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- Hat der Pazifismus ausgedient ?
Am Ende Spätestens seit dem kriegerischen Überfall Russlands auf die Ukraine und der rücksichtslosen Bombardierung von zivilen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen und Wohnhäusern, sowie der brutalen Hinrichtung von Zivilisten ist die Idee des Pazifismus in vielen Köpfen politisch Verantwortlicher und unter vielen Bürgern gestorben. Der Pazifismus sei „aus der Zeit“, ein Auslaufmodel, so heißt es in Regierungskreisen und in der Politik. Diese Haltung kann ich angesichts der Gräuel und der Unmenschlichkeit seitens Russland gegenüber der Ukraine sehr gut verstehen und nachvollziehen. Ja, Verteidigung scheint real die einzige Möglichkeit zur Zeit zu sein, dass die Ukraine ihr Territorium vor dem Übergriff Russlands schützen und bewahren kann. Ich frage mich nur ob es wirklich so ratsam ist, die Idee des Pazifismus aufgrund der momentanen Aussichtslosigkeit von Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland einfach zu begraben und zu den Akten zu legen. Wann wird es je eine Situation geben in der alle Voraussetzungen für Friedensgespräche so ideal sind, dass man die Option Pazifismus wieder aus dem Schrank holen kann oder will? Oder wird es immer so sein, dass der Pazifismus ein Ideal ist, um welches wir intensiv und bemüht ringen müssen? Jesus - Ein Pazifist? Als Mensch orientiere ich mich an der Person Jesu und seinem Vorbild. Sein Wirken und sein Leben sind mir in den Stürmen des Alltags ein Leuchtturm, dessen Lichtstrahl mir immer wieder von Neuem die Richtung weist. Und stürmisch sind diese Zeiten allemal. Auf meiner inneren Kompassnadel ist er mein Norden für mich und in der Dunkelheit der Nacht mein Polarstern am Sternenhimmel. Es gibt im Neuen Testament eine Stelle in Lukas 6, 29 wo Jesus davon spricht, wenn uns jemand eine Ohrfeige gibt, dann sollten wir auch die andere Wange hinhalten. Diese Stelle wird natürlich sehr unterschiedlich verstanden und interpretiert. Zum Teil wird sie auch so ausgelegt, dass Jesus von uns erwartet, dass wir Schläge hinnehmen sollen. Ich bin der Meinung, dass der Empfänger von Jesu Worten selbst entscheiden sollte wie diese Worte zu verstehen sind und wie sie sich auf das eigene Leben anwenden lassen. Viel bedeutender empfinde ich es, Jesu Gesamthaltung zu diesen Themen von Gewaltfreiheit und Frieden zu verstehen. Denn meiner Meinung nach geht es Jesus immer wieder nicht um die Einhaltung von Gesetzen und Regeln oder dem Befolgen eines festverfassten Moralkodex, sondern um eine innere geistige Haltung, aus der wir jedem Menschen begegnen und die Grundlage unseres Handelns bestimmen können. Jesus geht es nicht um die Dinge die uns Menschen im Alltag in der Regel wichtig sind, die wir messen, wiegen und benützen können und die uns eher voneinander trennen, sondern ihm geht es um innere Werte wie Respekt, Achtung, Solidarität, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Liebe und den Glauben und das Vertrauen in Gott. Diesen Werten bleibt er bis zum Ende seines Lebens auf Golgatha und durch den Tod hindurch treu. Auf der Grundlage dieser Werte basiert Jesu Handeln, sein Reden, sein Umgang mit Menschen, sein Verständnis für ihre Krankheiten und ihre Sorgen und Nöte. In seinem Weltbild gibt es für Jesus keine Unterscheidung der Menschen in Sprachen, Nationalitäten, Territorien oder Kulturen. Er bewertet nicht in erfolgreich oder scheitern, in reich oder arm, in hoch- oder niedriggestellt. In seinen Augen sind wir alle Kinder Gottes, und für ihn sind alle Menschen gleich vor Gott. Für Jesus sind von daher die Gründe die uns trennen, die uns verleiten Konflikte zu verursachen oder Kriege auszulösen, Ursachen, die in unserem Inneren verwurzelt sind. In unserer Habgier, in unserem Hass, in unserem Neid und in unserer Lieblosigkeit. Die Gründe liegen in uns da verborgen, wo wir unser wahres Menschsein vergessen und gegen materielle Gewinne und persönliche Vorteile ausgetauscht haben. Wo wir kaltherzig und egozentrisch geworden sind. Ausweg Und wenn die Ursachen in unseren Herzen begründet liegen, wie es Jesus feststellt, dann finden wir hier auch den Ausgangspunkt für Veränderung. Da rief einer aus der Menge: "Lehrer, sag doch meinem Bruder, er soll unser Erbe gerecht mit mir teilen." Aber Jesus wies ihn zurück: "Bin ich etwa euer Richter oder euer Vermittler in Erbstreitigkeiten?" Dann wandte er sich an alle: "Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen." ( Lukas 12; 13-15) Auf diesem Weg möchte uns Jesus mitnehmen. Es ist nicht der Weg in eine Welt in der Machtpositionen, Konkurrenz und Gewinne auf dem Rücken Schwächerer angestrebt wird, sondern eine Welt, in der die Hoffnung gepflegt wird, dass wir Menschen uns auf Augenhöhe gleichwertig begegnen können und dass wir in der Lage sind, unsere Verschiedenheiten zu respektieren. In diesem Sinne spricht Jesus auch nicht von einer neuen Religion, sondern eher von einer neuen Ethik des Mitgefühls und der Liebe. Einer Liebe zu Gott, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst. Und Jesus ist davon überzeugt, dass es eine Zeit geben wird, in der diese Hoffnung sich erfüllen wird, wie es in der Offenbarung heißt: ... "Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst[1] in ihrer Mitte leben. 4 Er wird ihnen alle Tränen abwischen. ..." Offenbarung 21; 3 - 4 Wir können den Pazifismus über Bord werfen, zu den Akten legen oder ihn auf ewig begraben wollen. Aber wie lange wollen wir Kriege führen? Wie lange wollen wir unsere Waffen optimieren und stärker, größer und effektiver machen? Damit sie besser, schneller und kolossaler töten und zerstören können, bis von unserer Erde zuletzt nur eine Einöde übrig bleibt! Mich berühren da immer wieder die Worte des Sängers Rio Reiser in seinem Lied: "Der Traum ist aus, ich aber werde alles geben dass er Wirklichkeit wird." Auch wenn der Pazifismus zur Zeit nüchtern betrachtet unrealistisch erscheint, sagt mir die Stimme Jesu, dass wir alles versuchen sollten Friedensstifter zu sein, indem wir in unsere Herzen Tag für Tag einen Grundstein legen können für eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit. Christian Ein neuer Gastbeitrag-Schreiber, sagt über sich: Schon seit meiner Kindheit in der Grundschule bin ich von Jesus fasziniert, als eine Religionslehrerin uns Geschichten von ihm erzählte. Später in meiner Konfirmationszeit begann ich in der Bibel Jesus näher kennenzulernen und habe bis heute nicht damit aufgehört. Ich interessiere mich für Philosophie, Psychologie, Spiritualität und ganzheitliche Medizin und Heilkunde und bin ein Fan von C.G.Jung. Ich liebe besonders all die einfachen Dinge des Lebens, z.B lange Spaziergänge mit unserem Hund durch die Natur, das Arbeiten mit Holz, ein Handwerker Frühstück beim Bäcker oder einen gedeckten Apfelkuchen mit einem Cappuccino, ein gutes Gespräch, herzliche Begegnungen und das Gefühl der Verbundenheit mit Menschen. Mit unserem Hund und einem Kater leben meine Frau und ich in einem kleinen Dorf in Norddeutschland. Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
