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  • Urlaubsimpressionen

    Einen wunderschönen Montag wünsche ich euch allen. Heute gibt es kaum etwas zu lesen von mir. Wir waren die letzte Woche im Urlaub, weswegen es heute ein paar verspätete Urlaubsgrüße und einige Urlaubsimpressionen gibt. Wir haben eine sehr schöne Zeit mit der erweiterten Familie in den Niederlanden verbracht und durften sogar einen wunderschönen Sonnenuntergang mit ansehen. Gottes Schöpfung kann einfach wahnsinnig schön sein. Da ihr nicht dabei sein konntet, möchte ich mit euch zumindest die besonders schönen Fotos teilen. Hier erst einmal die zum Sonnenuntergang am Strand: "Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes, und das Firmament verkündet das Werk seiner Hände." (Psalm 19,2) Da wir aber nicht nur am Strand waren, sondern auch ein wenig durch die umliegenden Örtchen (oder auch Orte, denn unter anderem waren wir in Amsterdam) gestreift sind, kommen jetzt noch ein paar Stadtbilder: "Wie zahlreich sind deine Werke, HERR. Du hast sie alle in Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen." (Psalm 104,24) Und diese Geschöpfe haben diese hübschen und teils sehr individuellen Häuschen, die an den Grachten in Amsterdam stehen, erdacht und gebaut. Die Häuser haben es mir sehr angetan. So sehr, dass Daniel irgendwann keine Lust mehr hatte dauernd stehen zu bleiben, weil ich immer wieder noch ein neues Foto von den Häusern machen musste ... :D Aber auch alles andere war sehr schön und, wie ihr sehen könnt, sehr sonnig. Mit dieser sonnig positiven Urlaubsenergie entlasse ich euch jetzt in die neue Woche. Damit der Start noch besser gelingt, hier noch ein schöner Bibelvers, über den ich neulich mal wieder gestolpert bin: "Hast du es nicht erkannt, hast du es nicht gehört: Ein ewiger Gott ist der HERR, der die Enden der Erde geschaffen hat! Er ermattet nicht und wird nicht müde, seine Einsicht ist unerforschlich. Dem Ermatteten gibt er Kraft, und wo keine Kraft ist, gibt er grosse Stärke." (Jesaja 40,28+29) Eure Lisa ♥

  • Gottes Liebe ist grenzenlos

    Kommt es nur mir so vor als wäre es noch nicht sechs Wochen her, dass ich das letzte Mal mit einem Beitrag an der Reihe war? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich fühlt es sich so an als würde die Zeit gerade schneller vergehen als gewohnt. Viel zu oft erwische ich mich dabei, wie ich von Dingen erzähle, die „gestern“ passiert sind, aber eigentlich schon mehrere Tage zurückliegen oder ich erwähne etwas, das „neulich“ war und bemerke, dass seitdem schon Monate vergangen sind. Ähnlich sieht es auch mit dem Buch aus, über das ich eigentlich schon beim letzten Mal schreiben wollte. Eine Empfehlung kann ich immer noch nicht aussprechen, denn ich musste feststellen, dass das letzte Mal, dass ich darin gelesen habe, mittlerweile genauso lange her ist wie mein letzter Beitrag. Das dürft ihr an der Stelle nicht falsch verstehen: Ich finde das Buch immer noch sehr interessant! Nur leider fehlen mir gerade die nötigen ruhigen Momente, in denen ich mich mit voller Konzentration dem Inhalt widmen könnte. Ich hatte jedoch das Glück, dass sich zwischen all dem, was in den letzten Wochen passiert ist, auch klar ein Thema für meinen heutigen Beitrag gezeigt hat, welches mir in verschiedenen kleinen Momenten immer wieder über den Weg lief. Um euch daran teilhaben zu lassen, möchte ich euch von drei Begebenheiten aus den letzten Wochen erzählen, die sich interessanterweise alle mit einem Thema beschäftigten: der bedingungslosen und grenzenlosen Liebe Gottes. Sonntag vor einer Woche Starten wir mal nicht chronologisch, sondern mit einer Begebenheit, die noch nicht lange zurückliegt: Vorletzten Sonntag war ich mit meinen Eltern zu Gast in einer anderen Gemeinde, die sich aktuell in einer Reihe von Predigten mit der Geschichte Moses beschäftigt. An diesem bestimmten Sonntag ging es in der Predigt um die 10 Gebote. Hängen geblieben ist daraus vor allem ein Gedanke: Der Pastor führte aus, wie schnell es so wirken kann, als würde ein Leben im Glauben einschränkend sein. Insbesondere von außen betrachtet, entsteht oft ein Bild von vielen Regeln, an die man sich halten muss, wobei die 10 Gebote nur der Anfang sind. Doch wie passt dazu die Freiheit, die wir laut der Bibel in Christus haben? Der Pastor erklärte die Freiheit damit, dass wir allein bei Gott bedingungslose und grenzenlose Liebe erfahren. Er war überzeugt, dass es diese Liebe ist, die uns frei macht und die zeitgleich die Motivation ist, aus der heraus wir so leben möchten, wie es Gott gefällt. Denn auf diesem Weg können wir seine Liebe mit den Menschen um uns herum teilen. Ein Montag (ein paar Wochen zuvor) Die Worte der Predigt erinnerten mich an einen Abend, an dem ich – wie jeden Montag – mit einigen weiteren jungen Geschwistern meiner Gemeinde (digital) zusammensaß, in einer Runde, die wir nutzen, um uns über verschiedenste Glaubensthemen auszutauschen, die uns beschäftigen. Auch wenn es nicht das eigentliche Thema des Abends war, kam die Sprache auf eine ähnliche Frage: Was hat ein Leben als Christ eigentlich zu bieten, wenn man die Hoffnung auf ewiges Leben außen vor lässt?  Auch bei uns in der Gruppe war der Gedanke nicht fremd, dass man sich als Christ in manchen Situationen eher einschränkt als Menschen, die sich nicht an Jesus ausrichten. Wie „verkauft“ man jemandem den Vorteil davon, die andere Wange hinzuhalten, bewusst den Kürzeren zu ziehen und anderen zu dienen? Auch in dieser Runde kamen wir zu der gleichen Antwort. Das größte „Verkaufsargument“ für den christlichen Glauben ist, dass wir von Gott geliebt werden und mit ihm und seinem Sohn in Beziehung leben können, anstatt nur auf uns allein gestellt zu sein. Viele der Einschränkungen auf dem Papier fühlen sich auch nicht einschränkend an, wenn man davon überzeugt ist, das Richtige zu tun und tatsächlich aus Liebe heraus handelt.   Ostersonntag Kommen wir zur dritten Begebenheit, die dafür gesorgt hat, dass sich Gottes Liebe als Thema durch meine letzten Wochen zog: An Ostersonntag hatte die Zusammenkunft unserer Gemeinde eine besondere Struktur. Angelehnt an eine Ostereiersuche versteckten wir füreinander im Garten der Geschwister, die unsere Gastgeber waren, jeweils eine kleine „Schriftrolle“ mit Gedanken, Bildern, Bibelversen oder Liedtexten, die wir miteinander teilen wollten. Nachdem alle angekommen waren und im Garten fündig geworden waren, hatte jeder die Gelegenheit seine Schriftrolle (hier und da war es auch ein Briefumschlag und in einem Fall sogar ein Zettel, der fachmännisch in einem Schoko-Osterhasen versteckt wurde) vorzulesen und die Worte mit den anderen zu teilen. Die Schriftrolle, die ich gefunden hatte, hielt folgenden Vers für mich parat: „Gnädig und barmherzig ist der HERR; groß ist seine Geduld und grenzenlos seine Liebe!“ (Psalm 145,8) An dieser Stelle noch einmal ganz lieben Dank an Christian, dessen Schriftrolle ich fand und den viele von euch entweder persönlich oder aus den Kommentaren unter unseren Beiträgen kennen. Unabhängig davon, dass es sich in dem Moment selbst um einen wirklich tröstenden und erbauenden Vers handelte, hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass er nicht besser in meine letzten Wochen hätte passen können.   Geliebt Gottes grenzenlose Liebe ist ein Geschenk, an das ich nicht nur theoretisch in den letzten Wochen erinnert wurde, sondern etwas, das mich in letzter Zeit auch ganz praktisch durch meinen Alltag getragen hat. Ich denke, der Pastor, dessen Predigt ich hörte, hatte Recht damit, dass Gottes Liebe uns frei macht. Frei von Schuld, frei von Ängsten und Zweifeln, frei von Druck und Erwartungen. Gerade in Zeiten, in denen ich großen Druck verspüre und das Gefühl habe, den Erwartungen an mich – sei es im Job, im Hobby oder im Zwischenmenschlichen – nicht gerecht zu werden, tröstet mich das Wissen, dass Gottes Geduld groß und seine Liebe grenzenlos ist. Dass ich bei Gott einen Ort habe, wo ich frei von jeglichen Erwartungen an mich sein kann. Das mag nach einer simplen Aussage klingen, macht für mich aber oft einen großen Unterschied. Insbesondere als jemand, der oft selbst am meisten Druck auf sich selbst ausübt, nimmt mir das Wissen, von Gott bedingungslos geliebt zu werden, eine große Last von den Schultern. Daher bin ich auch sehr dankbar für all die kleinen Momente, die mich in den letzten Wochen genau daran erinnert haben. Ich hoffe, mein Beitrag heute kann auch euch als Erinnerung daran dienen, dass für euch das gleiche gilt und ich wünsche euch, dass ihr euch von genau dieser grenzenlose Liebe Gottes durch die kommende Woche tragen lassen könnt.   Bis zum nächsten Mal! Eure Lea P.S.: Das Foto zu diesem Beitrag ist übrigens eine Aufnahme aus der Zeit, in der ich noch in Minden gewohnt habe und das ich neulich wieder gefunden habe. Heute ist das Graffiti wahrscheinlich schon wieder überdeckt von einer anderen Botschaft, aber vor ein paar Jahren konnte mir der Anblick ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

