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- Unterm Feigenbaum
Mein kleiner Feigenbaum macht mir dieses Jahr besondere Freude. Ich besitze ihn schon seit vielen Jahren und hatte mal mehr, oft wenig, Erfolg Früchte zu ernten. In manchen Jahren hatte ich ernsthaft Grund zur Annahme, dass mein kleiner Baum von der Südhalbkugel dieser Erde stammt ☺️ , da die kleinen Fruchtansätze immer im Winter zum Vorschein kommen. Wenn ich das Bäumchen im lichten Treppenhaus überwintern lasse, sind die Blätter grün und es sieht gesund aus. Stelle ich es im milden Frühjahr wieder nach draußen, lässt es erstmal alle Blätter fallen. Komisch, denke ich, das sieht nach Herbst aus. In unseren unbeständigen Sommern erholt sich die Feigenpflanze wieder soweit, das sie zum Winter hin, wieder ergrünt, nach drinnen wandert. Dieses Jahr stutzte ich die dünnen Äste kräftig und die vielen Sonnensommerstunden taten ihr übriges. Jetzt sind kleine Fruchtansätze zu sehen und ich bin gespannt, ob diese sich bis zur Ernte entwickeln. Ich weiß noch, dass ich mir nicht ohne Grund einen Feigenbaum gekauft habe, schließlich ist es eine nicht unbedeutende, in der Bibel erwähnte Pflanze. Zugegeben, unter meinem Feigenbaum kann ich nicht sitzen. Ich hatte jedoch schon mal die Gelegenheit und das war gar nicht so weit weg. In der ältesten Gaststätte auf Spiekeroog wächst ein besonders schönes Exemplar geschützt an der Hauswand. Und dank dem milden Seeklima besonders üppig. In Spanien an der Costa Blanca durfte ich sogar die leckeren Früchte direkt vom Baum naschen. Grund genug, einmal ein wenig nachzuforschen und neue Erkenntnisse zu sammeln. Jeder kennt die erste Erwähnung in der Bibel, als Adam und Eva sich einfache Lendenschürzen aus den handtellergroßen, stabilen, grünen Blättern flochten, um ihre Nacktheit, die sie nach dem Sündenfall erkannten, zu verstecken. (1.Mose 3,7) In meinem Bücherregal befindet sich ein kleines Büchlein über biblische Pflanzen. Dort lese ich, dass so ein Baum 3 – 5 Meter hoch werden kann. Die ersten Früchte trägt er nach 7 Jahren und bei guter Pflege, sprich genug Wasser, kann ein Feigenbaum bis zu 50 Jahre alt werden. In Palästina, so steht es im Bibellexikon (1), kann man dreimal im Jahr ernten. Die ersten Früchte heißen Vorfeigen „pagim“. Diese sind nicht saftig, aber essbar, und sie zeigen an, dass der Winter vorbei ist. Die zweite Ernte beginnt Ende Mai, Anfang Juni. Jetzt werden die Frühfeigen „bikkurah“ vom Baum gepflückt. Diese saftigen Früchte sind nicht sehr lange haltbar und müssen rasch verzehrt werden. Die neuen Triebe aus dem Frühjahr tragen im August die späten Feigen „teenah“. Diese Ernte wird gerne getrocknet und zu „Klumpen“ oder Kuchen gepresst. Ein Feigenbaum kann einer ganzen Familie übers Jahr genug süße Früchte schenken, die zu allerlei orientalischen Köstlichkeiten verarbeitet werden. Der Baum spendet Schatten vor der Mittagshitze und Brennholz. Da kann ich gut verstehen, dass „Unterm Feigenbaum sitzen“ in der Bibel gerne als Bild für ein Leben ohne Sorgen, Hektik und Stress, genutzt wird. Feigen gehören zu den Schätzen des Landes der Verheißung, in das Gott sein Volk Israel führt und werden von den Kundschaftern als Beweis aus dem gelobten Land mitgebracht. Zu lesen in 5.Mose 8,8 Feigen wurden auf Märkten angeboten und als Medizin verwendet. Ein berühmter Patient, König Hiskia, wurde mit einem Umschlag aus Feigen von seinen Geschwüren geheilt. „Dann befahl Jesaja: »Man soll einen Umschlag aus gepressten Feigen machen und ihn auf das Geschwür des Königs legen!« Da wurde Hiskia gesund.“ (2.Könige 20,7) und (Jesaja 38,21) Unter der Überschrift „Abigajil verhindert ein Blutbad“ finde ich im Alten Testament eine mutige Geschichte. Der wütende König David wollte den Weingärtner Nabal umbringen. Nabals Frau, die unerschütterliche Abigajil, erfährt davon und reist mit Geschenken David entgegen, der sich unter anderem mit 200 Feigenkuchen milde stimmen lässt und von seinem Vorhaben absieht. Nabal stirbt bald eines natürlichen Todes und David heiratet die Witwe Abigajil. So wird alles gut. (1.Samuel 25,14 ff) Wie so oft ist die Sprache der Bibel bildhaft. Der Feigenbaum steht für Frieden und Wohlstand. „Zu Lebzeiten Salomos ging es ganz Israel und Juda gut. Von Dan im Norden bis Beerscheba im Süden lebte das Volk in Frieden. Jeder konnte ungestört in seinem Weinberg arbeiten und unter seinem Feigenbaum sitzen.“ (1. Könige 5,5) Es ist faszinierend, wie beständig dieses Bild über Jahrhunderte hinweg bis in die Zukunft gilt. Nicht nur zur Zeit Salomos, sondern auch in Michas Prophezeiungen, sind Frieden und Wohlergehen mit dem Feigenbaum eng verbunden. „Gott selbst schlichtet den Streit zwischen den Völkern, und den mächtigen Nationen in weiter Ferne spricht er Recht. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr das andere angreifen; niemand lernt mehr, Krieg zu führen. Jeder kann ungestört unter seinem Feigenbaum und in seinem Weingarten sitzen, ohne dass ihn jemand aufschreckt. Das verspricht der HERR, der allmächtige Gott! Noch dient jedes Volk seinem eigenen Gott, wir Israeliten aber folgen für immer dem HERRN, unserem Gott. (Micha 4,3-5) Immer wieder wird der Feigenbaum zum Sinnbild und erklärt damit auch das Gegenteil. Wo Segen ist, ist auch Fluch, wo Frieden ist, gibt es auch Unruhe und Krieg. Auf gute Zeiten folgen schlechte und wiederum gute. Hier ein paar Beispiele: Der Prophet Jeremia erzählt in deutlichen Worten von seiner Vision und bezeichnet die nach Babylon verschleppten Judäer als die „gute Frucht“. Sie wandeln im Plan Gottes und unter Gottes Führung und leben in der Verheißung der Rückführung in ihr Land. Die nach Ägypten oder anderswohin Geflohenen bezeichnet er als die schlechten, schimmeligen Feigen. Hier steht das Bild für ein trauriges Schicksal in der Zerstreuung, unglücklich und verspottet und nicht an Gottes Plan teilhabend. „Der babylonische König Nebukadnezar hatte den judäischen König Jojachin, Jojakims Sohn, von Jerusalem in die Gefangenschaft nach Babylonien gebracht, zusammen mit den obersten Beamten, Schmieden und Schlossern. Danach gab mir der HERR eine Vision: Ich sah zwei Körbe mit Feigen vor dem Tempel stehen. Die Feigen im einen Korb waren sehr gut, wie die köstlichen Frühfeigen, die zuerst im Jahr reif werden. Im anderen Korb hingegen lagen nur schlechte Früchte, die so verfault waren, dass man sie nicht mehr essen konnte. Der HERR fragte mich: »Jeremia, was siehst du? « »Feigen«, antwortete ich. »Die guten sind vorzüglich, doch die schlechten sind völlig ungenießbar.« Da empfing ich eine Botschaft vom HERRN: »So spricht der HERR, der Gott Israels: Wie man sich über die guten Feigen freut, so sehe ich mit Freude auf die Judäer, die ich von hier nach Babylonien verschleppen ließ. Ich habe einen guten Plan mit ihnen und bringe sie in ihr Land zurück. Dort werde ich sie aufbauen und nicht mehr niederreißen, einpflanzen und nicht wieder entwurzeln. Ich gebe ihnen ein verständiges Herz, damit sie erkennen, dass ich der HERR bin. Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie wieder zu mir umkehren. Aber König Zedekia, seine obersten Beamten, die restlichen Bewohner von Jerusalem und Juda und alle, die nach Ägypten geflohen sind – sie behandle ich wie diese ungenießbaren Feigen, die man nicht mehr essen kann. In allen Königreichen der Erde wird man über ihr Unglück entsetzt sein und sie verspotten. Wohin ich sie auch verjage, überall wird ihr Elend sprichwörtlich sein. Wer einen anderen verhöhnen oder verfluchen will, wird ihm das gleiche Schicksal herbeiwünschen, das sie getroffen hat. Kriege, Hungersnot und Seuchen will ich über sie bringen, bis sie ausgerottet sind aus dem Land, das ich ihnen und ihren Vorfahren geschenkt habe. Kriege, Hungersnot und Seuchen will ich über sie bringen, bis sie ausgerottet sind aus dem Land, das ich ihnen und ihren Vorfahren geschenkt habe.«“ (Jeremia 24,1-10) Auch Amos und Joel setzen den Feigenbaum in ihren Prophezeiungen ein. "Ich, der HERR, habe euer Getreide durch Dürre und Pilzbefall vernichtet; ich ließ eure Gärten und Weinberge vertrocknen, und die Heuschrecken fraßen eure Feigen- und Olivenbäume kahl. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen!" (Amos 4,9) "Nun sind unsere Weinstöcke kahl und die Feigenbäume abgestorben. Die Heuschrecken haben die Rinde abgenagt bis auf das nackte, weiße Holz. Weint und klagt wie eine junge Frau, die um ihren Bräutigam Trauer trägt! Die Felder sind eine trostlose Wüste, der Boden ist ausgetrocknet. Es gibt kein Getreide, keinen Most und kein Öl mehr, darum können im Tempel keine Speise- und Trankopfer dargebracht werden. Trauer erfüllt die Priester, die Diener des HERRN. Seid entsetzt, ihr Bauern! Klagt und weint, ihr Winzer! Ihr könnt keinen Weizen und keine Gerste mehr ernten. Die Weinstöcke und Feigenbäume sind nur noch kahles Gestrüpp; Dattelpalmen, Apfel- und Granatapfelbäume sind verdorrt und vertrocknet, genauso wie alle wild wachsenden Bäume im Land. Mit ihnen ist auch alle Freude der Menschen dahin." (Joel 1,7-12) Und Jesus selbst will uns mit einem Gleichnis vom Feigenbaumes deutlich machen, wie wertvoll ein gepflegter Baum, der gute Früchte trägt ist, im Gegensatz zu einem Baum, der keine Früchte trägt und nicht mehr wert ist, als zu Brennholz verarbeitet zu werden. „Und dann erzählte Jesus ihnen dieses Gleichnis: »Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt. Jahr für Jahr sah er nach, ob der Baum Früchte trug. Aber vergeblich! Endlich rief er seinen Gärtner: ›Schon seit drei Jahren komme ich immer wieder und schaue nach Früchten, aber ich finde keine. Hau den Baum um. Warum soll er den Boden weiter aussaugen?‹ Aber der Gärtner bat: ›Herr, lass ihn noch ein Jahr stehen! Ich will den Boden um den Baum herum noch einmal umgraben und ihn gut düngen. Wenn er dann Früchte trägt, ist es gut; sonst kannst du ihn umhauen.‹«“ (Lukas 13,6-9) Im Sinne von Jeremia denke ich, dass der Baum, sprich meine Verbindung zu Gott, der gut genährt mit Wasser, sprich Erkenntnis, gute Frucht, sprich gute Werke hervorbringt, vor Gott bleibt. Während der Feigenbaum, der zwar viele grüne Blätter hat, sprich vordergründig heilig scheint, aber keine Früchte trägt, sprich sich nicht bemüht seinen Glauben zu mehren und weiterzutragen, nicht weiter wachsen darf. Wer „seinen Feigenbaum“ pflegt, kann die Früchte ernten. Wer sich für seinen Herrn einsetzt, der wird von Gott erkannt. Warum Jesus in Matthäus 21,18+19 (vgl. Markus 11,12-14) den Feigenbaum am Wegesrand verflucht, weil er keine Früchte trägt, dafür habe ich ehrlich gesagt keine plausible Erklärung. In Matthäus heißt es, dass es zu jener Jahreszeit noch keine Feigen gab. Also wäre es ja ein Wunder gewesen, dort welche zu finden. War der Baum nicht empfänglich für Wunder, also für die Kraft, die von Jesus ausging? Bin auf eure Auslegungen, die ihr in der Kommentarfunktion mitteilen könnt, gespannt! Zum Schluss noch eine Weisheit aus den Sprüchen Salomos: „Wer seinen Feigenbaum pflegt, kann die Früchte ernten; wer sich für seinen Herrn einsetzt, der findet Anerkennung.“ (Sprüche 27,18) Das werde ich mal praktisch verfolgen. Was immer ihr auch pflegt und erntet diese Woche – ich wünsche euch Gottes Segen dafür! Eure Ulrike Quellen: (1) Lexikon zur Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