- Ein Grund zum Staunen
In der letzten Zeit habe ich mir viele Gedanken über meine Beziehung mit Gott gemacht. Vor allem darüber, was Gott eigentlich davon hat, eine Beziehung mit mir zu haben. Wenn ich mir unsere Beziehung wie eine Wippe oder Waage vorstelle und versuche gegeneinander aufzuwiegen, was jeder von uns in die Beziehung investiert, dann sieht es auf meiner Seite ziemlich leer aus. Wenn ich mir hingegen vorstelle, was jeder von uns aus der Beziehung gewinnt, dann ist das Gegenteil der Fall und Gottes Seite sieht ziemlich leer aus. Zumindest kommt es mir oft so vor. In den letzten Wochen hatte ich viele verschiedene Erlebnisse, in denen ich Gottes Handeln in meinem Leben spüren konnte. Die verschiedensten Fragen und Probleme haben sich aufgelöst, ohne dass ich dazu beigetragen habe. Für mich sind diese kleinen „Zufälle“, in denen plötzlich eine Lösung für ein Problem auftaucht, ohne dass ich einen Anteil daran hatte, immer ein Zeichen dafür, dass Gott seine Finger im Spiel hatte und das ein oder andere Rädchen in Bewegung gesetzt hat, damit alles so funktioniert, wie es soll. Dafür, dass ich Gottes Wirken in meinem Leben in der letzten Zeit so deutlich spüren konnte, bin ich unglaublich dankbar. Und doch hat es bei mir auch einige Fragen aufgeworfen, die ich heute in meinem Beitrag mit euch teilen will. Ein einseitiger Handel Wenn ich ehrlich bin, kommt nach der Dankbarkeit auch oft ein schlechtes Gewissen. Denn manchmal kommt mir unsere Beziehung etwas unfair vor. Oder besser gesagt: ziemlich unfair. Immer wieder erlebe ich Situationen, in denen Gott mir hilft. Ich kann zu ihm beten, ihm von meinen Sorgen erzählen und oft löst er diese Sorgen auf. Er bringt Leute in meinem Leben wie Spielfiguren auf einem Spielfeld in Position, damit sie mich in den richtigen Momenten unterstützen können. Er empfängt mich immer wieder mit offenen Armen, auch wenn ich ihn eine Zeit lang mehr oder weniger ignoriert oder an ihm gezweifelt habe. Und oft frage ich mich: Warum? Warum möchte Gott ausgerechnet mit mir eine Beziehung haben? Denn sind wir mal ehrlich: Viel habe ich ihm nicht anzubieten. Vor allem nicht, wenn man es mit dem vergleicht, was Gott mir bietet. Selbstverständlich ist es in einer gesunden Beziehung nicht so, dass man auf das Hundertstel genau überprüft, dass Input und Output immer im Verhältnis 50:50 sind. Aber trotzdem würden wir unseren Freunden dazu raten, ihre Beziehungen zu ihren Freunden oder Partnern zu hinterfragen, wenn wir merken, dass sie viel mehr in die Beziehung investieren als ihr Gegenpart. Würde ich also als Außenstehende auf die Beziehung schauen, die Gott zu mir hat, dann würde ich ihm vielleicht auch eher dazu raten mich fallen zu lassen. Und doch könnte das nicht weiter entfernt davon sein, wie Gott sich mir gegenüber verhält. Ein langer Weg Gott liebt uns bedingungslos. Das hat bestimmt jeder von euch schon tausendmal gehört. Schließlich gehört das gewissermaßen zu den Basics des Glaubens, die einem als erstes mit auf den Weg gegeben werden. Trotzdem möchte ich euch mit meinem Beitrag heute daran erinnern. Denn auch ich habe das schon tausendmal gehört und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich immer noch mitten in dem Prozess stecke, es tatsächlich in seinem ganzen Ausmaß zu verstehen. Und mit jedem Schritt gerate ich ein bisschen mehr ins Staunen darüber, wie groß Gottes Liebe eigentlich ist und dass sie ausgerechnet mir zu Teil wird. Deswegen lest ihr auch schon wieder einen Beitrag zu diesem Thema. Ironischerweise ist mir selber erst beim Schreiben aufgefallen, dass es in meinem letzten Beitrag auch um Gottes Liebe ging. Aber nachdem es in meinem letzten Beitrag vor allem darum ging, dass Gott alle Menschen liebt und wir das in unserem Umgang mit unseren Mitmenschen immer im Hinterkopf haben sollten, geht es heute mehr um unsere eigene Beziehung zu Gott. Ich hoffe also, heute zumindest nochmal eine etwas andere Facette des Themas abzudecken. Im nächsten Beitrag schaffe ich es dann vielleicht endlich etwas zu schreiben, was in eine ganz andere Richtung geht, damit ich euch nicht immer ähnliche Themen auftische.😉 Geschenkideen für Gott Ich glaube, manchmal ist es für uns als Menschen schwer zu verstehen, dass Gott tatsächlich nicht viel mehr von uns verlangt, als an der Beziehung zu ihm festzuhalten. Dass wir für ihn wertvoll sind, auch wenn wir ihm nicht viel zu bieten haben. Dass er keine Liste darüber führt, wie oft er für die Dinge, die er für uns tut, auch eine Gegenleistung bekommt. Trotzdem ist es natürlich nicht falsch, ihm auch etwas zurückgeben zu wollen. Nicht aus dem Bedürfnis heraus, sich seine Liebe aus eigener Kraft verdienen zu wollen, sondern einfach aus dem Bedürfnis heraus, ihm eine Freude zu machen. Aber wie funktioniert das? Wenn man für Gott ein passendes Geschenk finden müsste, scheint das auf den ersten Blick gar nicht so leicht. Was schenkt man jemandem, dem schon alles gehört? Was kann man jemandem anbieten, der allmächtig ist? Zum Glück hat Gott uns eine Wunschliste mit auf den Weg gegeben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10,27) Ich habe mir eine ganze Weile Gedanken darüber gemacht, was wir machen können, um Gott eine Freude zu machen, um ihm etwas zurückzugeben, und am Ende bin ich immer wieder bei diesen zwei Geboten gelandet. Denn am Ende geht es vor allem darum, Gott und unsere Beziehung zu ihm wertzuschätzen. Nicht nur seine Geschenke anzunehmen und sich sonst nicht für ihn zu interessieren, sondern Zeit mit ihm zu verbringen und zu versuchen, ihn immer besser kennenzulernen. Ihn beim Erreichen seiner Ziele zu unterstützen, indem wir uns in seinen Dienst stellen und versuchen, möglichst viele Menschen zu ihm zu führen. Anzuwenden, was wir von ihm gelernt haben und unseren Mitmenschen mit der gleichen bedingungslosen Liebe zu begegnen. Das sind die Geschenke, über die sich Gott am meisten freut. Das ist der Weg, wie wir ihm etwas zurückgeben können für all das, was er uns gibt. Eine vermeintlich simple Botschaft Während ich diesen Beitrag schreibe, gerate ich selbst etwas ins Schmunzeln. Da denkt man ewig über ein Thema nach auf der Suche nach ein paar interessanten, neuen Gedanken für einen Blog-Beitrag und alles, was dabei herauskommt, ist: Gott liebt uns und wir sollen ihn und unseren Nächsten auch lieben. Neu und originell sind diese Gedanken wohl eher nicht. Aber ich glaube, es hat seinen Grund, dass wir nicht nur diesen einen Satz, sondern die ganze Bibel bekommen haben, um genau diese Dinge zu verstehen. Denn ganz so simpel wie sie auf den ersten Blick scheinen, sind sie leider nicht zu verstehen und umzusetzen. Das merke ich selbst in meinem Leben immer wieder und ihr merkt es daran, dass ich immer wieder darüber schreibe. Nun bin ich seit fast acht Jahren getauft und habe das Gefühl, ich fange gerade erst an die Basics zu verstehen. Nicht nur in der Theorie zu begreifen, was ich seit vielen Jahren in der Bibel lese, sondern tatsächlich zu verinnerlichen, was diese Dinge für mich bedeuten. Nicht nur etwas über Gott zu lernen, sondern ihn tatsächlich persönlich kennenzulernen und über das zu staunen, was ich sehe. Also ganz egal, wo ihr gerade auf eurem Weg seid und welche Themen euch diese Woche bewegen: Ich wünsche euch, dass ihr euch zwischendrin zurücklehnen und daran zurückerinnern könnt, wie sehr Gott euch liebt und dass ihr darüber aufs Neue ins Staunen geratet. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- SCHEITERN
