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- Verbunden
Wenn ihr mögt, könnt ihr dabei, davor oder danach dieses Lied hören: https://www.youtube.com/watch?v=MCuZz0L6gNo Einige Eltern brachten ihre kleinen Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger sahen das, fuhren sie an und wollten sie wegschicken. Doch Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: »Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn Menschen wie ihnen gehört Gottes Reich. Ich versichere euch: Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen.« (Lukas 18, 15-17) Dieser Bibelabschnitt ist eine meiner Lieblingsstellen. Vielleicht, weil ich Kinder und ihre „typischen“ Verhaltensweisen einfach total faszinierend finde. Sie erinnern mich an meine eigene Kindheit und die wundervollen Momente im Hier und Jetzt. Den ganzen Tag draußen spielen im Wald oder Garten, auf dem Spielplatz oder der Wiese. Dort erlebte ich freie, leichte und unbeschwerte Tage. Es gab viel zu entdecken, auszuprobieren, auszutesten und zu lernen. Heute bin ich sehr dankbar für diese Freiheit und das Vertrauen, welche mir von meinen Eltern geschenkt wurden. Weiterhin gibt mir die Bibelstelle das Gefühl, dass der Glaube an Gott und seinen Sohn Jesus einfach und leicht ist, für alle Menschen dieser Erde möglich, sogar (und anscheinend ausdrücklich) für Kinder. Das ewige Leben in Gottes Reich wird uns sogar geschenkt, wenn wir es annehmen. Wie wundervoll das klingt. Doch was ist eigentlich das Besondere an Kindern und warum sind gerade sie oder ihre Eigenschaften Jesus so wichtig? Der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther beschreibt in seinem Buch „Jedes Kind ist hoch begabt: Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen“ (2012) sehr eindrücklich, wie Kinder sind, wenn ihnen von Anfang an Geborgenheit und Sicherheit vermittelt wird, und welche Eigenschaften sie schon mit auf diese Erde bringen. Schon im Mutterleib sind Kind und Mutter eng miteinander verbunden. Das Kind wächst und macht dort seine ersten sinnlichen Erfahrungen. Somit strebt jedes Kind, das auf die Welt kommt, unbewusst nach dieser Verbundenheit, aber auch nach Wachstum, Autonomie und Freiheit. Im Vordergrund steht nun neue Erfahrungen zu machen, Kompetenzen zu erwerben und letztendlich Eigenständigkeit zu erlangen. Kinder verfügen über eine angeborene Offenheit für alle äußeren Reize und somit über Entdeckerfreude und Gestaltungslust. Kurz zusammengefasst: Kinder wollen leben, glücklich sein und gemocht werden! Sie sind liebende, vertrauensvolle und vorbehaltlose Geschöpfe. Immer auf der Suche nach Beziehung auf Augenhöhe. Genau so nimmt auch Jesus die Kinder an. Er belehrt sie nicht, spielt seine Macht nicht aus. Es geht ihm nicht um die talentiertesten, leistungsfähigsten, belastbarsten, perfekten Menschen, sondern um Verbundenheit, um das Mensch sein mit Ecken und Kanten. Dies macht Jesus uns durch die Eigenschaften von Kindern deutlich: Sie sind ECHT! Sie zeigen ihre Gefühle und Bedürfnisse, sind immer auf der Suche nach dieser Verbundenheit und Gemeinschaft, motiviert neue Erfahrungen zu machen. Eigensinnig und kreativ. Vielleicht möchte Jesus uns und seinen Jüngern durch diese Begebenheit auch deutlich machen, dass wir uns achtsam und mitfühlend verhalten sollten, ohne jemanden auszuschließen. Achtsam zu sein bedeutet auch, im Hier und Jetzt zu leben, in der Gegenwart, versunken im Moment, eins mit mir selbst und meiner Umgebung, was Kinder besonders gut können. Die empathische Fähigkeit, sich auf andere Menschen einzulassen und zu erspüren, wie es diesem Menschen geht, ist sogar angeboren. Schon Babys reagieren im Mutterleib auf Stimmungen der Mutter und später auf die anderer Bezugspersonen. Auf der Suche nach Verbundenheit geben Kinder nicht auf und sind unbeschreiblich hoffnungsvoll. Sie sind bereit ihren Eltern bedingungslos zu vertrauen, auch wenn diese ihr Kind nicht liebevoll annehmen (nicht für immer, aber für eine sehr lange Zeit). Ich finde, all die genannten Eigenschaften sind auch göttliche Eigenschaften. Gott ist mitfühlend, gnädig, ausdauernd, authentisch und vertrauensvoll, zeigt seine Gefühle und ist wie ein Kind: immer dazu bereit, sich mit uns zu verbinden, Kontakt zu uns herzustellen und uns zu lieben. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin hat Gottes Liebe ihr Ziel erreicht, so dass wir dem Tag des Gerichts voller Zuversicht entgegengehen können. Denn wir sind in dieser Welt schon ebenso mit dem Vater verbunden, wie Christus es ist. (1. Johannes 4, 16-17) Gott hat die Welt und den Menschen als sein Abbild erschaffen. Er gibt uns Menschen diese Eigenschaften mit auf den Weg. Dann sagte Gott: »Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.« So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. (1. Mose 1:26-27) Besonders in den Kindern können wir diese wundervollen und wichtigen Eigenschaften erkennen, da sie diese ausleben. Kinder haben oft noch nicht so viele Ängste und Sorgen erlebt oder negative Erfahrungen gemacht in dieser oft verletzenden Welt. Sie fühlen sich dadurch freier und selbstwirksamer als so mancher erwachsene Mensch. Denn auch wenn es nicht offensichtlich ist, sind all diese positiven Eigenschaften in uns vorhanden und angelegt, wir müssen sie nur hervorholen und ausleben. Ich denke, das erwarten Jesus und Gott von uns. Wir können also ohne Ängste und Sorgen durch das Leben gehen. Aber wie geht es eigentlich, sich das Reich Gottes wie ein Kind schenken zu lassen? Wie nehmen Kinder Geschenke an? Kinder nehmen Geschenke an ohne Nachzudenken. Sie freuen sich über die Aufmerksamkeit und merken durch das Beschenktwerden, dass sie wichtig, angenommen und geliebt sind. Das gilt, solange sie nicht den Druck verspüren, dass das Gegenüber eine Gegenleistung erwartet (dann wäre es meiner Meinung nach aber auch kein Geschenk mehr sondern ein Tausch[geschäft]). Ich durfte zum Glück die Erfahrung machen, Gechenke einfach anzunehmen und hatte nicht das Gefühl, das meine Eltern etwas dafür zurück verlangten. Sie sind sehr selbstlose Schenker. Oder auf jeden Fall haben sie es so aussehen lassen. Sogar wenn das Geschenkte nicht das Erwartete gewesen ist, waren sie einfach da und in der Nähe und haben die Gefühle der Enttäuschung und der Wut aufgefangen und akzeptiert ohne laut zu werden oder uns als Kinder zu bestrafen. Wir konnten selbst entscheiden, ob wir das Geschenk annehmen oder nicht. Gott schenkt uns ewiges Leben in seinem Reich. Es bleibt uns überlassen, ob wir dieses Geschenk annehmen oder nicht. Er akzeptiert jede Entscheidung. Auch wenn er traurig wäre, wenn wir ihn und sein Geschenk nicht annehmen, überlässt er uns die Entscheidung – mit der Option, sich immer für dieses Leben entscheiden zu können. Wir können es annehmen wie ein Kind: vorbehaltlos, mit Freude, frei, ohne uns Gedanken darüber zu machen, eine Gegenleistung dafür erbringen zu müssen. Denn wir bringen diese von Natur mit: durch den inneren Drang und das Bedürfnis, sich mit dem Schenkenden verbinden zu wollen und an ihn zu glauben, in guten und in schlechten Zeiten. Gar nicht so einfach in einer Gesellschaft voller Erwartungen, Regeln und Gesetze. Plus das Gefühl, immer besser und leistungsfähiger werden zu müssen. Doch wir dürfen öfter versuchen uns frei zu machen von all diesen Erwartungen der anderen Erwachsenen, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, die an uns herangetragen werden. Wir können öfter mal hemmungslos plantschen, so wie Daniel es hier schreibt, und uns freudigen Momenten voll und ganz hingeben. Denn in diesen wundervollen Augenblicken tun wir niemandem weh, wir können höchstens andere mit unserer Freude anstecken. Und Jesus möchte Teil davon sein. Ganz nah bei uns. Teil von dieser Freude, der Gemeinschaft und der Liebe! Schaffen wir öfter „Königreich-Momente“, Momente der Verbundenheit in dieser Welt. Seid in herzlicher Liebe miteinander verbunden, gegenseitige Achtung soll euer Zusammenleben bestimmen. (Römer 12,10) Eure Freya Rise Up And Shine! P.S.: Für alle „Kinderliebende“ da draußen: Eure Kinder Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und die Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts noch verweilt es im Gestern. Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden. Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen. Laßt eure Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein; Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist. Khalil Gibran (* 06.01.1883, † 10.04.1931)
- Komm nach Hause!