- Mein Dilemma mit den Menschen
In den letzten Wochen war ich krankheitsbedingt an das zu Hause gefesselt. Weil die Kraft eigentlich schon nach dem Aufstehen verbraucht war, konnte ich den lieben langen Tag nicht viel mehr tun, als zwischen Couch und Fernsehsessel zu wechseln. Selbst Lesen war meistens zu anstrengend. So blieb mir nicht mehr, als den Fernseher einzuschalten und – wie ich es am liebsten mag – Dokus zu allen möglichen Themen anzusehen. Die Wochen füllten sich also mit Dokus zum Zustand des Waldes, eigentlich besser zu bezeichnen als schnellwachsende Holzplantagen, und den Folgen der Monokulturen, der Übernutzung von Ackerflächen für Tierfutter statt zur Ernährung der Menschen, dem Ausverkauf Afrikas an China und Russland, die dort riesige Agrarflächen für den Anbau von Getreide für ihre eigene Bevölkerung nutzen und längst für kleines Geld die Rechte an immensen Rohstoffvorkommen gesichert haben. Eine Doku zum Ausverkauf von Grundwasserrechten an internationale Konzerne, die dann das eigentlich frei verfügbare Trinkwasser zum 10.000fachen Preis in Plastikflaschen verkaufen, während den Bauern das Wasser für die Felder fehlt. Eine Doku über Digitalisierung und E-Mobilität und die menschenverachtenden Zustände unter denen Kinder die dafür notwendigen seltenen Erden abbauen müssen, eine weitere über die Ausmaße, die Plastikinseln in den Weltmeeren bereits erreicht haben, über das „Plastikmeer“ in Spanien, wo unter Hunderten von Quadratkilometern Plastikfolie das Gemüse und Obst angebaut und von modernen Sklaven geerntet wird, damit wir im Supermarkt zu jeder Jahreszeit immer die volle Auswahl an Obst und Gemüse haben und nie auf etwas verzichten müssen. Und dann war da noch das Thema „Fastfashion“. Wieder sind zum größten Teil Kinder, die unter menschenunwürdigen Bedingungen, ständig einem bedrohlichen Mix aus Chemikalien ausgesetzt, das billig produzieren, was wir nach Umfragen nach 3-5 mal Tragen auf den Müll werfen. Ich könnte diese Aufzählung wahrscheinlich noch lange weiterführen (Kriege und andere Katastrophen nicht mal erwähnt). Bei all dem hat sich für mich ein Begriff ins Gedächtnis eingebrannt: G I E R ! Gier nach Reichtum, Gier nach Profit, Gier nach Macht, Gier nach Anerkennung, … Mehr ist immer besser! Eine gute Definition von Gier lautet: „Gier ist maßloses Verlangen, der ungezügelte und ungehemmte Wunsch nach immer mehr, der irgendwann selbst vor moralischen und gesetzlichen Grenzen keinen Halt mehr macht. Gierige Menschen sind bereit, sich auf Kosten anderer zu bereichern und den eigenen Vorteil über alles andere zu stellen." Nach biblischem Maßstab klingt das so: "Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag. … Die Erde aber war verdorben vor Gott, und die Erde war erfüllt mit Gewalttat." (1. Mose 6,5+11) Da hat sich wohl nichts geändert! Und wenn ich mich ehrlich mache, muss ich zugeben, dass auch ich (wie wir alle hier im Wohlstands-Westen) mit schuldig bin an all dem. Auch ich besitze ein Notebook, ein Tablet, einen PC, ein Handy, ein Smart-TV, fahre einen Plug-in Hybrid mit großer Batterie, esse gerne zu jeder Jahreszeit Ananas, Paprika, Tomaten, Kiwis, nutze die Bequemlichkeit von Amazon, fahre mit dem Auto zum Brötchen holen, esse gerne Fleisch und Käse und achte beim Kleiderkauf sicher nicht auf irgendein Öko- oder Fairtrade Label und habe auch noch nie eine Gehaltserhöhung abgelehnt (mehr ist immer besser). Mit diesem Blick auf die Menschheit bleibt mir nur ein Fazit: Ich mag sie nicht, die Menschen! Und dann kommt Jesus und sagt zu mir: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" (Markus 12,31) Versteht ihr mein Dilemma? Zum Glück gibt es aber eine andere Ebene, um Menschen zu begegnen. Die persönliche Beziehung und Begegnung mit einzelnen Menschen. Betrachte ich meine Familie, meine Glaubensgeschwister, Freunde, Arbeitskollegen, also einzelne Menschen, die mir nahe sind, ergibt sich erstaunlicherweise ein ganz anderes Bild. Vielleicht spricht Jesu Gebot ja deshalb so explizit von meinem Nächsten? Hier finde ich den Ansatz, den Wunsch nach und das Interesse an Beziehung, an der bewussten Entscheidung, mich um das Wohl des anderen zu sorgen. Anteil zu nehmen an dem Leben der Anderen. Da kehrt sich die Gier um in das genaue Gegenteil: das Verlangen, das Wohl des anderen über den eigenen Vorteil zu stellen. Ich bin immer wieder erstaunt, bei mir selbst mit zunehmendem Alter festzustellen, dass Menschen beginnen, mich zu interessieren. Mehr und mehr bin ich bereit, hinter die Fassade zu schauen, die Schubladen zu öffnen, in die ich die Menschen längst sortiert hatte und zu begreifen, dass wohl jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat, bei dem er vielleicht Hilfe braucht. Nicht, dass mir all das so einfach gelingt, wie es sich hier schreibt, aber es fühlt sich gut an, auf diesem Weg weiter zu lernen. Und dabei ist es wunderbar, in unserem Herrn Jesus einen Lehrer zu haben, der uns durch sein vollkommen selbstloses Leben ein perfektes Beispiel gegeben hat. So manches Mal habe ich beim Lesen in der Bibel den Eindruck, dass Gott in dem gleichen Dilemma steckt, das auch mich umtreibt. Gerade in den letzten Wochen war der Prophet Jeremia Teil unserer Tageslese und dort ist mir das Kapitel 14 besonders in Erinnerung geblieben. Hier lesen wir in den Versen 11 und 12 sowie weiter am Beginn von Kapitel 15, nachdem die Israeliten wieder und wieder ihrem Gott den Rücken zugekehrt hatten: "Und der HERR sprach zu mir: Du sollst für dieses Volk nicht bitten, dass es ihm gut gehe! Denn wenn sie schon fasten, so höre ich doch nicht auf ihr Flehen; und wenn sie schon Brandopfer und Speisopfer darbringen, so habe ich kein Wohlgefallen daran; sondern mit dem Schwerte, mit Hunger und Pestilenz will ich sie aufreiben. … Wenn gleich Mose und Samuel vor mir stünden, so wollte ich doch mein Herz diesem Volk nicht zuwenden. Treibe sie fort von meinem Angesicht, sie sollen gehen!" (Jeremia 14,11+12; 15,1) Ist dieser Zorn nicht geradezu nachvollziehbar nach so vielen Jahrhunderten des sich immerzu wiederholenden Abfalls. Jetzt reicht’s! Schluss ist! – Aber: Inmitten dieses Abschnitts wird deutlich, wie sehr Gott mit dieser Entscheidung ringt, wie sehr er eben nicht ein gewalttätiger, gefühlloser Gott ist, sondern liebender Vater: "Auch das sollst du ihnen sagen: Meine Augen zerfließen in Tränen Tag und Nacht, ohne Aufhören; denn schwer verwundet ist die Jungfrau, die Tochter meines Volkes, durch einen sehr gefährlichen Schlag." (Jeremia 14,17) Beim Propheten Hosea zeigt sich unser himmlischer Vater noch deutlicher in seiner liebevoll vergebenden Fürsorge: "Als Israel jung war, gewann ich es lieb, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Und ich, ich lehrte Ephraim laufen, ich nahm sie immer wieder auf meine Arme, aber sie erkannten nicht, dass ich sie heilte. Mit menschlichen Tauen zog ich sie, mit Seilen der Liebe, und ich war ihnen wie solche, die das Joch auf ihren Kinnbacken anheben, und sanft zu ihm gab ich ihm zu essen. Wie sollte ich dich preisgeben, Ephraim, wie sollte ich dich ausliefern, Israel? Mein Herz kehrt sich in mir um, ganz und gar erregt ist all mein Mitleid. Nicht ausführen will ich die Glut meines Zornes, will nicht noch einmal Ephraim vernichten. Denn Gott bin ich und nicht ein Mensch, in deiner Mitte der Heilige: ich will nicht in Zornglut kommen." (Hosea 11, 1+3+4+8+9) Ich habe mich bei den vielen Dokus über den Zustand der Menschheit und der Welt oft gefragt, wie es Gott eigentlich so lange mit uns aushält und ich bin froh, ihn als geduldigen, liebenden, vergebender Vater zu kennen, der uns auch heute noch in seinem Sohn jeden Tag seine liebende Hand zur Versöhnung entgegenstreckt. Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott) Euer Peter
- (Keine) Zeit für sich
