top of page

In Gottes Garten

  • Autorenbild: Ulrike
    Ulrike
  • vor 10 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Die letzte Woche war ziemlich anstrengend. Geradezu eine Herausforderung. Das Verdunklungs- und Gießmanagement wollte eingehalten werden, Rote Grütze sollte ständig vorrätig sein und der verbale Austausch mit meinen Mitmenschen, trotz Überhitzung, freundlich bleiben. Meine Aktivitäten minimieren; das bedeutete, in Gluthitze zur Arbeit zu fahren, hoffen, dass es ein Schattenplätzchen fürs Auto gibt und sich freuen, am späteren Abend in einen wunderbar erfrischenden See zu springen. Sich möglichst tagsüber wenig im Freien aufhalten, viel Trinken und nachts ein kühles Schlafplätzchen finden zählen da noch zu den leichteren Übungen.


Bestimmt habt ihr gleiche oder ähnliche Erfahrungen gemacht und freut euch jetzt auf eine entspannte Woche mit „normalen“ Temperaturen! Während ich diesen Beitrag schreibe steigt das Thermometer unaufhörlich, viele Veranstaltungen, auch unserer Gemeinschaft sind abgesagt oder verschoben worden, also Zeit ein wenig die Seele baumeln zu lassen!


Ein Fundstück, das mir meine Freundin zum Geburtstag schenkte, wird dabei sicher helfen. Zuerst dachte ich, was für ein skurriler Flohmarktfund, doch dann begann ich mir das Geschenk genauer anzuschauen. Ein ungefähr DIN A5-großes Kreuzstichbild, Herkunft: Scheunenflohmarkt in Südengland, Entstehung: 1996,  von wahrscheinlich vergangenem persönlichen Wert.


Bei näherer Betrachtung sehe ich immer mehr Details und würde alle gerne ermuntern ebenso auf die Suche zu gehen. Jede Tierart ist vertreten, das sei schon mal verraten. Ob mit Pfote, Flügel oder ohne… Und noch etwas berührte mich: die gestickten Worte, die das symmetrische Bild einrahmen:


„ONE IS NEARER GOD´S HEART IN A GARDEN THAN ANYWERE ELSE ON EARTH“

"Man ist dem Herzen Gottes in einem Garten näher als irgendwo sonst auf Erden"



Selbst wenn du keinen eigenen Garten hast, empfindest du vielleicht ähnlich in einem Park, einer kleinen Grünanlage oder auf deinem Balkon. Mir fallen gleich mehrere schöne Umschreibungen ein: Lieblingsplatz, Wohlfühloase, …“hier kann ich die Seele baumeln lassen“, Ruhe- und Kraftort. Manche fühlen bei körperlicher Gartenarbeit Entspannung und Ausgleich zum sonstigen Alltag. Die Jahreszeiten spiegeln Wachstum, Entstehung, Reifen, Ernten, Welken und Vergehen wider, nur um jedes Jahr wieder neu zu starten.


Natürlich gibt  es auch weniger Schönes im Garten zu beobachten, zu behandeln oder schlicht einen Umgang damit zu finden. Ich sage nur, Schnecken, Wühlmäuse und Maulwürfe bringen den ein oder anderen zur Verzweiflung. Meine Devise: Leben und leben lassen, wurde schon oft auf die Probe gestellt. Dieses Jahr teile ich die Massen an reifen Kirschen mit Vögeln, meine Erdbeeren und meine frisch gepflanzten Margeriten, die neu eingesäten Radieschen, mit einer großen Anzahl von Nacktschnecken. Nicht schön, doch kann ich mich damit arrangieren. Eigentlich reicht es für alle und beim Pflanzenkauf achte ich das nächste Mal auf schneckenresistente Arten. Der Maulwurf wirft von Zeit zu Zeit einen Hügel auf, dann wird der eben wieder platt gemacht und  neu eingesät.


Ich freue mich über die Vielzahl an Tieren in meinem Garten. Zitronenfalter flattern lustig um den blühenden Salbei, Hummeln finden Nektar bei der Katzenminze, Vögel zwitschern, ein Eichhörnchen springt hyperaktiv durch die Baumwipfel und unsere Katze hat wieder mal ein schattiges Plätzchen unter einem Busch gefunden. Und das ist nur der Makrokosmos. Im Verborgenen findet soviel mehr statt. Würmer und Mikroorganismen bauen meine Garten- und Küchenabfälle zu bestem Kompost um und die Raupen, die sich an den Ulmenblättern verpuppt haben, dienen den kleinen Meisen als proteinreiche Nahrung.  Und alles sorgt für Balance und Ausgleich.


Ist dieses System mal gestört, z.B. durch  diese große Hitze, mache ich mir keine Sorgen. Das vertrocknete Gras wird wieder grün und die empfindlichen Pflanzen habe ich mit Wasser versorgt. Dafür schenkt mir mein Garten Schatten durch große Bäume, Kühle, Ruhe, Blumen, Kräuter und Früchte.


Gottes Herz


Wie würde ich es beschreiben: offen und weit, zugewandt, kreativ und schöpferisch, unendlich vergebend, freundlich und von großer Güte, frei und trotzdem nicht ohne Anleitung:


–        der Herr dein Gott ist Einer

–        Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst

–        Liebet eure Feinde


Diese Prinzipien helfen mir bei auch bei der Gartenarbeit.


Schließlich fing alles in einem Garten an. Im Garten Eden war alles gut! Gott ruhte am siebten Tag. Da wir nach dem Bilde Gotte geschaffen sind, können auch wir betrachten und genießen und Ruhe finden. Die Ruhe im Garten Eden wurde von Menschen gestört, das System aus dem Gleichgewicht gebracht. Wenn ich mal ganz platt die Erde als Gottes Garten bezeichne, hat unser „Erdengärtner“ es mit der Herausforderung zu tun, den Frieden und die Verbindung von Geschöpf und Schöpfer wieder herzustellen. Was nun folgt, ist Gottes Plan zur Heilung und zum Wachsen zur Vollkommenheit mit all seinen Facetten, Widrigkeiten und Erfolgen.  Er öffnet sein Herz, ich kann eintreten, wie in einen Garten.


Nehme ich Gott als meinen „Gärtner“ an, kann ich mich entwickeln und wachsen und im besten Falle Samen ausbilden, die ich wieder ausstreuen kann, um für die weitere Verbreitung  zu sorgen. Ich kann mir sicher sein, dass ich versorgt werde und dass ich, wenn ich will, Teil seines Erdengartens bin und bleibe! So vielfältig, wie ein Garten auch aussehen kann, so individuell geht ja auch Gott mit uns Menschen um. Einfach Genial! Der eine braucht es gerade exakt und schnörkellos, ein anderer eher wild, bienenfreundlich und natürlich. Und immer wieder gibt es die Möglichkeit der Veränderung, des Wachsens und Reifens, jedes Jahr, immer wieder aufs Neue.

Deshalb spricht mich das Wort Gottes, das er zu seinem Propheten Jesaja sagt, direkt an und denke, das sagt Gott zu jedem einzelnen von uns:  

Gott, der HERR, hat den Himmel geschaffen und ihn wie ein Zeltdach ausgespannt. Die Erde in ihrer ganzen Weite hat er gebildet, die Pflanzen ließ er hervorsprießen, und den Menschen hat er Leben und Atem gegeben. Und nun sagt er zu seinem Diener: Ich, der HERR, habe dich berufen, meine gerechten Pläne auszuführen. Ich fasse dich an der Hand und helfe dir, ich beschütze dich. Durch dich schließe ich einen Bund mit den Menschen, ja, für alle Völker mache ich dich zu einem Licht, das ihnen den Weg zu mir zeigt. (Jesaja 42, 5+6)

Der Garten – ein Ort, an dem ich mich mit meinem Gott verbunden fühle!


Ich wünsche euch viele schöne „Gartenmomente“!

 

Eure Ulrike



…und hier noch die Auflösung: Was siehst du auf dem Bild?

Eichhörnchen, Schmetterlinge, Vögel, Fische, Raupen, Kaninchen

…hab ich was vergessen?


Die Bibelzitate sind, wenn nicht anders vermerkt, der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. 


Bildquelle: privat

Kommentare


Abonniere uns per Mail

Danke für das Abo!

Du kannst dieses jederzeit über den Button in unseren Mails kündigen.

© 2020 leben.einfach.biblisch. | Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung

bottom of page