wir uns keine Sorgen machen, obwohl das Projekt gefühlt eine sehr lange Laufzeit hat. Gott kennt seinen Zeitplan! Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. (Markus 13, 32) Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen. (2. Petrus 3, 9) Auch sein Projektteam (die Gemeinde) hat Gott vortrefflich zusammengestellt, zielgenau für jede Teilaufgabe in diesem großen Projekt und so, dass alle ein funktionierendes Ganzes ergeben. Wie so oft in unseren Projekten, werden wir auch hier davor gewarnt, dass sich einige Beteiligte im Projekt gerne für wichtiger halten als das Team. Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte. Wenn aber alles ein Glied wäre, wo wäre der Leib? Nun aber sind zwar viele Glieder, aber ein Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder wieder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht; sondern gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig; und die uns die weniger ehrbaren am Leib zu sein scheinen, die umgeben wir mit größerer Ehre; und unsere nichtanständigen haben größere Wohlanständigkeit; unsere wohlanständigen aber brauchen es nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dabei dem Mangelhafteren größere Ehre gegeben, damit keine Spaltung im Leib sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander hätten. (1. Korinther 12, 18-25) Was oft in der Zusammensetzung von Projektteams vernachlässigt wird, ist, dafür zu sorgen, dass die Beteiligten auch mit den notwendigen Kompetenzen und Ressourcen ausgestattet werden, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Auch hier hat Gott für jeden von uns als Teammitglied vorgesorgt. Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Epheser 2, 10) Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken über euren guten Willen hinaus. (Philipper 2, 13, siehe Fußnote RELB) Ein gutes Projekt, gerade dann, wenn es ein großes, wichtiges und komplexes Projekt ist, steht und fällt mit dem Projektleiter. Dieser Projektleiter muss die Fähigkeit haben, sich selbst als Teil des Teams zu begreifen, aber trotzdem zu führen. Er muss die Kommunikation mit dem Bauherrn steuern und vermitteln und so dafür sorgen, dass zu jedem Zeitpunkt der Fokus auf dem Projektziel bleibt. Nützlich ist es dabei, wenn der Projektleiter auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann und die Probleme, mit denen verschiedene Projektbeteiligte während des Projektes zu kämpfen haben, am besten aus eigenem Erleben nachvollziehen kann. Ich denke, ihr wisst, wen ich meine! Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus. (1. Timotheus 2, 5) Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise [wie wir] versucht worden ist, [doch] ohne Sünde. (Hebräer 4, 15) Es gäbe noch Hunderte von Analogien zum Projektgeschäft, die in meinem Kopf herumschwirren. Zuviel für einen Beitrag. Ich hoffe, ich habe euch soweit mit meiner Sicht auf die Bibel aus den Augen eines gläubigen Projektsteuerers nicht gelangweilt. Selbstverständlich ist das nur meine/nur eine Sicht, geprägt von meiner Sozialisation, meiner Ausbildung und meinem Werdegang, meiner Persönlichkeit. Ich jedenfalls bin froh, Teil des Projektteams in diesem einzigartigsten Projekt zu sein, dass das Universum je gesehen hat. Mir gibt es Gelassenheit, immer wieder zu sehen mit welcher Präzision und Verlässlichkeit unser himmlischer Vater sein Projekt vorantreibt. So kann ich auch all die seltsamen und erschreckenden Dinge einordnen, die uns jeden Tag aus den Medien entgegen dröhnen. Denn ich weiß, alles gehört zu Gottes „sehr gutem“ Plan für uns und seine Erde. Schon jetzt kann ich beruhigt dem Projektende entgegen sehen, denn der Bericht ist ja bereits fertig geschrieben. So kann ich das „Heute“ des Projektes jeden Tag neu vom Ende her denken! Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. (Offenbarung 21, 3-7) Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott)   Euer Peter!   Foto von mir

