• Ingo

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Aktualisiert: 28. Sept. 2021

Der Wahltag


Gestern war in Deutschland die Bundestagswahl.

Und um es gleich vorwegzunehmen.

Ich war aus Überzeugung nicht wählen.

Ja, ich habe davon Gebrach gemacht, dass es in Deutschland keine Wahlpflicht gibt.


Im Wahllexikon des Bundeswahlleiters habe ich folgendes entdeckt:

"In der Bundesrepublik Deutschland besteht keine Wahlpflicht. Anders ist dies beispielsweise in Belgien, Griechenland, Luxemburg und Zypern. Wählt ein Wahlpflichtiger ohne ausreichende Begründung nicht, kann dort eine Geldstrafe verhängt werden. Nach deutscher Auffassung würde die Wahlpflicht der Wahlfreiheit zuwiderlaufen. Selbstverständlich besteht eine gewisse moralische Pflicht, an der Wahl teilzunehmen („Wahlrecht ist Wahlpflicht“)." (Stand: 1. Dezember 2015 https://www.bundeswahlleiter.de/service/glossar/w/wahlpflicht.html Zugriff: 25.09.2021)

Dass es in manchen Nachbarländern eine Wahlpflicht gibt, finde ich interessant und hat mich überrascht. Dort würde ich dann sicherlich wählen gehen. In Deutschland muss ich es nicht.



Gehen Christen wählen?


Im Netz habe ich dazu die ganze Bandbreite von Aussagen gefunden. Viele Christen sprachen sich dafür aus, sich an der Wahl zu beteiligen.

"Durch die Wahl kann ich die Gesellschaft mitgestalten, in der ich wohne."

Oft gab es auch das Argument, durch eine Wahlenthaltung würde der Anteil der extremen Parteien größer werden.

In einem YouTube Video konnte ich die Argumentationskette eines Christen verfolgen, der aus "christlicher Erkenntnis" die Wahl ablehnt. Er behauptet am Ende sogar, dass die Wahlenthaltung heilsentscheidend für Gott sei. Mit anderen Worten: Wenn ein Mensch wählen geht, gibt er Gott die Begründung, diesen Menschen abzulehnen und nicht an seiner Auferstehung teilhaben zu lassen.


Häufiger biblischer Ausgangspunkt der Überlegungen ist der Römerbrief, der das Thema, der Christ und die staatliche Ordnung, behandelt:

1 Jeder soll sich den Behörden und Amtsträgern des Staates unterordnen. Denn es gibt keine staatliche Macht, die nicht von Gott kommt; jede ist von Gott eingesetzt. 2 Wer sich also den Regierenden widersetzt, handelt gegen die von Gott gegebene Ordnung und wird dafür von ihm verurteilt werden. 3 Wer gut und richtig handelt, braucht die staatliche Macht ohnehin nicht zu fürchten; das muss nur, wer Böses tut. Wollt ihr also ohne Angst vor Bestrafung leben, dann tut, was richtig und gut ist, und euer Verhalten wird Anerkennung finden. 4 Die Staatsgewalt steht im Dienst Gottes zum Nutzen jedes Einzelnen. Wer aber Unrecht tut, muss sie fürchten, denn Gott hat ihr nicht ohne Grund die Macht übertragen, Strafen zu verhängen. Sie handelt im Auftrag Gottes, wenn sie unbestechlich alle bestraft, die Böses tun. 5 Es sind also zwei Gründe, weshalb ihr euch der staatlichen Macht unterordnen müsst: zum einen, weil euch sonst das Urteil Gottes droht, zum andern, weil schon euer Gewissen euch dazu auffordert. 6 Die Vertreter des Staates üben ihren Dienst im Auftrag Gottes aus, deshalb zahlt ihr ja auch Steuern. 7 Gebt also jedem, was ihr ihm schuldig seid. Zahlt die Steuern, die man von euch verlangt, ebenso den Zoll. Unterstellt euch der staatlichen Macht und erweist denen, die Anspruch darauf haben, den notwendigen Respekt. (Römer 13, 1-7)

Etwas vereinfacht dargestellt leiten die Befürworter des Wahlgangs ab, dass es sich um eine Staatspflicht handelt, der ein Christ nachkommen soll.

Die Wahlverweigerer vertrauen darauf, das Gott die Ordnung einsetzt und wollen deshalb keinen Einfluss darauf nehmen.


Es scheint also eine echte Gewissensendscheidung zu sein. Sie spiegelt den Stand der eigenen Überlegungen und Erfahrungen wieder.

Und das ist aus meiner Sicht auch gut so.

Darin eine Frage über Leben und Tod zu erkennen, fällt mir sehr schwer. Das Geschenk der Gnade wird in diesem Moment mit Füßen getreten.



