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- Wüstentage
Wenn man auf dieses Jahr zurückblickt, ist es erstaunlich, wie viel und gleichzeitig wenig passiert ist. Auf der einen Seite befinden wir uns seit Monaten in einer absoluten Ausnahmesituation und auf der anderen Seite ist mir ein Jahr noch nie so monoton und gleichförmig vorgekommen wie dieses. Ich glaube für eine Zeit wie diese gibt es keine wirkliche Parallele, aber die Bibel gibt uns eine Geschichte an die Hand, die ein passendes Vorbild für uns sein kann: Die 40 Jahre der Israeliten in der Wüste. Mir ist bewusst, dass die Wüstenwanderung der Israeliten im Grunde ein Bild auf unser ganzes Leben ist, mit dem großen Ziel an der Grenze zum gelobten Land den Schritt nach vorne zu machen und sich nicht wieder in Richtung Ägypten umzudrehen. Aber ich glaube, wir können an dem Beispiel der Israeliten besonders für unsere jetzige Situation inmitten der Pandemie einiges lernen. Leben in der Wüste Auch die Zeit in der Wüste war größtenteils durch Monotonie bestimmt. Das fängt schon bei der Umgebung an. Viele von uns haben sich in den letzten Monaten an ihren eigenen vier Wänden mehr als satt gesehen. Aber im Vergleich zu Sand, Sand und noch mehr Sand an 365 Tagen im Jahr kommt einem die eigene Wohnung gar nicht mehr so schlimm vor, oder? Außerdem kann man davon ausgehen, dass auch der Alltag der Israeliten nicht besonders abwechslungsreich war. Natürlich lesen wir von vielen hervorstechenden Ereignissen, aber wenn man diese mit der 40-jährigen Dauer der Wüstenwanderung ins Verhältnis setzt, wirkt es doch nicht mehr so, als wäre viel Besonderes passiert. Aber trotzdem war diese Zeit ein unheimlich wichtiger und lehrreicher Abschnitt in der Geschichte Israels und ich denke, das kann die Pandemie auch für uns sein. Als Vorbild für uns Paulus schreibt im ersten Brief an die Korinther: „Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist.“ (1. Korinther 10, 11) Uns wurde das Vorbild der Israeliten gegeben, damit wir nicht die gleichen Fehler machen. Paulus nennt daher in den Versen zuvor einige Dinge, die den Israeliten in der Wüste zum Verhängnis wurden und warnt uns davor, in die gleichen Verhaltensweisen zu verfallen. Ich werde mich in diesem Beitrag nicht im Detail mit den einzelnen Punkten auseinandersetzen, aber hier für alle, die genauer nachlesen wollen, eine kleine Übersicht, was Paulus anspricht und auf welche Vorfälle er sich dabei vermutlich bezieht: - Vers 6: nach Bösem gierig sein -> 4. Mose 11 – Das Begehren nach Fleisch - Vers 7: Götzendiener sein -> 2. Mose 32 – Das goldene Kalb - Vers 8: Unzucht treiben -> 4. Mose 25 – Die Töchter Moabs - Vers 9: Christus versuchen -> 4. Mose 21 – Die feurigen Schlangen - Vers 10: Murren -> 4. Mose 14 – Der Protest der Israeliten Was uns die Wüste lehrt Wenn man sich die Geschichten aus der Zeit in der Wüste durchliest, dann zieht sich ein wesentliches Thema durch alle diese Begebenheiten hindurch: Die Israeliten mussten in der Wüste lernen, Gott zu vertrauen. Dass ihnen dieses Vertrauen oft fehlte, war der Auslöser für die Probleme, auf die Paulus verweist: Sie fingen an, unzufrieden zu sein, andere Götter anzubeten und meinten, es selber besser zu wissen als Gott. Ich glaube, dass auch unsere persönlichen „Wüstenzeiten“ dazu da sind, uns Vertrauen in Gott zu lehren. Gott führt uns in die Wüste um uns zu zeigen, dass wir uns auf ihn verlassen können, auch wenn unsere Lebensumstände für uns unkontrollierbar sind. Dieses Jahr hat uns gezeigt, wie wenig Kontrolle wir manchmal über unser Leben haben und wie ausgeliefert wir äußeren Umständen sein können. Aber trotzdem konnten wir sehen, dass Gott uns die ganze Zeit über weiter versorgt hat. Da das Ende des Jahres immer näher rückt und uns die Pandemie auch im kommenden Jahr noch lange begleiten wird, möchte ich versuchen, euch ein paar Gedanken mit auf den Weg zu geben, die sich damit beschäftigen, welche Unterstützung die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste hatten und dass auch wir dieselbe Unterstützung auf unserem Weg erfahren. Nicht allein Zunächst einmal hatten sie Gott an ihrer Seite. Als Wolke- und Feuersäule leitete er sie durch die Wüste. Wann immer sich die Wolke erhob, brachen sie auf und wann immer sie sich niederließ, schlugen sie ihr Lager auf. Das konnte manchmal für eine sehr lange Zeit sein: „Oder dauerte es zwei Tage oder einen Monat oder eine längere Zeit – wenn die Wolke auf der Wohnung verweilte, indem sie darauf ruhte, dann lagerten die Söhne Israel und brachen nicht auf; und wenn sie sich dann erhob, brachen sie auf.“ (4. Mose 9, 22) Die Israeliten mussten also darauf vertrauen, dass Gott den besten Weg kannte und dass er auch die richtige Zeit kannte, um wieder aufzubrechen – auch wenn das manchmal bedeutete, über einen Monat an der gleichen Stelle zu verharren. Das gleiche gilt für uns. Auch wenn wir das Gefühl haben uns im Stillstand zu befinden, können wir auf Gottes Timing vertrauen und auch darauf, dass wir uns immer noch auf dem Weg befinden, den er für uns vorgesehen hat. Die Wolken- und Feuersäule war zudem nicht nur der Wegweiser der Israeliten, sondern auch die ständige Zusicherung, dass Gott bei ihnen war und ihnen über den gesamten Zeitraum der Wüstenwanderung nicht von der Seite weichen wird. Und auch wir dürfen sicher sein, dass für uns das gleiche gilt: „Siehe, nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels. Der HERR ist dein Hüter, der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand. Am Tag wird die Sonne dich nicht stechen, der Mond nicht bei Nacht. Der HERR wird dich behüten vor allem Unheil, er wird dein Leben behüten.“ (Psalm 121, 4-7) Unter Führung Die ständige Anwesenheit Gottes war außerdem nicht die einzige Hilfestellung, die die Israeliten in der Wüste hatten. Sie hatten Mose und Aaron, die sie leiteten. Auf die gleiche Weise gehen wir unseren Weg durch die Wüste auch nicht ohne Führung. Mose selbst sagte: „Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören“ (5. Mose 18, 15) Wir haben zwar nicht Mose oder Aaron, die uns auf unserem Weg durch die Wüste unterstützen, aber wir haben diesen Propheten. Wir haben Jesus, der genauso wie Gott jeden Schritt unserer Wanderung an unserer Seite ist. Und nicht nur das: Im Gegensatz zu Mose, der selbst nie das verheißene Land aus der Nähe gesehen hat, begleitet uns Jesus bis zum Ende: „Und siehe ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung des Zeitalters.