  • Winterwunderland

    Wer hätte es gedacht, aber wir hatten tatsächlich eine Woche lang richtigen Winter. Mit Kälte, Eis und Schnee! So wie man sich weiße Weihnachten vorstellen würde, nur dass es nicht zu Weihnachten war, sondern Anfang Januar. Das ändert aber nichts daran, dass es super schön war. Die Welt sah bezaubernd aus. Alles war weiß, der Schnee war tief, statt Fahrrädern oder Kinderwagen standen Schlitten vorm Kindergarten und das Auto haben wir die meiste Zeit lieber stehen gelassen. Es war zwar kalt, aber die meiste Zeit nicht unangenehm feucht oder klirrend kalt, sondern angenehm klar und frisch. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es war wirklich schön! Deswegen hier ein paar Bilder 😉 Die ganze Welt hat innegehalten und auf einmal eine unfassbare Ruhe ausgestrahlt. Was vermutlich auch daran lag, dass unsere Welt sich für diese eine Woche meist auf den zu Fuß zu erreichenden Umkreis beschränkt hat. Man musste gezwungenermaßen zur Ruhe kommen und konnte viel mehr das „hier und jetzt“ genießen. Die Hektik des Alltags musste weichen. Genau wie der Schnee Geräusche dämpft, hat er Ruhe und Gelassenheit auf mein Herz gelegt. Auch jetzt, wenn ich nur daran zurückdenke, erfüllt es mich mit absoluter Dankbarkeit und Freude. Es war, als hätte Gott gesagt: „Seid still und ruhig und erkennt, dass ich Gott bin.“ (nach Psalm 46,11) „Wenn ihr umkehrt und still seid, werdet ihr gerettet. Wenn ihr Ruhe bewahrt und Vertrauen habt, seid ihr stark.“ (Jesaja 30,15) Es hat mich wieder sehr daran erinnert, dass wir uns auf Gott verlassen und Zuflucht bei ihm suchen können. „Bei Gott schweigt meine Seele still. Von ihm kommt die Hilfe, die ich nötig habe! Nur er ist mein Fels und meine Rettung – meine feste Burg, sodass ich nicht wanke.“ (Psalm 62,2-3) Mit Freunden haben mein Mann und ich am Wochenende etwas in der Bibel gelesen. Wir haben uns den Anfang von Haggai angeschaut und ein Vers ist mir dabei besonders im Kopf geblieben: „Und nun, so spricht der HERR der Heerscharen: Bedenkt eure Wege! Ihr habt reichlich gesät und wenig eingebracht, ihr habt zu essen und werdet nicht satt, zu trinken, und euren Durst könnt ihr nicht löschen, anzuziehen, und keinem wird warm. Und wer Lohn verdient, legt den Lohn in einen durchlöcherten Beutel. So spricht der HERR der Heerscharen: Bedenkt eure Wege!“ (Haggai 1,5-7) Wir haben diskutiert, was das genau bedeuten könnte und unser bester Vergleich zur heutigen Zeit, war folgender: Wir suchen uns immer wieder Sachen, die uns kurzzeitig glücklich machen, sei es wie bei Haggai Essen oder Trinken, Filme oder noch kürzere Videos, für manche vielleicht Shoppen gehen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen, trifft aber den gleichen Kern. Wir sind kurz glücklich und es gibt uns einen „Kick“, aber langfristig hat es kaum eine Auswirkung, weil die Kurve des Kicks steil hoch geht, aber eben genauso steil auch wieder runter. Bei allem, was Gott betrifft, ist das nicht so. Gottes Ruhe und Freude ist viel langfristiger. An das, was ich letzte Woche gegessen habe, kann ich mich kaum noch erinnern. An die Dankbarkeit Gott gegenüber und die Freude über seine Schöpfung denke ich immer und immer wieder zurück und es erfüllt mich wie im ersten Moment. Meine Freundin hatte einen sehr interessanten Gedanken dazu: Von Gott können wir nicht süchtig/abhängig werden. Es steckt immer ein Stück Arbeit und Wollen von unserer Seite darin, Gott zu begegnen und ihm nah zu sein. Wir müssen uns bewusst dafür entscheiden. Und das finde ich ehrlich gesagt total wunderbar. Weil es Gott so besonders macht und wieder zeigt, dass er unser Wohl im Sinn hat. Er möchte uns nicht mit kurzen „Kicks“ glücklich machen, die langfristig nichts bringen. Er zeigt uns einen besseren Weg. Einen der Ruhe und Beständigkeit in unser Leben bringt. „Mein Sohn, vergiss meine Weisung nicht! Und nimm dir meine Gebote zu Herzen! Denn sie sind dazu da, dass es dir gut geht und du ein langes und glückliches Leben führst. Liebe und Treue werden dir nicht fehlen. Binde meine Weisung und meine Gebote um deinen Hals! Schreib sie auf die Tafel, die du im Herzen trägst! Dann findest du Zustimmung und Anerkennung bei Gott und bei den Menschen. Vertraue dem Herrn von ganzem Herzen! Verlass dich nicht auf deinen eigenen Verstand! Erkenne seinen Willen auf allen deinen Wegen, so wird er dir den Weg bahnen. Halte dich nicht selbst für klug! Begegne dem Herrn mit Ehrfurcht und meide das Böse! Das hält dich gesund und ist eine Arznei für deinen Körper.“ (Sprüche 3,1-8)  Manchmal neigen wir in der Hektik des Alltags dazu, das zu vergessen. Umso schöner, dass Gott immer wieder Wege findet, uns daran zu erinnern. Und dann ist es für uns nur noch ein Schritt, auf Gott zuzugehen.   Eure Lisa ♥

