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- „Church First!“ Oder: Wohin mit der Liebe?
Donald Trump ist nun schon seit einigen Wochen nicht mehr Präsident der USA. Trotzdem hören seine Mentalität und seine Politik (der sogenannte „Trumpismus“) nicht auf nachzuklingen. Das gilt für die Vereinigten Staaten, die immer noch tief gespalten sind, aber das gilt auch für den Rest der Welt. Natürlich ist Trump keineswegs der Begründer eines neuen ideologischen Phänomens, vielmehr war er denke ich aufgrund seiner – vorsichtig ausgedrückt – sehr eigenen Art ein für die weltpolitische Bühne ungewöhnlich unverhohlener Stellvertreter eines Denkens, das auch in vielen anderen Staaten weltweit immer mehr ans Tageslicht rückt. An sehr vielen Orten lässt sich heute beobachten, dass stark konservative bis hin zu rechtsextremen Gruppen an Zuspruch gewinnen. Gemein haben alle diese Gruppen einen sehr fragwürdigen Fokus auf sich selbst, auf das „wir“ und oft auch das „ich“: Unser Land soll die wirtschaftliche Spitze der Welt sein; Unser Land lassen wir uns nicht von Einwanderern kaputt machen; Wir sind besser als andere; Wir sind wichtiger als andere; Und schließlich: Ich bin wichtiger als andere. Genau das ist es, was Trump mit seinem überraschend direkten Wahlspruch „America First“ propagierte, wobei „America“ im Grunde mit jedem beliebigen Ländernamen ausgewechselt werden könnte und der Slogan immer noch irgendwo reichlich Zustimmung finden würde. Mich hat diese „America First“-Haltung von Anfang an erschrocken und mir tatsächlich einige Bauchschmerzen bereitet. Nicht etwa, weil ich nicht Teil von „America“ bin, sondern weil derselbe Mann, der diese selbst zentrierte Haltung öffentlich und ohne Schamgefühl propagiert, gleichzeitig mit einer Bibel in der Hand vor der nächsten Kirche für die Fotografen posiert. Als Christ ist mir besonders DAS übel aufgestoßen. Wie kann jemand wortwörtlich Gottes Wort hochhalten und im gleichen Atemzug sagen, wir sollten zuallererst an uns selbst denken und danach vielleicht an andere? Natürlich ist Trump auch hier nicht der erste, der offenbar keinen Fehler in diesem Widerspruch erkennt. Aber die Selbstgefälligkeit, mit der er ihn geradezu zelebriert hat, hat das ganze doch noch einmal auf ein neues Level gehoben. Hat der Mann überhaupt schon einmal in das Buch hineingeschaut, welches er so selbstbewusst in die Kameras hielt? Hat er noch nie gehört, dass dieses Buch Nächstenliebe lehrt? Dass es lehrt, den anderen höher zu achten als sich selbst, eine dienende Haltung einzunehmen oder Ungerechtigkeiten zu ertragen, statt für die eigenen Rechte einzutreten? Zugegeben: „America First“ ist nicht direkt egoistisch. Es geht ja nicht darum, dass sich ein Einzelner wichtiger nimmt als alle anderen. Im Grunde geht es sogar darum, innerhalb einer Gruppe füreinander da zu sein. Aber als Anhänger dieser Mentalität muss man auch zugeben: diese Gruppe, in der man sich gegenseitig umsorgt und weiterbringt, ist günstiger Weise genau jene Gruppe, zu der man selbst gehört! Das sollte doch eigentlich gehörige Skepsis wecken... Angehörige der eigenen Gruppe (sei es eine Gruppe derselben Hautfarbe, Religion, Herkunft oder eben Nationalität) besser zu behandeln als diejenigen, die nicht dazugehören... da sollten nicht nur für Christen einige Alarmglocken läuten. Ich musste an einen Ausspruch Jesu denken: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?“ (Matthäus 5,44-47) Was als Nachdenken über das aktuelle Weltgeschehen anfing wurde so nach und nach zu einem Nachsinnen über mich selbst. Auch ich bin Teil verschiedener Gruppen, allen voran einer Gemeinde, die für mich wie meine Familie ist. Wie verhalte ich mich in dieser Gruppe? Wie verhält sich die Gruppe in Beziehung zu anderen, die nicht dazugehören? Wie schrecklich wäre es, wenn wir uns als Gemeinde genauso verhalten würden, wie wir es immer mehr in der Welt sehen – quasi nach dem Motto „Church First“?! Das würde ja bedeuten: Wir denken erst an uns selbst, dann an andere. Wir setzen unsere Energie vorrangig für die eigenen Geschwister ein, statt für Menschen, die noch auf der Suche nach Gott sind. Wir engagieren uns und bieten Hilfe an, aber zuerst in den eigenen Reihen. Je länger ich darüber nachdachte, desto absurder und unbiblischer erschien es mir. Wie würde denn jemals jemand von Gottes Liebe erfahren, wenn die Liebe nur innerhalb unserer Reihen bliebe?! So ein Verhalten, so schien es mir, könnte kaum weiter von dem entfernt sein, was die Bibel uns als Gottes Willen zeigt. Ich denke schon länger darüber nach, wie Gemeinde eigentlich gelebt werden sollte – nicht zuletzt, weil wir (so Gott will) in gar nicht ferner Zukunft eine neue Ortsgemeinde gründen werden (Wow! 😊). Bei all dem Wälzen der verschiedenen Ideen in meinem Kopf wurde ich mir immer sicherer, dass meine Gemeinde SO auf keinen Fall sein sollte! Sollten wir nicht viel weniger Energie und Liebe auf uns und viel mehr auf alle anderen Menschen verwenden? Sollten wir uns nicht weniger darum kümmern, dass die Gemeinde ein schöner und angenehmer Ort für ihre Mitglieder ist, sondern vielmehr raus gehen, aktiv werden, Gottes Liebe in die Welt tragen? So oft drehen wir uns nur um uns selbst, obwohl wir in der nächsten Suppenküche stehen könnten und wirklich Menschen helfen und ihnen Gottes Liebe zeigen! So dachte ich, und je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass es genau so und nicht anders sein sollte. Und dann kam Amy Parkin. Amy ist nicht nur eine langjährige Freundin, sondern auch Teil einer kleinen Austausch- und Bibelstudiengruppe, mit der wir uns einmal in der Woche online treffen. Sie ist nicht jede Woche dabei, aber das hat sie nicht davon abgehalten, mir an einem Donnerstagabend vor ein paar Wochen eine wichtige Frage zu stellen. Wir hatten gerade über Aktivitäten als Gemeinde gesprochen und ich hatte natürlich in meiner großen Weisheit genau das beigesteuert, was ich oben bereits ausgeführt habe: Nicht zuerst an uns, sondern an andere denken! Ich sah einige Köpfe zustimmend nicken und war mir meiner Sache sicher, bis Amy sich zu Wort meldete und mir sinngemäß entgegnete: „Dir ist schon bewusst, dass die ersten Gemeinden es anders gehandhabt haben?“ Was sollte das heißen? Was haben sie anders gemacht? Sollten die ersten Gemeinden vor knapp 2000 Jahren etwa schon an „Trumpismus“ gelitten haben und erst an sich selbst und danach an andere gedacht haben? „Wir lesen von den ersten Gemeinden, dass sie ihre Habe untereinander geteilt und Dienste eingerichtet haben, um sich gut organisiert um die Benachteiligten und Schwachen zu kümmern – und das in erster Linie in den eigenen Reihen.“ Ich war baff – und musste dem auf den Grund gehen! Tatsächlich gibt es viele Stellen im Neuen Testament, die uns entweder davon berichten, dass dies in den ersten Gemeinden so gelebt wurde, oder aber die die ersten Gemeinden (und auch uns) ermahnen, es so zu halten: Gleich in Apostelgeschichte 2 nach Paulus Pfingstpredigt lesen wir über die erste entstandene Gemeinde: „Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam; sie verkauften die Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war.“ (Apostelgeschichte 2,44+45) Das klingt schon mal sehr nach innen gerichtet, oder? Es wird alles geteilt und den Bedürftigen geholfen – aber erstmal nur innerhalb der Gemeinde. Eine Aufforderung, die sehr ähnlich klingt, lesen wir im Galaterbrief: „So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens.“ (Galater 6,10) Als ich diesen Satz das erste Mal bewusst las, war ich ziemlich erstaunt. Ist das nicht sehr seltsam selbst zentriert? Das passt doch nicht mit einer christlichen Haltung zusammen, oder? Und doch finden sich noch weitere Bibelstellen, die implizit oder explizit dazu aufrufen, zunächst an die Glaubensgeschwister zu denken, statt an die, die außerhalb der Gemeinde sind: „Wenn nun ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und es ihnen an der täglichen Nahrung fehlt, und jemand von euch würde zu ihnen sagen: Geht hin in Frieden, wärmt und sättigt euch!, aber ihr würdet ihnen nicht geben, was zur Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse erforderlich ist, was würde das helfen?“ (Jakobus 2,15+16) Erstaunlicher Weise heißt es hier nicht „Wenn jemand Mangel hat …“, sondern „wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hat …“. „Wenn ein Gläubiger oder eine Gläubige Witwen hat, so soll er sie versorgen, und die Gemeinde soll nicht belastet werden, damit diese für die wirklichen Witwen sorgen kann.“ (1. Timotheus 5,16) Auch diese Aussage lässt sich meiner Meinung nach nur so verstehen, dass die Gemeinde sich um die Witwen in den eigenen Reihen gekümmert hat, aber eben nicht mit solchen Witwen zusätzlich belastet werden sollte, die eigentlich noch Angehörige hatten, die sie versorgen konnten. Und dann gibt es diese Stelle zum Gedächtnismahl im ersten Korintherbrief: „Wenn ihr nun am selben Ort zusammenkommt, so geschieht das doch nicht, um das Mahl des Herrn zu essen; denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, sodass der eine hungrig, der andere betrunken ist. Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich euch nicht! […] Darum, meine Brüder, wenn ihr zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander!“ (1. Korinther 11,20-22+33) Ungeachtet des eigentlichen Anliegens, das Paulus hier hat, können wir aus diesen Versen entnehmen, dass das Gedächtnismahl damals in der Gemeinde in Korinth augenscheinlich eine ganze Mahlzeit war (von einem Stück Brot und einem Schluck Wein wäre wohl niemand satt geworden und die angesprochene Problematik hätte sich gar nicht erst ergeben), die neben dem Gedächtnis an Jesus auch dazu diente, diejenigen in der Gemeinde, „die nichts haben“, am Wohlstand der anderen teilhaben zu lassen. Da es hier um die Zusammenkunft zum Gedächtnismahl geht, können wir denke ich davon ausgehen, dass sich auch diese Form des „Gutes-tuns“ an Gemeindemitglieder gerichtet hat. Durch all diese Bibelstellen musste ich also feststellen, dass ich scheinbar bei aller guten Intention meiner Gedanken einen entscheidenden Punkt übersehen haben musste. Es war mir so klar vorgekommen, dass es wichtiger sein muss, als Gemeinde Gutes für die Menschen in der Umgebung zu tun, als für die Mitglieder der Gemeinde selbst. Und nun hatte ich diverse Verse gefunden, die zusammen ein ziemlich gutes Argument dafür bildeten, dass die ersten Gemeinden sehr wohl einen Fokus auf die eigenen Mitglieder hatten und dass dieser auch von verschiedenen wichtigen Persönlichkeiten der ersten Gemeinden bekräftigt wurde. Aber warum? Warum sollte es so richtig sein? Alle bisher genannten Verse lieferten mir zwar Indizien für die gängige Praxis der ersten Gemeinden, aber kaum einen Anhaltspunkt dafür, mit welcher Begründung sie sich verhielten, wie sie sich verhielten. Wie es dann so ist, habe ich in den folgenden Wochen nicht in der Bibel lesen können, ohne beiläufig auch immer nach einer Antwort auf diese Frage zu suchen, die mich so beschäftigte. Man kennt das Phänomen denke ich auch, wenn man kein regelmäßiger Bibelleser ist: Wenn man gerade beim Optiker war, sieht man plötzlich überall in der Stadt Menschen mit Brille. Wenn man schwanger ist, sind plötzlich um einen herum so viele andere Frauen schwanger, wie nie zuvor. Und folglich habe auch ich nach meinem neuen Denkanstoß immer wieder hier und dort Verse gefunden, die zum Thema passten. Herausgestochen haben dabei einige Sätze Jesu, die ich schon dutzende Male vorher gelesen hatte – aber nie mit dieser bestimmten Brille auf! „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13,34+35) Bei dem, was nun folgt, möchte ich noch deutlicher als sonst sagen, dass ich mich in meiner Interpretation irren kann. Vielleicht hat Jesus mit diesen Worten nicht das sagen wollen, was ich zu verstehen meine. Ich möchte aber dennoch eine Auslegung vorschlagen, und zwar eine, die ich nie gesehen hatte, bis ich diese Sätze vor dem Hintergrund meiner speziellen Frage erneut gelesen habe. Meine These ist folgende: Jesus sagt hier, dass Liebe unter Gläubigen ein starkes – wenn nicht sogar das stärkste – Mittel der Verkündigung ist. Nie zuvor war mir beim Lesen aufgefallen, dass Jesus hier nicht sagt: „Ich will, dass ihr alle Menschen liebt!“ oder „Ich will, dass ihr eure Nächsten liebt!“, sodass es sich auf eine nicht weiter definierte Gruppe beziehen würde. Es wäre auch äußert merkwürdig, wenn er einen dieser Sätze gesagt hätte, ihn dabei aber eingeleitet hätte mit „Ein neues Gebot gebe ich euch... “. Das Gebot der Nächstenliebe ist weder neu (es kommt schon im Alten Testament vor, vgl. 3. Mose 19,18) noch hatte Jesus es bis zu diesem Punkt unerwähnt gelassen, sondern er hatte es schon an vielen Stellen und auf verschiedene Arten deutlich verkündigt. Jesus sagt hier ganz spezifisch: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt“. Der Fokus auf das „einander“ ist schwer zu übersehen, kommt doch in den zwei Sätzen „einander“ beziehungsweise „untereinander“ gleich drei Mal vor. Was oder besser wen meint Jesus aber mit „einander“? Wären diese zwei Sätze Jesu ein Ausspruch, den er zum Beispiel während der Bergpredigt getätigt hätte, dann wäre es korrekt zu schlussfolgern, dass er dies einer diffusen Menschenmenge zugerufen hat und damit im weiteren Sinne wohl einfach alle Menschen meint. Dann könnten wir es verstehen als ein „Liebt euch gegenseitig!“ an die Welt. Aber Jesus spricht hier nicht zu einer großen Menschenmenge. Er spricht zu seinen Jüngern, mit denen er kurz zuvor das letzte Abendmahl gefeiert hat. Er spricht quasi zu den Gründungsvätern der ersten Gemeinde. Spricht er also speziell die Gemeinde an? Ich denke ja (vgl. auch Johannes 17,20). Wenn dem so ist, bleibt immer noch eine Frage: Was ist der Sinn hinter dem Gebot der Liebe untereinander? Warum sollen sich die Jünger Jesu untereinander lieben? Die Antwort finden wir denke ich in Jesus zweitem Satz: Weil sie so von aller Welt als seine Jünger erkannt werden! Ich finde das unglaublich stark. Es ist kein verbales Glaubensbekenntnis und kein Einhalten von Gesetzen und Geboten, das einen Jünger Jesu als Jünger Jesu identifiziert. Es ist die Liebe der Jünger untereinander und nach allem, was ich bisher zu diesem Thema herausgefunden habe, glaube ich, dass wir guten Gewissens davon ausgehen können, dass damit nicht nur die ursprünglichen 11 Jünger gemeint sind, sondern alle Anhänger Jesus oder kurzum: die Gemeinde. Jesus legt hier – ungeachtet der Nächsten- oder sogar Feindesliebe, die trotzdem elementarer Teil seiner Botschaft sind! – gesonderten Wert auf die Liebe innerhalb der Gemeinde. Aber was ist nun nach all dem die Antwort auf die Frage „Warum?