Geht es euch auch manchmal so, dass ihr einfach keine Zeit für euch habt? Als Hausfrau und Mutter von zwei kleinen Kindern geht es mir sehr oft so. Man kann sich sehr viele schöne Pläne machen, was man abends machen möchte, wenn die Kinder endlich im Bett sind – und dann braucht das große Kind plötzlich bis 21 Uhr zum Einschlafen, weil der Tag irgendwie zu aufregend war. Danach bleibt dann kaum noch Zeit für ein wenig Ruhe und eigentlich möchte man nach so einer Tortur auch nur selbst ins Bett (man weiß ja auch, dass sich das kleine Kind bald wieder melden wird). Auch tagsüber ist es mit zwei Kindern schwierig, einen ruhigen Moment für sich zu finden. Manchmal kann das ganz schön ermüdend und Nerven raubend sein. Zumal wir in einer Gesellschaft leben, in der es sehr viel darum geht, auf sich selbst zu achten. Aber es gab einen Menschen, der sich ohne zu Murren für jeden aufgeopfert hat. Egal wie sehr er gerne vielleicht Ruhe gehabt hätte, er war trotzdem immer noch für die Menschen da. Ihr könnt euch bestimmt denken, dass ich Jesus meine. ☺️ Ich habe letztens Mal wieder einen Teil aus Markus 6 gelesen und da ist mir aufgefallen, wie oft Jesus selbst kein bisschen Zeit für sich und zum Ausruhen hat: Und er sagt zu ihnen: Kommt, ihr allein, an einen einsamen Ort, und ruht euch ein wenig aus. Denn es war ein Kommen und Gehen, und sie hatten nicht einmal Zeit zum Essen. Und sie fuhren im Boot an einen einsamen Ort, wo sie für sich waren. Aber man sah sie wegfahren, und viele erfuhren es. Und sie liefen zu Fuss aus allen Städten dort zusammen und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen, und sie taten ihm leid, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.“ (Markus 6,31-34) „Gleich darauf drängte er seine Jünger, ins Boot zu steigen und vorauszufahren, hinüber nach Betsaida; er selbst wollte inzwischen das Volk entlassen. Und er nahm Abschied von ihnen und ging auf den Berg, um zu beten. Am Abend war das Boot mitten auf dem See und er allein an Land. Und als er sieht, wie sie sich beim Rudern abmühen - denn der Wind stand ihnen entgegen -, kommt er um die vierte Nachtwache auf dem See gegangen, und er wollte an ihnen vorübergehen. Als sie ihn auf dem See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. Denn alle sahen ihn und erschraken. Doch sogleich redete er mit ihnen, und er sagt zu ihnen: Seid getrost, ich bin es. Fürchtet euch nicht! Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie waren entsetzt und fassungslos.“ (Markus 6,45-51) „Und sie kamen ans andere Ufer, nach Gennesaret, und legten dort an. Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sogleich. Und sie zogen durch die ganze Gegend und fingen an, die Kranken auf den Bahren dorthin zu bringen, wo sie hörten, dass er gerade sei. Und wo er auch hinkam, in Dörfer oder in Städte oder in Gehöfte, legten sie die Kranken auf die Marktplätze, und die baten ihn, wenigstens den Saum seines Mantels berühren zu dürfen. Und alle, die ihn berührten, wurden gerettet.“ (Markus 6,35-56) Die Menschen kamen immer und zu jeder Gelegenheit zu Jesus und er wehrte sie nicht ab, sondern empfing sie mit offenen Armen und kümmerte sich liebevoll um sie. Dabei hätte er bestimmt auch gerne Mal ein bisschen Ruhe gehabt, aber jedes Mal, wenn es so aussah, als wäre es möglich, kam irgendwas dazwischen. Wie sich das anfühlt, kann ich nur zu gut nachvollziehen. Es ist super Nerven aufreibend, aber Jesus hat nicht Mal mit der Wimper gezuckt, als die Leute zu ihm kamen. Er hat ihnen einfach ohne zu zögern geholfen und sich um sie gekümmert. „Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen, und sie taten ihm leid, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.“ (Markus 6,34) Das Ganze hat mir irgendwie Mut gemacht. Weil es Jesus genauso ging, wie es mir manchmal geht, und er weiß, wie sich das anfühlt. Weil ich weiß, dass Jesus das gleiche Problem hatte und ich nicht „die Einzige“ bin, die sich so fühlt. Dass Jesus in einer ähnlichen Situation gesteckt hat, fand ich einfach sehr tröstlich. Vielleicht hilft es euch ja auch das nächste Mal, wenn es euch genauso geht. Denkt einfach daran, dass Jesus bei euch ist und weiß wie sich das anfühlt. Und wenn ihr nicht mehr könnt, wird er euch mit Sicherheit helfen, ein wenig auszuruhen. Diese Erfahrung habe ich schon öfter gemacht. Immer wenn ich dachte „Jetzt kann ich aber wirklich nicht mehr!“, ergab sich irgendeine Gelegenheit, dass ich ein wenig Ruhe bekommen konnte. Und oft habe ich nicht Mal darum gebeten (warum auch immer … ). Aber spätestens wenn ihr ihn darum bitten würdet, würde er euch etwas Ruhe schenken. „Frieden lasse ich euch zurück, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht einen Frieden, wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!“ (Johannes 14,27) Aber auch ihr könnt mit eurer Einstellung schon etwas dafür tun, nicht das Gefühl zu bekommen, zu verzweifeln. Das hilft vielleicht nicht so viel wie Jesus Hilfe, aber um einmal kurz durchzuatmen, hilft es allemal. Ich merke immer wieder, dass es mir sehr guttut, dankbar zu sein. Und eine dankbare Grundeinstellung kann generell nicht schaden. (Falls ihr mehr zu dem Thema Dankbarkeit lesen möchtet, empfehle ich euch Leas Blogbeitrag: Dankbarkeit https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/dankbarkeit) Zu den kleinen Dingen, die ich wertschätzen gelernt habe, zählen unter anderem folgende: Ein kleiner Schluck Kaffee zwischendurch, den man ausnahmsweise mal warm und in Ruhe genießen kann, wenn beide Kinder friedlich spielen. Ein wenig Ruhe beim Spazieren gehen, wenn tatsächlich beide Kinder schlafen. Ein bisschen malen hier und da – ich habe Malen nach Zahlen total für mich entdeckt, das ist einfach super entspannend – auch wenn es wirklich nur ein klitzekleines Feld war. In Ruhe Wäsche falten (ja … das mache ich tatsächlich gerne 😉). Wenigstens ein schlafendes Kind zu haben und ein bisschen mehr Zeit mit dem anderen Kind zu verbringen, kann auch schon sehr guttun. Wart ihr schon in einer ähnlichen Situation? Hat Jesus euch auch schon Ruhe geschenkt, als ihr sie nötig hattet? Was sind eure kleinen Dinge, die ihr wertschätzt und die euch etwas Ruhe geben? Denkt gerne mal darüber nach, wie es euch in solchen Situationen geht und was euch hilft. Und wenn ihr etwas teilen möchtet, dann schreibt es sehr gerne in die Kommentare. Ich denke, wir können alle einen kleinen Gedankenanstoß gebrauchen, was wir noch alles wertschätzen können. Und bei alledem dürfen wir nicht vergessen, dass auch Gott für uns da ist: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan. Wer unter euch gäbe seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein, und wenn er ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange? Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn bitten, Gutes geben.“ (Matthäus 7,7-11) Eure Lisa ♥
- Das Erstlingsprinzip
Ich möchte heute gerne einige Gedanken zu einem Gebot aus dem Alten Testament mit euch teilen. Und zwar soll es um das Erstlingsprinzip gehen. Angestoßen wurden meine Gedanken dabei gar nicht von dem eigentlichen Gesetzestext, sondern durch eine Begebenheit aus dem Leben des Propheten Elias. In 1. Könige 17 lesen wir davon, wie Elia sich vor König Ahab verbirgt und wie Gott ihn in dieser Zeit versorgt. Zu Beginn des Kapitels hält Elia sich am Bach Krit auf. Der Bach dient ihm in dieser Zeit als Wasserquelle und Raben bringen ihm Brot und Fleisch, von dem er sich ernähren kann. Auf diese Weise sorgt Gott für sein Überleben. „Und es soll geschehen: Aus dem Bach wirst du trinken, und ich habe den Raben geboten, dich dort zu versorgen.“ (1. Könige 17, 4) Anschließend begibt sich Elia in das Dorf Zarpat. Auch für diesen Abschnitt hat Gott schon einen Plan, um Elias Versorgung sicherzustellen: „Siehe, ich habe dort einer Witwe befohlen, dich zu versorgen.“ (1. Könige 17, 9) Als Elia auf die besagte Witwe trifft, stellt sich heraus, dass die Witwe und ihr Sohn Hunger leiden. Als Elia sie um etwas zu Essen bittet, berichtet sie davon, dass sie nur noch Vorräte für eine letzte Mahlzeit hat, die sie ihrem Sohn und sich zubereiten wird - in dem Wissen, dass sie danach dem Tod ausgeliefert sind. Doch Gottes Plan sieht anders aus. „Da sagte Elia zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hinein, tu nach deinem Wort! Doch zuerst bereite mir davon einen kleinen Kuchen zu und bring ihn mir heraus! Dir aber und deinem Sohn magst du danach etwas zubereiten. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht ausgehen und das Öl im Krug nicht abnehmen, bis auf den Tag, an dem der HERR Regen geben wird auf den Erdboden.“ (1. Könige 17, 13 + 14) Die Witwe handelt genau so und Gottes Versprechen tritt ein: „Das Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl im Krug nahm nicht ab nach dem Wort des HERRN, das er durch Elia geredet hatte.“ (1. Könige 17, 16) Die Witwe hat Gottes Versprechen vertraut und war dadurch bereit, von dem wenigen, was sie hatte, zuerst etwas Elia abzugeben. Alles in dem Vertrauen darauf, dass Gott sie trotzdem weiter versorgen würde. Das Erste abgeben Diese Geschichte hat mich an die Gaben der Erstlinge aus dem Mosaischen Gesetz erinnert. Die Israeliten wurde dazu aufgerufen, die Erstlinge ihrer Ernte als Opfergaben an den Tempel abzutreten. Das lesen wir zum Beispiel im 3. Buch Mose: „[…] Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und ihr seine Ernte erntet, dann sollt ihr eine Garbe der Erstlinge eurer Ernte zum Priester bringen.“ (3. Mose 23, 10) Eine andere Stelle zu diesen Opfergaben finden wir in Buch Nehemia. In Kapitel 10 lesen wir davon, wie sich die Israeliten nach dem Wiederaufbau der Stadtmauern Jerusalems auf ein Neues dazu verpflichten, gemäß des Gesetzes zu leben. In diesem Kontext verpflichten sie sich auch zu den Erstlingsgaben. „Wir verpflichten uns, die Erstlinge unseres Ackerlandes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen Jahr für Jahr zum Haus des HERRN zu bringen.