  • Kunst und die Existenz Gottes

    Ist es mittlerweile schon zu spät, euch ein frohes neues Jahr zu wünschen? Für mich fühlt es sich ehrlicherweise so an, als würde Silvester schon Ewigkeiten zurückliegen. Dass ich dieses Gefühl habe, könnte aber auch daran liegen, dass ich den Jahreswechsel und die Zeit danach krank auf dem Sofa verbracht habe.   Eine richtige Zeit der Erholung waren die freien Tage also leider nicht für mich. Trotzdem hatte ich dadurch, dass sich mein Start zurück in den Berufsalltag verzögert hat, einige Zeit, um das vergangene Jahr zu reflektieren.   Ein wesentlicher Teil meiner zweiten Jahreshälfte war – wie ihr auch in meinem letzten Beitrag schon lesen musstet 😉– das Musical, in dem ich mitspielen durfte. Ich muss zugeben, dass es sich immer noch etwas komisch anfühlt, dass das Projekt jetzt nicht mehr zu meinem Alltag gehört. Die Wochenenden sind wieder frei und an den Tagen unter der Woche gibt es neben dem normalen Unterricht keine Extraproben mehr. Die Kostüme, die man jede Woche getragen hat, sind mittlerweile gewaschen und werden wieder in den Fundus wegsortiert und meine Steppschuhe werden ihren Schuhkarton wohl für längere Zeit nicht mehr verlassen.   Für mich war die Möglichkeit, in dieser Produktion mit auf der Bühne zu stehen, ein lang gehegter Traum, der sich erfüllt hat und zeitgleich auch eine Erinnerung daran, was Musik in den Menschen auslösen kann.   Neben dem Spaß, den wir bei den Vorstellungen auf und hinter der Bühne haben konnten, sind die schönsten Erinnerungen an die Zeit die Reaktionen des Publikums: Von lauten Lachern an den witzigen Stellen des Stücks über überraschte Gesichter bis hin zu Tränen der Rührung und einem beseelten Lächeln am Ende des Stücks, waren alle Emotionen im Publikum vertreten. Ist es nicht verrückt, dass ein paar Worte und Töne all das in den Menschen auslösen können?   Ich kenne das Gefühl nur zu gut von beiden Seiten. Auch als Zuschauerin oder Zuhörerin ist es für mich nicht unüblich, schnell die ein oder andere Träne zu verdrücken – egal ob es um Filme, Bücher, Musicals oder klassische Musik geht.     Schönheit und Kunst als Gottesbeweis   Während ich über die Reaktionen des Publikums auf unser Stück nachdachte, musste ich auch an einen Workshop zurückdenken, an dem ich vor einigen Jahren bei einer Online-Gemeindefreizeit in der Coronazeit teilgenommen hatte. Der Workshop trug den Titel „Gibt es einen Gott?“ und es ging um verschiedene Gottesbeweise bzw. Argumente, die für die Existenz Gottes sprechen und entsprechende Gegenargumente, die häufig von Atheisten angeführt werden.   Auf der Liste mit verschiedenen Argumenten für Gottes Existenz fand sich auch ein Punkt, der mit „Schönheit, Musik und Liebe“ betitelt war. Die Erfahrungen aus meiner Musicalzeit im letzten Jahr haben für mich noch ein Stück mehr verständlich gemacht, warum diese Dinge für viele Menschen ein wesentliches Argument für die Existenz Gottes sein können.   Wenn ich an Schönheit als Gottesbeweis oder Hinweis auf die Existenz Gottes denke, dann geht mein Blick als erstes in die Natur. Für mich selbst war dies auch immer das naheliegendste Argument dafür, dass es Gott gibt. Denn die Schönheit der Natur kann ich mir persönlich nicht anders als mit einem intelligenten Schöpfer erklären. Es gibt so viele verrückte und gefühlt unbegründet ausgefeilte Details in der Schöpfung, die ihre Daseinsberechtigung scheinbar allein darin haben, dass sie schön sind und Gott sie so haben wollte.   Aber Schönheit beschränkt sich nicht nur auf die Natur. Ich finde (mittlerweile), dass ein ebenso wichtiger Teil der Argumentation ist, dass wir diese Schönheit überhaupt wahrnehmen können. Hier schließt sich auch der Bogen zur Musik und zu anderen Kunstformen.   Wir Menschen wurden mit einer Kreativität ausgestattet, die für mich eins der Merkmale dessen ist, dass wir in Gottes Bild geschaffen wurden. Wir wurden mit der Fähigkeit ausgestattet, selbst Werke zu erschaffen, die andere Menschen als schön erkennen können. Dass wir dazu fähig sind, zum Beispiel Musik zu komponieren und dadurch unsere ganze Bandbreite an Emotionen anzusprechen, ist für mich ein weiteres Beispiel für ein Stück eigentlich nutzlose Schönheit, durch die sich Gottes Schöpfung auszeichnet.   Musik ist hierbei auch nur ein Beispiel von vielen. Ähnlich faszinierend ist für mich auch, was Worte in uns auslösen können. Dass wir die Fähigkeit haben, Menschen mit den Geschichten, die wir erzählen, ebenso zum Lachen und zum Weinen zu bringen und jede Emotion dazwischen auszulösen.   Nicht nur dürfen wir somit in der Schönheit der Schöpfung die maßlose Kreativität Gottes erkennen, sondern wurden ebenfalls mit einem Abbild dieser Kreativität ausgestattet, die es uns erlaubt, auch in unseren eigenen Schöpfungen einen Abglanz dieser Schönheit zu sehen.   Das ist eine Fähigkeit für die ich unfassbar dankbar bin. Für all die Tränen, die ich beim Musik hören vergießen kann, für die Freude, die ich empfinde, wenn ich selber am Klavier sitze oder singe und ebenso für jedes Lachen und jede Träne, die ich im Publikum sehen konnte, als ich letztes Jahr in meinem ersten Musical auf der Bühne stand.   Ehrlicherweise habe ich keine Ahnung, welche Funktion man der Musik zuschreibt, wenn man versucht, diese als evolutionären Vorteil darzustellen und auf diesem Weg zu begründen. Ich bin jedoch der Meinung, dass sich die Schönheit von Gottes Schöpfung an vielen Stellen gerade dadurch auszeichnet, dass nicht alles einen klaren Nutzen hat, sondern manche Dinge einfach "nur" schön sind und damit ihren Zweck erfüllen.     Einfach schön   Ich finde, ein guter Vorsatz für das neue Jahr kann sein, zu versuchen, diese Form der Schönheit auch in unserem Alltag (neu) zu entdecken. Wie oft nimmt man sich Zeit für Dinge, die einem selbst oder anderen einfach Freude bereiten, ohne dabei produktiv, ergebnisorientiert oder was auch immer zu sein, das uns die Leistungsgesellschaft als „sinnvoll“ verkaufen möchte?   Während ich den Beginn des Jahres krank Zuhause verbracht habe, habe ich zum ersten Mal seit langem mehrere Stunden am Klavier gesessen. Ich habe neue Seiten in meinen Ausmalbüchern gefüllt, mehrere Bücher gelesen und mir die Zeit genommen, Musik zu hören. Dabei meine ich Musik hören tatsächlich als einzige Aktivität, ohne Musik nur als Hintergrundgeräusch beim Spülen oder Aufräumen zu nutzen. Ich habe unter anderem seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder eine Aufnahme von meiner Lieblingsballade von Chopin gehört (und auch hierbei prompt ein paar Tränen vergossen). Diese 10 Minuten habe ich mir schon lange nicht mehr gegönnt.   Vielleicht könnt ihr mit der Aufzählung nichts anfangen und das sind keine Dinge, die euch Freude bereiten würden. Trotzdem möchte ich euch mit meinem Beitrag dazu ermuntern, euch in diesem neuen Jahr Zeit zu nehmen für die Dinge, die euch mit Freude erfüllen. Zeit dafür, Dinge zu genießen, die einfach schön sind, ohne einen weiteren Zweck zu haben und in dieser Schönheit die Hand Gottes zu erkennen, aus der wir all diese Dinge als Segen empfangen dürfen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • verletzt

