Gottes Liebe ist grenzenlos
- Lea

- vor 6 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Kommt es nur mir so vor als wäre es noch nicht sechs Wochen her, dass ich das letzte Mal mit einem Beitrag an der Reihe war? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich fühlt es sich so an als würde die Zeit gerade schneller vergehen als gewohnt. Viel zu oft erwische ich mich dabei, wie ich von Dingen erzähle, die „gestern“ passiert sind, aber eigentlich schon mehrere Tage zurückliegen oder ich erwähne etwas, das „neulich“ war und bemerke, dass seitdem schon Monate vergangen sind.
Ähnlich sieht es auch mit dem Buch aus, über das ich eigentlich schon beim letzten Mal schreiben wollte. Eine Empfehlung kann ich immer noch nicht aussprechen, denn ich musste feststellen, dass das letzte Mal, dass ich darin gelesen habe, mittlerweile genauso lange her ist wie mein letzter Beitrag. Das dürft ihr an der Stelle nicht falsch verstehen: Ich finde das Buch immer noch sehr interessant! Nur leider fehlen mir gerade die nötigen ruhigen Momente, in denen ich mich mit voller Konzentration dem Inhalt widmen könnte.
Ich hatte jedoch das Glück, dass sich zwischen all dem, was in den letzten Wochen passiert ist, auch klar ein Thema für meinen heutigen Beitrag gezeigt hat, welches mir in verschiedenen kleinen Momenten immer wieder über den Weg lief. Um euch daran teilhaben zu lassen, möchte ich euch von drei Begebenheiten aus den letzten Wochen erzählen, die sich interessanterweise alle mit einem Thema beschäftigten: der bedingungslosen und grenzenlosen Liebe Gottes.

Sonntag vor einer Woche
Starten wir mal nicht chronologisch, sondern mit einer Begebenheit, die noch nicht lange zurückliegt: Vorletzten Sonntag war ich mit meinen Eltern zu Gast in einer anderen Gemeinde, die sich aktuell in einer Reihe von Predigten mit der Geschichte Moses beschäftigt. An diesem bestimmten Sonntag ging es in der Predigt um die 10 Gebote.
Hängen geblieben ist daraus vor allem ein Gedanke: Der Pastor führte aus, wie schnell es so wirken kann, als würde ein Leben im Glauben einschränkend sein. Insbesondere von außen betrachtet, entsteht oft ein Bild von vielen Regeln, an die man sich halten muss, wobei die 10 Gebote nur der Anfang sind. Doch wie passt dazu die Freiheit, die wir laut der Bibel in Christus haben?
Der Pastor erklärte die Freiheit damit, dass wir allein bei Gott bedingungslose und grenzenlose Liebe erfahren. Er war überzeugt, dass es diese Liebe ist, die uns frei macht und die zeitgleich die Motivation ist, aus der heraus wir so leben möchten, wie es Gott gefällt. Denn auf diesem Weg können wir seine Liebe mit den Menschen um uns herum teilen.
Ein Montag (ein paar Wochen zuvor)
Die Worte der Predigt erinnerten mich an einen Abend, an dem ich – wie jeden Montag – mit einigen weiteren jungen Geschwistern meiner Gemeinde (digital) zusammensaß, in einer Runde, die wir nutzen, um uns über verschiedenste Glaubensthemen auszutauschen, die uns beschäftigen.
Auch wenn es nicht das eigentliche Thema des Abends war, kam die Sprache auf eine ähnliche Frage: Was hat ein Leben als Christ eigentlich zu bieten, wenn man die Hoffnung auf ewiges Leben außen vor lässt? Auch bei uns in der Gruppe war der Gedanke nicht fremd, dass man sich als Christ in manchen Situationen eher einschränkt als Menschen, die sich nicht an Jesus ausrichten.
Wie „verkauft“ man jemandem den Vorteil davon, die andere Wange hinzuhalten, bewusst den Kürzeren zu ziehen und anderen zu dienen?
