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- Alltagsabenteuer
Zum Geburtstag habe ich für ein Jahr lang ein Zeitschriften-Abo geschenkt bekommen. Schon die erste Ausgabe von „hygge“ sprach mich sofort an und ich sag euch mal warum. In der Titelgeschichte geht es um „Alltagsabenteuer“. Abenteuer habe ich bisher eher mit Ausflügen oder Urlaub verbunden. Spontan fallen mir da ein paar Highlights ein: Wandern mit Gepäck durch den Spessart, so wie es gerade geht, Kajak fahren auf der Havel oder eine Hütte ohne Strom und fließend Wasser an einem norwegischen Fjord bewohnen. Naja, was soll ich sagen, so ein Abenteuer im täglichen Einerlei würde mich schon reizen. (aus "hygge" Ausgabe 24) Kurz nach Erhalt der Zeitschrift mit den wunderschönen Bildern, flatterte mein „Alltagsabenteuer“ in Form eines Bußgeldbescheides ins Haus. Was war passiert? Mit einem schnellen Leihwagen habe ich ein Tempolimit auf einer Autobahn nicht beachtet und bin geblitzt worden. Ich musste den Führerschein für vier Wochen abgeben. Auweia… diese Aussicht war wirklich abenteuerlich. Wie komme ich zur Arbeit? Mein Arbeitsplatz ist ca. 15km entfernt in der nächsten Kleinstadt und auf öffentliche Verkehrsmittel kann ich hier, wo wir wohnen, nicht zurückgreifen. Also was tun? Ich hatte einen Fehler gemacht und wollte dafür auch die Bestrafung annehmen. Aber 5 Tage in der Woche 30 km Fahrradfahren und bei der Arbeit zusätzlich noch 5-6 Stunden auf den Beinen sein konnte ich mir erst einmal nur schwer vorstellen. Gut, dass zwei Wochen Urlaub, die Zeit ohne Fahrerlaubnis reduzierten. Und dank meiner Freundinnen konnte ich ein E-Bike ausleihen. Ein neues Abenteuer. Ich bin noch nie mit einem E-Bike gefahren. Und dann auch noch mehrere Tage hintereinander. Am ersten Tag machte mir die Anzeige auf dem Display des Rades einen gehörigen Strich durch meine Zeitplanung. Ein rotes Achtungszeichen auf der Batterieanzeige ließ mich nach einigem Hin und Her auf mein „normales“ Rad umsteigen. Tropfnass geschwitzt kam ich bei der Arbeit an. Aber ich hab´s geschafft! Ab dem folgenden Tag klappte mit dem Rad alles reibungslos und von Tag zu Tag konnte ich den Weg mehr und mehr genießen und erleben. Die verschiedenen Tageszeiten zu denen ich fahren musste, hatten alle ihren eigenen Sound. Frühmorgens um 6 Uhr war kaum jemand unterwegs, während mittags und nachmittags die Autokolonnen an mir vorbeiknatterten. Gut, dass ich die meiste Zeit auf einem Radweg fahren kann. Wenn ich durch unser Dorf oder die Stadt fuhr, passte ich höllisch auf, dass mich die Autofahrer aus Nebenstraßen und Einfahrten auch wahrnahmen. Ein Lied begleitete mich: „Sei behütet auf deinen Wegen…“ (https://www.youtube.com/watch?v=rtYmBsWNsw4). Ich hatte Glück, eigentlich waren es die „nassen“ Wochen im Juli. Doch ich schien beschützt. Ich radelte immer dann, wenn es wenig oder gar nicht tröpfelte. Ein erstes fröhliches „Hallo, guten Morgen ihr Zebras“ bekamen die beiden weidenden Pferde in ihren zebragemusterten Pferdedecken, die am Ausgang unseres Dorfes auf der Weide grasten, zu hören. Dann durch ein Wäldchen, begleitet von lustigem Vogelgezwitscher. Wenn es gerade geregnet hatte, waren Myriaden von Nacktschnecken unterwegs. Sorry, die ein oder andere wird es nicht überlebt haben! Und irgendwie änderte sich im Laufe der zwei Wochen meine Sichtweise auf den Weg. Er schien mir kürzer als gedacht, vertrauter und sicherer. Wenn ich nach der Arbeit zu Hause ankam, war ich erschöpft und durstig aber glücklich und entspannt. Sogar mein Rücken fand die zusätzliche Bewegung ziemlich gut. Ich sah das Korn gelb werden, Mais und Topinambur wuchsen und verdoppelten ihre Höhe und auf den Kartoffelfeldern zeigten sich immer mehr freundliche kleine weiße Blüten. Über mir Schäfchenwolken, Wattewolken, sich hochauftürmende Gewitterwolken in weiß, grau und rosa. Und am vorletzten Tag gab es sogar einen Regenbogen. Wie schön! "Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Der HERR wird nicht zulassen, dass du fällst; er, dein Beschützer, schläft nicht. Ja, der Beschützer Israels schläft und schlummert nicht. Der HERR gibt auf dich acht; er steht dir zur Seite und bietet dir Schutz vor drohenden Gefahren. Tagsüber wird dich die Sonnenglut nicht verbrennen, und in der Nacht wird der Mond dir nicht schaden. Der HERR schützt dich vor allem Unheil, er bewahrt dein Leben. Er gibt auf dich acht, wenn du aus dem Haus gehst und wenn du wieder heimkehrst. Jetzt und für immer steht er dir bei!" (Psalm121) Was soll ich sagen – ich hatte mein Alltagsabenteuer, habe die Herausforderung angenommen, meinen Horizont erweitert und das unmöglich Geglaubte ist Wirklichkeit geworden. Dafür bin ich dankbar! Vielleicht habt ihr diese Woche auch euer persönliches Alltagsabenteuer! Ich wünsche euch Gottes Segen! Eure Ulrike Das Bibelzitat ist aus der Bibelübersetzung "Hoffnung für alle" entnommen.
- Anders gut? Anders schlecht?
Vielleicht lebe ich hinter dem Mond. Vielleicht verbringe ich zu wenig Zeit im Netz (eher nicht). Vielleicht denkt ihr euch gleich: Was hat Daniel das ganze letzte Jahr gemacht, dass er davon nichts mitbekommen hat? Ich habe jedenfalls im Internet etwas entdeckt, wovon ich noch nie zuvor gehört hatte, mit dem ich nicht gerechnet habe und auch tatsächlich nicht geglaubt hätte, dass es existiert. Und genau das möchte ich heute als „Medien-Tipp“ mit euch teilen. 😉 Im Januar 2020 ging ein YouTube-Kanal an den Start, den man in etwa so beschreiben kann: Zwei verheiratete, lesbische Pastorinnen aus Eime in der Nähe von Hildesheim reden – gefördert von der evangelischen Kirche – über ihr (berufliches) Leben, Queerness, Sex und ihren Glauben an Gott. Ach so: Und eine kleine Tochter haben sie auch! Der Kanal heißt „Anders Amen“. Wenn ihr jetzt kurz innehaltet, den letzten Absatz nochmal lest und euch fragt, ob ihr euch auch bestimmt nicht verlesen habt – genau so ging es mir auch! Und wenn ihr euch fragt, wie genau dieser Kanal mein Medien-Tipp der Woche werden konnte, dann lade ich euch ein, nicht direkt das Browser-Fenster zu schließen, sondern bis zum Ende zu lesen. 😉 Ich habe von Anders Amen über einen seltsamen aber vom Marketing der EKD scheinbar sehr erfolgreich eingestielten Umweg erfahren. Mein Lieblings-24/7-Gaming-Online-Fernsehsender Rocket Beans TV (gibt es noch andere?) strahlt in unregelmäßigen Abständen sogenannte Pen&Paper-Abende aus, bei denen ein Spielleiter und vier Spieler mit Zettel, Stift und Würfeln an einem Tisch sitzen und zusammen ein imaginäres Abenteuer erleben. Schon einige Male ist dieses Format nun in Kooperation mit funk (der jungen Digitalsparte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens) und den Kirchen entstanden. Das heißt, neben einigen bekannten Gesichtern von RBTV waren an diesen Pen&Paper-Abenteuern auch jeweils ein/e Vertreter/in von funk und ein/e Vertreter/in der katholischen oder evangelischen Kirche als Mitspieler beteiligt. Zusammen haben diese immer wechselnden Gruppen schon im Mittelalter gegen die Pest gekämpft, ein Punk-Konzert mit (un-)erwarteten Komplikationen in der DDR veranstaltet oder als Kinder im zweiten Weltkrieg ein verschwundenes Schwein gesucht. Im neuesten Abenteuer ging es vor einer Woche nun darum, als investigatives Journalisten-Team im fiktiven Staat Grenida brisante Ereignisse rund um eine potenzielle Revolution zu untersuchen und dabei den Überblick zu behalten, wann die Grenzen von Wahrheit und Lüge verschwimmen. Mit dabei als Caro, Fahrerin des High-Tech-Ü-Wagens: Stefanie Radtke, eine lesbische hauptberufliche Pastorin aus Eime in Niedersachsen. Ich muss gestehen, dass ich von dem Pen&Paper-Abend nicht sonderlich viel mitbekommen habe. Die Vorstellung von Stefanie Radtke hatte mich so neugierig gemacht, dass ich dem Spiel nur noch wenig Beachtung geschenkt habe und viel mehr nebenbei mit meinem Handy gegoogelt habe, was es mit ihr und ihrem YouTube-Kanal auf sich hat. Eine lesbische Pastorin? Verheiratet? Mit Kind? Und das Ganze gefördert von der EKD? Was für ein verrücktes Konzept! Natürlich kamen mir dazu sofort diverse Fragen in den Kopf. Gerade das Thema Queerness und Glaube ist eins, das mich aktuell sehr beschäftigt. Um mein Fazit gleich vorwegzunehmen: Ich habe keins. Ich bin in einem christlichen Umfeld aufgewachsen, in dem das Thema Homosexualität (als präsentester Teil der ganzen LGBTIQA*-Community) sehr selten überhaupt ein Thema war. Ich kenne diverse Meinungen dazu, was Gott von Homosexualität hält. Ich weiß verhältnismäßig wenig darüber, was Leute in meinem Umfeld zu den anderen Buchstaben durch den Kopf geht. Aber ich bin sehr dankbar dafür, dass ich nie das Gefühl hatte, irgendeiner dieser Meinungen anhangen zu müssen, sondern immer wieder motiviert wurde, zu hinterfragen und mir eine eigene Meinung zu bilden. Immer dem Leitspruch folgend: „Prüft aber alles, das Gute behaltet!