Das will niemand. Um nicht zu scheitern, entwickelt der Mensch schon früh eine Strategie. Eine Auswirkung einer solchen Erfahrung erleben wir gerade im Ukraine Krieg. Putin hat wohl schon im Kindergarten gemerkt, wie sinnvoll es für seinen Erfolg ist, zuzuschlagen bevor die anderen Kinder ihn bedrängen. Nach dieser Devise handelt er heute noch, auch als "diktatorischer" Präsident Russlands. Wie ist das mit dem Scheitern, muss es wirklich verhindert werden, scheitert Gott womöglich auch? Damit möchte ich mich heute einmal beschäftigen und ein paar Beispiele anführen. Den Begriff hörte ich vor ein paar Wochen in einem Interview. Darin ging es um ein Buch über das Scheitern. Seitdem bewegte ich das Wort in meinen Gedanken. Am Ende der Woche hörte ich es mehrmals auf einem Symposium im Kontext Schule. Dort forderten die Referenten das Scheitern geradezu ein. Scheitern bringt weiter, hieß es. Scheitern will gelernt sein Mir ist aufgefallen, dass in vielen Blog-Beiträgen Sorgen thematisiert werden. Es wird nach einem Umgang mit Sorgen gesucht. Wie löse ich Sorgen auf? Ich denke ein Ursprung für Sorge ist die Angst vor dem Scheitern. Es soll unbedingt verhindert werden. In der Gesellschaft wird uns das immer wieder vorgelebt. Fehler von Politikern werden gnadenlos verfolgt und nicht eher Ruhe gegeben, bis er/sie die Konsequenzen zieht. Meistens ist dies der Rücktritt. Die Suche nach dem/der Schuldigen ist wichtiger als das Aufarbeiten und Bearbeiten des Fehlers. So hat sich eine Schuldkultur bei uns etabliert. Die negative Seite dieser Verhinderungsstrategie ist die persönliche Veränderung eines Menschen. Er wird mutlos, erstarrt, wird depressiv und erkrankt. Muss das wirklich so sein? Gehört nicht vielmehr das Scheitern zum Menschsein dazu? Für mich ist Scheitern ein Leben lang dabei. Durch Fehler lerne ich dazu. Mache wertvolle Erfahrungen, ändere meine Einstellung, komme in Bewegung und nehme am Leben teil. Zwei Beispiele Als ich Jesus kennenlernte war ich sehr bewegt. Mit großer Begeisterung berichtete ich meinen Familienangehörigen, meinen Freunden und Bekannten davon. Keiner wollte es hören. Keiner war bereit und viele waren regelrecht abgestoßen von mir und meiner Erkenntnis. Die Beziehungen blieben auf der Strecke. Es hat lange Zeit gedauert, bis ich wieder einen halbwegs normalen Umgang in der Familie hergestellt hatte. Freunde und Bekannte sind fast alle nicht mehr da. Natürlich habe ich das damals als natürliche Reaktion der Anderen eingeordnet. Jesus kündigt das Verhalten schließlich auch an. Heute weiß ich, dass ich gescheitert bin. Ich versagte mit meinem Ziel, meinen mir nahestehenden Menschen von der Liebe Jesu zu berichten. Davon, dass er die Probleme der Welt löst und eine Welt mit wiedergeborenen Nachfolgern aufbaut. Seitdem ich mir das eingestehe, kann ich auch an meinem Verhalten arbeiten. Heute nehme ich mir vor, mehr den Menschen und seine Lebenswirklichkeit in den Blick zu nehmen. Ihn erst mal so anzunehmen, wie er ist. Und nicht mit der Forderung der Umkehr sprichwörtlich mit der Tür ins Haus zu fallen. Arbeitslos sein wird als persönliches Scheitern eingeordnet. Egal ob selbst verschuldet oder durch die äußeren Umstände verschuldet. Zu Beginn der "Corona-Zeit" war ich arbeitslos. Schnell waren die Gedanken bei mir. Warum passiert mir das? Warum bin gerade ich als einer der ersten betroffen? Gottseidank war ich durch frühere Erfahrungen schon etwas geübt darin, diese Gedanken nicht zu stark werden zu lassen. Ich hob den Kopf an und fand schnell eine neue Herausforderung. Heute sage ich, dass mich das Scheitern voran gebracht hat. Gott und Scheitern Das kann ich mir nicht vorstellen. Der allmächtige Gott kann nicht scheitern. Oder? Der HERR sah, dass die Menschen voller Bosheit waren. Jede Stunde, jeden Tag ihres Lebens hatten sie nur eines im Sinn: Böses planen, Böses tun. Der HERR war tieftraurig darüber und wünschte, er hätte die Menschen nie erschaffen. »Ich werde die Menschen, die ich gemacht habe, wieder vernichten!«, sagte er. »Ja, nicht nur die Menschen – auch die Tiere auf der Erde, von den größten bis zu den kleinsten, und ebenso die Vögel am Himmel. Es wäre besser gewesen, ich hätte sie erst gar nicht erschaffen.« 1. Mose 6, 5-7 Hier, noch ganz am Anfang der Bibel, stellt Gott fest, dass irgendetwas schief läuft mit seiner Schöpfung. Beim Schöpfungsbericht war noch alles gut. Jetzt steht das Projekt vor dem Aus. Gott sieht ein, dass er gescheitert ist. Der Mensch läuft aus dem Ruder. Er verhält sich Böse, durch und durch. So war das scheinbar nicht gewollt. Ja, Gott hat die Menschen und die Tiere nicht vernichtet. Das sehe ich nicht zuletzt daran, dass ich hier diesen Blog schreibe und ihr ihn lest. Gott hatte ein Einsehen, besann sich und fand eine Lösung, mit der Situation umzugehen. Und das ist für mich das vorbildliche Verhalten, mit Scheitern umzugehen. Gott resigniert nicht. Er kommt ins Tun und rettet sein Vorhaben. Er gibt nicht auf. Er bleibt dran. Er ist treu, er verlässt sein Ziel nicht aus den Augen. Er ist gerecht. Später lese ich in der Bibel von einigen Propheten, die Israel, dem Volk Gottes aufzeigen sollten, was geschieht, wenn sie so weiterleben. Die meisten dieser Menschen scheiterten an ihrer Aufgabe. Oft wurden sie getötet. Der letzte dieser Propheten war Jesus. Er verkündete den damaligen Israeliten das kommende Reich Gottes. Doch die Führer nahmen ihn nicht ernst. Sie fürchteten den Verlust ihrer Macht, ihrer Stellung und den damit verbundenen Vorzügen. Dem eigenen Scheitern kamen sie zuvor, indem sie Jesus töteten. So kam es zur Kreuzigung. Und zu diesen Worten kurz vor seinem Tod. Gegen drei Uhr schrie Jesus laut: »Eli, Eli, lema sabachtani?« Das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« Matthäus 27,46 Ohje, nun war Jesus gescheitert. Sein Leben ausgelöscht. Alles umsonst. Er wurde nicht verstanden. Die Rettung der Menschen nur ein schöner Gedanke. Sie nahmen seine Ideen nicht an. Der Erlösungsweg war gescheitert. Aus, Ende, vorbei. Auch hier wissen alle, dass dies nicht so ist. Aus dem Scheitern ist der Ausweg für Alle geworden. Jesus ist auferstanden. Er lebt. Und alle die seitdem zu ihm gehören werden auch auferstehen. Am Tag seines Wiederkommens. Auf den ich mit Sehnsucht warte. In diesem Sinne, wünsche ich dir proaktive Handlungsideen. Ingo Übrigens, die Worte Jesu aus dem letzen Bibelzitat stammen aus dem Psalm 22 von David. Es ist interessant zu lesen, welche Wendung hier beschrieben wird. Zum weiteren Vertiefen: Im Netz habe ich diesen Artikel gefunden. Warum Scheitern wichtig ist Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Ingo Tauchert
