• Ingo

Ein neues Bild

Ich wünsche dir ein gesundes, friedliches und freudiges neues Jahr.


Heute möchte ich von meinem Vorsatz für das beginnende Jahr schreiben. Normalerweise halte ich nicht viel von solchen Abmachungen mit sich selbst. An diesem Jahreswechsel hat mich aber so ein Gedanke getroffen.


Zu Weihnachten habe ich ein Buch geschenkt bekommen. Es heißt "Das große Welttheater" und ist von Philipp Blom geschrieben. Es ist eine Bestandsaufnahme der Weltsituation. Der Autor beschreibt, wie die Menschen in der Geschichte auf die Umbrüche der Zeit reagiert und gehandelt haben. Er zeigt Bilder, mit denen die Probleme angegangen und überwunden wurden. Von einigen Geschehnissen hatte ich vorher noch nie gehört. Es gab zum Beispiel eine sogenannte "kleine Eiszeit" die im 17. Jahrhundert das Klima in Europa beeinflusste und vieles veränderte.

Er kommt auf den Punkt und sagt, dass der Mensch die Erde ausbeutet. Und den Auftrag dazu nimmt der christliche Mensch von Gott. Er hat bestimmt, das der Mensch sich die Erde Untertan machen soll.

Sehe selbst in der Bibel:


24 Darauf befahl er: »Die Erde soll vielfältiges Leben hervorbringen: Vieh, wilde Tiere und Kriechtiere!« So geschah es. 25 Gott schuf alle Arten von Vieh, wilden Tieren und Kriechtieren. Wieder sah er sich alles an, und es war gut. 26 Dann sagte Gott: »Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.« 27 So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. 28 Er segnete sie und sprach: »Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!« 29 Dann sagte er: »Seht, als Nahrung gebe ich euch alle Pflanzen, die Samen tragen, und die Früchte, die überall an den Bäumen wachsen; 30 aber die Vögel und Landtiere sollen Gras und Blätter fressen.« Und so geschah es. 31 Schließlich betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut! Es wurde Abend und wieder Morgen: Der sechste Tag war vergangen. (1. Mose 1, 24-31)

Für mich als Christ und als Mensch ist das natürlich sehr traurig und bedrückend. Und nur am Rande möchte ich behaupten, dass dieser Satz der Bibel falsch interpretiert wurde. Hier kann genauso gut verstanden werden, dass der Mensch die Erde pflegen soll. Für einen Ausgleich und einen nachhaltigen und erhaltenen Umgang mit der Schöpfung sorgen soll.


Tatsache ist der Zustand der Welt jetzt und der ist nun mal erschreckend und alarmierend. Der Philosoph Phillip Blom führt auch die Epoche der Romantik und der Aufklärung auf. Sie haben vieles zu unserer Situation beigetragen. Die Frage ist, ob es gelingt, diese beiden Richtungen zusammenzubringen und dadurch einen Ausgleich zu schaffen?

So bin ich dann im Grunde auch bei dem eigentlichen Thema des Aufsatzes.


Mit welchem Bild kann den Problemen der Jetztzeit begegnet werden?


Im Buch gibt es keine Antwort. Nur den Aufruf und die Anregung zum Mitfinden und Mitzeichnen eines neuen Bildes.


Beim Lesen hatte ich eine Idee für eine Antwort auf diese Frage.



Das Problem


Im Grunde können die aufgezeigten Probleme nur von der ganzen Welt gelöst werden. Dazu müssten alle Staaten, alle Menschen zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Wenn ich allerdings ein paar Akteure des Weltgeschehens ansehe ist da eher der Konkurrenzkampf vorherrschend.

Ich sage nur "America first".

Oder da sagt der chinesische Anführer zur Bekämpfung von "Corona":

"Wir haben die Corona - Krise am besten gemeistert".

Selbst in meiner Ehe finde ich diesen Umgang miteinander oder soll ich besser sagen gegeneinander.

Immer wieder wird verglichen. Meine Idee ist gut und deshalb besser. Es geht immer um höher, schneller, weiter. Das Ergebnis ist kein Vertrauen mehr und am Ende Stillstand.


Achte mal darauf in deinem Umfeld.