Das Programm


Die Parteien, die am Sonntag zur Wahl standen, hatten alle ein Wahlprogramm. Damit wollten sie sich von ihren Mitbewerbern unterscheiden und darstellen, wofür sie stehen.


Sozusagen hat GOTT auch ein Wahlprogramm geschrieben.


Die Bibel


Im ersten Teil beschreibt er die Situation der Menschen und der Schöpfung. Er erwählt ein Volk und beschreibt die Erlebnisse mit ihm.

Hier bekommt der Mensch eine Idee von dem Sinn seines Lebens.


Im zweiten Teil, um im Bild der Wahl zu bleiben, wird das Leben des Spitzenkandidaten beschrieben.

Jesus Christus ist sein Name.

Der Leser erfährt, was ihm und seiner "GOTT" Partei wichtig ist. Und er bleibt nicht nur theoretisch sondern er zeigt und durchlebt aktiv die Lösung des Menschheitsproblems. Er überwindet den Tod. Danach lebt er weiter bei Gott und wartet auf die Rückkehr zur Erde, um endgültig das Reich Gottes herzustellen.

Zwischenzeitlich sorgen die Nachfolger Christi für die Verbreitung des Wahlprogramms. Dabei versäumen sie es nicht, es auch praktisch umzusetzen.


Hierzu heißt es weiter im Römerbrief zum wichtigsten Gebot:

8 Bleibt keinem etwas schuldig! Was ihr einander allerdings immer schuldet, ist Liebe. Wer nämlich seine Mitmenschen liebt, der hat Gottes Gesetz erfüllt. 9 Die Gebote: »Du sollst nicht die Ehe brechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; begehre nicht, was anderen gehört« und alle anderen Gebote sind in einem Satz zusammengefasst: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.« 10 Denn wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses. So wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt. (Römer 13, 8-10)

Für diejenigen, die sich weiter informieren möchten, schlage ich die Bergpredigt von Jesus vor. Im Kapitel 5 des Matthäusevangeliums fasst der "Spitzenkandidat" kurz und knackig, sozusagen in einem "Monoell", seine wichtigsten Standpunkte zusammen.

Über die Verbreitung der Idee und ihrer Partei wird in der Apostelgeschichte erzählt. Die ersten Nachfolger Christi reisen durch die damalige, bekannte Welt und erzählen den Menschen von der Idee der Partei und wie sie an dem zukünftigen Reich teilnehmen können.

Echt spannend.



Die Wahl



Zu Beginn sagte ich bereits, dass ich am Sonntag nicht gewählt habe. Besser gesagt habe ich nicht mehr gewählt, seitdem ich bei "Jesus Christus" und der "GOTT" Partei mein Kreuz gemacht habe.

Seitdem bin ich beruhigt.

Natürlich tue ich das, was von mir in dieser Gesellschaft erwartet wird. Gern setze ich mich für die Bewahrung der Schöpfung nach meinen Möglichkeiten ein. Versuche nachhaltige Entscheidungen zu fällen.

Auch hier inspiriert mich der Schreiber des Römerbriefes weiter dadurch, was er zum Leben im Licht Gottes schreibt:

11 Liebt also eure Mitmenschen, denn ihr wisst doch, dass es an der Zeit ist, aus aller Gleichgültigkeit aufzuwachen. Unserer endgültigen Erlösung sind wir jetzt näher als zu Beginn unseres Glaubens. 12 Bald ist die Nacht vorüber, und der Tag bricht an. Deshalb wollen wir uns von den Taten trennen, die zur Dunkelheit gehören, und uns stattdessen mit den Waffen des Lichts rüsten. 13 Lasst uns ein vorbildliches Leben führen, so wie es zum hellen Tag passt, ohne Fressgelage und Saufereien, ohne sexuelle Zügellosigkeit und Ausschweifungen, ohne Streit und Eifersucht. 14 Legt all das ab und zieht Jesus Christus wie ein neues Gewand an: Er soll der Herr eures Lebens sein. Darum passt auf, dass sich nicht alles um eure selbstsüchtigen Wünsche und Begierden dreht! (Römer 13,11-14)

Ja, ich habe gewählt.

Und die Versprechungen des "Spitzenkandidaten" und aus dem "Wahlprogramm" werden umgesetzt.

Davon spricht die Gerechtigkeit Gottes.

Es wird passieren.

Und solange kann ich sagen:


"Ich gehe meinen Weg mit Gott und Jesus.

So werde ich das Ziel erreichen.

Ein Leben in Frieden und Freiheit,

in einer wunderbaren, wiederhergestellten Natur."


In diesem Sinne wünsche ich dir eine gute Wahl.

Ingo



Falls sich jemand für den erwähnte YouTube Beitrag interessiert, kann er mir gerne schreiben.

Bei Fragen oder ausführlichen Kommentaren natürlich auch.

Email an:

ingo@einfach-biblisch.de


Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert


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