“ (Matthäus 28,20) Den Weg gemeinsam gehen Nicht zuletzt hatten die Israeliten neben Gott, Mose und Aaron auch einander, um sich auf dem Weg durch die Wüste zu unterstützen. Wir lesen nicht nur Schlechtes über die Zeit in der Wüste, wir lesen ebenso von Menschen, die für Gott und für einander eingetreten sind. So sollten auch wir uns verhalten. Das Besondere an unserer jetzigen Wüstenzeit ist, dass auch wir sie alle gemeinsam durchleben. Wir sollten daher alles daran setzen, einander so gut wie möglich zu unterstützen und uns gegenseitig auf dem Weg durch die Wüste zu helfen. Diese Zeit kann uns lehren, ein tieferes Vertrauen in Gott zu entwickeln, aber sie stellt unsere Beziehung auch auf die Probe. Also lasst uns nicht den gleichen Fehler wie die Israeliten machen und das Vertrauen in Gott verlieren und lasst uns aufeinander achthaben und dafür sorgen, dass niemand in der Wüste zurückbleibt. Denn auch diese Wüstenzeit wird ein Ende finden: „Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, sodass ihr sie ertragen könnt.“ (1. Korinther 10, 13) Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Einen Tag näher
Ich will euch nicht mit den Details langweilen, aber in den letzten Wochen ging es mir nicht besonders gut. Deswegen richtet sich mein Beitrag heute an alle von euch, die auch eine schlechte Woche hinter sich haben. An alle, die im Moment zu viel Stress haben, sich mit Problemen und Krankheiten herumschlagen müssen oder die aus irgendeinem anderen Grund das Gefühl haben, dass die letzte Woche nichts Positives mit sich gebracht hat. Denn ganz egal, wie schlecht eure Woche war, es gibt trotzdem einen Grund dafür mit einem Lächeln in die neue Woche zu starten: Jede Woche, jeder Tag, wie er auch gewesen sein mag, bringt uns einen Schritt näher an Gottes Reich. Ich weiß, dass einem dieser Weg manchmal furchtbar lang vorkommt, weil niemand von uns weiß, wie viele Tage, Wochen und Jahre er noch andauern wird. Es ist ein bisschen, wie ein Adventskalender, bei dem man jeden Tag ein Türchen öffnet ohne zu wissen, wann endlich Weihnachten ist oder ein Rennen, an dem man teilnimmt ohne zu wissen, wie weit es bis zur Ziellinie ist. Aber mich persönlich beruhigt der Gedanke, dass mich jeder Tag näher zu Jesus bringt. Denn so hat jeder einzelne Tag einen Sinn. Dafür ist egal, wie viele Punkte von meiner To-Do-Liste ich abarbeiten konnte, oder ob es mir schwergefallen ist, auf der Arbeit die Augen offen zu halten, weil ich nachts ewig wachgelegen habe. Es ist egal, wie erfolgreich mir der Tag vorgekommen ist, denn auch ohne mein Zutun hält er schon einen wesentlichen Erfolg bereit: Jeder dieser Tage bringt mich einen Tag näher an das große Ziel. Einen Tag näher an Gottes Reich. Einen Tag näher an Jesus. Das Ziel vor Augen Also auch wenn ich nicht weiß, wie eure persönliche Situation sich in dieser Woche weiterentwickeln wird, eines weiß ich mit Sicherheit: Eure Ausdauer lohnt sich. Oder vielmehr: Unsere Ausdauer lohnt sich. Das hat Gott uns versprochen und darauf dürfen wir vertrauen. Denn ich weiß zwar nicht, ob wir noch einen 100m-Sprint, einen 5km-Lauf oder einen Marathon vor uns haben, aber ich kann euch versichern, dass sich jeder Schritt lohnt, weil ich weiß, was hinter der Ziellinie auf uns wartet: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden; dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme in der Einöde. Der glutheiße Boden wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen. Wo zuvor die Schakale wohnten und lagerten, wird ein Gehege für Rohr und Schilf sein. […] Und die Erlösten des HERRN werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Wonne und Freude werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen werden entfliehen!“ (Jesaja 35,5-7 und 9-10) Also ganz egal, wie schwer die aktuelle Etappe ist, lasst uns „mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettkampf“ (Hebräer 12,1) und dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Lasst uns versuchen, uns immer wieder daran zu erinnern, was uns hinter der Ziellinie erwartet. Und vor allem lasst uns dankbar dafür sein, dass wir uns jeden Tag aufs Neue darüber freuen dürfen, dass wir schon wieder einen Tag näher dran sind. Einen Tag näher an Jesus. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Taufe, Brot & Wein - nur Symbole oder was steckt dahinter?
Heutzutage gibt es viele unterschiedliche christliche Gemeinden auf der ganzen Welt und jede Gemeinde gestaltet ihre Zusammenkünfte etwas anders - ob es nun das wöchentliche Teilen von Brot und Wein ist, oder das gemeinsame Fürbitten-Sprechen am Ende… Die Schwerpunkte werden unterschiedlich gelegt. Wenn man sich näher damit auseinandersetzt, merkt man, dass einen ziemlich viel verbinden kann. Aber man erfährt auch einige Unterschiede, beispielsweise in der Umsetzung von Symbolen oder Traditionen und man beginnt unter Umständen, sich selbst zu hinterfragen: Wieso machen wir es bei uns eigentlich so und nicht anders? Ich möchte in diesem Beitrag daher auf zwei Symbole eingehen, die uns Jesus (als der “Begründer des Christentums”) mitgegeben hat und auf die einige Christen möglicherweise mehr Wert legen, die anderen weniger. Die Taufe Zunächst ist mir dabei die Taufe eingefallen. Jesus selbst wurde getauft und trug seinen Jüngern anschließend auf: “Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die rettende Botschaft. Wer glaubt und sich taufen lässt, der wird gerettet werden [...]” (Markus 16,15-16) Demnach ist der Glaube an Gott, als dem Schöpfer der Welt, und an Jesus, als den Erretter, essentiell für unsere Errettung (was auch logisch erscheint, denn wer nicht daran glaubt, dass es eine Errettung gibt, der will sie folglich auch gar nicht für sich in Anspruch nehmen). Die Taufe soll demnach einen symbolischen Anfang eines neuen Lebensabschnittes mit Gott und Jesus darstellen; allein schon das Event der Taufe ist demnach sogar eine Art Verkündigung! Übrigens: Erst wird der Glaube genannt, dann die Taufe. Somit schließt sich für mich eine Babytaufe aus - da Babys sich nicht aktiv dazu entscheiden können, ihren Weg in Zukunft mit Jesus zu gehen. Aber das nur am Rande. Schauen wir weiter, welches Symbol wir noch finden können: Brot und Wein “Jesus nahm einen Becher mit Wein, sprach das Dankgebet und sagte: »Nehmt diesen Becher und trinkt alle daraus! Ich sage euch: Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis Gottes Reich gekommen ist.« Dann nahm er ein Brot. Er dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!« Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein, reichte ihn den Jüngern und sagte: »Dieser Becher ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Es wird zur Vergebung eurer Sünden vergossen.“ (Lukas 22,17-20) Jesus bittet darum, dass wir uns an ihn erinnern, in der Zeit nachdem er sich für uns opfert und anschließend in den Himmel aufsteigt; und wo er bleibt, bis es an der Zeit ist, Gottes Reich mit ihm als König anbrechen zu lassen. Auf den ersten Blick sieht es wie die Aufforderung zu einem Ritual aus, welches man immer wiederholen soll. Dabei kann möglicherweise die Gefahr aufkommen, dass es nach mehrmaligem Wiederholen möglicherweise an Wichtigkeit verliert - so wie es oft mit Dingen passiert, die man irgendwann “aus dem Effeff” macht. Ich persönlich versuche, mir bei meiner Teilnahme an einem “Gedächtnismahl” vor Augen zu führen, was damals eigentlich passiert ist und wie Jesus sich gefühlt haben muss: all die Angst, der Schmerz, die Erniedrigung. Er muss sich von allen verlassen gefühlt haben, einschließlich von seinen Jüngern wie Petrus oder Judas, die über Monate mit ihm umhergezogen sind und ihn, als es darauf ankam, verleugnet bzw. verraten haben. Gleichzeitig wusste er aber, dass dies Teil von Gottes Plan ist, was er sich kurz vor seiner Festnahme auch selbst nochmal vor Augen geführt hat: “»Vater, wenn es dein Wille ist, dann lass diesen bitteren Kelch des Leidens an mir vorübergehen. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.« Da erschien ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft. Jesus litt Todesängste und betete so eindringlich, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.” (Lukas 22,42-44) Weiterhin versuche ich, mich beim Gedächtnismahl darauf zu fokussieren, was das “zu Gott gehören” eigentlich für mich bedeutet: Egal, wie mein jetziges Leben verläuft, solange ich an Gott und Jesus glaube und “dazugehören” will, werde ich auch mit ins Königreich kommen! Dass ich das jetzige Leben mit solch einer Hoffnung erleben kann, lässt mich sehr dankbar sein. Diese Hoffnung kann mir in dunklen Stunden eine andere Perspektive geben, und wenn ich mich (an Tiefpunkten) frage: “War das etwa schon alles?”, kann ich mir selbst die folgende Antwort geben: Nein! Das Beste kommt erst noch! Auch wenn ich es mir jetzt noch nicht so recht vorstellen kann. Aber ich glaube, dass ich Gott vertrauen kann, dass es wunderbar werden wird. (Wen es interessiert, der kann an folgenden Stellen nachlesen, wie das Königreich sein wird: Johannes 14,2-3; 1. Korinther 2,9; Jesaja 65,25 und Offenbarung 21,3-4.) Schon jetzt wie im Königreich Und weil ich ein Teil dieser wunderbaren, neuen Welt sein möchte, versuche ich schon jetzt, mein Handeln darauf auszurichten, dass diese Welt schon vor ihrem tatsächlichen Anbruch sichtbar werden kann - wie ein erleuchtetes Fenster eines Hauses in einer dunklen Winternacht. Das kann ich anstreben, indem ich versuche, die beiden wichtigsten Gebote Gottes in meinem Alltag umzusetzen: “›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹ Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹ Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten.” (Matthäus 22,36-40) Fun Fact: Dieses sogenannte Doppelgebot der Liebe wurde bereits im Alten Testament erwähnt - als das Volk Israel auch noch die unzähligen anderen Regeln zu befolgen hatten (5. Mose 6,4-5 und 3. Mose 19,18). Weiterführende Gedanken zum Doppelgebot der Liebe und wie die vielen Regeln in der Bibel damit zusammenhängen findet ihr in Daniels Beitrag “Zu viele Regeln”: https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/zu-viele-regeln Meine Motivation Bei der Umsetzung dieser Gebote lege ich großen Wert auf die für mich persönlich richtige Motivation hinter meinen Handlungen: Nicht dies ist meine Motivation: “Ich halte mich an die Gebote, damit ich am Ende Teil des Reiches Gottes sein darf.” Niemand wird aus eigener Leistung jemals so gut sein, dass es den Eintritt ins Reich Gottes rechtfertigen könnte! Das wäre Leistungs-Denken: Ich muss etwas leisten, damit ich erlöst werde. Sondern wir müssen erkennen und uns immer vor Augen halten, dass nur Gottes Gnade uns dorthin bringen kann, nicht wir selbst: “Er hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss. Denn schon vor allen Zeiten war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine erbarmende Liebe zu schenken.“ (2. Timotheus 1,9) Meine Motivation zu meinen Handlungen sollte daher diese sein: Ich möchte mich aus Dankbarkeit (für Gottes Gnade, die ich trotz meiner Imperfektion erhalte) an diese Gebote halten - weil ich schon jetzt Gottes Reich auf dieser Welt durchscheinen lassen und dadurch Menschen zeigen möchte, wie toll es in Zukunft sein kann, wenn jeder Gott und seinen Gegenüber von ganzem Herzen liebt - und auch dementsprechend handelt. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich dabei unglaublich oft versage! Aber es ist mir ein Herzensanliegen, es immer wieder zu versuchen. Aus Dankbarkeit. Gott wird durch Symbole verkündigt Die Taufe und das Gedächtnismahl sind daher beides Symbole, die Jesus uns aufgetragen hat, damit wir Gott durch unser Leben verkündigen (Taufe), und uns daran erinnern, wie unsere Erlösung angefangen hat (mit Jesus) und wohin sie gehen wird (ins Königreich Gottes) - wenn wir es nur wollen. Deshalb stehen diese beiden Symbole für mich persönlich ganz oben auf der Symbol-Skala. Damit möchte ich nicht sagen, dass alle anderen Symbole, Rituale oder Gewohnheiten, die nicht direkt von Jesus an seine Jünger und durch die Bibel auch uns weitergegeben wurden, kompletter Schwachsinn und gefälligst zu unterlassen sind - solange bei ihrer Verwendung die Liebe an Gott und die Mitmenschen noch immer an erster Stelle stehen können und sie nicht auf Kosten von Traditionen in Mitleidenschaft gezogen werden! In diesem Fall haben Traditionen ihr Ziel schlicht und einfach verfehlt und sollten überdacht werden. Vielleicht fallen euch noch weitere Symbole ein, die Jesus uns mitgegeben hat, mit deren Hilfe wir Gottes Plan sichtbar machen können? Hinterlasst eure Kommentare gerne unter diesem Beitrag. Ich bin gespannt! Eure Hannah-Mi <>< Gelegentliche Gastbeitrag-Schreiberin, hat grundsätzlich eine positive Einstellung, mag tiefsinnige Gespräche, liebt es, zu lachen, fühlt sich Gott in der Natur am nächsten, teilt die Ansicht 'Gemeinschaft ist trotz Unterschiede möglich' und lebt mit Mann und 2 Katzen in Schottland.