    Am Anfang des neuen Jahres möchte ich nochmal auf das gerade abgelaufenen Jahr zurückschauen.   Was war besonders schön? Was bleibt? Hat sich etwas verändert? Konnte etwas verbessert werden? Gab es Heilung?   Im November, also fast schon am Ende des Jahres, erlebte ich etwas Herausragendes – einen Glücksmoment. Eine lange zurückliegende, schon gar nicht mehr präsente, eigentlich behandelte, seelische Verletzung heilte.   Gern möchte ich hier davon berichten. Dazu habe ich die Form des fiktiven Interviews gewählt. Ich führte quasi eine Befragung mit mir selbst durch.     Interview   Frage Bevor wir von der eigentlichen Heilung erfahren, könntest du etwas über deine Verletzung erzählen?   Antwort Vor ein paar Jahren konnten wir, zwei Freunde und ich, in offenen und ehrlichen Gesprächen die Gründe für unser Mistrauen und von ausbrechenden Streitigkeiten herausfinden. Wir fanden neues Verständnis füreinander, vergaben uns und konnten so wieder zu einem besseren Miteinander finden. Es war gut. Manchmal fühlte ich ein Unbehagen. Es hatte etwa 20 Jahre gedauert, bis es zu einer Aussprache kam. Ich hatte das Gefühl, von meinen Freunden in Abwesenheit verurteilt worden zu sein. Ich konnte mich nicht verteidigen, nur über ihr distanziertes Verhalten wundern. Diesem Gefühl ging ich nicht weiter nach. Ich freute mich über unseren erlangten Frieden. Mit der Zeit war das Unbehagen gar nicht mehr da. Die Verletzung war mir also nicht bewusst.   Frage Wie konnte sie dann geheilt werden?   Antwort Im Grunde wurde ich auf verschiedene Weise darauf vorbereitet und mein Inneres geöffnet. Ein Freund sprach mit mir über seine Erfahrungen mit der Aufarbeitung seiner Kindheit. Die „innere Kind Arbeit“. Dabei horchte ich auch immer wieder in mich hinein. Belastet mich etwas? Ein Gespräch mit einer Freundin brachte den Begriff „gesehen werden“ hervor. Sie wünschte sich in ihrem Leben mehr davon. So gesehen war es ein passendes Bild für Situationen, in denen man sich nicht in rechter Weise wahrgenommen fühlt. Da knackte vielleicht schon etwas in meiner Seele.   Frage In welchem Zeitraum spielte sich das ab?   Antwort Das war im Grunde zeitgleich in einer Woche. Solche intensiven, offenen und persönlichen Gespräche führe ich in meinem Leben eher selten.   Frage Wie ging es dann weiter?   Antwort So gefüllt nahm ich am Ende der Woche an unserer Versammlung teil. Eine Glaubensschwester nahm das Thema Liebe der vergangenen Wochen auf und erweiterte es um den Begriff „Geist“. Wir können die Kraft Gottes in uns spüren. In einer Meditationszeit spürten wir gemeinsam die Nähe Gottes auf und suchten die Beziehung zu Jesus und Gott. Es war eine Gemeinschaftsstunde geprägt von Wahrhaftigkeit und Offenheit. Von Liebe. Folgend berichtete ich über einen interessanten Beitrag, den ich auf BibelTV gesehen hatte. Auf die Einzelheiten möchte ich hier aus persönlichen Gründen nicht weiter eingehen. Nach einem kurzen Austausch meldete sich ein Glaubensbruder zu Wort und teilte mir sein Unbehagen darüber mit, dass gerade ich dieses Thema anspreche. Das tue ihm weh. Sofort ging ich verständnisvoll auf ihn ein. Ich beschrieb ihm, das es mir auch noch so ging wie ihm. Wir unterhielten uns auf Augenhöhe und mit Respekt füreinander.   Frage Du möchtest hier nicht ins Detail gehen. Scheinbar willst du uns schildern, welche Situationen für dich wichtig waren?   Antwort Genau. Es ist nicht einfach, ohne zu viel zu verraten, den Zusammenhang herzustellen. Die geschilderte Situation wird später am Abend noch fortgesetzt. Sie zeigte mir, wie ein offener Umgang möglich ist.   Frage Passierte noch etwas an diesem Tag noch?   Antwort Ja. Die beiden Freunde, von denen ich vorhin sprach, nahmen auch an unserem Treffen teil. Der eine erzählte in einem persönlichen Austausch einige Gedanken von sich. Nachdem ich sie mit großem Interesse aufnahm, bat er mich, niemanden davon zu erzählen. Kurze Zeit später erzählte uns der andere Freund in einer kleinen Runde etwas, was er noch niemanden von uns erzählt hatte.   Frage Ihr hattet wirklich einen besonderen Gottesdienst Tag. Doch was haben diese beiden Schilderungen mit deiner Geschichte zu tun?   