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  • Wem die Stunde schlägt

    In meinem heutigen Blog-Eintrag möchte ich euch meine Urlaubslektüre vorstellen und etwas persönlich werden. Vor kurzem haben meine Frau und ich Urlaub im "Elm" gemacht. Kurz davor habe ich das Buch " Wem die Stunde schlägt" (1940) von Ernest Hemingway (1899-1961) in die Hände bekommen. Der Autor schreibt hier aus Sicht eines amerikanischen Spanischprofessors, der freiwillig im spanischen Bürgerkrieg an der Seite der Republikaner mitkämpft. Die Hauptfigur Robert Jordan ist durchaus autobiographisch angelegt, so dass es für mich beim Lesen spannend war, zu erfahren, was er in der Geschichte erlebt und wie sie ausgeht. Ich erfuhr quasi die Vorbereitung und Ausführung eines Kampfeinsatzes in den spanischen Bergen. Mit Hilfe von Partisanenkämpfern sollte der Hauptdarsteller eine strategisch wichtige Brücke sprengen. In der gesamten Darstellung wurde immer wieder die Sinnhaftigkeit der ganzen Aktion und des Krieges allgemein in Frage gestellt. Eine Liebesgeschichte unterstrich das noch. Es gab immer wieder Gedanken, die das Leben in Frage stellten. Was mache ich hier? Warum ich? Wo komme ich her? Wie ist die Geschichte der anderen? Robert Jordan sagte z.B., dass er durch die Liebe zu der Frau sehr viel vom Leben gelernt hat. Das erfüllte ihn mit großer Dankbarkeit. Und fast am Ende der Geschichte gipfelte es in einem Selbstgespräch: "Wer, meinst du, hat es leichter? Der, der an Gott glaubt, oder der, der es einfach hinnimmt?" Jetzt hatte er mich endgültig Diese Fragestellung hat meine Gefühle, die mich schon die ganze Zeit beim Lesen begleiteten, nochmal so richtig hervorgerufen. Ich fühlte eine Traurigkeit. Dabei dachte ich wieder an meinen Vater, der vor etwa einem halben Jahr gestorben ist. Hatte er sich jemals diese Frage gestellt? Wenn er Bücherwurm gewesen wäre, hätte er diese Sätze durchaus lesen können. Erzählte ich ihm genug von meiner Hoffnung und meinem Glauben an Gott und Jesus? Ich denke ja. In einem der letzten Gespräche fragte ich ihn nach seiner Vorstellung von dem Tod und ob er Angst habe? Für ihn war der Tod die natürliche Antwort auf das Leben. Er erwartete nichts. Ein Leben nach dem Tod war kein Thema für ihn. Einerseits machte mich diese Aussage froh. Sie war klar und deutlich. Keine falsche Hoffnung! Einfach Ende. So wie es die Bibel auch aussagt. Andererseits war ich auch sehr traurig. Als liebender Sohn hatte ich mir immer gewünscht, dass mein Vater meine Hoffnung auf Auferstehung und ein Leben mit Jesus hier auf der Erde teilt. Das wollte er nicht hören Vor etwa 30 Jahren, als für mich der christliche Glaube immer wichtiger wurde, habe ich auch mit meinem Vater darüber gesprochen. Ich versuchte ihm die Wichtigkeit für mein Leben und für sein Leben klar zu machen. Mein Vater hat es immer abgelehnt. Naja, ein Vater hört eben nicht auf seinen Sohn, dachte ich zuerst. Mittlerweile denke ich, dass es eine natürliche Ablehnung im Menschen gibt. Es ist, als würde der Mensch es nicht ertragen können von einem Erlöser zu erfahren, der den Kontakt aller Menschen zu Gott (Schöpfer des Universums) wieder ermöglicht. Und das sozusagen als Geschenk. Der Mensch muss nichts tun. Nur daran glauben. Das scheint zu einfach zu sein. Diese ablehnende Lebenseinstellung hat, glaube ich, auch dazu geführt, dass das Erlösungswerk Christi überhaupt vollendet wurde. Die damals verantwortlichen Leute konnten ihn nicht ertragen. Sie ließen ihn ermorden. Doch er hat auf Gott geschaut und ihm vertraut. Als Vater hat Gott seinen Sohn angenommen und aufgenommen. Und das hat eine Bedeutung für jeden Menschen. So wird es sein Gott ist gerecht. Am Ende wird Gott das Gnaden- bzw. Erlösungswerk seines Sohnes voll und ganz unterstützen. Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden. Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung. Wir alle müssen sterben, weil wir Nachkommen von Adam sind. Ebenso werden wir alle zu neuem Leben auferweckt, weil wir mit Christus verbunden sind. Die Auferstehung geht in einer bestimmten Reihenfolge vor sich: Als Erster ist Christus auferstanden. Wenn er kommt, werden alle auferstehen, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende: Christus wird alles vernichten, was Gewalt und Macht für sich beansprucht, und wird Gott, seinem Vater, die Herrschaft über diese Welt übergeben. Nach Gottes Plan wird Christus so lange herrschen, bis er alle Feinde unterworfen hat. Als letzten Feind vernichtet er den Tod, denn es heißt in der Heiligen Schrift: »Alles hat Gott ihm zu Füßen gelegt.« Wenn nun Christus der Herr über alles ist, dann bedeutet dies natürlich nicht, dass er auch Herr über Gott ist, der ihm ja alle Macht übertragen hat. Wenn aber Christus zuletzt alles unterworfen ist, dann wird er als der Sohn Gottes sich seinem Vater unterordnen, der ihm diesen Sieg geschenkt hat. So wird Gott der Herr sein – über alle und in allem. (1. Korinther 15, 20-28) So sei es! Ich bin gespannt auf deine Antwort auf die Frage von oben. Ingo Das Bibelzitat ist aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert

  • Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid

    „Was bewegt mich gerade?“ Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich auf der Suche nach einer Idee für den heutigen Blogeintrag war. Eigentlich hatte ich schon ein Thema, zu dem ich etwas schreiben wollte. Aber ich hatte ein komisches und auch irgendwie schlechtes Gefühl dabei. Im Gespräch mit meiner besten Freundin und ihrer Schwiegermutter (keine Sorge, es war Corona-konform 😉) wurde gesagt, dass ich eigentlich nur darauf vertrauen muss, dass Gott mir hilft, ein passendes Thema zu finden. Wie recht sie doch haben. Nach dem Gespräch habe ich also angefangen zu beten und diverse Ideen durchzugehen. Zwischenzeitlich habe ich sogar überlegt, einfach zu losen und zu beten, dass Gott mich das richtige Thema ziehen lässt. Da ich das zu dem Zeitpunkt aber gerade nicht machen konnte, habe ich weiter nachgedacht, welches Thema es werden soll. Dabei habe ich dann festgestellt, dass mich keins dieser Themen im Augenblick so richtig berührt. Wie sollte ich über ein Thema schreiben, dass mich im Moment nicht beschäftigt und mit dem ich mich nicht wirklich wohl fühle? Also habe ich mich gefragt, was mich in letzter Zeit so bewegt hat. Und tatsächlich ist mir etwas eingefallen, was ich gerne mit euch teilen möchte – etwas, bei dem ich das Gefühl hatte, dass ich doch kein Los mehr ziehen muss. Truth Be Told Durch unsere Gastbeitrag-Schreiberin Hannah habe ich diese Woche ein neues Lied kennengelernt, das mich sehr berührt hat. Das Lied ist von Matthew West und heißt „Truth Be Told“. Falls ihr es euch zuerst anhören möchtet, ist hier der Spotify-Link dazu: https://open.spotify.com/track/0CbDc6JeCKQGYVAI89abdm Und falls ihr auch das Video dazu ansehen wollt, ist hier der YouTube-Link: https://www.youtube.com/watch?v=j4wYkS8Z3Io In dem Lied geht es darum, dass Menschen (natürlich nicht alle, aber doch sehr viele – mich leider eingeschlossen…) immer sagen, dass es ihnen gut geht, alles in Ordnung und unter Kontrolle ist. Aber eigentlich sind wir bedrückt, traurig, zerschlagen, gebrochen, gedemütigt, mutlos, hoffnungslos, sündig (im englischen Original heißt es „broken“, was es gut zusammenfasst, aber dazu gibt es leider keine wirklich schöne Übersetzung). Der Punkt ist aber, dass Gott von all unseren Problemen und Fehlern weiß. Vor ihm können wir eh nichts geheim halten. Warum also verstellen wir uns tagein tagaus? Vor allem vor unseren Geschwistern in der Gemeinde? Und zu welchem Zweck? Ist es nicht eher kontraproduktiv? Sind es nicht eigentlich genau die, die Jesus in den Seligpreisungen selig nennt? „Selig die Armen im Geist - ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden - sie werden getröstet werden. Selig die Gewaltlosen - sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit - sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen - sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig, die reinen Herzens sind - sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften - sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt sind um der Gerechtigkeit willen - ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und euch das Ärgste nachsagen um meinetwillen und dabei lügen.“ (Matthäus 5,3-11) Jesus ist zu den Zöllnern und Sündern gegangen und hat mit ihnen gegessen. Und was haben sie gemacht? Sie sind ihm nachgefolgt. „Und als Jesus von dort weiterzog, sah er einen Mann, der Matthäus hiess, am Zoll sitzen. Und er sagt zu ihm: Folge mir! Und der stand auf und folgte ihm. Und es geschah, als er im Haus bei Tisch sass, dass viele Zöllner und Sünder kamen und mit Jesus und seinen Jüngern bei Tisch sassen.“ (Matthäus 9,9+10) „Und es geschieht, dass er in dessen Haus bei Tisch sitzt. Und viele Zöllner und Sünder sassen mit Jesus und seinen Jüngern bei Tisch. Es waren nämlich viele, und sie folgten ihm.“ (Markus 2,15) „Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sagten zu ihm: Meister, was sollen wir tun?“ (Lukas 3,12) Sollten wir uns dann nicht auch öffnen und zugeben, dass wir zu dieser Gruppe von Menschen gehören, die nun mal nicht perfekt ist, aber Jesus nachfolgen möchte? Matthew West singt in einer Strophe davon, dass wir so wie wir sind zu Gott kommen können – beladen mit all unseren Gedanken, Problemen und Sünden. Seine Theorie ist, dass sich dann mehr Leute angesprochen fühlen würden, Gott kennenzulernen. Und vielleicht hat er Recht. Vielleicht sind wir manchmal zu verschlossen, sodass Nicht-Christen das Gefühl bekommen, wir wären alle heilig. Dabei ist es doch eigentlich genau das Gegenteil. Wir wissen alle, das wir nicht perfekt sind, aber genau so unperfekt dürfen wir zu Gott kommen. An einer anderen Stelle im Lied singt Matthew West ungefähr Folgendes: Kann ich hier wirklich ohne Scham vor Gott stehen, wissend dass sich seine Liebe für mich nicht ändern wird? Wenn das wahr ist, dann sollte diese Wahrheit erzählt werden. Wahrheit leben Wie können wir diese Wahrheit also weitererzählen? Wahrscheinlich wäre es am einfachsten, wenn wir diese Wahrheit leben würden. Dann wäre allen klar, dass man nicht perfekt sein muss, damit Gott einen liebt. Ich denke diese Handhabung kann man mit einer Stelle aus Jakobus vergleichen. „So ist es auch mit dem Glauben: Für sich allein, wenn er keine Werke vorzuweisen hat, ist er tot. Sagt nun einer: Du hast Glauben, ich aber kann Werke vorweisen. - Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich werde dir an meinen Werken den Glauben zeigen!“ (Jakobus 2,17+18) Das Prinzip, das ich meine, lässt sich von dem unterstrichenen Teil ableiten: Meinen Glauben an sich kann niemand sehen, aber wenn ich den Glauben verinnerlicht habe und entsprechend handle, dann werden die Werke und auch der dahinterstehende Glaube gesehen. Genauso kann niemand sehen, dass Gott uns, so unperfekt wie wir sind, aufnimmt und liebt, wenn wir das nicht zeigen. Wenn wir so tun als wäre alles in Ordnung und die Gemeinde ein Ort für „Heilige“, ist das nicht nur geheuchelt, es lässt auch auf falsche Tatsachen schließen. „Hört, meine geliebten Brüder und Schwestern: Hat Gott nicht die erwählt, die in den Augen der Welt arm sind, und sie zu Reichen im Glauben und zu Erben des Reiches gemacht, das er denen verheissen hat, die ihn lieben?“ (Jakobus 2,5) Diese Tatsache, dass Gott uns unvoreingenommen liebt und aufnimmt, ist doch so schön, dass wir sie eigentlich teilen sollten. Auch mit den Bedrückten, Trauernden, Zerschlagenen, Gebrochenen, Gedemütigten, Mutlosen, Hoffnungslosen und Sündigen – und spätestens zu der letzten Kategorie müssen wir uns alle zählen. Matthew West vergleicht die Gemeinde in seinem Lied mit einem Krankenhaus, einem sicheren Ort für die Angeschlagenen. Ich vermute, dass dieser Vergleich auf einem Vers aus Matthäus basiert, denn da spricht auch Jesus davon, dass er (als Arzt) von den Sündern (den Kranken) gebraucht wird und nicht von den Gerechten (den Gesunden): „Er hörte es und sprach: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Geht aber und lernt, was es heisst: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ (Matthäus 9,12+13) Also sollten wir vielleicht dafür sorgen, dass unsere Gemeinde ein Zufluchtsort für die Kranken und Sünder wird. Und was bedeutet das praktisch? Was können wir jetzt also tun, um das in der Gemeinde umzusetzen? Matthew West spricht davon, einfach ehrlich zu sagen, was los ist, uns und unsere Fehler nicht zu verstecken. Ich finde das unfassbar schwierig, da ich mir immer viel zu viele Gedanken darüber mache, was Leute von mir denken (könnten). Wenn es nach Matthew West ginge, sollte mir das eigentlich komplett egal sein, da Gott ja eh schon alles weiß und mich trotzdem liebt – und das ist doch eigentlich was zählt. In der Gemeinde würde mich vermutlich nicht mal jemand wirklich verurteilen, weil alle irgendwelche Fehler haben. Nur kennt man diese Fehler eben nicht. Ein Teufelskreis. Es müsste wirklich so sein, dass alle Leute ehrlich sind, damit es allen leichter fällt, sich zu öffnen. Manche Individuen (wie zum Beispiel mein Mann) denken und handeln bereits so; von denen können wir im Einzelnen lernen. Ein guter Anfang für die ganze Gruppe ist, denke ich, dass man, wenn man zusammenkommt, erst einmal berichtet, wie es einem geht und was in letzter Zeit so passiert ist. Mit unserer kleinen Gemeinde-Bau- und Blog-Gruppe machen wir das tatsächlich am Anfang eines jeden Treffens und es ist immer super schön und schweißt echt zusammen. Habt ihr noch andere Ideen, wie man in der Gemeinde und als Gemeinde leben und zeigen könnte, dass Gott uns so wie wir sind liebt? Schreibt es gerne in die Kommentare und lasst uns allen Hoffnungslosen Hoffnung machen, dass sie nicht die einzigen Hoffnungslosen sind und ihnen eine neue Hoffnung mit Gott zeigen. „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,28-30) Eure Lisa ♥

  • Wahrheit vs. Meinung - oder doch eher Liebe?