- Vorfreude
„Go tell it on the mountain, hope is alive Go shout it in the valley, love has arrived“ (Today Is The Saviour's Day - Rend Collective) Die Vorweihnachtszeit oder auch Adventszeit ist eine meiner Lieblingszeiten im Jahr. Vor allem, weil ich die Weihnachtstage so liebe. Die Menschen wirken auf mich in dieser eher dunklen Jahreszeit ruhiger, besinnlicher und hilfsbereiter (außer vielleicht zwei Tage vor Heiligabend…). Auch, wenn der Glaube heutzutage in den Hintergrund rückt, gehören die Weihnachtsfeiertage für viele Menschen, die ich kenne, zu den schönsten Feiertagen im Jahr. Anscheinend verbindet Jesus auch heute noch auf eine indirekte Weise ;-). Ich freue mich immer, andere Menschen glücklich zu sehen und die oft trüben, winterlichen Nieseltage mit meiner Familie zu verbringen. Es ist interessant, welche Traditionen oder Rituale sich über die Zeit entwickelt und verändert haben, an die ich gerne (zurück-)denke: Als Kinder - Weihnachtsbäckerei - Mit Omas selbstgebackenen Keksen auf dem Sofa krümeln (das allerbeste Gebäck!) - Heißen Apfelsaft trinken und mit Mandarinen und Orangen spritzen - Baden am 24. Dezember und ein schönes Kleid anziehen - Eine (Weihnachts-)Geschichte vor der Bescherung lesen/ vorgelesen bekommen - Weihnachtslieder singen oder mit der Flöte einige vorspielen - Geschenke einzeln nacheinander auspacken (oder auswürfeln!) - Gemeinsames Essen Heute - Plätzchen backen mit Mama und Weihnachtslieder hören/singen - Geschenke auswählen und einpacken - Zusammen kochen (ich bin oft für den Nachtisch zuständig) - Gemeinsam dekorieren, Tisch decken, Weihnachtslieder hören, während die „Männer“ sich am Bach einen hochprozentigen Weihnachtstrunk gönnen Gefühlt schon immer (außer dieses Jahr wahrscheinlich) - Großes Verwandtentreffen bei Oma am 2. Weihnachtsfeiertag mit Weihnachtsessen und selbstgebackenem Kuchen DAS sind alles Dinge, die ich liebe: schenken, lieben, lachen und genießen, im Moment leben, entspannen, Kekse futtern. Ich denke, dass Jesu Geburt dabei etwas in den Hintergrund gerät, doch ich kann mir vorstellen, dass er immer dabei ist, sich mit uns freut und lacht oder weint (wenn es doch das „falsche“ Geschenk war). Ich genieße diese vorweihnachtliche Zeit immer sehr, da es sich so anfühlt, dass alle Menschen wieder näher zueinanderfinden, aufeinander achten und sich gegenseitig helfen. Das ist für mich schon ein "Königreich-Moment"! Trotz der dunklen Jahreszeit erstrahlt die Welt in einem schönen Lichterglanz. Dieses „Weihnachtsgefühl“ habe ich öfter im Jahr. Also mindestens einmal die Woche, wenn ich im Chor singe, oder alle drei bis vier Wochen beim Gedächtnismahl mit meinen Glaubensgeschwistern. Jedes Mal ist es etwas Besonderes diese Momente voller Liebe in Gemeinschaft mit anderen zu erleben. Für mich ist also viel öfter im Jahr Weihnachten, doch gerade die Vorweihnachtszeit hat etwas Besonderes, weil ich den Eindruck habe, dass sich die Menschen näher kommen, gemeinsam Lieder singen und sich verbunden fühlen möchten. Vor allem die Musik verbindet und ich liebe Weihnachtsmusik, da sie so heiter und fröhlich, aber auch besinnlich ist. Deshalb habe ich mal eine besondere Musikplaylist zusammengestellt mit meinen Lieblingsweihnachtssongs, die ich auch über das ganze Jahr hören könnte. Es sind 24 Lieder (ca. 1,5h). Wenn ihr möchtet könnt ihr sie auch als Adventskalender benutzen und jeden Tag ein anderes Lied hören oder beim Kekse backen am Stück. Vorwarnung: eher laute, tanzbare, fröhliche Lieder! https://open.spotify.com/playlist/0xxgSmIHZHbhDIPQUcLIKZ?si=-6HQn24uRxaZVJoqxyNHlw In diesem Sinne wünsche ich euch eine wundervoll strahlende Adventszeit voller Vorfreude! Eure Freya Rise up and shine!
- Nicht das faule Obst polieren
Was würdet ihr gerne an euch verbessern? Gibt es etwas, das euch an euch selbst stört? Eine schlechte Angewohnheit vielleicht oder eine Charaktereigenschaft, die ihr gerne loswerden würdet, aber es funktioniert einfach nicht? Ich wage mal eine kühne Vermutung: Es gibt niemanden, der diese Frage mit nein beantworten würde. Nicht umsonst gibt es kaum eine Branche, die in den letzten Jahren mehr gewachsen ist als die der Selbstoptimierung. Egal ob Buch, App, Website oder Kurs – die Flut von Angeboten, die mir helfen wollen, eine bessere Version meiner selbst zu werden, ist gigantisch und wächst mit jedem Tag. Und ich kann offen sagen: ich kann den Reiz daran sehr gut verstehen! Manchmal habe ich das Gefühl, dass in den Köpfen einiger Menschen eine Vorstellung von Christen festsitzt, die im Grunde jeden ernsthaften Christen für einen Heiligen hält. Und egal ob dieses Gefühl mit Bewunderung oder Verachtung einhergeht – es geht auf jeden Fall komplett an der Realität vorbei! 😉 Ich als ernsthaft gläubiger Christ habe keineswegs weniger Macken oder Laster als irgendwer sonst. Und auch wenn ich darauf vertrauen darf, dass Gott mir vergibt, weil ich mir dessen bewusst bin und ich um Verzeihung gebeten habe, bleibt trotzdem der starke Wunsch irgendwie besser zu werden. Man will ja nicht immer nur auf der Stelle laufen. Also auf geht’s! Das Ziel ist eigentlich klar definiert. Dort, wo in meinem Spint im Fitnessstudio vielleicht ein Poster von Dwayne Johnson oder Channing Tatum hängen würde, da hängt in meinem geistigen Spint ein Poster von Jesus. Und da ich Jesus seinen wundervollen Charakter nicht so einfach an seinem Bauch abzählen kann, würde ich vielleicht noch eine etwas spezifischere Aufzählung von erstrebenswerten Eigenschaften daneben hängen, z. B. diese aus dem Galater- oder Philipperbrief: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22-23) „Im Übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht!“ (Philipper 4,8) Damit wäre das Ziel-Poster schon mal designt. Und jetzt? Im Fitnessstudio wäre der Plan klar: Ich definiere mir ein Ziel und dann arbeite ich daran. Wenn mein Ziel ist, meinen Bizeps mehr auf die Größe meiner Oberschenkel zu bringen, dann gehe ich Gewichte stemmen. Wenn mein Ziel ist, herauszufinden, ob unter meinem Bauchfett tatsächlich Muskeln wohnen, dann gehe ich aufs Laufband oder in den Spinning-Kurs. Und genauso bin ich auch schon oft in Gedanken meinen Charakter durchgegangen, habe mir ein störendes Laster herausgepickt und dann einen Plan aufgestellt, wie ich es angehen und am Ende ablegen kann. Heute denke ich, dass das der falsche Weg war. Eine Bibelstelle, die mich in diesem Zusammenhang fasziniert, ist diese Aussage von Jesus: „[…] Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen.“ (Matthäus 7,16-18) Ich könnte an dieser Stelle einen langen Blogbeitrag über den Kontext dieser Stelle schreiben und darüber, wie oft er, meiner Meinung nach, missverstanden wird, aber hier will ich erst mal einzig und allein auf das Bild eingehen, das Jesus benutzt. Ich glaube, dass darin eine sehr starke Lehre steckt. Jesus spricht hier bildlich von guten und schlechten Früchten, die Menschen hervorbringen können. Was gute Früchte sein können, das haben wir bereits in der Stelle aus dem Galaterbrief gelesen. Was schlechte Früchte sind, das wissen wir wohl alle selbst am besten. Auch dazu gibt uns der Galaterbrief einige Verse zuvor eine umfassende Aufzählung, aber ich vermute, dass wir diese nicht einmal lesen müssen, um uns vollkommen bewusst zu sein, wo unsere eigenen charakterlichen Baustellen liegen. Also wie hilft uns nun Jesu Bild, dass gute Bäume keine schlechten Früchte bringen können und schlechte Bäume keine guten? Es hilft, weil Jesus den Fokus von den Früchten weglenkt! Ist das nicht erstaunlich? Wie oft habe ich über meine schlechten Früchte nachgedacht, über all die Dinge, die ich immer wieder tue, obwohl ich sie eigentlich nicht tun will, und habe mir überlegt, wie ich sie ablegen kann. Aber Jesus sagt hier: Dieses Vorgehen wird zu nichts führen! Warum nicht? Weil es nichts bringt, die fauligen Früchte aufzupolieren und herauszuputzen, wenn der Stamm und die Wurzeln des Baums immer noch faul sind. Ich verstehe Jesus so: Der Baum ist unser Glaube und unsere Beziehung zu Gott. Wenn die Beziehung stark und gesund ist, dann wird sie ohne viel Zutun wunderbare Früchte tragen. Wenn aber die Beziehung kränkelt und damit der Stamm und die Wurzeln des Baumes nicht gesund sind, dann wird der Baum auch keine guten Früchte tragen können. Und genau hier komme ich ins Spiel, wie ich schon oft versucht habe die faulen Früchte zu bearbeiten, zu säubern, zum Glänzen zu bringen … und wenn ich am nächsten Tag nachgeschaut habe, waren sie wieder so schimmlig wie zuvor. Wie kann es auch anders sein? Wenn ich schönes Obst bekommen will, dann macht es keinen Sinn nur die Früchte zu pflegen – die Früchte werden immer nur so gut sein, wie der Baum, an dem sie wachsen! Der Baum ist es also, den ich pflegen sollte. Dann wird er wie von allein die besten Früchte bringen. Und damit ändert sich nun die ganze Fragestellung. Zuvor habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie ich das faule Obst in leckeres, knackiges Obst umwandeln kann. Jetzt hingegen frage ich mich: Wie pflegt man den Stamm? Ich glaube die Bibel gibt uns viele gute Anregungen dazu: Wir können in der Bibel lesen (vgl. 2. Timotheus 3,16), beten (vgl. Markus 1,35), Lobpreis feiern (2. Chronik 30,21) und noch vieles mehr. Ich selbst bin immer noch dabei herauszufinden, welcher Form der Beziehungspflege (oder auch welche Kombination) für mich die beste ist. Wie sieht das bei euch aus? Schreibt mir doch mal in die Kommentare, wie ihr am liebsten eure Beziehung zu Gott pflegt und wie es euch damit geht! 😊 Ich freue mich auf euren Input! Gottes Segen und bis demnächst! Euer Daniel
- Und Gott wird abwischen jede Träne
Ich möchte heute mit euch eine meiner Lieblingsstellen aus der Bibel teilen. Falls ihr den vorherigen Blogeintrag von Lea gelesen habt, werdet ihr gleich feststellen, dass meine Gedanken in eine ähnliche Richtung gehen. Auch meine letzte Woche war gespickt mit Höhen und Tiefen (und so wie Lea möchte ich euch nicht mit Details langweilen), aber deswegen bin ich wieder einmal auf die folgenden Verse gestoßen: „Danach schaute ich: Und siehe, eine grosse Schar, die niemand zählen konnte, aus jedem Volk, aus allen Stämmen, allen Nationen und Sprachen. Die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weissen Gewändern und mit Palmzweigen in den Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme: Die Rettung steht bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! Und alle Engel standen im Kreis um den Thron und um die Ältesten und die vier Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht, beteten zu Gott und sprachen: Amen: Lob, Preis und Weisheit, Dank und Ehre, Macht und Kraft unserem Gott in Ewigkeit, Amen. Und einer der Ältesten ergriff das Wort und sagte zu mir: Die mit den weissen Gewändern da, wer sind sie, und woher sind sie gekommen? Und ich habe zu ihm gesagt: Mein Herr, du weisst es. Und er sagte zu mir: Das sind die, die aus der grossen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiss gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen ein Zelt aufschlagen. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und wird sie führen zu Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,9-17) Im Moment sind diese Verse für mich einfach eine der schönsten Stellen in der Bibel. Dieses Versprechen, dass Gott und Jesus sich um uns kümmern werden, macht mich so unfassbar dankbar und glücklich. Vor allem wenn es einem gerade nicht so gut geht, ist es unsagbar schön zu lesen, dass jede Träne abgewischt wird, jede Sorge vergehen wird, alle Schlechtigkeit weggenommen wird. Wir müssen nur unser jetziges Leben „überstehen“ und dann wird Gott uns in sein Reich aufnehmen und uns trösten. „Selig die Trauernden - sie werden getröstet werden.“ (Matthäus 5,4) „Denn so spricht der HERR: Sieh, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den Reichtum der Nationen wie einen flutenden Fluss, und ihr werdet trinken, auf der Hüfte werdet ihr getragen, und auf den Knien werdet ihr geschaukelt. Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten, und getröstet werdet ihr in Jerusalem.“ (Jesaja 66,12-13) Ich stelle mir das immer wie eine große Gruppenumarmung vor – nur, dass Gott und Jesus dabei sind! Diese Vorstellung gibt mir so viel Ruhe und Dankbarkeit, dass ich auch in schlechten Momenten einfach lächeln muss. Meistens stelle ich mir dann auch noch vor, dass Jesus nach der Gruppenumarmung durch die Menge läuft und jeden noch mal persönlich fest in den Arm nimmt und jedem zu verstehen gibt, dass jetzt endgültig und für immer alles gut ist. Als würde er jedem noch mal Gottes Worte ins Ohr flüstern: „Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott. Und abwischen wird er jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal wird mehr sein; denn was zuerst war, ist vergangen.“ (Offenbarung 21,3-4) Ich hoffe, ihr könnt euch ein wenig vorstellen, was sich in meinem Kopf abspielt, wenn ich diese Verse lese und ich hoffe, es erscheint euch nicht zu abstrus… Um dem Ganzen jetzt noch die Krone aufzusetzen, verrate ich euch noch Folgendes: Nicht nur in meiner „Zukunftsvision“ stelle ich mir vor, dass Jesus mich in den Arm nimmt. Auch jetzt schon stelle ich mir manchmal vor, dass Jesus beispielsweise neben mir sitzt und mir ab und zu zulächelt, dass er meine Hand hält oder mich in den Arm nimmt, wenn ich niedergeschlagen bin. Oft ist es einfach so schwer vorstellbar, dass Gott und Jesus wirklich da sind und sich auch jetzt schon um uns kümmern. Da hilft es mir enorm, mir solche Dinge vorzustellen und sie zaubern mir immer ein Lächeln aufs Gesicht. Habt ihr heute schon gelächelt? Gibt es etwas, was euch immer wieder zum Lächeln bringt? So etwas, wie Gottes Versprechen an uns? Ich hoffe, ich konnte euch mit Gottes Worten auch ein Lächeln entlocken und ihr könnt jetzt frohen Mutes in die neue Woche starten. 😊 Eure Lisa
- Verbunden - Teil 2