Auch in dieser Runde kamen wir zu der gleichen Antwort. Das größte „Verkaufsargument“ für den christlichen Glauben ist, dass wir von Gott geliebt werden und mit ihm und seinem Sohn in Beziehung leben können, anstatt nur auf uns allein gestellt zu sein.
Viele der Einschränkungen auf dem Papier fühlen sich auch nicht einschränkend an, wenn man davon überzeugt ist, das Richtige zu tun und tatsächlich aus Liebe heraus handelt.
Ostersonntag
Kommen wir zur dritten Begebenheit, die dafür gesorgt hat, dass sich Gottes Liebe als Thema durch meine letzten Wochen zog:
An Ostersonntag hatte die Zusammenkunft unserer Gemeinde eine besondere Struktur. Angelehnt an eine Ostereiersuche versteckten wir füreinander im Garten der Geschwister, die unsere Gastgeber waren, jeweils eine kleine „Schriftrolle“ mit Gedanken, Bildern, Bibelversen oder Liedtexten, die wir miteinander teilen wollten. Nachdem alle angekommen waren und im Garten fündig geworden waren, hatte jeder die Gelegenheit seine Schriftrolle (hier und da war es auch ein Briefumschlag und in einem Fall sogar ein Zettel, der fachmännisch in einem Schoko-Osterhasen versteckt wurde) vorzulesen und die Worte mit den anderen zu teilen.
Die Schriftrolle, die ich gefunden hatte, hielt folgenden Vers für mich parat:
„Gnädig und barmherzig ist der HERR; groß ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe!“ (Psalm 145,8)
An dieser Stelle noch einmal ganz lieben Dank an Christian, dessen Schriftrolle ich fand und den viele von euch entweder persönlich oder aus den Kommentaren unter unseren Beiträgen kennen.
Unabhängig davon, dass es sich in dem Moment selbst um einen wirklich tröstenden und erbauenden Vers handelte, hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass er nicht besser in meine letzten Wochen hätte passen können.
Geliebt
Gottes grenzenlose Liebe ist ein Geschenk, an das ich nicht nur theoretisch in den letzten Wochen erinnert wurde, sondern etwas, das mich in letzter Zeit auch ganz praktisch durch meinen Alltag getragen hat.
Ich denke, der Pastor, dessen Predigt ich hörte, hatte Recht damit, dass Gottes Liebe uns frei macht. Frei von Schuld, frei von Ängsten und Zweifeln, frei von Druck und Erwartungen.
Gerade in Zeiten, in denen ich großen Druck verspüre und das Gefühl habe, den Erwartungen an mich – sei es im Job, im Hobby oder im Zwischenmenschlichen – nicht gerecht zu werden, tröstet mich das Wissen, dass Gottes Geduld groß und seine Liebe grenzenlos ist. Dass ich bei Gott einen Ort habe, wo ich frei von jeglichen Erwartungen an mich sein kann.
Das mag nach einer simplen Aussage klingen, macht für mich aber oft einen großen Unterschied. Insbesondere als jemand, der oft selbst am meisten Druck auf sich selbst ausübt, nimmt mir das Wissen, von Gott bedingungslos geliebt zu werden, eine große Last von den Schultern. Daher bin ich auch sehr dankbar für all die kleinen Momente, die mich in den letzten Wochen genau daran erinnert haben.
Ich hoffe, mein Beitrag heute kann auch euch als Erinnerung daran dienen, dass für euch das gleiche gilt und ich wünsche euch, dass ihr euch von genau dieser grenzenlose Liebe Gottes durch die kommende Woche tragen lassen könnt.
Bis zum nächsten Mal!
Eure Lea
P.S.: Das Foto zu diesem Beitrag ist übrigens eine Aufnahme aus der Zeit, in der ich noch in Minden gewohnt habe und das ich neulich wieder gefunden habe. Heute ist das Graffiti wahrscheinlich schon wieder überdeckt von einer anderen Botschaft, aber vor ein paar Jahren konnte mir der Anblick ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Liebe Lea, ganz vielen lieben Dank für deine heutigen Worte und deinen liebevollen Start in die neue Woche. Liebe Grüße von mir - Christian