Antwort Der Grund für unsere damalige Entfremdung war, dass ich Dinge ausgesprochen bzw. weitergegeben habe, die aus ihrer Sicht geheim bleiben sollten. Hier erlebte ich also ähnliche Situationen mit ihnen, wie vor vielen, vielen Jahren. Bei den aktuellen Schilderungen wurde ich daran erinnert. Es beschäftigte mich auch noch am Abend. Ich bewegte es in meinen Gedanken und beließ es dann aber bei den Freunden. Thematisch war ich also sehr nah bei meiner schlummernden Verletzung.   Frage Und wie kam es dann zum Ausbruch?   Antwort Am späten Abend schaute ich noch ein letztes Mal auf mein Handy. Oh da war noch eine ungelesene whatsapp Nachricht von meinem Glaubensbruder, den ich am Vormittag mit meinem Bericht verletzt hatte. Zunächst öffnete ich sie nicht. Ich befürchtete Schlimmes. Kurz vor dem Schlafengehen gab ich mit einen Ruck und las die Nachricht. Meine Angst war unnötig. Im Gegenteil. Er hatte es positiv wahrgenommen, dass er sein Gefühl des Unbehagens offen ansprechen konnte. Er drückte seine Dankbarkeit für meine offene und entgegenkommende Art aus. Er freute sich über meine Ehrlichkeit, mein Verständnis und mein Einfühlungsvermögen. Und dass wir so liebevoll miteinander umgehen. Das alles möchte er sich zum Vorbild nehmen, wenn er einmal in einer vergleichbaren Situation ist. Puuh. Ich war erleichtert und schlief mit einem Dankgebet ein.   Mitten in der Nacht wachte ich auf. Ich hatte das Gefühl, dass alles erleuchtet war. Und ein besonders heller Strahl leuchtete auf die Stelle meines Herzens, wo die Erlebnisse mit meinen Freunden verortet war. Die nicht ausgesprochene Verurteilung, das nicht gesehen werden war für mich als Verletzung nun deutlich präsent und sichtbar. Und wie durch ein Wunder heilte dieser laserhafte Lichtstrahl diese Wunde. Alles war wieder heil.   Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben wie die Morgensonne, und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt. Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, und meine Herrlichkeit beschließt euren Zug.  (Jesaja 58,8) Ein anderes Mal sagte Jesus zu den Menschen: »Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Dunkelheit umherirren, sondern er hat das Licht, das ihn zum Leben führt.« (Johannes 8.12)   Anmerkung Wow. Wie schön ist das denn?   Frage Was ist mit deinen Freunden. Steht da jetzt von dir eine Anklage im Raum?   Antwort Nein, ganz und gar nicht. Ich möchte hier nur von meinen Gefühlen und Erlebnissen berichten. Und das möglichst abstrakt. Um es verständlich zu beschreiben, sind aus meiner Sicht die wahren Sachverhalte zu benennen ohne zu viel persönliches zu verraten. Mir ist es wichtig dem Leser ein Beispiel für den Umgang mit seelischen Verletzungen zu geben, in der Hoffnung dass es eine Heilung bei ihm initiiert. Natürlich finde ich auch den Kontext wichtig und spannend, dass hier an einem Tag eine gewisse Fügung mit im Spiel war.   Frage Meinst du wirklich, dass hier Gott und Jesus beteiligt waren?   Antwort Das habe ich sie auch gefragt. Natürlich bekam ich keine direkte Antwort von ihnen. Das Zusammenspiel und die Gleichzeitigkeit der Ereignisse finde ich schon sehr wunderbar. Ich glaube das können sie beeinflussen. Damit greifen sie nur in mein persönliches Leben ein. Es hat so gut wie keinen Einfluss auf das Große und Ganze. Auf jeden Fall bin ich Jesus und Gott wirklich dankbar für diese Führung und Fügung. Ich fühle mich sehr gesegnet und befreit.   Frage Wie geht es jetzt weiter?   Antwort Mich ermutigt es, positiv auf mein Leben im Hier und Jetzt zu schauen. Die Verletzung aus der Vergangenheit hat keinen Einfluss mehr auf mich. Sie wird mich nicht mehr triggern und die Führung übernehmen. Diesen Anlass für Tauer und Voreingenommenheit gibt es nicht mehr. In vielen Lebenssituationen fühle ich Erleichterung. Ein Gefühl zu schweben.   Anmerkung Vielen Dank für die Offenheit. Es ich schön zu sehen, wie Kontroversen des Lebens zu solch positiven Erkenntnissen und Glaubenserfahrungen führen.   Soweit mein „Interview“. Ich wünsche dir, ein gesegnetes, friedliches und erbauendes 2026.     In diesem Sinne sei Erleuchtet.     Ingo     Bild von Pete Linforth auf Pixabay   Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de   Ingo Tauchert   Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