“? Ich möchte folgenden Grund vorschlagen: Weil die Liebe untereinander die Gemeinde attraktiv macht, Menschen zur Gemeinde zieht und damit letztendlich Menschen zu Gott zieht. Ich finde sehr interessant, dass man bei genauem Hinsehen feststellt, dass Jesus der Liebe innerhalb der Jüngerschaft eine deutliche Außenwirkung unterstellt. Er sagt nämlich nicht „An eurer Liebe zueinander wird Gott euch als wahre Jünger erkennen“, so als wäre die Liebe untereinander ein Erkennungszeichen für Gott, dass wir Nachfolger Jesu sind. Nein, er sagt „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid“. Mir scheint also, dass Jesus ganz bewusst darauf abzielt, dass die Liebe untereinander Strahlkraft nach außen hat. Wir zeigen durch sie nicht Gott, wer und wie wir sind, sondern der Welt außerhalb der Gemeinde! Mir ist bewusst, dass all das sehr wohl in den Bereich der „Wortklauberei“ oder des „zu viel Hineinlesens“ fallen kann. Vielleicht geht meine Lesart gar an der eigentlichen Intention Jesu vorbei. Ich finde aber, dass sich in der Gesamtbetrachtung aller Bibelverse und Gedanken, die ich bisher angeführt habe, ein sehr sinniges und rundes Bild ergibt: Wenn wir in erster Linie an unsere Geschwister denken und unsere Liebe vorrangig auf sie richten (was jedoch niemals Liebe zu allen anderen Menschen ausschließen soll!), dann kreieren wir in der Gemeinde einen Ort, der nach außen hin für seine Liebe bekannt ist. Das führt nicht nur dazu, dass die Gemeinde für Außenstehende ein Ort wird, an dem man sein und teilhaben möchte, sondern es verkündet gleichzeitig auf die simpelste Art überhaupt Gott in der Welt: Die Gemeinde ist das Haus Gottes und die Gemeinde ist ein Ort voller Liebe, weil Gott Liebe ist! Die Gemeinde ist ein Ort voller toller Beziehungen – denn Gott ist ein Gott, der tolle Beziehungen mit uns will! Vielleicht passt das auch gut zu dem, was Jesus an anderer Stelle über unsere Leuchtkraft sagt. „Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind.“ (Matthäus 5,14+15) Eine Stadt oben auf einem Berg und eine Lampe an einem zentralen Ort im Zimmer: Das sind Hotspots (im positiven, nicht im Corona-Sinne 😉), von denen eine starke Leuchtkraft ausgeht. Jesus sagt nicht: Ihr seid vereinzelte, erleuchtete Häuser in einer großen dunklen Region oder vereinzelte Teelichter irgendwo im Raum. Nichts von beidem könnte die Leuchtkraft einer ganzen leuchtenden Stadt oder einer zentral im Raum aufgestellten Lampe haben! Die Gemeinde kann also dann am hellsten Leuchten, wenn sie gebündelt von einem Ort aus wirkt. Man könnte daher überspitzt sagen: Mein ursprünglicher Wunsch, eine Gemeinde zu haben, die ihren Fokus nicht zuerst auf sich, sondern auf die Umgebung legt, ist einer erleuchteten Stadt auf einem Berg ähnlich, deren Bewohner jeder für sich die Lampen aus ihrem Haus nehmen und damit auf Wanderschaft gehen, einzeln und verstreut ins umliegende Land laufen, bis die einzelnen Lichter nach und nach verschwinden und das ganze Gebiet trotz vieler einzelner Lampen dunkel wird. Die Idee der Gemeinde scheint hingegen viel mehr zu sein, dass wir alle unser Licht (unsere Liebe) an einen Ort tragen, damit dieser Ort so hell wird, dass er bis in weite Ferne gesehen werden und Menschen über lange Strecken den Weg weisen kann. Im Dunkel der Welt soll die Gemeinde so ein einladender Ort sein, an dem man sein will! Ich bin noch lange nicht fertig damit, mich tiefer mit diesem Thema zu beschäftigen, mehr zu studieren, mich mehr auszutauschen und genauer zu verstehen, wie Gott sich das Ganze vorstellt. Aber was ich bereits jetzt sagen kann, ist, dass ich das starke Gefühl habe, einige meiner anfänglichen Überzeugungen noch einmal deutlich überdenken zu müssen. „Church First!“ – das klingt im ersten Moment komplett unbiblisch und sogar unchristlich, aber wenn man es so betrachtet, wie ich es Stand heute meine zu verstehen, dann könnte sich dahinter tatsächlich ein wunderbarer, raffinierter und trotzdem unglaublich einfacher Plan verstecken! Gottes Segen und bis zum nächsten Mal Euer Daniel
- In Bewegung
„Dem Lebenslauf folgend aus den allzu engen Häusern der Gewohnheit aufbrechen – im Vertrauen darauf, dass einem heute das gegeben wird, was man zum Leben braucht.“ (1) Heute möchte ich euch mitnehmen auf eine kleine Reise aus den „allzu engen Häusern“ (1). Mein allzu enges Haus, so befand ich vor ungefähr zwei Jahren, war mein Alltag. Bestimmt von immer wiederkehrenden Abläufen, Ritualen und einem gewissen Phlegma. Zugegeben, das gab mir auch Sicherheit, doch bei genauerem Hinsehen machten mich meine Gewohnheiten unbeweglich und starr. Arbeit, Ruhen, Arbeit - so hieß das Hamsterrad meines Daseins. Mein Körper meldete sich: „Hallo, du kannst nicht einfach nichts tun und denken, so werde ich lustig älter und bleibe einsatzfähig!“. Ich bin nun etwas über 50, werde wahrscheinlich noch mehr als 10 Jahre aktiv am Arbeitsleben teilnehmen und meine Freizeit wollte ich eigentlich nicht nur auf dem Sofa verbringen, auf der Suche nach Erholung. Mit meinem Mann, meiner Familie, meinen Schwestern und Brüdern und meinen Freunden will ich was erleben, das Leben leben! Ein chronisches Rückenleiden ebnete mir den Weg zu einer Reha-Maßnahme, eine Prävention der Deutschen Rentenversicherung. Alle Hürden waren genommen und Anfang des Jahres ging's los. Lächelnd erinnerte ich mich an diese Schilder, die den Weg zu Wanderparkplätzen weisen. Anhalten, parken, aussteigen und loslaufen - "Steig aus und wandere". Ein schönes Motto für meine Reha. 😉 Drei Wochen Neues entdecken, Altes wiederfinden, verschwunden geglaubte Fähigkeiten neu erleben. "[...] aus den allzu engen Häusern der Gewohnheit aufbrechen" Da war es wieder. Wo hatte ich diesen Satz nur gelesen? Beim Stöbern im Bücherregal entdeckte ich es wieder. Das gesuchte Buch ist von Melanie Wolfers und heißt „Trau dich, es ist dein Leben“ (1). Anschaulich und einleuchtend erfährt man hier, wie man sich mutig dem Leben stellen kann. Ein lesenswertes Buch, dass nun in mein Kurgepäck wanderte. Ich hatte bis dahin nur die Erfahrung mit einer Mutter-Kind-Kur, die ich vor über 20 Jahren mit meinen drei Kleinkindern gemacht hatte. Jetzt war ich gespannt, wie das ist „nur“ für mich zu sorgen, wie würde das werden? Das Gewohnte überdenken und Neuland betreten ist bei mir immer mit der Angst verbunden, ob ich das wohl schaffe? "[…] im Vertrauen darauf, dass einem heute das gegeben wird, was man zum Leben braucht." Aha … Vertrauen. Wem vertraue ich mein Leben an? Meinem Schöpfer, denn der weiß, was ich benötige. „Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Nahrung und Kleidung! Bedeutet das Leben nicht mehr als Essen und Trinken, und ist der Mensch nicht wichtiger als seine Kleidung? […] Weshalb macht ihr euch so viele Sorgen um eure Kleidung? Seht euch an wie die Lilien auf den Wiesen blühen! [...] Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?“ (Matthäus 6,25ff.) Und weiter in Kapitel 7 heißt es: „Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet! Denn wer bittet, der bekommt. Und wer anklopft, dem wird geöffnet.“ (Matthäus 7,7) Bittet, sucht und klopft an, alles aktive Handlungen, die offensichtlich zum gewünschten Ziel führen. Meine Erkenntnis daraus: Vertrauen heißt sich trauen, aktiv zu werden! Für mein Ziel, aus meinem Hamsterrad auszusteigen und meinen starren Alltag wieder bunter zu machen, öffnete sich die Tür durch die Maßnahmen der Reha. Endlich hatte ich wieder Spaß an Bewegung. Während der drei Wochen, merkte ich, wie ich von Tag zu Tag aktiver wurde. Schwimmen, walken, Krankengymnastik, Ergometer-Training und Gerätetraining brachten nicht nur meinen Körper in Schwung. Progressive Muskelentspannung und mein persönliches Highlight: „Bewegte Meditation“, angeleitet von einer Tanzpädagogin, waren neue Erlebnisse, von denen ich heute zehren kann. On top gab es noch ein vielseitiges Wellnessprogramm mit Hydrojetmassagen, Wärmepackungen und die Küche gab ihr Bestes und verwöhnte uns mit leckerem Essen. Ich mache meinen Körper fit fürs Erleben. Jetzt macht es wieder Freude, durch Gottes schöne Natur zu walken. Meine Umwelt nehme ich bewusster wahr. Ich höre auf meinen Körper und meine Seele. Schaue, atme, genieße, mit Auszeiten für Ruhe, Nachdenken und Gespräche. Ich bin dankbar, dass ich diese drei Wochen erleben durfte in Bewegung für Körper und Geist. Auf eine bewegte Woche! Eure Ulrike (1) Zitate aus dem Buch „Trau dich, es ist dein Leben - die Kunst, mutig zu sein“ von Melanie Wolfers, erschienen im bene! Verlag. (https://melaniewolfers.de/buecherliste/trau-dich-es-ist-dein-leben/) Die Bibelzitate stammen aus der Übersetzung „Hoffnung für Alle“
- Was bleibt… ?
