• Peter

Metamorphose – schon jetzt, aber noch nicht

Vor zwei Wochen hatten wir die Gelegenheit, uns bei einem gemeinsamen Bibelstudienwochenende mit den Zeichen der Zeit zu beschäftigen. Mir ist in diesen Tagen wieder mehr und mehr bewusst geworden, wie dringend es wird, dass unser Herr wiederkommt, um all die Probleme zu lösen, die wir Menschen nicht mehr in den Griff bekommen. Ja, Erlösung der seufzenden Schöpfung kann nur er uns bringen. Am Ende des Wochenendes war es meine Aufgabe, in einem Vortrag zum Gedächtnismahl einen Ausblick auf das Reich Gottes zu geben, damit wir nicht bei den Problemen der Gegenwart stehen bleiben, sondern mit positiven Gedanken der Freude auf die Zukunft mit Christus wieder nach Hause fahren konnten. Mir ist durch die Vorbereitung dieses Vortrages wieder bewusst geworden, in welch einem erstaunlichen Zwischenstadium wir gläubigen Christen heute leben.


Durch unsere Taufe in den errettenden Namen Jesu Christi sind wir „in Christus“. Und wenn wir in Christus sind, dann sind wir schon jetzt Bürger des kommenden Reiches, das Jesus bei seiner Wiederkunft auf dieser Erde errichten wird. Bürger eines Reiches, das in seiner vollkommenen Andersartigkeit im Vergleich zu unserer Gegenwart kaum zu beschreiben ist.


Liest man zum Beispiel den Propheten Jesaja, so bekommt man eine ungefähre Ahnung davon, wie anders das Leben in diesem zukünftigen Reich sein wird:

"Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen. Vielmehr freut euch und frohlockt allezeit über das, was ich schaffe! Denn siehe, ich schaffe Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zur Freude. Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden. Und es wird dort keinen Säugling mehr geben, der nur wenige Tage alt wird, und keinen Greis, der seine Tage nicht erfüllte. Denn der Jüngste wird im Alter von hundert Jahren sterben, und wer das Alter von hundert Jahren nicht erreicht, wird als verflucht gelten. Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, sie werden nicht pflanzen, und ein anderer isst. Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände genießen. Nicht vergeblich werden sie sich mühen, und nicht zum jähen Tod werden sie zeugen. Denn sie sind die Nachkommen der Gesegneten des HERRN, und ihre Sprösslinge werden bei ihnen sein. Und es wird geschehen: ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören. Wolf und Lamm werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der HERR." (Jesaja 65,17-25)

Diese komplette Verneinung all dessen, was jetzt die Menschen bedrückt, kann auch nur einen ungefähren Eindruck dieser unglaublichen Zukunft vermitteln, die uns erwartet.

Hans Küng beschreibt dieses Reich in seinem Buch „Jesus“ (Piper Verlag GmbH, München 2012) so:

"Ein Reich, wo nach Jesu Gebet Gottes Name wirklich geheiligt wird, sein Wille auch auf Erden geschieht, die Menschen von allem die Fülle haben werden, alle Schuld vergeben und alles Böse überwunden sein wird. Ein Reich, wo nach Jesu Verheißungen endlich die Armen, die Hungernden, Weinenden, Getretenen zum Zuge kommen werden: wo Schmerz, Leid und Tod ein Ende haben werden. Ein Reich, nicht beschreibbar, aber in Bildern ankündbar: als die aufgegangene Saat, die reife Ernte, das große Gastmahl, das königliche Fest. Ein Reich also – ganz nach den prophetischen Verheißungen – der vollen Gerechtigkeit, der unüberbietbaren Freiheit, der ungebrochenen Liebe, der universalen Versöhnung, des ewigen Friedens."

Was hat nun all das mit meiner Überschrift „Metamorphose“ zu tun?


Nun, ich habe gespürt, welch großen inneren Frieden in dieser aufwühlenden Zeit mir Gottes Zusagen geben, dass ich schon jetzt ein Bürger dieses kommenden Reiches bin, schon jetzt ein Kind Gottes, schon jetzt Gottes Hausgenosse, schon jetzt bei Gott gerechtfertigt, verherrlicht. Weil mich Gott schon jetzt so betrachtet, als wäre ich bereits vollendet, wenn ich mich nur auf seinen Sohn berufe.