    Vor kurzem bin ich beim Hören eines Podcasts* auf eine Parabel gestoßen, die mit Sicherheit viele schon einmal gehört haben. Die Story sowie die darauf folgenden Gedanken möchte ich gerne mit euch teilen: Es waren einmal fünf blinde Gelehrte aus fünf unterschiedlichen Dörfern. Ein König rief diese fünf Gelehrten zusammen und bat sie, zu erforschen, was ein Elefant ist. Sie reisten also für ihn nach Indien und wurden zu einem Elefanten geführt. Die Gelehrten standen nun um ihn herum, betasteten ihn von ihren Positionen aus und versuchten, sich ein Bild von ihm zu machen: Der erste Gelehrte stand am Kopf des Tieres, berührte den Rüssel und sagte: „Ein Elefant ist wie eine Schlange.” Der zweite Gelehrte stand am Ohr des Elefanten und sprach: „Nein, ein Elefant ist wie ein großer Fächer.” Der dritte Gelehrte erwiderte: „Nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule”, denn er hatte ein Bein des Elefanten ertastet. Der vierte Gelehrte sagte: „Ich denke, ein Elefant ist wie ein kleiner Schlauch mit ein paar Haaren am Ende”, da er den Schwanz berührt hatte. Der fünfte Gelehrte ertastete den Bauch des Tieres und sagte schließlich: „Also, ich sage, ein Elefant ist ein riesiger Klops mit ein paar Borsten darauf.” Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, da sie sich nicht darauf einigen konnten, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte und sagte: „Ich danke euch, denn nun weiß ich, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, wie eine Schlange, mit Ohren wie Fächer, mit Beinen wie Säulen, mit einem Schwanz, der einem kleinen Schlauch mit ein paar Haaren daran gleicht, und mit einem Rumpf, der wie ein großer Klops mit Rundungen und ein paar Borsten ist." Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet und sie sich zu schnell mit ihrem Ergebnis zufrieden gegeben hatten. Die Erkenntnis aus dieser Parabel betrifft auch uns mit unserem „Elefanten”, den wir studieren: der Bibel. Kein Mensch weiß zu 100 % alle Antworten auf die Fragen, die die Bibel aufwirft. Man kann schon sein ganzes Leben mit deren Studium verbracht haben, doch noch immer finden sich (alte oder neue) Fragen. Die Parabel zeigt uns daher die Wichtigkeit von Vielfalt auf: Wir Menschen unterscheiden uns voneinander, jeder hat einen anderen Hintergrund, verschiedene Stärken, Schwächen, Kenntnisse, Vorlieben. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Sache aus den unterschiedlichen Perspektiven mehrerer Menschen zu betrachten, sodass wir sie anschließend selbst für uns prüfen und uns selbst ein Bild machen können. Jede Perspektive ist dabei wie ein Puzzle-Teil: Um das ganze Bild zu sehen, sind alle Teile des Puzzles hilfreich. Stellt euch einmal vor, die Gelehrten aus der Parabel wären nach dem Ertasten des Elefanten mit ihrer Meinung darüber, was ein Elefant ist, wieder in ihre Dörfer gegangen und hätten die Dorfbewohner davon überzeugt, dass ein Elefant entweder wie ein Fächer, eine Säule oder eine Schlange ist. Keiner der Dorfbewohner hätte die Möglichkeit bekommen, für sich selbst festzustellen, was ein Elefant ist, sondern lediglich die Meinung über das „Puzzle-Stück” des jeweiligen Gelehrten übernommen. Möglicherweise hätten sie sich mit den Bewohnern der anderen Dörfer noch zerstritten, die die Meinung eines anderen Gelehrten angenommen haben, und sie wären nie wieder friedlich zusammen gekommen, um gemeinsam mehr über das große Ganze herauszufinden. Genau so kann es sein, dass jemand bereits nach dem Setzen von lediglich 4 Puzzle-Teilen der festen Überzeugung ist, das große Ganze oder die „Wahrheit” zu kennen. Dabei kann es sich bei dem vor ihm liegenden Puzzle genau so gut um ein 1000-Teile-Puzzle handeln, sodass noch viele, viele Teile fehlen, damit das Ganze überhaupt annähernd erkannt werden kann (das weiß derjenige, der an dem Puzzle arbeitet, allerdings nicht, weil es keine Box gibt, die ihm die Anzahl der Puzzle-Teile verrät...)! Ein weiteres Beispiel zu der Wichtigkeit von unterschiedlichen Blickwinkeln ist die Begebenheit, die in Matthäus 26 ab Vers 6 beschrieben ist: „Als aber Jesus in Betanien war, im Hause Simons, des Aussätzigen, kam eine Frau zu ihm, die ein Alabasterfläschchen mit sehr kostbarem Salböl hatte, und goss es aus auf ⟨sein⟩ Haupt, als er zu Tisch lag.” (Matthäus 26,6) Dasselbe Geschehen greift auch Johannes in Kapitel 12 auf: „Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passah nach Betanien, [...]. Da nahm Maria ein Pfund Salböl von echter, sehr kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete seine Füße mit ihren Haaren.” (Johannes 12,1-3) Obwohl beide Evangelisten unterschiedliche Berichte über das Geschehene abgeben (in Matthäus wird vom Haupt Jesu gesprochen, während in Johannes seine Füße erwähnt werden), muss das nicht bedeuten, dass nur ein (oder womöglich kein) Bericht der Wahrheit entspricht. Möglicherweise wurden sowohl sein Haupt als auch seine Füße gesalbt. Matthäus und Johannes haben nur ganz einfach in ihren Berichten auf unterschiedliche Punkte Wert gelegt. Wenn man beide Berichte zusammenfügt, passt es sogar sehr gut zu der dahinterstehenden Absicht der Frau: Diese entsprach der Ganzkörpersalbung eines Toten, wie Jesus auch im Anschluss selbst gesagt hat: „Denn als sie dieses Salböl über meinen Leib goss, tat sie es zu meinem Begräbnis.” Tatsächlich war dies auch die einzige Salbung, die Jesus letztendlich erhielt, da unmittelbar nach seiner Kreuzigung ein Sabbath / Feiertag war, sodass die Salbung nicht vorgenommen werden konnte, bevor er wieder auferstand. Leider gibt es sie jedoch sehr häufig: Menschen, die meinen, „die Wahrheit” zu kennen, und die ihr Gegenüber von ihrer Interpretation oder ihrer Meinung überzeugen wollen. Denn meistens handelt es sich ganz einfach nur darum. Es heißt sogar in der Bibel: „Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie durch einen trüben Spiegel. Einmal aber werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.“ (1. Korinther 13,12) Ironischerweise können wir uns da ein Beispiel an der Wissenschaft nehmen: Die Wissenschaft ist immer der Meinung, dass es noch weitere Teile des Puzzles gibt. Es wird immer weiter geforscht, oft noch viel tiefer in die Materie hinein als zuvor. Auch Isaac Newton sagte einmal: „Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean”. Durch eine gewisse Erfahrung und Demut lernen wir, dass wir eben doch nicht immer die ganze Wahrheit kennen können. Wir sollten uns daher nicht auf die Erkenntnis an sich, sondern stattdessen auf den Weg zur Erkenntnis konzentrieren und vermehrt darauf achten, wie wir miteinander umgehen, denn „die richtige Erkenntnis allein führt nur zu Hochmut; Liebe dagegen baut die Gemeinde auf. Wenn sich einer also etwas auf sein Wissen einbildet, so weiß er gerade nicht, worauf es ankommt.” (1. Korinther 8,1-2) Die Liebe ist wichtiger, als eine Überzeugung oder Meinung - möge sie noch so richtig erscheinen. Dazu möchte ich die Frage in den Raum werfen: Weshalb wollen Menschen ihrem Gegenüber oft um jeden Preis ihre Meinungen aufzwängen? Wenn man sich die Welt anschaut, geht es oft schlichtweg um das eigene Ego. Auf christlicher Ebene geht es um den Drang zur Verkündigung: Man möchte seinem Gegenüber das „richtige” Bild von Gott zeigen oder auch das richtige Verhalten als Christ nahelegen. Dazu habe ich folgendes Beispiel: Wenn jemand kurz davor ist, eine giftige Substanz zu sich zu nehmen, wäre es da nicht eine liebevolle Geste, ihn darauf hinzuweisen, da er ansonsten möglicherweise sterben könnte? Dem würde ich zustimmen. Verhält es sich allerdings so, dass es sich bei demjenigen um einen 25-jährigen Studenten handelt, der ein Feierabendbier trinken möchte, wäre das etwas völlig anderes, als wenn sich ein Kind in dieser Situation befindet. Bei einem Sechsjährigen, der nicht besser weiß, was Alkohol (besonders) Kindern zufügen kann, wäre ein Einschreiten mehr als gerechtfertigt. Schlägt man jedoch dem Studenten sein Bier aus der Hand und teilt ihm mit, dass Alkohol ungesund ist - obwohl er schon viele Male zuvor Bier getrunken hat und auch sonst ebenfalls als zurechnungsfähiger Erwachsener eingeschätzt werden kann - wäre es ganz und gar nicht liebevoll. Man würde ihn in diesem Fall wie ein unmündiges Kind behandeln und nicht wie einen erwachsenen Menschen respektieren, der seine eigenen Entscheidungen im Leben treffen kann. Menschen sind dynamisch, sie lernen und wachsen an ihren Erfahrungen, und jeder Mensch befindet sich auf seiner eigenen Reise. Seinen Mitmenschen in Liebe zu begegnen, bedeutet, die Reise des anderen zu respektieren und ihnen nicht mit der vermeintlichen „Wahrheit” ins Gesicht zu fahren - mit dem Zusatz: Ich sage dir dies alles doch in Liebe. So oft wird im (christlichen) Miteinander die eigene Meinung mit „der Wahrheit” gleichgesetzt. Allerdings bezweifle ich, dass man seinem Mitmenschen in Liebe begegnen und gleichzeitig darauf bestehen kann, die ultimative Wahrheit zu kennen. Denn wenn ich meine Meinung als „Wahrheit” darstelle, mein Gegenüber aber anderer Meinung ist, kreiert man automatisch eine Situation, in der ich meinen Gegenüber entweder als böse oder dumm darstelle. Eine andere Alternative ist hier gar nicht möglich. - Böswillig, wenn er sich bewusst ist, dass seine Meinung falsch ist, er sich aber absichtlich gegen meine Ansicht / „die Wahrheit” stellt. - Dumm, wenn er meine Ansicht / „die Wahrheit” einfach (ungewollt zwar, aber dennoch), nicht erkennt. Diese beiden Voraussetzungen stellen keine liebevollen Ausgangssituationen dar. Besser wäre es also, statt „die Wahrheit” lieber Begriffe wie „meine Meinung, „meine Wahrheit”, oder „die Wahrheit, wie ich sie verstehe” zu verwenden. Das nimmt der Situation seine Schärfe und schafft eine Atmosphäre des Verstehen- und voneinander-lernen-Wollens. Und ich denke nicht, dass Paulus ein solch hochmütiges und liebloses Verhalten tatsächlich von uns verlangte, als er in Epheser schrieb: „Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe”. (Epheser 4,15) In diesem Kapitel geht es immerhin um Einheit innerhalb der Gemeinde - ein ständiges Vorhalten „der Wahrheit” wäre dazu nicht hilfreich. Hätte Paulus seinen Brief daher heute (und auf Deutsch!) verfasst, würde er sich mit Sicherheit wie folgt (oder so ähnlich) anhören: „Lasst uns unsere Meinung mit anderen in Liebe teilen”. Somit komme ich wieder auf meine bereits genannten Gedanken zurück: Vielleicht sollte unser vorrangiges Ziel grundsätzlich ein liebevoller Umgang zu den Menschen um uns herum sein. Liebe ist ein Konzept, das sich je nach Gegebenheit entwickelt, wie in dem Beispiel mit dem Bier: Einem Kind sollte man es wegnehmen, einem verantwortungsvollen Erwachsenen nicht. Hier sind daher einige weitere, praktische Tipps, worauf man achten kann und sollte, wenn man seine Meinung in Liebe mit anderen teilen möchte: 1. Man sollte ehrlich mit sich selbst sein und darauf achten, dass man aus der richtigen Absicht heraus handelt: Möchte ich meine Meinung mitteilen, weil ich ernsthaft daran interessiert bin, was das Beste für meinen Gegenüber ist? Würde er sich dadurch akzeptiert und verstanden fühlen? Oder will ich eigentlich nur meine Redegewandtheit oder mein Wissen zur Schau stellen und durch die Korrespondenz nur Bestätigung für mich selbst finden? 2. Ist es die richtige Zeit und der richtige Ort dafür? Ist die jährliche Familienfeier mit 30 Personen im Wohnzimmer der Großmutter, die sich seit Monaten auf dieses Event freut, wirklich der richtige Zeitpunkt, mit dem Onkel, der bekennender Atheist ist, über Evolution und Schöpfung zu diskutieren? 3. Und zu guter Letzt ein Punkt, den ich ganz besonders wichtig finde und den man sich für alle Lebenslagen merken sollte. Es geht dabei um die sogenannte Goldene Regel, die Jesus in Matthäus erwähnt: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch!” (Matthäus 7,12) Auf den ersten Blick klingt es ganz einleuchtend, dass dies mit Sicherheit die beste Möglichkeit zu einem liebevollen Umgang miteinander wäre. Schaut man aber genauer hin, wird man feststellen, dass jeder Mensch unterschiedlich tickt, jeder andere Schwachstellen oder sogenannte „Trigger-Punkte” hat. So kann es sein, dass ich meinen Gegenüber in eine Diskussion zum Thema Corona-Pandemie verwickele, weil ich selbst so gerne darüber spreche. Mein Gesprächspartner hatte allerdings gerade am Tag zuvor ein Streitgespräch mit seinem Kollegen zu diesem Thema, was gar nicht gut ausgegangen ist, und möchte sich eigentlich gar nicht mehr groß damit befassen. Daher ist es schwierig, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte - denn eventuell möchte mein Gegenüber tatsächlich völlig anders behandelt werden als man selbst; stattdessen sollte man lieber die folgende Regel (und im oben erwähnten Podcast „Platinregel” genannt) beherzigen: „Behandle andere so, wie du von ihnen gelernt hast, dass sie behandelt werden möchten.” Da ist es wieder: Liebe ist ein Konzept, das je nach Situation anders aussehen kann. Die Goldene Regel ist nicht falsch, sie kann nur nicht immer und zu jeder Zeit genau so angewandt werden. Wir sollten lernen, wie wir so mit unseren Mitmenschen umgehen können, dass sie sich in unserer Gegenwart geliebt bzw. wohl fühlen. Dazu muss ich in Erfahrung bringen, wie mein Gegenüber „tickt”, wie man sich ihm nähern kann und auch, was man im Umgang mit ihm vermeiden sollte. Das kann dazu beitragen, Frieden und Harmonie, gegenseitiges Vertrauen und Verständnis zu schaffen, was gleichzeitig eine gute Basis für den Austausch von Meinungen zu diversen Elefanten darstellt :) Eure Hannah-Mi * Die aufgeführten Gedanken stammen zum Großteil aus dem Podcast „The Bible for Normal People”, Episode 138 „How Love Changes the Meaning of the Bible”: https://open.spotify.com/episode/2YXHtd9D6kqAAbq8YtJJWF?si=HT_ifVaKSlihVL9mD4C_9g Gelegentliche Gastbeitrag-Schreiberin, hat grundsätzlich eine positive Einstellung, mag tiefsinnige Gespräche, liebt es, zu lachen, fühlt sich Gott in der Natur am nächsten, teilt die Ansicht 'Gemeinschaft ist trotz Unterschiede möglich' und lebt mit Mann und 2 Katzen in Schottland.