Seit Wochen dasselbe Bild. Menschen mit Mund-Nase-Schutz begegnen mir täglich. Vorbildlich halten sich die Kunden, die mir bei meiner Arbeitsstelle im Bioladen begegnen, an die Vorgaben der Landesregierung. Auch wir hinterm Tresen haben uns mit Selbstgenähtem versorgt. So weit, so gut! Weit... ? Gut... ? Eher eingeschränkte Aussichten. Ein paar Frisuren, Augen, Brille – das ist alles, was ich erkennen kann. Keinen Mund, keinen Bart, Grübchen oder Mimik - Fehlanzeige. Nur noch die Augen. Braune, blaue, graue, grüne. Lächeln, Lachen, Zähne, Zahnlücken - alles weg. Sprache wird unverständlich, die Brille beschlägt, Luft holen fällt schwer. Es bleiben die Augen an denen ich Gefühle und Gemütszustände erkennen kann. Lachende, weinende, neugierige, ratlose, ärgerliche, freundliche, wache oder müde Augen erzählen mir von meinen Mitmenschen. Dazu habe ich in Matthäus folgenden Vers gefunden: „Durch die Augen fällt das Licht in deinen Körper. Wenn sie klar sehen, bist du ganz und gar vom Licht erfüllt. Wenn sie aber durch Neid oder Habgier getrübt sind, ist es dunkel in dir. Und wie tief ist diese Finsternis, wenn das Licht in deinem Innern erloschen ist!“ (Matthäus 6,22+23) Wo ist das Licht? Was trübt das Auge, den Blick? Wo kommt die Dunkelheit her? Manche Bibelübersetzungen sprechen hier von Neid und Habgier. Das finde ich einleuchtend. Mein Auge sieht die Fülle, die ich nicht habe. Das ist Energie raubend und macht mich müde, trübe und dunkel. Im Alten Testament begegnen wir Hiob. Er schreibt von Tränen der Hilflosigkeit, die seine Augen röten. „Ich habe dunkle Ringe unter den Augen, und mein Gesicht ist rot vom vielen Weinen, [...] Meine Freunde verspotten mich, darum schaue ich unter Tränen nach Gott aus.“ (Hiob 16,16+20) Sein Kampf um Verständnis und die Beziehung zu Gott gehen am Ende gut aus. Oder David, der große König Israels. Seine Lieder (Psalmen) sind voll von Licht und Schatten. In Psalm 6 weint sich David in den Schlaf. „Nachts im Bett weine ich, bis die Kissen durchnässt und meine Augen ganz verquollen sind.“ (Psalm 6,8) Das ist die dunkle Seite. Ich sehe, es gehört zum Leben. Licht und Schatten gehören zusammen. „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, ein Naturgesetz. Gerade jetzt in dieser weltumspannenden Ausnahmesituation möchte ich im Licht sein. Licht in meinen Körper durch die Augen lassen – Licht gegen das Dunkel der „Katastrophisierung“. Wo ist das Licht für meine Augen? Ich denke an die Frühlingssonne, das sich entfaltende Grün und die ersten bunten Blumen. In satten Farben schenkt mir Gottes Schöpfung Licht. Das gewohnte, immer wiederkehrende helle Frühjahr gibt mir Zuversicht und ich bin dankbar, dass Gott das alles so geschaffen hat ... und „siehe es war gut“. Das Licht der Nächstenliebe fällt mir ein. Ein warmes Licht. Ich sehe es dort, wo wir füreinander da sind, uns zuhören, uns helfen. „[...] Deshalb seid wachsam und besonnen, werdet nicht müde zu beten. Vor allem aber lasst nicht nach, einander zu lieben. Denn Liebe sieht über Fehler hinweg. Nehmt einander gastfreundlich auf und klagt nicht über die vermehrte Arbeit. Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat.“ (1. Petrus 4,7) Und Paulus im Brief an die Epheser: „Früher habt auch ihr in der Dunkelheit gelebt; aber heute ist das anders. Weil ihr mit dem Herrn verbunden seid, seid auch ihr im Licht. Darum lebt nun auch wie Menschen, die zum Licht gehören. Ein solches Leben führt zu aufrichtiger Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.“ (Epheser 5,8+9) Ja, mein Glaube bringt Licht in mein Leben. Ich sehe mir Gottes Wort an, die Verheißungen, die schon in Erfüllung gegangen sind und weiter von einer wunderbaren Zukunft auf diesem Planeten Erde sprechen! „Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Der Herr wird nicht zulassen, dass du fällst; er, dein Beschützer schläft nicht. Ja, der Beschützer Israels schläft und schlummert nicht. Der HERR gibt auf dich acht; er steht dir zur Seite und bietet dir Schutz vor drohenden Gefahren. Tagsüber wird dich die Sonnenglut nicht verbrennen, und in der Nacht wird der Mond dir nicht schaden. Der HERR schützt dich vor allem Unheil, er bewahrt dein Leben. Er gibt auf dich acht, wenn du aus dem Haus gehst und wenn du wieder heimkehrst. Jetzt und für immer steht er dir bei!“ (Psalm 121) Das erfüllt mich mit Hoffnung und ich sehe Licht! In diesem Sinne wünsche ich uns eine helle, lichte Woche. Eure Ulrike Anmerkung: Die Bibelzitate haben ich der Bibelübersetzung „Hoffnung für Alle“ entnommen.
- Was geht...?
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen in meiner Freizeit ist das Singen im Chor. Schon etliche Jahre bin ich Teil eines kleinen Chores mit ungefähr 30 Sängerinnen und Sängern, der sich das Motto „Aus Spaß am Singen“ auf seine Fahnen geschrieben hat. Wir singen alles was uns gefällt, treten auf Mittelaltermärkten auf, singen aber auch gerne Gospel oder Pop, also quer Beet durch alle Epochen. Das Einüben von Stücken, der gemeinsam erzeugte Klangteppich, die Woge, die ein Stück in mir und den Zuhörerinnen und Zuhörern auslöst - das alles gefällt mir gut. Und so wundert es mich nicht, dass ich es sehr vermisse. Denn im Moment zählt mein Hobby wohl zu den „gefährlichsten“ der Welt. So besungen in einem YouTube-Video: „Das gefährlichtste Hobby der Welt“ von The Happy Disharmonists https://www.youtube.com/watch?v=d8ta0J79gys. Auch in unserer Gemeinde spielt das gemeinsame Singen eine Rolle. Singen als Ausdruck von Glaube, Lobpreis, Hoffnung und Anbetung. Das ist im Moment nur sehr eingeschränkt möglich, denn wer singt schon gerne „allein“, vielleicht auch noch zeitversetzt, weil wir uns gerade nur per Skype treffen. Mir fehlt gefühlt ein Stück Nähe zu Gott. Wenn wir gemeinsam singen ist das wie ein Innehalten, das Drumherum bleibt für einen Moment draußen. Wie bei einem Gebet erheben sich die Stimmen und ich spüre die Kraft eines Liedes und die Gemeinschaft, die wir dann haben, untereinander und mit Gott, dem Empfänger. Wie ist das in der Bibel beschrieben? Wer singt? Was wird gesungen? Dem bin ich mal ein Stück weit nachgegangen. Die Psalmen fallen mir da zuerst ein. Eine Sammlung von persönlichen Liedern des Gebets und Psalmen, die für den Gottesdienst am Tempel aufgeschrieben wurden. Darunter auch Lobpreislieder (Psalm 113-118), die an großen Jahresfesten und bei Passahfeiern im Tempel gesungen wurden. Diese Psalmen werden als „Hallel“ Psalmen bezeichnet. Da ist das Halleluja = „Preist den Herrn“ auch nicht weit. Für mich als Sängerin stellt sich immer wieder die Frage: Wie hat sich das im Original wohl angehört? Wenn David, Asaf oder Salomo sangen, wenn ein großes Fest an stand und das Volk Israel singend zum Tempel hinaufzog (Psalm 120-134) oder ein Klagelied ertönte. Mir ist nicht bekannt, dass Melodien überliefert sind, wie sie bei manchen Psalmen vorweg beschrieben wurden. Schade, wie gerne hätte ich da mal reingehört. Einerseits wissen wir sehr wenig über die Melodien, andererseits öffnet sich dadurch ein Raum. Das gibt jedem zu jederzeit und an jedem Ort die Möglichkeit, sein ganz persönliches Lied an Gott zu richten - auf seine Weise, in seiner Sprache, mit den Rhythmen und Melodien seines Seins. Und das ist ja schon wieder göttlich genial! Auch Mose war ein Sänger. Er und das ganze Volk besangen in einem Siegeslied nach dem geglückten Auszug aus Ägypten die Größe ihres Gottes. „Singt dem Herrn, denn er ist mächtig und erhaben“ (2. Mose 15,1-21) Im fünften Buch Mose lässt Gott Mose ein Lied aufschreiben und vor dem versammelten Volk vortragen (5. Mose 32,1-43). Die Wüstenwanderung liegt hinter ihnen, das gelobte Land vor ihnen und Mose stimmt Gottes Volk auf die Zukunft ein, mit einem Lied. Und dann gibt es da noch zwei starke Frauen, deren Lieder im Alten Testament überliefert werden. Ein Siegeslied der Debora, Richterin des Volkes Israel. Immer wieder gab es kriegerische Konflikte mit den Anwohnern und den umliegenden Völkern. „Herr, mögen all deine Feinde sterben wie Sisera! Doch wer dich liebt, gleicht der Sonne, die aufgeht und mit aller Kraft strahlt“ (Richter 5,31) Der kinderlosen Hanna schenkt Gott einen Sohn, Samuel. Als sie diesem zum Priester Eli bringt, damit er ein Diener Gottes im Tempel wird, singt sie zum Abschied ein bewegendes Loblied. „Der Herr erfüllt mein Herz mit großer Freude, er richtet mich auf und gibt mir neue Kraft!“ (1. Samuel 2,1-11) Laut dem „Lexikon der Bibel“ (Brockhaus-Verlag) sind im Epheserbrief und im 1. Brief an Timotheus Bruchstücke urchristlicher Lieder überliefert. „Erwache aus deinem Schlaf! Erhebe dich von den Toten! Christus wird dein Licht sein!“ (Epheser 5,14) „In die Welt kam Christus als ein Mensch und der Geist Gottes bestätigte seine Würde. Er wurde gesehen von den Engeln und gepredigt den Völkern der Erde. In aller Welt glaubt man an ihn, und er wurde aufgenommen in Gottes Herrlichkeit.“ (1. Timotheus 3,16) Zugegeben, das zu vertonen und ein Lied daraus zu machen ist nicht einfach. Darum bin ich all den Dichtern und Komponisten, Übersetzern und Arrangeuren dankbar, die über Jahrhunderte hinweg ihren Lobpreis, ihre Anbetung oder einfach nur ihre Beziehung zu Gott und Jesus aufgeschrieben haben. So kann ich heute aus vielen Liedern wählen, je nach Anlass und Stimmung. Und irgendwann, wenn Jesus Christus wieder auf die Erde zurückkehrt, dürfen die Auserwählten mit ihm ein neues Lied singen. So heißt es in Offenbarung: „Das sind die Gebete aller, die zu Gott gehören. Und alle sangen ein neues Lied.“ (Offenbarung 5,8-9) Vor ein paar Tagen erreichte mich dieser Link und voller Begeisterung kann ich eines meiner Lieblingslieder mit einem großen virtuellen Chor zusammen singen. Wunderbar! Schaut gerne nach bei https://www.youtube.com/watch?v=iB7wkj4mTWM. Ob traurig oder fröhlich, ich wünsche euch immer die passende Melodie, mit der ihr durch die Woche gehen könnt! Eure Ulrike Ganz aktuell: Wir dürfen wieder im Freien mit 2-Meter-Abstand proben! Alle Bibelzitate stammen aus der Bibelübersetztung "Hoffnung für alle"
- Gelassenheit...