Das bringt mich zu dem Bild der Metamorphose des Schmetterlings. Obwohl ich noch feststecke in dem sündigen, vergänglichen Leib mit all seinen Unzulänglichkeiten und Schwachheiten, sieht Gott in mir schon jetzt den begnadigten, verherrlichten, mit ewigem Leben überkleideten Mitregenten seines Sohnes, als Helfer, die Erde mit Gottes Herrlichkeit zu füllen.


Wie die Raupe erst eine Verwandlung erfahren muss, werden auch wir – wie die Raupe im Kokon – verwandelt werden zu dem Leib der Herrlichkeit seines Sohnes.

"Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch als Retter den Herrn Jesus Christus erwarten, welcher den Leib unsrer Niedrigkeit umgestalten wird, dass er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles untertan machen kann!" (Philipper 3,20-21)

Noch treffender drückt Paulus das im Kolosserbrief aus:

"Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so suchet, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zu der Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wenn Christus, euer Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit." (Kolosser 3,1-4)

Bei diesen Versen sehe ich regelrecht, wie der Kokon aufbricht und sich das neue, vollkommene Leben ausbreitet.


Noch sind wir aktuell quasi im Zwischenstadium des „schon jetzt, aber noch nicht“, so wie es Johannes in seinem ersten Brief ausdrückt:

"Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es (schon jetzt!). Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist." (1. Johannes 3,1-2)

Leben wir aber unser Leben wirklich in dem Bewusstsein dieses Status, den wir längst bei Gott haben, oder geht es Euch eher wie mir und kommt auch ihr über das Raupenstadium nicht hinaus?


Das Neue Testament quillt geradezu über von ganz konkreten Zusagen. Angefangen bei Jesus selbst, der uns im Johannesevangelium sagt:

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen." (Johannes 5,24)

Der Apostel Paulus wird nicht müde, in all seinen Briefen immer wieder zu betonen, welchen Status wir bei Gott schon jetzt haben. Ich will hier nur einige Zitate aufzählen, ohne jede einzelne Bibelstelle zu benennen. Ich hoffe, ihr bemerkt, dass diese Aufzählung keinen Zweifel zulässt!

  • Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, Neues ist geworden

  • Gott … hat um seiner vielen Liebe willen, womit er uns geliebt hat, auch uns … mit dem Christus lebendig gemacht

  • Er hat uns mitauferweckt und hat uns mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus

  • Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis

  • Und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe

  • In ihm haben wir Erlösung und Vergebung der Sünden

  • Die er vorher erkannt hat, hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein

  • Die hat er auch berufen, die hat er auch gerechtfertigt, die hat er auch verherrlicht!

Das alles sind feste Zusagen, die uns Gott durch Paulus gibt. Aber wie oft fehlt mir, auch nach so vielen Jahren im Glauben, noch immer dieses Bewusstsein im Alltag. Dann fühle ich mich eher wie die unscheinbare Raupe, die tagein tagaus nichts weiter tut als fressen, von einem Blatt zum nächsten, ohne zu wissen, was Gott längst in ihr angelegt hat.

Dabei könnte mit weniger Kleingläubigkeit und mehr Gottvertrauen alles so viel leichter sein. Auch hierzu eine Aufzählung von Zitaten ohne jede einzelne Stelle zu benennen:

  • Ich (Paulus) bin ebenso in guter Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi

  • Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken über euren guten Willen hinaus

  • Nicht dass wir von uns aus tüchtig wären, etwas zu erdenken als aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes

  • Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen

  • Der Gott des Friedens aber … vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut, indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus

Hier sitze ich und schreibe diese Zeilen und denke so bei mir: Wie viele Zusagen soll mir Gott denn eigentlich noch geben, bis ich endlich meine Kleingläubigkeit ablege und anfange mit der Leichtigkeit des Schmetterlings, meinen Alltag zu begehen in der Vorfreude auf die Vollendung bei Jesu Wiederkunft.



Gott hat längst alles getan, was nötig ist, damit wir erhobenen Hauptes schon jetzt als Bürger des zukünftigen Friedensreiches durchs Leben gehen können. Da ist kein Platz für Selbstzweifel oder irgendein warnendes „Ja, aber …“, kein Raum für Verzagtheit oder gar Furcht vor Versagen – so, wie es uns Jesus zuruft:

"Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben." (Lukas 12,24)

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine befreite positive Woche in der Vorfreude auf die unglaubliche Zukunft, die uns erwartet!


Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott)

Euer Peter

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