Den Ursprung dieses Vorgehens sehe ich in einer noch immer vorherrschenden patriarchischen Einstellung. Der Patriarch bestimmt, wo es lang geht. Es kommt zur Erlangung und Ausübung von Macht.

Leider ist auch das Christentum sehr anfällig dafür gewesen und ist es immer noch. Schau dir die Struktur des Papsttums an. Es geht um Einordnung, Vorschriften und und und.

Ich meine, dass da Vieles aus menschlicher Sicht so eingeordnet wurde.

Abraham wird als Patriarch benannt. Hat er Macht über seine Mitmenschen ausgeübt?

Ich glaube nicht.

Oder Gott? Ist er wirklich der absolute Bestimmer? Bevormundet er die Menschen auf Schritt und Tritt?

Oder hat er sie mit einem freien Willen gestaltet? Wünscht ihnen und gibt ihnen Freiheit? Freiheit in Christus.



Die Lösung


Wie wäre es, wenn der chinesische Präsident sagen würde: "Ich habe den Eindruck, dass wir das mit Corona ganz gut machen. Wenn ihr wollt können wir unsere Erfahrungen austauschen und miteinander noch besser werden. Ich möchte, dass es euch genauso gut geht wie uns. Ich möchte, dass es uns genauso gut geht wie euch.


Das ist das christliche Bild.

Jesus sagt das in dem einzigen Gebot, das er uns gibt.

Es sieht so aus, als wenn die ganze Welt heute vor dieser Wahl steht.

Lieben wir unseren Nächsten wie uns selbst?


Wie sieht dann das Handeln aus?

Im Grunde geht es um ein Miteinander. Gemeinsam Probleme lösen. Lösungen finden, die allen zu Gute kommen. Es geht um Ausgleich nach oben - zum Vollkommenden.


Ein Beispiel:

Als unsere Gruppe die Idee verfolgte, einen Blog herauszugeben, stand irgendwann auch die Namensgebung an. Wie wollen wir den Blog nennen? Erst mal machte sich jeder seine Gedanken. Es wurden Vorschläge gesammelt. Ein Lösungsansatz tat sich auf. Manche waren zufrieden damit. Manchen fehlte etwas. Manche fügten sich. Wir merkten bald, dass wir nicht zufrieden waren. Das Ergebnis ließ auf sich warten. Der erste Frust stieg auf. Was tun?

Dann beschlossen wir, nochmal alle zusammen zu kommen, um gemeinsam darüber zu reden. Gesagt, getan. Ja, das ging damals noch, zu sechst um einen Tisch. Was für eine schöne Zeit. Und da saßen wir nun. Und die Vorschläge kamen auf den Tisch. Wir kommentierten, stritten, lachten und wir fragten uns. Was ist hiermit? Was fehlt dir noch? Bist du zufrieden? Ahh, ich verstehe! Wie wäre es hiermit? Und, wir konnten es kaum glauben, unser Blog-Name war da. Er lag für alle sichtbar auf dem Tisch. Und wir wussten alle sofort, das ist er. Was für ein Moment. Allein wäre keiner darauf gekommen. Zusammen erlebten wir einen besonderen Moment.



Mein Vorsatz


Ich möchte es mir vornehmen.

Ich will nicht mehr die Konkurrenz, das Gegeneinander und die Abgrenzung leben.


Ich möchte gemeinsam gehen.

Gemeinsam Wachsen und in Bewegung sein.


Ich möchte Jesu Gebot in allen Bereichen meines Lebens aufspüren, es ernst nehmen und es als Leitbild für mein Handeln annehmen und dadurch himmlische Lösungen finden.


Hier nochmal die Stelle in der Bibel dazu:


Jesus antwortete ihm: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹ 38 Das ist das erste und wichtigste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹ 40 Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten. (Matthäus 22, 37-40)

Schon im Alten Testament sagt Gott:


Räche dich nicht und sei nicht nachtragend! Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Ich bin der HERR. (3. Mose 19,18)

Es gibt die Aussage also auch schon vor Jesu Geburt und Auftreten. Dies beweist für mich, das Gott sich treu ist.


Er war, ist und wird immer der Gleiche sein.



In diesem Sinne wünsche ich dir ein erfülltes neues Jahr.

Ingo



Wenn ich dein Interesse für das Buch geweckt habe, dann habe ich hier noch drei Leseproben für dich.





Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA)

Ingo Tauchert


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