Sich verbinden zu wollen ist ein Grundbedürfnis, das wir Menschen in uns tragen. In der Gemeinschaft und in positiven Beziehungen fühlen wir uns aufgehoben und sicher. Schon als Baby sind wir auf körperliche und emotionale Nähe angewiesen; auf jemanden, der uns versteht, unterstützt und versorgt. Auch in Jesus habe ich jemanden, der mich begleitet, unterstützt und sich jeden Tag mit mir verbinden möchte. Ich muss es nur wollen und zulassen. Hört sich einfach an? Könnte es auch sein … ... wären da nicht mein verkopftes Denken, Ängste (wie beispielsweise vor Kontrollverlust, jemandem Unrecht zu tun, sich falsch auszudrücken, verlassen zu werden und viele mehr), der Drang nach Selbstbestimmung und Selbstoptimierung und gesellschaftlicher Druck. Doch die Beziehung und Verbundenheit zu Jesus hilft mir, mich diesen Ängsten zu stellen. Manchmal schaffe ich es sogar, diese ganz abzuschalten und mich ganz fallen zu lassen – in liebende, sichere Hände. Bindungsaufbau Eine vertrauensvolle, sichere Bindung entsteht, wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass der andere, mit dem ich mich verbinden möchte, mir zeigt, dass er sich auch mit mir verbinden möchte. Sie beruht auf Gegenseitigkeit und Respekt. Auf Erfahrungen des Vertrauens, Zuverlässigkeit und Vergebung und der Gewissheit, dass der andere immer für mich da sein möchte und mich nicht verlässt, auch in schwierigen Zeiten. Es ist wichtig, dass authentisch miteinander kommuniziert wird. Das geschieht hauptsächlich nonverbal durch unsere Körpersprache, Gestik und Mimik. Eine persönliche Erfahrung Als ich ungefähr fünf Jahre alt war hatte ich einen Traum. Ich befand mich im Kindergarten auf dem Außengelände und schaukelte. Plötzlich wurde alles ganz hell und warm. Und ein Mann kam in einem weißen Gewand freundlich auf mich zu, die Arme ausgebreitet. Ich weiß nicht mehr, ob er etwas sagte oder nicht. Doch nach dem Aufwachen war ich mir sicher, dass es Jesus gewesen ist und er mir das Gefühl gab: „Ich bin immer für dich da!“ Ich muss sagen, dass ich mich von dem Zeitpunkt an und bis heute sehr mit Jesus verbunden fühle. Durch Jesus ist Gott für mich greifbarer geworden. Ich bin sozusagen durch Jesus zu Gott gekommen. Für die Erfahrung bin ich sehr dankbar. "Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen. Wenn ihr mich wirklich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Ja, ihr kennt ihn schon jetzt und habt ihn bereits gesehen! [...] Wer mich gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen [...]." (Johannes 14,6-7+9) Ich denke, dass Gott seinen Sohn als Menschen zu uns geschickt hat, damit es für uns einfacher wird, uns mit ihm selbst verbunden zu fühlen, was er sich so sehr wünscht. Auch mein Wunsch als gläubiger Mensch ist es, eine vertrauensvolle Bindung und Beziehung mit Gott und Jesus aufzubauen und zu führen. Ob durch Naturgewalten, wie Gewitter, oder nicht beeinflussbare Operationen an meinem Körper – Gott und Jesus haben mich durch die Situationen hindurch getragen und ich konnte meine Ängste vor Tod und Schmerzen in ihre Hände legen. Doch wie habe ich das geschafft mich in diesen Momenten ... geborgen, ruhig, friedlich, getragen, befreit, sorglos ... zu fühlen? Man könnte auch sagen "vom heiligen Geist erfüllt", denn ich denke, dass sich das so anfühlt. Es gibt dafür keine Handlungsanleitung oder Patentlösung. Für mich gibt es ganz unterschiedliche und auch veränderliche Wege, dieses Gefühl dieser besonderen Verbundenheit zu erhalten: Gebet Meistens lieber gefühlt als gesprochen und allein, zuhause oder in Gottes Schöpfung. "Warum knien sich die Leute beim Beten hin? [Und warum sprechen sie ein Gebet?] Wenn ich Lust auf Beten hätte, wissen Sie, was ich dann täte? Ich würde ganz allein auf eine schöne große Wiese gehen oder in einen tiefen Wald, und dann würde ich ein Gebet einfach fühlen." (Lucy Maud Montgomery, Anne auf Green Gables S. 67, 2016 Anaconda Verlag) Musik Ich persönlich kann Gottes Nähe vor allem durch musikalisches Tun spüren, sei es Singen, Tanzen oder ein Instrument zu spielen. Natürlich kommt es auf die innere Haltung und die Motivation an. Doch wenn ich es für Gott und Jesus mache fühlt es sich sehr richtig an. Es fällt mir durch das Singen und Tanzen viel leichter die Nähe und Verbundenheit zu erfahren als durch ein gesprochenes Gebet. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die innere Haltung und die Motivation, Musik zu machen für Gott und Jesus. Durch das musikalische Tun kann ich alle meine Gefühle ausdrücken und mich Gott und Jesus mitteilen – sei es Freude, Trauer oder Dankbarkeit. Aber auch im Musikhören (vor allem christlicher Musik) fühle ich mich sehr verbunden. Ich persönlich singe gerne Lieder mit "einfachen" Botschaften und Melodien, auch Lieder, die ein Gefühl der Dankbarkeit und Freude in mir auslösen, wie beispielsweise (christliche) Kinderlieder oder Gospelsongs. Im Moment höre und ich auch gerne eine ganz bestimmte nordirische christliche Folk-Rock-Lobpreis-Band. Hören ist etwas untertrieben. Ich singe und tanze eigentlich immer mit. Ganz besonders freue ich mich auf die Weihnachtslieder, die ich eigentlich das ganze Jahr über singen könnte. Die Fähigkeit zur Musik verdanken wir Gott. Sie dient der Kommunikation und dem Austausch und somit der Gemeinschaft mit dem Schöpfer und anderen Menschen. Vor allem wenn ich im Gospelchor oder in der Gemeinde mit meinen Glaubensgeschwistern singe, spüre ich die Gemeinschaft und Jesu mitten unter uns. Durch gemeinsames Bibellesen, Singen, Essen, Lachen und Weinen, ein gesprochenes Gebet. Dieser Ort ist erfüllt durch Gottes Geist. "Ermutigt einander durch Psalmen, Lobgesänge und Lieder, wie sie euch Gottes Geist schenkt. Singt für den Herrn und jubelt aus vollem Herzen!" (Epheser 5,19) Für mich ist das musikalische Tun oft wie ein Gebet. Der Zugang zu Gott und seinem Sohn. Musik schafft "Königreich-Momente", in denen ich Jesu Anwesenheit förmlich spüren kann. Und das erfüllt mich mit einer sehr großen Dankbarkeit und inneren Sicherheit. Eure Freya Rise up and shine!
- Wer Ohren hat, der höre!
Hallo ihr lieben Leserinnen und Leser! Heute habe ich mal etwas ganz anderes für euch. Also wirklich anders. So richtig anders. Heute gibt es ausnahmsweise mal wenig zu lesen. Dafür gibt es etwas auf die Ohren! 😊 Lasst mich ganz kurz erzählen, wie es dazu gekommen ist. Solange ich zurückdenken kann, sind Lisa und ich große Hörspielfans. Es kommt nicht selten vor, dass wir abends ins Bett gehen und einer von uns fragt: „Wollen wir noch was hören?“. Irgendwie hat es etwas Beruhigendes, wenn man sich in sein Kissen vergräbt, die Augen schließt und noch ein paar vertraute Stimmen hört. Wenn es noch nicht allzu spät ist, hören wir gerne den Klassiker – die drei ???. Es gibt unter den inzwischen über 200 Folgen aus über 40 Jahren nur wenige, bei denen wir uns nicht sicher sind, ob wir sie wirklich noch nie gehört haben oder ob es nur schon sehr lange her ist. Justus, Peter und Bob zuzuhören, fühlt sich daher irgendwie an wie ein Abend mit alten Freunden. Aber es gibt ein Problem: Wenn es schon sehr spät ist, dann ist es manchmal keine gute Idee, sich noch in eine potenziell sehr packende und vielleicht auch hier und da etwas aufregende oder sogar gruselige Geschichte zu vertiefen. Für solche Abende wurden Bibi und Tina erfunden 😉 Aber selbst das sorgloseste „Abenteuer“ rund um den Martinshof ist manchmal nicht das Richtige, um sanft in den Schlaf zu gleiten. Manchmal habe ich das Bedürfnis nach noch etwas mehr Geborgenheit. Vielleicht kennt ihr das? Wenn es gerade stressig ist auf der Arbeit oder wenn mich ein bestimmter Gedanke umtreibt oder bedrückt, dann reicht es manchmal nicht aus, nur von irgendetwas abgelenkt zu werden. Vielmehr habe ich dann das Bedürfnis, wirkliche Ruhe zu finden und Geborgenheit zu spüren. An solchen Abenden tausche ich dann gerne Justus, Bibi oder Benjamin gegen meine Hörbibel ein. Es gibt nichts Beruhigenderes als Gottes Wort und seine Zusagen zu hören. Das bringt mich runter. Das gibt mir das wohlige Gefühl, nach dem ich mich in solchen Situationen sehne. Und als ich das letzte Mal so zugehört habe, kam mir der Gedanke: Das würde ich gerne mal mit euch teilen! Was ich also heute für euch habe, ist eine Mischung aus Hörbibel und geführter Meditation im weitesten Sinne. Keine Angst: Es wird hoffentlich nicht allzu kitschig oder esoterisch – das mag ich selbst nicht! 