  • Unser Licht finden

    Jeder von euch hat bestimmt schon einmal gehört, dass wir als Christen das Licht der Welt sein sollen (Matthäus 5, 14) oder dass wir leuchten sollen wie Himmelslichter (Philipper 2, 15). Aber was bedeutet das eigentlich und wie soll das funktionieren? Der Gedanke, der vielleicht eine Antwort auf diese Frage ist, kam mir während eines Vortrags zum Hebräerbrief, den ich vor einiger Zeit gehört habe. Im ersten Kapitel lesen wir Folgendes über Jesus: „er, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines [Gottes] Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt“ (Hebräer 1, 3) Leuchten wie der Mond Wie ich in dem Vortrag gelernt habe, bedeutet das griechische Wort für Ausstrahlung (apaugasma) so viel wie Abglanz. Es beschreibt weniger ein Leuchten aus sich selbst heraus, sondern eher ein Leuchten wie das des Mondes, der nicht selber Licht ausstrahlt, sondern das Licht der Sonne reflektiert. Jesus, der sich auch selbst als das Licht der Welt bezeichnet (Johannes 8, 12), strahlt also nicht aus sich selbst heraus, sondern er spiegelt Gottes Licht wider und gibt es an die Menschen weiter. Wenn wir davon lesen, dass auch wir das Licht der Welt sein sollen, ist denke ich das gleiche gemeint. Wir sollen Gottes Licht reflektieren und damit unser Umfeld erhellen. Gottes Licht Jetzt habe ich schon viel von Gottes Licht gesprochen, da stellt sich natürlich die Frage: Was ist dieses Licht überhaupt? Ich glaube, man kann an dieser Stelle auch einfach von Gottes Liebe sprechen. Einige von euch denken vielleicht als erstes an das Wort, das auch sehr oft im Zusammenhang mit Licht angesprochen wird, aber für mich geht beides Hand in Hand. Also lasst uns in diesem Beitrag das Wort einfach als eine der Unterkategorien von Gottes Liebe betrachten. Unsere Aufgabe ist es also, Gottes Liebe zu reflektieren. Und die gute Nachricht ist, dass die erste Hälfte dieser Aufgabe schon erledigt ist. Denn jeder von uns hat Gottes Liebe bereits empfangen. Jetzt liegt es an uns, diese Liebe nicht einfach nur anzunehmen und für uns zu behalten, sondern sie an andere Menschen weiterzugeben. Wie Jesus gesagt hat: „Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.“ (Matthäus 5, 15+16) Unser Reflexionsgrad Ich finde die Erkenntnis beruhigend, dass es an dieser Stelle gar nicht darum geht, dass wir erst selbst aus eigener Kraft unser Licht erschaffen müssen, sondern dass es das Licht schon längst gibt: Es kommt von Gott und wir geben es nur weiter. Aber trotzdem kommt leider oft nicht mehr viel von diesem Licht bei unseren Mitmenschen an. Um das zu verdeutlichen, lasst uns mal einen kleinen Ausflug in die (Innen-)Architektur machen: Wenn man sich mit der Beleuchtung von Räumen auseinandersetzt, dann gibt es je nach Nutzung des Raums Vorgaben für die Beleuchtungsstärke. Diese ist abhängig von verschiedenen Faktoren, unter anderem von den Reflexionsgraden von Wänden, Decken und Boden. Der Reflexionsgrad beschreibt, wie viel Prozent des Lichts, das auf die Oberfläche trifft, reflektiert wird. So hat zum Beispiel eine hellgrüne Wand einen höheren Reflexionsgrad als ein dunkelblauer Teppichboden und mit einer weißen Oberfläche lässt sich je nach Beschaffenheit des Materials fast ein 100%iger Reflexionsgrad erreichen. Ich glaube jeder von uns hat einen ganz persönlichen Reflexionsgrad, wenn es darum geht, Gottes Licht und Liebe zu reflektieren. Und ich bin mir sicher, dass keiner bei 100% liegt. Das einzige Beispiel für so eine „Totalreflexion“ ist Jesus. Aber wir können daran arbeiten, unseren Reflexionsgrad zu verbessern. Gottes Liebe verstehen Um Gottes Liebe besser an andere weitergeben zu können, müssen wir sie zunächst für uns selbst wirklich angenommen und verstanden haben. „Denn die Liebe ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.“ (1. Johannes 4, 7+8) Zu begreifen, dass Gott uns wirklich ohne wenn und aber liebt, kann manchmal viel schwieriger sein, als es auf den ersten Blick scheint. Und es gibt auch kein Patentrezept dafür, an diesen Punkt zu gelangen. Aber zumindest eine Hilfestellung kann ich euch mit auf den Weg geben: Das Erkennen, von dem Johannes in seinem Brief spricht, hat nichts damit zu tun, Gottes Liebe mit dem Kopf in der Theorie verstanden zu haben. Es geht darum, Gott und seinen Charakter wirklich kennenzulernen. Nicht nur die Geschichten in der Bibel zu lesen, sondern die Person zu sehen, die hinter all dem steckt. Nicht nur Gottes Gebote auswendig zu lernen, sondern seine Motivation hinter den Regeln zu verstehen. Nicht nur Gottes Plan mit der Welt zu erkennen, sondern zu fragen, warum Gott das vorhat. An all diesen Stellen findet man Gottes Liebe zu uns. Nur wenn wir verstanden haben, wie sehr Gott jeden einzelnen von uns liebt, können wir auch beginnen, diese Liebe an andere weiterzugeben. Quasi nicht „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, sondern „Liebe deinen Nächsten so wie Gott dich liebt“. Oder um nochmal Johannes zu zitieren: „Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind wir auch schuldig, einander zu lieben.“ (1. Johannes 4, 11) Mit Gottes Augen sehen Vermutlich fragt ihr euch, warum es denn so wichtig ist, zunächst Gottes Liebe für uns wirklich zu begreifen, bevor man diese Liebe an andere weitergeben kann. Ich denke, ein Teil der Antwort ist, dass es uns dabei hilft, auch seine Liebe gegenüber anderen Menschen zu verstehen und sie mit seinen Augen zu sehen. Vor allem bei Menschen, die es uns nicht leicht machen, ihnen mit Liebe zu begegnen, hilft es oft, einmal die eigene Meinung zu der Person beiseite zu schieben und zu versuchen, sie mit Gottes Augen zu sehen. Gott bringt dieser Person genauso viel Mitgefühl und Gnade entgegen, wie uns, weil er sie genauso liebt wie uns. Also sollten wir das ebenfalls tun. Wie können wir schlecht von einer Person denken oder sie schlecht behandeln, wenn sie von Gott geliebt wird? Das wäre als würden wir sagen: "Sorry Gott, aber in diesem Fall hast du dich geirrt. Diese Person hat deine und meine Liebe wirklich nicht verdient!" Aber so funktioniert Gottes Liebe nicht. Auch wir haben es nicht verdient von Gott geliebt zu werden, aber er tut es trotzdem. Seine Liebe ist nicht an Bedingungen geknüpft, sie ist ein Geschenk. Und als Geschenk sollten wir sie auch weitergeben. Wenn wir versuchen, andere mit den Augen Gottes zu sehen, ist das im Grunde wie eine Abwandlung von der Frage „Was würde Jesus tun?“. Nur eben mit dem Fokus darauf, dass die Grundlage Jesu Handeln immer war, dass er die Menschen aufrichtig geliebt hat und dass unser Handeln die gleiche Grundlage haben sollte. Ein Leben mit Leuchtkraft Wenn wir es schaffen, die Liebe, die wir durch Gott erfahren haben, in möglichst großem Umfang an unser Umfeld weiterzugeben, dann führen wir ein Leben mit Leuchtkraft. Das wird uns nicht immer in gleichem Maße gelingen, denn unser Reflexionsgrad schwankt immer wieder. Aber Gottes Licht strahlt immer in der gleichen Intensität. Auch an den Tagen, an denen wir es nicht schaffen viel davon weiterzugeben, liebt Gott uns immer noch so sehr wie am Tag davor. Oder um wieder auf das Beispiel des Mondes zurückzukommen: Auch wenn Neumond ist und man von der Erde aus keine Reflexion erkennen kann, wird der Mond weiter von der Sonne angestrahlt. Also lasst uns diese Woche versuchen, ein bisschen mehr zu leuchten als zuvor. Mehr von Gottes Liebe weiterzutragen und den Menschen um uns herum zu zeigen, wie wunderbar das Licht ist, in dem wir leben dürfen. "Lasst uns lieben, weil er uns zuerst geliebt hat." (1. Johannes 4, 19) Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Ein neues Bild

