• Ulrike

Alltagsabenteuer

Aktualisiert: 25. Juli 2021

Zum Geburtstag habe ich für ein Jahr lang ein Zeitschriften-Abo geschenkt bekommen. Schon die erste Ausgabe von „hygge“ sprach mich sofort an und ich sag euch mal warum.


In der Titelgeschichte geht es um „Alltagsabenteuer“. Abenteuer habe ich bisher eher mit Ausflügen oder Urlaub verbunden. Spontan fallen mir da ein paar Highlights ein: Wandern mit Gepäck durch den Spessart, so wie es gerade geht, Kajak fahren auf der Havel oder eine Hütte ohne Strom und fließend Wasser an einem norwegischen Fjord bewohnen. Naja, was soll ich sagen, so ein Abenteuer im täglichen Einerlei würde mich schon reizen.


(aus "hygge" Ausgabe 24)


Kurz nach Erhalt der Zeitschrift mit den wunderschönen Bildern, flatterte mein „Alltagsabenteuer“ in Form eines Bußgeldbescheides ins Haus. Was war passiert? Mit einem schnellen Leihwagen habe ich ein Tempolimit auf einer Autobahn nicht beachtet und bin geblitzt worden. Ich musste den Führerschein für vier Wochen abgeben. Auweia… diese Aussicht war wirklich abenteuerlich.


Wie komme ich zur Arbeit? Mein Arbeitsplatz ist ca. 15km entfernt in der nächsten Kleinstadt und auf öffentliche Verkehrsmittel kann ich hier, wo wir wohnen, nicht zurückgreifen. Also was tun? Ich hatte einen Fehler gemacht und wollte dafür auch die Bestrafung annehmen. Aber 5 Tage in der Woche 30 km Fahrradfahren und bei der Arbeit zusätzlich noch 5-6 Stunden auf den Beinen sein konnte ich mir erst einmal nur schwer vorstellen. Gut, dass zwei Wochen Urlaub, die Zeit ohne Fahrerlaubnis reduzierten. Und dank meiner Freundinnen konnte ich ein E-Bike ausleihen. Ein neues Abenteuer. Ich bin noch nie mit einem E-Bike gefahren. Und dann auch noch mehrere Tage hintereinander.


Am ersten Tag machte mir die Anzeige auf dem Display des Rades einen gehörigen Strich durch meine Zeitplanung. Ein rotes Achtungszeichen auf der Batterieanzeige ließ mich nach einigem Hin und Her auf mein „normales“ Rad umsteigen. Tropfnass geschwitzt kam ich bei der Arbeit an. Aber ich hab´s geschafft! Ab dem folgenden Tag klappte mit dem Rad alles reibungslos und von Tag zu Tag konnte ich den Weg mehr und mehr genießen und erleben.


Die verschiedenen Tageszeiten zu denen ich fahren musste, hatten alle ihren eigenen Sound. Frühmorgens um 6 Uhr war kaum jemand unterwegs, während mittags und nachmittags die Autokolonnen an mir vorbeiknatterten. Gut, dass ich die meiste Zeit auf einem Radweg fahren kann. Wenn ich durch unser Dorf oder die Stadt fuhr, passte ich höllisch auf, dass mich die Autofahrer aus Nebenstraßen und Einfahrten auch wahrnahmen.


Ein Lied begleitete mich: „Sei behütet auf deinen Wegen…“ (https://www.youtube.com/watch?v=rtYmBsWNsw4). Ich hatte Glück, eigentlich waren es die „nassen“ Wochen im Juli. Doch ich schien beschützt. Ich radelte immer dann, wenn es wenig oder gar nicht tröpfelte.


Ein erstes fröhliches „Hallo, guten Morgen ihr Zebras“ bekamen die beiden weidenden Pferde in ihren zebragemusterten Pferdedecken, die am Ausgang unseres Dorfes auf der Weide grasten, zu hören. Dann durch ein Wäldchen, begleitet von lustigem Vogelgezwitscher. Wenn es gerade geregnet hatte, waren Myriaden von Nacktschnecken unterwegs. Sorry, die ein oder andere wird es nicht überlebt haben!


Und irgendwie änderte sich im Laufe der zwei Wochen meine Sichtweise auf den Weg. Er schien mir kürzer als gedacht, vertrauter und sicherer. Wenn ich nach der Arbeit zu Hause ankam, war ich erschöpft und durstig aber glücklich und entspannt. Sogar mein Rücken fand die zusätzliche Bewegung ziemlich gut. Ich sah das Korn gelb werden, Mais und Topinambur wuchsen und verdoppelten ihre Höhe und auf den Kartoffelfeldern zeigten sich immer mehr freundliche kleine weiße Blüten. Über mir Schäfchenwolken, Wattewolken, sich hochauftürmende Gewitterwolken in weiß, grau und rosa. Und am vorletzten Tag gab es sogar einen Regenbogen. Wie schön!

"Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher kann ich Hilfe erwarten? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat! Der HERR wird nicht zulassen, dass du fällst; er, dein Beschützer, schläft nicht. Ja, der Beschützer Israels schläft und schlummert nicht. Der HERR gibt auf dich acht; er steht dir zur Seite und bietet dir Schutz vor drohenden Gefahren. Tagsüber wird dich die Sonnenglut nicht verbrennen, und in der Nacht wird der Mond dir nicht schaden. Der HERR schützt dich vor allem Unheil, er bewahrt dein Leben. Er gibt auf dich acht, wenn du aus dem Haus gehst und wenn du wieder heimkehrst. Jetzt und für immer steht er dir bei!" (Psalm121)


Was soll ich sagen – ich hatte mein Alltagsabenteuer, habe die Herausforderung angenommen, meinen Horizont erweitert und das unmöglich Geglaubte ist Wirklichkeit geworden.


Dafür bin ich dankbar!


Vielleicht habt ihr diese Woche auch euer persönliches Alltagsabenteuer! Ich wünsche euch Gottes Segen!


Eure Ulrike


Das Bibelzitat ist aus der Bibelübersetzung "Hoffnung für alle" entnommen.

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