“ (1. Thessalonicher 5,21) In letzter Zeit wurde ich immer wieder auf unterschiedlichste Weise herausgefordert, mich mehr mit der Frage zu beschäftigen, was Gott über Homosexualität denkt. Ich habe dazu einiges an Bibelstudium gemacht, habe Ausarbeitungen dazu gelesen, aber eine abschließende und befriedigende Antwort habe ich für mich noch nicht gefunden. Ich möchte hier gar nicht weiter auf die diversen Gedanken eingehen, dir mir dazu im Kopf umherschwirren. Vielmehr möchte ich meine Beschäftigung mit dem Thema Homosexualität und Bibel als Anlass nehmen, mal einige Sichtweisen und Auslegungen mit euch zu teilen, die man eher weniger findet, wenn man Homosexualität und Bibel in die Suchmaschine eingibt. Ich möchte betonen, dass ich nicht mit allem übereinstimme, was man an Ansichten auf dem Anders Amen Kanal findet. Vielleicht sogar mit wenigem. Deshalb ist der Kanal aber nicht gleich schlecht oder gar überhaupt nicht sehenswert! Ich glaube, um eine eigene Meinung zu bilden, ist es wichtig, auch wirklich mal Gedanken aus allen Teilen des Spektrums gehört zu haben. Darlegungen, warum Gott Homosexualität hasst und man sie auf keinen Fall ausleben sollte, findet man sehr einfach. Einige Gedanken des Anders Amen Kanals habe ich dort hingegen zum ersten Mal gehört. Ein paar Videos des Kanals habe ich inzwischen schon geschaut und auch schon das ein oder andere Mal gedacht: Das sehe ich anders. Oft habe ich auch einfach nur gedacht, dass mir einige Begründungen deutlich zu oberflächlich waren und zu viele Fragen unbeantwortet gelassen haben (ein wenig Feedback, falls Familie Radtke dies hier jemals lesen sollte 😉). Manches Mal habe ich auch einfach nur gedacht: Oha, so etwas habe ich noch nie eine Kirchenvertreterin sagen hören und ich weiß gerade nicht, was ich dazu denken soll. Nichtsdestotrotz habe ich mich entschieden, hier einfach mal darauf hinzuweisen, dass es den Kanal gibt. So kann sich jeder, der offen, interessiert und bereit ist, zu hinterfragen, dort mal wirklich alternative – aber deshalb nicht automatisch schlechte – Ideen abholen. Eine der Fragen, die mich in meinem Glaubensleben am meisten beschäftigen ist die Frage: Warum? Warum möchte Gott dieses oder jenes von mir? Möchte er es wirklich? Warum genau so und nicht anders? Verstehe ich das eigentlich richtig? Und damit verbunden natürlich auch die Frage: Tue ich vielleicht Menschen unrecht, weil ich überzeugt bin, dass Gott etwas Bestimmtes erwartet, was er aber vielleicht doch nur in meinem Kopf erwartet, weil ich ihn gar nicht richtig verstanden habe? Für alle, die sich auch gerne selbst hinterfragen, habe ich hier sowohl den Link zum Kanal Anders Amen als auch einige Videos, die ich in der Zwischenzeit gesehen habe und die mich verwundert, beeindruckt, überrascht, erschrocken oder einfach schmunzeln lassen haben. Vielleicht werden einige von euch denken: Was ist das denn für krankes Zeug? Vielleicht werden einige denken: Ich wünschte, so etwas würde nicht in die Welt getragen. Vielleicht werden aber auch einige von euch denken: So habe ich das noch nie betrachtet … da müsste ich mal drüber nachdenken. So oder so wünsche ich erst mal viel Spaß beim Gucken – unterhaltsam ist der Kanal auf jeden Fall (sage ich jetzt einfach mal so). Ob er auch die richtigen Botschaften kommuniziert, darüber muss sich jede/r selbst eine Meinung bilden 😉 Gottes Segen und bis zum nächsten Mal Euer Daniel Links: Der Kanal selbst: https://www.youtube.com/c/AndersAmen/featured Einige Videos, die ich schon gesehen habe und über die wir uns gerne austauschen können: https://www.youtube.com/watch?v=PXHtI4INEmg&t=412s https://www.youtube.com/watch?v=ZQ1geSAbf-s https://www.youtube.com/watch?v=h6hrxfyQ7zU https://www.youtube.com/watch?v=AC-ztYSxf7w&t=652s https://www.youtube.com/watch?v=VnfydGHpGN4
- Gewohnheiten
Gewohnheiten sind Handlungen oder Haltungen, die durch viele Wiederholungen automatisch und wie selbstverständlich vollzogen werden. Das können sowohl Verhaltensmuster als auch Denkmuster und sogar Gefühle sein – positiv sowie negativ. Unsere Denkmuster legen fest, wie wir in Situationen reagieren und ob wir eher positiv oder negativ gesinnt sind. Machen wir uns jeden Tag Sorgen oder verlassen wir uns darauf, dass alles irgendwie gut wird? Auch Lea hat in ihrem letzten Beitrag (https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/dankbarkeit) von etwas Ähnlichem berichtet. Bei ihr ging es um Dankbarkeit, die regelmäßig praktiziert wird und so einen positiven Einfluss auf das eigene Denken hat. Dankbarkeit als Gewohnheit. Unsere Gewohnheiten mit ihren Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmustern sind enorm wichtig, um im Alltag zurechtzukommen. Ansonsten wären wir mit den ganzen Reizen, die auf uns einprasseln, heillos überfordert. Auch bei Kindern wird oft betont, dass es für sie wichtig ist, bestimmte Routinen und Gewohnheiten zu pflegen, da es den Kindern ein Gefühl von Sicherheit und Ordnung gibt. Auch Babys lernen durch das wiederholte Verhalten der Eltern, dass sie sich auf sie verlassen können. Gibt man einem Baby regelmäßig Zuwendung und Liebe, weiß es, dass es einem Vertrauen kann. Doch warum erzähle ich euch das alles? Da müssen wir jetzt ein paar Wochen (vielleicht so zwei bis drei?) zurückspringen. So weit ich mich erinnern kann, hat alles damit angefangen, dass es mir tierisch auf den Keks ging, dass unsere Wohnung die meiste Zeit unordentlich war (und auch zum Teil immer noch ist). Also habe ich aufgeräumt. Hier könnte die Geschichte jetzt auch schon zu Ende sein, ist sie aber nicht. 😉 Unser Problem ist, dass die Wohnung nicht lange aufgeräumt bleibt, wenn sie es denn einmal ist. Das wollte ich allerdings gerne ändern und so habe ich mir vorgenommen, jeden Tag ein bisschen aufzuräumen. Ich habe also jeden Morgen die Unordnung vom Vortag beseitigt und so blieb die Wohnung – oh Wunder! – aufgeräumt! Das habe ich einige Tage durchgezogen und dann gab es einen kleinen Einbruch in meiner Erfolgsserie. Die Aufgabe war einfach etwas zu groß für den Anfang. Trotzdem habe ich weiter versucht, wenn auch nicht so regelmäßig, aber öfter aufzuräumen. Und was sich herauskristallisiert hat, was ich auch tatsächlich fast jeden Tag gemacht habe, war eine Gewohnheit, die ich mir irgendwie antrainieren konnte: Jeden Tag unser Schlafzimmer aufzuräumen (d. h. die alte Wäsche wegräumen und die Betten machen). Das sind zwar eigentlich zwei total banale Sachen und es gibt bestimmt sehr viele Leute, die das regelmäßig so machen, ohne es zu üben, aber für mich war das schon ein super Erfolgserlebnis. 😉 Und es hat mir vor allem gezeigt, dass man Gewohnheiten „ganz einfach“ lernen kann. Wir müssen allerdings mit kleinen Schritten anfangen und uns nicht zu viel auf einmal vornehmen, danach können wir uns dann zu schwierigeren Sachen vorarbeiten. Das kann auch für jeden etwas anderes sein. Mein ultimatives Ziel ist, Gott, Jesus und regelmäßiges Bibellesen viel mehr in meine Gewohnheiten und so in meinen Alltag zu integrieren. Das Schöne ist, dass Gewohnheiten sehr einfach abzuhandeln sind und, wie oben beschrieben, ganz automatisch ablaufen. Mittlerweile kann ich morgens kaum noch aufstehen und einfach den Raum verlassen, ohne das Bett gemacht zu haben. Die Macht der Gewohnheit. Ein so banaler Satz, den man oft benutzt, ohne wirklich darüber nachzudenken, was er bedeutet. Aber wenn man sich mal überlegt, was er bedeutet, merkt man, wie viel Wahrheit doch dahintersteckt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und da kommt man auch nicht drum herum. Wenn ich es also irgendwann schaffen sollte, Bibellese in eine Gewohnheit zu übertragen, dann werde ich diese Gewohnheit ganz automatisch abhandeln. Das ist zumindest meine Hoffnung. 