Vor einiger Zeit habe ich bei mir etwas festgestellt. Etwas hat sich verändert. Es war kein langsamer, schleichender Prozess, vielmehr war einfach auf einmal etwas anders. Okay, vielleicht war es auch ein langsamer, schleichender Prozess, aber wenn es so war, dann habe ich nur das glorreiche Ende mitbekommen. Wie ich dort hin gekommen bin, weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, eines Morgens auf dem Weg zur Arbeit im Bus gesessen zu haben (wie bei den meisten guten Geschichten hatte es glaube ich gerade angefangen zu regnen und der Wind prasselte leise gegen die Scheiben) und plötzlich ist es mir aufgefallen. Ich saß dort auf einem dieser bereits sichtbar abgewetzten Stoffsitze, unter mir die in die Jahre gekommenen störenden harten Reste von etwas, das mal weich genug gewesen war, um es für ein paar Minuten genüsslich zu kauen und dann für die Nachwelt zu hinterlassen. Weder der harte Sitz noch das deutlich härtere Kaugummi haben mich jedoch an diesem Morgen lange beschäftigt. Denn da war noch etwas. Etwas, das mich so in seinen Bann zog (und noch immer zieht), dass ich zugeben muss, dass dieser Morgen in der Linie 413 nur eventuell so abgelaufen ist – vielleicht war auch alles ganz anders. Ich weiß es nicht mehr 😉 Was ich hingegen sehr wohl noch weiß ist, dass ich mein Handy in der Hand und meine Bibel-App darauf geöffnet hatte. Erst einige Tage zuvor hatte ich beschlossen, dass ich unbedingt mal ein Ritual zum Bibellesen etablieren müsste. Nach kurzem Überdenken meines Tagesablaufs schienen mir die morgendlichen 30 Minuten im Bus geradezu prädestiniert dafür. Während die anderen Fahrgäste also Clash of Clans spielten oder ihrem Liebsten schrieben, dass sie es jetzt schon kaum erwarten könnten wieder nach Hause zu kommen, hatte ich meine Bibel-App offen und war motiviert darin zu lesen. Am Besten etwas, was mir nicht so geläufig ist. Etwas, was man sonst nicht so oft liest. Etwas anspruchsvolles. Genau – irgendwas aus den Propheten! Was genau ich gelesen habe, kann ich leider nicht mehr sagen, aber an eins kann ich mich so deutlich erinnern, als wäre es erst gestern gewesen – daran, wie ich den Text wahrgenommen habe. Er war unglaublich einfach. Und deutlich. Und persönlich! Ich habe einfach gelesen, Kapitel für Kapitel (mehr als 3 waren es sicher nicht) und sie ließen sich lesen wie ein Kinderbuch. Und etwa bei der Hälfte kam der Moment, in dem ich innegehalten und mich gefragt habe: Was passiert hier gerade? Jetzt fragt ihr euch vielleicht: Moment, ist das jetzt die große Veränderung, von der er erzählen wollte? Und ich kann sagen: Ja, das ist sie! Es klingt erst mal nicht sehr spektakulär, aber für mich hat sich (ohne, dass ich sagen kann warum oder warum gerade dann) etwas grundlegend in meinem Kopf gedreht und hat meine Beziehung zur Bibel bleibend geprägt. Vielleicht sollte ich noch ein wenig ausholen: Nicht umsonst mache ich für gewöhnlich lieber einen Bogen um die doch eher trockenen prophetischen Bücher – viel zu anstrengend. Um zu verstehen, was man dort liest, muss man in der Regel nicht nur wissen, wie es zur Zeit des Verfassens um Israel stand (Wo waren sie gerade? Waren sie schon in zwei Reiche geteilt? Was für ein König regierte gerade? War das einer von den Guten oder von den nicht so Guten?), sondern man muss auch einen Überblick haben, wer die zahlreichen umliegenden Nationen sind, was in den nächsten paar Hundert Jahren danach geschah (Auf was beziehen sich die ganzen Prophetien?) und am besten auch noch, was aktuell gerade in der Welt und speziell im nahen Osten geschieht (Es könnte ja auch noch eine zweite Ebene mit einem aktuellen Bezug geben!). Ich habe von keinem dieser Dinge sonderlich viel Ahnung. Aber an diesem Tag hatte ich auf einmal das Gefühl, dass ich das gar nicht musste. Die Worte aus den Kapiteln schienen von einem Moment auf den anderen nicht mehr von einer Zeit, die ca. 3000 Jahre zurücklag, zu sprechen, sondern von meiner Busfahrt, von dem, was ich am Tag zuvor erlebt hatte, und vor allem: von mir und Gott, von uns beiden und unserer Beziehung. Natürlich standen auf meinem Pixelpapier immer noch Berichte über eine antike Nation, Auflistungen ihrer gemeinschaftlichen Probleme und Fehltritte und sowohl mahnende als auch trostspendende Blicke in ihre Zukunft. Aber an diesem Morgen in der Linie 413 hatte ich so stark wie nie zuvor das Gefühl, dass es vorrangig um jemand ganz anderen geht – um mich. Es war so einfach und so offensichtlich! Es ging um mich, um meine Probleme und Fehltritte und darum, mich aufzurütteln und zu ermutigen, über mein Verhältnis zu meinem Schöpfer nachzudenken. Es ging darum, genug Liebe zu spüren, um voller Energie zu versuchen, für alle um mich herum und für Gott die beste (= liebevollste, gütigste, demütigste, freundlichste, … ) Version meiner selbst zu sein – natürlich mit der Zusatzklausel, dass die Bemühung mehr zählt als das Ergebnis 😉 Seit diesem Morgen hat mich dieses Gefühl nicht mehr verlassen – und es ist einfach nur wunderbar! Vielleicht war ich vor jenem Morgen immer zu verkrampft in meinem Denken und hatte das Gefühl, besonders die prophetischen Bücher akribisch sezieren zu müssen und in tiefgehenden Nachforschungen Stück für Stück alle Puzzleteile zusammenzusetzen, um überhaupt etwas daraus mitnehmen zu können. An diesem Vorgehen gibt es auch generell nichts auszusetzen. So ein Studium kann manchmal wirklich bemerkenswerte Einsichten zutage fördern! Aber für mich war das immer eine riesige Hürde. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich mit meinen beschränkten Vorkenntnissen Jahre bräuchte, um mir überhaupt das Grundwissen zu erarbeiten, um beim Graben im biblischen Text an den richtigen Stellen aufzumerken und nicht die wertvollen Funde mit der Erde zusammen wegzuschaufeln. Und genau deshalb hat mich dieses plötzliche Gefühl von Einfachheit sehr geprägt. Wie schon geschrieben, weiß ich nicht, wie ich zu meinem Glück gekommen bin. Ich habe selbst nichts dafür getan, das steht fest. Vielleicht hatte Gott das Gefühl, dass ich diese Einfachheit gerade gut brauchen könnte. Vermutlich war es so. Deshalb tut es mir jetzt auch ein wenig Leid, dass ich euch keine Anleitung mitgeben kann, wie ihr zu dem gleichen Gefühl von Schlichtheit und Persönlichkeit kommen könnt, wenn ihr die Bibel lest. Alles was ich tun kann (ohne zu wissen, ob es hilft) ist euch zu ermutigen, mal alle Vorbehalte beiseitezulegen, euch einfach irgendeinen Bibeltext zu nehmen und nur auf die eine Sache zu achten: Was lese ich hier über mich? Unabhängig davon, welche Prophetien ich über den Verlauf der Weltgeschichte lesen kann, welche komplexen Zusammenhänge es zwischen den einzelnen Büchern gibt (die teilweise Jahrtausende nacheinander geschrieben wurden und doch so erstaunlich kohärent sind), und auf welches zukünftige oder historische Ereignis sich dieser oder jener Vers bezieht – lasst das mal alles weg und lest nur mit der einen Frage im Kopf: Was sagt Gott mir ganz persönlich in diesem Moment, in dem ich den uralten Text lese? Ein Beispiel: Ich habe gerade mit Lisa angefangen Jeremia zu lesen. Mann, ist dieses Buch gefüllt mit diversen Prophetien! Aber: Es ist genauso voll mit unfassbar einfachen und wunderschönen Wahrheiten. Für diese Wahrheiten muss man weder Theologie, noch Geschichte, noch antike Sprachen studiert haben. Man kann sie einfach nur lesen und sich daran erfreuen, wie schön sie sind! Im dritten Kapitel bin ich zum Beispiel gleich am ersten Vers kleben geblieben: „Und er spricht: »Wenn ein Mann seine Frau verstößt und sie ihn verlässt und einem anderen Mann zu eigen wird, darf er wieder zu ihr zurückkehren? Würde nicht ein solches Land dadurch entweiht? Du aber hast mit vielen Liebhabern gehurt; doch kehre wieder zu mir zurück!«, spricht der HERR.