😉 Aber nur einen Bibeltext vorzulesen, schien mir zu anstrengend. Es gibt dann zu viel Information und zu wenig Pause, um über das Gehörte nachzusinnen. Und es hätte keinen sanften Einstieg gegeben. Ich habe mir für dieses kleine Experiment einen der bekanntesten, aber wie ich finde auch schönsten und beruhigendsten Abschnitte der Bibel ausgesucht: die Bergpredigt. Wenn ihr das nächste Mal einen stressigen Tag hattet oder ein Problem habt, das euch noch beim Einschlafen quält, dann ladet euch diese Audio-Datei herunter, legt das Handy neben euer Bett auf den Nachttisch (am besten im Flugzeugmodus), kuschelt euch unter die Decke und findet hoffentlich etwas Ruhe und Zuversicht 😊 Je nachdem wie spät es schon ist, könnt ihr entweder ganz bewusst zuhören, über die Worte nachsinnen und sie mit euren eigenen Gedanken anreichern, oder ihr könnt einfach mit einem Lächeln auf dem Gesicht und mit Gottes Frieden im Herzen dabei einschlafen. So oder so wünsche ich euch viel Spaß beim Zuhören und eine gesegnete, gute Nacht! 😊 Wer Ohren hat der höre (Einschlafmeditation) [mp3 / 38MB] Hinweise: Der vorgelesene Bibeltext stammt aus der Leonberger Bibel (Verlag Causa Mundi). Der Text wurde unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 (Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen) lizensiert. Weiterhin wurden folgende Audiotracks für diese Produktion verwendet: Daniel Birch – Glacier Bells (CC BY-NC-ND 4.0) klankbeeld - dunes some wind NL March 01 190328_1325.wav (CC BY 3.0) InspectorJ - Ambience, Outdoor Public Pool, A.wav (CC BY 3.0) kangaroovindaloo - Desert at Night (CC BY 3.0)
- Wie eine stillende Mutter
Vor nicht allzu langer Zeit schickte mir meine beste Freundin eine von diesen WhatsApp-Nachrichten, die so lang sind, dass sie nicht ganz angezeigt werden, es sei denn man klickt bewusst auf „mehr lesen“. Sie ist auch eine von denjenigen, die aus Versehen mal eine Sprachnachricht aufnimmt, die 10 Minuten lang ist. 😉 Aber eigentlich geht es in diesen langen Nachrichten von ihr immer um etwas, was sie in der Bibel gelesen hat, oder um ihre Beziehung zu Gott. So auch in besagter Nachricht vor ein paar Wochen. Es ging um folgende Bibelstelle: Denn ihr wisst selbst, Brüder, dass unser Eingang bei euch nicht vergeblich war; sondern, obwohl wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, gewannen wir dennoch Freudigkeit in unserem Gott, euch das Evangelium Gottes zu verkünden unter viel Kampf. Denn unsere Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch geschieht sie in listigem Betrug; sondern so wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch — nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. Denn wir sind nie mit Schmeichelworten gekommen, wie ihr wisst, noch mit verblümter Habsucht — Gott ist Zeuge —; wir haben auch nicht Ehre von Menschen gesucht, weder von euch noch von anderen, obgleich wir als Apostel des Christus würdevoll hätten auftreten können, sondern wir waren liebevoll in eurer Mitte, wie eine stillende Mutter ihre Kinder pflegt. Und wir sehnten uns so sehr nach euch, dass wir willig waren, euch nicht nur das Evangelium Gottes mitzuteilen, sondern auch unser Leben, weil ihr uns lieb geworden seid. (1. Thessalonicher 2,1-8) Meiner Freundin ging es darum, dass sie Dinge einfach anders und zum Teil besser versteht, seitdem sie Mutter geworden ist. Dieses Mal ist sie – wie ihr euch sicher schon denkt – an der Stelle mit der „stillenden Mutter“ hängen geblieben. Paulus vergleicht hier Verkündigung mit einer Mutter, die stillt und sich liebevoll um ihre Kinder kümmert. Das fand ich auch super interessant, da ich selbst zurzeit noch stille. Deswegen wollte ich den Austausch, den meine Freundin und ich hatten, gerne mit euch teilen und den Vergleich, den Paulus zieht, etwas aufdröseln: Am Anfang, wenn das Baby gerade erst geboren wurde, muss man das Stillen erst mal lernen. Manchen gelingt das besser, anderen schlechter und es kommt auch ganz auf das Baby an. Es kann zu Beginn mitunter auch anstrengend sein und schmerzen. Bei der Verkündigung ist das ähnlich; auch das Verkündigen muss man erst mal lernen, manche sind besser darin, andere schlechter und es kommt ganz auf das Gegenüber und dessen Reaktion an. Durch die Ablehnung, die man doch des Öfteren erfährt, kann Verkündigung genauso wie das Stillen anstrengend sein und schmerzen. Hat man den anfänglichen Teil hinter sich gebracht, wird es meist etwas besser. Man wird selbstsicherer und macht sich weniger Gedanken. Doch ab und zu kann es sein, dass es wieder schmerzt und unangenehm ist. In unserem Stillbeispiel, weil das Kind Zähne bekommt; bei der Verkündigung vielleicht, weil durch tiefere Gespräche neue Gedanken heranwachsen und kritischere Fragen mit mehr Hintergrundwissen gestellt werden. Man schläft nachts wenig und opfert seinen Schlaf, um zu stillen. Und all das nur, weil man sein Kind liebt und weiß, dass es die Milch zum Leben braucht. Schmerzen und Schlafmangel nimmt man auf sich und macht es gerne, weil man möchte, dass das Kind überlebt und man es dazu nun mal ernähren muss. Dahinter steckt so viel Liebe, Kraft und Herzblut, und das sollte eigentlich auch hinter meiner Verkündigung stecken. Ich möchte doch auch, dass möglichst viele Menschen (über-)leben und das geht nur, wenn sie von Gott hören und mit seinem Wort genährt werden: Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals dürsten. (Johannes 6,35) Der Auftrag, den wir von Jesus bekommen haben, ist ganz eindeutig: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16,15+16) Also sollten wir eigentlich alles daransetzen, anderen Menschen von Gott und Jesus zu erzählen, aber manchmal habe ich einfach Angst vor den Schmerzen und der Anstrengung, die man aufwenden muss. Und dann schiebe ich oft in den Hintergrund, dass es nicht um irgendeine Kleinigkeit geht, sondern um das Leben eines jeden Menschen! Mit dieser Motivation sollte man aber trotzdem nicht übereifrig werden. Der Vergleich geht noch weiter. Diese Motivation sollte man immer und zu jeder Zeit in sich tragen, zeigen und bereit sein, aber das Kind wird nur gestillt, wenn es auch gestillt werden möchte. Man kann ihm anbieten, es zu stillen, aber wenn es nicht möchte, dann lässt man es in Ruhe. Wichtig ist, dass man immer da ist, um nach Bedarf stillen zu können. Und genau das ist auch ein wichtiger Punkt in der Verkündigung: Man darf sich anderen Menschen nicht aufdrängen, dann erreicht man gar nichts. Man kann immer nur zeigen, was man glaubt und das Angebot liefern, dass man da ist, wenn jemand offen ist und mehr erfahren möchte. Dann kann der (Wissens-)Hunger gestillt werden. Paulus hat hier wirklich einen guten Vergleich geliefert. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr passt das Bild zusammen. Leider fehlt mir oft noch die Liebe, die Kraft und das Herzblut, welche ich in die Verkündigung stecken sollte, um da zu sein, wenn mich jemand braucht. Ich hoffe sehr, dass ich das in Zukunft besser machen kann, aber mich hat der Vergleich von Paulus sehr berührt und motiviert. Vielleicht konntet ihr ja auch ein Fünkchen Motivation mitnehmen und demnächst mit Herzblut bereit sein, wenn euch jemand braucht. ♥ Eure Lisa