😉 Da es sich hier um einen christlichen Blog handelt, habe ich natürlich auch in die Bibel geschaut und geguckt, was es dort über Gewohnheiten zu lesen gibt. Es hat sich herausgestellt, dass auch Jesus ein Gewohnheitstier war. Hier ein paar Stellen, in denen die Gewohnheit explizit erwähnt ist: „Und er bricht von dort auf und kommt in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan, und wieder strömen ihm die Leute zu. Und wie es seine Gewohnheit war, lehrte er sie wieder.“ (Markus 10,1) „Und er kam nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie er es gewohnt war, am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.“ (Lukas 4,16) „Und er ging hinaus und begab sich auf den Ölberg, wie es seine Gewohnheit war, und die Jünger folgten ihm.“ (Lukas 22,39) Das Besondere bei Jesus ist, dass seine Gewohnheiten immer gut und „gottorientiert“ waren. Wie kam das und können wir das auch lernen? Kinder lernen Gewohnheiten erst mal von ihren Eltern, die einen enormen Einfluss auf sie haben. Doch wer hat Einfluss auf uns Erwachsene? Wir haben auch ein großes Umfeld (Familie, Freunde, Social Media etc.), das Einfluss auf uns ausübt, aber den größten Einfluss haben eigentlich wir selbst. Wir können bestimmen und entscheiden, wer Einfluss auf uns ausüben darf und mit wem wir uns umgeben möchten. Jesus als Gottes Kind hatte schon immer eine besondere Beziehung zu seinem Vater und hat viel von ihm gelernt. Da aber auch wir uns Kinder Gottes nennen dürfen, können auch wir sehr viel von ihm lernen. Wir müssen uns nur dazu entscheiden, Gott als unseren größten Einfluss auszuwählen. Dabei können wir dann auch noch einen weiteren Ratschlag aus der Bibel beherzigen: „Lass dich vom Bösen nicht besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.“ (Römer 12,21) Wir sollten nicht versuchen, das Schlechte zu unterlassen, sondern stattdessen mehr Gutes tun. Das habe ich in letzter Zeit auch festgestellt: Je mehr man versucht, sich gute Gewohnheiten anzugewöhnen, desto weniger Zeit und Gedanken verwendet man für schlechte Gewohnheiten. Das führt einen viel eher zum Ziel. Falls ihr trotzdem noch nicht ganz überzeugt seid, dass es nicht super schwierig sein muss, sich neue Gewohnheiten anzutrainieren, habe ich noch einen kleinen Tipp für euch. Es gibt eine App namens „Habitica“, die einem dabei hilft, seine Gewohnheiten, Tagesaufgaben und To-Dos zu erledigen. Die App ist allerdings nur etwas für jemanden, der Rollenspielen gegenüber nicht ganz abgeneigt ist. Durch geschickt eingesetzte Gamification ermuntert die App einen dazu, seine Ziele weiter zu verfolgen. Man hat einen Charakter, der mit Gegenständen, Ausrüstung und Tieren ausgestattet werden kann. Diese Dinge bekommt man, wenn man seine Aufgaben erledigt. Außerdem kann man Gold sammeln und auch Erfahrung, um einen Level aufzusteigen. Für manche Menschen mag das jetzt vielleicht sehr abstrus klingen, aber mich hat das ziemlich schnell überzeugt und ich finde, es hilft echt dabei, seine Gewohnheiten zu trainieren und Aufgaben abzuarbeiten. Ich habe schon ein Bärenjunges und ein rotes fliegendes Ferkel als Haustier. 😉 Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig ermuntern, einfach mal neue Gewohnheiten „auszuprobieren“ und zu trainieren. Auch nach den paar Wochen, die ich das jetzt schon versuche, bin ich immer noch motiviert, weiter mein Bett zu machen und mir jetzt immer mehr gute Gewohnheiten anzueignen. Das erfordert vielleicht ein wenig Ausprobieren bis man die Rituale gefunden hat, die einen überzeugen, aber ich habe das Gefühl, dass es sich wirklich lohnt. Und vielleicht werde ich demnächst jeden Morgen, Mittag oder Abend meine Portion Bibellese machen, je nachdem was sich als gut und alltagstauglich herausstellt. „Prüft aber alles, das Gute behaltet!“ (1. Thessalonicher 5,21) Eure Lisa ♥
- Dankbarkeit
„Sagt in allem Dank!“ (1. Thessalonicher 5, 18) Das ist eine der Ermahnungen, die wir am Ende des ersten Briefs an die Thessalonicher finden. Doch wieso hat es ausgerechnet Dankbarkeit mit in die Aufzählung geschafft? Die Wissenschaft hinter der Dankbarkeit Heute weiß man, dass das aktive Praktizieren von Dankbarkeit die Lebensqualität deutlich verbessern kann und großen Einfluss auf unser Wohlbefinden hat. Es gibt mittlerweile immer mehr Forschung zum Thema Dankbarkeit, darunter zum Beispiel Studien von Prof. Robert Emmons. Der Professor für Psychologie an der University of California gilt als einer der führenden Dankbarkeitsexperten. Zu den Ergebnissen seiner Studien zählt unter anderem, dass Personen, die regelmäßig aktiv Dankbarkeit praktizieren, zufriedener sind. Die Probanden zeigten eine Verstärkung von positiven Gefühlen wie Freude und Optimismus, während negative Gefühle wie Neid, Eifersucht und Bitterkeit abnahmen. Darüber hinaus zählten auch besserer Schlaf und ein besserer Umgang mit Stress zu den Folgen der Dankbarkeit. Das kann man zum Beispiel in Emmons Buch „Thanks! How Practicing Gratitude Can Make You Happier“ aus dem Jahr 2008 nachlesen. Wie man am Veröffentlichungsjahr erkennen kann, ist Dankbarkeit mittlerweile kein neues Thema in der Psychologie mehr. Langsam aber sicher ist das Thema sogar in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Sogenannte „Dankbarkeitstagebücher“, in denen man sich jeden Tag für einige Minuten bewusst Gedanken darüber macht, wofür man an diesem Tag dankbar ist, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wie die Bibel ihrer Zeit voraus war Auch wenn die Auswirkungen von Dankbarkeit auf unser Leben erst in den letzten Jahrzehnten gründlich erforscht und nachgewiesen wurden, so schien doch schon Paulus um die große Kraft der Dankbarkeit zu wissen. Dabei ist auch sehr interessant, dass Emmons einen klaren Unterschied macht zwischen dem temporären Gefühl der Dankbarkeit in einer bestimmten Situation und einer dankbaren Grundeinstellung, die durch regelmäßige Übung erreicht werden kann. Auch das drückt Paulus in der Ermahnung „Sagt in allem Dank“ aus, denn sie impliziert das bewusste Anwenden von Dankbarkeit, unabhängig von der Situation. Außerdem ist diese Ermahnung ein wunderbares Beispiel dafür, dass die Gebote, Regeln und Ratschläge, die wir in der Bibel finden, vor allem dazu da sind, uns zu helfen. Wer hätte gedacht, dass die Umsetzung eines Verses aus der Bibel nachgewiesen zu mehr Zufriedenheit und weniger Stress führt? 😉 Lasst uns dankbar sein Ich habe mich heute bewusst für dieses Thema entschieden, weil ich gemerkt habe, dass mir persönlich in letzter Zeit oft die Dankbarkeit gefehlt hat. Meine letzten Wochen waren eher von einer gewissen Niedergeschlagenheit und Negativität geprägt. Daher habe ich mir vorgenommen, damit zu beginnen, ein eigenes Dankbarkeitstagebuch zu führen. Dazu möchte ich jeden Tag (mindestens) fünf Dinge aufschreiben, für die ich Gott danken möchte. Dieser Blogbeitrag ist gewissermaßen der Startschuss für mein kleines Selbstexperiment und ich möchte euch dazu einladen, mich auf diesem Weg zu begleiten. Lasst uns gemeinsam trainieren, dankbar zu sein. Also: Welche Gründe gibt es in eurem Leben, dankbar zu sein? Wofür möchtet ihr Gott heute Danke sagen? Schreibt eure Antworten gerne in die Kommentare 😊 Ich danke Gott… für meine Familie, die mich immer unterstützt. dafür, dass sich unsere Gemeinde an diesem Wochenende zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder „in echt“ treffen konnte. für Musik und lautes Mitsingen im Auto, durch die mir heute der Stau auf meiner Strecke und die Umleitung, die ich fahren musste, nicht die Stimmung vermiesen konnten. dafür, dass dieser Blogbeitrag noch früh genug fertig geworden ist, obwohl mir so lange eine passende Idee gefehlt hat. dafür, dass er mich liebt, so wie ich bin und ich mich nicht erst noch zu einer Person entwickeln muss, die von ihm angenommen werden kann - denn das ist schon geschehen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Die Impfung