    Ich wünsche dir ein gesundes, friedliches und freudiges neues Jahr. Heute möchte ich von meinem Vorsatz für das beginnende Jahr schreiben. Normalerweise halte ich nicht viel von solchen Abmachungen mit sich selbst. An diesem Jahreswechsel hat mich aber so ein Gedanke getroffen. Zu Weihnachten habe ich ein Buch geschenkt bekommen. Es heißt "Das große Welttheater" und ist von Philipp Blom geschrieben. Es ist eine Bestandsaufnahme der Weltsituation. Der Autor beschreibt, wie die Menschen in der Geschichte auf die Umbrüche der Zeit reagiert und gehandelt haben. Er zeigt Bilder, mit denen die Probleme angegangen und überwunden wurden. Von einigen Geschehnissen hatte ich vorher noch nie gehört. Es gab zum Beispiel eine sogenannte "kleine Eiszeit" die im 17. Jahrhundert das Klima in Europa beeinflusste und vieles veränderte. Er kommt auf den Punkt und sagt, dass der Mensch die Erde ausbeutet. Und den Auftrag dazu nimmt der christliche Mensch von Gott. Er hat bestimmt, das der Mensch sich die Erde Untertan machen soll. Sehe selbst in der Bibel: 24 Darauf befahl er: »Die Erde soll vielfältiges Leben hervorbringen: Vieh, wilde Tiere und Kriechtiere!« So geschah es. 25 Gott schuf alle Arten von Vieh, wilden Tieren und Kriechtieren. Wieder sah er sich alles an, und es war gut. 26 Dann sagte Gott: »Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.« 27 So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. 28 Er segnete sie und sprach: »Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!« 29 Dann sagte er: »Seht, als Nahrung gebe ich euch alle Pflanzen, die Samen tragen, und die Früchte, die überall an den Bäumen wachsen; 30 aber die Vögel und Landtiere sollen Gras und Blätter fressen.« Und so geschah es. 31 Schließlich betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut! Es wurde Abend und wieder Morgen: Der sechste Tag war vergangen. (1. Mose 1, 24-31) Für mich als Christ und als Mensch ist das natürlich sehr traurig und bedrückend. Und nur am Rande möchte ich behaupten, dass dieser Satz der Bibel falsch interpretiert wurde. Hier kann genauso gut verstanden werden, dass der Mensch die Erde pflegen soll. Für einen Ausgleich und einen nachhaltigen und erhaltenen Umgang mit der Schöpfung sorgen soll. Tatsache ist der Zustand der Welt jetzt und der ist nun mal erschreckend und alarmierend. Der Philosoph Phillip Blom führt auch die Epoche der Romantik und der Aufklärung auf. Sie haben vieles zu unserer Situation beigetragen. Die Frage ist, ob es gelingt, diese beiden Richtungen zusammenzubringen und dadurch einen Ausgleich zu schaffen? So bin ich dann im Grunde auch bei dem eigentlichen Thema des Aufsatzes. Mit welchem Bild kann den Problemen der Jetztzeit begegnet werden? Im Buch gibt es keine Antwort. Nur den Aufruf und die Anregung zum Mitfinden und Mitzeichnen eines neuen Bildes. Beim Lesen hatte ich eine Idee für eine Antwort auf diese Frage. Das Problem Im Grunde können die aufgezeigten Probleme nur von der ganzen Welt gelöst werden. Dazu müssten alle Staaten, alle Menschen zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Wenn ich allerdings ein paar Akteure des Weltgeschehens ansehe ist da eher der Konkurrenzkampf vorherrschend. Ich sage nur "America first". Oder da sagt der chinesische Anführer zur Bekämpfung von "Corona": "Wir haben die Corona - Krise am besten gemeistert". Selbst in meiner Ehe finde ich diesen Umgang miteinander oder soll ich besser sagen gegeneinander. Immer wieder wird verglichen. Meine Idee ist gut und deshalb besser. Es geht immer um höher, schneller, weiter. Das Ergebnis ist kein Vertrauen mehr und am Ende Stillstand. Achte mal darauf in deinem Umfeld. Den Ursprung dieses Vorgehens sehe ich in einer noch immer vorherrschenden patriarchischen Einstellung. Der Patriarch bestimmt, wo es lang geht. Es kommt zur Erlangung und Ausübung von Macht. Leider ist auch das Christentum sehr anfällig dafür gewesen und ist es immer noch. Schau dir die Struktur des Papsttums an. Es geht um Einordnung, Vorschriften und und und. Ich meine, dass da Vieles aus menschlicher Sicht so eingeordnet wurde. Abraham wird als Patriarch benannt. Hat er Macht über seine Mitmenschen ausgeübt? Ich glaube nicht. Oder Gott? Ist er wirklich der absolute Bestimmer? Bevormundet er die Menschen auf Schritt und Tritt? Oder hat er sie mit einem freien Willen gestaltet? Wünscht ihnen und gibt ihnen Freiheit? Freiheit in Christus. Die Lösung Wie wäre es, wenn der chinesische Präsident sagen würde: "Ich habe den Eindruck, dass wir das mit Corona ganz gut machen. Wenn ihr wollt können wir unsere Erfahrungen austauschen und miteinander noch besser werden. Ich möchte, dass es euch genauso gut geht wie uns. Ich möchte, dass es uns genauso gut geht wie euch. Das ist das christliche Bild. Jesus sagt das in dem einzigen Gebot, das er uns gibt. Es sieht so aus, als wenn die ganze Welt heute vor dieser Wahl steht. Lieben wir unseren Nächsten wie uns selbst? Wie sieht dann das Handeln aus? Im Grunde geht es um ein Miteinander. Gemeinsam Probleme lösen. Lösungen finden, die allen zu Gute kommen. Es geht um Ausgleich nach oben - zum Vollkommenden. Ein Beispiel: Als unsere Gruppe die Idee verfolgte, einen Blog herauszugeben, stand irgendwann auch die Namensgebung an. Wie wollen wir den Blog nennen? Erst mal machte sich jeder seine Gedanken. Es wurden Vorschläge gesammelt. Ein Lösungsansatz tat sich auf. Manche waren zufrieden damit. Manchen fehlte etwas. Manche fügten sich. Wir merkten bald, dass wir nicht zufrieden waren. Das Ergebnis ließ auf sich warten. Der erste Frust stieg auf. Was tun? Dann beschlossen wir, nochmal alle zusammen zu kommen, um gemeinsam darüber zu reden. Gesagt, getan. Ja, das ging damals noch, zu sechst um einen Tisch. Was für eine schöne Zeit. Und da saßen wir nun. Und die Vorschläge kamen auf den Tisch. Wir kommentierten, stritten, lachten und wir fragten uns. Was ist hiermit? Was fehlt dir noch? Bist du zufrieden? Ahh, ich verstehe! Wie wäre es hiermit? Und, wir konnten es kaum glauben, unser Blog-Name war da. Er lag für alle sichtbar auf dem Tisch. Und wir wussten alle sofort, das ist er. Was für ein Moment. Allein wäre keiner darauf gekommen. Zusammen erlebten wir einen besonderen Moment. Mein Vorsatz Ich möchte es mir vornehmen. Ich will nicht mehr die Konkurrenz, das Gegeneinander und die Abgrenzung leben. Ich möchte gemeinsam gehen. Gemeinsam Wachsen und in Bewegung sein. Ich möchte Jesu Gebot in allen Bereichen meines Lebens aufspüren, es ernst nehmen und es als Leitbild für mein Handeln annehmen und dadurch himmlische Lösungen finden. Hier nochmal die Stelle in der Bibel dazu: Jesus antwortete ihm: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand.‹ 38 Das ist das erste und wichtigste Gebot. 39 Ebenso wichtig ist aber ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹ 40 Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten sind in diesen beiden Geboten enthalten. (Matthäus 22, 37-40) Schon im Alten Testament sagt Gott: Räche dich nicht und sei nicht nachtragend! Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! Ich bin der HERR. (3. Mose 19,18) Es gibt die Aussage also auch schon vor Jesu Geburt und Auftreten. Dies beweist für mich, das Gott sich treu ist. Er war, ist und wird immer der Gleiche sein. In diesem Sinne wünsche ich dir ein erfülltes neues Jahr. Ingo Wenn ich dein Interesse für das Buch geweckt habe, dann habe ich hier noch drei Leseproben für dich. Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert

  • Sch(n)ee

    Endlich ... Er lässt es in dichten Flocken schneien und überzieht alles mit feinem Reif. (Psalm 147,16) Auf den ersten Schnee warte ich sehnsüchtig das ganze Jahr. Gerade wenn die Tage dunkler werden, muss ich immer aufpassen, dass ich nicht in eine Art Winterstarre oder Wintermelancholie versinke. Ich werde immer müder und lustloser, könnte mich den ganzen Tag im Bett verkriechen und schlafen. Vielleicht kennt ihr das auch!? Nur die Vorfreude auf die ersten Schneeflöckchen (und Weihnachten) erhellen mein Gemüt! Denn dann wird es hell! Die ganze Welt um mich herum erstrahlt in einem neuen Glanz. Die Natur bekommt eine schützende Decke und die Menschen wirken wieder aktiver, motivierter und fröhlicher. Für mich ist der Schnee so besonders, weil ich diesen nur wenige Tage im Jahr (wenn überhaupt) sehen und spüren kann. Ich versuche jede Minute die weißen Flöckchen zu genießen, denn sie überleben meistens nur ein paar Stunden. Leider. Doch diese Stunden reichen aus, damit ich mich in die feinen Eiskristalle jedes Jahr aufs Neue verliebe und es mich nach draußen zieht. Die Schneeflocken lassen mich an wunderschöne Erfahrungen und Begebenheiten in der Vergangenheit denken (abgesehen vom Einseifen und abgefrorenen Händen und Füßen): Vielleicht erinnert sich die eine oder andere Leser*in an solche Erlebnisse mit mir. Ich hatte auf jeden Fall (fast) immer den Spaß meines Lebens! Ganz besonders erinnere ich mich an eine Mini-Versammlung bei meinen Eltern zu Hause. Wir waren nur zu Dritt oder zu viert. Unser Nachbar hat einen kleinen Vortrag gehalten. Ich glaube über die Schöpfung und den Schnee, genau weiß ich es leider nicht mehr, aber das Gefühl dabei war so schön. So wunderbar geborgen im Warmen zu sitzen in einer verschneiten Welt. Ein Gefühl von großer Dankbarkeit und Sicherheit. Der Schnee macht die Welt irgendwie kleiner, lässt alles erstrahlen und rein wirken. Gott schenkt uns den Schnee, denn wir benötigen diesen, wie den Regen und alle anderen Elemente, zum Überleben. Denkt an den Regen und den Schnee! Sie fallen vom Himmel und bleiben nicht ohne Wirkung: Sie tränken die Erde und machen sie fruchtbar; alles sprießt und wächst. So bekommt der Bauer wieder Samen für die nächste Aussaat, und er hat genügend Brot zu essen. (Jesaja 55,10) Die weiße Welt lässt mich ein paar Stunden im Hier und Jetzt verbringen, in der Gegenwart. Und für einige Momente sind alle Sorgen und Nöte vergessen. Ich danke Gott und Jesus für diese Tage, die ich so unbeschwert, wie ein Kind, genießen kann. Eure Freya, Rise Up And Shine! Ein großes DANKESCHÖN an Alina und Annemarie, die mir netterweise einige ihrer Schneefotos zur freien Verfügung anvertrauen!

  • Berge versetzen

    Hallo zusammen! Das Wichtigste zuerst: Euch allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr! Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet. Für mich hätte der Jahreswechsel dieses Jahr nicht schöner sein können: Trotz Corona und weitgehender Isolation konnte ich mit vielen Dutzend Freunden und Geschwistern im Glauben Silvester feiern – mit einem Lobpreisabend über ZOOM. Das ganze ist relativ spontan ins Leben gerufen worden, daher bin ich umso dankbarer, dass der Abend ein riesiger Erfolg war und wir so vielen Teilnehmern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnten. Das lag nicht zuletzt an den vielen grandiosen Beiträgen, die eingereicht wurden! Einen davon habe ich euch heute mitgebracht. Es ist ... ja was ist es eigentlich? Ich würde es beschreiben als eine Art Jahreswechsel-Glaubens-Poetry-Slam. Aber guckt es euch doch einfach selbst an! Ein riesiges Dankeschön an Shanny McQueen, Hanna Sieber und Lilli Sieber, das ich ihr Video hier teilen darf! Viel Spaß beim Gucken / Hören / Meditieren / Nachdenken / .... ! Gottes Segen und bis demnächst! Euer Daniel

  • Zwischen den Jahren

    In die Tage zwischen den Jahren gehe ich dieses Jahr mit sehr gemischten Gefühlen. Die Arbeit im Bioladen war anstrengend und Freud und Leid in meinem engsten Umfeld ist so nah beisammen, dass es mich fast zerreißt. Ich weiß, dass uns das Licht der Welt geschenkt wurde. Jesus unser Retter ist geboren. Der helle Stern über dem Stall erinnert mich an die frohe Botschaft vom kommenden Reich Gottes auf Erden. Das beruhigt mich in dieser chaotischen Welt. „Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn UMSTRAHLTE sie. Die Hirten erschraken sehr, aber der Engel sagte: Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird. Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus.“ (Lukas 2,9-11) Später sagt Jesus von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12) Licht bietet Orientierung und Hoffnung. Das Dunkel verliert seine Kraft. Die Bibel ist voll von hellen „Licht-Momenten“. Schlägt man in einer Konkordanz nach und liest nacheinander alle Stellen zum Eintrag "Licht", wird es schon ein wenig heller. Licht wird mir nicht nur geschenkt, ich kann es sogar weitertragen und dann sind auch wir das Licht der Welt. „Ihr seid das Licht, das die Welt erhellt. Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet ja auch keine Öllampe an und stellt sie dann unter einen Eimer. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, so dass sie allen im Haus Licht gibt. Genauso soll euer Licht vor allen Menschen leuchten. Dann werden sie eure guten Taten sehen und euren Vater um Himmel preisen.“ (Matthäus 5,14-16) Hoffentlich gab es in eurem Jahr ein paar Licht-Momente. Vielleicht ist ja der ein oder andere Beitrag aus diesem Blog dabei. Rätsel Zum Ausklang des Jahres schenke ich euch ein Rätsel. Wie viele Titel von Blogbeiträgen aus diesem Jahr 2020 sind hier versteckt? Kleiner Tipp: alles ist möglich. Längs, quer, rückwärts und diagonal. Sind im Blogtitel Leer- oder Satzzeichen sind diese hier nicht berücksichtigt. Wer es weiß, kann mir gerne die Lösung schicken, über das Kontaktformular. Für die ersten drei richtigen Lösungen gibt’s einen kleinen Gewinn! Viel Spaß beim Suchen und stellt euer Licht nicht unter den Scheffel oder Eimer 😊 „Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht LEUCHTEN über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ (4. Mose 6,24) Ganz viele schöne Licht-Momente und ein gesegnetes neues Jahr wünscht euch: Eure Ulrike (Hinter der Kerze ist ein Lied versteckt... einfach anklicken.)