“ (Jeremia 3,1; Schlachter-Übersetzung) Kleine Anmerkung vorweg: Wenn ihr diesen Vers in eurer Bibel lest, klingt er vielleicht etwas anders. Die Übersetzungen sind hier sehr verschieden und legen auch recht verschiedene Bedeutungen in diesen Satz. Aber ohne hier ins Detail gehen zu wollen denke ich, dass die Schlachter-Übersetzung im Kontext des restlichen Kapitels und eigentlich sogar des restlichen Buches sehr passend ist. Also warum ist mir dieser Vers besonders aufgefallen? Genau wie das ganze Buch Jeremia richtet sich auch dieser Ausspruch konkret an Gottes Volk. Das Volk hatte sich allen möglichen Götzen zugewandt, sie angebetet und zum Teil seltsame Praktiken und Rituale für ihren Götzendienst von anderen Nachbarnationen übernommen. Gott spricht sie hier durch Jeremia an und wirft ihnen bildlich gesprochen Ehebruch mit ihm vor. Ehebruch nicht nur mit einem, sondern mit vielen verschiedenen Liebhabern. Gott sagt, ihr metaphorisches Fremdgehen sei so verwerflich, dass eine Rückkehr zu ihm als dem eigentlichen Ehepartner geradezu unmoralisch und anwidernd wäre. Und trotzdem sagt er: So ist es, aber es ist mir egal, denn ich liebe euch und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass ihr nach Hause kommt! Ist das nicht wunderschön? Das alles lesen wir über Gott und sein Volk und ihre Beziehungskrise vor tausenden von Jahren. Man könnte ihn abtun als einen uralten Bericht über die Probleme von anderen. Wenn ich diesen Vers jedoch heute lese, dann geht es um nichts anderes als um mich und Gott. Ich weiß, dass auch ich in der gleichen Metapher gesprochen in unserer Beziehung nicht immer treu gewesen bin. Es gab oft genug Momente, in denen ich selbst dachte: Was habe ich da nur getan? Und dabei geht es nicht um willkürliche Regeln, die mir mein herrischer "Ehemann" auferlegt hat und gegen die ich verstoßen habe. Es geht einzig und allein darum, dass ich anderen "Männern" nachgelaufen bin und ihn damit tief verletzt habe. Es geht um unsere Beziehung, die ich manchmal mit Füßen trete. Aber Gottes Liebe zu mir ist so groß, dass er nicht in seiner Verletzung verharrt und mich abweist, sondern zu mir sagt: Ich weiß, was du getan hast, aber ich liebe dich. Bitte komm nach Hause! In dem Moment, in dem ich diesen Vers lese, sagt er das nicht zu einem antiken Volk, sondern direkt zu mir. Ganz einfach. Ganz persönlich. Herzzerreißend schön! Ich finde seit besagtem Morgen im Bus in fast allem, was ich lese, diese einfachen und persönlichen Wahrheiten. Es ist nicht mein Verdienst, es passiert einfach. Es fühlt sich an wie ein großes Geschenk. Vielleicht geht es euch, die ihr das hier lest, genauso. Vielleicht geht es euch allen schon lange so und ich bin jetzt als Letzter endlich auch dort angekommen – wer weiß! Vielleicht braucht es bei euch auch gar keinen Schubs von Gott, sondern ihr könnt ganz bewusst ab und zu die historischen, politischen, sprachlichen und theologischen Mauern beiseiteschieben und auf den ganz einfachen Kern schauen. Und vielleicht kratze ich auch gerade noch an der Oberfläche und einige von euch sind schon viel weiter auf diesem Weg. So oder so stelle ich immer wieder fest, dass ein Satz wahr ist, den ich so oder so ähnlich mal gehört habe: Die Bibel ist gleichzeitig eine Pfütze, in der ein kleines Kind gefahrlos plantschen kann, und ein gewaltiger Ozean, zu dessen Grund noch niemand vorgedrungen ist. Manchmal ist es aufregend und spannend in ein U-Boot zu steigen, in die tiefsten Tiefen vorzudringen und zu staunen. Aber manchmal gibt es nichts Schöneres als mit einem breiten Grinsen im Gesicht ein wenig zu plantschen. Man sollte viel öfter plantschen! Gottes Segen und bis demnächst! Euer Daniel
- Erstmal zu Gott
Geht es euch auch manchmal so, dass ihr einfach nicht mehr könnt? Dass ihr das Gefühl habt, keine Kraft mehr zu haben? Aus welchen Gründen auch immer? Bei mir ist das im Moment manchmal der Fall, weil ich vor noch nicht allzu langer Zeit Mutter geworden bin. (Davor gab es solche Momente auch, aber da hatten sie dann andere Auslöser.) Ich möchte noch kurz als Disclaimer vorweg schieben, dass wir uns sehr glücklich schätzen können mit unserem kleinen Sonnenschein. Unsere Tochter ist tagsüber eigentlich ein kleines Anfängerbaby. Sie ist super genügsam, eigentlich immer fröhlich und sie kann sich schon gut allein beschäftigen. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen ich an meine Grenzen stoße. Wenn sie abends/nachts zum Beispiel nicht mal 2 Stunden am Stück schläft und dauernd gestillt werden möchte, kann das doch mitunter sehr anstrengend sein. Und wenn sie dann auch noch ab und zu (zum Glück nicht sehr häufig, aber es kommt vor) nachts 2 Stunden wach ist und nicht mehr in den Schlaf findet, habe ich leider sehr schnell keine Geduld mehr. Das sind die Momente, in denen ich das Gefühl habe, meinem Kind nicht mit der nötigen Liebe entgegenzutreten. Es ist nicht so, dass ich sie in die Ecke lege und allein lasse, aber ich bin sehr ungeduldig, selbst sehr aufgewühlt, gestresst und nicht mit meinem ganzen Sein für sie da. Vielleicht werden sich jetzt einige Leute denken, dass das doch ganz selbstverständlich ist, dass man in solchen Momenten nicht mehr sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Aber es fühlt sich einfach falsch an, nicht mehr 100 Prozent seiner Liebe in die Pflege dieses kleinen Geschöpfes, welches man doch eigentlich über alles liebt, stecken zu können. Vermutlich spielt da dann auch mit rein, dass man sich viel zu oft mit anderen vergleicht und darüber nachdenkt, dass andere mit dieser Situation viel besser umgehen würden. Und dann gibt es da auch noch unser großes Vorbild Jesus. Jesus wäre vermutlich voller Liebe und Geduld und würde sich einfach komplett in den Hintergrund schieben. Aber es ist so verdammt schwierig und frustrierend. So viel erst mal zu nachts. Doch auch tagsüber gibt es Situationen und Gedanken, die einen einfach nicht loszulassen scheinen. Es schlaucht zum Beispiel viel mehr als ich gedacht hätte, wenn man den ganzen Tag nur mit einem Baby allein ist und keinen Erwachsenen hat, mit dem man interagieren kann. Man hat auch nie frei und keine Zeit für sich – vor allem nicht, wenn das Baby tagsüber meist nur 30 Minuten am Stück schläft und nachts eben auch nicht viel länger. Aber ganz abgesehen von Situationen, die manchmal kraftraubend sind, mache ich mir oft auch viel zu viele Gedanken. Ich frage mich immer wieder, ob ich auch alles richtig mache, ob ich Dinge so oder doch lieber anders machen sollte. Was wäre jetzt das Beste für mein Kind? Aus welcher Motivation tue ich das jetzt – für mich oder für mein Kind? Ist es richtig oder falsch das jetzt so zu tun? Schadet es meinem Kind, wenn ich in dieser oder jener Hinsicht auch an mich denke? Man zweifelt einfach alles an, was man macht. Und hinzu kommt auch noch, dass man sich eigentlich nur noch Sorgen macht (Hat sie sich dieses Mal doch zu doll den Kopf gestoßen? Warum hat sie jetzt so einen seltsamen Ausschlag am Rücken? …). Diese ganzen Momente und Gedanken stauen sich manchmal auf, sodass ich dann das Gefühl habe, keinen Ausweg mehr zu finden. Leider geht es mir dann häufig so, dass ich mich von Gott und Jesus erst mal abwende. Ich weiß nicht, warum das so ist. Und eigentlich wäre es ja auch viel besser, ich würde mich in solchen Situationen erst mal an die beiden wenden. „Warum?! Warum ist das jetzt so? Warum kann ich nicht wenigstens ein bisschen schlafen?“, frage ich mich dann immer wieder. Wer weiß, ob ich jemals eine Antwort darauf bekommen werde. Und vielleicht gibt es auch gar keine andere, als dass Babys nun mal erst lernen müssen, länger am Stück zu schlafen… Wer weiß. Irgendwann kriege ich dann aber doch die Kurve und fange an zu beten. Und das ist der Moment, in dem es besser wird. Das bedeutet nicht, dass unsere Tochter auf einmal die halbe Nacht durchschläft. Manchmal bedeutet es, dass sie wenigstens mal 3 Stunden am Stück schläft. Aber ganz oft habe ich jetzt schon erlebt, dass es bedeutet, dass ich einfach besser mit der Situation umgehen kann. Auf einmal bin ich nicht mehr total ausgelaugt und genervt, wenn sie dauernd wach wird. Es ist wirklich als wäre mir dann auf einmal eine riesige Last abgenommen worden und ich habe viel mehr Liebe und Verständnis für sie. Es ist eigentlich genau das, was die Bibelstelle aus Matthäus 6 sagt. Da geht es darum, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, was wir essen oder anziehen werden, da Gott sich nun mal um uns kümmert. Und ich denke, ich kann das für meinen Teil gut ergänzen, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wann die Kleine endlich mehr schläft oder wie ich damit umgehen kann. Weiter in der Bibelstelle heißt es dann: Trachtet vielmehr zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch das alles dazugegeben werden. (Matthäus 6,33) Und genau das ist, was im Endeffekt hilft! Es ist immer so viel besser, sich erst an Gott und Jesus zu wenden, also nach Gottes Reich zu trachten. Viel zu oft