- Gemeinschaft
Ganz ehrlich: Hätte mich vor ein paar Jahren jemand gefragt, ob ich in die Kirche zu einem evangelischen Gottesdienst mitkommen möchte, hätte ich wahrscheinlich dankend abgelehnt. Zu stark waren die negativen Assoziationen. Leise sein, langweilige Predigt, harte Bänke, Gebete, die ich nicht auswendig kann, Lieder die ich nicht kenne, schräge Orgelklänge, Kleingeld für den Klingelbeutel bereithalten. Außerdem viele verschiedene "Kirchenbegriffe" mit denen ich nichts anfangen kann. Der ganze Gottesdienst wirkte auf mich sehr steif, gezwungen und aufgesetzt. Und leider langweilig. Mir fehlte ganz klar die Lebendigkeit. Den letzten Versuch, mich der "Kirche" näher zu bringen, startete ich während meiner Studentenzeit, als ich anfing, ehrenamtlich für circa 1,5 Jahre einen ökumenischen "Gefängnischor" mit anzuleiten und somit etwas positivere Erfahrungen mit der "Kirche" zu machen. Davon kann ich ja mal in einem anderen Blogbeitrag berichten. Vor ein paar Wochen wurde ich zu einem evangelischen Gottesdienst eingeladen und komischerweise sagte ich sofort ja. Warum? Ich wurde neugierig und wollte wissen, ob sich etwas verändert hat. Und die Freundin, die mich eingeladen hat, ist sehr begeistert von dem Pastor. Das motivierte mich. Die Kirche ist nebenan und es war eine gute Gelegenheit, diese von innen zu sehen und kennenzulernen. Um nicht aufzufallen, versuchte ich mich etwas vorzubereiten. Kleingeld in die Hosentasche, Maske auf! Pünktlich sein. Angekommen. Erster Eindruck: Irgendwie heimelig. Die Bänke hatten Sitzpolster und waren sogar fast bequem. Die Wände zierten warme Farbtöne. Es gab keine riesigen, unheimlichen "Jesuskreuze". Ich kannte sogar ein paar Lieder und die, welche ich nicht kannte, waren auch sehr schön. Die Orgel hat zu meinem Glück nur ein paar Lieder begleitet, ansonsten gab es einen wunderbaren Chor, Klavierbegleitung und eine Solo-Sängerin. Die Predigt des Pastors war erfreulicherweise lebensnah, aus dem Alltag. Nicht zu kurz und nicht zu lang. Das hat mir sehr gut gefallen. Nach dem Gottesdienst wurde noch zum Grillen im Gemeindehaus eingeladen, um den Nachmittag gemeinsam nett ausklingen zu lassen und sich besser kennenzulernen, denn der Pastor ist neu in der Gemeinde. Eine sehr schöne Idee. Am Grillfest danach habe ich nicht teilgenommen, weil ich es komisch und zu persönlich fand als Nichtmitglied dorthin zu gehen. Insgesamt war es ein schöner Gottesdienst, den ich auch wieder besuchen würde. Zwischendurch kamen bei mir sogar echte Gefühle der Verbundenheit auf. Einerseits die Verbundenheit im Glauben zu anderen Christ*Innen und andererseits konnte ich die Verbindung zu Gott und Jesus in ein paar Momenten spüren. In meinem Kopf meldete sich der Wunsch und damit auch die Sehnsucht nach Gemeinschaft im Glauben, einer Ortsgemeinde. Zusammen leben, sich gegenseitig und hilfsbedürftige Menschen im Alltag unterstützen. Ja, ich wünsche mir einen Ort, der offen und gestaltbar ist, wo ich meine Fähigkeiten und Stärken einbringen kann. Zeit, in der ich meiner Berufung gemeinsam mit anderen "Berufenen" folgen kann: Zu glauben; Gottes Liebe zu verkünden und Nächstenliebe zu leben, wie Jesus. Er hat uns gerettet und uns dazu berufen, ganz zu ihm zu gehören. Nicht etwa, weil wir das verdient hätten, sondern aus Gnade und freiem Entschluss. Denn schon vor allen Zeiten war es Gottes Plan, uns in seinem Sohn Jesus Christus seine erbarmende Liebe zu schenken. (2. Timotheus 1,9) Bis zum nächsten Mal! Eure Freya Rise up and shine!
- Warrior oder Worrier?
In der englischen Sprache gibt es Wörter, die besonders für uns deutsche Ohren ähnlich klingen, doch völlig unterschiedlich geschrieben werden, und im Deutschen jeweils etwas ganz Anderes bedeuten. Ein Beispiel dafür ist der im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben ziemlich passende “Warrior” (dt. Krieger / Kämpfer) und im Gegensatz dazu der “Worrier” (dt. Sorgenmacher). Häufig bin ich eher Letzteres. Wenn am Ende einer beunruhigenden Zeit alles gut gegangen ist und ich mir völlig umsonst Sorgen gemacht habe, ärgere ich mich häufig über mich selbst; kennt man doch als Christ aus der Bibel folgende Verse: “Seid um nichts besorgt [...]” (Philipper 4,6) “fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ja, ich helfe dir [...]” (Jesaja 41,10) “Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt […]. Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner Lebenslänge eine Elle zusetzen?” (Matthäus 6,25-27) Es gibt so viele Verse, die dieses Thema beinhalten - und doch scheinen sie in besorgniserregenden Situationen sehr selten in meinem Kopf anzukommen. Woran liegt das? Laut wissenschaftlichen Studien sind nur 3 Prozent unserer rund 60.000 Gedanken am Tag positiv.* Da ist es, finde ich, kein Wunder, dass Depressionen und Angststörungen - wie Hypochondrie, soziale Angst oder Panikstörungen, um nur ein paar zu nennen - weltweit die häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen darstellen. Der Soziologe Dr. Roland Paulsen erwähnt in seinem Buch “Die große Angst”, dass viele Menschen heutzutage nicht gut mit Unsicherheiten klarkommen – bei so vielen Auswahlmöglichkeiten, maßlosem Überfluss und gleichzeitig dem sozialen Leistungsdruck, in allem der Größte, Schönste, Schnellste (…) sein zu müssen, scheint es schon fast überlebenswichtig, Situationen richtig berechnen und Risiken perfekt abwägen zu können. Fehler werden allgemein als Schwäche angesehen; bei dem Versuch, diese zu vermeiden, kann es zu Kontrollzwängen kommen. Auch während der Ungewissheiten in der angespannten Corona-Zeit schaute man ständig auf die Wissenschaftler, die neue Kurvenverläufe berechneten, und die Politiker, die daraus neue Maßnahmen für unser Leben ableiteten. Das Leben drehte sich nur noch darum. Noch weiter ins persönliche Leben hinein, macht man sich Sorgen über den Job, bis hin zu möglichen Krankheiten. Die “Was, wenn...”