  • Zusammen ist man weniger allein

    Erinnert ihr euch an den ersten Blogbeitrag? „Eine Reise beginnt“ hieß es dort. Eine neugierige Freude verspüre ich, wenn ich daran denke, dass unsere Gruppe ein Ziel hat: Wir sind auf dem Weg, eine neue Gemeinde zu gründen. Weil wir zusammen mehr erreichen können, als jeder alleine. Und was machen wir dort? Eine zentrale Rolle spielt dabei ein Raum, der als Anlaufstelle dient. Offen in jeder Beziehung. Offen für alle Menschen: arm, reich, Mann, Frau, traurig, glücklich oder suchend. Zurzeit befinden wir uns noch in der Phase des „Ideensammelns“. Meine Augen und Ohren sind gerade offen für Neues. Heute möchte ich eine Idee teilen, die mir seit ich diese in einer Fernsehsendung gesehen habe nicht mehr aus dem Sinn geht. Auf ein Feedback eurerseits bin ich gespannt. Also gerne die Kommentarfunktion oder das Kontaktformular nutzen :) Die Reportage im Fernsehen handelte von verschiedenen Wohn- und Lebensentwürfen in großen Städten. Berichtet wurde aus München und Paris. Paris ist in viele Stadtteile und sogenannte Quartiere aufgeteilt. In ein paar Quartieren engagiert sich ein Verein für die Bewohner. Gut zugänglich betreibt der Verein kleine Kioske, an denen es nicht die neueste Klatschpresse und Zigaretten gibt, sondern z. B. Spiele, auch zum Ausleihen, einen Kaffee, ein Gespräch, Hilfe zur Selbsthilfe und einen „Lulu“. So heißt dann auch der Verein „Lulu dans ma rue“, also nah und in meiner Straße. „Lulu“ ist soweit ich herausgefunden habe ein Fantasiewort und steht hier für Menschen, die anderen Menschen in ihrer Umgebung helfen. Das Hilfsangebot geht von Besorgungen, Hilfe beim Schleppen und Tragen, Einkaufen über Möbelrücken, kleinen Handwerksdiensten, wie Reparaturen oder das Auswechseln von Leuchtmitteln bis hin zum Tapezieren oder Fahrräder reparieren… Der Hilfesuchende wendet sich an den Kiosk, dort wird Art und Umfang des Einsatzes besprochen und anhand einer festgelegten Entgeltliste der Lohn für „Lulu“ vereinbart. Im Film wurde ein „Lulu“ begleitet, wie er einer älteren Dame eine kleine Wand tapezierte. Die Dame war begeistert, weil für so kleine Arbeiten kein Handwerker einer Firma vorbeikommen wollte. Der „Lulu“ hat so endlich wieder eine sinnvolle Aufgabe in seinem Leben. Alkohol und Arbeitslosigkeit hatten ihn aus der Bahn geworfen. Mit diesem Konzept kann er selbstständig arbeiten und für seinen Lebensunterhalt sorgen. Die Menschen kennen und mögen ihn und sind dankbar. Und sollten die Handwerkstätigkeiten doch mal größere Ausmaße annehmen, hat der Kiosk ein Netzwerk von Betrieben im Hintergrund, die schnell und zuverlässig arbeiten. Dieser Kiosk bringt Menschen zusammen. Spricht euch das auch an? Gibt es in eurem Umfeld schon so etwas Ähnliches? Natürlich gibt es zu der Art und Weise, wie unser Gemeinderaum genutzt und betrieben werden kann, viele schöne Ideen, das wäre nur eine davon. Ein offener Gemeinderaum, nicht nur für Bibelstunden und Gottesdienste, darf gerne an allen Tagen Anlaufstelle für alle sein. Stellt euch vor, da wo ihr wohnt, wird in einem kleinen ehemaligen Ladengeschäft oder einer Gaststätte ein „Leben. einfach. biblisch.“ Laden eröffnet. Welches Angebot würdet ihr erwarten? Was wäre so interessant, dass ihr mal vorbeischauen und euch trauen würdet einzutreten. Ganz egal wie und was davon umgesetzt werden kann, finde ich es spannend, sich damit zu beschäftigen. Mein Wunsch ist es, meine Mitmenschen dort abzuholen, wo sie sich gerade auf ihrer Lebensreise befinden, und ihnen die frohe Botschaft nahezubringen. Denn wir sind aufgerufen: „Du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit ganzem Verstand [...] Ebenso wichtig ist aber ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.“ (Matthäus 22,36-39) „Deshalb geht hinaus in die Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden! Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe, Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist“ (Matthäus 28,18-20) Jesus selbst ging zu den Sündern, den Menschen, die erkannt haben, dass sich etwas in ihrem Leben ändern muss. Er sprach mit Kranken, mit Armen, mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft standen. Für jeden, der ihm nachfolgen wollte, war er ansprechbar. Und das ist auch heute noch so - wenn wir Gelegenheiten und Räume schaffen, in denen das möglich ist! Darüber freue ich mich! Eure Ulrike

  • Wie sollen wir beten?