  • Festgefahren

    Am Wochenende stand in meiner Familie eine Entscheidung an. Diese Situation erinnerte mich im Nachhinein an eine Begebenheit aus der Bibel, die der König Salomo erlebte. Zu seinen Aufgaben als König gehörte auch die Rechtsprechung. Zwei Frauen suchten ihn auf, um ihren Streit vorzutragen und eine Entscheidung durch den Richter zu bekommen. Der Fall erscheint unlösbar. Es steht Aussage gegen Aussage. Keine Frau will nachgeben oder zugeben, was wirklich die Wahrheit ist. Hier der Bericht. Das salomonische Urteil   Eines Tages traten zwei Prostituierte vor den König. Die eine sagte: „Bitte, mein Herr! Diese Frau wohnt mit mir zusammen in einem Haus. Sie war dabei, als mein Kind geboren wurde. Zwei Tage später bekam auch sie ein Kind. Wir beide waren ganz allein im Haus, kein Fremder war bei uns. Eines Nachts starb der Sohn dieser Frau, weil sie ihn im Schlaf erdrückt hatte. Da stand sie mitten in der Nacht auf, holte meinen Sohn von meiner Seite weg und legte ihn zu sich, während ich, deine Dienerin, schlief. Ihren toten Sohn aber legte sie neben mich. Als ich nun am Morgen erwachte und meinen Sohn stillen wollte, merkte ich auf einmal, dass er tot war. Doch als ich ihn genauer ansah, entdeckte ich, dass es gar nicht das Kind war, das ich geboren hatte.“ „Das ist nicht wahr!“, rief die andere Frau. „Mein Sohn ist der lebende und deiner der tote!“ – „Nein“, rief die erste, „dein Sohn ist der tote und meiner der lebendige!“ So stritten sie sich vor dem König. Da sagte der König: „Die eine behauptet: 'Der hier, der lebende, ist mein Sohn. Dein Sohn ist der tote!', die andere sagt: 'Nein, dein Sohn ist der tote und mein Sohn der lebende!'“ Dann befahl er: „Holt mir ein Schwert!“ Sie brachten es dem König. Er sagte: „Teilt das lebendige Kind in zwei Teile und gebt die eine Hälfte der einen und die andere Hälfte der anderen.“ Da rief die Frau, deren Sohn der lebende war – denn es wurde ihr heiß vor Angst um ihren Sohn: „Bitte, mein Herr! Gebt ihr das lebende Kind, aber tötet es ja nicht!“ Die andere aber sagte: „Es soll weder dir noch mir gehören, zerschneidet es nur!“ Da befahl der König: „Gebt der Ersten das lebende Kindchen und tötet es ja nicht! Sie ist seine Mutter.“ Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte. Das Volk achtete und respektierte ihn, weil sie sahen, dass Gottes Weisheit in ihm war, sodass er gerechte Urteile fällen konnte. (1.Könige 3,16-28 - Neue evangelistische Übersetzung)    Was für eine außergewöhnliche Vorgehensweise. Salomo hört die Frauen an. Dann fasst er den Fall zusammen und bringt das Problem auf den Punkt. Aus der Sicht der Frauen erscheint der Fall festgefahren. Aus Sicht des Königs benötigen sie einen anderen Blick auf ihren Fall. Diesen bewirkt er, indem er den beiden Beteiligten einen furchtbaren Vorschlag macht. Das ganze System stellt sich schlagartig neu dar. Und das Ergebnis ist verständlich. Die wirkliche Mutter gibt sich zu erkennen, indem sie nachgibt und um des Lebens ihres geliebten Sohnes der falschen Mutter das Kind zuspricht. Die trauernde Mutter bleibt bei ihrer Lüge und stimmt dem verstörendem Urteil zu.   Wow. Wie konnte Salomo so außerordentlich handeln? Ein paar Verse vorher lesen wir, dass sein gerechtes Vorgehen eine Vorgeschichte bzw. einen Grund hat. Er wurde von Gott dazu befähigt. Gott schenkte Salomo einen freien Wunsch.   Darum bitte ich dich: Gib mir ein Herz, das auf dich hört, damit ich dein Volk richtig führen und zwischen Recht und Unrecht unterscheiden kann. Denn wie könnte ich sonst ein so riesiges Volk gerecht regieren?« Es gefiel dem Herrn, dass Salomo gerade eine solche Bitte ausgesprochen hatte. Darum antwortete Gott: »Ich freue mich, dass du dir nicht ein langes Leben gewünscht hast, auch nicht Reichtum oder den Tod deiner Feinde. Du hast mich um Weisheit gebeten, weil du ein guter Richter sein willst. Du sollst bekommen, was du dir wünschst! Ja, ich will dich so weise und einsichtsvoll machen, wie es vor dir noch niemand war und auch nach dir niemand mehr sein wird. (1.Könige 3,9-12)   Was für ein besonderer Wunsch von dem jungen König. Er war noch nicht einmal zwanzig Jahre. Das erklärt auch die Freude Gottes über seinen bedachten Wunsch. In der Geschichte oben hören wir von der ersten Frucht seiner von Gott gegebenen Fähigkeiten. Der Wunsch hat sich erfüllt und Salomo war ein weiser Mann und Vater. Er versuchte seine Erfahrungen und Erkenntnisse der Nachwelt zu überliefern. In den Ratschlägen an seinen Sohn ist zu  lesen.   Dann wirst du den HERRN immer besser kennen lernen und Ehrfurcht vor ihm haben. Er allein gibt Weisheit, und nur von ihm kommen Wissen und Urteilskraft. Aufrichtigen Menschen schenkt er Gelingen; er hilft allen, die so leben, wie es ihm gefällt. (Sprüche 2,5-7)   Was für einen schöne Aussicht. Nach meinem Erlebniss am Wochenende möchte ich behaupten, dass dies auch für die Nachfolger und Nachfolgerinnen Jesu zutrifft. Sie können Hilfe von Gott und Jesus erwarten, auch ohne immer vorher darum zu bitten.   Folgt nicht ihrem schlechten Beispiel, denn euer Vater weiß genau, was ihr braucht, schon bevor ihr ihn um etwas bittet. (Matthäus 6,8)   Durch Christus nehmen sie Erkenntnis und Weisheit auf. Ihr Herz füllt sich damit und Entscheidungen in festgefahrenen Situation werden gefunden.   Das gilt auch für euch. Dass ihr mit Jesus Christus verbunden seid, verdankt ihr allein Gott. Und mit ihm hat er euch alles geschenkt: Christus ist Gottes Weisheit für uns. Durch ihn haben wir Anerkennung vor Gott gefunden, durch ihn gehören wir zu Gottes heiligem Volk, und durch ihn sind wir auch von unserer Schuld befreit. (1.Korinther 1,30)     Die Situation   Was war am Wochenende passiert? Aus persönlichen Gründen aller Beteiligten möchte ich hier keine Einzelheiten aussprechen. Wie schon gesagt stand in unserer Familie eine Entscheidung an. Vier Menschen waren beteiligt und kamen zusammen, um den Sachverhalt nochmals zu besprechen und möglichst zu einer Lösung zu gelangen. Alle erklärten sich und schnell war erneut klar, dass vier Beteiligte, vier Bedürfnisse hatten und 4 Standpunkte vertraten. Es wurde emotional. Irgendwann schwiegen wir uns alle an. Keine Lösung war in Sicht. Wir müssen das nicht machen, hieß es irgendwann. Leider war dass auch nicht akzeptabel. Einzig stellte sich heraus, dass jeweils zwei der Kontrahenten ein ähnliches Ziel verfolgten. Die Anspannung war kaum zu ertragen.     Die Auflösung   Irgendwann fragte ich die Person auf meiner Seite, ob wir einmal rausgehen wollen. Sie stimmte zu und wir gingen gemeinsam an die frische Luft. So lösten wir das System auf und konnten einen neuen Blick auf die Situation einnehmen. Wir versuchten jeden zu sehen und einzuordnen, was jedem wichtig war. Wir wollten den Prozess abschließen und einer Lösung nicht im Weg stehen. Wir suchten und fanden dabei das Wesentliche der Problematik.   Doch wie konnten wir den Knoten auflösen, wie die „festgefahrene Karre aus dem Dreck“ ziehen? Ich suchte nach einer neuen Erzählung. Konnte irgendwie der Vorteil für jeden ausgedrückt werden? Obwohl ich selbst auch beteiligt war, fand ich Worte, die den Sachverhalt neu beschrieben. Damit waren wir zwei und später alle vier einverstanden. Alle konnten sich darin wiederfinden. Die Lösung war gefunden. Alle waren zufrieden (Frieden).   Mit einigem Abstand möchte ich behaupten das Gott und Jesus bei mir und mit uns waren. Ohne vorher ausdrücklich um Hilfe gebeten zu haben, waren sie da. Sie ließen mein Herz sprechen. Sie sorgten dafür, dass ich ihre Haltung der Demut und der Gnade einnahm. Ein neuer Blick auf die Situation entwickelte sich in mir.   Dafür bin ich, sind wir alle sehr dankbar.     In diesem Sinne wünsche ich dir immer ein offenes Herz.     Ingo       Bild von Mohamed Hassan  auf Pixabay   Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de   Ingo Tauchert   Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