-Frage ist dabei häufig mit von der Partie. Wie bereits erwähnt, hat mich dieses Thema vor kurzem besonders stark beschäftigt. Nachdem ich nur für eine kurze Zeit an einer Harnwegsinfektion litt und froh war, diese wieder abgeschüttelt haben zu können (so dachte ich), sind bei mir Schmerzen am seitlichen Rücken entstanden. Nach ein bisschen Gegoogle fand ich heraus, dass ein Grund dafür tatsächlich noch immer meine Harnwegsinfektion sein konnte, die vielleicht bis in meine Nieren gewandert ist. Jedoch bin ich am Tag des Auftauchens dieser wirklich seltsamen Schmerzen nach längerer Zeit mal wieder sportlich aktiv gewesen - vielleicht war es doch nur das Resultat einer Muskelzerrung? Da ich das ohnehin schon überlastete britische Gesundheitssystem nicht unnötig weiterstrapazieren wollte, gab ich mir eine Frist von ein paar Tagen, um zu schauen, ob es nicht von selbst wieder besser wurde. Um die Schmerzen abends aushalten zu können, nahm ich mir Schmerztabletten zu Hilfe. Nach drei Tagen reichte es mir und ich rief beim Hausarzt an. Entgegen meiner (negativen) Erwartung bekam ich noch am selben Tag einen Termin. Ich erfuhr dann durch einen Test, dass ich tatsächlich noch immer eine starke Infektion hatte, die sogar sehr wahrscheinlich der Grund für die Rückenschmerzen war. Für die nächsten 7 Tage hieß es nun: Hallo, Antibiotikum! Obwohl ich froh über eine Diagnose war, fingen gleichzeitig meine Gedanken an, Karussell zufahren. Meine Google-Suche nach “worst case Szenarien” bei Niereninfektionen war dabei nicht gerade hilfreich. Was, wenn ich zu spät mit dem Antibiotikum angefangen habe und meine Nieren über die vergangenen zwei Wochen schon so stark beschädigt wurden, dass sie irgendwann aufhören, zu funktionieren? Angeblich merkt man es nicht gleich sofort, wenn dieser Fall eintritt! Was, wenn ich daran sterbe? Ein Krankheitsfall aus der Familie meines Mannes mit negativem Ausgang kam mir wieder in den Kopf. Es kann so schnell vorbei sein. Wie lebt man sein Leben, als sei jeder Tag der letzte? Es hörte gar nicht mehr auf. Am Abend der ersten Tabletten-Einnahme betete ich zu Gott und wunderte mich mal wieder darüber, wie oft und intensiv ich mich an ihn wende, wenn es mir schlecht geht; wenn alles gut ist, beschränken sich meine Dank-Gebete lediglich auf wenige Sätze ... AnschIießend testete ich noch den Wecker in meinem Smartphone, der während der vorherigen Tage ausgestelt war, da ich Urlaub hatte. Ich wollte am nächsten Tag nicht verschlafen und riskieren, zu spät zur Arbeit zu kommen ... Am nächsten Morgen wachte ich auf – allerdings nicht wie geplant vom Wecker! Der hatte nicht geklingelt.! Doch trotzdem war ich fast genau zur beabsichtigten Zeit wach! Welch ein Wunder! Mir kam sofort ein Gedanke: Ich hatte am Vorabend extra noch alles überprüft, trotzdem schien ich irgendeine technische Besonderheit übersehen zu haben, und dennoch hat Gott dafür gesorgt, dass ich nicht verschlafe! In meinem Kopf verband sich diese Erkenntnis mit dem Folgenden: In Bezug auf meine Niereninfektion kann ich dies als Zeichen sehen, dass ich diese Sorge loslassen kann. Ich kann mir noch so viele Sorgen machen, noch so viel planen und überprüfen, es kann immer etwas anders kommen, als beabsichtigt. Deshalb kann ich die Sorgen genau so gut loslassen und darauf vertrauen, dass ich nicht alleine bin, sondern Gott an meiner Seite ist. Und wenn es wirklich hart auf hart kommt und ich sterbe (was uns allen auf dieser Welt ja irgendwann bevorsteht), habe ich die Zuversicht, dass Gott mich auch dann am Ende wieder aufwecken wird - sogar ohne Wecker! Diese frühmorgendliche Erfahrung hat mich durch den ganzen Tag getragen und mir einen inneren Frieden gebracht, den ich mir in dieser Situation nie hätte erträumen können. Ich teilte diese Erfahrung in unserer Study Group, die (zufällig) am selben Abend stattfand. Dort erfuhr ich von einer Schwester, die im medizinischen Bereich tätig ist, dass sie bereits viel schlimmere Symptome bei einer Niereninfektion gehabt habe, die auch keine bleibenden Schäden hinterlassen hätten. Und ein Bruder berichtete mir am nächsten Tag von seiner Erkenntnis, die er zu diesem Thema durch die Geschichte von Abraham gewonnen hat. Freundlicherweise gab er mir die Erlaubnis, diese hier zu teilen (danke dafür!): “Ich habe gerade etwas über Abraham gelesen. Da stand einfach nur, dass die Essenz seiner Geschichte ist, dass er sich auf den Weg gemacht hat, ohne das Ziel zu kennen, und einfach vertraut hat, dass Gott alles zum Guten führen wird. Und so sind wir ja alle auf dem Weg und es kann potentiell für alle dramatisch und schlecht enden (in diesem Leben), aber daran gibt es eh keinen Weg vorbei. Der Unterschied für uns gegenüber Atheisten ist, dass wir vertrauen dürfen, dass wir mit einem unterwegs sind, der den Weg kennt. Und der sogar im besten Fall den Weg für uns zum Positiven ändert. Und selbst wenn nicht, dann wissen wir, dass es irgendwie im großen Ganzen besser war, dass es so gekommen ist, warum auch immer. Und obendrein ist der Tod ja auch nicht das Ziel, sondern das Ziel liegt noch dahinter. Irgendwie hat mich das gerade beruhigt, weil es so einfach ist. Einfach dieser Gedanke, dass der Weg für alle ungewiss und unheimlich ist, aber wir laufen wenigstens mit dem, der den Weg kennt, anstatt komplett planlos.” Ich finde, besser kann man es nicht ausdrücken. Deshalb kann ich an dieser Stelle nur noch einmal auf folgenden Bibelvers hinweisen, den ich oben bereits zur Hälfe zitiert, dabei jedoch den wichtigen zweiten Teil weggelassen habe: “Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.” (Philipper 4,6) Vertraut euch Gott an, redet mit ihm, und gebt eure Sorgen an ihn ab. Ebenso hat Gott uns die Freundschaft und die Gemeinschaft mit anderen gegeben, dass man sich gegenseitig hilft und erbaut: “Darum tröstet euch untereinander und einer erbaue den andern [...]” (1. Thessalonicher. 5,11) Deshalb ist es so wichtig, sich auch einander anzuvertrauen, wenn es einem nicht gut geht. Die Erfahrung hat mir bisher gezeigt, dass es mir meistens hinterher besser geht, als wenn ich allein mit meinen dunklen Gedanken geblieben wäre. Für diese gewonnenen Erkenntnisse bin ich sehr dankbar. Ich hoffe, sie helfen dem ein oder anderen ebenso, vom Worrier zum Warrior zu werden, und anstatt mit Angst und Sorge mit Zuversicht, Hilfsbereitschaft und Liebe durch das Leben zu gehen. Und mit Gott an der Seite, der den Weg kennt. TIPP: Versucht einmal, bei Sorgen nicht die “Was, wenn”-Frage zu stellen, sondern stattdessen einen “Selbst wenn...”-Satz zu formulieren. Dies lenkt den Fokus vom Problem auf das worst case Szenario, welches unter Umständen gar nicht so schlimm ist, wie man vorher gedacht hat. Und dann ist es an der Zeit für: Let go and let God. Eure Hannah-Mi *https://www.emotion.de/psychologie-partnerschaft/staendige-sorgen-angst Gelegentliche Gastbeitrag-Schreiberin, hat grundsätzlich eine positive Einstellung, mag tiefsinnige Gespräche, liebt es, zu lachen, fühlt sich Gott in der Natur am nächsten, teilt die Ansicht 'Gemeinschaft ist trotz Unterschiede möglich' und lebt mit Mann und 2 Katzen in Schottland.