  • Winterpause

    … Solange die Erde besteht, soll es immer Saat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht geben.« (1.Mose 8,22)   Wir machen eine Winterpause. Die Redakteure wünschen allen Lesern eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes, friedliches und ebenfalls gesegnetes neues Jahr. Am 05.01.2026 geht es weiter. Im Auftrag Ingo   Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

  • Stern...

    ...über Bethlehem, zeig uns den Weg  führ' uns zur Krippe hin, zeig, wo sie steht Leuchte du uns voran, bis wir dort sind. Stern über Bethlehem, führt uns zum Kind.  (Alfred Hans Zoller) ..höre ich meinen Sohn während seiner Beschäftigung singen. So ein schönes Lied. Dieses Jahr ist die Adventszeit ein bisschen anders, besinnlicher, ruhiger. Mit viel Musik. Ich war schon bei zwei Chorkonzerten und einem Musical ( A Christmas Carol ). Insgesamt habe ich mir fest vorgenommen mich mehr auf gemeinsame Zeit und Gemeinschaft zu fokussieren anstatt gestresst irgendwelche Konsumgüter für andere zu kaufen, die dann doch nicht gefallen. Im Moment schaffe ich das sehr gut. Ich bin sogar ein großes Gefährt losgeworden. Mein Auto. Etwas komisch, aber insgesamt ein sehr befreiendes Gefühl. Eine Sache weniger, um die ich mich kümmern muss.  Dieses Jahr fällt mir besonders auf, wie präsent Jesus für mich ist (und der Weihnachtsmann zum Glück nicht), weil ich ihn aktiv in den Mittelpunkt stelle. Das hat auch Auswirkungen auf die Kinder. Ich bin überrascht, dass sogar im Kindergarten christliche, traditionelle Lieder gesungen werden und sogar das Karussell auf dem Weihnachtsmarkt spielt "Stern über Bethlehem" so laut, dass es über den ganzen Markt zu hören ist. Unser Sohn hat dieses Jahr erstaunlicherweise kein Interesse am Karussellfahren (wahrscheinlich zu laut) oder einen Wunschzettel zu erstellen. Auch vom Weihnachtsmann hat er noch nicht gesprochen. Kommt dann bestimmt nächstes Jahr. Ein paar persönliche Geschenke wird es an Weihnachten dennoch geben:  u.a. selbst gebastelte Kalender. Es ist wundervoll so noch einmal das Jahr Revue passieren zu lassen und in positiven Erinnerungen zu schwelgen. Schöne Fotos und Videos zu sehen und zu erkennen, wie kostbar und gesegnet doch diese Zeit im Hier und Jetzt sein kann. Das sie voller Wunder ist, obwohl manchmal alles negativ erscheint. Dieses Jahr bin ich so dankbar, dass ich Menschen (wieder) getroffen habe, die ich eine sehr lange Zeit nicht mehr oder noch nie zuvor gesehen habe und die mir jetzt schon fehlen (ganz viel Liebe geht raus an Hannah-Mi, Tabbi, Anastasia, Ida, Annemarie, Antonia, Ilona, Jenni, Lilli und Naomi). Unsere Treffen sind meine Lichtmomente in diesem Jahr.  Wir brauchen nur nach oben zu schauen gen Himmel. Jeder leuchtende Stern am Himmel führt uns zu Jesus (wenn wir es wollen). Er ist allgegenwärtig, sitzt zur Rechten Gottes und passt auf uns auf.  Er ist zum Himmel zurückgekehrt und hat den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite eingenommen. Alle Engel, alle Mächte und Gewalten unterstehen seiner Herrschaft. (1. Petrus 3,22) Lieber Gott, ich danke dir für die Sterne. Sie zeigen uns den Weg zu Jesus und erinnern uns an dein wunderbares Werk.  Auch wenn hier unten alles dunkel erscheint, schenkst du uns Hoffnung, Frieden und Sicherheit durch deinen Sohn Jesus, den du uns als Bruder und Retter auf die Erde gesendet hast als Zeichen deiner großen Liebe und Gnade.  Im Advent im Advent, wenn die dritte Kerze brennt , sing ich Falla la la la, Weihnacht ist bald da. Steht ein Stern am Himmelszelt freut sich die ganze Welt ( Ida im Liederkasten, "Im Advent" ) Ja, die ganze Welt scheint sich zu freuen. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es einmal im Jahr anscheinend normal ist, sich an Jesus zu erinnern und christliche Lieder zu singen. Schade, dass es nicht das ganze Jahr so ist und wir es nicht immer schaffen uns in Nächstenliebe zu begegnen oder die die Verbindung zu Jesus aufrecht zu erhalten. Ich wünsche euch eine besinnliche und gesegnete  Weihnachtszeit und eine schöne Geburtstagsfeier mit all euren Lieben.  Eure Freya Rise up (like a star) and shine! Our Father who is in Heaven Watching from high above His only Son is our Savior Symbol of all our love Sweet is the song the angels sing Guiding us into the light No matter what, we're not alone A star is shining tonight (Oslo Gospel Choir)

