• Lisa

Achtung, Baustelle!

Schon seit einiger Zeit ist unser Haus eine große Baustelle. Wir wohnen relativ zentral in einem Mehrfamilienhaus mit Stellplatz fürs Auto und können fast alles zu Fuß oder zumindest mit dem Fahrrad erledigen. Alles eigentlich ziemlich perfekt. Jetzt ist es aber „leider“ so, dass einiges am Haus gemacht wird. Das oberste Stockwerk wird komplett umgebaut, der Dachboden ausgebaut und mit dem obersten Stockwerk zu einer Maisonette Wohnung zusammengelegt – dort ziehen dann die Vermieter ein. Das tangiert uns erst mal nicht, davon bekommen wir nur den Baulärm und ‑dreck mit.


Das ist allerdings nicht alles. In dem Zuge wird nämlich auch das gesamte Haus gedämmt. Außerdem wurde unsere Heizung auf Fernwärme umgestellt und wir haben neue Fenster bekommen. Es wird also auch einiges für alle anderen im Haus getan. Und das genau zur richtigen Zeit, jetzt da die Energiekosten steigen. Aber natürlich gehen auch einige Unannehmlichkeiten mit der Baustelle einher. Mal ganz abgesehen von dem bereits erwähnten und nicht zu vermeidenden Dreck, steht fast der gesamte Hof und die Einfahrt voll mit Baumaterial, einem Gerüst, einem Kran, ab und zu mit Containern und zwei bis drei Autos der Handwerker. Das führt dazu, dass es oft schwierig ist durch die Einfahrt rein und raus zu kommen – vor allem mit einem Kinderwagen.


Auch unseren Stellplatz können wir zurzeit nicht nutzen, da dort der Kran steht. Ohne besagten Stellplatz wären wir allerdings nie in diese Wohnung gezogen, da wir wie gesagt ziemlich zentral wohnen und die Parkplatzsuche hier nicht unmöglich, aber sehr mühselig ist und es mit zwei kleinen Kindern recht bescheiden ist, wenn man erst mal 10 Minuten zum Auto laufen muss. Für die Kleinen ist es außerdem nicht sonderlich angenehm, wenn hier viel gebohrt, gesägt und gehämmert wird, denn das ist zum Teil richtig laut, vor allem wenn für die Dämmung in die Hauswand gebohrt wird.



Das alles hat mich in letzter Zeit irgendwie sehr gestresst. Hinzu kommt dann auch noch, dass die Kleine gerade einen Zahn bekommen hat und der nächste nicht lange auf sich warten ließ und schon unterwegs ist. Ein quengeliges, knatschiges Kind gepaart mit dem Lärm und Dreck (vor einigen Tagen wurden zu allem Überfluss auch noch die neuen Fenster in unserer Wohnung eingebaut und neu verputzt) ist dann doch recht viel auf einmal. Da war ich ganz schön genervt, mitgenommen, gestresst, überfordert und erschöpft. Vor ein paar Tagen habe ich an einem Abend einfach nur auf dem Bett gelegen und hätte gerne geweint, weil ich so fertig war. Aber es ging einfach nicht – weil ich zu fertig war. Ich konnte nicht mal mehr weinen.


Das klingt jetzt alles ganz schön düster und schlimm und in der Situation habe ich mich auch so gefühlt, aber jetzt gerade ist es tatsächlich schon wieder ein bisschen besser, also keine Sorge. 😉 Man muss unseren Vermietern auch zugutehalten, dass sie wirklich sehr nett, zuvorkommend, gesprächs‑ und hilfsbereit sind und trotz allem noch versuchen, das, was geht, möglich zu machen. Wir haben zum Beispiel, ohne dass wir gefragt haben, die Möglichkeit bekommen unseren Kinderwagen und Fahrradanhänger in einer Garage im Hof unterzustellen. Deswegen möchte ich mich hier auch nicht beschweren. Aber es ist einfach so, dass die ganze Baustelle mich ziemlich gestresst hat und es vermutlich auch noch ein Weilchen tun wird.


Allerdings merke ich, dass es besser wird, wenn ich mit jemandem darüber rede (wie das wohl mit vielen Dingen so ist und was wahrscheinlich auch der Grund ist, weswegen es mir schon wieder etwas besser geht 😊). Genau deswegen dachte ich, vielleicht kann man ja aus dieser Situation auch noch etwas lernen. Und was mir recht schnell aufgefallen ist, ist dass diese Baustellensituation gut vergleichbar ist mit dem Warten auf Gottes Königreich: Es wird erst alles schlechter, bevor es dann besser wird.

„Wenn ihr aber von Kriegen und Unruhen hört, so erschreckt nicht! Denn das muss zuvor geschehen, aber das Ende kommt noch nicht so bald. Dann sagte er zu ihnen: Erheben wird sich Volk gegen Volk und Reich gegen Reich, gewaltige Erdbeben wird es geben und da und dort Seuchen und Hungersnöte, furchtbare Dinge werden geschehen und vom Himmel her gewaltige Zeichen erscheinen.“ (Lukas 21,9-11)

Natürlich haben die Baumaßnahmen ein viel kleineres Ausmaß als alles, was auf der Welt passiert, aber dennoch passieren erst viele unangenehme Dinge, bevor dann alles wieder gut und sogar noch besser wird. Und genauso, bzw. eigentlich noch mehr als unsere Vermieter sich in dieser Zeit um uns kümmern, kümmert Gott sich in schweren Zeiten (und natürlich auch in guten) um uns.

„Doch kein Haar von eurem Kopf wird verloren gehen.“ (Lukas 21,18)

Dieses Kümmern kann ganz unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel können es materielle Dinge sein (Geld, Essen, ein Haus über dem Kopf, ein warmes Bett, … ). Es können aber auch ideelle, geistige Sachen sein (gute Begegnungen, eine aufbauende Bibellese, Zeit mit Gott, Ablenkung vom Alltag, gute Gespräche, … ). Gott hat für jeden genau das Richtige parat und hilft uns auch durch schwierige Zeiten hindurch.

„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ja, ich stehe dir bei! Ja, ich halte dich mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit!“ (Jesaja 41,10)

Und genauso wie hier am Haus wieder alles schön und entspannt wird, wenn die Baustelle fertig ist, genauso und noch deutlich schöner wird es sein, wenn Gott sein Königreich auf der Erde aufbaut.

„Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Siehe, die Wohnung Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird mit ihnen sein, ihr Gott. Und abwischen wird er jede Träne von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, und kein Leid, kein Geschrei und keine Mühsal wird mehr sein; denn was zuerst war, ist vergangen. Und der auf dem Thron sass, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sagt: Schreib, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Und er sagte zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich werde dem Dürstenden von der Quelle des Lebenswassers zu trinken geben, umsonst. Wer den Sieg erringt, wird dies alles erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.“ (Offenbarung 21,3-7)

Das war heute wirklich nur ein kurzer Gedanke, aber ich freue mich jetzt tatsächlich wieder ein Stückchen mehr auf das Königreich und bin positiv gestimmt, dass Gott mich auch bis dahin durch die Baustellen hier am Haus und auf der Welt trägt. Ich hoffe, es geht euch ähnlich. 😊 Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick, auf was wir uns freuen können:

„Und einer der Ältesten ergriff das Wort und sagte zu mir: Die mit den weissen Gewändern da, wer sind sie, und woher sind sie gekommen? Und ich habe zu ihm gesagt: Mein Herr, du weisst es. Und er sagte zu mir: Das sind die, die aus der grossen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiss gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen ein Zelt aufschlagen. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und wird sie führen zu Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,13-17)

Eure Lisa ♥

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