- Zusammen ist man weniger allein
Seit über 2 Jahren schreiben wir nun diesen Blog. Ein großes Dankeschön an alle, die regelmäßig reinschauen! Ich denke ich spreche für alle Autoren hier, wenn ich sage, dass wir hoffen, dass ihr immer wieder etwas mitnehmen könnt aus dem, was wir so schreiben. Wir hoffen, dass es euch auf die eine oder andere Weise hilft, erbaut, zum Nachdenken anregt und somit auf eurem Weg begleitet – was auch immer der Weg sein mag oder wo auch immer er gerade hinführt. Ich spreche auch für alle, wenn ich sage: Dieser Blog ist auch für uns, denn er begleitet auch uns auf unserem Weg – auf dem Weg, eine Gemeinde zu bauen! Vielleicht erinnern sich noch einige von euch an unseren ersten Beitrag (falls nicht, schaut gerne noch mal rein 😉), in dem wir versucht haben, mit wenigen Worten zusammenzufassen, was dieser Blog für uns ist. Neben der offensichtlichen Aufgabe, uns und andere mit unseren Gedanken und Erlebnissen aufzubauen oder auch mal herauszufordern, ist er für uns auch ein ganz praktisches erstes gemeinsames Projekt: Ein (virtueller) Ort, an dem wir Autoren einen Vorgeschmack darauf bekommen, was es heißt, zusammen zu arbeiten, um ein großes Projekt umzusetzen. Und damit ist der Blog hier ein wunderbares Bild auf unsere zukünftige Gemeinde: Ein Ort, der für uns ist, aber noch mehr für andere! Warum schreibe ich das heute, wo wir uns doch nun schon ein gutes Stück weit im dritten Blog-Jahr befinden und das Jubiläum längst verstrichen ist? Weil heute Pfingst-Montag ist! Und neben den offensichtlichen und bekannten Wundern, die an Pfingsten vor rund 2000 Jahren geschehen sind, ist vor allem eines passiert: eine Gemeinde wurde gegründet. Bereits die Geschehnisse an Pfingsten selbst zeigen die zwei Pfeiler, die das Grundgerüst einer jeden Gemeinde sein sollten: Gemeinschaft und Verkündigung. „Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“ (Apostelgeschichte 2,41+42) Nachdem die Apostel – allen voran Petrus, aber auch viele andere – eindrücklich die frohe Botschaft verkündet hatten, ließen sich noch am gleichen Tag 3000 Menschen taufen. Natürlich war das ein absolutes Ausnahme-Event! Aber es zeigt, was eine kleine Gruppe von (weltlich betrachtet völlig unbedeutenden) Menschen erreichen kann, wenn sie mit Gott unterwegs ist. Und es zeigt auch: Gott hat zwar durch seinen Geist bei der Vermittlung geholfen (vgl. Apostelgeschichte 2,1-8), aber die Botschaft brauchte kein weiteres Eingreifen – sie hatte genug Kraft, um selbstständig mehrere Tausend Menschen innerlich so zu bewegen, dass sie innerhalb eines Tages einen ganz neuen Weg für ihr weiteres Leben einschlugen. Und noch etwas fällt mir heute beim Lesen besonders auf: All das war nur möglich, weil alle „an einem Ort beisammen“ (Apostelgeschichte 2,1) waren. Das ist die Kraft, die eine Gemeinde haben kann! 😊 So ist die erste Gemeinde entstanden und so entwickelte sie sich auch ab dem Zeitpunkt weiter: „Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk.“ (Apostelgeschichte 2,44-47) An diesen Versen sind gleich mehrere Dinge interessant: Zuerst fällt wieder auf, dass alle Gläubiggewordenen beisammen waren. Direkte Gemeinschaft scheint ein Kernelement der ersten Gemeinde gewesen zu sein, das maßgeblich zur Freude aller aber auch zur Wirkkraft der Gemeinde beitrug. Genau da wollen auch wir hin: eine Gemeinde für uns und für andere. Der zweite Aspekt löst bei dem ein oder anderen vielleicht akute Bauchschmerzen aus: Die Mitglieder der ersten Gemeinde haben all ihren Besitz in einen Topf geschmissen und gemeinsam davon gelebt. Erst mal vorweg: Nein, das ist nicht, was wir vorhaben 😉 Ich denke die Umstände haben sich in den letzten 2000 Jahren stark verändert und unter anderem unser gutes Sozialsystem in Deutschland trägt dazu bei, dass niemand mehr ganz ohne Mittel dastehen muss und völlig auf die Unterstützung der Gemeinde angewiesen ist. Trotzdem finde ich diesen Punkt höchst spannend, da er zum einen zeigt, wie viel Leidenschaft und Überzeugung die ersten Glaubensgeschwister an den Tag gelegt haben müssen, und andererseits herausfordert, die eigenen Prioritäten zu hinterfragen. Gerade heute und in einem reichen Land wie Deutschland ist für mich persönlich die Frage sehr relevant, wie sehr ich eigentlich an meinem ganzen Besitz hänge und ob das eigentlich noch gesund und in Gottes Sinn ist … Als dritter Punkt ist mir das Wort „täglich“ ins Auge gesprungen. Unsere bisherige Gemeindestruktur mit vielen Kilometern zwischen den einzelnen Geschwistern macht eine tägliche Gemeinschaft unmöglich. Da schafft leider auch die modernste Technik keine Abhilfe. Auch in Zukunft wird es nicht so sein, dass wir wortwörtlich täglich zusammenkommen werden. Aber in einer Stadt mit einem festen Gemeinderaum und wenigen Fahrradminuten zwischen uns, wird die Gemeinde viel stärker Teil unseres Alltags werden, als sie es für uns jemals war. Darauf freue ich mich ungemein! Zwei weitere Begriffe, die mich immer wieder ansprechen, wenn ich die Verse 44 bis 47 lese, sind „Jubel“ und „Schlichtheit des Herzens“. Für mich drückt sich hier genau der Charakter aus, der eine christliche Gemeinde ausmachen sollte. Wir glauben an und verkünden die frohe Botschaft – Jubel muss also unbedingt etwas sein, was man bei uns antrifft. Der Verweis auf die „Schlichtheit des Herzens“ holt uns aber gleichzeitig wieder auf den Boden zurück. Ja, wir haben eine wunderbare Botschaft, die wir gerne weitergeben wollen. Aber weder sollte uns das überheblich gegenüber unserer Umwelt machen („Wir haben etwas sehr Wertvolles, das ihr nicht habt!“), noch sollte man in unserer Gemeinde Gedanken von Überheblichkeit, Abfälligkeit, Neid, Schadenfreude oder sonst irgendetwas in der Richtung finden. Die Gefahr besteht heute genauso wie vor 2000 Jahren, wenn wir wirklich jeden willkommen heißen und folglich ein bunt gemischter Haufen von Menschen jeglichen gesellschaftlichen Standes, kulturellen Hintergrundes, Hautfarbe, etc. sind. „Jubel und Schlichtheit des Herzens“ – das klingt nach einer Gemeinde, von der ich ein Teil sein möchte! Und es klingt auch nach einer Gemeinde, die „Gunst beim ganzen Volk“ (Apostelgeschichte 2,47) finden könnte 😉 Ich finde es unglaublich inspirierend jetzt an Pfingsten noch einmal auf die erste Gemeinde zu blicken. Es ist für mich gleichzeitig ein Blick zurück und nach vorne. Während ich diesen Text geschrieben habe, habe ich mich selbst noch einmal motiviert, nicht müde zu werden und weiter an unserem Projekt zu arbeiten. Damals wie heute gilt dieselbe frohe Botschaft von Gottes Liebe zu uns, und damals wie heute möchte Gott Menschen benutzen, um nicht nur davon zu erzählen, sondern die Liebe auch ganz praktisch weiterzugeben. Das ist unser großes Ziel als Gemeinde vor Ort: Einen Raum für unser eigenes Wachstum und unsere Erbauung schaffen, aber vor allem auch Liebe praktisch in unserem Umfeld zu leben, auf eine Art, wie wir es als Gemeinde noch nie zuvor konnten. Zusammen ist man eben weniger allein - das gilt sowohl für uns, die wir schon zur Gemeinde gehören wollen, als auch für alle, die noch auf der Suche sind nach einem Ort, wo sie sich theologisch und menschlich zuhause fühlen können. Und wenn Gott gefällt, was wir tun, schenkt er uns vielleicht sogar über die Jahre noch viel mehr Gemeinschaft, so, wie er es schon in den ersten Gemeinden begonnen hat: „Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet wurden.“ (Apostelgeschichte 2,47) Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel Alle Bibelzitate stammen aus der Elberfelder Bibelübersetzung. Photo by Helena Lopes on Unsplash
- Sorgentausch