  • Gottes Story

    Vielleicht kennt ihr das auch: Wenn ich von meinen nicht-christlichen Freunden jemals auf meinen Glauben angesprochen werde, dann geht es dabei selten um große theologische Fragen. Niemand fragt mich, wie Erlösung funktioniert oder möchte diskutieren, ob Gott dreieinig ist. Was Menschen an meinem christlichen Glauben interessiert ist etwas viel Greifbareres und Praktischeres – meine Ethik. Ehrlich gesagt habe ich mir nie wirklich Gedanken über den Unterschied gemacht. Aber dann habe ich neulich einen Podcast wiederentdeckt, der mir schon vor Jahren empfohlen wurde. Und diesmal habe ich auch angefangen ihn zu hören!   Ein neuer alter Podcast   Der Podcast heißt „Karte und Gebiet“. In ihm sprechen die deutschen Theologen Thorsten Dietz und Tobias Faix über „Ethik zum Selberdenken“, quasi als Ergänzung und Vertiefung ihrer zwei Bände „Transformative Ethik“, die denselben Untertitel tragen. Der Podcast (oder besser: die wenigen Folgen, die ich bisher gehört habe) hat mir die Augen dafür geöffnet, dass ein großer Teil von dem, was Menschen am christlichen Glauben interessiert, ethische Fragen sind. Und ich habe gemerkt: Das sind auch die Fragen, die mich am meisten interessieren!   Während die Theologie (wörtlich übersetz etwa: Die Rede von Gott) sich eher mit allgemeinen Glaubensätzen zu Gott, Jesus, dem heiligen Geist oder der Plan Gottes mit den Menschen befasst, fragt die christliche Ethik danach, wie wir als Christen leben und handeln sollen. Es verwundert mich nicht, dass ethische Fragen Außenstehende oft mehr reizen als rein theologische, wenn auch nach meiner Erfahrung viele Anfragen eher neugierig und mit einer hochgezogenen Augenbraue abklären wollen, ob ich wohl auch all die christlichen Klischees erfüllen: Blicke ich auch abschätzig auf Homosexuelle? Gehört meine Frau für mich auch vorwiegend hinter den Herd? Denke ich auch, dass die Rute zur guten Kindererziehung dazugehört?   Ja, es gibt viele und leider oft sehr negative Klischees darüber, wie Christen leben wollen und wie sie mit anderen umgehen. Und auch wenn es mich sehr traurig macht, weil all das in der Regel komplett am wirklichen Beispiel Jesu und damit auch an meinen Überzeugungen vorbei geht, sehe ich leider auch, wo die Klischees herkommen. Und ja: Einfach ist die Angelegenheit nicht. Immerhin halten die meisten Christen (und auch ich) die Bibel als Wort Gottes und zentrales Buch unseres Glaubens hoch. Und in diesem Buch kann man vieles Lesen, was auf den ersten Blick fragwürdig oder sogar verstörend wirkt. Die große Frage ist also: Wie geht man mit dem Buch um und wie kann man es vernünftig verstehen und auslegen? Und was lehrt mich die Bibel dann wirklich darüber, wie ich als Christ mein Leben leben sollte?   Natürlich ist das ein riesiges Thema, über das Bücher über Bücher geschrieben und Podcastfolge über Podcastfolge aufgenommen wurden. Ich habe auch bei weitem nicht zu allem eine gute Antwort. Aber: Ich habe im Karte und Gebiet Podcast neulich einen spannenden Ansatz gehört, den ich gerne mit euch teilen würde. Mir hat er geholfen, mein Verständnis der Bibel und meine ethischen Ansichten besser in Worte zu fassen – und vielleicht kann er das für euch auch.   Gottes Story   In Folge 5 von Karte und Gebiet sprechen Thorsten und Tobias über den englischen Geistlichen und Theologie-Professor N. T. Wright. Beide sagen, dass Wright sie mit seinen Büchern und Vorträgen sehr inspiriert und geprägt hat. Besonders auf eins vom Wrights Bildern gehen sie näher ein und machen es sich für ihre ethischen Überlegungen zu eigen. Es ist das Bild der Geschichte (Story) Gottes mit den Menschen.   Die Idee ist im Grunde folgende: Es gibt eine große Geschichte Gottes mit den Menschen, die alle Zeiten überspannt. Die Bibel gibt uns Einblicke in viele Abschnitte dieser Geschichte – aber nicht in alle! Vor allem nicht in den Teil, der jetzt gerade abläuft. Wright benutzt dafür das Bild eines Dramas in 5 Akten, als das man die Bibel lesen kann: Jeder Akt eröffnet neue Facetten derselben Geschichte. Gott nimmt dabei eine Position irgendwo zwischen Autor und Regisseur ist. Jedoch bricht das Skript kurz nach Beginn des 5. Akts plötzlich ab … und nun ist es an uns, die Geschichte getreu der ersten 4 Akte zu Ende zu spielen.   Ich finde dieses Bild sehr spannend, da ich denke, dass es unsere Situation heute wirklich gut beschreibt. Jeder der ersten vier Akte bringt uns interessante Einblicke in die Geschichte und damit in Gottes Gedanken und sein Handeln. Hier sind ein paar Gedanken aus dem Podcast dazu, was für Punkte das sind und wie sie sich auf ethische Fragen auswirken:   Akt 1: Die Schöpfung   Gott schafft den Menschen „in seinem Bild“. Auch schafft er ihn „sehr gut“. Aus dieser Gottesebenbildlichkeit lässt sich ein unglaublicher Wert jedes einzelnen Menschen ableiten. Es gibt aufgrund der erzählerischen Struktur der Schöpfungsberichte keine direkten Gebote oder Anweisungen, aber wenn man bedenkt, wie zentral Erzählungen im kulturellen Kontext der Entstehung des Buchs Genesis waren, lassen sich trotzdem viele fundierte Gedanken über Gott, den Menschen, Beziehungen und Sinn ableiten.   Akt 2: Der Fall   Beziehungen gehen zu Bruch: Die Beziehung des Menschen zu Gott, zu seinen Mitmenschen und auch zur Natur. Der Egoismus als vernichtendes Übel wird offenbar: Jeder ist sich mehr und mehr selbst der Nächste. Das bestimmt auch das Handeln in der Welt. Der Mensch ist gebrochen und bekommt dieses Problem selbst nicht gelöst.   