“ (Nehemia 10, 36) Die gleiche Aussage finden wir in den darauffolgenden Versen auch in Bezug auf die Erstgeborenen ihres Viehs und aus der Ernte gewonnene Dinge wie Mehl, Most und Öl. Es soll also immer das Erste an Gott abgegeben werden, wie auch die Witwe zuerst etwas für Elia zubereitet hat und von dem Rest sich selbst und ihren Sohn versorgte. Doch warum möchte Gott immer den ersten Teil haben? Ich denke, was uns die Abgabe der Erstlinge und auch die Geschichte von der Witwe und Elia lehrt, ist vor allem eins: Vertrauen. Die Erstlinge der Ernte und des Viehs bedeuteten Sicherheit für die Israeliten. Niemand konnte wissen, wie viel sie danach noch ernten würden oder wie viele weitere Tiere geboren werden würden. Doch ausgerechnet dieses Stückchen Sicherheit sollten sie Gott abgeben. Warum? Weil Gott deutlich machen wollte, dass sie darauf vertrauen können, dass sie auch danach noch genug haben werden. Sie sollten lernen, auf Gottes Versorgung zu vertrauen, anstatt auf sich selbst. Ich denke, dieses Prinzip ist für uns heute noch genauso wichtig wie für die Israeliten im Alten Testament. Wir sollen auf Gottes Versorgung vertrauen und dazu bereit sein, in diesem Vertrauen bereitwillig etwas von unseren Ressourcen abzugeben. Doch wie genau können wir dieses Prinzip im Alltag umsetzen? Unsere Erstlinge Ich denke, um das Erstlingsprinzip auf unsere heutige Zeit zu übertragen, muss man sich im Wesentlichen zwei Fragen stellen: Was sollen wir abgeben und wie sollen wir es abgeben? Starten wir also mit der ersten Frage: Von was sollen wir unsere Erstlinge darbringen? Ich glaube, hiermit können viele verschiedene Ressourcen gemeint sein, mit denen Gott uns ausstattet. Vielleicht auch besonders die, die uns knapp vorkommen und von denen wir eher ungern etwas abgeben. In der heutigen Zeit ist das für viele wahrscheinlich die Ressource Zeit. Um von unserer Zeit einen Erstling abzugeben, müssen wir zunächst hinterfragen, was beziehungsweise wen wir priorisieren, wenn wir unsere Zeit einteilen – Gott oder uns. Schenken wir Gott nur die Zeit, die am Ende des Tages oder am Ende der Woche übrigbleibt, oder ist es für uns eine Priorität, unsere Zeit zuerst für Gott einzusetzen und vertrauen wir darauf, dass für alle anderen Aufgaben auch noch genug Zeit sein wird? Dabei kann es unterschiedliche Dinge bedeuten, Gott den ersten Teil unserer Zeit zu schenken. Denn ich glaube, es geht hier nicht nur um Bibellese und Gebet oder andere Arten, mit Gott mehr oder weniger direkt Zeit zu verbringen. Ich glaube, Gott unsere Zeit zu schenken ist oft gleichbedeutend damit, unserem Nächsten Zeit zu schenken und das Erstlingsprinzip lehrt uns, dass diese Dinge für uns Priorität haben sollten. Dabei steht weniger im Vordergrund, wie viel Zeit wir für Gott und unseren Nächsten aufwenden, sondern vielmehr, dass wir uns zuerst mit Gott und unserem Nächsten beschäftigen und dann erst mit uns selbst. Es geht um unsere Prioritäten und auch darum, nicht zu denken, wir hätten zu wenig, um überhaupt etwas abzugeben. Hier sind wir wieder bei der Witwe, die scheinbar nicht genug Vorräte hatte, um Elia etwas abzugeben und doch hat Gott sie weiter versorgt und sie hatte am Ende sogar mehr als zuvor, nachdem sie Elia den ersten Teil gegeben hatte. Auch beim Thema Zeit dürfen wir darauf vertrauen, dass noch genug für uns übrig bleiben wird, wenn wir zuerst etwas abgeben. Genug Zeit um die Abgabe für die Uni fertig zu machen, genug Zeit um für die wichtige Klausur zu lernen oder was auch immer euch gerade als wichtiges To-Do in den Sinn kommt. Und auch genug Zeit zum Auftanken und Entspannen. Selbst wenn uns unsere Zeit also besonders knapp vorkommt, sollte uns das nicht davon abhalten, Gott und unserem Nächsten zuerst einen Teil unserer Zeit zu schenken, denn wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns auch genug Zeit für den Rest schenken wird. Oder um in diesem Beitrag auch noch etwas aus dem Neuen Testament zu zitieren: „Trachtet aber zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“ (Matthäus 6, 33) Also lasst uns versuchen aus dem Denken herauszukommen, wir hätten zu wenig, um es mit anderen teilen zu können und lasst uns ein wenig großzügiger mit den Ressourcen umgehen, mit denen Gott uns beschenkt hat – egal ob Zeit oder Geld oder eine andere Ressource, die euch vielleicht manchmal zu knapp zum Teilen vorkommt. Denn wir dürfen auf Gottes Versorgung vertrauen und darauf, dass auch für uns noch genug übrig bleiben wird, wenn wir zunächst etwas an ihn und an unseren Nächsten abgegeben haben. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- ... wie auch wir vergeben haben ...
Um meine Gedanken für diesen Blog bei einem Lauf durch die Natur zu ordnen, kam ich an diesem Feld vorbei. Es zeigt die Auswirkung der Trockenheit der letzten Wochen und Monate. Die Natur wartet auf den erlösenden Regen, damit das Leben weiter geht. Die Pflanzen sind auf das Geschenk Wasser angewiesen. Sie können nichts dafür tun. So ist es auch mit der Vergebung - mit der Gnade. Kann ich vergeben? In der letzten Zeit erlebte ich mit verschiedenen Menschen Situationen, bei denen wir in der Auseinandersetzung miteinander an den Punkt kamen, wo Vergebung im Raum stand. Im Gespräch wurde deutlich, was wir miteinander erlebt hatten und wie es uns betroffen hat. Es war geschehen und kann nicht mehr zurückgenommen werden. Um wieder aufeinander zugehen zu können, baten wir uns um Vergebung. Ich konnte und mochte vergeben. Leider merke ich auch, wie schwer es mir fällt. Kann ich wirklich vergeben? Immer wieder denke ich an meine Verletzungen, meine Leiden. Es kommen Zweifel, ob der andere es wirklich nicht wieder macht. Hat sich irgendetwas geändert? Jesus im Gebet Wahrscheinlich haben schon alle die Überschrift zu diesem Blog gehört. Es stammt aus dem sogenannten Vater Unser, das Jesus sprach, um den Jüngern zu lehren, wie sie beten sollten. Ihr sollt deshalb so beten: Unser Vater im Himmel! Dein heiliger Name soll geehrt werden. 10 Lass dein Reich kommen. Dein Wille geschehe hier auf der Erde, so wie er im Himmel geschieht. 11 Gib uns auch heute, was wir zum Leben brauchen, 12 und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind. 13 Lass uns nicht in Versuchung geraten, dir untreu zu werden, sondern befreie uns von dem Bösen. 14 Euer Vater im Himmel wird euch vergeben, wenn ihr den Menschen vergebt, die euch Unrecht getan haben. 15 Wenn ihr ihnen aber nicht vergebt, dann wird Gott auch eure Schuld nicht vergeben. (Matthäus 6, 9-15) Hier in dieser Übersetzung stehen nicht genau die Worte aus der Überschrift. Für die Überschrift habe ich die Worte aus dem Urtext gewählt. So oder so wird deutlich, das Jesus uns in sein Gebet mit einbezieht. Er geht davon aus, dass wir mit ihm zusammen denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind. Es ist schon geschehen. Und nach dem Gebet in den Versen 14 und 15 stellt Jesus fest, wenn wir nicht vergeben können, dann wird Gott uns auch nicht vergeben. Ist das jetzt eine neue Vorschrift? Eine neue Voraussetzung? Ich glaube nicht. Jesus beschreibt mit der Vergebung ein Prinzip, das seine Nachfolger annehmen, wenn sie ihn annehmen. Es ist Ausdruck der Liebe Gottes und Jesu, das der Christ in sein Herzen aufnimmt und verankert. Doch was ist mit mir, der daran zweifelt, dass er wirklich seinen Mitmenschen vergeben kann? Die Herausforderung Aus meiner Sicht gibt es mehrere Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen. Wenn ich nicht vergeben kann, werde ich mich von der Person abwenden. Ich werde versuchen, die Verletzung zu verschweigen. Wenn das nicht gelingt, wenn die Gegenwart der Person immer wieder schmerzt, kann ich die Beziehung beenden. Ich finde andere Menschen und das ganze Spiel beginnt von vorn? In Bezug auf die Freundschaft zu Jesus heißt das, dass ich sein Prinzip der Liebe und der dazugehörigen Vergebungsbereitschaft nicht glauben kann und ich mir eine Ersatzlösung suche. Das nennt die Bibel glaube ich Götzendienst. Dazu zwei Beispiele. Im Urlaub habe ich einen Museumsführer erlebt, der den Museumsbesuchern zwischen den Erklärungen zu den Ausstellungsgegenständen, einfach mal eine Verschwörungstheorie erklärte. Das ganze hatte etwas von Verkündigung. Es hatte den Anschein, als würde er sich damit Beruhigung in diesen Zeiten verschaffen. Oder ein Glaubensbruder, der das Geschenk der Gnade nicht annehmen konnte und nun auf dem Weg der Selbsterkenntnis seine Erlösung sucht. Wenn es gelingt und ich vergeben kann? Dann erlebe ich das, was Gott mit den Menschen erlebt. Die Beziehung lebt weiter. Sie wird wieder gestärkt. Ich fühle, wie sich Gott vielleicht fühlt, wenn er den Menschen vergibt. Ich erlebe die Abstammung von ihm. Ich bin wie er? Ich spüre Nähe. Wenn ich Zweifel habe? Obwohl ich Jesus folge, kann ich die Vergebung nicht leben. Meine Beziehung zu dem Menschen erholt sich nicht. Ich kann ihm nicht voll vertrauen. Ich bin zurückhaltend und über mich selbst unzufrieden. Dann habe ich die Möglichkeit mit Jesus und Gott darüber zu reden. Ich kann ihnen von meiner Schwäche, von meinem Versagen, meinem nicht vergeben können erzählen. Und sie werden mir zuhören. Verständnis für mich aufbringen und mir ihre Gnade schenken. Und ich werde auch dann ihre Nähe spüren. Bei meinem Weg durch Felder und Wiesen kam ich an diesem Bach vorbei. Und hörte diese Geräusche in der Stille. Sofort fühlte ich mich aufgehoben, getragen und erlöst. Nimm dir einen Moment und höre mal rein. In diesem Sinne, wünsche ich dir eine offenen Umgang mir deinen Konflikten. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Ingo Tauchert
- Sanftmut