Schon mal gehört? Mir ist das Wort letztens bei unserem Bibelstudium aufgefallen. Ein Angebot Gottes für alle. Lange hallte das in mir nach und mit diesem Blog möchte ich mal Werbung dafür machen. Wenn ich so die Blogs der letzten zwei Jahre quer lese, dann finde ich viele Sorgen und Ängste. Und nicht nur da, auch bei mir selbst und in meinem Umfeld sind sie ständige Begleiter, die uns beschäftigen. Manches überkommt mich plötzlich und unvorbereitet, anderes kündigt sich schon länger an und sagt ab und zu mal „Hallo“. Es gehört zum Leben an sich und es macht mich stutzig, wenn mir jemand erzählt, er hätte keine Sorgen und schon gar keine Angst vor gar nichts. Mein Leben kommt mir dann oft sehr zerfleddert vor. Sorgen, die akut mit mir zu tun haben, kann ich aktiv bearbeiten. Manchmal habe ich nur was falsch verstanden oder ich muss meinen inneren Schweinehund überwinden und aktiv werden, dann werden diese automatisch kleiner. Andere sind wie dunkle Wolken, die mich ein Leben lang begleiten und ab und zu zum Gewitter werden. Gut, wenn ich dann weiß, wo ich Schutz suchen kann. Wieder andere drehen sich mehr um meine Liebsten und die Welt an sich. Gut, wenn ich dann weiß, wie das große Ganze zusammenhängt. Und wo und in was kann ich meine Sorgen umtauschen? Gerne zitieren wir folgenden Bibelvers, wenn es um unsere Sorgen geht: "Deshalb sorgt euch nicht um morgen – der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten mit sich bringt." (Matthäus 6,34) Sehr schön und bringt mir schon etwas zum Festhalten, wenn ich weiß, da gibt's eine übergeordnete Macht, die alles zusammenhält und ich muss mir keine Sorgen um mein tägliches (Über-)Leben machen. Doch der eigentliche Sinn erschließt sich aus dem Vers davor: "Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen."(Matthäus 6,33) … oder wie es in der Elberfelder-Übersetzung heißt: "Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden." (Matthäus 6,33)* Und schon fällt mir ein Lied dazu ein: „Trachtet zuerst nach Gottes Reich, seiner Gerechtigkeit … “ (Quelle: siehe unten) Dieser Teil sagt ganz deutlich, wie ich meine kleinen und großen Sorgen tauschen kann, indem ich aktiv werde. Hier wird mir gesagt, setze ich mich für das Reich Gottes ein, dann brauche ich mir keine Sorgen um mein Auskommen zu machen, ich werde VERSORGT. Meine Sorgen werden versorgt – und bestenfalls entsorgt. Wenn ich diesen Tausch annehme, dann entstehen Freiräume. Statt sorgenvoll und ängstlich gebückt durchs Leben zu gehen, kann ich mich offen und freudig für Gottes Reich einsetzen und für seine Gerechtigkeit! Klingt doch super! Nur, was bedeutet das denn jetzt und hier? Letzten Donnerstag haben wir an Christi Himmelfahrt gedacht. Ein Meilenstein in der Geschichte der ersten Christen. Sie machten sich Sorgen um die Zukunft und wünschten sich, dass sie endlich in einem freien Israel, ohne römische Besatzung, ihren Glauben leben und verbreiten dürfen. Jesus bestärkte sie in ihrem Glauben und sagte seinen Anhängern bevor er vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben wurde: "Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde." (Apostelgeschichte 1,8) Wieder einmal schön zu lesen, dass Jesu Anhänger, wie gebannt zum Himmel schauten, also eine ganz andere Haltung einnahmen, als von Angst und Sorge gebückt zu verharren. Ich schaue empor, öffne mich und so kann ich auch aufrecht und wach die Wiederkunft Christi auf diese Erde abwarten. Das nehme ich mir aus diesem Bild mit! Und eine zweite Erkenntnis drängt sich mir hier auf. Ich setze mich für Gottes Reich ein, ich trachte danach, wenn ich Zeuge bin. Ich erzähle von Gottes Plan für uns Menschen und für die Erde, versuche meinen Glauben zu leben, Liebe zu geben und in Anlehnung an 1. Korinther 13, geduldig, freundlich, zufrieden, nicht neidisch, gnädig, gerecht, ehrlich und treu zu sein. Und was ist mit der Gerechtigkeit? Jetzt hat es mich gepackt! Ich kann all die „doofen“, lästigen Sorgen ersetzen, in dem ich mich als Zeuge für das Reich Gottes übe. Beim Lesen von Gottes Wort zieht es sich durch die gesamte Bibel. (Konkordanz -> „Gerechtigkeit“) Jesaja sagt zum Beispiel: "Lernt wieder, Gutes zu tun! Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, tretet den Gewalttätern entgegen und verhelft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht!" (Jesaja 1,17) Ein Aspekt, der ganz klar von uns aus geht. Und ich lese auch von Gottes Gerechtigkeit. "Bei dir, HERR, habe ich mich geborgen; lass mich niemals zuschanden werden; rette mich in deiner Gerechtigkeit!" (Psalm 31,2)* Also zusammengefasst: Ich kann mein sorgenvolles Leben entsorgen, wenn ich von Gottes Reich rede und mich nach Jesu Vorbild für Gerechtigkeit einsetze, so verbreite ich die frohe Botschaft und werde ein Teil davon. Dann schaue ich nach oben in den Himmel und warte mit Zuversicht und Gewissheit auf die Wiederkehr unseres Königs Jesus Christus. "Wenn ihr Gerechtigkeit sät, werdet ihr meine Liebe und Treue ernten. Fangt ganz neu an wie ein Bauer, der ein brachliegendes Feld zum ersten Mal wieder bestellt! Denn die Zeit ist da, mich, den HERRN, zu suchen. Dann werde ich kommen und Gutes vom Himmel für euch regnen lassen." (Hosea 10,12) (In der Elberfelder und der Luther Übersetzung "regnet es Gerechtigkeit".) Sorgentausch – ein Angebot Gottes, dass ich annehmen will! Eure Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Die mit * gekennzeichneten sind Übersetzung Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen entnommen. Liedquelle: "Trachtet zuerst nach Gottes Reich" Orginaltitel: "Seek Ye First" Text & Melodie: Karen Lafferty Dt. Text: Barbara Werner 1972CCCM Music/Universal Music Brentwood Benson Publishing Für D, A, CH: SCM Hänssler, 71087 Holzgerlingen
- Dankbar durch die Quarantäne
Mai 2022. Nach über zwei Jahren ohne Corona hat es uns dann doch erwischt. Wie? Wir wissen es nicht. Ist ja aber im Grunde auch egal. Fakt ist, wir sitzen gerade in Quarantäne fest und dürfen nicht raus. Das ist schon relativ bescheiden, vor allem mit einem Baby und einem Kleinkind zu Hause und in einer Wohnung ohne Garten (dafür mit Mini-Balkon). Aber ich möchte mich hier bewusst nicht beschweren! Ich denke vielmehr, es geht uns immer noch relativ gut und es gibt viele schöne Dinge auch in dieser Zeit. Deswegen haben mein Mann und ich mal gesammelt, für was wir dankbar sind in der Zeit des „Nicht-Raus-Dürfens“ und das würde ich heute gerne mit euch teilen. Vielleicht ermuntert es ja den ein oder anderen ebenfalls, die Dinge positiv zu sehen. Sonnenschein: Die Sonne scheint jeden Vormittag so schön in unser Wohnzimmer. Man kann sich auf den warmen Boden setzen (oder wie unsere große Tochter gerne: legen) und die Sonnenstrahlen können einem den Rücken oder das Gesicht wärmen. Es fühlt sich auch sehr viel besser an, bei gutem Wetter „eingesperrt“ zu sein als bei schlechtem. So können wir jederzeit die Fenster öffnen und der Sonnenschein macht gute Laune. Wenn wir nicht raus dürfen, lassen wir das gute Wetter halt rein! Unser Balkon: Die Sonne und das schöne Wetter können wir auch auf unserem, wenn auch sehr kleinen, Balkon genießen. Es passt nicht viel auf den Balkon, aber immerhin zwei Stühle und ein kleiner Tisch. An dem Balkongeländer ist ein Sonnenschirm befestigt sowie zwei große Kästen mit Erdbeerpflanzen, die unfassbar gut blühen dieses Jahr. Für unsere Große konnten wir einen Mini-Wasserspielplatz mit der Babybadewanne unserer kleinen Tochter aufbauen und sie hat es geliebt. 😊 Den Balkon haben wir jetzt in dieser Zeit auf jeden Fall noch mehr zu schätzen gelernt. Ein kleines Stück Urlaub wortwörtlich direkt vor der Tür! Milder Verlauf: Es hat uns – Gott sei Dank – nicht schlimm erwischt. Wir waren am ersten Tag schon ziemlich angeschlagen, aber das hat sich sehr schnell wieder gebessert. Das Schöne war, dass es meinem Mann und mir nicht gleichzeitig schlecht ging. Den ersten Tag über lag mein Mann komplett flach und hat eigentlich nur geschlafen. In der Zeit war ich halbwegs fit und konnte mich um die Kinder kümmern. Nachmittags/Abends ging es mir dann zunehmend schlechter, meinem Mann aber wieder besser, sodass wir tauschen konnten. Einen Tag später konnten wir uns beide schon wieder fast uneingeschränkt und problemlos um die Kinder kümmern. Es hat sich (oder besser wurde) alles sehr gut zusammengefügt. 