versuche ich erst, Dinge allein zu bewältigen und der Hilferuf an Gott ist dann nur der letzte Ausweg. Der Weg den Jesus in Matthäus vorschlägt ist aber genau der andere. Sobald ich anfange zu beten, wird es auf irgendeine Art und Weise besser. Das ist nicht immer das, was ich mir überlegt habe, aber es wird besser. Und dadurch stelle ich immer wieder fest, dass Jesus Recht hat: Wenn mein erster Gedanke in Richtung Gott geht, dann wird sich Gott um den Rest der Sorgen kümmern. Ich möchte euch zum Schluss noch anregen, ein kleines Experiment durchzuführen. Wenn ihr demnächst in einer schwierigen Situation seid und das Gefühl habt, keinen Ausweg zu finden, dann versucht nicht erst, die Situation selbst zu regeln. Versucht mal, euch nicht in euren Sorgen zu verlieren, sondern betet, lest in der Bibel, hört euch Lobpreis-Lieder an oder macht, was auch immer euch hilft, Gott näher zu sein – selbst wenn das nicht einmal etwas mit eurem aktuellen Problem zu tun hat. Ich denke, wichtig dabei ist nur, dass ihr Gott an erste Stelle setzt. Findet mal für euch heraus, ob die Situation besser wird und teilt diese Erfahrungen, wenn ihr Lust habt, gerne unter diesem Beitrag. Sorgt euch also nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Last. (Matthäus 6,34) Eure Lisa
- Die Frau aus Sprüche 31
Als Frau in der christlichen Welt kommt man an den Versen 10 – 31 aus Sprüche 31 kaum vorbei. Es gibt zahllose Videos, Artikel und Ratgeber dazu, wie man eine Frau nach Sprüche 31 werden kann. Für viele scheinen diese elf Verse der perfekte Entwurf für eine „biblische Frau“ zu sein. Ich denke jedoch nicht, dass man diesen Text tatsächlich so betrachten sollte. Aber lasst uns zunächst einen Blick darauf werfen, wer diese sagenumwobene Frau aus Sprüche 31 ist und was uns die Bibel über sie verrät. Eine tüchtige Frau – Wer findet sie? Am besten lest ihr euch Sprüche 31, 10–31 einmal durch, bevor ihr weiterlest. In den elf Versen erhält man eine Vielzahl von Informationen über die „tüchtige Frau“ (V. 10), von der die Mutter König Lemuels in diesem Abschnitt erzählt. Eine Liste ihrer Eigenschaften könnte zum Beispiel so aussehen: sie bekommt Kinder, wahrscheinlich sogar viele (V. 11) sie steht vor Sonnenaufgang auf und arbeitet bis spät in die Nacht (V. 15, 18) sie ist unfassbar fleißig (V. 14, 15) sie ist stark und würde heute vermutlich regelmäßig Sport machen (V. 17) sie ist hilfsbereit und kümmert sich um die Schwachen und Armen (V. 20) sie ist handwerklich und künstlerisch begabt (V. 13, 22) sie kümmert sich um ihre Familie und scheut dabei keine Mühen (V. 14, 15) sie hat einen angesehenen Mann (V. 23) sie hat gewissermaßen ein eigenes Unternehmen (V. 24) sie investiert das Geld, das sie verdient hat (V. 16) sie hat einen grünen Daumen (V. 16) sie hat eine würdevolle Ausstrahlung (V. 25) sie lacht dem nächsten Tag entgegen (V. 25) sie ist weise und gütig (V. 26) sie steht ihrem Haushalt gut vor und ist eine faire Arbeitgeberin (V. 27, 15) sie gehört offensichtlich zur Oberschicht (V. 15, 21) sie ist nie faul (V. 27) ihre Familie spricht in den höchsten Tönen von ihr (V. 28) sie ist eine gottesfürchtige Frau (V. 30) Wenn das mal keine lange Liste ist! Und wenn man sich ansieht, was alles angesprochen wird, ist es auch kein Wunder, dass die Mutter Lemuels diesen Abschnitt mit „Eine tüchtige Frau – wer findet sie?“ (V. 10) beginnt. So eine Frau scheint tatsächlich schwer zu finden zu sein. Ich selbst könnte bei sehr wenigen Punkten dieser Auflistung mit voller Überzeugung einen Haken machen. Ich habe keinen Mann, keine Kinder, bin manchmal schon mit meinem Ein-Personen-Haushalt überfordert (man sollte meinen, es würde mir leichter fallen, meine 25 m² große Wohnung sauber zu halten), ich bin oft faul, ein Profi im Aufschieben von eigentlich wichtigen Aufgaben und davon, ein eigenes Unternehmen zu leiten und jeden Morgen mit einem Lächeln im Gesicht um 5 Uhr aufzuwachen, bin ich weit entfernt. Und hatte ich schon erwähnt, dass man mich nicht gerade als sportlich bezeichnen kann? In der heutigen Zeit kommt mir dieser Abschnitt oft vor, wie ein Vlog auf YouTube oder Fotos auf Instagram, die einem ein perfektes Leben der Person auf dem Bildschirm vermitteln und die einem das Gefühl geben, nicht mithalten zu können. Wer von uns steht schon morgens um 5 Uhr auf, macht ein Workout, das Herkules ins Schwitzen bringen würde, setzt sich mit seiner Quinoa-Bowl und einem grünen Smoothie in eine aufgeräumte Küche, liest nebenbei noch die ersten 5 Bücher Mose und begibt sich dann pünktlich um 7 Uhr an den Schreibtisch, um im eigenen Business den Rubel rollen zu lassen? Und in der Aufzählung habe ich natürlich noch vergessen, dass man nach einem 10 Stunden Tag vor Enthusiasmus sprießend nach Hause kommt, der Familie mit den 4 Kindern ein 5-Sterne-Abendessen kocht und vermutlich abends Online-Kurse in Astrophysik belegt. Wenn euer Leben so aussieht, dann Hut ab! Meins sieht absolut nicht so aus. Aber ich glaube, Gott findet das überhaupt nicht schlimm. Eshet Chayil Die Verse in Sprüche 31 können oft dazu führen, dass man das Gefühl hat, etwas falsch zu machen, wenn man den vermeintlichen Anforderungen dieser Stelle nicht gerecht wird. Das könnte jedoch nicht weiter davon entfernt sein, wie in der jüdischen Tradition mit diesen Versen umgegangen wird. Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass es sich bei dem Text um ein Gedicht handelt. Im hebräischen Urtext folgen die Anfangsbuchstaben der einzelnen Verse der Reihenfolge des Alphabets. Wir haben es also nicht mit einzelnen Paragraphen eines Gesetzestextes zu tun, sondern mit Poesie. Dieses Stück Poesie dient in der jüdischen Tradition weniger dazu, den Frauen aufzuzeigen, wie sie eigentlich sein müssten, als vielmehr dazu, die Männer zu lehren, ihre Frauen wertzuschätzen. Viele Männer lernen die Zeilen auswendig und singen das Gedicht aus Sprüche 31 am Sabbatabend für ihre Frauen. Mit diesen Versen feiern sie ihre Frauen, egal ob die letzte Woche eine gute oder schwere war, als "Eshet Chayil" – in den meisten Übersetzungen in Vers 10 übersetzt als tüchtige oder tugendhafte Frau. Genauso gut könnte man diese Wort allerdings auch als Frau mit Heldenmut, mit Tapferkeit oder mit Kraft übersetzen. Und diese Worte werden auch von einigen jüdischen Frauen benutzt, um sich und ihre Erfolge gegenseitig zu feiern. In der Bibel ist die Frau aus Sprüche 31 übrigens nicht die einzige, die als Eshet Chayil bezeichnet wird. Zum Beispiel sagt Boas zu Rut: „Alles, was du sagst, werde ich für dich tun, erkennt doch alles Volk im Tor, dass du eine tüchtige Frau bist.“ (Rut 3,11) An dieser Stelle sagt auch die Fußnote meiner Bibel, dass man ebenso übersetzen könnte „dass du eine Frau der Kraft bist“. Dabei ist Ruts Hintergrund ein ganz anderer als der der Frau aus Sprüche 31. Rut war Ausländerin, sie war Witwe, hatte keine Kinder und als Noomi und sie aus Moab nach Israel kamen, haben sie bestimmt nicht in Reichtum gelebt. Trotzdem wird auch sie als Eshet Chayil bezeichnet, weil sie mutig war und Gott geliebt und vertraut hat. Und sie ist nur eine vieler Frauen, die wir in der Bibel kennenlernen, die nicht unbedingt zu der Beschreibung aus Sprüche 31 passen und uns trotzdem als Vorbild dienen. Was lehrt uns Sprüche 31? Ich glaube nicht, dass das Gedicht der Mutter Lemuels eine Aufzählung von Anforderungen ist, die man erfüllen muss, um eine gute Frau zu sein. Wir begegnen in der Bibel ganz verschiedenen Frauen mit verschiedenen Stärken, verschiedenen Lebensumständen und verschiedenen Charaktereigenschaften, die uns alle gleichermaßen als Vorbilder dienen können. Denn es geht Gott nicht darum, dass wir alle so sein sollen wie die Frau aus Sprüche 31. Er hat jeder von uns unterschiedliche Talente gegeben und uns in ganz unterschiedlichen Situationen platziert, aus denen heraus wir handeln können. Und ich glaube, unsere persönlichen Talente und Stärken, die wir von Gott erhalten haben, sind um einiges aussagekräftiger darüber, was Gott mit uns vor hat und wie er uns einsetzen möchte, als eine Liste von Eigenschaften, die eine andere Frau hatte. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass es Gott viel wichtiger ist, dass wir ihn und unsere Mitmenschen lieben, als dass wir vor Sonnenaufgang aufstehen. Ich möchte trotzdem nicht sagen, dass es falsch ist, sich die Frau aus Sprüche 31 zum Vorbild zu nehmen, um an seinem Leben zu arbeiten. Aber wenn wir wirklich nach einer Anleitung zu einem gottgefälligen Leben suchen und nach dem perfekten Vorbild dafür, wie man sich als Frau verhalten soll, dann ist das nicht die Frau aus Sprüche 31, sondern Jesus - auch wenn er überhaupt keine Frau war. Denn ich bin überzeugt, dass es Gott viel wichtiger ist, dass wir an unseren Charakterzügen und unserem Wesen arbeiten, als an einem perfekten Tagesablauf. Vielleicht sollten wir anstatt die Punkte in Sprüche 31 abzuhaken also lieber an einer Liste wie dieser hier arbeiten: „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“ (Galater 5, 22-23) Trotzdem können wir aus Sprüche 31 etwas lernen. Das Gedicht lehrt uns, wertzuschätzen, was die Frauen in unserem Leben leisten, auch wenn es vielleicht andere Dinge sind als die, die dort beschrieben werden. Wir müssen nicht alle schaffen, was die Frau in Sprüche 31 geleistet hat, aber das heißt nicht, dass unsere Erfolge weniger wert sind, nur weil sie mit dem Gedicht von König Lemuels Mutter nicht übereinstimmen. Also lasst uns auch die kleinen Erfolge im Alltag feiern und die großen sowieso! Immer in dem Wissen, dass es Gott nicht auf unsere Leistung ankommt, sondern auf unser Herz und dass er jeder von uns andere Talente und andere Stärken gegeben hat, die wir für ihn einsetzen können. Sollte das Nähen von kostbaren Hemden und das Anlegen von Weinbergen nicht dazugehören, ist das also vollkommen in Ordnung! Bist du heute schon beim ersten Weckerklingeln aufgestanden? Eshet Chayil! Hast du dich nach einem langen Arbeitstag noch dazu aufgerafft, nach dem Kochen auch direkt den Abwasch zu machen? Eshet Chayil! Hast du kürzlich das sportliche Ziel erreicht auf das du so lange hingearbeitet hast? Eshet Chayil! Und hast du dir gerade die Zeit dafür genommen, diesen Beitrag zu lesen? Eshet Chayil! Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Versprochen
Solange die Erde besteht, soll es immer Saat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht geben. (1. Mose 8,22) Gottes Schöpfung ist bunt. Und vielfältig. Ich staune immer wieder über die vielen Lebewesen, Formen, Farben, Materialien, deren Größe und Eigenschaften. Wer die letzten Beiträge von mir gelesen hat, bemerkt vielleicht mein Interesse und meine Neugierde bezüglich Menschen und… …nun ja… Maikäfern! Heute schreibe ich über ein bestimmtes Naturphänomen oder auch Symbol, das ich sehr bewundere und das mich an etwas sehr wichtiges erinnert. Immer wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint, halte ich gespannt Ausschau nach diesem wunderschönen, feinen, bezaubernden (oder verzaubernden?), bunten Bogen. Nachfolgend ein paar Assoziationen zum Phänomen „Regenbogen“: Sicherheit Behütet sein Dankbarkeit Geborgenheit Verbundenheit Frieden Einklang Faszination Weich Bunt Liebe Erinnerung Licht Hoffnung Zuversicht Sanftheit Herrlichkeit Was verbindet ihr mit dem Regenbogen? Für was steht dieser in eurem Leben? Wenn ich diese Fragen meinen Glaubensgeschwistern, Kollegen und Freunden stellen würde, könnte ich wohl sehr verschiedene Antworten bekommen: Aus wissenschaftlicher, physikalischer Sicht bildet sich ein Regenbogen, wenn Lichtstrahlen auf Wassertropfen treffen. Beobachten können wir dieses Naturschauspiel, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint oder auch in der Nähe eines Wasserfalls, wenn die winzigen Wassertröpfchen vom Sonnenlicht angestrahlt werden. Näher kann und möchte ich jetzt nicht darauf eingehen. Dazu fehlt mir leider ein physikalisches Grundverständnis! In der heutigen Zeit ist der Regenbogen vor allem als Symbol für den Frieden, Aufbruch und Veränderung, Hoffnung und Sehnsucht bekannt. Somit steht die Regenbogenfahne unter anderem für die internationale Friedensbewegung. Manche Menschen hängen Regenbogenfahnen an ihre Häuser, um sich gegen Krieg auszusprechen. Anscheinend wurde die weiße Fahne abgelöst. Auch als Mitmachaktion unter dem Motto #RegenbogenGegenCorona steht der bunte Bogen aktuell für die Hoffnung auf bessere Zeiten. Kinder malen diesen für andere Kinder und auch Erwachsene als Kreidebild auf den Asphalt oder hängen den Regenbogen als Bild in die Fenster, um anderen Mut zu schenken. Am häufigsten begegnet mir der Regenbogen jedoch in Verbindung mit Bildern und Kundgebungen der „LGBT(Q+) Bewegung“. Die Regenbogenfahne ist DAS Symbol dieser Bewegung und gilt als Zeichen für Toleranz und Akzeptanz der Vielfalt von Lebensformen. Gerade in den letzten Jahren war es für mich schwierig, den Regenbogen als Symbol für Frieden und Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderer Lebensformen anzuerkennen. Ich finde, dass Gottes Absicht immer mehr in den Hintergrund gerät. Natürlich sind mir die Begriffe Frieden, Toleranz und Akzeptanz wichtig, doch ich bin mir unsicher, ob der Regenbogen das passende Zeichen dafür ist. Denn er steht, für mich und biblisch gesehen, für etwas anderes: In der Bibel wird der Regenbogen zum ersten Mal in 1. Mose, Kapitel 9 nach der Sintflut erwähnt. Durch die Flut wurde alles Leben auf der Erde zerstört. Nur Noahs Familie und die Tiere auf seiner Arche überlebten für den Neuanfang. Nach 40 Tagen und 40 Nächten Regen war endlich wieder Land in Sicht und Noah und seine Familie und alle Tiere konnten endlich die Arche verlassen. Was für ein großartiges Gefühl, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Dann sagte Gott zu Noah und seinen Söhnen: »Ich schließe einen Bund mit euch und mit allen euren Nachkommen, dazu mit den vielen verschiedenen Tieren, die bei euch in der Arche waren, von den größten bis zu den kleinsten. Und das ist mein Versprechen: Nie wieder werde ich eine so große Flut schicken, um die Erde und alles, was auf ihr lebt, zu vernichten.« Weiter sagte er: »Diesen Bund schließe ich mit euch und allen Bewohnern der Erde, immer und ewig will ich dazu stehen. Der Regenbogen soll ein Zeichen für dieses Versprechen sein. Wenn ich Wolken am Himmel aufziehen lasse und der Regenbogen darin erscheint, dann werde ich an meinen Bund denken, den ich mit Mensch und Tier geschlossen habe: Nie wieder eine so große Flut! Nie wieder soll alles Leben auf diese Weise vernichtet werden! »Ja«, sagte Gott, »diese Zusage gilt für alle Zeiten, der Regenbogen ist das Erinnerungszeichen. Wenn er zu sehen ist, werde ich daran denken.« (1. Mose 9, 8-17) Der Regenbogen steht also für Gottes Versprechen, die Erde nicht mehr durch eine Sintflut zu zerstören. Gleichzeitig gibt er mir das Gefühl beschützt und in Sicherheit zu sein. Es ist schön zu lesen, dass GOTT von sich aus sagt, dass ER an den Bund zwischen sich, den Tieren und uns Menschen gedenkt, wenn er einen Regenbogen erscheinen lässt. Wenn ich den Regenbogen anschaue fühle ich mich Gott ganz nah und es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass er mir so ein schönes Zeichen schenkt, das ich genießen darf. Weiterhin beschreibt Hesekiel den Glanz des Regenbogens als Gottes Herrlichkeit: In dem Licht konnte ich alle Farben des Regenbogens entdecken. Es war die Erscheinung des Herrn in seiner Herrlichkeit. Bei ihrem Anblick fiel ich nieder und berührte mit meinem Gesicht den Boden.[…] (Hesekiel 1,28) Der Regenbogen ist wie eine Kuppel, die über mir ist und für Gottes Herrlichkeit steht. Gottes Herrlichkeit umgibt mich in Form von Farben und Licht. ER schenkt mir dieses Gefühl der Geborgenheit und der Beständigkeit. Ich bin nicht allein. Da ich Gott nicht von Angesicht zu Angesicht sehen kann (weil seine Herrlichkeit viel zu groß und zu mächtig ist), schenkt er mir ab und an ein Zeichen seiner Liebe zu uns. Er zeigt allen Menschen und Tieren, dass er uns nicht vergessen hat und nicht vergessen wird. Es ist also keine Aufforderung an uns, etwas zu tun oder zu lassen, sondern ein Liebesgeständnis. Wie ein Vater, der zu seinen Kindern sagt: "Ich verspreche dir, dich immer zu begleiten und auf dich aufzupassen, auch wenn du mich nicht immer sehen kannst. Im Herzen bin ich bei dir!" Dieses Gefühl und die Gewissheit geben mir Selbstsicherheit und Kraft den oft anstrengenden Alltag zu bewältigen. Danke Gott, dass du unser immerwährender und beständiger Begleiter bist und dass du deine Herrlichkeit durch deine wunderbare Schöpfung zeigst. Danke, für deine Liebe zu uns und dass du uns durch einen bunten Bogen daran erinnerst, dass wir nicht alleine sind. Auf dein Versprechen können wir bauen. Amen. Eure Freya Rise up and shine!