Es ist Sonntagmorgen und im Radio läuft eine Morgenandacht. Ich höre nur so halb zu, weil ich nebenbei noch frühstücke und auch noch den kleinen Sonnenschein versorge (wahrscheinlich passt "zum Essen motiviere" besser). Also bekomme ich nur Wortfetzen mit: " ... Kinder Gottes ..." "... sind sanftmütig ..." "... langsam zum Zorn ..." "... gütig ..." "... wie Jesus es war ..." Sanftmütigkeit (oder Sanftmut). Das Wort gefällt mir gut. Und die Botschaft auch. Jesus erwähnt die Sanftmütigen in der Bergpredigt: Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. (Matthäus 5,5) Doch was bedeutet das eigentlich? Sanftmut ist die Reaktion auf das Handeln anderer gegen uns. Der Gegensatz dazu ist Zorn. Es ist eine ausgeglichene und friedfertige Wesensart. Synonyme sind zum Beispiel Milde, Barmherzigkeit, Geduld und Güte. Doch irgendwie fühle ich mich schlecht und deprimiert, denn im Moment würde ich mich nicht als sanftmütigen Menschen bezeichnen. Ich möchte auch gerne ein Kind Gottes sein und an manchen Tagen fühle ich mich auch so. Aber wenn "Sanftmut" dafür eine Bedingung ist, dann bin ich es heute definitiv nicht. Ich bin übermüdet. Dann werde ich schnell ungeduldig, laut und wütend. Also das komplette Gegenteil von sanftmütig. Ich bin oft ungnädig und unfair. Vor allem der kleine Sonnenschein bekommt die volle Ladung meiner Überforderung und somit unkontrollierter Gefühle ab und das tut mir so Leid. Ich wäre gerne sanftmütiger. Das ist so eine schöne Eigenschaft. Sie ist mir sehr wichtig. So zu sein, fällt mir aber oft sehr schwer. Während ich nach dem Frühstück die Spülmaschine einräume, versuche ich aktiv darüber nachzudenken, ob es nicht auch Situationen gibt, in denen ich es schaffe, sanftmütig zu sein. Und mir ist tatsächlich eine Begebenheit eingefallen: Wir hatten vor ein paar Wochen einen Konflikt mit unseren Vermietern und eine Lösung schien fast aussichtslos. Sie verhielten sich sehr gleichgültig, sahen kein Problem und hörten nicht zu. Wir fühlten uns sehr unverstanden. Ich hätte es dabei belassen können, aber ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und mir bereitete die schwierige Situation schlaflose Nächte. Ich wollte den Konflikt einfach klären und eine Lösung finden. Ich nahm all meinen Mut zusammen, suchte noch einmal das Gespräch und versuchte kompromissbereit zu sein. Es gelang mir nicht auf Anhieb ruhig zu bleiben, doch im Laufe der folgenden Gespräche schien sich eine Lösung aufzuzeigen mit der alle zufrieden waren. Durch Geduld wird ein Herrscher umgestimmt, und Sanftmut kann den stärksten Widerstand brechen. (Sprüche 25,15) Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich es mit Gottes Hilfe geschafft habe. Ich habe für Ruhe, eine Lösung und Mut gebetet. Und habe mich während dieser schwierigen Woche bis zur Lösungsfindung getragen gefühlt. Ich bin also doch in der Lage meinen Mitmenschen sanftmütig entgegen zu treten. Und ich lebe in dieser Welt um es zu üben und nicht um perfekt zu sein. Ich danke Gott und Jesus dafür, dass sie mir in ihrer Schöpfung Raum zum Üben geben. Und noch etwas möchte ich euch sagen, und das gilt für alle: Haltet einmütig zusammen! Nehmt Anteil am Leben des anderen und liebt einander als Geschwister! Geht barmherzig miteinander um und seid nicht überheblich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, droht nicht mit Vergeltung, wenn man euch beleidigt. Im Gegenteil: Bittet Gott um seinen Segen für den anderen. Denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen. (1. Petrus 3, 8-9) Eure Freya Rise up and shine!
- Alles relativ?
Gibt es Absolutheit? Absolute Richtigkeit? Absolute Wahrheit? Ich behaupte: Ja! Und hier ist der Beweis: Es wird absolut unmöglich sein, diese Fragen für alle zufriedenstellend im Rahmen dieses Beitrags zu klären. 😉 Trotzdem sind es Fragen, die mich in letzter Zeit mal wieder bewegt haben. Alles hat damit begonnen, dass ich im Rahmen eines Bibelleseplans an Jeremia Kapitel 28 vorbeigekommen bin. Die Handlung des Kapitels lässt sich kurz zusammenfassen: Die große Mehrheit Israels befindet sich schon einige Jahre in babylonischer Gefangenschaft. Sie leiden schwer unter der Unterdrückung. Plötzlich taucht ein angeblicher Prophet Gottes namens Hananja auf, der verkündet, die Herrschaft Babylons würde nur noch zwei Jahre andauern. Was für eine überwältigend positive Botschaft! Das macht Jeremia, einen wirklichen Propheten Gottes, stutzig, da er schon lange vergeblich versucht, sein Volk zur Umkehr zu bewegen. Laut Gottes Aussage, können sie nur mit seiner Hilfe der Unterdrückung entkommen. Durch eine Botschaft Gottes kann Jeremia schließlich aufdecken: Was Hananja gesagt hat, war eine Lüge. Alles erfunden. Zur Strafe stirbt Hananja noch im selben Jahr. Die Begebenheit selbst wirft sicherlich schon einige Fragen auf. Ich bin jedoch an einem Aspekt hängen geblieben, der mit der eigentlichen Handlung nur bedingt zu tun hat. Mich hat verwundert, mit welchen Worten Hananja die vermeintliche Freudenbotschaft verkündet: "So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Ich zerbreche das Joch des Königs von Babel. Nach zwei Jahren bringe ich alle Geräte des Hauses des HERRN an diesen Ort zurück, die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel gebracht hat." (Jeremia 28,2-3) Das Joch Babels soll zerbrochen werden und die Weggeführten sollen zurückkehren – das ist zu diesem Zeitpunkt ganz gewiss genau die Botschaft, die das Volk Israel hören will. Aber es ist nur ein Teil der angeblichen Prophetie. Hananja betont weiter, dass dabei „die Geräte des Hauses des HERNN“ an ihren eigentlichen Platz zurückkehren sollen. Was hat es damit auf sich? Warum hält Hananja ausgerechnet diese Geräte für besonders erwähnenswert? Was an dieser Aussicht macht die Lüge in seinen Augen noch schmackhafter? Um Licht ins Dunkel zu bringen, hilft es zum Buch Daniel zu springen, wo vom Überfall durch Nebukadnezar und dem Raub der Geräte berichtet wird: "Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand und einen Teil der Geräte des Hauses Gottes. Und er brachte sie ins Land Schinar, in das Haus seines Gottes: die Geräte brachte er in das Schatzhaus seines Gottes." (Daniel 1,1-2) Dies ist die einzige Erwähnung der Tempelgeräte in den ersten vier Kapiteln des Buchs Daniel. Hiernach scheinen sie erst einmal nicht weiter relevant zu sein. Man kann sich also wieder fragen: Warum werden sie überhaupt erwähnt? Welche Bedeutung haben sie? Ich habe dazu vor einer Weile eine interessante Interpretation gelesen, die mir sehr logisch schien: Diese Geräte stehen stellvertretend für Nebukadnezars Haltung gegenüber Gott und Israel. Man könnte sogar sagen, stellvertretend für seine Haltung gegenüber allem außerhalb seines Reiches und seiner Herrschaft. Er nimmt hier wertvolle Gegenstände aus dem Tempel des einzig wahren, heiligen Gottes, die dieser für heilig erklärt hat, und legt sie in die Schatzkammer seines Tempels (oder eines seiner Tempel?) in Babylon. Zum einen macht er sich damit diese Gegenstände Gottes zu eigen, bringt sie an den Ort seiner eigenen Religion und setzt sie damit eigenmächtig in einen neuen Kontext, der ihm vermeintlich besser gefällt. Das allein finde ich schon interessant. Zum anderen können wir davon ausgehen, dass dies nicht zum ersten Mal passiert. Dort, in seiner Schatzkammer, waren sicher noch allerlei Trophäen anderer Eroberungen zu finden, die alle zusammen die Macht und Herrlichkeit seiner Regentschaft belegten. Vielleicht wurden die diversen Stücke wie in einem Museum hergerichtet und ausgestellt, vielleicht wurden sie aber auch nur planlos jeweils dort in der Schatzkammer abgestellt, wo eben noch Platz war. So oder so landeten die Geräte aus dem Tempel Gottes in der Schatzkammer Nebukadnezars – als einige Schätze unten vielen. Was bedeutet das nun? Ich denke, man kann es so verstehen: Nebukadnezar nimmt hier etwas, was Gott für heilig erklärt hat, und legt es zwischen alles andere. Er nimmt etwas von absolutem Wert und macht es zu etwas von relativem Wert. Er nimmt etwas objektiv Heiliges und macht es zu etwas lediglich subjektiv Heiligem. Er relativiert. Dieses Konzept wird noch einmal auf die Spitze getrieben, wenn die Tempelgeräte plötzlich in Kapitel fünf von Daniel aus dem Nichts wieder auftauchen und eine zentrale Rolle spielen. Hier ist es Nebukadnezars Sohn Belsazar, der sich über die Schätze aus dem Haus Gottes lustig macht, indem er sie in betrunkenem Zustand zu einem riesigen Saufgelage bringen lässt, um daraus zu trinken und sie damit ein für alle Mal zu entwerten. Dass das zu viel war, wird unmittelbar danach klar, als Gott dies zum Anlass nimmt, den Untergang des babylonischen Reiches einzuleiten. Das alles geschieht im Kern deshalb, weil Gottes Heiligkeit und sein Absolutheitsanspruch nicht geachtet wurde, die Herrscher Babylons sich nicht unter seine Herrschaft demütigen wollten und das, was er als heilig bestimmt hatte, bis hin zu Hohn und Spott verachtet und damit entweiht und relativiert wurde. Ich finde das deshalb so nachdenkenswert, weil ich meine, dass etwas sehr Ähnliches heute vielerorts passiert. Die postmoderne bzw. relativistische Skepsis gegenüber Absolutheitsansprüchen findet sich in vielen Teilen unserer Gesellschaft wieder. Alles darf nur subjektiv betrachtet werden. Es gibt keine objektiven, absoluten Wahrheiten. Alle Sichtweisen auf die Welt müssen gleichwertig nebeneinanderstehen, weil niemand sich anmaßen kann, die Welt objektiv zu betrachten (was zu einem gewissen Grad natürlich auch stimmt). Aber da es in den Augen vieler Menschen keinen Gott gibt, gibt es auch niemanden, der über allem steht und so absolute Wahrheit verkünden könnte. Im Extremfall wird selbst von Atheisten der sonst fast religiös verehrten Wissenschaft die Fähigkeit abgesprochen, wahre Fakten zu produzieren. Wir haben das erst kürzlich im Rahmen der Corona-Pandemie in einer andauernden Auseinandersetzung zwischen wissenschaftlichen Institutionen und diversen Gruppen von Skeptikern sehr plastisch erlebt. Es wurden so viele verschiedene „Fakten“ produziert, dass selbst die reichweitenstarken Medien sich irgendwann nicht mehr einig waren, wessen Beschreibung der Realität denn am Ende stimmt – und ob die Wissenschaft wirklich immer recht hat. Die zunehmende Komplexität der Welt führt zu immer mehr und weiter verbreiteten Verschwörungstheorien und auch zu immer extremeren Positionen im Allgemeinen. Der mangelnde Überblick über alle Zusammenhänge und die Frage, ob ihn überhaupt noch jemand haben kann, bewegt uns alle. Man spürt ein starkes Bedürfnis nach Halt, nach Wahrheit, nach etwas Absolutem, an dem man sich ausrichten kann. Bei der Suche nach Halt und Wahrheit entstehen Diskussionen, die sich emotional oft so sehr aufheizen, dass sie in Streit, Hass, psychischer Gewalt (vor allem online) oder sogar in physischer Gewalt und in (ganz realem) Mord enden. Überall stellen wir eine starke Polarisierung fest, die oft auf nichts anderes zurückzuführen ist, als auf die panische Angst der Menschen, dass ihnen das, worauf sie ihr Weltbild aufbauen, genommen wird. Deshalb