Vor ein paar Wochen, am 20. Mai, war es soweit. Ich durfte mir eine Impfung abholen. Während einige Bekannte, Kollegen, Verwandte und Glaubensgeschwister schon von ihrer Impfung berichteten, warten andere noch darauf. Manche sprechen nicht gern darüber, warum sie denn jetzt schon dran wären, andere geben gern über ihre Situation Auskunft. So hörte ich den Bericht eines Freundes, der mit vielen Worten von seiner Impfung berichtete. Von seinem Unwohlsein und dem anschließendem zweitägigem hohen Fieber. Gott sei Dank war dann auch schon alles wieder vorbei. Ihm geht es jetzt gut. Den meisten geht es wohl ganz gut danach, manche merken so gut wie keine Reaktionen. Es gibt da ganz viele Facetten, so wie im richtigen Leben. Die Entscheidung Nun zu mir. Ich verdanke meine Impfung der Kontakt-Regelung. Meine Tochter hat mich zu einer von zwei Besuchern gemacht. Sie bekam diese beiden Erlaubnisscheine von ihrer Ärztin. Mit diesem konnte ich mich im Impfzentrum anmelden. Zunächst zögerte ich etwas. Nahm ich mit dieser Aktion nicht einer anderen Person die Impfmöglichkeit weg? Andererseits war es für mich die Möglichkeit vor dem großen "Run" auf die Impfdosen, schon vorher dabei zu sein. Ich endschied mich also dafür. Die Terminvergabe auf dem Impfportal lief dann sehr reibungslos. Schon nach einer Woche hatte ich meinen ersten Termin. Der zweite war auch schon festgelegt. Freude. Der Tag Am "Stichtag" ;-) arbeitete ich wie gewohnt am Vormittag. Um die Mittagszeit machte ich mich erst gedanklich und später dann wirklich auf den Weg. Wie wird es laufen? Ist es eigentlich die richtige Entscheidung? Es wird doch sehr viel diskutiert. Und es gibt ja auch Impfgegner. Warum sind die eigentlich dagegen? Puh, was war mit mir los? Bekomme ich nun auch Zweifel? Seid immer fröhlich. Hört nicht auf zu beten. Was immer auch geschieht, seid dankbar, denn das ist Gottes Wille für euch, die ihr Christus Jesus gehört. 1.Thessalonicher 5,16-18 Ich betete. Das wollte ich sowieso vorher tun. Zunächst dankte ich Gott für die Möglichkeit des Impfens. Und für die Menschen, die in der Lage waren, einen Impfstoff zu entwickeln. Natürlich nicht für die Pandemie. Ich sprach auch mein Zweifeln an. Ich kann nicht durchschauen, ob der Impfstoff gut für mich ist. Bitte Gott, hilf du mir. Du weißt was richtig ist. Wenn es nicht gut ist, so gib mir ein Zeichen. Lass mich nicht im Impfzentrum ankommen. Dann verhindere die Impfung bitte. Das Zeichen Ich machte mich als auf den Weg. Zunächst mit dem Auto zum Bahnhof. Auf dem Bahnsteig kaufte ich mir ein Ticket. Als ich das Ticket entwerten wollte, bemerkte ich dass das Gerät mal wieder verstopft war. Was sollte ich tun? Da noch genug Zeit war, entwertete ich das Ticket auf dem anderen Bahnsteig. Ich meldete noch das defekte Gerät und dann fuhr mein Zug auch schon ein. Ich stieg ein und suchte mir einen Platz. Es war noch sehr viel frei und ich setzte mich an einen Tischplatz. Ich bemerkte sofort das auf den Tischen etwas lag. Es waren zwei biblische Kalenderseiten von heute. Die hatte wohl jemand da ausgelegt. Mein Interesse war geweckt. Sofort dachte ich an mein Gebet. War es das Zeichen? Ich überlegte kurz und fing an zu lesen. Eine Bibelstelle, die zu meiner Situation passte. Der Geist Gottes erlaubte ihnen nicht nach Bithynien zu reisen. Wollte Gott jetzt auch von mir, das ich nicht zum Impfzentrum reise? Sollte ich am nächsten Halt aussteigen und wieder zurückfahren? Ich war verwirrt und noch nicht überzeugt. Ich beschloss noch die Rückseite des Kalenderblatts zu lesen. Wie ist denn der Pfarrer mit der Situation umgegangen? Eine schöne Geschichte. Sie ließ mich aber nicht weiter an meinem Weg zweifeln. Ich beschloss, dass sie nicht passte. Die Bibelstelle schon eher. Doch als den Geist Jesu konnte ich meine Erlebnisse mit diesem Kalenderblatt auch nicht einordnen. Ich setzte also meine Reise fort. Jedoch nicht ohne ein Foto von diesen Seiten zu machen. Und dem Gedanken, euch von diesem Erlebnis zu berichten. An meinem Zielbahnhof stieg ich aus. Begab mich zum nahe gelegenen Impfzentrum und wartete, etwas abseits vom Eingang, auf meinen Termin. Mein Handy klingelte. Ein Freund war dran. Wir vereinbarten einen Termin. Ich erzählte von meinem bevorstehenden Termin. Er von seiner bereits zurückliegenden Impfung. Wir verabschiedeten uns. Die Zeit war da und ich betrat mit einem guten Gefühl das Impfzentrum. Alles lief planmäßig. Ein Piks und gut. Glücklicherweise hatte ich auch keine nennenswerten Beschwerden. In diesem Sinne wünsche ich dir immer Klarheit mit Gottes Hilfe. Ingo Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert
- (Vor-)Freude
"Ein neuer Tag beginnt und ich freu mich, ja, ich freue mich. Ein neuer Tag beginnt, und ich freu mich Herr auf dich!" ¹ Wenn ich am Morgen aufwache, könnte ich mich über so vieles freuen und dankbar sein. Über den Sonnenschein, Kinderlächeln, frische Luft, blühende Sommerwiesen, Heuduft, gutes Essen oder über ein friedlich schlafendes Baby, das mit fast 3 Monaten anfängt die Nächte durchzuschlafen :-) . Doch meistens erwachen mit mir auch die "Stressgedanken", die in den Vordergrund rücken, da diese mit Ängsten und Sorgen verbunden sind. Zum Beispiel: Wann wacht das Kind auf? Hat er schon Hunger? Ist ihm zu kalt oder zu warm? Was und wann soll ich frühstücken? Welche Wäsche muss zuerst gewaschen werden? Was muss heute alles erledigt werden? Bin ich noch geliebt, obwohl ich nicht jeden Tag oder nur selten in der Bibel lese? Ich komme gar nicht erst dazu, mir die Zeit zu nehmen mit Gott und Jesus gemeinsam in den Tag zu starten. Doch vielleicht sollte ich mir echt öfter vornehmen, morgens erst mal zu beten oder in der Bibel zu lesen, auch wenn es nur 5 Minuten sind. Einfach den Tag mit Gott und Jesus beginnen und sie aktiv daran teilhaben lassen. Danke sagen. Das ist bestimmt sogar noch hilfreicher als eine Yoga-Stunde. Dann würde ich bemerken, dass ich nicht alleine bin und meine Ängste, Sorgen und negativen Gedanken werden kleiner, weniger, verschwinden ganz oder werden einfach unwichtiger, weil sich mein Fokus durch das "Innehalten" zurück auf das Wesentliche hin verändert. Doch was hindert mich daran, mir diese Zeit zu nehmen? Ich denke, es ist das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen, auf die Uhr schauen zu müssen und effizient zu handeln. Aber DAS ist für Gott und für Jesus überhaupt NICHT wichtig! Sie wollen mir diesen "Stress" abnehmen. Ich muss nur selbst ein bisschen aktiv werden und es zulassen. Dabei kann ich auch lernen, mich wieder über die kleinen Dinge zu freuen oder auch Vorfreude zu spüren, die gerade in diesen Zeiten wichtig ist, um sich nicht mehr so isoliert oder von der Außenwelt abgeschnitten zu fühlen. Zum Beispiel freue ich mich auf Gottes Königreich (ohne Krankheiten!) und (wahrscheinlich zeitlich nähere Dinge) auf Urlaub oder darauf, Freunde und Verwandte wieder zu treffen. Also: Nicht die Hoffnung aufgeben und (Vor-)Freude(n) zulassen! Wir sind geliebt! "Freut euch zu jeder Zeit, dass ihr zum Herrn gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch! Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald! Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid." (Philipper 4,4-7) Beten (in Form von Singen) könnte vielleicht so aussehen wie in diesem schönen, einfachen Kinderlied: "Warst die ganze Nacht mir nah, dafür will ich danken. Herr, jetzt bin ich für dich da, diese Stunde ist dein. Noch ist alles um mich still und ich kann dich hören, Was mir heut begegnen will, du bereitest mich vor. Was mir Angst und Sorgen schafft, das kann ich dir sagen. Du selbst gibst mir deine Kraft, denn ich bin zu schwach. Du begegnest mir im Wort, Herr, ich kann dich schauen. Du scheuchst alle Sorgen fort, erhebst mir das Haupt. Deinen Frieden schenkst du mir, ich kann dir vertrauen. Ich bin dein, gehöre dir, du lässt mich nicht los. Herr, ich weiß, der Weg ist gut, auf dem du mich leitest, Sinkt mir manchmal auch der Mut, du selbst gehst voran" ¹ Amen. Eure Freya Rise up and shine! ¹ "Ein neuer Tag beginnt" von Karsten Glück und Simone Sommerland (https://www.youtube.com/watch?v=1oJNaOenMcY)
- Christian musician reacts to …
