Einatmen - Ausatmen
- Ulrike

- vor 4 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Ich liege gerade krank auf dem Sofa und versuche einen klaren Gedanken für diesen Blog zu fassen, eine Struktur zu finden mit der ich euch „Leben – einfach – biblisch“ praktisch näher bringen kann. Nicht einfach in dieser Zeit! Einfach scheint gerade nichts. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und ich versuche, den Überblick zu behalten. Meine iranischen Schwestern und Brüder leiden, meine ukrainische Glaubensschwester ist desillusioniert und ich versuche mit ihnen zu fühlen. Was für eine Belastung, wenn ich selbst als gläubiger Mensch, mit Hoffnung und Gottvertrauen ausgestattet, spüre, wo ich an meine Grenzen komme. Ich denke mir, wie hält ein nicht gläubiger Mensch das überhaupt aus? Ohne Hoffnung auf ein ewiges und gerechtes Friedensreich? Ohne Gebet, ohne die Verbindung durch Jesus zu Gott, ohne den Geist Gottes, das heißt für mich, ohne eine Idee davon zu haben, was der errettende Gedanke Gottes ist? Ich würde, denke ich, komplett untergehen.
Und nicht nur die weite Welt spielt verrückt. Meine Freunde und Bekannten haben mit Trauer, Verlust, psychischen Ausnahmezuständen und deren Behandlung, gesundheitlichen Großbaustellen und anderen Widrigkeiten zu kämpfen.
Einatmen – Ausatmen… Die Welt kann ich nicht ändern, Gottes Plan kann ich nicht beeinflussen. Ich suche nach Balance, nach einem Gegengewicht zu all den furchtbaren Nachrichten. Nicht um zu Verdrängen, nicht um den Kopf in den Sand zu stecken, denn ich will wach bleiben und verstehen was in der Welt passiert und trotzdem nicht verzweifeln.
Ein Experiment
Was ich kann ist, mit offenen Augen, Ohren und weitem Herz meine direkte Umgebung wahrnehmen und einfach – biblisch – leben. Ich versuche es zumindest, bin ja auch kein Engel :) Es gibt sie noch, die guten Seiten der Mitmenschlichkeit, ganz bestimmt. Deshalb möchte ich euch ein kleines Experiment vorschlagen. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern ich habe mich durch eine Kolumne inspirieren lassen.
Die Aussage darin: „… wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, erlebt in vielen kleinen Szenen die guten Seiten unseres Miteinanders…" (1)
Also habe ich in den letzten Tagen mal darauf geachtet, und es stimmt tatsächlich. Jedes kleine Erlebnis zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht.
Zum Beispiel erzählte meine Kollegin, dass sie es mit ihrem qualmenden Auto gerade so zur Arbeit geschafft hat und jetzt gar nicht weiß, was werden soll. Kurze Zeit später unterhielt sie sich mit einer Kundin, die gleich einen Kontakt zu einer ihr vertrauten Werkstatt um die Ecke herstellte und siehe da, meiner Kollegin konnte noch während der Arbeitszeit geholfen werden und ihr Auto funktioniert wieder!
In der Fußgängerzone ging ich neulich an zwei Menschen vorbei, die sich fragten, wo denn das nächste Elektrofachgeschäft wäre. Ich ging drei Schritte zurück und erklärte ihnen den Weg
Mein Enkel, gerade fünf geworden, erklärte mir, dass er auf jeden Fall Julian heiraten will, seinen ersten und besten Freund. Und obwohl die beiden schon seit einem guten Jahr nicht mehr nebeneinander wohnen, haben die beiden eine tolle Freundschaft.
Zur Nachahmung empfohlen! Natürlich erlebt man auch das Gegenteil, das hat mich nicht davon abgehalten, diese Momente der Menschlichkeit zu bemerken, zu sammeln und mich daran zu erfreuen. Das bringt mir ein paar Sonnenstrahlen ins Dauergewitter der schlechten Nachrichten!