muss mit aller Gewalt und manchmal sogar wider besseres Wissen die eigene Position gesichert werden, um so den inneren Frieden zu bewahren. Dies ist aber nur die eine Seite der Medaille. Als vermeintlicher Gegenpol zu all den extremen individuellen Ansichten setzt sich gleichzeitig immer öfter der postmoderne und relativistische Gedanke durch, der besagt: Jeder kann die Welt nur durch seine eigenen Augen betrachten, daher kann niemand Absolutheit beanspruchen und jeder Anspruch dieser Art muss folglich als schädlich (da irreführend) betrachtet und bekämpft werden. Natürlich ist diese Ansicht am Ende nicht weniger extrem, sie versteckt sich aber meist im Schafspelz von Respekt, Toleranz und Offenheit und wirkt damit auf den ersten Blick erfrischend anders und verlockend gemäßigt. Wieder muss ich sagen: Ich habe viel Verständnis für diese Sicht. Sie führt aber letztendlich für viele Menschen auch zur Ablehnung des Glaubens an einen Gott, der von sich beansprucht, absolute Wahrheit zu kennen oder sogar zu sein - und hier kann ich nicht mehr mitgehen. Aber zurück zum eigentlichen Thema: Was hat das nun alles mit den Geräten aus Gottes Tempel vor zweieinhalbtausend Jahren zu tun? Für Israel hatten die Geräte des Tempels offenbar eine stark identitätsstiftend Wirkung. Mit dem Raub dieser Heiligtümer ging auch ein Teil der eigenen Identität verloren. Dies war sehr wahrscheinlich ein bewusster, strategischer Akt Nebukadnezars. So stark emotional aufgeladenen, wie die Geräte damit waren, wurden sie zum einen von Hananja missbraucht als Objekte der Sehnsucht, um seine Lüge verführerischer zu machen. Zum anderen spielen sie eine zentrale Rolle, als Israel zurückkehrt und der Tempel wieder aufgebaut wird. Hier zeigt sich, wie mit den Geräten ein Großteil der nationalen Identität zurück: "Da aber unsere Väter den Gott des Himmels zum Zorn reizten, gab er sie in die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel, des Chaldäers; der zerstörte dieses Haus und führte das Volk nach Babel fort. Doch im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Babel, gab der König Kyrus den Befehl, dieses Haus Gottes ‹wieder› aufzubauen. Und auch die goldenen und silbernen Geräte des Hauses Gottes, die Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem herausgenommen und in den Tempel zu Babel gebracht hatte, die nahm der König Kyrus aus dem Tempel zu Babel heraus. Sie wurden Scheschbazar — so sein Name — übergeben, den er als Verwalter einsetzte. Und er sagte zu ihm: Nimm diese Geräte, ziehe hin, lege sie im Tempel zu Jerusalem nieder! Und das Haus Gottes soll an seiner ‹früheren› Stätte ‹wieder› aufgebaut werden.“ (Esra 5:12-15) Für Nebudkadnezar waren die Geräte des Tempels lediglich einige Trophäen unter vielen. Er konnte sie nutzen, um Israel bewusst zu unterdrücken, ihren Glauben zu relativieren und sie damit zugänglich zu machen für seine ganz eigenen Ansichten und Werte. Durch die Relativierung ihres Glaubens entzog er Israel einen Großteil ihrer Kraft und ihres Willens. Ich frage mich, ob etwas Ähnliches auch heute passiert. Worauf will ich also hinaus? Ich glaube an den Gott der Bibel, so wie es auch Israel grundlegend getan hat. Ich glaube nicht nur, dass er existiert, sondern auch, dass er über allen Dingen steht und damit als einziges Wesen im Universum die Misere auflösen kann, die so viele Menschen in die Verzweiflung treibt: Er kann objektive und absolute Wahrheiten über die Welt mit uns teilen. Damit stelle ich mir jedoch auch die Frage: Was sind für Gott (und damit für mich als Gläubigen) Dinge oder Werte von absoluter, objektiver Wahrheit und Heiligkeit? Wie unterscheide ich Prinzipien und Werte, die für Gott heilig sind, von solchen, die es nicht sind? Kann ich die Unterschiede sicher durch die Bibel erkennen, oder ist auch mein Bibellesen der Ungewissheit meiner eigenen, ganz speziellen Brille unterworfen, durch die ich lese? Kann überhaupt irgendjemand behaupten, absolute Wahrheiten aus der Bibel zu erkennen? Und ist mein Zweifeln an dieser Möglichkeit vielleicht schon ein Ausdruck davon, dass mich die postmoderne Welt fest in der Hand hat? Weiterführend stellen sich mir ganz praktische Fragen: Wenn es absolute Wahrheiten und Werte gibt, wie sollten sie dann mein Leben und meine Haltung zu aktuellen Ereignissen und Diskussionen beeinflussen? Von welchen Ansichten sollte ich kein Stück abrücken, weil sie für Gott nur so und nicht anders richtig sind. Worüber kann ich diskutieren, weil es jenseits dieses Absolutheitsanspruchs liegt? Bei welchen Themen habe ich mich ohne es zu merken vielleicht schon von dem relativen Denken der Welt beeinflussen lassen ohne es zu merken und sollte konsequenter sein? Und bei welchen Ansichten oder Werten habe ich mir vielleicht von anderen Gläubigen einreden lassen, dass es sich um nicht-diskutable Wahrheiten handelt, obwohl sie von Gott mitunter gar nicht als solche betrachtet werden? Das alles sind Fragen, die mich aktuell bewegen. Und mit diesen Fragen entlasse ich auch euch jetzt in die neue Woche. Was sind für euch absolute Wahrheiten? Gibt es sie? Wenn ihr ein wenig drüber nachgedacht habt, würde ich mich freuen, in den Kommentaren davon zu lesen, welche Themen euch momentan bewegen und was für Gedanken ihr jeweils dazu habt! 😊 Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel Photo by Nav Rashmi Kalsi on Unsplash
- Mittendrin
Vor Kurzem lernte ich Nina kennen. Also nicht persönlich, sondern ich sah eine Dokumentation, in der die junge Frau ein paar Mal zu Wort kam. Zierlich und mit hoher Stimme sah ich die erst 15 jährige in der ersten Einstellung am Strand ihres Heimatlandes Indonesien. Sie sammelte Plastikmüll und hatte eine ernste Botschaft: „Wenn dieser Baum sprechen könnte würde er weinen.“ Selbst wenn sie und ihre Mitstreiter unermüdlich sammeln würden, es wäre kein Ende in Sicht. Wo kommt dieser ganze Plastikmüll bloß her? Ich empfehle, sich den Film „Die Recyclinglüge“, noch bis 20.06.2023 in der ARD Mediathek, anzuschauen. Unglaublich. Wir sind Recycling-Weltmeister und ich wusste nicht, was mit dem gesammelten Plastikmüll wirklich passiert. Hier meine Zusammenfassung: - Nur 5% des gesammelten Plastikmülls wird recycelt und kann wieder zu Verpackungsmaterial werden. Bis zu 45% sind Mischkunststoffe, die dann „downgecycelt“ werden und zu mehr oder weniger brauchbaren, teuren Produkten werden. Da ist von der Eisenbahnschiene bis zur Gießkanne alles dabei. Es ist höchst aufwendig, den Müll zu trennen und so sortenrein zu bekommen, dass recyceln Sinn macht. - Firmen, die einen hohen Energiebedarf in ihrer Produktion haben, hier wurde ein Zementwerk genannt, bekommen den Plastikmüll zur Verbrennung und Energiegewinnung und noch eine Geldprämie obendrauf. - Die Recycling- Müll- Wirtschaft treibt seltsame Blüten. Einige Länder dieser Erde nehmen gerne unseren Wohlstandsmüll und werden dafür mit Geld entschädigt. Nur was passiert dort damit? In der Türkei brennen regelmäßig illegale Müllhalden. In Bulgarien findet das Filmteam Berge von sortenreinem Müll in gepressten Ballen auf einer Halde. Nur Chipstüten oder nur Katzenfuttertütchen. Sehr seltsam. Auf einem Karton findet sich ein Adressaufkleber. - Jetzt wird es interessant. Wir alle bezahlen beim Kauf von z.B. eingepackten Lebensmitteln für den aufgedruckten „Grünen Punkt“. Also eigentlich dafür, dass das recycelt wird. Dachte ich zumindest. Doch mit dem eingenommenen Geld werden Firmen bezahlt, die unseren Müll irgendwohin entsorgen. Der Film spricht von einer regelrechten Müllmafia und macht mit versteckter Kamera sogar Aufnahmen einer Verhandlung. - Im Falle des Mülllagers in Bulgarien gibt’s noch einen obendrauf. Eine sympathische, nette Dame aus England wurde besucht, da sie als Absender auf den Paketen vermerkt war. Auf ihrem Hof zahlreiche große Mülltonnen, gut gekennzeichnet für verschiedene Arten von Plastikmüll. Stolz erklärte sie das Prozedere. Sie und das ganze Dorf sammelten alles worauf ein bestimmtes Recycling-Label einer amerikanischen Firma zu sehen ist. Dann schickte sie den sortierten Müll in Paketen dorthin, im guten Glauben, diese Firma kümmere sich um eine umweltfreundliche Wiederverwertung oder Entsorgung: “Ich mache das alles freiwillig in meiner Freizeit, weil all das unsere Zukunft sichert.“ Alle dachten, dass sie damit richtig umweltfreundlich handeln, doch weit gefehlt. - Diese Firma wurde besucht und mit den Bildern aus Bulgarien konfrontiert, worauf freundlich von einem Versehen die Rede war und das Interview abgebrochen wurde. Die freundliche englische Lady war nicht begeistert sondern sichtlich frustriert. - Eine amerikanische Chemieingenieurin, die sich jahrelang mit der Wiederverwertung von Verpackungsmaterialien beschäftige, zeigte einige Beispiele, die besagtes Label tragen und die aus ihrer Sicht alles andere als recycelbar waren. Es gäbe aktuell keine Methode bestimmte Materialien voneinander zu trennen und in eine Form zu bringen, die einen neuen Einsatz sinnvoll macht. Ihr Fazit: „Die Kreislaufwirtschaft von Plastik ist eine große Farce.