… Billboard Top 5 Christian Songs! Lieber Leser, es gibt vermutlich viel, was uns unterscheidet: Wir sind in unterschiedlichen Teilen der Welt aufgewachsen (und sei es nur innerhalb Deutschlands), haben vielleicht unterschiedliche Hautfarben, vermutlich andere Hobbies und wir rätseln bei jeweils anderen Gemüsesorten darüber, wie die Menschheit jemals herausgefunden hat, dass sie erstaunlicher Weise doch genießbar sind. Das alles unterscheidet uns vermutlich. Aber es gibt eine Sache im Jahr 2021, die uns mehr unterscheidet als alles andere: Unser persönlicher YouTube Start-Screen. Daher würde es mich nicht wundern, wenn du den Titel dieses Beitrags liest und dir denkst: HÄÄ?! Oder vielleicht bist du sehr gut erzogen und denkst stattdessen: Wie bitte? So oder so kann es sein (auch wenn es für mich persönlich undenkbar scheint), dass du seit Jahren das Internet durchstreifst und noch nicht über ein einziges React-Video gestolpert bist. Wie gesagt, es scheint mir eigentlich unmöglich, denn mein Internet ist voll davon! Das hat mich zu diesem Beitrag inspiriert. Für alle Uneingeweihten ist dieses populäre Video-Format schnell beschrieben: Jemand sieht/hört sich etwas an, filmt sich dabei und wir sehen ihm/ihr dabei zu. That’s it. Es gibt Videos von älteren Menschen, die sich seltsame YouTube-Videos angucken, von Gesangslehrern, die Live-Konzerte schauen und kommentieren oder von VFX-Artists, die auf die CGI Elemente der neuesten Hollywood Blockbuster reagieren. Oder halt von irgendwelchen YouTubern, die sich irgendwas angucken. Ja, Oma, damit kann man heute Geld verdienen! 😉 Wer unter 20 ist und jetzt hofft, dass weiter unten in diesem Beitrag noch ein Video folgt, dem sei gesagt: Sorry, du musst dich leider bis zum Ende durch geschriebene Worte beißen. Ich würde auch lieber ein Video gucken 😉 Aber vielleicht werden es ja unterhaltsame oder wenigstens interessante Worte. Dafür kann ich aber auch nicht garantieren … … denn: Ich weiß genauso wenig, was gleich kommt, wie ihr! Heute gibt es mal wieder einen experimentellen Beitrag, von dem ich selbst zu dem Zeitpunkt, an dem ich das hier schreibe, noch nicht weiß, wie er enden wird. Aber den Plan kann ich euch schon verraten! Es ist nämlich so, dass ich in letzter Zeit irgendwie sehr wenig Musik höre. Das ist deshalb komisch, weil ich selbst Musiker bin, viel Musik mache, Musik eine große Rolle in meinem Leben spielt und ich eigentlich sehr gerne auch einfach zuhöre, genieße und – leider? – auch immer ein bisschen analysiere. Aber selbst das macht mir Spaß! 😊 Nur passiert in letzter Zeit so viel (im Job, sonst passiert ja eher nichts), dass ich mir schon lange keine Zeit mehr genommen habe, einfach ein bisschen Musik zu hören. Das soll sich heute endlich ändern! Das ist das Gute daran, alle 6 Wochen vor die Herausforderung gestellt zu werden, neuen Content für diesen Blog zu produzieren. Für heute habe ich mir also vorgenommen, mich einfach mal zu zwingen, Musik zu hören. Und welche Musik das sein würde, war auch schnell klar: Das Internet steht auf Top 5 Listen, dies ist ein christlicher Blog … da gibt es doch sicher eine geeignete Liste! Und tatsächlich: Billboard hat eine eigene Chart-Liste für christliche Musik (https://www.billboard.com/charts/christian-songs)! Was jetzt also folgt sind meine spontanen Gedanken zu den Top 5 der christlichen Billboard Charts der Woche ab dem 05. Juni 2021. Ich habe mit einer (zufälligen) Ausnahme noch keinen der gelisteten Songs vorher gehört, daher bekommt ihr meine unvoreingenommene erste Reaktion zu den je zwei wichtigsten Aspekte: Musik und Botschaft. Auf Los geht’s los! Platz #5: Zach Williams – Less Like Me Musik: Sehr solider Folk-Rock-Country-Pop-Track. Irgendwo zwischen diese Genres muss man es denke ich einordnen. Ich mochte die verschiedenen Orgel-Sounds, die zu Beginn ganz kurz an Kirchenorgeln erinnern und damit schon fast kitschig wirken (immerhin ist das hier ein christlicher Song), aber im nächsten Moment schon deutlich mehr Dirt und Grunge offenbaren, als man in der Landeskirche hören würde 😉 Das Arrangement ist erwartungsgemäß solide, ohne viele Besonderheiten: Strophen ruhig und musikalisch deutlich heruntergefahren, Chorus jeweils kräftig, wobei „handwerklich korrekt“ jede Strophe und jeder Chorus noch mal ein wenig zulegt an Energie, sodass sich der Song bis zum Ende steigert und nicht langweilig wird. Alles sehr solide und gut gemacht. Ein kleines Schmankerl, das mich in einem sonst sehr vorhersehbaren 4-Akkorde-Song ziemlich überrascht, ist die 5 / #5° / 6m bzw. besonders die 5 /#5° / 4 Akkordfolge (um es mal mit dem Nashville Number System auszudrücken 😉) in der Bridge (ab 02:12). Botschaft: Der Text ist nicht außergewöhnlich philosophisch oder mit Sprachfiguren gestückt, was man bei einem Song, der sehr an Folk und Country anlehnt, auch nicht erwarten würde. Die Botschaft spricht mich allerdings an, vielleicht gerade weil sie so einfach, ehrlich und nüchtern ist. Der Song handelt davon, dass wir als Christen selbst an unseren besten Tagen meist nicht unsere eigentlichen Ideale erreichen. Er spricht von vielen Kleinigkeiten und Situationen, in denen wir ganz einfach Gottes Liebe weitergeben könnten, aber es dann aus welchen Gründen auch immer doch nicht tun. Der Chorus zählt verschiedene Charaktereigenschaften auf, nach denen wir streben und endet dann in der Pointe: Manchmal wäre ich gern mehr wie Jesus und weniger wie ich. Wer kennt das nicht? Kein Gedanke, den man noch nie gehört hat, aber eine schlichte Erkenntnis, die Demut zeigt und für mich mein Leben als Christ ziemlich gut beschreibt. Gefällt mir! Platz #4: TobyMac – Help Is On The Way (Maybe Midnight) Musik: Tanzbarer Radio-Pop mit R’n‘B und Gospel-Elementen. Besonders die Chor-Elemente in Kombination mit dem zum Teil in afroamerikanischem Slang gehaltenen Text spielen ein bisschen auf Gospel an – klingt für meinen Geschmack aber etwas zu gezwungen und aufgesetzt. Irgendwie ist TobyMac ein bisschen der Eminem der christlichen Musikszene: Er bewegt sich oft in musikalischen Regionen, in denen man klassischer Weise eher Schwarze Musiker erwarten würde (Rap, R’n‘B, Soul) – und muss sich folglich auch immer ein wenig beweisen, was mal besser, mal schlechter gelingt. Insgesamt klingt der Song sehr, als wollte man etwas kreieren, bei dem auch wirklich kein Manager der Welt begründen kann, warum es nicht ins Radio sollte. Der Song vereint so viele moderne Klischees aus anderen aktuellen Songs, dass ich gar nicht erst anfangen will, sie alle aufzuzählen. Produziert ist das Ganze technisch (wie immer bei TobyMac) natürlich astrein! Besonders der trockene aber unglaublich fette und knackige Bass in den ruhigen Parts hat mir gut gefallen. Insgesamt aber alles sehr poliert. Für mich ein bisschen zu sehr. Botschaft: Die Botschaft des Songs ist generell schön: Egal wann und wo und unter welchen Umständen, Gott ist immer da und reicht eine helfende Hand. Das hat er versprochen! Dazu gesellt sich allerdings ein etwas merkwürdiger, bevormundender Unterton eines alten Mannes, der uns beiseite nimmt, in die Augen sieht und mit leicht erhobenem Zeigefinger sagt: Jetzt hör mir mal zu. Ich hab‘ schon ‘ne Menge erlebt, aber Gott hat mich noch nie im Stich gelassen. Ich kann mir vorstellen, dass darin eine gewisse Ruhe und Geborgenheit zum Ausdruck kommen soll, aber auf mich wirkt es ein bisschen befremdlich. Nach großen verbal-artistischen Griffen muss man in diesem Song auch nicht suchen, aber dafür kann man halt dazu tanzen. Wird nicht mein neuer Lieblingssong, aber ich kann mir vorstellen, dass ich in bestimmten Situationen vielleicht trotzdem Zuversicht aus TobyMac’s Worten schöpfen kann. Platz #3: Lauren Daigle – You Say Musik: Eins gleich vorneweg: Lauren Daigle ist eine grandiose Sängerin! Sie hat unfassbar viel Gefühl in ihrer leicht rauen und sehr hauchigen Stimme. Wenn TobyMac der Eminem der christlichen Musikszene ist, dann ist Lauren Daigle wohl die Adele – aber auf ihre eigene Art. Allein dafür lohnt es sich schon, ihre Musik zu hören. Auch in diesem Song finden sich, wie schon bei TobyMac, Chor-Elemente, die dem Ganzen zusammen mit den Streichern eine epische Weite verleihen sollen – und das klappt auch gut! Besonders gefallen mir die kurzen „I“ Einwürfe des Chors am Ende des Chorus. Wovon ich kein Fan bin, ist die wabbelige Bass-Drum, die scheinbar von einem übrig-gebliebenen riesigen Amazon-Karton gesamplet wurde. Ich verstehe, dass das „vintage“ klingen soll, aber in der sonst sehr klaren und modernen Produktion klingt sie einfach ein wenig fehlplatziert. Botschaft: Auch in „You Say“ geht es um Situationen, in denen wir uns schlecht fühlen und Gottes Reaktion darauf. Allerdings geht es anders als in TobyMac’s Song nicht so sehr um ein Gefühl von Hilflosigkeit, sondern um ein Gefühl von Wertlosigkeit. Gerade im Zeitalter des Internets, in dem