Ein Kapitel aus der Bibel möchte ich euch noch ans Herz legen: 2. Korinther 4 beschreibt es so wunderbar, wie stark uns unser Glaube macht und auf welchem festen Fundament unsere Hoffnung steht! Schon die Überschrift in der „Hoffnung für alle“-Bibelübersetzung gibt die Richtung vor:
Zeitliche Leiden – ewige Herrlichkeit
Unsere Aufgabe:
Weil Gott uns in seiner Barmherzigkeit die herrliche Aufgabe übertragen hat, seine Botschaft zu verkünden, verlieren wir nicht den Mut. Wir halten uns fern von allen Heimlichkeiten, für die wir uns schämen müssten, wir täuschen niemanden und verdrehen auch nicht Gottes Botschaft. Im Gegenteil, wir sind Gott verantwortlich und verkünden frei und unverfälscht seine Wahrheit. Das ist unsere Selbstempfehlung! Jeder, der auf sein Gewissen hört, wird mir recht geben. (Verse 1+2)
Es wird immer Menschen geben, die dagegen sind. Alles, was gegen das göttliche Prinzip der Liebe handelt, steht für das Prinzip „Satan“. Da ich nicht an den einen real existierenden Satan glaube, finde ich hier die Elberfelder Übersetzung treffender:
Wenn aber unser Evangelium doch verdeckt ist, so ist es ⟨nur⟩ bei denen verdeckt, die verloren gehen, den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen. (Verse 3+4)
Es folgt eine wunderbare Beschreibung dessen, wofür wir stehen:
Nicht wir sind der Mittelpunkt unserer Predigt, sondern Christus, der Herr! Wir sind nur eure Diener, aus Liebe zu Jesus. Denn so wie Gott einmal befahl: »Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen!«, so hat sein Licht auch unsere Herzen erhellt. Jetzt erkennen wir klar, dass uns in Jesus Christus Gottes Herrlichkeit entgegen strahlt. Diesen kostbaren Schatz tragen wir in uns, obwohl wir nur zerbrechliche Gefäße sind. So wird jeder erkennen, dass die außerordentliche Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst. (Verse 5-7)
Wir sind nicht alleine! Angst, Verzweiflung und Gefahren sind durch alle Zeiten hindurch präsent und Gott weiß das!
Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Von Menschen werden wir verfolgt, aber bei Gott finden wir Zuflucht. Wir werden zu Boden geschlagen, aber wir kommen dabei nicht um. Tagtäglich erfahren wir am eigenen Leib etwas vom Sterben, das Jesus durchlitten hat. So wird an uns auch etwas vom Leben des auferstandenen Jesus sichtbar. Weil wir zu Jesus gehören, sind wir unser Leben lang ständig dem Tod ausgeliefert; aber an unserem sterblichen Leib wird auch immer wieder sein Leben sichtbar. Uns bringt der Dienst für Jesus andauernd in Todesgefahr, euch dagegen hat er neues Leben gebracht. (Verse 8-12)
Mit Gottvertrauen und Überzeugung kann ich durchs Leben gehen!
Wir haben Gottes Geist, der uns auf Gott vertrauen lässt. Es ist derselbe Geist, der auch den Beter in der Heiligen Schrift erfüllte, als er sagte: »Ich vertraute auf Gott, deshalb redete ich!« Weil wir also an Jesus Christus glauben, müssen wir von ihm reden. Wir wissen: Gott, der den Herrn Jesus vom Tod auferweckt hat, wird uns genau wie ihn auferwecken. Dann werden wir mit euch gemeinsam vor Gott stehen. Alle Entbehrungen aber ertragen wir für euch. Denn je mehr Menschen das Geschenk der Gnade Gottes annehmen, umso mehr werden Gott danken und ihn über alles ehren. (Verse 13-15)
Aufmunternde Worte:
Darum verlieren wir nicht den Mut. Wenn auch unsere körperlichen Kräfte aufgezehrt werden, wird doch das Leben, das Gott uns schenkt, von Tag zu Tag erneuert. Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange. Es ist leicht zu ertragen und bringt uns eine unendliche, unvorstellbare Herrlichkeit. (Verse 16+17)
Mein Lieblingsfazit und damit eine gesegnete neue Woche!
Deshalb lassen wir uns von dem, was uns zurzeit so sichtbar bedrängt, nicht ablenken, sondern wir richten unseren Blick auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig. (2. Korinther 4,18)
Eure Ulrike
Die Bibelzitate sind, wenn nicht anders vermerkt, der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
Andere Quelle:
Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen
Bildquelle: Pixabay Foto von "fietzfotos"
(1) Zitat aus der Kolumne "Mit offenen Augen" aus "Schrot und Korn" 03/2026 von Fred Grimm

Liebe Ulrike, vielen Dank für deinen ermutigenden und Hoffnung spendenden Start in die neue Woche und deine Anregung, auf die kleinen und guten Ereignisse in unserem Alltag zu achten. Das ist schön. Ich wünsche dir und uns allen eine schöne und gesegnete Woche - Liebe Grüße - Christian