Vor ungefähr zweieinhalb Jahren entdeckte ich eine neue Art des kreativen Bibelmarkierens. Bis dahin war ich zufrieden mit Buntstiften, Lineal und der ein oder anderen erklärenden Landkarte. Meine Bibel entwickelte sich auch zum Sammelort für Sprüche, Kinderbilder, Notizen aus Bibelstunden, getrocknete Pflanzen und Erinnerungsstücke, wie alte Eintrittskarten und so weiter. Die Antwort, die mein Chaos in Bahnen lenken kann, heißt „Bible Art Journaling“ – frei übersetzt: Bibelseiten kreativ gestalten. Je nach Geschmack und Verständnis ganz individuell und nach persönlicher Neigung kann ich mich kreativ mit der Bibel beschäftigen. Mal bunt und mit verschiedenen Materialien, Stoff, Papier, Stempeln oder Stickern und was einem sonst noch so einfällt. Mich fasziniert die Idee, meinen Lieblingsversen ein „Gesicht“ zu geben. Aber darf man denn die Bibel, Gottes Wort, die heilige Schrift, bemalen, bekleben und beschriften? Ich denke ja! Denn je näher mir der Inhalt ist, umso tiefer die Verbindung zu Gott. Die Beschäftigung mit den Worten lässt Fragen zu, gibt Antworten und es entsteht durch das Geschaffene eine immer wiederkehrende Erinnerung! Mein Vers, den ich heute „bearbeiten“ möchte, ist aus der Sammlung der Sprüche Salomos: Alle Weisheit beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem Herrn hat. Den heiligen Gott kennen, das ist Einsicht! (Sprüche 9,10) Woher kommt die Weisheit? Eine elementare Frage, die ganze Generationen bis heute beschäftigt. Darüber wurden und werden viele Bücher geschrieben und ich will hier nicht noch eine Abhandlung darüber anfangen. Ganz nach unserem Motto „einfach – biblisch“ versuche ich, meinen persönlichen Ansatz zu beschreiben. Mein erster Gedanke ist: Jemand ist weise, wenn er ganz viel weiß und auf jede Frage eine Antwort parat hat. Das ist aber nur eine Seite der Weisheit, die ich als klug oder schlau bezeichnen würde. Denn nur viel wissen, hilft mir nicht, mein Leben zu leben. Welche Weisheit ist nützlich? Wie hilft mir die Einsicht, Gott zu kennen, dabei? Alles Fragen, auf die sich jede und jeder aus seinem Blickwinkel eine Antwort geben kann. In den letzten Wochen fiel mir immer wieder der folgende Spruch auf. Einmal von Hand geschrieben an Kühlschranktüren, als hübsche Postkarte oder Lesezeichen in der Bibel. Meine Umgebung scheint gerade einen Fokus darauf zu richten. Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Dieser Spruch ist für mich die Ergänzung zur Bibelstelle aus den Sprüchen Salomos. Mir begegnen ständig „Dinge“, die ich hinnehme, weil ich sie nicht ändern kann. Zum Beispiel muss ich zur Zeit die Hygienevorschriften einhalten: Mund/Nasenschutz tragen, auf Desinfektion achten, Abstand halten. Oder mein Kind wird erwachsen, zieht aus, lebt sein eigenes Leben mit all seinen Konsequenzen. Oder die schwere Krankheit einer Schwester, die unausweichlich zum Tod führt. Oder wenn in den Nachrichten von Krieg und Anschlägen berichtet wird. Den Mut, Dinge zu ändern, muss ich mir immer wieder erarbeiten. Eine Psychologin sagte mal zu mir: „Sehen Sie Ihre Ängste an, benennen Sie sie, geben Sie zu, dass Sie Angst haben. Dann wird es leichter, einen mutigen Weg aus der Angst zu finden.“ - Wie wahr! Sobald ich mich mit meinen Ängsten befasse, mit der Angst vor Veränderung zum Beispiel oder der Angst davor, nicht perfekt zu sein, werden sie von ganz alleine kleiner. Meist finde ich aus der Fülle der in der Bibel beschriebenen Lebensläufe einen auf meine Situation passenden. Der gibt mir dann den Mut durchs dunkle Tal zu gehen und die Gewissheit, dass Gott mich liebt, auch wenn ich nicht perfekt bin! Meine Einsicht in Gottes Vorhaben mit mir und der ganzen Erde, also meine Beschäftigung damit, hilft mir, meine Verbindung zu Gott zu stärken. Durch Lesen, Beten, Leben, lerne ich Stück für Stück Gottes Weisheit kennen. Dann bin ich handlungsfähig. Ich kann hinnehmen, was ich nicht ändern kann, weil ich erkenne, was ich nicht ändern kann. Und kann mutig an „Dinge“ herantreten, die sich ändern lassen und mit Gottes Hilfe versuchen, diese zu ändern. Ich kann mich auf Neues einlassen, ohne das Ende zu kennen. Ich kann gelassen das Ergebnis abwarten und damit leben lernen. Ich kann mein Kind loslassen im Vertrauen darauf, dass es, wenn es Probleme hat, zu mir kommt. Ich kann meiner todkranken Schwester ihren Herzenswunsch nach einer Ölung im Sinne der Schrift erfüllen und wenn ich menschenverachtendes Verhalten in meiner Umgebung sehe, mich für Nächstenliebe und Vergebung einsetzen. Dann wächst auch die Ehrfurcht vor diesem wunderbaren Gott, der alles so weise geschaffen hat. „Ehrfurcht“ hat nichts mit fürchten zu tun, sondern mit dem Erkennen und Anerkennen unseres Schöpfers. Nun zurück zu meiner „Kreativ – Seite“ Ich möchte den Spruch in meine Bibel bringen. Dazu habe ich mir eine neue Bibel gekauft, die extra für „Bible Art Journaling“ gemacht wurde. Sie hat breite Ränder und die Seiten sind aus dickem Papier, sodass ich auch mit Wasser arbeiten kann, da drückt nichts durch. Meine „Kreativbibel“ sieht bewusst anders aus als meine „Lesebibel“. Das ist die leere Seite: Ich gehe so vor. Eine Seite entsteht in Schichten. Der Hintergrund aus hellen, weichen Farben, die sich nicht in den Vordergrund spielen. Dabei darf ich ruhig die Schrift rund um meine Bibelstelle in Vers 10 übermalen. Die Zwischenschichten gestalte ich hier mit dem Stempel. Und immer alles gut trocknen lassen! Der Vordergrund ist hier mein Spruch, den ich in Schönschrift neben die Bibelstelle setze. Nun noch ein paar Buntstiftstriche, die den Stempelabdruck hervorheben sollen. Fertig! In diesem Sinne, auf eine gelassene, mutige und weise Woche! Eure Ulrike Neugierig geworden? Im Netz findet man unter www.bibleartjournaling.de viele Anregungen und Beispiele Wer das mal ausprobieren will und noch keine Bibel mit breitem Rand hat, kann sich kostenlos unter https://www.scm-shop.de/bible-art-journaling-keine-angst-vorm-leeren-blatt.html (Bible Art Journaling: Keine Angst vorm Leeren Blatt von Tabea Becker und Rebecca Sawatsky) unter "Extras" Bibelseiten herunterladen und auf dickem Papier ausdrucken.