- Zu viele Regeln
Die Bibel ist voll von Gesetzen und Geboten: mach dies nicht, lass jenes, achte darauf dieses zu tun, enthalte dich von jenem. Das ist doch einfach nur anstrengend. Warum sollte ich mir das freiwillig aufhalsen? Viel zu viele Regeln. Habt ihr so schon mal gedacht? Zugegeben, in den vorangegangenen Sätzen sind gleich mehrere verschiedene Gedanken vermischt. Aber fühlt sich mindestens einer davon bekannt an? Wenn ich mit nicht-christlichen Freunden über meinen Glauben spreche, dann kommen immer wieder solche oder ähnliche Aussagen auf den Tisch – manchmal eher als interessierte Frage, manchmal als persönliches (Zwischen-)Fazit und manchmal auch als kleine provokative Stichelei in meine Richtung. Ganz ehrlich: Ich kann den Gedankengang sehr gut nachvollziehen! Es scheint nicht besonders reizvoll einem Gott zu folgen, der mich mit willkürlich aufgestellten Regeln überhäuft, die ich dann alle auch noch freudestrahlend und hoch motiviert zu seiner Ehre befolgen soll (oder besser: befolgen wollen soll). Eigentlich scheint es sogar ziemlich nervig, anstrengend und überhaupt nicht wie etwas, was ich aus freien Stücken machen möchte. Ich möchte keinem Gott anhangen, der seine Macht benutzt, um mir Regeln für mein ihm gefälliges Leben vorzuschreiben, nur weil er es eben kann. Das muss ich aber zum Glück auch nicht! ;) Eine überraschende Aussage Wenn man aus Neugier irgendwo bei Oma im Schrank eine leicht angestaubte Bibel aus dem Regal holt und sie aufschlägt, dann findet man tatsächlich eine ganze Menge Vorschriften, Regeln und Gebote. Das fängt im Alten Testament (AT) an (ein „Highlight“ ist hier sicherlich das dritte Buch Mose), hört dort aber nicht auf, sondern zieht sich sehr ähnlich auch durch das Neue Testament (NT). Auch Jesus hat während seiner Zeit auf der Erde eine ganze Reihe von Geboten ausgesprochen und nach seinem Tod haben es ihm Paulus und weitere Schreiber in ihren Briefen und Berichten gleichgetan. Zumindest scheint es auf den ersten Blick so. Aber dann treffen wir auf eine Aussage Jesu, die irgendwie nicht so recht dazu zu passen scheint: „Als aber die Pharisäer hörten, dass er die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, versammelten sie sich am selben Ort. Und in der Absicht, ihn auf die Probe zu stellen, fragte ihn einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer: Meister, welches Gebot ist das höchste im Gesetz? Er sagte zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Matthäus 22,34-40) Was für ein mächtiges Statement: Es gibt eigentlich nur zwei Gebote! Alle anderen sind auf diese zwei zurückzuführen. Das muss man erst mal sacken lassen. Diese Tatsache macht doch gleich einiges einfacher. Aber wie kann das sein? Warum dann Seite über Seite der Bibel, die uns kleinteilig beschreiben, was Gott gefällt und was nicht? Ich denke, was uns Jesus hier so augenöffnend unterbreitet ist die Tatsache, dass es überhaupt nur jemals so viele Gesetze und Gebote gab, weil wir einzig mit dem eigentlichen Kern der Sache nicht wirklich umgehen können. Gott lieben und unsere Nächsten lieben – das ist worum es eigentlich geht. Aber wie es oft mit solchen grob gefassten Aussagen ist, kommen immer wieder Situationen, in denen man etwas ratlos dasteht und sich fragt: Was bedeutet denn das jetzt im Einzelnen? Was genau sollte ich denn jetzt tun, wenn ich dem Folge leisten möchte? Genau deshalb finden wir über die ganze Bibel verteilt Gebote, Erläuterungen und Erlebnisberichte, die uns zeigen, was Gott zu lieben und den Nächsten zu lieben in bestimmten Situationen konkret bedeutet. Das heißt aber auch, dass all diese Niederschriften eigentlich nicht notwendig wären, wenn wir den Kern der Sache (das sogenannte „Doppelgebot der Liebe“) wirklich verinnerlichen würden. Hält das einer Prüfung Stand? Wenn ihr auch nur ansatzweise so tickt wie ich, dann fragt ihr euch an dieser Stelle sicher: Schön und gut … klingt erst mal plausibel … aber hält diese Aussage auch wirklich einer genaueren Prüfung stand? Kann man wirklich jedes Gebot der Bibel auf „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ reduzieren? Eine Frage, die ich mir genauso gestellt habe ;) Jesus sagt „[…] das ganze Gesetz und die Propheten“ hängt an diesen zwei Geboten. Das Gesetz und die Propheten stehen hier erst einmal für das AT und seine Aussagen darüber, was Gott gefällt, was er sich von uns wünscht, und was eben nicht. Nun ist es schwierig in einem Blogbeitrag, der halbwegs überschaubar bleiben soll, das ganze AT zu untersuchen und zu prüfen, ob sich alle Gebote darin auf die zwei Kerngebote reduzieren lassen (was allerdings für eifrige Bibelforscher sicher eine interessante Aufgabe wäre). Daher soll es erst einmal als Stichprobe genügen, eine der wohl bekanntesten Passagen der Bibel überhaupt zu untersuchen: die 10 Gebote, die Gott den Israeliten am Berg Sinai gegeben hat. Die 10 Gebote unter der Lupe Lasst uns also einmal einen Blick auf diese zentralen Gebote werfen und uns dabei von der Frage leiten lassen: Kann ich eins der beiden Doppelgebote der Liebe hierin wiederfinden? Los geht’s am Anfang von 2. Mose Kapitel 20: Nr. 1: „Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus einem Sklavenhaus. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2. Mose 20,1-3) Hier steht ganz klar die Liebe zu Gott im Mittelpunkt: Nur ihn sollen wir lieben. Nr. 2: „Du sollst dir kein Gottesbild machen noch irgendein Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich nicht niederwerfen vor ihnen und ihnen nicht dienen, denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Vorfahren heimsucht an den Nachkommen bis in die dritte und vierte Generation, bei denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist Tausenden, bei denen, die mich lieben und meine Gebote halten.“ (2. Mose 20,4-6) Im zweiten Gebot wird die Liebe zu Gott sogar explizit erwähnt. Man könnte hier auch überlegen, ob das Erschaffen von Götzenfiguren nicht sogar auch gegen das Gebot der Nächstenliebe verstößt, da ich andere eventuell in Versuchung bringe, diese Götzen an Stelle von Gott anzubeten. Primär geht es hier aber denke ich um die Liebe zu Gott. Nr. 3: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ (2. Mose 20,7) Den Namen Gottes nicht zu missbrauchen ist eine ganz praktische Ausformung des Gebots, Gott zu lieben. Wieder ein Treffer ;) Nr. 4: „Denke an den Sabbattag und halte ihn heilig. Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun; der siebte Tag aber ist ein Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Da darfst du keinerlei Arbeit tun, weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter, dein Knecht oder deine Magd noch dein Vieh oder der Fremde bei dir in deinen Toren. Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, dann aber ruhte er am siebten Tag. Darum hat der HERR den Sabbattag gesegnet und ihn geheiligt.“ (2. Mose 20,8-11) Auch hier können wir beide Teile des Doppelgebots der Liebe wiederfinden: Den Sabbat zu halten, bedeutet zum einen, dass ich meinen engsten Mitmenschen (inkl. Knechten und Mägden) einen Tag der Ruhe und Erholung gönne. In der damaligen Gesellschaft ohne Gewerkschaften und Rechtsbeistand als Arbeitgeber nicht auf 7 Tage Arbeit zu bestehen, ist daher sicher ein Akt der Nächstenliebe. Wieder geht es aber auch um die Liebe zu Gott und darum, das, was er geheiligt hat, nicht mit Füßen zu treten. Nr. 5: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst auf dem Boden, den der HERR, dein Gott, dir gibt.“ (2. Mose 20,12) Nun verlassen wir den Bereich der 10 Gebote, in denen die Liebe zu Gott dominiert und kommen zu den Geboten, die sich ausdrücklich auf die Liebe zu unseren Nächsten beziehen. Nr. 6: „Du sollst nicht töten.“ (2. Mose 20,13) Der wohl drastischste Fall von Nächstenliebe. Nr. 7: „Du sollst nicht ehebrechen.“ (2. Mose 20,14) Fremdzugehen oder sich Scheiden zu lassen, bedeutet viel Leid für viele Beteiligte. Nicht die Ehe zu brechen, ist daher auch eine klare Form von Liebe und Achtung gegenüber meinen Nächsten. Nr. 8: „Du sollst nicht stehlen.“ (2. Mose 20,15) Spricht für sich. Nr. 9: „Du sollst nicht als falscher Zeuge aussagen gegen deinen Nächsten.