“ Ich bin entsetzt. So gehen wir mit diesem Schatz Erde um. Nina wurde dann nochmal gezeigt. Sie besuchte einen Markt in ihrem Heimatland, Indonesien. Lauter lustige bunte Girlanden waren zu sehen. Kleine Plastikpäckchen am laufenden Band, gefüllt mit kleinen Dosen von Tee, Waschmittel, Gesichtscreme, Seife, Zahnpasta und anderen Dingen des täglichen Bedarfs. Nina´s Erklärung machte mich mehr als nachdenklich: Die arbeitende Bevölkerung Indonesiens sind überwiegend Tagelöhner. Das heißt, es ist nie genug Geld vorhanden eine „große“ Menge von irgendetwas zu kaufen. So wird alles in kleinen Plastiktütchen, eigentlich nicht recycelbare Einwegverpackungen, verpackt. Müllentsorgung in Indonesien heißt, verbrennen auf offenem Feld. Teile von Plastikmüll weht es dann in die Mangroven am Strand und so schließt sich der Kreis. Ich denke darüber nach was wäre, wenn es, wie hierzulande, „Unverpackt –Läden“ geben würde. Das wäre doch die Idee für solche Entwicklungsländer, wie Indonesien. Auf den Märkten würde es Stände mit Abfüllbehältern geben und der Tagelöhner, kann sich die Menge abfüllen lassen, die er gerade bezahlen kann. Da hätte die global tätige Plastikindustrie und Abfallwirtschaft bestimmt was dagegen. Ich überlege, was ich tun kann, um nicht immer wieder auf diese Recyclinglüge reinzufallen. Ja, dieses System ist von Menschen gemacht und ich könnte die Hände in den Schoß fallen lassen, das Denken und Handeln einstellen und auf die Erlösung warten. Wenn da nicht dieser Auftrag wäre: Gott, der HERR, brachte den Menschen in den Garten von Eden. Er gab ihm die Aufgabe, den Garten zu bearbeiten und ihn zu bewahren. (1.Mose2,15) Dazu fallen mir ein paar Dinge ein, die ich einfach umsetzen kann. An den meisten Käse- und Wursttheken kann ich meine eigene Box mitbringen und damit auf Verpackung verzichten. In der Obst- und Gemüseabteilung kann ich alles lose mitnehmen, oder in mitgebrachte Tüten einpacken, die ich problemlos mehrmals verwenden kann. Beim Bäcker lasse ich mir mein Brot und die Brötchen in einen Baumwollbeutel geben. Shampoo, Duschgel und Seife werden durch ein festes Waschstück ersetzt. Und beim Kauf von Kleidung und anderen Dingen achte ich darauf, dass die Herstellung und der Vertrieb eine gute, faire Grundlage haben, soweit ich das beurteilen kann. Und natürlich gelingt mir das nicht alles. Das kann ich jetzt tun. Denn wir haben die Schöpfung Gottes zu unserem Besitz vom Schöpfer überlassen bekommen. So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. Er segnete sie und sprach: »Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde! ( 1.Mose 3,27 +28) Für die Zukunft warte ich auf Gottes Eingreifen. Denn seine Schöpfung wird niemals vergehen. Ein Gedanke blitzt in mir auf. Vielleicht eine Antwort auf die Frage, was werden wir im ewigen Leben bloß den ganzen Tag lang machen. Abgesehen davon, das man da stundenlang darüber philosophieren kann, wäre gerade eine Möglichkeit der „Beschäftigung“ für mich richtig naheliegend. Die Erde von all dem Müll zu befreien, den wir in den letzten Jahrzehnten einfach liegen gelassen haben. Ich wünsche euch eine gesegnete Woche und kreative Ideen im Umgang mit der Bewahrung der Schöpfung Eure Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Die mit (1) gekennzeichneten sind Übersetzung Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen entnommen.
- Achterbahn der Gefühle
Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt … Ja, so beschreibt der Volksmund den Moment, in dem ein Glücksgefühl in einen Absturz mündet. Über eine solche Gefühlsachterbahn möchte ich heute berichten. Endlich wieder Urlaub Alles begann damit, dass meine Frau und ich uns nach drei langen Jahren entschieden, endlich mal wieder Urlaub zu machen. Nach Portugal sollte es gehen, in eine Ferienwohnungsanlage, die wir schon aus zurückliegenden Urlauben kannten. So haben wir dann auch schon früh im Jahr unsere Flüge gebucht. Langsam rückte dann der Zeitpunkt des Fluges näher und damit leider auch die Berichte in Zeitungen, Radio und Fernsehen über die chaotischen Zustände an deutschen Flughäfen. Lange Schlangen an den Check-In Schaltern, zum Teil bis aus den Gebäuden heraus. Verpasste Flüge wegen zu wenig Personal bei der Sicherheitskontrolle, gestrichene Flüge. Chaos am Flughafen? Je mehr Berichte es gab, desto mehr zog sich eine unsichtbare Schlinge um meinen Hals, die mir zusehends die Luft nahm. Für mich ein seltsames Gefühl, war ich doch eigentlich immer eher lösungsorientiert und einer, der solche Situationen anpackt und mit ausreichend Gottvertrauen auch meistert. Vielleicht lag es ja einfach daran, dass wir lange nicht mehr geflogen waren und daher die Situation einfach nicht mehr gewöhnlich war. Wie es meine Gewohnheit ist, versuchte ich, das Problem zu lösen, bei der Fluggesellschaft mögliche Zubuchungen von Erleichterungen zu bekommen. Das Bemühen landete allerdings zunächst in stundenlangen Warteschleifen am Telefon, bis ich die Melodien mitsummen und die Texte mitsprechen konnte. Auch Versuche der Kontaktaufnahme per Email blieben ohne Antwort. Endlich nach unzähligen Versuchen, hatte ich eine nette Dame der Fluggesellschaft am Telefon. Das Ergebnis: weder Vorabendgepäckaufgabe, noch Priority Check-In noch „Fastlane Security“ waren für unseren Flug zubuchbar. Die unsichtbare Schlinge um meinen Hals zog sich weiter zu. Ihr kennt sicher alle das Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch (zumindest als Emoji) So in etwa war meine innere Verfassung. Was uns jetzt noch blieb, waren zwei Dinge. Als eigene Mitwirkung eine noch frühere Anreise zum Flughafen (da unser Flug erst am Nachmittag ging, haben wir entschieden, bereits vier Stunden vor Abflug dort zu sein) und als wesentlicher Punkt ein Gebet mit der ernsten Bitte um Vergebung für so viel mangelndes Vertrauen und die Bitte um etwas mehr Gelassenheit und das Gelingen unseres Fluges. Jetzt geht’s los Jetzt kam der Tag des Abfluges. Innerlich bis aufs äußerste angespannt (zumindest ich) machten wir uns auf den Weg. Am Flughafen gaben wir unser Auto beim Parkservice ab, nahmen unsere Koffer und machten uns auf in das erwartete Chaos in der Abflughalle. Der erste Blick in die Halle war nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Die Schlangen schienen erträglich, die Anspannung war aber weiter vorhanden. Also erstmal zur nächsten Anzeigetafel, um die Check-In Schalter für unseren Flug zu finden. Und dann, mit der noch immer angespannten Stimmung, machten wir uns an mehreren Schlangen entlang auf zu unseren Schaltern, die noch in einiger Entfernung lagen. Unglaublich! Dort angekommen, eröffnete sich uns ein Anblick, den ich mir selbst im positivsten Fall nicht hätte träumen lassen. Da war doch tatsächlich kein einziger Mensch an all den Schaltern für unseren Check-In zu sehen. Dieser Anblick war irgendwie so unwirklich, surreal, unpassend, unglaublich! Das einzige, was mir in den Sinn kam, war einfach: DANKE! Besser kann ich diesen Augenblick nicht beschreiben. Wer mag da noch zweifeln, dass Gott Gebete hört? „Und wenn wir wissen, dass er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.“ (1. Johannes 5,15) Himmelhoch jauchzend Und da war es dann auch, das innere Jubilieren über diesen wunderbaren Moment, oder – im Sinne der Überschrift – das „himmelhoch jauchzen“. Jubilieren und jauchzen - beide Begriffe in einem Vers bringt Jesaja sehr schön zusammen: „Jubelt, ihr Himmel, und jauchze, du Erde! Und ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn der HERR hat sein Volk getröstet, und über seine Elenden erbarmt er sich.“ (Jesaja 49,13) Ja, so fühlte ich mich bei dem Anblick der leeren Schalter. Alle Anspannung war mit einem Schlag purer Erleichterung gewichen. An dieser Stelle könnte meine kleine Geschichte enden. Alles wäre wunderbar, eine aufbauende, christliche Geschichte, wie sie sein soll, ein happy end wie im Film, aber – die Überschrift dieses Beitrages hat ja noch eine zweite Seite. Absturz Hier kommt das ins Spiel, was Ingo in seinem letzten Beitrag behandelt hat, das menschliche Scheitern! Dieses wunderbare Erlebnis hätte es doch mehr als verdient, Gegenstand eines selbstbewussten Zeugnisses des Glaubens zu sein. Tatsache ist allerdings, dass ich nicht einem einzigen Menschen, der mich nach erlebtem Chaos am Flughafen gefragt hat, von dieser unglaublichen Gebetserhörung erzählt habe. Wir hatten halt einfach „Glück gehabt“. Noch dazu kam bereits vor unserem Rückflug das gleiche mulmige Gefühl der Schlinge um meinen Hals wieder zurück. Hätte ich nicht mehr Vertrauen haben müssen? Warum konnte ich nicht mit mehr Gelassenheit der Situation entgegen sehen? Lag es wirklich nur daran, dass wir vorher in Gesprächen mit anderen Gästen von annullierten Flügen gehört hatten? Was mir seitdem nicht aus dem Kopf geht, sind Paulus‘ Worte aus dem Römerbrief: „Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht. … Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“ (Römer 7,18+24) So wird aus „himmelhoch jauchzend“ schnell „zu Tode betrübt“. Allerdings meine ich, dass so mein erster Blogbeitrag nicht enden sollte. Der Ausweg Mit der Beschreibung meiner Unzulänglichkeit – oder besser Feigheit? – stehe ich vielleicht nicht ganz alleine da. Ich bin mir fast sicher, dass jedem von euch einige verpasste Gelegenheiten in den Sinn kommen, die für ein freimütiges Zeugnis des Glaubens hätten genutzt werden können, aber jämmerlich vergeben wurden. Das wunderbare an unserem himmlischen Vater ist, dass er in seiner Genialität von Anfang an eine Lösung geplant hat. Teil seiner Lösung ist es allerdings gerade, dass wir unserer nicht enden wollenden Unzulänglichkeit nie aus eigener Kraft entfliehen können. Erst diese ehrliche Einsicht macht den Weg frei für das Geschenk der Gnade, sodass auch für uns gilt, was unser Herr Jesus dem Paulus sagt: „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“ (2. Korinther 12,9) Und wir können mit Paulus einstimmen: „Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“ (2. Korinther 12,9) So dreht Gott die Menschenweisheit des Volksmundes für den Glaubenden in die richtige Reihenfolge: Aus „zu Tode betrübt“ wird mit Gottes Hilfe ein „himmelhoch jauchzend“ Ich wünsche jedem von Euch, dass ihr Paulus‘ Erfahrung teilen mögt, damit wir gemeinsam einstimmen können in ein … Hallelujah (Gelobt sei Jahweh, unser Gott)! Euer Peter P.S.: Dies war nun mein erster Blogbeitrag. Jetzt Teil dieses Blogs zu sein, ist für mich der Anfang einer Befreiung. Einer Befreiung von allem, was war, hin zu neuen Herausforderungen. Das wird sich im nächsten Jahr fortsetzen, wenn die Rente beginnt. Und bald danach mit dem Umzug nach Braunschweig weitergehen, um am Ort des Projektes „Gemeinde bauen“ anzukommen. Ich bin sehr froh, Teil dieses Projektes zu sein und bin wahnsinnig gespannt, welche Wege uns Gott dort öffnen wird.