- Was wirklich wichtig ist
Ich möchte heute etwas mit euch teilen, das mir in letzter Zeit dabei geholfen hat, mit einer meiner größten Ängste besser umzugehen: Der Angst davor zu versagen. Ich kann ehrlich gesagt gar nicht genau erklären, warum ausgerechnet Versagen mir so große Angst macht. Aber schon in der Schule und dann im Studium hatte ich immer Angst davor, nicht mit den anderen mithalten zu können. Auf der Arbeit habe ich immer noch Angst davor, Fehler zu machen oder einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Und jetzt, wo mein Master ansteht, erwische ich mich dabei, zu denken, dass ich bestimmt viel weniger wissen werde als meine neuen Kommilitonen. Wenn meine Familie das liest, werden sie an dieser Stelle die Augen verdrehen, weil jeder, der mich kennt, weiß, dass diese Ängste nicht wirklich gut begründet sind. Aber tatsächlich überwinden konnte ich sie trotzdem lange nicht. Erst vor kurzem ist mir wirklich bewusst geworden, wie unwichtig all diese Dinge sind. Ich wusste zwar rein theoretisch schon immer, dass es wichtigere Dinge gibt als (akademischen) Erfolg, aber wirklich begriffen habe ich es erst jetzt und wie es dazu gekommen ist soll heute das Thema meines Beitrags sein. Die To-Do-Liste des Lebens Ich weiß nicht mehr, wo der Gedanke herkam oder was mich darauf gebracht hat, aber vor kurzem habe ich einen sehr pragmatischen Blick auf mein Leben geworfen und festgestellt, dass es im Grunde genommen nur einen Punkt auf der „To-Do-Liste des Lebens“ gibt, der tatsächlich wichtig ist: die Entscheidung, ein Leben mit oder ohne Gott führen zu wollen. Wenn wir unser Leben mal aus der „Ewigkeitsperspektive“ betrachten, ist dieses Leben eigentlich nur dafür da, uns die Möglichkeit zu geben, diese Entscheidung zu treffen. Denn so entscheiden wir, wie es nach diesem Leben mit uns weitergeht. Ich weiß, das klingt erst einmal ziemlich trocken, denn natürlich passiert in unserem Leben noch so vieles mehr, aber im Grunde ist es mit allem, was um diese Entscheidung herum passiert, so wie der Prediger sagt: „Nichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist Nichtigkeit!“ (Prediger 1, 2) Wahrscheinlich fragt ihr euch, was denn bitte das Positive daran sein soll oder ihr zählt im Kopf schon alle anderen Dinge auf, die doch auch noch wichtig im Leben sind. Aber gebt mir noch ein paar Sätze Zeit, um das weiter zu erklären. Die eine Sache, bei der ich auf keinen Fall versagt habe Für mich ist das Positive Folgendes: Ich habe diesen einen wichtigen Punkt auf der To-Do-Liste schon abgehakt. Und ich bin mir sicher, dass ich diese eine Sache auf jeden Fall richtig gemacht und die richtige Entscheidung getroffen habe. Diese Erkenntnis hilft mir zu verstehen, wie unwichtig alles andere im Vergleich zu der Entscheidung für oder gegen Gott ist. Denn ich bin zwar erst Anfang zwanzig, aber ich weiß, dass ich das Wichtigste in meinem Leben schon gemacht habe: Ich habe mich für ein Leben mit Gott entschieden. Wie gut ich meinen Bachelor abschließe, wie gut ich meinen Job mache oder ob meine Kommilitonen im Master mehr wissen als ich – all diese Dinge ändern daran nicht das geringste. All diese Dinge haben nicht die Macht, meine Beziehung mit Gott zu beenden. Sie ändern nichts daran, dass Gott mich liebt. Sie haben keinen Einfluss darauf, ob ich einen Platz in seinem Reich haben werde oder nicht. Sie ändern nichts daran, dass ich diese eine, diese wichtigste Sache in meinem Leben, richtig gemacht habe. Denn alles, was nach der Entscheidung für oder gegen Gott kommt, ist nur ein Bonus. Wir bekommen die Möglichkeit, Teil von Gottes Plan zu sein. Wir dürfen seine Werkzeuge für das Voranschreiten seines Plans mit der Welt sein. Wir können anderen Menschen die Liebe zeigen, die wir durch Gott erfahren haben. Wir können Gott und Jesus Tag für Tag besser kennenlernen und weiter in unserer Beziehung wachsen. Ich möchte diese Punkte keinesfalls kleinreden. Wenn wir unsere Entscheidung für Gott getroffen haben, heißt das nicht, dass wir uns in eine Ecke setzen können und den Rest unseres Lebens nichts mehr zu tun haben. Es gibt eine ganze Menge zu tun und ich bin schon unheimlich gespannt darauf, zu sehen, was Gott in meinem Leben noch mit mir vorhat. Aber das Wissen darum, dass ich alle diese Dinge tun werde, während ich schon eine Beziehung mit Gott habe, schenkt mir eine unfassbare Ruhe. Ende gut, alles gut? Natürlich ist es nicht so, dass wir einmal die Entscheidung für ein Leben mit Gott fällen und dann läuft für den Rest unseres Lebens alles wunderbar in unserer Beziehung. Lasst euch das von jemandem gesagt sein, der die letzten Monate viel zu wenig an seiner Beziehung mit Gott gearbeitet hat. Wie in jeder Beziehung gibt es auch in unserer Beziehung mit Gott Höhen und Tiefen. Und oft sind unsere weltlichen Sorgen und Ängste der Grund dafür, dass wir uns mal wieder in einem Tief befinden. Denn natürlich können diese Dinge unsere Beziehung mit Gott beeinflussen. Vor allem, wenn wir uns zu sehr von ihnen einnehmen lassen. Aber wie ich schon sagte: Sie haben nicht die Macht unsere Beziehung zu beenden. Gott hat uns versprochen, sich auch in den schlechten Zeiten nicht von uns abzuwenden und wir haben in unserer Taufe das gleiche Versprechen gegeben. Das einzige, was tatsächlich unsere Beziehung mit Gott endgültig kaputt machen könnte, ist unsere bewusste Entscheidung, sie nicht mehr haben zu wollen oder zu meinen, dass wir ihn nicht mehr brauchen. „Denn wenn wir mit gestorben sind, werden wir auch mitleben; wenn wir ausharren, werden wir auch mitherrschen; wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen; wenn wir untreu sind – er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ (2. Timotheus 2, 12-13) Gott bleibt treu. Das ist ein Naturgesetz, das offensichtlich nicht einmal Gott selbst ändern kann, weil er sich damit selbst verleugnen würde. Was wäre, wenn? Ich habe zwar lange gebraucht, aber ich glaube, ich habe endlich begriffen, dass das alles ist, worauf es ankommt. Selbst wenn ich mein Studium schlecht abschließen würde, selbst wenn ich mich als komplett ungeeignet und unfähig in meinem Job herausstellen würde – nichts davon kann etwas daran ändern, dass Gott mir treu ist, denn ich habe mich für ihn entschieden. Stellt euch also beim nächsten Mal, wenn ihr euch vor etwas fürchtet, einmal das Worst-Case-Scenario vor und stellt euch die folgenden Fragen: Ändert es etwas daran, dass Gott euch liebt? Ändert es etwas daran, ob ihr in seinem Reich sein werdet oder nicht? Ändert es etwas an Gottes Treue euch gegenüber? Und wenn sich an all diesen Punkten selbst im schlimmsten Fall nichts ändert: Müsst ihr euch überhaupt davor fürchten? Bis zum nächsten Mal! Eure Lea