- Die Kraft der Auferstehung
Wie oft ich den Philipperbrief schon gelesen habe? Das kann ich gar nicht genau sagen. Jedenfalls hat mich vor ein paar Tagen dieser Vers zum Nachdenken gebracht. „Um Christus allein geht es mir. Ihn will ich immer besser kennen lernen: Ich will die Kraft seiner Auferstehung erfahren, aber auch seine Leiden möchte ich mit ihm teilen und mein Leben ganz für Gott aufgeben, so wie es Jesus am Kreuz getan hat. Dann werde ich auch mit allen, die an Christus glauben, von den Toten auferstehen.“ (Philipper 3,10+11) Welche Kraft beschreibt Paulus? Wie kann ich diese heute noch erleben und erfahren? Was macht diese Kraft aus? Paulus ermutigt mich durch seinen Brief an die Gemeinde zu Philippi, mich damit einmal näher zu beschäftigen. Der ganze Brief ist eine einzige Ermutigung und die immer wieder beschriebene Freude geradezu ansteckend! Aus meiner Glaubensüberzeugung heraus weiß ich, dass es mehrere Aspekte der Auferstehung gibt, die ich bislang eher „nüchtern“ betrachtet habe. Zum einen die leibhaftige Auferstehung Jesu. Wäre Jesus nicht gestorben und, da er ohne Sünde war, gerechterweise wieder auferstanden, wäre der Rest seiner Botschaft irgendwie ohne Logik. Gottes vollkommene Gerechtigkeit wird hier so deutlich offenbar. Der Mensch sündigt und bekommt dafür den gerechten Lohn, den Tod. Die Lösung dieser Abfolge und das große Ziel Gottes: Durch Jesus kommt die Auferstehung in die Welt und das Angebot, wenn ich daran glaube, auch daran Teil zu haben. „Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden. Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung. Wir alle müssen sterben, weil wir Nachkommen von Adam sind. Ebenso werden wir alle zu neuem Leben auferweckt, weil wir mit Christus verbunden sind.“ (1.Korinther 15,20-22) Diese Glaubenshoffnung gibt Kraft, wie Jesus, der Auferstandene, seinen Jüngern erklärt: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“ (Johannes 14,19). Das Erlebte und die Worte Jesu sind Kraftquelle der Verkündigung zum Aufbau der ersten Gemeinden und zur Überlieferung über die Jahrtausende hinweg bis heute. Aus dieser unerschöpflichen Quelle kann ich auch heute Kraft ziehen! Mit Auferstehung verbinde ich auch meine Taufe. Wie ich im Brief an Christen in Rom lese: „Ihr wisst doch, was bei der Taufe geschehen ist: Wir sind auf den Namen von Jesus Christus getauft worden und haben damit auch Anteil an seinem Tod. Durch die Taufe sind wir also mit Christus gestorben und begraben. Und wie Christus durch die Herrlichkeit und Macht seines Vaters von den Toten auferweckt wurde, so haben auch wir ein neues Leben empfangen und sollen nun so handeln, wie es diesem neuen Leben entspricht.“ (Römer 6,3-5) Mit der Taufe beginnt eine neue Verbindung. An diese Kraft der Verbindung zu Gott erinnert mich der Römer- und der Philipperbrief. Sie macht mich frei durch die Vergebung der Sünden. Und so wie mir Gott vergibt, kann ich mir und anderen vergeben. Das macht leicht und ich kann handeln! Genaugenommen zieht sich das Thema Auferstehung durch alle Bücher des neuen Testaments. Hier wird uns gezeigt was Hoffnung bedeutet und das Ziel und der Sinn des Lebens ist. Durch seine Auferstehung zeigt Jesus die Zuverlässigkeit der Verheißungen der Propheten. Jahrhunderte vorher haben sie Geburt, Tod und Auferstehung vorausgesagt. Zum Beispiel in Psalm 22, Jesaja 53 oder in 5. Mose 18: „Ich will ihnen auch in Zukunft einen Propheten senden wie dich, einen Mann aus ihrem Volk“ (5. Mose 18,18) Das wird in Apostelgeschichte 2,22 bestätigt. Und noch ein neues Kapitel der Auferstehung erwarte ich in der Zukunft. Die Auferstehung der Toten, wenn Christus wieder zur Erde zurückkehrt und seine Nachfolger zu sich ruft, aus den derzeit Lebenden und den Toten. Ich erinnere mich an Hiob: „Doch eines weiß ich: Mein Erlöser lebt; auf dieser todgeweihten Erde spricht er das letzte Wort! Auch wenn meine Haut in Fetzen an mir hängt und mein Leib zerfressen ist, werde ich doch Gott sehen! Ja, ihn werde ich anschauen, mit eigenen Augen werde ich ihn sehen, aber nicht als Fremden. Danach sehne ich mich von ganzem Herzen!“ (Hiob 19,25-27) Und was ich im Buch des Propheten Jesaja lese, bekräftigt den Glauben an die Verheißung, dass die Toten wieder auferstehen und mit Christus auf dieser Erde leben werden. „Herr, die Toten deines Volkes werden wieder lebendig, ihre Leichen werden auferstehen! Wacht auf und singt vor Freude, alle, die ihr unter der Erde ruht! Du, Gott, bist wie erfrischender Tau am Morgen. Durch deine belebende Kraft gibt die Erde die Leiber der Verstorbenen zurück.“ (Jesaja 26,19) Da ist sie wieder – die KRAFT der Auferstehung! Im Hier und Jetzt kann ich die Zuverlässigkeit in Gottes Plan und eine vollkommene Gerechtigkeit erkennen, Gottes Gnade durch die Vergebung meiner Sünden erfahren und mit Hoffnung in die Zukunft gehen. Das gibt mir Kraft zu leben, mich mit Freude auf das Ziel vorzubereiten und anderen Menschen davon zu erzählen! Möge die Kraft der Auferstehung mit uns sein! Gottes Segen wünscht euch Eure Ulrike ... erinnert ihr euch noch an das Dezember-Rätsel? Hier ein Teil der Auflösung. Für die Rätselfreunde unter euch: Ich bin immer noch gespannt auf eure Lösungen auf die Frage, wie viele Blogtitel aus 2020 in dem Gitterrätsel versteckt sind. Das Original findet ihr in meinem Blogbeitrag "Zwischen den Jahren" vom 28.12.2020 (https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/zwischen-den-jahren).
- Jesus und ich
Wer ist Abraham? Als Kind habe ich im Religionsunterricht - in der Grundschule muss es gewesen sein - von Abraham gehört. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt und angesprochen. Gott hat direkt zu Abraham gesprochen und ihm einen Auftrag gegeben. Und er hat ihm vertraut und ist seiner Anweisung gefolgt. Lest selbst: Terach verließ die Stadt Ur, die von den Chaldäern bewohnt wurde. Gemeinsam mit seinem Sohn Abram, seinem Enkel Lot und seiner Schwiegertochter Sarai wollte er in das Land Kanaan auswandern. Sie kamen nach Haran und schlugen dort ihre Zelte auf. Dort starb Terach im Alter von 205 Jahren. Der HERR sagte zu Abram: »Geh fort aus deinem Land, verlass deine Heimat und deine Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zum Stammvater eines großen Volkes machen und dir viel Gutes tun; dein Name wird überall berühmt sein. Durch dich werden auch andere Menschen am Segen teilhaben. Wer dir Gutes wünscht, den werde ich segnen. Wer dir aber Böses wünscht, den werde ich verfluchen! Alle Völker der Erde sollen durch dich gesegnet werden.« Abram gehorchte und machte sich auf den Weg. Er war 75 Jahre alt, als er Haran verließ. Mit ihm kamen seine Frau Sarai, sein Neffe Lot sowie alle Knechte und Mägde, die sie in Haran in den Dienst genommen hatten. Mit ihrem ganzen Besitz brachen sie in Richtung Kanaan auf. Als sie schließlich dort ankamen, durchzogen sie das Land, das damals von den Kanaanitern bewohnt wurde. Bei Sichem ließen sie sich nieder, in der Nähe der Eiche von More. An dieser Stätte zeigte der HERR sich Abram und versprach ihm: »Ich werde dieses Land deinen Nachkommen geben!« Abram schichtete Steine auf als Altar für den HERRN, dort, wo Gott ihm erschienen war. Dann zog er weiter nach Süden zu dem Gebirge östlich von Bethel. Zwischen Bethel im Westen und Ai im Osten schlugen Abram und die Seinen ihre Zelte auf. Auch hier baute er einen Altar und betete zum HERRN. Dann setzte Abram seine Reise immer weiter nach Süden fort. (1. Mose 11,31-32; 1.Mose 12,1-9) Mich hat die Geschichte damals sehr beeindruckt. Dieser Mann hat Gott vertraut. Sie hat mich so angesprochen, dass ich in den folgenden Schultagen im Religionsunterricht besonders aufpasste. Ich wurde geradezu zum Spezialisten für die ersten Geschichten aus der Bibel. Besonders erinnere ich mich an eine Szene, als mein Vater beim Kreuzworträtzel eine Frage zu einem Namen im Alten Testament nicht beantworten konnte und mich direkt danach fragte. Dass ich es wusste war für ihn damals selbstverständlich. Glaube Im ersten Teil der Bibel erfahren wir von vielen Menschen, die Gott begegnen, ihm vertrauen, seine Ziele suchen, mit Gott gehen und ihn sogar unterstützen. Diese Akteure werden sogar im Neuen Testament besonders erwähnt und ihr handeln wird Glaube genannt. Lest selbst: Der Glaube ist der tragende Grund für das, was man hofft: Im Vertrauen zeigt sich jetzt schon, was man noch nicht sieht. Unsere Vorfahren lebten diesen Glauben. Deshalb hat Gott sie als Vorbilder für uns hingestellt. Durch unseren Glauben verstehen wir, dass die ganze Welt durch Gottes Wort geschaffen wurde, dass alles Sichtbare aus Unsichtbarem entstanden ist. (Hebräer 11,1-3) Einer dieser genannten Menschen war Abraham: Ebenso glaubte Abraham fest an Gott und hörte auf ihn. Als Gott ihm befahl, in ein Land zu ziehen, das ihm erst viel später gehören sollte, verließ er seine Heimat. Dabei wusste er überhaupt nicht, wohin er kommen würde. Er vertraute Gott. Das gab ihm die Kraft, als Fremder in dem Land zu leben, das Gott ihm versprochen hatte. Wie Isaak und Jakob, denen Gott dieselbe Zusage gab, wohnte er nur in Zelten. Denn Abraham wartete auf die Stadt, die wirklich auf festen Fundamenten steht und deren Gründer und Erbauer Gott selbst ist. (Hebräer 11,8-10) Heute weiß ich, es ging für Abraham um die Gründung eines Reiches. Er sollte der Vater von Isaak sein, der dann Israel genannt wurde. So hat es begonnen mit diesem Staat, den wir heute noch kennen und der im letzten Jahrhundert wieder am gleichen Ort, wie hier in der Geschichte mit Abraham, gegründet wurde. Und so zum Zufluchtsort für viele Juden wurde. Lest selbst weiter: Danach redete der HERR zu Abram in einer Vision: »Hab keine Angst, Abram, ich beschütze dich wie ein Schild und werde dich reich belohnen!