- Erhört
Mittwoch, 13. Juli 2022, 20:50 Ich sitze gerade allein auf dem Sofa. Allein, weil mein Mann gerade mit unserer Tochter (2,5 Jahre) im Krankenhaus ist. Der Grund klingt eigentlich fast lächerlich: Ich habe das Essen versalzen. Jetzt ist es leider so, dass kleine Kinder nicht so viel Salz zu sich nehmen dürfen. Beim Essen ist auch nicht so sehr aufgefallen, wie versalzen es eigentlich war, da es noch Salat dazu gab. Nach dem Essen haben wir uns dann allerdings gefragt, ob das jetzt nicht vielleicht doch zu viel Salz war. Erst vor kurzem haben wir von einem Fall gehört, bei dem ein Kind gestorben ist, weil es zu viel Salz gegessen hat. Das hat natürlich dafür gesorgt, dass wir uns mehr Sorgen gemacht haben. Also haben wir versucht, herauszufinden und zu errechnen, wie viel Salz unsere Tochter wohl gegessen haben könnte. Mit dieser Information haben wir bei der Giftinformation angerufen. Die Frau am anderen Ende der Leitung meinte nach Rücksprache mit einer Ärztin, mit diesem Wert wäre unsere Tochter an der Schwelle zu einem zu hohen Wert. Und damit hätte sie im Krankenhaus überwacht werden müssen. Auch da eins der Symptome Schläfrigkeit ist, was man abends natürlich schlecht beurteilen kann. (Ich weiß nicht wie, aber solche Dinge, Unfälle etc. passieren nie zu normalen Uhrzeiten … ) Wir sollten also vorsichtshalber mit ihr ins Krankenhaus fahren, damit sie einmal kontrolliert werden kann. Ich war natürlich einfach nur fertig mit den Nerven. Es tat mir unfassbar leid und dieses Gefühl, dem eigenen Kind eventuell geschadet zu haben, ist einfach unerträglich. Ich konnte nur auf dem Sofa sitzen, weinen und nichts mit mir anfangen. So gerne wäre ich bei meiner Tochter gewesen und hätte mich um sie gekümmert und versucht, wiedergutzumachen, was ich verbockt habe. Aber das ging nunmal nicht, da ich mit unserer Kleinen zu Hause bleiben musste. Also schrieb ich unseren besten Freunden, ob sie für unsere Tochter beten könnten. Das taten sie. Kurze Zeit später überkam mich ein Gefühl des Friedens. Es wallte einfach so über mich hinweg, ohne Vorwarnung. Ich war total perplex als ich das fühlte. Keine Schuldgefühle, Einsamkeit, Verzweiflung mehr, sondern puren Frieden und die Gewissheit, dass Gott da ist und sich kümmert. Er hatte das Ruder übernommen. Ich habe zwar immer noch heulend auf dem Sofa gesessen, aber plötzlich aus Dankbarkeit. Das schrieb ich dann auch meiner Freundin und fragte sie, ob sie auch für uns gebetet haben, dass wir uns nicht so große Sorgen machen müssen. Sie bejahte. Für mich war es wirklich ein Wunder und ein erhörtes Gebet. Ich wusste gar nichts davon und dann auf einmal diese Last, die mir abgenommen wurde … Das war echt unglaublich und unglaublich schön. Das Ende vom Lied war dann übrigens, dass unsere Tochter einfach wieder nach Hause geschickt wurde und viel trinken sollte. Der Arzt im Krankenhaus hat das nicht so kritisch gesehen wie die Ärztin bei der Giftinformation. Und ihr ging es dann auch weiterhin gut, vielleicht weil wir wirklich etwas überreagiert haben, vielleicht aber auch, weil da noch ein anderer Arzt mit am Werk war … Was auch immer der Grund war, dass es ihr gut ging, für mich gibt es zwei Gründe, warum dies passiert ist: 1. Ich habe Gottes Wirken am eigenen Leib gespürt. 2. Ich hatte das Gefühl, diese Begebenheit teilen zu müssen. So ein Licht darf ich nicht unter den Scheffel stellen. „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stellt es unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,14-16) Der einen oder dem anderen mag es vielleicht komisch vorkommen, dass wir so „überreagiert“ haben und im Nachhinein kommt es mir auch fast so vor, aber es ist ja auch nicht grundlos passiert. Und ganz nach dem Motto „better safe than sorry“ bereue ich auch nicht, dass wir uns vielleicht einmal zu viel Sorgen gemacht haben, aber unserem Kind nichts passiert ist. Im Zuge dieser Gebetserhörung ist mir dann eingefallen, dass wir vor einigen Wochen einen ähnlichen Vorfall hatten mit unserer kleinen Tochter: Freitag, 6. Mai 2022 Wir hatten einen ganz normalen langweiligen Morgen. Unsere Kleine (ca. ein halbes Jahr alt) habe ich gestillt und sie hat ein kleines bisschen Möhrenbrei probiert und für die Große gab es wie immer Porridge zum Frühstück. Beiden ging es gut, niemand war schlecht drauf. Also sind wir mit dem Auto ein kleines Stückchen aus der Stadt raus gefahren, um dort in einem Kinder-Second-Hand-Laden nach neuer Kleidung zu gucken (Kinder wachsen einfach eindeutig zu schnell … ). In dem Laden hat die Kleine dann gespuckt, was ja eigentlich normal ist für Babys. Allerdings hat sie dabei noch so seltsam gehustet, fast gewürgt. Da sie dann aber einfach wieder aufgehört hat, habe ich mir nichts weiter dabei gedacht. Auf dem Weg nach Hause musste sie sich allerdings (noch mal) übergeben. Zwei Mal. Jedes Mal war die Situation aber so „glücklich“ (oder gesegnet? 😉), dass ich sofort anhalten und sie kurz aus ihrer Babyschale rausnehmen konnte, sodass sie sich nicht schlimm verschluckt oder im schlimmsten Fall erstickt. Das war die erste gute Sache, die passiert ist. Das Übergeben natürlich nicht, aber dass ich jedes Mal direkt halten konnte, was durchaus nicht selbstverständlich war auf dem Weg. Das Übergeben ging leider auch als wir wieder zu Hause waren weiter. Jedes Mal, wenn ich sie gestillt habe, kam alles wieder raus. Zudem bewegte sie sich komisch und langsam. Fast apathisch. Da solche Dinge natürlich immer passieren, wenn Ärzte gerade geschlossen haben (es war bereits Freitagnachmittag), rief ich unsere Hebamme an. Sie meinte dann zu mir, dass es nicht gerade lustig ist, wenn sich Babys übergeben, da sie sehr schnell austrocknen. Wenn es so weiterginge, sollten wir auf alle Fälle mit ihr ins Krankenhaus fahren. Kurz darauf übergab sie sich wieder, sodass wir, ohne weiter zu überlegen, losgefahren sind. Auf dem Weg dahin ging es ihr gar nicht gut. Sie war richtig benommen und apathisch. Also beteten wir auf dem Weg, dass es ihr bald wieder besser geht und die Ärzte/Ärztinnen ihr helfen können. Im Auto schlief sie dann ein und sie schlief, bis wir im Krankenhaus waren und sie untersucht werden sollte. Ich weckte sie als die Pflegerin reinkam, die die Untersuchung der Ärztin vorbereiten wollte. Die war dann auch sichtlich überrascht, dass wir überhaupt im Krankenhaus waren, denn unsere Tochter ließ sich überhaupt nicht mehr anmerken, dass es ihr vor einer halben Stunde noch furchtbar schlecht ging. Als die Ärztin dann reinkam, wurde sie von unserer Tochter prompt angelächelt. Die ganze Untersuchung über war sie fit und fröhlich. Im Anschluss an die Untersuchung sollte ich sie noch einmal stillen und es kam nichts mehr raus. Plötzlich behielt sie wieder alles drin. Unser Gebet wurde erhört und ihr ging es wieder gut. Einfach so. Obwohl es eine halbe Stunde vorher noch in keinster Weise so aussah. Aber: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan. Wer unter euch gäbe seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein, und wenn er ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange? Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn bitten, Gutes geben.“ (Matthäus 7,7-11) Gott ist gut. Er sorgt und kümmert sich um uns. Ich hoffe, ich konnte euch ein Licht leuchten lassen und ihr könnt beschwingt mit Gott in die neue Woche starten. Ich wünsche euch allen Gottes Segen und Beistand – sei es in großen oder in kleinen Dingen. Mit Gott ist alles leichter. „ Du lässt meine Leuchte strahlen, HERR, mein Gott erhellt meine Finsternis. Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Gottes Weg ist vollkommen, das Wort des HERRN ist im Feuer geläutert. Ein Schild ist er allen, die bei ihm Zuflucht suchen. Denn wer ist Gott als allein der HERR und wer ein Fels ausser unserem Gott? Gott ist es, der mich mit Kraft umgürtet und meinen Weg vollkommen macht, der meine Füsse schnell wie die Hindinnen macht und mich auf Höhen stellt, der meine Hände den Kampf lehrt, dass meine Arme den ehernen Bogen spannen. Du gabst mir den Schild deiner Hilfe, deine Rechte stützt mich, und dein Zuspruch macht mich stark.“ (Psalm 18,29-36) Eure Lisa ♥