man mit wenigen Klicks Tausende Menschen findet, die das, worauf man selbst vielleicht stolz wäre, noch zehn Mal besser können, fragt man sich leicht, wo eigentlich der eigene Platz in der Welt ist – und ob die Welt überhaupt Bedarf nach einem hat. Wenn wir dann, wie Zach Williams im ersten Song, noch erkennen, dass wir immer wieder Gottes Standard verfehlen, dann sind Niedergeschlagenheit und Depression nicht weit. Umso schöner, dass Lauren Daigle hier Gottes Antwort präsentiert: Du bist für mich genug! Du bist für mich wertvoll, auch wenn du das selbst nicht fühlst. Und alles, was wir tun müssen, um aus dem Loch zu kommen, ist wie Lauren zu sagen: Okay, ich glaube dir! Auch wieder ein schlichter aber schöner Text, der im richtigen Moment zusammen mit der Musik ein echter Befreiungsschlag gegen Selbstzweifel sein kann. Platz #2: Crowder – Good God Almighty Musik: Sehr cooler, mysteriöser Anfang. Was wird das hier? Ein kitschiger Country-Song? Ein dreckiger Trip-Hop Track? Bottleneck-Gitarre gepaart mit 808-Beats inklusive elektronischer 16tel Hi-Hats – gewagte Kombi! Aber dann kommt ja doch erst mal der moderne Country durch, wenn auch mit einigen dreckigen elektronischen Elementen. Der Chorus ist dann einfacher Radio-Pop-Rock, der nur noch hier und da mit ein paar Gitarren-Bends versucht, sich am Country festzuklammern. Und schon wieder ein Gospel-Chor! Chöre sind wohl gerade super in 😉 Insgesamt verspricht das Intro aber deutlich mehr musikalischen Wagemut, als der Rest des Songs dann liefert. Botschaft: Ein wiederkehrendes Thema: Wenn wir verloren und am Boden sind, richtet Gott uns wieder auf, wenn wir ihn anrufen. Die Bilder, mit denen diese Botschaft kommuniziert wird, sind mir allerdings etwas zu ausgelutscht. Einfach schon zu oft gehört, um mich wirklich zu erreichen und anzusprechen. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Vom Text her trifft dieser Song eher die zaghaften Befürchtungen, die ich vor Beginn der heutigen Hör-Session hatte. Zu diesem Text gibt es gefühlt schon 100 andere Lieder. Platz #1: Lauren Daigle – Hold On To Me Musik: Noch mal Lauren Daigle! Zu ihrer Stimme muss ich also nichts mehr sagen 😉 Zu Chören ist auch schon vieles gesagt. Zum Glück hat sie sich die Kick-Drum diesmal wohl von Zach Williams‘ Drumer ausgeborgt! Melodie und Akkordfolge sind eher enttäuschend trivial. Der Refrain klingt schon fast etwas nach Sonntagsschule. Oh, und die Orgel von Herrn Williams wurde auch ausgeliehen, allerdings wurde der Drive etwas rausgedreht (das Tremolo nicht!). Orgel ergibt aber auch einfach immer einen schönen Klangteppich, auf dem sich dann die anderen Instrumente austoben können … könnten. Hier passiert das eher weniger. Aber ein bisschen passt das auch zum Inhalt (Ha! Überleitung!). Botschaft: Ein persönliches Gebet an Gott mit dem Inhalt: Bitte halt mich fest, wenn ich am Ende bin. Ein schöner Gedanke, allerdings für ein persönliches Gebet über weite Teile relativ unpersönlich. Einige schöne Bilder sind trotzdem drin. Und allgemein ist es wohl einfach so, dass man das Gefühl der erdrückenden Last und des Fast-Zerbrechens nicht noch mit 1000 anderen Metaphern umschreiben kann – muss man aber auch nicht. Wahrscheinlich kann sich jeder an solche Situationen in seinem Leben erinnern, und wenn ich mal wieder in eine komme, kann ich nicht ausschließen, dass ich mit Lauren Daigle zusammen singe „Hold on to me!“. Fazit Was hat meine kleine Musik-Hör-Session also für Erkenntnisse hervorgebracht? Für euch vielleicht keine. Das ist aber okay. Vielleicht hat sie euch zumindest angeregt, auch mal wieder eine kleine Auszeit zu nehmen und einfach ein wenig Musik zu hören. Vielleicht sogar Musik, mit christlichen Botschaften. Ich habe für mich gelernt, dass Chöre und Orgeln wohl momentan der heiße Scheiß der christlichen Musik sind. Und ich habe gelernt, dass die christliche Musik von heute nicht mehr so überladen ist mit synthetischen Pad-Sounds und Delay-Gitarren, wie sie es noch vor einigen Jahren war, als ich meine letzte WOW-Hits CD gekauft habe (CDs … ich weiß!). Wenn ich die Wahl zwischen einer schönen Rock-Orgel mit ordentlich Dreck und Tremolo und einem Synth-Pad habe, dann ist mir die Orgel doch deutlich lieber. An den Texten hat sich nicht viel verändert. Aber was sollen wir auch großartig Neues singen, über einen Gott, der unveränderlich liebevoll und gut ist? Ich vermute Songs mit neuen Blickwinkeln auf diese uralte Erkenntnis werden auch in Zukunft eher die Ausnahme sein. Trotzdem: Enttäuscht bin ich nicht. Ich denke, ich werde den Rest der Billboard-Liste wohl auch noch hören 😉 Lasst mich mal wissen, wie eure Gedanken zu den Songs sind! Stimmt ihr mir zu? Hab ich einen eurer absoluten Lieblingssongs etwas schlechter gemacht, als er ist? Würde mich interessieren, von euch zu hören! 😊 Gottes Segen und bis zum nächsten Mal Euer Daniel
- Grün
Es ist Ende Mai und um mich herum explodiert das GRÜN. GRÜN ist meine Lieblingsfarbe. GRÜN steht für eine kraftvolle Ruhe, Gelassenheit, Toleranz, Heilung, Erholung und Regeneration (1). Wow, genau das, was ich diese Woche dringend brauchte. Also beschloss ich einen kleinen Spaziergang durch das GRÜN meines Gartens und der näheren Umgebung zu machen. Nach einem kurzen Gebet – "Mein Gott, lass mich mit offenem Herzen alles aufnehmen, was du geschaffen hast, die kühle Frühlingsluft in meine Lungen lassen, mich an den Farben der Natur erfreuen und alles was mich nervt und starr macht vergessen. Danke, dass ich das Erleben kann!" – ziehe ich mit Smartphone und in Regenjacke los zur Fotosafari. Beim Laufen und Schauen kann ich so herrlich abschalten und wie von selbst entsteht eine Verbindung, die mich nicht nur auf diesem Spaziergang, sondern auch im Leben weitergehen lässt. So kam mir dann auch die ein oder andere Bibelstelle aus Gottes Wort und Liedzeile in den Sinn: „ … der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.“, „ … wie schön blüht uns der Maien“ und “ … it's good to touch the green, green grass of home“. Ich nehme euch mit, garantiert ohne Heuschnupfenattacke und nasse Füße. Seht selbst wie schön GRÜN, GRÜN sein kann. "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Noch war die Erde leer und ungestaltet, von tiefen Fluten bedeckt. Finsternis herrschte, aber über dem Wasser schwebte der Geist Gottes. [...] Und Gott sprach: "Auf der Erde soll es grünen und blühen: Alle Arten von Pflanzen und Bäumen sollen wachsen und ihre Samen und Früchte tragen!" So geschah es. Die Erde brachte Pflanzen und Bäume in ihrer ganzen Vielfalt hervor. Wieder sah er sich an, was er geschaffen hatte: Es war gut. Es wurde Abend und wieder Morgen: Der dritte Tag war vergangen." (1. Mose 1,1-2+11-13) "Sondern wer Freude hat am Gesetz des HERRN und darüber nachdenkt – Tag und Nacht. Er ist wie ein Baum, der nah am Wasser gepflanzt ist, der Frucht trägt Jahr für Jahr und dessen Blätter nie verwelken. Was er sich vornimmt, das gelingt." (Psalm 1,2-3) Die Zukunft, an die ich glaube, beschreibt der Prophet Hesekiel so: "An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihre Blätter verwelken nie, und sie tragen immerfort reiche Frucht. Denn der Fluss, der ihren Wurzeln Wasser gibt, kommt aus dem Heiligtum. Monat für Monat bringen sie neue, wohlschmeckende Früchte hervor, und ihre Blätter dienen den Menschen als Heilmittel." (Hesekiel 47,12) Der Apostel Johannes bezieht sich in Offenbarung 22,2 darauf. Im Lukasevangelium lesen wir die Worte von Jesus, die ich gerne für den Moment und die Zukunft gebrauche: "Jesus verdeutlichte es ihnen noch mit einem Vergleich: Seht euch den Feigenbaum an oder die anderen Bäume. Wenn ihre Zweige Blätter treiben, wisst ihr, dass es bald Sommer ist." (Lukas 21,29-30) "Denkt an den Regen und den Schnee! Sie fallen vom Himmel und bleiben nicht ohne Wirkung: Sie tränken die Erde und machen sie fruchtbar; alles sprießt und wächst. So bekommt der Bauer wieder Samen für die nächste Aussaat, und er hat genügend Brot zu essen. Genauso ist mein Wort: Es bleibt nicht ohne Wirkung, sondern erreicht, was ich will, und führt das aus, was ich ihm aufgetragen habe." (Jesaja 55,10-11) "Wenn du auf dein Geld vertraust, wirst du fallen wie ein welkes Blatt. Lebe so, wie Gott es will, dann wirst du aufsprießen wie frisches GRÜN." (Sprüche 11,28) "Die Regenzeit liegt hinter uns, der Winter ist vorbei! Die Blumen beginnen zu blühen, die Vögel zwitschern, und überall im Land hört man die Turteltaube gurren. Die ersten Feigen werden reif, die Reben blühen und verströmen ihren Duft. [...]" (Hohelied 2,11-13) "Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen." (Psalm 23,1-2) Die ersten Regentropfen fallen auf meine Brille. Der Wind frischt auf. Jetzt schnell nach Hause, eine heiße Tasse Tee genießen und mit geschlossenen Augen nochmal das GRÜN vorbeiziehen lassen. In diesem Sinne wünsche ich euch eine wunderbare hellGRÜNe, moosGRÜNe, apfelGRÜNe, olivGRÜNe, froschGRÜNe, blauGRÜNe, neonGRÜNe Woche. Jeder nach seinem Geschmack! Eure Ulrike Und hier nochmal der Schnelldurchlauf 😊 Die Bibelzitate habe ich der „Hoffnung für alle“ Bibelübersetzung entnommen. (1) Gefunden bei Farben-Symbolik www.alpina-farben.at