  • Mein Karfreitag-Moment

    Ich hatte einen Traum, der mich nicht mehr loslässt. Ich war schwer krank. Ich wusste, dass ich sterben würde. Zum Glück hatte ich keine Schmerzen. Ich war klar. Wach. Und ich hatte Zeit, mich zu verabschieden. Viele Menschen begleiteten mich auf diesem Weg. Sie waren da, haben Anteil genommen. Und ich? Ich war traurig. Überwältigt. Wütend. Ich fühlte mich einsam und allein mit der Situation. Nicht, weil ich Angst vor dem Sterben hatte. Sondern weil ich gehen musste. Und vor allem, weil ich meine Kinder und alle Menschen, die ich liebe zurücklassen würde. Besonders schwer war es auch für meinen fünfjährigen Sohn. Er war da. Er hat alles mitbekommen. Aber er konnte es nicht verstehen. Das war sehr schmerzhaft. Und dieser Gedanke hat mich im Traum fast zerrissen: Dass ich gehe – und er nicht begreifen kann, warum. Dieses Ohnmachtsgefühl und der Kontrollverlust fühlten sich schrecklich an. Ich wäre lieber plötzlich gestorben, ohne Verabschiedung von vielen, vielen Menschen. Dieser bewusste und langwierige Abschied fühlte sich so schwer an. Was dieser Traum wirklich zeigt Als ich aufgewacht bin, war da nicht nur Erleichterung. Sondern auch die Frage: Warum träume ich das jetzt? Kommt der Traum von Gott? Was ist die Botschaft oder Bedeutung? Also durchforstete ich erst einmal das Internet nach Erklärungen. Meine erste Erkenntnis: Dieser Traum handelt nicht vom Tod. Er handelt von meiner Angst, nicht da sein zu können. Im Alltag stehe ich momentan mitten in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich funktioniere, organisiere, halte alles zusammen. Und irgendwo dazwischen entsteht dieser leise Druck: Bin ich genug da? Verpasse ich etwas? Werde ich meiner Rolle als Mutter gerecht? Mein Kopf macht daraus im Traum das Extrem: Ich gehe. Ich bin nicht mehr da. Ich verliere alles. Aber eigentlich geht es um etwas anderes: Ich will bleiben. Ich will präsent sein. Ich will meine Kinder begleiten. Meine zweite Erkenntnis: Auch Jesus hatte vor seinem Tod so starke Gefühle, die ich jetzt etwas mehr nachvollziehen kann. Ich fühle mich Jesus dadurch viel näher und ich spüre, dass die Verbindung stärker ist als vorher. Denn: Der Traum fühlte sich an wie ein "innerer Karfreitag". Jetzt geht etwas zu Ende, das mir alles bedeutet. Und ich frage mich ob es Zufall ist, dass ich gerade jetzt in der Karwoche so intensiv träume. In einer Zeit der Hoffnung und des Neubeginns. Auf einmal berührten mich die Bibelverse auf einer emotionalen Ebene, die ich vorher nicht kannte. Jesus wirkte in seinen letzten Tagen nicht stark und unerschütterlich, sondern zutiefst menschlich. Beim (Vor-)Lesen der Geschichten über Jesus unmittelbar vor der Kreuzigung wurde mir klar: Auch Jesus wusste, dass er sterben würde und war mit den gleichen Gefühlen konfrontiert, die auch ich in meinem Traum hatte: Die Angst, meine Kinder zu verlassen → seine Sorge um Beziehungen Im Garten von Gethsemane  sagt er: „Meine Seele ist zu Tode betrübt.“ (Matthäus 26,38) Das ist kein ruhiges Akzeptieren. Das ist tiefe Traurigkeit und existenzielle Angst. Und kurz darauf: „Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber…“(Matthäus 26,39) Hier spricht der Wunsch: "Ich will das nicht." Und doch geht er weiter. Meine Einsamkeit → sein Alleinsein im Garten Gethsemane Jesus ist nicht nur ängstlich – er ist auch allein. „Konntet ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?“ (Matthäus 26,40) Seine engsten Freunde schlafen ein. Mein Gefühl von Ohnmacht → sein Schweigen vor Gericht Später, vor Gericht, schweigt Jesus: „Er antwortete ihm auf keine einzige Frage.“ (Matthäus 27,14) Das ist kein schwaches Schweigen. Es ist ein Moment von Ohnmacht. Ein "Geschehenlassen" von Situationen, die hoffnungslos erscheinen. Meine Verzweiflung → sein Ruf am Kreuz Einer der ehrlichsten Sätze der Bibel: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matthäus 27,46) Das ist pure Verzweiflung. Kein „alles hat einen Sinn“. Kein „ich halte das schon aus“. Sondern: Ich verstehe das nicht mehr. Meine Liebe → seine Fürsorge bis zuletzt Was mich am meisten berührt: Selbst am Kreuz unter unvorstellbaren Schmerzen denkt Jesus an andere. "Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." (Johannes 19,26–27) Mitten im Sterben sorgt er sich um die, die er liebt. Und genau das war auch der Kern meines Traums: Nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst, meine Kinder zurückzulassen. Menschen zu verlassen, die ich so sehr liebe. Trotzdem ist es eigentlich nicht vergleichbar, denn ich wüsste nicht, ob ich unter so extremen Schmerzen und fast ohnmächtig, noch die Kraft hätte für so einen Blick nach außen. Mein Vertrauen → seine Hingabe bis zum Ende Trotz allem vertraute er auf Gott, seinen Vater „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lukas 23,46) Ich weiß nicht, ob ich in Jesu Situation oder in meinem Sterbeprozess noch so viel Gottvertrauen hätte. Im Traum hatte ich Vertrauen, aber das war jetzt auch nicht die Realität. Ich bin so erleichtert, dass in der biblischen Geschichte Platz ist, für genau diese Gefühle – sie sind kein Zeichen von Schwäche, sondern von Tiefe und Echtheit. Aber: Die Auferstehung gehört dazu! Die Geschichte endet nicht am Kreuz, sondern mit Ostern. Das bedeutet symbolisch: Leben entsteht neu, etwas verwandelt sich. Hoffnung ist real, auch nach dunklen Phasen. Es beginnt etwas Neues – aber ganz anders, als man erwarten würde. Jesus ist auferstanden. Nicht laut. Nicht triumphierend. Sondern leise. Er begegnet als erstes nur Maria, die am Grab weint. Erst als Jesus sie anspricht, erkennt sie ihn. Er fragte sie: »Warum weinst du? Wen suchst du?« Maria hielt Jesus für den Gärtner und fragte deshalb: »Hast du ihn weggenommen? Dann sag mir doch bitte, wohin du ihn gebracht hast. Ich will ihn holen.« »Maria!«, sagte Jesus nun. Sie wandte sich ihm zu und rief: »Rabbuni!« Das ist Hebräisch und heißt: »Mein Lehrer.«(Johannes 20,11) Mein Traum könnte auch sagen: So wie es gerade ist, fühlt es sich zu viel an – aber es kann sich verändern. Nicht indem ich sterbe sondern indem ich Prioritäten verschiebe, mir Raum nehme, um meine Bedürfnisse wahrzunehmen und dann Strukturen anpasse. Alles keine leichten Aufgaben für mich. Mein Leben wird nicht plötzlich perfekt. Aber vielleicht darf etwas anderes auferstehen: - weniger Perfektionsdruck - mehr Milde mit mir selbst - echte, kleine Momente mit meinen Kindern Vielleicht sieht mein „Ostern“ so aus: Ich sitze mit meinem Sohn auf dem Sofa. Ich bin müde. Nicht perfekt. Nicht immer so, wie ich es mir wünsche. Nicht ohne Zweifel oder Erschöpfung. Aber ich bin da, voller Liebe. Und vielleicht ist genau das genug. Ich muss nicht alles schaffen. Ich muss nicht perfekt sein. Und das genügt. Zum Abschluss ist meine dritte Erkenntnis, dass der Weg immer weiter geht und ich auf Gott vertrauen kann. Er hält mich auch in schwierigen Momenten. Eure Freya Rise up and shine like Jesus!

  • Komm in die Gruppe!

    Leute, ich hatte ein Wochenende … einfach wow!!! Es war ein richtiges Abenteuer: Drei Tage auf engstem Raum mit 100 Leuten, von denen ich über 90 noch nie zuvor gesehen hatte. Eine einsame, urige Tagungsstätte am Rand eines kleines Ortes im Harz. Schlafen im Mehrbettzimmer mit drei völlig Fremden. Wobei … so richtig fremd waren sie eigentlich gar nicht!   Ich möchte euch heute von meinem letzten Wochenende erzählen und von Gottes unglaublicher Familie. Es fällt mir noch schwer, meine Gedanken überhaupt zu strukturieren – es sind so viele und so verschiedene! Am besten fange ich also mit den einfachen Fakten an: Ich war am Wochenende auf der ersten HOSSA CON. Vielen von euch wird das vermutlich überhaupt nichts sagen, andere werden verständnisvoll schmunzeln und einige werden meinen, ich sei nun endgültig verloren. Ja, das ist das Spannungsfeld, wenn man sich in der Hossa-Welt bewegt.   Nichtsdestotrotz mache ich heute einfach mal schamlos Werbung für diese ganz besondere Community, die mir eins der schönsten Wochenenden seit langem beschert hat. Ich glaube, ich habe schon öfter hier auf dem Blog den dazugehörigen Podcast erwähnt: Hossa Talk. Es ist ein christlicher Podcast, aber irgendwie auch mehr als das. In wenigen Worten treffend zu beschreiben, was Hossa Talk ausmacht, ist so gut wie unmöglich. Hier trotzdem ein Versuch:   Hossa Talk ist ein Podcast (und ich möchte fast sagen eine Heimat) für Menschen im christlichen Raum im weitesten Sinne, die dadurch verbunden sind, dass sie alle auf einem Weg sind. Oft beginnt dieser Weg mit negativen Erlebnissen im Rahmen des Glaubens, manchmal mit langsam wachsenden und dann immer stärker nagenden Zweifeln. Vor allem aber ist der Weg fast immer gesäumt von sehr vielen Fragen und der Suche nach Antworten, die über ein „hier steht es doch“ hinaus gehen.   Hossa Talk ist ein Podcast für Menschen, die ihren Glauben dekonstruieren oder dekonstruiert haben und nun dabei sind herauszufinden, wie sie ihn neu (und geleitet von Respekt und Liebe) wieder zusammensetzen können, sodass sich ein stimmigeres und belastbareres Gesamtbild ergibt. Dabei hat jeder und jede ganz eigene Biografien, Startpunkte und ganz unterschiedliche Fragen. Aber eins haben wir gemeinsam: Wir haben an irgendeiner Stelle von Hossa Talk erfahren und erlebt, dass die Hossa-Community einen Raum bietet, wo man seine Fragen stellen und seine Geschichten erzählen darf. Und genau das durfte ich diese Wochenende noch einmal ganz persönlich erleben beim ersten großen, überregionalen Community-Treffen: der HOSSA CON.   Wir hatten ein unglaublich intensives Wochenende mit tollem Essen, leckerem Wein und Bier (und Likör und Whisky und wer weiß was noch so gegen Mitternacht aus den Taschen gezaubert wurde), einem Live-Talk der drei Hossas, mehreren „Rudel-Talks“ in kleineren Gruppen, einem Live-Konzert von superzwei , diversen interaktiven Workshops, „triggerarmen“ Andachten, Jam-Sessions … aber vor allem mit viel Zeit für tolle Gespräche: Gespräche mit völlig Fremden, die erstaunlich wenig fremd schienen; Gespräche über sehr persönliche Themen, die ohne Angst vor Verletzung geteilt werden konnten; Gespräche mit den Podcast-Machern und Gespräche mit den Podcast-Hörenden. Oder kurz: Gespräche auf Augenhöhe innerhalb der Familie Gottes. So hat es sich angefühlt. Das war Balsam für die Seele!   Eine Mitarbeiterin der christlichen Tagungsstätte, in der die HOSSA CON stattfand, hat es mit einer Beobachtung aus ihrem kleinen Rezeptionshäuschen heraus auf den Punkt gebracht: „Manchmal haben wir Gruppen hier, die verhalten sich überhaupt nicht wie Gruppen, obwohl sie welche sind. Ihr seid gar keine Gruppe, aber ihr wirkt wie eine!“ Ist das nicht eine phänomenale Beschreibung für so ein Treffen unter Geschwistern aus Gottes Familie? Genau so hab ich es wahrgenommen: Ich kannte fast niemanden, aber es war vom ersten Moment an, als wären wir uns alle bereits irgendwie vertraut. Jeder und jede durfte sicher sein: Das hier ist ein Ort, wo wir uns mit Respekt begegnen. Das hier ist ein Ort, wo sich niemand verstecken oder für irgendetwas schämen muss. Das hier ist ein Ort, wo niemand Angst haben muss, verurteilt oder verletzt zu werden. Für mich war es ein kleiner Vorgeschmack auf die gemeinsame Ewigkeit.   Eine Freundin aus unserer kleinen Hossa-Regio-Gruppe kam am Samstagabend zu mir, nachdem wir in gemütlicher Runde in einem der Sofa-Räume zusammen gesungen hatten. Ihr Kommentar: „Ich wusste gar nicht, dass du so gut Gitarre spielen kannst?!“ Am nächsten Morgen kam sie dann noch einmal auf mich zu und meinte: „Ich hab noch mal drüber nachgedacht, was ich gestern gesagt habe … das war ja eigentlich Quatsch. Natürlich wusste ich nicht, dass du gut Gitarre spielen kannst, wir kennen uns ja quasi gar nicht. Wir haben uns ja erst zwei mal gesehen!“   Das hat mich nachdenklich gemacht. Natürlich hatte sie Recht, aber irgendwie klang das trotzdem falsch. Und so bin ich dann beim letzten Mittagessen vor der Abreise noch einmal zu ihr, um mich zu verabschieden und um ihr zu sagen, dass ich ihr nicht ganz zustimmen kann. Ja, wir hatten uns faktisch erst zwei mal zuvor gesehen. Aber so fühlte es sich einfach nicht an. Und wenn ich so darüber nachdenke, dann ist die beste Erklärung, die ich dafür finden kann wohl, dass allein die Tatsache, dass wir uns in diesem ganz speziellen Kontext kennengelernt haben, so viel über uns verrät, dass sich eine gewisse Vertrautheit unmittelbar einstellt.   Ja, wir sind gar keine Gruppe, aber wir wirken wie eine … und das nicht nur nach außen. Ich hoffe jeder dort hat das gefühlt. Ich auf jeden Fall! Dabei hätten wir kaum ein bunterer Haufen sein können: Menschen aus allen möglichen Denominationen, manche ganz ohne geistiges Zuhause, manche queer, manche straight, manche mit inspirierendem Glauben, manche, die kaum noch wissen, was sie überhaupt glauben sollen. Aber alle an einem Ort, wo sie furchtlos genau das sein dürfen. An einem Ort, wo es absolut okay ist auf viele Fragen zu antworten: „Ehrlich gesagt … ich weiß es nicht.“ Alle auf einem gemeinsamen Weg mit Freunden, als Familie, als bunte Gruppe.   Wenn ich ans Wochenende zurückdenke, dann kommen mir folgende Verse von Paulus in den Kopf (hier einmal in der etwas altmodischen aber wie ich finde sehr schönen Luther-Übersetzung): "Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus, von welchem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eins dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maße und macht, daß der Leib wächst zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe." (Epheser 4:15-16) Je mehr verschiedene Menschen aus dem christlichen Spektrum ich kennenlerne, desto sicherer werde ich mir: Dieser Leib, den Christus zusammenhält, das ist nicht meine Gemeinde. Der Leib, das ist DIE Gemeinde. Die Familie Gottes. Oder letztes Wochenende: Die (Nicht-)Gruppe!   „[…] das alles in der Liebe“ – das ist es, was ich dieses Wochenende erlebt habe. Traurigerweise ist es gleichzeitig auch das, was so viele, die mit mir das Wochenende verbracht haben, in der Vergangenheit auf die eine oder andere Weise nicht erlebt haben. Mir ist das mehr und mehr schleierhaft … wie können wir in aller Auseinandersetzung über die Bibel und den Glauben jemals die Liebe, die zentralste Botschaft überhaupt, vergessen oder hinten runter fallen lassen?   Die vergangenen drei Tage haben mir mal wieder gezeigt, dass es am Ende nur darum gehen kann: um Liebe. Nur ungeheuchelte Liebe macht einen echten, praktischen, erlebbaren Unterschied in der Welt. Und ich möchte behaupten, die HossaCon war dafür der „proof of concept“! :)  Es war einfach ein Ort zum Willkommen- und Glücklichsein! Und das so sehr, dass in mir nach diesem Wochenende das starke Bedürfnis zurückbleibt, noch viel mehr darauf zu achten, diese Orte überall zu schaffen. Egal wo, egal mit wem, egal, was uns auf dem Papier oder sonst wie unterscheidet. HOSSA CON sollte überall sein, wo man "Gottes Gruppe" beobachten kann. Und dann möchte ich jedem und jeder zuzurufen: Komm auch in die Gruppe! Hier fängt das Königreich schon heute an.   In diesem Sinne: Hossa, hossa, hossa!   Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel

  • Einatmen - Ausatmen

    Ich liege gerade krank auf dem Sofa und versuche einen klaren  Gedanken für diesen Blog zu fassen, eine Struktur zu finden mit der ich euch „Leben – einfach – biblisch“ praktisch näher bringen kann. Nicht einfach in dieser Zeit! Einfach scheint gerade nichts. Meine Gedanken drehen sich im Kreis und ich versuche, den Überblick zu behalten. Meine iranischen Schwestern und Brüder leiden, meine ukrainische Glaubensschwester ist desillusioniert und ich versuche mit ihnen zu fühlen. Was für eine Belastung, wenn ich selbst als gläubiger Mensch, mit Hoffnung und Gottvertrauen ausgestattet, spüre, wo ich an meine Grenzen komme.  Ich denke mir, wie hält ein nicht gläubiger Mensch das überhaupt aus? Ohne Hoffnung auf ein ewiges und gerechtes Friedensreich? Ohne Gebet, ohne die Verbindung durch Jesus zu Gott, ohne den Geist Gottes, das heißt für mich, ohne eine Idee davon zu haben, was der errettende Gedanke Gottes ist? Ich würde, denke ich, komplett untergehen. Und nicht nur die weite Welt spielt verrückt. Meine Freunde und Bekannten haben mit Trauer, Verlust, psychischen Ausnahmezuständen und deren Behandlung, gesundheitlichen Großbaustellen und anderen Widrigkeiten zu kämpfen. Einatmen – Ausatmen… Die Welt kann ich nicht ändern, Gottes Plan kann ich nicht beeinflussen. Ich suche nach Balance, nach einem Gegengewicht zu all den furchtbaren Nachrichten. Nicht um zu Verdrängen, nicht um den Kopf in den Sand zu stecken, denn ich will wach bleiben und verstehen was in der Welt passiert und trotzdem nicht verzweifeln. Ein Experiment Was ich kann ist, mit offenen Augen, Ohren und weitem Herz meine direkte Umgebung wahrnehmen und einfach – biblisch – leben. Ich versuche es zumindest, bin ja auch kein Engel :) Es gibt sie noch, die guten Seiten der Mitmenschlichkeit, ganz bestimmt. Deshalb möchte ich euch ein kleines Experiment vorschlagen. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern ich habe mich durch eine Kolumne inspirieren lassen. Die Aussage darin: „… wer mit offenen Augen durch die Straßen geht, erlebt in vielen kleinen Szenen die guten Seiten unseres Miteinanders…" (1) Also habe ich in den letzten Tagen mal darauf geachtet, und es stimmt tatsächlich. Jedes kleine Erlebnis zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Zum Beispiel erzählte meine Kollegin, dass sie es mit ihrem qualmenden Auto gerade so zur Arbeit geschafft hat und jetzt gar nicht weiß, was werden soll. Kurze Zeit später unterhielt sie sich mit einer Kundin, die gleich einen Kontakt zu einer ihr vertrauten Werkstatt um die Ecke herstellte und siehe da, meiner Kollegin konnte noch während der Arbeitszeit geholfen werden und ihr Auto funktioniert wieder! In der Fußgängerzone ging ich neulich an zwei Menschen vorbei, die sich fragten, wo denn das nächste Elektrofachgeschäft wäre. Ich ging drei Schritte zurück und erklärte ihnen den Weg Mein Enkel, gerade fünf geworden, erklärte mir, dass er auf jeden Fall Julian heiraten will, seinen ersten und besten Freund. Und obwohl die beiden schon seit einem guten Jahr nicht mehr nebeneinander wohnen, haben die beiden eine tolle Freundschaft. Zur Nachahmung empfohlen! Natürlich erlebt man auch das Gegenteil, das hat mich nicht davon abgehalten, diese Momente der Menschlichkeit zu bemerken, zu sammeln und mich daran zu erfreuen. Das bringt mir ein paar Sonnenstrahlen ins Dauergewitter der schlechten Nachrichten! Ein Kapitel aus der Bibel möchte ich euch noch ans Herz legen: 2. Korinther 4 beschreibt es so wunderbar, wie stark uns unser Glaube macht und auf welchem festen Fundament unsere Hoffnung steht! Schon die Überschrift in der „Hoffnung für alle“-Bibelübersetzung gibt die Richtung vor: Zeitliche Leiden – ewige Herrlichkeit Unsere Aufgabe: Weil Gott uns in seiner Barmherzigkeit die herrliche Aufgabe übertragen hat, seine Botschaft zu verkünden, verlieren wir nicht den Mut. Wir halten uns fern von allen Heimlichkeiten, für die wir uns schämen müssten, wir täuschen niemanden und verdrehen auch nicht Gottes Botschaft. Im Gegenteil, wir sind Gott verantwortlich und verkünden frei und unverfälscht seine Wahrheit. Das ist unsere Selbstempfehlung! Jeder, der auf sein Gewissen hört, wird mir recht geben. (Verse 1+2) Es wird immer Menschen geben, die dagegen sind. Alles, was gegen das göttliche Prinzip der Liebe handelt, steht für das Prinzip „Satan“. Da ich nicht an den einen real existierenden Satan glaube, finde ich hier die Elberfelder Übersetzung treffender: Wenn aber unser Evangelium doch verdeckt ist, so ist es ⟨nur⟩ bei denen verdeckt, die verloren gehen, den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen. (Verse 3+4) Es folgt eine wunderbare Beschreibung dessen, wofür wir stehen:  Nicht wir sind der Mittelpunkt unserer Predigt, sondern Christus, der Herr! Wir sind nur eure Diener, aus Liebe zu Jesus. Denn so wie Gott einmal befahl: »Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen!«, so hat sein Licht auch unsere Herzen erhellt. Jetzt erkennen wir klar, dass uns in Jesus Christus Gottes Herrlichkeit entgegen strahlt. Diesen kostbaren Schatz tragen wir in uns, obwohl wir nur zerbrechliche Gefäße sind. So wird jeder erkennen, dass die außerordentliche Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst. (Verse 5-7) Wir sind nicht alleine! Angst, Verzweiflung und Gefahren sind durch alle Zeiten hindurch präsent und Gott weiß das! Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten, und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Von Menschen werden wir verfolgt, aber bei Gott finden wir Zuflucht. Wir werden zu Boden geschlagen, aber wir kommen dabei nicht um. Tagtäglich erfahren wir am eigenen Leib etwas vom Sterben, das Jesus durchlitten hat. So wird an uns auch etwas vom Leben des auferstandenen Jesus sichtbar. Weil wir zu Jesus gehören, sind wir unser Leben lang ständig dem Tod ausgeliefert; aber an unserem sterblichen Leib wird auch immer wieder sein Leben sichtbar. Uns bringt der Dienst für Jesus andauernd in Todesgefahr, euch dagegen hat er neues Leben gebracht. (Verse 8-12) Mit Gottvertrauen und Überzeugung kann ich durchs Leben gehen! Wir haben Gottes Geist, der uns auf Gott vertrauen lässt. Es ist derselbe Geist, der auch den Beter in der Heiligen Schrift erfüllte, als er sagte: »Ich vertraute auf Gott, deshalb redete ich!« Weil wir also an Jesus Christus glauben, müssen wir von ihm reden. Wir wissen: Gott, der den Herrn Jesus vom Tod auferweckt hat, wird uns genau wie ihn auferwecken. Dann werden wir mit euch gemeinsam vor Gott stehen. Alle Entbehrungen aber ertragen wir für euch. Denn je mehr Menschen das Geschenk der Gnade Gottes annehmen, umso mehr werden Gott danken und ihn über alles ehren. (Verse 13-15) Aufmunternde Worte: Darum verlieren wir nicht den Mut. Wenn auch unsere körperlichen Kräfte aufgezehrt werden, wird doch das Leben, das Gott uns schenkt, von Tag zu Tag erneuert. Was wir jetzt leiden müssen, dauert nicht lange. Es ist leicht zu ertragen und bringt uns eine unendliche, unvorstellbare Herrlichkeit. (Verse 16+17) Mein Lieblingsfazit und damit eine gesegnete neue Woche! Deshalb lassen wir uns von dem, was uns zurzeit so sichtbar bedrängt, nicht ablenken, sondern wir richten unseren Blick auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig. (2. Korinther 4,18)   Eure  Ulrike Die Bibelzitate sind, wenn nicht anders vermerkt, der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.   Andere Quelle: Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen Bildquelle: Pixabay Foto von "fietzfotos" (1) Zitat aus der Kolumne "Mit offenen Augen" aus "Schrot und Korn" 03/2026 von Fred Grimm

  • Bäume wachsen aus Luft

    Mit dieser Aussage begann der Physiknobelpreisträger Richard Feynman eine seiner beliebten Vorlesungen zu den Kuriositäten der Naturwissenschaft. Was das mit meinem heutigen Thema zu tun hat, dazu später mehr. Als ich am Sonntag vor einer Woche nach unserer Versammlung auf der Terrasse unserer Geschwister in Bendingbostel in der Sonne saß, war es wunderbar, das Frühlingserwachen der Natur zu bestaunen, die Wärme der Sonne zu genießen und dabei einfach den Alltag mit all seinen schlechten Nachrichten zu vergessen. Beim Betrachten der Bäume, an denen man schon die aufsprießenden Knospen des neuen Blattwerks sehen konnte, kam mir eine Frage in den Sinn, die so vielleicht eher Kinder im Grundschulalter stellen würden: Warum schlagen eigentlich die Bäume in jedem Frühjahr wieder neu aus? Diese Frage bestimmte dann auch meinen Start in die Woche und ich nahm mir die Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich setzte mich also vor meinen PC und fing an, diverse KIs mit dieser Frage zu beschäftigen. Bei den Antworten konnte ich dann sehr rasch nachvollziehen, wie sich ein Kind fühlt, wenn es auf seine immer tiefer bohrenden Fragen nach dem WARUM keine befriedigenden Antworten bekommt. Nicht, dass die Antworten nicht interessant waren. Ich wusste schnell, dass die Knospen bereits im beginnenden Herbst des Vorjahres angelegt werden, dass bestimmte Hormone während der Kälte des Winters dafür sorgen, das Wachstum zu bremsen und wieder andere bei steigenden Temperaturen und länger werdenden Tagen das Gegenteil, nämlich neues Wachstum, bewirken. Schön und gut. WIE der Prozess funktioniert wusste ich jetzt, aber das war keine Antwort auf das WARUM. Also setzte ich meine Recherche im Internet fort, ließ mich von einer Website zur nächsten treiben, konnte allerdings auch dabei keine Antwort finden. Ihr kennt sicher die Googlezeile bei den Suchergebnissen, die so schlicht sagt: Es fehlt: Warum . Kurzum, die Antwort, die ich mir selbst gab war – eigentlich wieder eher kindgerecht: Die Bäume schlagen im Frühjahr wieder aus, weil Gott es Noah so versprochen hat: Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1.Mose 8, 22) Bei meiner Recherche bin ich dann allerdings auch auf YouTube bei einer Vortragsreihe über den Physiknobelpreisträger Richard Feynman hängen geblieben. Der hat 1965 den Nobelpreis für seine Arbeiten zur Quanten-Elektrodynamik bekommen, durch die alle bis dahin als unumstößlich angenommenen physikalischen „Naturgesetze“ gehörig infrage gestellt wurden. Seine Art, über die unterschiedlichsten Phänomene der Natur nachzudenken, hat die Entwicklung der Physik ganz maßgeblich beeinflusst. Und damit wären wir auch beim Titel dieses Blogs, seiner Aussage: Bäume wachsen nicht aus der Erde sondern aus Luft. Ich will mal versuchen, ein paar Inhalte seines Vortrages hier zu erläutern. Ihr wisst ja, dass der Zusammenhang von Naturwissenschaften und Schöpfung genau mein Ding ist. Ich hoffe, ich langweile damit aber nicht die, die damit eher weniger anfangen können. Das Thema, um das es hier geht, ist allerdings so grundlegend als Basis allen Lebens auf der Erde, dass hoffentlich jeder etwas davon mitnehmen kann. Verblüffend ist, dass große Entdeckungen der Naturwissenschaften oft dadurch zustande gekommen sind, dass sich Menschen hartnäckig mit der Beantwortung eigentlich einfach klingender Fragen beschäftigt haben (so fühlte ich mich mit meiner einfachen Frage in guter Gesellschaft). Einer dieser Menschen war im 17. Jahrhundert der flämische Gelehrte Johan Baptista van Helmont, den die Frage beschäftigte, woher die Bäume die Substanz für ihr Wachstum bekommen. Würden wir unseren Kindern nicht auch erklären, dass Bäume ihre Wurzeln in die Erde ausbreiten und von dort dann Wasser und Nährstoffe für ihr Wachstum ziehen? Jemand wie Feynman würde allerdings weiterdenken, dass ein Baum, der zu einem tonnenschweren Koloss heranwächst, dann eigentlich ein großes Loch im Boden hinterlassen müsste. So auch damals schon van Helmont. Der machte ein Experiment. Er nahm einen Steckling, wog ihn (ca. 2kg) und pflanzte ihn in einen sehr großen Topf mit Erde, die er ebenfalls genau abwog (90kg). Damit nichts als Wasser in den Topf hinein konnte, bedeckte er ihn mit einer Eisenplatte. Fünf Jahre lang goss er den wachsenden Baum regelmäßig, sonst nichts. Nach den fünf Jahren entnahm er den Baum, entfernte alle Erde, trocknete die Erde und wog alles. Der Baum wog jetzt ca. 76kg und die Erde noch immer 89,9kg. Sie hatte also quasi nichts an Substanz verloren. Er folgerte damals, dass wohl das Wasser die gewachsene Masse des Baumes ergeben müsste. Heute wissen wir es besser: des Rätsels Lösung heißt Photosynthese. Was dabei passiert, ist so unglaublich, dass ich dazu gerne ein paar Daten mit euch teilen möchte. Was bei der Photosynthese grundsätzlich passiert: die Chloroplasten in einem Blatt filtern CO2 aus der Luft und wandeln es zusammen mit Wasser und Sonnenenergie zu Zucker und anderen komplexen Kohlenstoffverbindungen um sowie zu Sauerstoff, den alle Lebewesen zum atmen brauchen. Ohne Photosynthese kein Leben! Klingt einfach, ist aber ein Prozess, den Wissenschaftler bis heute nur zum Teil verstehen und erst recht nicht nachbauen können. Alle komplexen Kohlenstoffverbindungen, aus denen Holz, Blätter, Blüten, Samen werden, zieht ein Baum aus dem CO2 der Luft. Dabei beträgt der Anteil von CO2 in der Luft allerdings nur 0,04%. Also nur 4 von 10.000 Luftmolekülen sind CO2! Das ist in etwa so, als würde man Wolkenkratzer aus Goldstaub bauen, den man aus den Ozeanen filtern müsste. Die Arbeit verrichten die Chloroplasten im Blattgrün, dem Chlorophyll. 1 Chloroplast verrichtet 100 Photosynthese-Transaktionen pro Sekunde 1 Blatt hat 40 Mio. Chloroplasten, die arbeiten bei ca. 8 Stunden Tageslicht Das sind 115 Billionen Transaktionen pro Blatt an einem Tag. Eine große Eiche hat ca. 200.000 Blätter… könnt ihr noch folgen ??? Das alles mit nur je 4 aus 10.000 Molekülen Luft! Wunder der Schöpfung! So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schuf und sie ausspannte, der die Erde ausbreitete und was ihr entsprosst, der dem Volk auf ihr den Atem gab   und den Lebenshauch denen, die auf ihr gehen : Ich, der HERR, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dich zum Bund des Volkes, zum Licht der Nationen, blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen und aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen. Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern. (Jesaja 42, 5) Paulus spricht zu den Griechen in Athen: Meine Botschaft handelt von dem Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was dazu gehört. Als Herr von Himmel und Erde wohnt er natürlich nicht in Tempeln, die Menschen gebaut haben. Er braucht auch keine Bedienung von Menschen, so als ob er noch etwas nötig hätte. Denn er ist es ja, der uns das Leben und die Luft zum Atmen und überhaupt alles gibt. (Apostelgeschichte 17, 24-25 NeÜ) Messungen der Photosynthese haben ergeben, dass der Wirkungsgrad eines Blattes dabei nur 3-6% beträgt. Das klingt erschreckend wenig, wenn man bedenkt, dass selbst ein Photovoltaik-Element einen Wirkungsgrad von ca. 25% hat. Allerdings erzeugt so ein Element auch nur Strom, sonst nichts. Ein Baum allerdings bewerkstelligt mit 3-6% Wirkungsgrad die Bildung komplexer organischer Strukturen Speicherung von Energie Wachstum und Selbstreparatur Kommunikation mit anderen Bäumen Verteidigung gegen Schädlinge seine Reproduktion Wollte man die Gesamtheit dieser Prozesse maschinell nachbilden, wäre das um einen Faktor 100 komplexer als jede verfügbare von Menschen entwickelte Technologie. Man hat ebenfalls festgestellt, dass ein Blatt bei der Umwandlung der CO2 Moleküle aus der Luft auf Mechanismen der Quantenmechanik zurückgreift, die man gerade versucht, in Quantencomputern nachzubauen. Das bedeutet doch: Eine der vermutlich herausragendsten Zukunftstechnologien basiert im Grunde darauf zu verstehen, wie ein Baum Sonnenlicht einfängt! Mein Blick auf das Frühlingserwachen und die grandiose Erhabenheit der Schöpfung hat jedenfalls mal wieder eine ganz neue Dimension bekommen. Ich werde wohl bei einem nächsten Waldspaziergang mal einen Baum umarmen und mich für dieses Wunderwerk bedanken. In jedem einzelnen Blatt einer Pflanze, in jedem Grashalm steckt mehr schöpferische Intelligenz als in der gesamten auf der Erde verfügbaren Technologie, die je von Menschen erdacht wurde! Ist das nicht wunderbar? Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott)   Euer Peter!   Fotos von Theo Lonic und Mitchell Luo auf unsplash

  • Hoffnung

    — das ist, worum es in Leas letztem Beitrag ging ( https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/ein-moment-des-innehaltens ). Passenderweise habe ich dazu am gleichen Tag als Leas Beitrag erschien, ein sehr schönes Lied wiederentdeckt, das ich total vergessen hatte. Es ist von einer Band, die ich sehr gerne mag, aber auch schon eine Weile nicht mehr gehört habe. Besagte Band heißt Switchfoot und setzt sich aus vier christlichen Mitgliedern zusammen. Ich habe absichtlich nicht christliche Band geschrieben, denn als ich Switchfoot gegoogelt habe, habe ich etwas Interessantes gelesen, das mich sehr angesprochen hat: „For us, these songs are for everyone. Calling us ‚Christian rock‘ tends to be a box that closes some people out and excludes them. And that’s not what we’re trying to do. Music has always opened my mind — and that’s what we want.“ (Morse, Steve (January 9, 2004). „Switchfoot steps toward stardom“ Boston. Com. Retrieved September 22, 2014.) Deutsch: „Für uns sind diese Songs für alle da. Uns als „Christlichen Rock“ zu bezeichnen, schließt manche Menschen aus. Und das ist nicht unsere Absicht. Musik hat mir immer die Augen und den Geist geöffnet – und genau das wollen wir erreichen.“   Diesen Gedanken finde ich einfach großartig! Es werden alle Menschen eingeschlossen und niemand muss „außerhalb der Box“ bleiben, weil es diese Box einfach nicht gibt. Jeder ist willkommen – genau wie bei Gott. „Mit unendlicher Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus Güte.“ (Jeremia 31,3) „Denn bei Gott ist kein Ansehen der Person.“ (Römer 2,11) Das war jetzt noch mal ein kleiner extra Exkurs, aber ich fand dieses Statement so schön, dass ich es gerne mit euch teilen wollte. Zurück zu meiner Liedempfehlung, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Das Lied heißt „Only Hope“. https://open.spotify.com/track/6pwhSBxhaF5x0WbNZRyzlD?si=BFYxP8NHQ7yD5KA6crc9lw In dem Lied geht es um Hingabe, sich verloren und gefunden zu fühlen und Trost zu suchen bei Gott. Dabei wird immer wieder gesungen, dass Gott die einzige Hoffnung („only hope“) ist.  „Denn ich, ich kenne die Gedanken, die ich über euch denke, Spruch des HERRN, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch eine Zukunft zu geben und Hoffnung.“ (Jeremia 29,11) Es ist ein Gebet an Gott und hat an manchen Stellen fast etwas Meditatives. Mich ergreift und berührt es jedes Mal aufs Neue und zieht mich näher zu Gott. „Lass mich am Morgen deine Gnade hören, denn auf dich vertraue ich. Tue mir kund den Weg, den ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele.“ (Psalm 143,8) Vielleicht könnt ihr es ja mit Leas Beitrag im Hinterkopf immer mal wieder als einen Moment des Innehaltens und neu Ausrichtens nutzen. Mich hat das Lied durch die letzte Woche getragen und jedes Mal, wenn ich daran denken musste oder einen Ohrwurm davon hatte, hat mich diese ganz bestimmte Ruhe durchströmt, die Gottes Frieden in einem auslösen kann. „Frieden lasse ich euch zurück, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht einen Frieden, wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!“ (Johannes 14,27) „Denn die Berge werden weichen und die Hügel wanken, meine Gnade aber wird nicht von dir weichen, und mein Friedensbund wird nicht wanken, spricht, der sich deiner erbarmt, der HERR.“ (Jesaja 54,10) Das sind zwar jetzt alles keine neuen Gedanken, es ist eigentlich nur eine Erinnerung an das, was Lea uns letzte Woche mitgegeben hat, aber vielleicht ist es in der aktuellen Situation und heutigen Zeit nicht verkehrt, öfter an Hoffnung zu denken. Damit wünsche ich euch eine hoffnungsvolle Woche.   Eure Lisa ♥ Foto von Jon Tyson  auf Unsplash

  • Ein Moment des Innehaltens

    Mein Plan für meinen heutigen Beitrag war eigentlich, über ein Buch zu schreiben, das ich gerade über die Nachfolge Jesu lese. Leider war in den letzten Wochen aber so viel los, dass ich es noch nicht über die ersten paar Kapitel hinaus geschafft habe. Da ich mir erst ein komplettes Bild machen möchte, bevor ich hier eine Empfehlung ausspreche (oder auch nicht), muss der Beitrag also bis zum nächsten Mal warten. Bei der Überlegung, worüber ich in dieser Woche stattdessen schreiben könnte, war es nicht leicht, einen Ansatz zu finden. In den letzten Wochen war bei mir viel los, aber leider gab es weniges, was inspirierend für einen Beitrag gewesen wäre. Auch der Blick über den Tellerrand meines persönlichen Lebens hinaus, half mir nicht weiter. In den aktuellen Nachrichten findet man eine Menge Themen, die mehr als genug Gesprächspotenzial bieten, doch fürchte ich, dass ich diesen Themen nur schwer gerecht werden könnte. Daher möchte ich den Beitrag heute dafür nutzen, euch einen Moment zum Durchatmen zu schenken. Einen Moment abseits der schlechten Nachrichten und eine kurze Pause von was auch immer gerade in eurem Leben vorgeht. Gleichzeitig möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch daran zu erinnern, dass was immer euch gerade belasten mag und auch das Leid, das wir in der Welt sehen, nur temporär sind. Lasst uns die Gelegenheit nutzen, innezuhalten und unseren Blick erneut auf das Ziel ausrichten, dem wir entgegen gehen: der Wiederkehr Christi und dem Beginn von Gottes Reich unter seiner Herrschaft. Auch wenn der Weg, den wir gerade gehen, an vielen Stellen beschwerlich sein mag – ganz egal ob durch unsere eigene Situation oder durch das Leid anderer Menschen, das wir ansehen müssen – möchte ich euch dazu ermutigen, euch einen Moment Zeit zu nehmen und euch daran zu erinnern, wohin dieser Weg am Ende führt: „Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst. Wer überwindet, wird dies erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.“ (Offenbarung 21,4-7) „Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, ⟨war der⟩ Baum des Lebens, der zwölf⟨mal⟩ Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes ⟨sind⟩ zur Heilung der Nationen. Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne; denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offenbarung 22,1-5) Wie weit diese Zeit, von der das Ende von Offenbarung spricht, noch entfernt ist, vermag ich nicht zu sagen, doch ich bete dafür, dass sie bald beginnt. Und ich wünsche euch, dass es euch gelingt, diese Hoffnung auf ein gutes Ende bis dahin nicht aus den Augen zu verlieren – in dieser neuen Woche genauso wie in all den Wochen, die noch kommen, bis die Zeit erfüllt ist und Gott seinen Sohn erneut senden wird. „Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus!“ (Offenbarung 22,20)   Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • sehen und gesehen werden

    Glück   In meinem letzten Blog berichtete ich von meinem Glückmoment, der unter anderem durch das „gesehen werden“ eines Glaubensbrüder ausgelöst wurde. Er sah mich mit meinen Eigenschaften und inneren Werten. Hier ein Zitat aus dem Blog : Er drückte seine Dankbarkeit für meine offene und entgegenkommende Art aus. Er freute sich über meine Ehrlichkeit, mein Verständnis und mein Einfühlungsvermögen. Und, dass wir so liebevoll miteinander umgehen. Das alles möchte er sich zum Vorbild nehmen, wenn er einmal in einer vergleichbaren Situation ist. Es hat so gut getan. In der folgenden Zeit dachte ich weiter darüber nach. Wie ist das mit dem „sehen und gesehen werden? Was ist das für ein Phänomen? Ist es typisch für die Menschen? Hat Jesus auch so etwas gespürt? Kennt Gott es womöglich auch?   Diesen Fragen gehe ich heute einmal nach.     Das Bedürfnis   Zur Einordnung lest bitte einen Ausschnitt aus dem Blog „Sehen und gesehen werden – Das uralte Bedürfnis nach Anerkennung“ von Christian Rabhansl :  Ist sie nicht tief verankert, die Sehnsucht nach Wahrnehmung? Schon in frühester Kindheit ist das Bedürfnis, „gesehen“ zu werden, ein zentrales Element der menschlichen Erfahrung. Es geht dabei nicht nur um die physische Wahrnehmung, sondern vor allem um das Gefühl, in der eigenen Einzigartigkeit erkannt und wertgeschätzt zu sein. Dieses uralte Bedürfnis zieht sich durch alle Lebensphasen und ist eine wesentliche Grundlage für ein stabiles Selbstwertgefühl und tiefe zwischenmenschliche Verbindungen. … Das kann ich nur bestätigen. Es ist wirklich ein Bedürfnis, dass gestillt werden möchte. Gern in beide Richtungen. Es ist wunderbar Wertschätzung zu erfahren. Auf der anderen Seite ist es auch ein erbauendes Gefühl, anderen Menschen die Anerkennung auszusprechen. Energie wird freigesetzt und kann fliesen.     Jesus und die Jünger   In der Bibel nimmt das „gesehen und gesehen werden“ einen großen Raum ein. Es zieht sich wie ein Faden durch die Schrift. Bei der Auswahl seiner Jünger sieht Jesus sie mit ihren Stärken und Schwächen an und fordert sie auf, ihm zu folgen. Scheinbar erfüllt sie sein Blick so positiv, dass sie alles stehen und liegen lassen und mit ihm gehen. Hier ein Beispiel: Als Jesus Nathanael erblickte, sagte er: »Hier kommt ein wahrer Israelit, ein ganz und gar aufrichtiger Mensch!« Nathanael staunte: »Woher kennst du mich?« Jesus erwiderte: »Noch bevor Philippus dich rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.« »Rabbi, du bist wirklich Gottes Sohn!«, rief Nathanael. »Du bist der König von Israel!« . (Johannes 1,47-49)  Andersherum sehen die Jünger wer und was Jesus ist. Sie leben mit ihm und erleben ihn in der Begegnung mit anderen Menschen. Sie erkennen seine Werte und was ihn antreibt. So schätzen sie ihn ein: Das Wort wurde Mensch und lebte unter uns. Wir selbst haben seine göttliche Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, wie sie Gott nur seinem einzigen Sohn gibt. In ihm sind Gottes Gnade und Wahrheit zu uns gekommen. (Johannes 1,14) Niemand hat Gott jemals gesehen; der einziggeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ⟨ihn⟩ (Gott) bekannt gemacht. (Elberfelder Bibel: Johannes 1,18) Nicht dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, der von Gott ist, der hat den Vater gesehen. (Johannes 6,46)  Niemand hat Gott jemals gesehen. Doch wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns zum Ziel gekommen. (1.Johannes 4,12)  Wie schön. Es bleibt nicht nur bei dem Sehen, wie die letzte Stelle zeigt. Sie nehmen sich auch vor, seinem Vorbild zu folgen. Sie fühlen seine Liebe in ihren Herzen und leben sie.   Ich denke genau diese Bekenntnisse haben auch Jesus gut getan. Vielleicht waren sie geradezu die Voraussetzung und der Ansporn für ihn, seinen Weg zu gehen. Ein wenig entnehme ich diesen Eindruck aus dieser Beschreibung: Da bat Philippus: »Herr, zeig uns den Vater, dann sind wir zufrieden!« Jesus entgegnete ihm: »Ich bin nun schon so lange bei euch, und du kennst mich noch immer nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat auch den Vater gesehen. Wie also kannst du bitten: ›Zeig uns den Vater‹? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Was ich euch sage, habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Mein Vater, der in mir lebt, handelt durch mich. (Johannes 14, 8-10)  So konnte Jesus auch sein. Es ist, als wenn er ungehalten war über die Frage. Sie zeigte ihm, dass seine im Grunde einfache Botschaft nicht in seiner Fülle verstanden wurde. Genau das war für sein Erlösungswerk so unendlich ausschlaggebend.   Ein weiteres Beispiel wie wichtig es für Jesus war, das wirklich jeder ihn sieht und an ihn glaubt, lesen wir in der Beschreibung der Begegnung der Jünger mit ihm als Auferstandenem.  Am Abend desselben Tages hatten sich alle Jünger versammelt. Aus Angst vor den führenden Juden ließen sie die Türen fest verschlossen. Plötzlich kam Jesus zu ihnen. Er trat in ihre Mitte und grüßte sie: »Friede sei mit euch!« Dann zeigte er ihnen die Wunden in seinen Händen und an seiner Seite. Als die Jünger ihren Herrn sahen, freuten sie sich sehr. Jesus sagte noch einmal: »Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich jetzt euch!« Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach: »Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden erlasst, dem sind sie erlassen. Und wem ihr die Schuld nicht vergebt, der bleibt schuldig.« Thomas, einer der zwölf Jünger, der auch Zwilling genannt wurde, war nicht dabei. Deshalb erzählten die Jünger ihm später: »Wir haben den Herrn gesehen!« Doch Thomas zweifelte: »Das glaube ich nicht! Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe. Mit meinen Fingern will ich sie fühlen, und meine Hand will ich in die Wunde an seiner Seite legen.« Acht Tage später hatten sich die Jünger wieder versammelt. Diesmal war Thomas bei ihnen. Und obwohl sie die Türen wieder abgeschlossen hatten, stand Jesus auf einmal in ihrer Mitte und grüßte sie: »Friede sei mit euch!« Dann wandte er sich an Thomas: »Leg deinen Finger auf meine durchbohrten Hände und sieh sie dir an! Gib mir deine Hand und leg sie in die Wunde an meiner Seite! Zweifle nicht länger, sondern glaube!« Thomas antwortete: »Mein Herr und mein Gott!« Da sagte Jesus: »Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Wie glücklich können sich erst die schätzen, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!« (Johannes 20,19-29)  Gerade durch diese Aussagen können Menschen, die jetzt leben, Jesus begreifen und im übertragenen Sinne sehen. Und ich kann es ihm zurufen und ihm dadurch eine Bestätigung zukommen lassen. Gerade weil ich selbst erlebt habe, wie gut es tut.     Gott, Jesus und der Mensch   Durch Jesu Leben bekomme ich also eine Vorstellung von Gott. Er hat die Eigenschaften Gottes verkörpert und in der Welt gelebt. Seine Jünger und die zu dieser Zeit Lebenden sahen ihn, reagierten auf ihn und gaben ihm Wertschätzung zurück. Wie ist es mit Gott direkt? Kann ich Gott sehen? Möchte er überhaupt gesehen werden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden drehe ich die Frage erstmal um. Wie sieht Gott auf Jesus? Eine Wanderung der Jünger mit Jesus auf einen Berg in Israel gibt Aufklärung. Gott wiederholt hier seine Sicht auf Jesus. Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit auf einen hohen Berg. Sie waren dort ganz allein. Da wurde Jesus vor ihren Augen verwandelt: Seine Kleider wurden so strahlend weiß, wie kein Mensch auf der Erde sie bleichen könnte. Dann erschienen Elia und Mose und redeten mit Jesus. Petrus rief: »Rabbi, wie gut, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.« Er wusste aber nicht, was er da sagte, denn die drei Jünger waren vor Schreck ganz durcheinander. Da kam eine Wolke und hüllte sie ein, und aus der Wolke hörten sie eine Stimme: »Dies ist mein geliebter Sohn! Auf ihn sollt ihr hören!« Als sich die Jünger umschauten, sahen sie plötzlich niemanden mehr. Nur Jesus war noch bei ihnen. (Markus 9,4-8) Dies ist die gleiche Aussage, die Gott schon bei seiner Taufe machte. Siehe auch meinen Blog „Wer glaubt und sich taufen lässt, ...“   Gott bestätigt Jesu einmalige Stellung. Er ist sein geliebter Sohn. Dadurch wird Gott zum Vater von Jesus und im Übertragenen Sinn von allen Menschen. Auf ihn sollen sie hören. Jesus bestimmt, was passiert. Er weiß was zu tun ist und geht seinen Weg. Und Gott vertraut ihm. Ich ordne diese beiden Bekenntnisse des Vaters zu seinem Sohn als zentrale Stellen in der Bibel ein. Hier wird die heilige Beziehung der beiden zueinander so deutlich. Sie gehören untrennbar zusammen. Es offenbart auch etwas über Gott. Er möchte als Vater gesehen werden. Eine erste Antwort auf meine Fragen oben.   Um vielleicht mehr zu erfahren möchte ich auf die Menschen schauen, die bei diesem Ereignis dabei waren. Die Jünger schienen in der Situation überfordert. Was ist mit Mose und Elia? Warum sind sie dabei? Beide hatten in ihrem Leben auch ein Berg-Erlebnis mit Gott.   Gott und Mose Der HERR antwortete Mose: »Auch diesen Wunsch, den du gerade ausgesprochen hast, will ich erfüllen, denn ich habe dich gnädig angenommen und kenne dich ganz genau!« Mose bat: »Lass mich dich in deiner Herrlichkeit sehen!« Der Herr erwiderte: »Ich will an dir vorüberziehen, damit du sehen kannst, wie gütig und barmherzig ich bin. Meinen eigenen Namen ›der HERR‹ werde ich vor dir aussprechen. Ich erweise meine Gnade, wem ich will. Und über wen ich mich erbarmen will, über den werde ich mich erbarmen. Mein Gesicht darfst du nicht sehen, denn kein Mensch, der mich gesehen hat, bleibt am Leben! Aber du kannst hier bei mir auf dem Felsen stehen. Wenn ich dann in meiner Herrlichkeit vorüberziehe, stelle ich dich in eine Felsspalte und halte meine Hand schützend über dich, bis ich vorübergegangen bin. Dann ziehe ich meine Hand zurück, und du kannst mir hinterherschauen; mein Gesicht aber darf niemand sehen!«  (2.Mose 33,17-23)  Da kam der HERR in der Wolke herab, trat zu Mose und rief seinen Namen »der HERR« aus. Er zog an Mose vorüber und verkündete: »Ich bin der HERR, der barmherzige und gnädige Gott. Meine Geduld ist groß, meine Liebe und Treue kennen kein Ende! (2.Mose 34,5+6) Mose wünschte sich, Gott zu sehen. Gott setzte nach den Möglichkeiten dieses Verlangen um. Mose durfte Gott von hinten sehen. Von vorne durfte Gott noch kein Mensch anschauen. Bei diesem Ereignis hört Mose die Eigenschaften Gottes direkt von Gott. Gott stellt sich ihm vor in seiner unendlichen Größe die im Grunde aus einer unendliche Liebe zu den Menschen besteht.   Gott und Elia Da antwortete ihm der HERR: »Komm aus deiner Höhle heraus und tritt vor mich hin! Denn ich will an dir vorübergehen.« Auf einmal zog ein heftiger Sturm auf, riss ganze Felsbrocken aus den Bergen heraus und zerschmetterte sie. Doch der HERR war nicht in dem Sturm. Als Nächstes bebte die Erde, aber auch im Erdbeben war der HERR nicht. Dann kam ein Feuer, doch der HERR war nicht darin. Danach hörte Elia ein leises Säuseln. (1.Könige 19,11-13) Elia begegnet Gott ebenfalls auf einem Berg. Dem Berg Horeb. Er gehört zu dem Gebirge Sinai, auf dem Mose Gott sah. Elia sieht Gott auf andere Weise. Genauer gesagt fühlt er ihn. Was für ein Ereignis. Der große Gott, der Schöpfer der Welt kann so zärtlich und aufbauend sein. Gott wusste genau, was Elia benötigte. Er war am Ende und wusste nicht mehr weiter. Er sah für sich keinen Ausweg mehr.     Gott und ich   In einem Interview der „Zeit“ mit dem Ministerpräsidenten Kretschmann bekam ich einen weiteren Impuls. Ich weiß natürlich nicht an was Herr Kretschmann dabei denkt. Was will Gott von uns? Genau diese Frage beschäftigt mich bei diesem Thema „gesehen und gesehen werden. Ich werde von Gott gesehen. Daran glaube ich und das erlebe ich auch so. Gott lässt sich von mir wahrnehmen, indem ich die beschriebenen Berg-Ereignisse auf mich wirken lasse. Ich sehe ihn. Mit seinen wunderbaren Eigenschaften, mit seiner einfühlsamen Art und nicht zuletzt als Vater. Es ist, als wenn sich darin der Grund der Schöpfung erfüllt. Gott möchte von mir gesehen werden. Das setzt eine Energie frei, die unbeschreiblich ist. Ich kann und darf Gott sein Bedürfnis erfüllen.       In diesem Sinne schaue auf Gott und werde von Gott gesehen. Ingo   Foto von Etienne Boulanger auf Unsplash   Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de   Ingo Tauchert   Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

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