“ (2. Mose 20,16) Auch hier klar dem zweiten Teil des Doppelgebots zuzuordnen. Nr. 10: „Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren; du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren oder seinen Knecht oder seine Magd oder sein Rind oder seinen Esel oder irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.“ (2. Mose 20,17) Begierde spielt sich in erster Linie in unserem Kopf ab. Wir haben aber sicher alle schon einmal erlebt, welche Verletzung Neid oder Gier auslösen können, selbst wenn sie nicht in Taten (z. B. Diebstahl oder Ehebruch) übergehen. Spätestens wenn dies doch geschieht, haben wir wieder einen klaren Fall von mangelnder Nächstenliebe. Diese kleine stichprobenartige Betrachtung hat denke ich gezeigt, dass sich zumindest jedes der 10 Gebote mit mindestens einem der beiden Kerngebote „Liebe Gott“ und „Liebe deinen Nächsten“ deckt. Wenn wir also auf Jesu Aussage blicken, dass das ganze Gesetz und die Propheten (= das AT) an diesen zwei Geboten hängen, dann haben wir jetzt zumindest eine erste Grundlage geschaffen, um sagen zu können: Es sieht so aus, als hätte er Recht. Eine Interessante Feststellung ist wie ich finde auch, dass wir fast eine 50/50 Teilung in den 10 Geboten finden: Die erste Hälfte von ihnen handelt überwiegend von der Liebe zu Gott, die zweite Hälfte von der Liebe zu unseren Mitmenschen. Also wenn man so will je eine Steintafel für je eine Hälfte des Doppelgebotes der Liebe – fand ich sehr interessant, als ich darauf gestoßen bin! :) Ganz perfekt geht es denke ich nicht auf, aber dazu später mehr. Und das Neue Testament? Wie steht es nun mit dem NT? Auch hier finden wir, wie schon erwähnt, viele Aussagen, die wie Regeln oder Gebote formuliert sind. Jesus bezieht sich mit seiner Aussage „An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (Matthäus 22,40) nicht explizit auf das NT – wie könnte er auch, da es ja erst entstand, nachdem er auf der Erde gewirkt hatte. Trotzdem scheint seine Aussage so mächtig, dass ich persönlich das Bedürfnis hatte zu überprüfen, ob sie genauso für das NT gilt. Natürlich habe ich nichts anderes erwartet, nicht zuletzt, da Jesus selbst darauf hinweist, dass er keine neuen Lehren bringt, sondern lediglich die schon immer dagewesenen Grundsätze noch einmal auslegt und verdeutlicht (vgl. z. B. Matthäus 5,17 ff.). Natürlich müssen sich daher auch alle Gebote des NTs auf die Grundsätze „Liebe Gott“ und „Liebe deine Mitmenschen“ reduzieren lassen. Wiederum können wir an dieser Stelle nicht das ganze NT untersuchen, daher sollen ein paar Stichproben ein erstes Bild liefern (und jeder der mag, kann die Studie für sich weiterführen). Als Gebote des NT könnte man z. B. sehen: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, […]“ (Matthäus 5,44) Auch wenn es keinesfalls leicht umzusetzen ist – auch mein Feind kann mein Nächster sein. Daher können wir diesen Ausspruch klar der Kategorie Nächstenliebe zuordnen. „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem, seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht!“ (Römer 12,17) Auch hier ein Aufruf zu Nächstenliebe. „Lasst in eurer Mitte Psalmen ertönen, Hymnen und geistliche Lieder, singt und musiziert dem Herrn aus vollem Herzen, und dankt unserem Gott und Vater allezeit für alle Dinge im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ (Epheser 5,19+20) Zur Abwechslung einmal ein Vers, der die Liebe zu Gott im Zentrum hat. „Seid gütig zueinander, seid barmherzig und vergebt einander, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat.“ (Epheser 4,32) Güte, Demut, Barmherzigkeit und Vergebung – ganz klar Formen von Nächstenliebe. „Habt nicht das eigene Wohl im Auge, sondern jeder das des andern.“ (Philipper 2,4) Wieder ein Aufruf zur Nächstenliebe. Und nun zum Abschluss unserer sehr beschränkten und zugegeben recht willkürlichen Stichprobe von Geboten des NT: „Tragt einer des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2) Noch ein Aufruf zur Nächstenliebe, in diesem Fall aber mit einer vielleicht etwas überraschenden Zusatzbemerkung: Nächstenliebe erfüllt „das Gesetz Christi“? Moment … aber das Gesetz Christi (wenn wir es mal mit Paulus Worten so nennen wollen) ist doch mehr als das?! Nächstenliebe … ja … aber auch die Liebe zu Gott, oder nicht? Wo ist die auf einmal hin? Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht allzu viel Gewicht auf diesen einen Vers aus dem Brief an die Galater legen. Aber er deutet für mich in eine interessante Richtung, in die ich euch kurz mitnehmen möchte. Was heißt eigentlich „gleich“? Lasst uns noch einmal zurückkommen zum berühmten Doppelgebot der Liebe und einen letzten Aspekt betrachten, den ich sehr interessant finde. Das Doppelgebot besteht, wie ich inzwischen denke ich zur genüge erwähnt habe, aus den zwei Bestandteilen Gott zu lieben und seinen Nächsten zu lieben. Diese Gebote werden von Jesus als die größten Gebote hervorgehoben, von denen sich alle anderen ableiten. Was ich hieran interessant finde, ist die Verknüpfung, die Jesus vornimmt. Er nennt das erste und höchste Gebot (Gott lieben) und sagt dann: „Das zweite aber ist ihm gleich […]“ (Matthäus 22,39). Was bedeutet das eigentlich? Wie ist „gleich“ zu verstehen? Mein erster Gedanke dazu war, dass Jesus hier sagt „Es gibt ein Gebot, das das höchste ist, aber noch ein anderes, das gleich wichtig ist“. So kann man es verstehen. Aber das ist nicht die einzige Lesart. Ebenso könnte man verstehen, dass Jesus sagt: „Es gibt das höchste und wichtigste Gebot, und dann noch ein weiteres, welches aber eigentlich das gleiche ist.“ Im ersten Moment klingt diese Lesart vielleicht etwas unsinnig, aber als ich so darüber nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, dass sie gar nicht so abwegig ist! Wir konnten in dieser Studie leider nur eine kleine Stichprobe an Bibelversen aus dem AT und NT angucken, aber ich rufe jeden auf, noch weitere Gebote und Regeln zu suchen. Wenn ihr danach sucht, achtet doch mal darauf, wie viele Regeln, Gebote und Gesetze sich eigentlich rein auf die Verehrung Gottes beziehen und wie viele auf die Nächstenliebe. Ich kann keine Zahlen dazu nennen, aber in all den Jahren, die ich nun schon in der Bibel lese, stellt sich für mich immer mehr heraus: Der Großteil aller Gebote, die wir überhaupt in der Bibel finden, regelt nicht die Verehrung Gottes, sondern unser Zusammenleben hier auf der Erde! Es ist eigentlich geradezu verrückt, dass es für den Schöpfer des Universums eine so große Herzensangelegenheit zu sein scheint, dass wir Menschen liebevoll miteinander umgehen und uns nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen! Denn genau darum geht es in den allermeisten Gesetzen und Geboten. Erinnert euch: Selbst bei den 10 Geboten finden wir prozentual sogar einen Hauch mehr Nächstenliebe als direkte Liebe zu Gott. Ich glaube für Außenstehende scheint es oft so, als sei die Bibel ein Buch voller Regeln, wie wir uns Gott in Ehrfurcht nahen und ihm in unserem Gottesdienst gefallen sollen. Und natürlich ist das auch zum Teil wahr. Aber wenn wir genau hinsehen, stellen wir fest: Was Gott am meisten gefällt sind nicht Opfergaben oder Anbetungsrituale – es ist ganz einfach unser liebevolles Zusammenleben. Vor diesem Hintergrund können wir noch einmal fragen: Was meint Jesus mit „gleich“? Ich glaube man kann hier nicht eine der von mir vorgeschlagenen Lesarten eindeutig bevorzugen und die andere abwinken. Aber ich glaube auch, dass es gute Indizien dafür gibt, dass der größte Teil unseres Gottesdienstes eigentlich in der Liebe untereinander besteht. Das ist der Weg, auf dem wir ganz praktisch unsere Liebe nicht nur zu unseren Mitmenschen, sondern auch zu Gott ausdrücken können. Wir können natürlich auch Gott direkt dienen, aber da wir ihn weder sehen noch anfassen können, sind die Mittel und Wege hier beschränkt. Unsere Nächsten können wir hingegen sehen und anfassen und ihnen Gutes tun, und ich bin überzeugt, dass Gott und sein Sohn sich über diese Liebe ebenso freuen, wie über die Liebe direkt zu ihnen. Denn so sagt es auch der König in Jesu Bild vom letzten Gericht: „Amen, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40) Ist das nicht ein wunderbarer Charakterzug? Er sagt quasi zu uns: „Ich wünsche mir, dass ihr mich liebt. Aber ich weiß auch, dass das für euch nicht ganz einfach ist – immerhin bin ich für euch schwer zu greifen. Da ich nun jeden von euch so sehr liebe, könnt ihr eure Liebe auch einfach untereinander ausdrücken. Wenn ihr die liebt, die ich liebe, dann fühle ich mich ebenso geliebt.