- (Auf) Gottes Stimme hören
Vor gut zwei Wochen haben wir in unserer „Jugendgruppe“ (mittlerweile ist niemand mehr unter 20 …) angefangen, ein neues Buch zu lesen. Das Buch heißt „Shine Experience – Das Sieben-Wochen-Training für ein Leben mit Leuchtkraft“ (von Andreas Boppart, Jonathan Bucher, Leonardo Iantorno, Michael Zurbrügg) und es geht darum, Gott mehr in sein Leben zu lassen und das auch nach außen zu zeigen. Jeden Tag bekommt man eine Aufgabe oder einen Gedankenanstoß, der einen näher mit Gott oder seiner Botschaft zusammenbringt oder einen auch ggf. herausfordert, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Ein paar Tage nachdem wir mit dem Buch angefangen hatten, bekamen wir die Aufgabe, uns für den Heiligen Geist zu öffnen. Man sollte sich mindestens fünf Minuten ruhig hinsetzen und Gott einladen, zu einem zu reden oder einen seine Anwesenheit spüren zu lassen. Da so etwas in unserer Gemeinde nicht unbedingt üblich ist, kam uns das zuerst etwas ungewohnt vor. Wir (mein Mann und ich in diesem Fall) wollten es aber unbedingt versuchen. „Wenn er aber kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und was kommen wird, wird er euch kundtun. Er wird mich verherrlichen, denn aus dem Meinen wird er empfangen und euch kundtun. Alles, was der Vater hat, ist mein. Darum habe ich gesagt, dass er aus dem Meinen empfängt und euch kundtun wird.“ (Johannes 16,13-15) Die ersten Versuche Wir waren mittags spazieren, unsere Tochter hat friedlich in ihrem Kinderwagen geschlafen, und wir haben uns einfach ins Grüne auf eine Bank gesetzt. Dort haben wir dann unseren ersten Versuch unternommen, Gott und Jesus in unser Herz einzuladen. Wir haben zu Anfang gebetet und dann fünf Minuten mit geschlossenen Augen ruhig dagesessen. Nach den fünf Minuten hatten wir keine große Erkenntnis oder Eingebung, aber mich hatte eine große Ruhe und ein Gefühl von Geborgenheit ergriffen. Mein Mann war eher etwas unruhig (ihm ging es den ganzen Tag über nicht sonderlich gut) und das konnte er nicht so ganz loslassen. Aber als wir nach dem Gebet anfingen, kam einmal sehr deutlich und kräftig die Sonne raus. Mir ist das gar nicht besonders aufgefallen, meinem Mann hingegen schon. Das ist ein bisschen „sein Ding“ mit Gott. Das ist Gottes Weg meinem Mann zu zeigen, dass ER da ist. Also hatten wir beide ein kleines Bisschen das Gefühl, Gottes Anwesenheit gespürt zu haben. Der nächste Tag war ein Sonntag und wir nahmen an unserem Online-Gottesdienst teil. Dieser findet zurzeit via Zoom statt und es ist jeder eingeladen, etwas beizutragen oder ein Gebet zu sprechen. Vor dem Gedächtnismahl wurde gefragt, wer das Gebet sprechen möchte und ich hatte ganz kurz den starken Impuls, dass ich das Gebet sprechen sollte. Der Impuls war allerdings so kurz, dass ich mich im Endeffekt dann aber doch nicht getraut habe. Später (nach dem Gottesdienst) habe ich dann von meinem Mann erfahren, dass er auch den Gedanken hatte, dass ich das Gebet sprechen sollte. War das nun Zufall? Oder lag es daran, dass wir nun anfingen, uns zu öffnen und auf Gottes Stimme zu hören? Für mich fühlte es sich auf jeden Fall so an, als wollten Gott und Jesus nun mehr mit uns in Kontakt treten. Am gleichen Tag saßen wir abends (ein schöner, lauer fast-Sommerabend) auf unserem Balkon und wir wollten die Gelegenheit nutzen, Gott und Jesus noch mal einzuladen, mit uns in Kontakt zu treten. Wir haben also wieder zusammen gebetet und uns dann zurückgelehnt und zugehört, was sie uns zu sagen hatten. Mein Mann hatte das Gefühl, er solle wieder mehr Musik machen, da ihm das sehr guttun würde und er hatte noch ein paar andere vage Ideen. Er konnte nicht direkt sagen, dass es deutlich von Gott kam, aber es war auch nichts dabei, was er verwerfen wollte. Mir kam die Idee, das „Zuhören“ auf jeden Fall weiter zu verfolgen, Tagebuch darüber zu führen und meinen nächsten Blogbeitrag darüber zu schreiben (deswegen sitze ich jetzt hier und versuche meine Gedanken für euch zu sammeln … 😉). Ich hatte auch einfach das Gefühl, dass es mit jedem Mal leichter werden sollte. Allein schon der Sprung von „nur“ Gottes Anwesenheit spüren zu man hat wirklich ein paar Ideen im Kopf. Und dann auch noch dieser Impuls, den Daniel und ich während des Gottesdienstes gespürt haben… Bergab und bergauf Zwei Tage später habe ich für eine Freundin (wir nennen sie jetzt mal Betti) gebetet und Gott und Jesus darum gebeten, mir einen Rat für sie aufs Herz zu legen. Sie stand vor zwei Herausforderungen und wusste nicht so ganz, wie sie weitermachen sollte. Während meiner fünf Minuten Ruhe hatte ich ein ganz kurzes Bild von einer Bibelstelle vor Augen. Ich hatte allerdings eher das Gefühl, das mir in diesem Fall meine Gedanken einen Streich gespielt haben. Betti konnte mit der Bibelstelle auch leider nichts anfangen … Es funktioniert also nicht immer. Vermutlich braucht es auch einfach ein wenig Übung. Vielleicht hatte Gott aber auch schon einen anderen Plan, ihr weiterzuhelfen. Oder es war eine Mischung aus beidem 😉. Ich habe mich auf jeden Fall nicht entmutigen lassen und es am nächsten Tag für eine andere Freundin (diese nennen wir Susi) erneut versucht. Also, das gleiche Prozedere erneut: Gebet und zuhören. Direkt am Anfang hatte ich ein kurzes Bild vor Augen, wie Susi ihr Gesicht hinter einem Stück Papier/Stoff oder ähnlichem versteckt. Dazu kamen mir die vagen Gedanken, dass sie sich nicht verstecken muss/soll. Ich war mir nicht sicher, ob das jetzt von Gott kam oder ob mir mein Gehirn wieder einen Streich gespielt hat. Nichtsdestotrotz habe ich ihr von dem Bild erzählt. Susis Antwort war umso erstaunlicher. Sie fand das Bild sehr interessant, da ihr gerade erst vor kurzem aufgefallen war, dass sie oft versucht, Beziehungen zu kontrollieren. Sie versucht, nicht so viel von sich preiszugeben, damit sie noch ein wenig die Oberhand haben kann. Es fiel ihr schwer, das in Worte zu fassen. Allerdings passte das Bild auf ihre Situation, da sie gemerkt hat, dass es zwar schwierig ist, ehrlich und verletzlich zu sein, dass sie sich aber eigentlich auch besser fühlt, ehrlich zu sein und nicht zu verstecken, wie sie sich wirklich fühlt. Sie meinte, in der Situation möge es vielleicht einfacher sein, sich zu verstecken, aber langfristig entstünden daraus nur noch mehr Probleme. Das Ganze kam für mich dann doch etwas überraschend, da ich am Anfang nicht wirklich sagen konnte, ob das Bild nun von Gott kam oder nicht. Dafür war es dann umso schöner, die Bestätigung zu haben, dass Gott scheinbar wirklich zu mir gesprochen hat und mir eine Botschaft für Susi übermittelt hat. Danach kam allerdings dann eine kleine Flaute. Nicht auf Gottes Seite, aber auf meiner. Der Alltag hatte mich irgendwie eingeholt und ich habe mir keine Zeit mehr genommen, Gott und Jesus in mein Herz einzuladen … Eigentlich waren es so schöne Erlebnisse. Ein paar Tage vor Veröffentlichung dieses Beitrags habe ich abends im Bett gelegen und mich ergriff die Torschlusspanik. Schon wieder hatte ich so lange prokrastiniert, diesen Beitrag zu schreiben. Und irgendwie war ich mir auch nicht mehr so sicher, ob ich wirklich darüber schreiben sollte, auf Gottes Stimme zu hören. Immerhin hatte ich auch das ganz schön schleifen lassen … Es tat mir sehr leid, dass ich Gott und Jesus so habe hängen lassen, und ich kam mir auch irgendwie etwas schlecht vor, sie jetzt um Hilfe zu bitten. Trotzdem habe ich dann mal wieder gebetet und zugehört, ob sie mir etwas mitteilen möchten. Ich habe sie darum gebeten, mir eine Idee für den Blogbeitrag zu schenken oder aber eine Bestätigung, dass ich doch über Gottes Stimme schreiben soll. Leider ist erst mal nichts angekommen bei mir. So beschloss ich, einfach mal in die Bibel zu gucken. Ich öffnete also nichts ahnend meine Bibel-App auf dem Handy und das erste, was ich sah, war Folgendes: Der Empfang des Geistes. Eine Überschrift aus dem dritten Kapitel des Galaterbriefs. Na, wenn das nicht mal eindeutig war?! Und jetzt? Also sitze ich jetzt hier und versuche, das ganze Wirrwarr in meinem Kopf, in Worte zu fassen. Ich hoffe sehr, ihr konntet mir irgendwie folgen und vielleicht auch etwas aus diesem Beitrag mitnehmen. Für mich war es bis hier hin schon sehr spannend, diese Erfahrungen mit Gott und Jesus zu machen und ich möchte euch ermutigen, es auch einfach mal auszuprobieren. Es gibt ja auch nichts zu verlieren. Ihr könnt nur gewinnen. 