« Aber Abram entgegnete: »Ach, HERR, mein Gott, was willst du mir denn schon geben? Du weißt doch, dass ich keinen Sohn habe, du selbst hast mir Kinder versagt. Und ohne einen Nachkommen sind alle Geschenke wertlos. Ein Diener meines Hauses – Eliëser aus Damaskus – wird meinen ganzen Besitz erben.« »Nein«, erwiderte der HERR, »nicht dein Diener, sondern dein eigener Sohn wird den ganzen Besitz übernehmen!« Er führte Abram aus dem Zelt nach draußen und sagte zu ihm: »Schau dir den Himmel an, und versuche, die Sterne zu zählen! Genauso werden deine Nachkommen sein – unzählbar!« Abram nahm dieses Versprechen ernst. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf den HERRN, und so fand er Gottes Anerkennung. Daraufhin sagte Gott zu ihm: »Ich bin der HERR, der dich aus der Stadt Ur im Land der Chaldäer herausgeführt hat, um dir dieses Land hier zu geben.« »HERR, mein Gott«, erwiderte Abram, »woher kann ich wissen, dass dieses Land einmal mir gehört?« Darauf bekam er zur Antwort: »Bring mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Schafbock, eine Turteltaube und eine junge Taube; schneide sie mittendurch und lege die Hälften einander gegenüber. Nur die Tauben zerteile nicht!« Abram tat, was Gott ihm befohlen hatte; und als Raubvögel sich auf die Tiere stürzten, verscheuchte er sie. Bei Sonnenuntergang fiel Abram in einen tiefen Schlaf. Eine schreckliche Angst überkam ihn, und dunkle Vorahnungen beunruhigten ihn sehr. Da sagte Gott zu ihm: »Ich vertraue dir jetzt etwas an, das in der Zukunft geschehen wird: Deine Nachkommen werden in einem fremden Land unterdrückt. Sie arbeiten dort als Sklaven – vierhundert Jahre lang. Aber ich werde das Volk bestrafen, das sie dazu gezwungen hat. Mit großen Reichtümern werden sie von dort wegziehen; nach vier Jahrhunderten kehren sie in das Land Kanaan zurück. Bis dahin leben die Amoriter in diesem Land, denn sie sind noch nicht reif für das Gericht. Du selbst wirst ein hohes Alter erreichen, in Frieden sterben und begraben werden.« Die Sonne war inzwischen untergegangen, und es war dunkel geworden. Da sah Abram einen rauchenden Ofen, und eine Flamme fuhr zwischen den Fleischstücken hindurch. So schloss der HERR einen Bund mit Abram und versprach ihm: »Ich gebe deinen Nachkommen dieses Land, von dem Bach, der die Grenze nach Ägypten bildet, bis zum mächtigen Euphratstrom – das ganze Land, in dem jetzt die Keniter, Kenasiter und die Kadmoniter, die Hetiter, Perisiter und die Refaïter, die Amoriter, Kanaaniter, Girgaschiter und die Jebusiter wohnen.« (1.Mose 15,1-21) Hier wird dem "Erzvater" eine Vorschau über das gegeben, was ihm und seinen Nachfahren passieren wird. Für mich ist Abraham ein Vorbild, so wie es die Schreiber*In des Hebräerbriefes ausdrückt. Der Staat um den es heute geht, ist das von Jesus angekündigte Reich Gottes. Dieses Ziel ist klar definiert und vorgegeben. Jeder kann sich in einer erwachsenen Entscheidung dafür aussprechen. Daran glauben. Gott und Jesus vertrauen. Spricht Gott zu uns? Gott spricht erst mal durch sein Wort zu uns. In der Bibel können wir ihn als Schöpfer erkennen. Er hat einen selbstständig handelnden Menschen geschaffen, mit allen Freiheiten ausgestattet. Diese Freiheit führte zur heute noch anhaltenden Trennung von Gott. Die Konsequenz ist die Endlichkeit des Lebens - der Tod. Seit dieser "Scheidung" hat Gott immer die Beziehung zu den Menschen gesucht und ihnen einen Ausweg in die Unendlichkeit aufgezeigt. Auf diesem Weg spricht er auch zu den verschiedensten Menschen. Leider nur mit wenig Erfolg. Als letztes sendet er Jesus. Als Sohn Gottes erklärt er den Menschen den Weg ins Reich Gottes. Der Weg führt über Jesus, den Christus, den Erlöser. Ihm nachzufolgen, in der Taufe ja zu ihm zu sagen macht ihn zum Bräutigam für alle Menschen. Diese Liebesbeziehung bestätigt sich an jedem Tag. Mit Jesus gehen heißt von ihm begleitet werden. Mit seinen Gedanken leben und immer mehr eins werden im Geist. Seine Liebe verstehen. Leider spricht Gott heute nicht mehr direkt mit den Menschen, so wie er zu Abraham gesprochen hat. Ich erlebe Gottes Worte eher in meinen Erlebnissen und in meinen Gedanken. Doch es bleibt die Frage, ob der Gedanke nicht ausschließlich aus mir heraus kommt oder ob es ein Gedanke ist, der dem heiligen Geist folgt. Wie kann ich da sicher sein? Naja, ich kann mir die Frage stellen: Was würde Jesus tun? Und um diese Frage zu beantworten, ist es sehr sinnvoll, Jesus zu kennen bzw. ihn immer besser kennen zu lernen. Aber das ist eine andere Geschichte. In diesem Sinne wünsche ich euch ein Treffen mit Jesus! Ingo Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert
- Schlüsselerlebnis
Heute möchte ich von zwei Erlebnissen erzählen, in denen Schlüssel die Hauptrolle spielen. In den ersten Wochen der "Corona - Krise" nutzte ich die geschenkte Zeit, um meinen Abstellraum aufzuräumen. Dabei entdeckte ich einen Eimer mit unzähligen Schlüsseln. Die hatte mir eine Glaubensschwester vor einigen Jahren aus dem Nachlass ihres Vaters geschenkt. Er hatte sie als Hausmeister im Laufe seiner Arbeit gesammelt. Mit den Worten: "Mach' was draus, dir und deinen Künstlerfreunden wird schon etwas einfallen!" Nun hatte ich den Eimer wieder in der Hand. Wegwerfen oder verarbeiten? Am Ende meiner Aufräum-Aktion hatte ich eine Idee. Ich legte die Schlüssel auf einer herumstehenden Ablage aus, sodass einzelne Buchstaben entstanden. Die Worte VERTRAUE JESUS lagen nun vor mir. Für mich standen die Schlüssel in diesem Moment für Türen zu, abschließen, keinen herein lassen. Das war das Gebot der Stunde. Da wollte ich etwas dagegen halten. Meine Sorgen auf Jesus legen, zu dem er seine Nachfolger selbst ermutigt hat. Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Nahrung und Kleidung! Bedeutet das Leben nicht mehr als Essen und Trinken, und ist der Mensch nicht wichtiger als seine Kleidung? Seht euch die Vögel an! Sie säen nichts, sie ernten nichts und sammeln auch keine Vorräte. Euer Vater im Himmel versorgt sie. Meint ihr nicht, dass ihr ihm viel wichtiger seid? Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr doch euer Leben um keinen Augenblick verlängern. Weshalb macht ihr euch so viele Sorgen um eure Kleidung? Seht euch an, wie die Lilien auf den Wiesen blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen. Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig? Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: "Werden wir genug zu essen haben? Und was werden wir trinken? Was sollen wir anziehen?" Nur Menschen, die Gott nicht kennen, lassen sich von solchen Dingen bestimmen. Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht. Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Deshalb sorgt euch nicht um morgen – der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten mit sich bringt. -Matthäus 6,25-34- Gedacht - getan. In den nächsten Tage schweißte ich die Schlüssel zu Buchstaben zusammen. Und die einzelnen Buchstaben dann auf einen Stahlstab. So entstanden die beiden Worte. Das fertige "Kunstwerk" steht nun in meinem Vorgarten. Ein paar Wochen später verlor ich den Schlüssel der Schließanlage des Gebäudes meiner neuen Arbeitsstelle. Wie peinlich. Am dritten Tag passierte mir so eine Unaufmerksamkeit. Ich erlebte eine unruhige Nacht. Und die Sorge kam auf, dass der Austausch der Schließanlage teuer wird. Trotzdem war ich mir relativ sicher, dass ich den Schlüssel wiederfinde. Die Verlustorte konnte ich ganz gut eingrenzen. Ich suchte also alles zum dritten Mal ab. Kein Schlüssel. Nach der Arbeit versuchte ich mich zu beruhigen. Ich bemerkte, wie diese Unruhe sich sogar negativ auf meinen konzentrierten Blick auswirkte. Ein Gebet sollte helfen. Ich sprach zu Gott und Jesus und bat sie um Gelassenheit: "Bitte findet mit mir den Schlüssel!" Ich merkte wie ich mich beruhigte. Ich stand auf und ging zu meinem nächsten Termin. Hinter meiner Haustür dachte ich wieder an den Verlust. Aber diesmal anders. Ich sagte mir, dass ich ja schon noch die Augen aufhalten müsse. So ging ich dann die paar Schritte zu meinem Auto und schaute wieder nach links und nach rechts. Und siehe da, der Schlüssel lag auf einer Pflanze in einem Beet. Ich dachte sofort an mein Gebet und sagte zu meinen Helfern: "Das ging schnell!" D A N K E Nachtrag Für die Vorbereitung dieses Blogs und nach diesen Erlebnissen habe ich natürlich auch einmal in die Bibel geguckt und nach dem Begriff "Schlüssel" gesucht. In diesem Fall ganz analog mit einer Bibelkonkordanz. Es gibt ein paar Stellen in der Bibel, wo der Begriff vorkommt. Die nachfolgende fand ich passend und möchte sie hier am Ende mit euch teilen: Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: "Für wen halten die Leute eigentlich den Menschensohn?" Die Jünger erwiderten: "Einige meinen, du seist Johannes der Täufer. Manche dagegen halten dich für Elia und manche für Jeremia oder einen anderen Propheten von früher." "Und ihr – für wen haltet ihr mich?", fragte er sie. Da antwortete Simon Petrus: "Du bist der Christus, der von Gott gesandte Retter! Du bist der Sohn des lebendigen Gottes." "Du kannst dich wirklich glücklich schätzen, Simon, Sohn von Jona", sagte Jesus. "Diese Erkenntnis hat dir mein Vater im Himmel gegeben; von sich aus kommt ein Mensch nicht zu dieser Einsicht. Ich sage dir: Du bist Petrus. Auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und selbst die Macht des Todes wird sie nicht besiegen können. Ich werde dir die Schlüssel zu Gottes himmlischem Reich geben. Was du auf der Erde binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden sein. Und was du auf der Erde lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöst sein." Darauf verbot er seinen Jüngern streng, jemandem zu sagen, dass er der Christus sei. -Matthäus 16,13-20- Hier spricht Petrus sozusagen die "Schlüsselerkenntnis" aus. Jesus ist der Christus, der von Gott gesandte Retter! Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes. Diese Sätze zu hören, zu erkennen und zu glauben war sozusagen das Schlüsselerlebnis für mich in meinem Leben. Ganz nach unserem umgedrehten Motto. einfach biblisch leben In diesem Sinne wünsche ich euch, dass dieser Geist in euch aufgeht! Ingo Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert
- Ehrlich - Umkehr
Heute möchte ich dir einmal "Bibel TV" empfehlen. Genauer gesagt die Sendereihe "Bibel TV - Das Gespräch". Und darin die Geschichte von einem Menschen, der kurz davor war, sich aufzugeben und der sich im letzten Moment von Jesus ansprechen lassen hat. Bibel TV "Bibel TV" ist ein Fernsehsender, der sich mit in seinem Programm mit der Bibel beschäftigt. Das Programm wird von verschiedenen christlichen Gruppen gestaltet und erstellt. Es gibt Gottesdienste, Bibelstudium, alte und neue Filme, Musik und immer wieder Erlebnisberichte von Menschen, die mit Gott und Jesus etwas erleben. Ich habe den Sender an den vierten Platz in meiner TV Sendeliste platziert. So komme ich beim zappen immer schnell auch bei "Bibel TV" vorbei und bleibe so manches Mal dort hängen. Das ist sehr schön. Vorige Woche habe ich so das Gespräch von einem Mann mit dem Moderator von "Bibel TV" - das Gespräch mitgehört. Da ich nicht alles mitbekommen habe, bin ich am nächsten Tag ins Netz und habe dort den Beitrag gefunden. Mich hat die Geschichte sehr angesprochen und bewegt. Ein super erfolgreicher Mensch kehrt mitten im Leben um und macht sich auf die Suche. Er liest auch in der Bibel, wird "Buddha-Lehrer" und denkt sich am Ziel. Irgendetwas fehlt ihm. Es ist nicht nachhaltig. Er verzweifelt und wird krank. Schwer krank. Er entwickelt eine psychische Störung ohne Ausweg. Im letzten Moment erinnert er sich an Jesus. Schlägt die Bibel auf und wird befreit. . . . Faktencheck In dem Bericht werden zwei Bibelzitate verwendet, die ich für dich nachgeschlagen habe. Das erste steht im Alten Testament: Ach, es wird ein Tag kommen – so furchtbar wie kein zweiter! Die Nachkommen von Jakob geraten in große Not, aber ich werde sie retten. (Jeremia 30 Vers 7) Aber zu dir sage ich, der HERR: Ich will dich wieder gesund machen und deine Wunden heilen, auch wenn deine Feinde meinen, du seist von mir verstoßen worden. ›Zion, um die sich niemand kümmert‹, nennen sie dich. (Jeremia 30 Vers 17) Der Gast der Sendung bezieht diese Stelle im übertragenen Sinn auf sich. Genau genommen ist hier die Rede vom Volk Israel. Den Nachkommen Jakobs. Am Ende des Kapitels ist ein Hinweis auf einen König. Ich nehme an, das hier Jesus Christus gemeint ist. Er ist der Retter Israels am Ende der Zeit und der Retter seiner Nachfolger in der ganzen Welt. So gesehen passt es wieder in den Kontext der Geschichte. Das zweite Zitat ist aus dem neuen Testament: »Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen. (Johannes 14 Vers 6) Da hat der Erzähler eine Kleinigkeit eingeschoben. Ohne Bedeutung finde ich. Der Link Wenn du neugierig geworden bist, dann hört einfach mal rein. Hier ist der direkte Link zum Beitrag Pino Fusaro Vom Playboy zum Pilger-Mein langer Weg nach Hause Wer das Programm kennenlernen möchte, kann hier schauen. Bibel TV im Netz Und natürlich täglich in seinem Fernseher. Empfangsmöglichkeiten In diesem Sinne wünsche ich euch viele gesegnete TV Momente! Ingo Bibelzitate: Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Bild: bibeltv.de Ingo Tauchert
- Unruhe
"Unruhe meint im medizinischen Sinn die ständige körperliche Aktivität und aus psychologischer Sicht die Nervosität. Im Subjektiven wird ein Gefühl mangelnder Stille empfunden." 1) In der letzten Woche hatte ich Probleme meinen Blog zu schreiben. Das Thema war da und ich hatte mir Zeit zum Ausarbeiten reserviert. Doch ich konnte mit dem Schreiben nicht beginnen. Irgendwie Chaos im Kopf. Ich beschloss also, die Zeit zu nutzen und mich zu besinnen. Das geht bei mir am besten, wenn ich die Leere suche, versuche an nichts zu denken. Einfach auf dem Sofa sitzen, ein paar letzte Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen lassen. Oder etwas Trompete üben. Die verschiedenen Töne suchen und finden. Manchmal tut's auch ein Spaziergang durch die Wiesen hinterm Haus. Und, was soll ich sagen, es hat gewirkt. Doch der Reihe nach. Zeiten Wir leben gerade in sehr unruhigen Zeiten. Vieles schwirrt mir durch den Kopf. Ein geflüchteter Mensch, den ich begleite, sagt mir immer wieder in einfachem Deutsch: "Haabe viele Probbleme in meine Kopf." Und so geht es mir jetzt auch. Ich glaube diese Aufzählung könnte ich noch endlos fortsetzen. Irgendwann schwirren all diese Gedanken kreuz und quer durch meinen Kopf. Wirkliches Denken ist dann fast nicht mehr möglich. Was kann ich tun? Vor zwei Wochen in einem Gespräch mit zwei lieben Menschen, ist es mir klar geworden. In dem Austausch ging es um all diese Dinge und um den Bezug zu Gottes Wort. Ich stellte fest, dass ich mich nicht mit den Dingen beschäftigen muss, die ich nicht beeinflussen kann. Die Welt werde ich nicht retten. Dafür müsste ich Bundeskanzler, "Bill Gates" oder besser noch der amerikanische Präsident sein. Ich möchte mich mit den Fragen und Tatsachen auseinandersetzen, die mich etwas angehen. Die Einfluss auf mein Leben und Handeln haben. Wo kann ich Liebe in die Welt bringen? Gut sein und meinem Nächsten helfen und schützen? Also übe ich mich jetzt darin, die Nachrichten und Informationen in zwei Körbchen/Ordner aufzuteilen. Die einen sind für mich, die anderen für den "Weltretter". Das funktioniert ganz gut. Jetzt könntet ihr sagen, das ist aber nicht sehr emphatisch und achtsam. Du blickst nicht auf das große Ganze. Übernimmst keine Verantwortung und überlässt den Bösen das Handeln. Kann sein. Ich denke das Gegenteil ist der Fall. Nur durch diese Trennung bin ich handlungsfähig. Erledige meine Aufgaben, nehme am Leben teil und kann diesen Blog schreiben. 😉 Was sagt die Bibel? Bei all diesen Überlegungen unterstützt mich auch das Wort der Bibel. Jesus hat vieles angekündigt und vorausgesehen. Auch solche Zeiten, in denen ich mich jetzt erlebe. Und diese Bibelstellen haben das Zeug dazu, mich abzuholen und zu beruhigen. Für mich stellt Jesus die Welt so in einem klaren Licht da. Seht selbst: »Zu dieser Zeit werden an Sonne, Mond und Sternen seltsame Erscheinungen zu sehen sein. Die Völker der Erde fürchten sich und wissen nicht mehr weiter, weil das Meer tobt und Sturmfluten über sie hereinbrechen. Die Menschen sind voll lähmender Angst und Ungewissheit darüber, was mit der Welt noch passieren wird; denn sogar die Kräfte des Weltalls werden durcheinandergeraten. Und dann werden alle sehen, wie der Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommt. Deshalb: Wenn sich dies alles zu erfüllen beginnt, dann seid zuversichtlich – mit festem Blick und erhobenem Haupt! Denn eure Rettung steht kurz bevor.« (Lukas 21,25-28) »Denn es wird eine Zeit der Not kommen, wie sie die Welt seit der Schöpfung nicht erlebt hat und wie sie auch nie wieder eintreten wird. Wenn der Herr diese Leidenszeit nicht verkürzen würde, könnte niemand gerettet werden! Aber seinen Auserwählten zuliebe hat er diese Zeit begrenzt.« »Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht her, hier ist der Christus!‹ oder: ›Schaut, dort ist er!‹, glaubt ihm nicht! So mancher wird sich nämlich als ›Christus‹ ausgeben, und es werden falsche Propheten auftreten. Sie vollbringen Zeichen und Wunder, um – wenn möglich – die Auserwählten Gottes irrezuführen. Deshalb bleibt wachsam! Ich habe euch das alles angekündigt!« (Markus 13,19-23) In diesem Sinne wünsche ich euch Ordnung im Kopf! Ingo Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) 1) Ein Zitat aus dem Blog von Dr. Markus Thiele https://psychologische-praxis-thiele.de/unruhe/ Ingo Tauchert