😊 Gemeinsam einsam: Wofür wir auch wirklich sehr dankbar sind, ist, dass es uns einfach alle auf einmal erwischt hat und wir alle fast gleichzeitig Symptome bekommen haben. So mussten wir nicht versuchen, die Kinder voneinander fernzuhalten oder sonstige Regelungen aufzustellen, damit sich nicht alle anstecken. Hier in unserer kleinen Corona-Kammer können wir einfach wir sein und zusammen Spaß haben, kuscheln, spielen, lesen, singen (soweit es möglich ist), kleine Tanzsessions einlegen und was uns sonst noch so einfällt. 😊 Und zuallerletzt sind wir unglaublich dankbar für all die lieben Menschen, die sich um uns sorgen und kümmern. Liebe Nachrichten und Nachfragen wie es uns geht, Balkongespräche, unendlich viele Hilfsangebote, Botengänge, Besorgungen, Müll runterbringen (was auf einmal problematisch wird, wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt) und eine kleine Schleich-Löwenfamilie als Geschenk gegen die Langeweile für unsere Große. Es gibt also viele Dinge, für die wir dankbar sind und die uns unsere Situation positiv sehen lassen. Vielleicht ermuntert es euch ja auch, die Dinge einfach mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Mehr braucht es oft nicht, um glücklich zu sein. 😉 „Ein frohes Herz ist die beste Medizin, aber ein niedergeschlagener Geist lässt die Glieder verdorren.“ (Sprüche 17,22) Eure Lisa ♥
- So sehr hat Gott die Welt geliebt
Der folgende Vers ist wahrscheinlich mit einer der bekanntesten Verse der Bibel. Zumindest bei uns in der Gemeinde ist es ein Vers, der in den allermeisten Bibeln unterstrichen, eingerahmt oder bunt angemalt ist: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er für sie seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3, 16) Dieser Vers fasst das Erlösungswerk auf wunderbare Weise zusammen. Gottes Liebe für die Welt war so groß, dass er sogar bereit war, seinen eigenen Sohn zu opfern, damit alle, die an ihn glauben, gerettet werden können. In letzter Zeit musste ich immer wieder an diesen Vers denken. Wenn ich die Nachrichten gucke und mir anschaue, was in der Welt so los ist, ist das was ich empfinde häufig weit von Liebe entfernt. Immer mehr werden wir konfrontiert mit dem Leid, das wir Menschen verursachen. Was soll daran schon liebenswert sein? Und doch lesen wir davon, dass Gott diesen Planet und seine Bewohner so sehr liebt, dass er seinen eigenen Sohn hingegeben hat, um sie zu retten. Diese Liebe muss wirklich verdammt groß sein, wenn er sogar vor diesem Schritt nicht zurückgeschreckt ist. Die Welt lieben Ich glaube, die Welt zu lieben, klingt für viele Christen im ersten Moment widersprüchlich. Die Bibel lehrt uns an vielen Stellen, dass „die Welt“ kein guter Ort ist. Immer wieder wird „die Welt“ als Bild für das Schlechte und Gegensatz des Göttlichen verwendet und wir werden vor ihr gewarnt, zum Beispiel hier in Jakobus: „Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes.“ (Jakobus 4, 4) Also warum liebt Gott diese Welt, obwohl so viel Schlechtes in ihr vorgeht? Ich glaube nicht, dass es bedeutet, dass Gott mit einer rosaroten Brille auf das Weltgeschehen sieht, das Schlechte ausblendet und alles gutheißt, was die Menschen tun. Ich glaube, er erkennt noch viel besser als wir, wie schrecklich die Dinge sind, die Menschen regelmäßig der Natur und einander antun. Wenn wir lesen, dass Gott die Welt geliebt hat, dann meint das vor allem, dass Gott der Meinung ist, die Welt ist es wert gerettet zu werden. Gott möchte möglichst jeden einzelnen retten. Und das sollten wir auch wollen. Aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind: Wie viele Menschen wollen wir tatsächlich retten? Wie vielen Menschen begegnen wir in unserem Alltag und wünschen uns nichts mehr, als dass sie mit uns im Königreich sein werden? Wenn ich diese Frage ehrlich beantworten müsste: Meine Liste wäre nicht sehr lang. Aber wenn ich die Menschen auf die Weise lieben würde, wie Gott es tut, dann hätte die Liste kein Ende. Deswegen möchte ich meinen Beitrag diese Woche nicht nur dazu nutzen, euch daran zu erinnern, dass Gott euch so sehr geliebt hat, dass er bereit war, seinen Sohn zu opfern. Sondern daran, dass er alle Menschen so sehr liebt, dass er sie retten möchte. Auch den großkotzigen Kollegen, der am liebsten nur über sich selbst redet. Auch den Nachbarn, der denkt, samstagmorgens um 7 Uhr ist die perfekte Zeit um den Rasen zu mähen. Auch die Dame an der Supermarktkasse, die denkt, dass man mit ihrem Einkaufswagen in den Hacken bestimmt viel schneller seine Einkäufe einpacken kann. Gott hätte am liebsten alle diese Menschen in seinem Reich und würde sich freuen, wenn sie sich für ihn entscheiden würden. Und das sollte auch unsere Einstellung sein. Deswegen lasst uns versuchen, die Menschen, denen wir begegnen, mit Gottes Augen zu sehen. Den Menschen losgelöst von seinen Fehlern zu betrachten. Uns bewusst zu machen, dass Gott diesen Menschen genauso retten möchte wie uns. Dass er ihn genauso liebt wie uns. Und dass wir das auch tun sollten. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Erhört
Bis gestern ist mir nichts eingefallen, worüber ich heute berichten könnte. Mit dem Zeitdruck kam auch der Stress und wenn ich gestresst bin, toben alle möglichen Gedanken durch meinen Kopf, die ich aber nicht sortieren kann. Deshalb blieb mir nichts Anderes übrig als zu beten. Und das verlief ungefähr so: Ich bin aufgestanden und auf dem Weg ins Bad habe ich kurz einen kleinen Gedanken an Gott geschickt: "Lieber Gott, bitte schenke mir eine Idee." Das hat eine Sekunde gedauert und lief fast unbewusst ab. Ich weiß noch, dass ich danach gedacht habe, dass das ja jetzt eh nichts bringt und dieses Gebet, wenn man es überhaupt als so etwas bezeichnen konnte, viel zu herzlos formuliert wurde. Ich habe mir ja nicht einmal richtig Zeit genommen dafür. Es gab keinen Einleitungssatz und kein Amen. Doch zum Glück lag ich falsch. Nachdem ich die Morgenroutine abgeschlossen hatte, ging ich in die Küche und schaute auf mein Smartphone. Eine Sprachnachricht einer Glaubensschwester und lieben Freundin, zu der ich eher wenig Kontakt habe, sprang mir entgegen. Gleich mal hineinhören: "Hey Freya, du ich hab‘ gerade gebacken und da kam mir ein Lied in den Kopf (lacht), das wir früher immer gesungen haben. Dieses „Ich hab‘ einen Freund, der mich nie verlässt…“ (singt). Ich weiß auch nicht warum, aber da musste ich an dich denken und dann musste ich dir das eben sagen!" In dem Moment war ich so glücklich und erleichtert über diese Nachricht. Irgendwie fügte sich dann alles. Mein Gebet wurde anscheinend sehr schnell erhört, obwohl ich selbst nicht einmal richtig daran geglaubt hatte. Diese Situation hat mir gezeigt, wie sehr ich mich auf Gott verlassen und darauf vertrauen kann, dass er meine Wege lenkt, wenn ich selbst keinen Ausweg sehe. Ich denke durch die Nachricht wollte Gott mich darauf aufmerksam machen, wie wichtig auch unsere Beziehung zu seinem Sohn ist und ich das hier und heute über diesen Blog der Welt mitteile sollte. Denn nicht nur sein Vater, sondern auch er ist bei uns an jedem Tag. Er ist wie ein Freund, der uns nie verlässt. In Gefahr ist er für mich da. Tag und Nacht gibt er auf mich Acht. Ich habe einen treuen Freund. Er wird wiederkommen als der König dieser Welt. Darum danken wir dir herzlich für deinen Sohn. Wir kennen ihn schon. Und wir warten alle froh vereint, dass unser Freund erscheint. Willst du wissen, wer es ist? Mein Freund heißt Jesus Christ.* In diesem Sinne wünsche ich euch eine erbauliche, sonnige Woche. Eure Freya Rise up and shine! * vgl. Text & Melodie: R. Hanßmann