😊 Mir hat es auf jeden Fall gezeigt, dass es sehr unterschiedlich sein kann, wie Gott antwortet. Und wenn ich sage, ich habe Gottes Stimme gehört, heißt das nicht unbedingt, dass ich tatsächlich Gottes Stimme in meinem Ohr gehört habe. Es gibt viele Arten und Weisen, wie Gott sich mitteilt – durch andere Menschen, durch die Bibel, in den eigenen Gedanken … Und ich habe ja nicht mal wirklich viel aktiv auf Gottes Stimme gehört. Das waren bisher nur einige wenige Versuche. Ich bin gespannt, was noch alles kommen kann, wenn ich das tatsächlich weiter verfolge und mehr Übung bekomme. Zum Abschluss möchte ich euch noch eine Bibelstelle dalassen, die euch hoffentlich ermutigt, einfach mal bei Gott anzuklopfen 😉: „Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan. Wer von euch gibt seinem Sohn, wenn der ihn, den Vater, um einen Fisch bittet, statt des Fisches eine Schlange, oder wer gibt, wenn er ihn um ein Ei bittet, einen Skorpion? Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater den heiligen Geist vom Himmel herab denen geben, die ihn bitten.“ (Lukas 11,9-13) Eure Lisa ♥
- Unter Druck
„Good things come to those who hustle” – als ich am Samstag auf dem Weg in den Supermarkt war, ging vor mir eine Frau mit dieser Aufschrift auf ihrem Shirt. Und sie ist nicht die einzige, die heutzutage ihr Leben nach diesem Motto lebt. Die sogenannte „Hustle Culture“ basiert im Grunde auf der Leitidee, dass harte Arbeit mit Erfolg belohnt wird. Diese Idee wird jedoch überspitzt: Wer nicht leidet, arbeitet nicht hart genug und hat deswegen auch keinen Erfolg verdient. Extrem harte Arbeit und der dazugehörige Stress werden geradezu glorifiziert. Wer keinen Stress hat, ist faul. Auch mein Umfeld ist geprägt von diesen Idealen. Auf der Arbeit werden die Kollegen belächelt, die keine Überstunden machen. Man ist von einem widersinnigen Stolz erfüllt, wenn man gestern der Letzte im Büro war. Ich gehöre zu den wenigen Personen, die überhaupt eine richtige Mittagspause machen. Die meisten essen nebenbei, während sie fleißig weiter auf die Tastatur einhämmern, damit sie, wenn die letzten Krümmel von ihrem Butterbrot verschwunden sind, möglichst schon das nächste To-Do abhaken können. In meinem Master-Studiengang werden wir regelmäßig daran erinnert, dass es in unserem Feld später ganz normal ist, mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten. Und die meisten nutzen das Studium schon dafür, sich an dieses Arbeitspensum zu gewöhnen. Studierende, die weniger als 20 Stunden in der Woche arbeiten oder sogar gar keinen Nebenjob haben, werden belächelt. Das Wort „Vollzeitstudium“ ist ein Fremdwort. Höher, schneller, weiter Wahrscheinlich ist euch mittlerweile schon klar, dass ich nicht denke, dass die beschriebene Einstellung gegenüber Arbeit und Stress gut oder gesund ist. Im Grunde kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Worüber ich aber noch vielmehr den Kopf schütteln muss, ist, dass ich selber oft haargenau so denke. Zu gerne würde ich behaupten, dass die Leistungsgesellschaft und ich friedlich koexistieren, aber nichts miteinander zu tun haben. Das könnte leider nicht weiter entfernt von der Realität sein. Aber warum setzen wir uns selbst Maßstäbe, die uns auf Dauer nur auslaugen oder im schlimmsten Fall krank machen? Die Leistungsgesellschaft bringt uns bei, dass wir umgeben sind von Richtern und Rivalen. Die Menschen um uns herum sind entweder dazu da, uns zu beurteilen, oder sie stehen mit uns im Wettbewerb. Wenn wir vor unseren Richtern bestehen wollen, müssen wir unsere Rivalen hinter uns lassen. Das Motto „höher, schneller, weiter“ wird zu unserem Maßstab und unser Selbstwert hängt sich immer mehr an unsere Leistungen. Ich kann mich noch lebhaft an eine Vorlesung in meinem ersten Bachelor-Semester erinnern, in der unser Professor uns davor warnte, unseren Kommilitonen beim Lernen unter die Arme zu greifen: „Das sind die Personen, die Ihnen später den Job wegnehmen!“ Das war die erste Veranstaltung, die wir in dem Modul hatten. Unser Studium hatte gerade erst begonnen. Und ich konnte nur daran denken, dass ich meine neu gewonnenen Freunde nicht als meine Konkurrenten betrachten wollte. Die Alternative Wie kommen wir nun wieder heraus aus dieser Denkweise? Die gute Nachricht ist, dass uns Gott eine Alternative anbietet: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11, 28 – 30) Bei Gott gibt es keine Leistungsgesellschaft. Er erleichtert unsere Last, anstatt uns mit noch mehr zu beladen. Die einzigen Richter, vor denen wir bestehen müssen, sind Gott und Jesus. Und vor ihnen bestehen wir nicht, indem wir besser sind als unsere Mitmenschen. Der Wettbewerb mit anderen Menschen führt vor Gott nirgendwohin. „Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist. […] Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens.“ (Römer 3, 23 – 27) Anhand unserer Werke könnten wir nie vor Gott bestehen. Dabei ist auch vollkommen egal, wie groß sie im Vergleich zu den Werken unserer Mitmenschen sind. Auch „höher, schneller, weiter“ wäre nie hoch genug, schnell genug oder weit genug, um uns unsere Errettung zu erarbeiten. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick entmutigend – muss es aber nicht. Denn Gott hat für uns einen Ausweg parat. In der Stelle oben hat Paulus es schon beschrieben: Dieser Ausweg heißt Gnade und die gibt es ganz umsonst. Durch seine Gnade sind wir in Gottes Augen gut genug. Ganz unabhängig davon, welchen Platz wir im Wettrennen mit den anderen belegen würden. Mit Gottes Maßstab messen Gottes Gnade funktioniert als Maßstab ganz anders, als der Leistungsdruck, dem wir in der Gesellschaft ausgesetzt sind. Unsere Aufgabe besteht nun darin, mit Gottes Maßstab zu messen und nicht mehr den Maßstab der Welt anzulegen. Das gilt nicht nur anderen gegenüber, sondern auch uns selbst gegenüber. Zu oft neigen wir dazu, uns selbst wieder ein schwereres Joch aufzuerlegen, als das, von dem Jesus gesprochen hat. Und dieses Joch wieder abzulegen fällt gar nicht so leicht. Vor allem, wenn die Welt uns sagt, dass wir bessere Menschen sind, wenn unser Joch schwerer ist. Trotzdem sollten wir das nicht als Ausrede benutzen. Ja, wir leben inmitten der Leistungsgesellschaft, aber die anderen sind nicht diejenigen, die mir das Joch auflegen. Diese Entscheidung treffe ich selber. Also legen wir das leichte oder das schwere Joch an? Messen wir mit Gottes Maßstab oder mit dem Maßstab der Welt? Ich möchte euch (und mich) heute ermuntern, immer wieder zu hinterfragen, mit welchem Maßstab wir gerade messen und uns bewusst dazu zu entscheiden, Gottes Maßstab anzulegen. Denn nach Gottes Maßstab ist es in Ordnung, wenn es uns zu viel wird. Es ist in Ordnung, eine niedrigere Belastungsgrenze als andere zu haben. Wir dürfen umdrehen, wenn wir an unsere Grenzen stoßen, anstatt immer noch einen Schritt weitergehen zu wollen. Auch das ist Teil von Gottes Gnade: Als seine Kinder dürfen wir uns lossagen von dem Maßstab der Welt und dürfen uns voll und ganz Gottes Maßstab unterwerfen. Wir müssen nicht noch mehr schaffen. Wir müssen nicht noch besser, erfolgreicher und leistungsfähiger werden. Gott liebt uns so, wie wir heute sind. Nicht erst morgen oder nächstes Jahr, wenn wir den nächsten Meilenstein erreicht haben. Und was für Gott genug ist, sollte auch für uns genug sein. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea










