Wetten, dass...
- Ulrike

- vor 2 Tagen
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Eine Überschrift in unserer Tageszeitung versetzte mich letzte Woche in ungläubiges Staunen. Im Wirtschaftsteil las ich:
„Wetten auf Krieg und Jesus“ – US-Plattformen Polymarket und Kalshi sammeln Milliarden
Das machte mich neugierig. Wie befürchtet, wurde mir eine neue Seite meiner Mitmenschen gezeigt, die ich bis heute nicht kannte. Ja, auf Sportergebnisse, Ausgang von Wahlen oder den Namen des neu geborenen Thronfolgers zu wetten, das hatte ich schon gehört. Dass aber die internationale Finanzwelt großes Interesse an den Wetten auf „die Normalisierung an der Meerenge von Hormus“, auf Zinsbeschlüsse internationaler Zentralbanken und auf andere Zukunftsereignisse hat und damit riesige Summen Geld verdient, finde ich schon beängstigend. Schnelle Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen werden durch die erzielten Quoten getroffen und allgemein spricht man von der „Kristallkugel des 21. Jahrhunderts“.
Ein Forscher der Technischen Universität Berlin untersuchte 120 Millionen „Trades“ (Handelsabschlüsse) und fand heraus, dass die „Vorhersagen“ relativ genau sind. Grundlage dafür ist das Bündeln von Einzelmeinungen zur „Weisheit der Vielen“, so heißt es im Zeitungsartikel (1). Also tritt ein, was im Sinne der Mehrzahl der Wetter „gewinnt“, bzw. worauf die meisten setzen. So wird es eintreten. Krass! Und natürlich gibt es auch Kritik und Warnungen. Bevor jetzt alle verunsichert sind: in Deutschland sind solche Geschäftsmodelle verboten. Diese „Gesellschafts- und Unterhaltungswetten“ werden hier als Glücksspiel eingestuft und erhalten keine Lizenz. Trotzdem findet man in den international bekannten Plattformen auch typisch deutsche Fragestellungen, ein Zeichen dafür, dass das Geldverdienen mit Wetten auf Voraussagen nicht vor Landesgrenzen und -gesetzen halt macht.
Ich finde es sehr befremdlich, auf Kriegsverläufe und andere Eskalationen zu wetten und schließe mich der Meinung des Artikelverfassers an, der schreibt: „… Wetten könnten letztlich sogar hinderlich für Deeskalation und bestimmte Friedensgespräche sein.“
Und was hat Jesus damit zutun?
Es gibt tatsächlich eine Wette mit dem Titel „Kehrt Jesus Christus vor 2027 zurück?“ – Schön wär´s!
Ich kenne den Verlauf der Wette nicht, kann mir aber vorstellen, dass diese jedes Jahr neu aufgelegt wird und das Ankunftsdatum um ein Jahr verschoben wird. Was bringt jemanden dazu, darauf zu wetten? Da fast niemand daran glaubt, dass es dieses Jahr geschieht, sind die Quoten denkbar schlecht. Es lohnt sich schlichtweg nicht darauf zu wetten. Trotzdem sehe ich den Wunsch dahinter, es möge doch geschehen und das ist das positive an der ganzen Sache. Nur wenn, dann bitte gesichert, am besten mit Vorankündigung durch die Wettplattformen. Das ist für mich das unwahrscheinlichste Szenario. Warum?
Wetten hat so gar nichts mit meinem Glauben und dem festen Vertrauen, mit der gut untermauerten Hoffnung auf die Wiederkehr Jesu Christi auf diese Erde zu tun. Ein Blick in den ERF Bibelserver bestätigt mir, dass „wetten“ nur einmal explizit erwähnt wird.
Der König von Assyrien bietet dir folgende Wette an:
Er schenkt dir zweitausend Pferde, wenn du die Reiter dafür aufbringen kannst. Wetten, dass es dir nicht gelingt? (Jesaja 36,8)
Also, der assyrische König Sanherib, der nicht an Gott glaubt und zu den Feinden Israels zählt, bietet dem belagerten Volk einen Deal an! Wohlwissend, dass König Hiskia und sein Volk diese Wette nicht gewinnen können. Er demütigt das Volk Gottes und lässt sie durch seinen Botschafter Rabschake beschimpfen und bloß stellen.
Gut, denke ich, diese Handlungsweise gehört nicht in mein Portfolio von Gott wohlgefälligem Leben und Handeln.
Was passiert eigentlich, wenn man beim „Wetten“ verliert. Sozusagen auf das „falsche Pferd“ oder die falsche Entwicklung oder Prognose gesetzt hat? Man verliert schlicht seinen Einsatz -> Geld futsch!
Wie schon der weise Salomo schrieb:
Schneller, als ein Adler fliegen kann, ist dein Geld plötzlich weg – wie gewonnen, so zerronnen! (Sprüche 23,5)

Die „Kristallkugel des 21. Jahrhunderts“, die nur durch Wunschdenken und Erwartungen gespeist wird, kann ich im besten Falle als Barometer sehen. Als Anzeiger dafür, auf was die Menschen setzen, was geglaubt und gehofft wird, was kommen sollte, was retten könnte.
Dabei gibt uns Gottes Wort, Gottes Versprechen soviel mehr Fundament. Dieser Zeitungsartikel bringt mich dazu, mal (wieder) den Fokus darauf zu legen, was mich sicher hoffen und ruhiger leben lässt. Hier lasse ich mal Jesaja und Johannes sprechen:
Denn der HERR wird kommen in seiner ganzen Herrlichkeit. Alle Welt wird ihn sehen, so hat er selbst es angekündigt. (Jesaja 40,5)
Ihr habt gehört, was ich euch gesagt habe: Ich gehe jetzt, aber ich komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich wirklich lieben würdet, dann würdet ihr euch darüber freuen, dass ich jetzt zum Vater gehe; denn er ist größer als ich. (Johannes 14,28)
Und Petrus sagt es in seiner Rede im Tempel von Jerusalem so deutlich:
Doch so hat Gott erfüllt, was er durch alle Propheten angekündigt hatte: Der von ihm versprochene Retter musste leiden. Jetzt aber kehrt um und wendet euch Gott zu, damit er euch die Sünden vergibt. Dann wird auch die Zeit kommen, in der Gott sich euch freundlich zuwendet. Er wird euch Jesus senden, den Retter, den er für euch bestimmt hat. Jesus musste zuerst in den Himmel zurückkehren und dort seine Herrschaft antreten, aber die Zeit wird kommen, in der alles neu wird. Davon hat Gott schon immer durch seine auserwählten Propheten gesprochen. Bereits Mose hat gesagt: ›Einen Propheten wie mich wird der Herr, euer Gott, zu euch senden, einen Mann aus eurem Volk. Ihr sollt alles befolgen, was er euch sagt. Wer aber nicht auf ihn hört, der soll aus dem Volk verstoßen werden.‹ Ebenso haben Samuel und alle Propheten nach ihm diese Zeit angekündigt. Was diese Männer gesagt haben, gilt auch für euch. Ihr habt Anteil an dem Bund, den Gott mit euren Vorfahren geschlossen hat. Denn Gott sprach zu Abraham: ›Durch deinen Nachkommen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden.‹ Gott hat Jesus, seinen Diener, zuerst zu euch geschickt, nachdem er ihn in diese Welt gesandt hatte, und ihn beauftragt, euch zu segnen. Er wird euch helfen, umzukehren und euer Leben zu ändern. (Apostelgeschichte 3, 18-26)
Die Geschichte des Volkes Israel zeigt mir, dass Gott seine Versprechen hält, dass seine Prophezeiungen in Erfüllung gehen und das schenkt mir das bedingungslose Vertrauen darauf, dass Jesus Christus wieder zurückkehrt auf diese Erde. Wann, wie, wo ist dann irgendwie nicht so wichtig, sondern der sehnliche Wunsch, es möge geschehen und die ganze Welt errettet werden.
Denn was der HERR sagt, das meint er auch so, und auf das, was er tut, kann man sich verlassen. (Psalm 33,4)
Jetzt kann ich gestärkt in die neue Woche starten und fühle mich bestätigt und bereit. Danke Gott – du hilfst mir dabei, beschützt und leitest mich!
Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet. (Lukas 12,40)
Wetten dass….
Der Mensch denkt über vieles nach und macht seine Pläne, das letzte Wort aber hat der HERR. (Sprüche 16,1)
In diesem Sinne
Eure Ulrike
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(1) Verdener Aller-Zeitung / Wirtschaft, 04. Mai 2026
Bildquelle: pixabay FNur99

Liebe Ulrike, vielen Dank für deinen Beitrag heute, ja unsere Welt scheint immer verrückter zu werden, oder sie war das schon immer, und die Verrücktheit erreicht nur neue, nicht vorstellbare Dimensionen ? In Markus 13;32 und Matthäus 24;36 heisst es fast identisch von Jesus : " Von jenem Tag und jener Stunde aber weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, sondern allein mein Vater " Das ist allemal sehr beruhigend, denn wir können einfach Vertrauen haben und uns, wie du sagst, beschützt fühlen. Liebe Grüße - Christian