Akt 3: Gottes Geschichte mit Israel   Gott schließt Bünde mit Abraham, Jakob und David. Diese Bünde haben einen universellen Charakter – sie werden zwar spezifisch für Israel gegeben, aber wir alle können daran teilhaben. Israel wird exemplarisch ausgewählt, um Gottes Begleitung und Handeln – kurz: seine Treue – zu zeigen. Wir finden viele Beispiele für uns in der Zerrissenheit des Volkes Israel und dem ewigen Straucheln zwischen Gut und Böse. In Israels Geschichte zeigen sich viele Facetten Gottes. Es sticht hier heraus, dass Gott besondere Fürsorge für die Benachteiligten und Unterdrückten zeigt.   Akt 4: Jesus   Mit Jesu Auftreten beginnt nichts völlig Neues, sondern er setzt die Geschichte fort. Das zeigt sich unter anderem darin, wie viel er aus dem Alten Testament zitiert. Jesus lehrt die Menschen viel über Gottes Ethik. Aber noch wichtiger: Er lebt sie auch! In Jesus finden wir das Vorbild der Einheit von Wort und Tat. Jesus führt viele ethische Prinzipien weiter aus, so z.B. die Gewaltfreiheit und ganz besonders die Feindesliebe.   Akt 5: Die Gemeinde und Gottes Handeln bis heute   Das bedeutendste Ereignis der Weltgeschichte – Jesu Auferstehung – legt den Grundstein für eine neue, reparierte Welt. Gottes Geist beginnt deutlich in der frühen Gemeinde zu wirken. Für jeden Nachfolger Jesu beginnt ein lebenslanger Weg der Verwandlung. Wir dürfen wissen, dass wir nicht allein sind: Wir haben den heiligen Geist, wir haben die Schrift und wir haben Gott und Jesus immer an unserer Seite. Gott zeigt uns unter anderem durch Paulus: Ihr müsst viele Entscheidungen treffen und ihr sollt sie selbst treffen, aber ihr seid nicht allein damit.   Wie geht es jetzt weiter?   Und hier betreten wir die Bühne. Das Skript ist zu Ende. Es gibt keine Regieanweisungen mehr, keinen Text, den wir auswendig lernen und nachspielen können. Den Rest müssen wir nun selbst spielen. Aber wir sind nicht allein – und schon gar nicht ohne Anhaltspunkte. Wir können auf 4 spannende Akte zurückblicken, die uns tiefe Einsichten in Gottes Willen und Handeln gegeben haben. Unsere Aufgabe ist es nun, eine würdige Fortsetzung der Geschichte Gottes mit der Menschheit auf die Bühne zu bringen.   Ich denke dieses Bild beschreibt unsere Situation ziemlich treffend und die vielen Implikationen fordern uns ethisch sehr heraus. Wie gehen wir um mit den ersten 4 Akten des Stücks? Wie schreiben wir alle zusammen und gleichzeitig jede/r für sich Akt 5 fort? Wie detailliert orientieren wir uns dabei an den ersten 4 Akten? Und was gilt es zu beachten, um einen „originalgetreuen“ Akt 5 zu schreiben?   Ist es zum Beispiel sinnvoll, Teile von Akt 3 und 4 einfach noch einmal 1:1 zu wiederholen? Ich denke nicht. Die Geschichte muss ja weiter gehen. Würde sie sich immer nur wiederholen, dann würde sie nie zu einem Ende kommen. Uns wurde aber ein grandioses Finale versprochen, und auch wenn wir nicht wissen, wie lang der 5. Akt sich noch ziehen wird, ist es doch nur logisch, dass die Geschichte sich weiter entwickeln sollte und nicht zum Beispiel in einer Dauerschleife mitten in Akt 3 hängen bleiben kann.   Trotzdem muss Akt 5 auf alle vorherigen Akte aufbauen – es ist schließlich immer noch dieselbe große Geschichte. Was können wir also aus Akt 1 bis 4 über den Stil des Autors bzw. des Regisseurs erkennen? Wie können wir die Geschichte stimmig und stilistisch passend fortführen? Wie bei jeder literarischen Analyse gibt es hier wohl nicht die eine richtige Antwort – auch wenn es nur einen Autor gibt. Jeder und jede von uns bringt in seiner/ihrer Analyse der ersten Akte viele persönliche Hintergründe mit ein und so stechen auch andere stilistische Aspekte deutlicher hervor, obwohl vielleicht alle zusammen erst den wirklichen Stil des Stücks ausmachen.   Für mich sind vor allem zwei Feststellungen spannend: Zum einen die, dass Akt 5, in dem wir leben, nicht einfach nur eine Wiederholung sein kann, sondern in irgendeiner Form eine Weiterentwicklung des Stoffes sein muss. Zum anderen die, dass es offenbar essenziell im Konzept Gottes verankert ist, dass es für Akt 5 kein Skript und keine detaillierten Regieanweisungen mehr gibt. Vielmehr sind wir angehalten, die Geschichte ohne all das so zu interpretieren, dass sie der Vision des Autors gerecht wird. Verglichen mit anderen Akten ist das eine sehr neue Art von vertrauensvoller und wertschätzender Beziehung zwischen Autor und Schauspielern.   Ich hoffe, ihr findet das Bild des Theaterstücks in 5 Akten ähnlich spannend wie ich. Natürlich ist es nur ein Bild und hat sein Grenzen. Ich finde aber, es zeigt viele kleine Aspekte, die mich heute herausfordern zu überdenken, wie ich die Bibel verstehe und wie ich aus ihr meine eigene Ethik ableite. Ich habe schon jetzt die Erfahrung gemacht, dass mir Wrights Bild im Gespräch mit Nicht-Christen aber auch mit Christen hilft, mein Verständnis von Gottes Willen besser zu vermitteln. Und es lädt alle – egal ob Christ oder nicht – ein, sich selbst Gedanken über ihre ganz persönliche Rolle in Akt 5 zu machen. In Anspielung auf meinen wiederentdeckten Podcast hieße das also: Leben zum Selberdenken.   Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel Foto von stefano stacchini  auf Unsplash

Abonniere uns per Mail

Danke für das Abo!

Du kannst dieses jederzeit über den Button in unseren Mails kündigen.

© 2020 leben.einfach.biblisch. | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung

bottom of page