    Diese Frage beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Sollen wir bitten, als hätten wir schon empfangen (vgl. Markus 11,24) oder sollen wir sagen „nicht mein, sondern dein (Gottes) Wille geschehe“ (vgl. Lukas 22,42)? Wie passt das zusammen? Stehen diese beiden Aussagen vielleicht gar nicht im Gegensatz zueinander? Um das herauszufinden, habe ich mir ein paar Bibelstellen, in denen es ums Beten geht, angesehen und die möchte ich heute gerne mit euch teilen. Das „Vater Unser“ in seinen Einzelteilen Das erste, was mir zum Thema Gebet eingefallen ist, ist das „Vater Unser“ – das wahrscheinlich bekannteste Gebet aller Zeiten. Viele Menschen, vermutlich auch viele, die nicht gläubig sind, kennen es auswendig – immerhin ist es auch DIE Gebetsvorlage von Jesus, oder? Sollte jedes unserer Gebete so aussehen? Oder ist es nur ein grobes Gerüst, an dem wir uns orientieren können? Um ein paar Antworten zu finden, gucken wir uns das „Vater Unser“ (Matthäus 6,9-13) einmal kurz in seinen Einzelteilen an: Unser Vater im Himmel: Als erstes richtet Jesus die Aufmerksamkeit auf den, mit dem wir im Gebet reden. Er verdeutlicht die Beziehung, die wir zu Gott haben, indem er ihn Vater nennt. Gott ist unser Vater und deswegen immer für uns da, sodass wir uns immer an ihn wenden können (vgl. auch Matthäus 7,11 und Jesaja 63,16 und Römer 8,15+16). Ich glaube wir können heutzutage gar nicht mehr wirklich nachvollziehen, was für ein Vorrecht es war, Gott Vater nennen zu dürfen, aber zur Zeit Jesu war das noch etwas ganz Neues und Besonderes (vgl. Johannes 1,12). Dein Name werde geheiligt: Das Wort „geheiligt“ ist, wie ich finde, ein wenig schwer zu verstehen. Wenn man im Strong’s-Lexikon nachsieht, hat das Wort folgende Nummer „G37“ und bedeutet unter anderem verehren, hochhalten und beachten (aus dem Englischen „to venerate“). „Jubelt, ihr Gerechten, dem HERRN, den Aufrichtigen ist der Lobgesang Freude. Preist den HERRN mit der Leier, spielt ihm auf zehnsaitiger Harfe. Singt ihm ein neues Lied, schlagt die Saite mit Jubelklang.“ (Psalm 33,1-3) Viele Stellen in der Bibel sagen, dass man Gott loben soll und so betont auch Jesus das hier in seinem Gebet. So kann man sich dann auch besser darauf fokussieren, mit wem man eigentlich spricht. Dein Reich komme: Damit endlich alles Schlechte auf der Welt ein Ende hat und niemand mehr leiden muss, soll möglichst bald Gottes Reich anbrechen. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden: Gott ist der Einzige, der den Überblick hat und weiß, was gut und was schlecht ist, was zielführend ist und was einen vom Weg abbringt. Deswegen sollte auch sein Wille geschehen. Das Brot, das wir nötig haben, gib uns heute: Gott wird für uns sorgen, so wie er auch für die Vögel sorgt, die weder säen, noch ernten (vgl. Matthäus 6,25-32 und Psalm 145,14+15) und darum dürfen wir ihn auch bitten. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben haben jenen, die an uns schuldig geworden sind: Hier finden wir einen ganz klaren Aufruf, anderen zu vergeben. Das ist ein wichtiger Schritt, damit wir Gott bitten können, auch uns zu vergeben (vgl. Matthäus 6,14+15). Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen: Wir können Gott darum bitten, stark zu sein, um nicht zu sündigen. Er ist es, der uns dabei helfen kann, bessere Menschen zu werden. Ich muss sagen, dass das „Vater Unser“ für mich – nachdem ich mich jetzt ein wenig damit beschäftigt habe – gar nicht mehr so mystisch und abgedroschen klingt. Wenn man mal nur die Bedeutung dahinter sieht, ist es eigentlich ein schönes Gebet, von dem ich tatsächlich auch einige Inhalte in meinen Gebeten schon immer automatisch mit einbezogen habe. Kein „Danke“ im „Vater Unser“? Was mir vorher aber noch nie aufgefallen ist und was mich doch auch etwas erstaunt hat, ist die Tatsache, dass Jesus im „Vater Unser“ überhaupt nicht davon spricht, Gott zu danken. Die Frage ist nur: Warum? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unwichtig ist, Gott zu danken. Vielleicht ist es einfach sehr offensichtlich und deswegen wird es nicht angesprochen, aber so richtig zufrieden bin ich mit dieser Erklärung nicht. Wenn ihr noch irgendwelche Ideen dazu habt, lasst es mich gerne in den Kommentaren oder über das Kontaktformular wissen – ich würde mich freuen! Es gibt auch allgemein nur relativ wenige Bibelstellen, die vom Danken im Gebet reden. Eine davon finden wir in Kolosser: „Wir danken Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, jedes Mal, wenn wir für euch beten.“ (Kolosser 1,3) Und dann wiederum gibt es einige, die von Danksagung als Grundhaltung sprechen, wie zum Beispiel in Philipper oder auch wieder in Kolosser: „Sorgt euch um nichts, sondern lasst in allen Lagen eure Bitten durch Gebet und Fürbitte mit Danksagung vor Gott laut werden.“ (Philipper 4,6) „Haltet fest am Gebet, wachen Sinnes und voller Dankbarkeit!“ (Kolosser 4,2) In Timotheus gibt es allerdings auch eine Stelle, in der Danksagung mit Gebet in einer Aufzählung genannt und damit scheinbar nebeneinander auf eine Ebene gestellt wird: „Insbesondere bitte ich euch nun, vor Gott einzutreten für alle Menschen in Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung.“ (1. Timotheus 2,1) Es könnte also sein, dass Danksagung tatsächlich eher als Grundeinstellung gesehen wird. Für mich ist es auch oft ein Gefühl, dass ich den ganzen Tag mit mir herumtrage und das mich immer wieder daran erinnert, dass Gott da ist und für mich sorgt. Trotzdem sage ich Gott ganz automatisch in meinen Gebeten Dank und ich denke auch nicht, dass das falsch ist. Ich denke eher, dass es sich wie mit dem Glauben und den Werken in Jakobus verhält. Die Werke sind die Symptome des Glaubens, sie kommen ganz automatisch, wenn man wirklich glaubt. „So ist es auch mit dem Glauben: Für sich allein, wenn er keine Werke vorzuweisen hat, ist er tot. Sagt nun einer: Du hast Glauben, ich aber kann Werke vorweisen. - Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich werde dir an meinen Werken den Glauben zeigen!“ (Jakobus 2,17+18) Und genauso ist es auch, wenn man dankbar für etwas ist – dann möchte man ganz von sich aus „danke“ sagen. Das „Vater Unser“ als Gerüst Lasst uns aber kurz noch einmal zum „Vater Unser“ zurückkommen. Ist es nun ein Gebet, welches wir genau so Wort für Wort sprechen sollen? Ich denke nicht, dass dies der Fall ist, denn wenn wir noch weitere Bibelstellen anschauen, werden wir feststellen, dass selbst Jesus von diesem Gerüst abgewichen ist: „Es geschah in diesen Tagen, dass er wegging auf den Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.“ (Lukas 6,12) Wenn er die ganze Nacht zu Gott gebetet hat, wird er wohl kaum nur das „Vater Unser“ gebetet haben. Ich denke eher, dass Jesus uns wie oben erwähnt ein Gerüst geben wollte, an dem wir uns orientieren können, zu dem wir aber durchaus auch Dinge hinzufügen dürfen (allerdings muss ich sagen, dass ich Gott in meinen Gebeten selten so ausdrücklich lobe, wie Jesus das betont – das könnte ich in Zukunft mal mehr berücksichtigen!). Wichtig ist aber, dass wir Glauben haben, so wie es in Jakobus steht: „Und das Gebet des Glaubens wird den Ermatteten retten, und der Herr wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat: Es wird ihm vergeben werden. Bekennt einander also die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag die Fürbitte eines Gerechten, wenn sie inständig vorgebracht wird.“ (Jakobus 5,15+16) Wie sollen wir denn nun beten? Damit wären wir dann wieder bei meiner Anfangsfrage: Sollen wir jetzt bitten, als hätten wir schon empfangen (vgl. Markus 11,24) oder sollen wir sagen „nicht mein, sondern dein (Gottes) Wille geschehe“ (vgl. Lukas 22,42)? Im „Vater Unser“ finden wir die Aussage, dass Gottes Wille geschehen soll. Das klingt dort nicht ganz so extrem wie „nicht mein, sondern dein Wille geschehe“, da es nicht um eine konkrete Bitte geht, aber es geht eindeutig in die gleiche Richtung. Jesus betont dafür in seinem Gebet vor seiner Auslieferung umso mehr, dass Gottes Wille geschehen soll: "Vater, wenn du willst, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe." (Lukas 22,42) Wie passen diese Aussagen nun mit Stellen zusammen, die eindeutig sagen, dass man auf jeden Fall empfängt, wenn man nur im Glauben bittet? Dazu schauen wir uns noch mal die Stelle aus Markus an: „Und als sie am anderen Morgen vorübergingen, sahen sie, dass der Feigenbaum von den Wurzeln her verdorrt war. Und Petrus erinnert sich und sagt zu ihm: Rabbi, schau, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. Und Jesus entgegnet ihnen: Habt Glauben an Gott! Amen, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagt: Hebe dich hinweg und wirf dich ins Meer!, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dem wird es zuteil werden. Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteil werden. Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Wenn ihr aber nicht vergebt, dann wird auch euer Vater im Himmel eure Verfehlungen nicht vergeben.“ (Markus 11,20-24) Jesus sagt in Vers 22, dass wir Glauben an Gott haben sollen. Andere Übersetzungen sagen, wir sollen Vertrauen zu Gott haben. Glaube an und Vertrauen in das, was Gott uns in seinem Wort mitgeteilt hat, so wie es auch in Hebräer heißt: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht. Durch diesen haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten. Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind.“ (Hebräer 11,1-3) Dadurch ergibt sich dann aber auch ein gewisser Rahmen für unsere Bitten. Wir können nicht für Dinge bitten, die mit Gottes Wort nicht übereinstimmen. Andersherum sollten wir aber auch wirklich mit Glauben hinter Dingen stehen, von denen wir wissen, dass Gott sie für richtig hält und dann dürfen wir auch dafür bitten als hätten wir sie schon empfangen. Wenn wir hingegen für Dinge bitten, von denen wir nicht wissen, wie Gott dazu denkt, dann sollten wir denke ich noch dazu sagen, dass Gottes Wille geschehen soll. Gott hat nun mal den Überblick und weiß, was gut und richtig ist. Darauf können wir uns verlassen. 😊 Es muss von Herzen kommen „Und wenn ihr betet, sollt ihr es nicht machen wie die Heuchler: Die stehen gern in den Synagogen und an den Strassenecken und beten, um sich den Leuten zu zeigen. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon bezogen. Wenn du aber betest, geh in deine Kammer, schliess die Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; sie meinen nämlich, sie werden ihrer vielen Worte wegen erhört. Tut es ihnen nicht gleich! Euer Vater weiss, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.“ (Matthäus 6,5-8) Eine Sache stellt Jesus ganz klar: Wir sollen nicht beten, um von anderen Menschen gesehen zu werden. Unsere Gebete sollten von Herzen kommen und ernst gemeint sein. Wir sollten sie mit einer demütigen Haltung sprechen. Es geht Jesus nicht darum zu sagen, wir sollten nur beten, wenn niemand anders dabei ist und es sehen könnte. Es ist nur wichtig, dass wir die richtige Haltung dabei haben und nicht beten, um Anerkennung von anderen Menschen zu bekommen. Außerdem sagt er, wir sollen nicht plappern während des Gebets, das heißt wir können zum Beispiel das „Vater Unser“ sprechen, wenn wir es von Herzen ernst meinen, aber wir sollten es nicht einfach rauf und runter beten, nur um der Worte Willen. Das ist nicht, was Gott von uns möchte. Ein reines und aufrichtiges Herz möchte er von uns. „Wer darf hinaufsteigen auf den Berg des HERRN und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Der unschuldige Hände und ein reines Herz hat, der seine Seele nicht auf Falsches richtet und nicht schwört zum Betrug. Er wird Segen empfangen vom HERRN und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.“ (Psalm 24,3-5) Eure Lisa ♥

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