“ Mit diesem Gedanken im Hinterkopf finde ich es nicht abwegig in Jesu Ausspruch auch zu lesen: Gott zu lieben und den Nächsten zu Lieben sind mitunter ein und dieselbe Sache. Das willst du freiwillig? Und damit sind wir wieder ganz am Anfang angelangt, nämlich bei einer Frage, auf die ich noch gar nicht weiter eingegangen bin: Warum möchte ich mir freiwillig diese ganzen Gesetze aufladen? Erst mal können wir festhalten: Es sind nicht viele Gebote, nur zwei. Vielleicht sogar eigentlich nur eins. Und die möchte ich deshalb gerne befolgen, weil ich erkannt habe, dass sie zwar für Gott, aber ebenso für mich da sind. Für mich und euch. Für alle Menschen. Die Gebote, die Gott uns gegeben hat, regeln vor allem anderen ein so perfektes liebevolles und wohlwollendes Miteinander unter Menschen, wie es sonst kein Gesetz tut. Daher ist es kein Zwang nach diesen Regeln zu leben, sondern vielmehr ein Dürfen und ein Wollen. Zwei Gebote, die vielleicht sogar nur eins sind, und zum Ziel haben, dass wir alle in Frieden miteinander leben können – warum sollte man nicht danach Leben wollen? Im Übrigen: Das ist auch einer der wichtigsten Gründe, warum ich an die Bibel und an den Gott glaube, den sie mir vorstellt. Keine andere Philosophie, Religion oder sonstige Weltanschauung liefert in meinen Augen eine vollkommenere und schönere „Gebrauchsanweisung“ für Frieden und Liebe auf der Erde. Das Doppelgebot der Liebe wäre quasi die Weltformel – wenn wir nicht alle die Neigung in uns hätten, immer mal wieder dagegen zu verstoßen. Aber das ist Stoff für einen anderen Beitrag … ;) Gottes Segen und bis demnächst! Euer Daniel
- Denn so hat Gott die Welt geliebt…
"Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe." (Johannes 3,16) 8. Dezember 2019: „23:32 Uhr!“ wird in den OP-Saal gerufen. Kurz darauf können mein Mann und ich einen kurzen Blick auf unsere Tochter erhaschen. Eingewickelt in Handtücher und auf dem Weg zu ihrer ersten Untersuchung, sieht man nur ihr kleines, zerknautschtes Gesicht. Dann wird sie nach dem Kaiserschnitt erst einmal untersucht. Aber dieser kurze Augenblick hat gereicht, um meinen Mann und mich zu Tränen zu rühren. Wir waren überglücklich, dass unser kleines Baby nun endlich auf der Welt war. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl – so voller Liebe und Dankbarkeit! Während ich noch im OP-Saal war und die Ärzte meine Wunde vernähten, konnte ich es gar nicht erwarten unsere Tochter das erste Mal in den Arm zu nehmen. Als ich dann in den Überwachungsraum geschoben wurde, sah ich meinen Mann mit diesem kleinen Bündel von Handtüchern auf dem Arm auf einem Stuhl in der Ecke des Raums sitzen. Sie war so zart und winzig. Und dann durfte ich sie auf meine Brust legen. Ihre Wärme spüren. Ihre weiche Haut auf meiner fühlen. Sie hatte zwar eine ausgesprochen schräge Frisur, aber als sie so bei mir lag, konnte ich nur denken, wie perfekt sie doch ist. Auch jetzt bekomme ich noch einen Kloß im Hals, wenn ich an diese ersten Augenblicke zurückdenke. Was für eine tiefe Liebe und Verbundenheit und was für ein Glück man doch spüren kann! Vom ersten Moment an wusste ich, dass ich mich immer um diesen kleinen Menschen kümmern werde. Ich glaube, es könnte sehr viel passieren und ich würde sie immer noch fest und innig lieben. So eine pure und vollkommene Liebe. Wie es im ersten Korintherbrief heißt: "Die Liebe hat den langen Atem, gütig ist die Liebe, sie eifert nicht. Die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf, sie ist nicht taktlos, sie sucht nicht das ihre, sie lässt sich nicht zum Zorn reizen, sie rechnet das Böse nicht an, sie freut sich nicht über das Unrecht, sie freut sich mit an der Wahrheit. Sie trägt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles." (1. Korinther 13,4-7) Jetzt nach ein paar Monaten, nachdem ich unsere Tochter kennengelernt und noch mehr lieben gelernt habe (erstaunlicherweise geht das tatsächlich), wurde mir bewusst, wie eng doch die Parallele der Liebe zu ihr im Vergleich zu Gottes Liebe zu uns ist. Man sollte meinen, dass ich darauf schon früher hätte kommen können, aber es hat sich erst in den letzten Wochen ergeben, dass ich darüber nachgedacht habe. Jetzt nachdem ich selbst ein Kind bekommen habe, kann ich erst verstehen, wie sehr Gott uns liebt. Klar, man liest überall in der Bibel von Liebe. Aber für mich ist es etwas anderes, jetzt da ich weiß, wie sich diese Eltern-Kind-Liebe anfühlt. Es ist anders, als seinen Partner zu lieben und schwer in Worte zu fassen. Aber ich denke, es hat etwas damit zu tun, dass das Kind auf einen angewiesen ist, Fürsorge und Liebe benötigt, um groß und stark zu werden. Und jetzt stellt sich umso mehr für mich die Frage: Wenn ich schon so eine starke Liebe empfinden kann und so ziemlich alles für mein Kind tun würde, wie groß muss dann Gottes Liebe für uns sein? "Wer unter euch gäbe seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein, und wenn er ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange? Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn bitten, Gutes geben." (Matthäus 7,9-11) "Würde eine Frau ihren Säugling vergessen, ohne Erbarmen mit dem Kind ihres Leibs? Selbst wenn diese es vergessen würden, werde doch ich dich nicht vergessen!" (Jesaja 49,15) Gott, der Liebe ist. "Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe." (1. Johannes 4,8) Und auch noch etwas anderes schwingt in dem Vers aus dem ersten Johannesbrief jetzt für mich mit. Da ich nun diese für mich neue Liebe für meine Tochter empfinde, habe ich tatsächlich das Gefühl, Gott besser zu kennen und zu verstehen. Ich kann mir jetzt besser vorstellen, wie sehr Gott uns liebt; habe mehr Verständnis für alles, was er für uns tut; kann besser nachvollziehen, wie sehr es ihn schmerzt, dass sich so viele Menschen von ihm abwenden und nichts mit ihm zu tun haben möchten. Wir machen so viel falsch, wenden uns immer wieder von ihm ab und trotzdem liebt Gott seine Kinder. Gott ist immer geduldig mit uns. Er ist immer da und bereit, uns zu vergeben, wenn wir uns ihm wieder zuwenden. Ich bin ab und an ungeduldig oder verärgert, wenn unsere Tochter mal länger braucht, um einzuschlafen oder nachts einfach mal wach ist. Im Nachhinein tut es mir dann immer leid – sie kann ja nicht mal etwas dafür. Wir stoßen immer wieder an unsere Grenzen. Gott hingegen ist immer geduldig mit uns. Wir verletzen ihn immer und immer wieder. Doch er ist immer für uns da: "Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten, und getröstet werdet ihr in Jerusalem." (Jesaja 66,13) "Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein rettender Held, voller Freude frohlockt er über dich, in seiner Liebe schweigt er, mit Begeisterung jubelt er über dich." (Zephanja 3,17) Das Ganze ist eigentlich schon unglaublich genug – doch es geht noch weiter! Jesus, Gottes geliebter Sohn, der sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, ist gestorben, damit wir leben können. Doch wie schwer muss es für Gott gewesen sein, zuzusehen wie sein perfekter und über alles geliebter Sohn stirbt? Gott muss unendlich traurig gewesen sein. Aber er liebt auch alle anderen Menschen so sehr, dass er das auf sich genommen hat, um auch alle anderen zu retten. "Gott jedoch zeigt seine Liebe zu uns gerade dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." (Römer 5,8) "Darin ist die Liebe Gottes unter uns erschienen, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben." (1. Johannes 4,9) Und auch Jesus liebt uns alle so sehr, dass er das freiwillig auf sich genommen hat. "Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns eingesetzt hat. Auch wir sind verpflichtet, das Leben einzusetzen für die Brüder." (1. Johannes 3,16) "Es war vor dem Passafest und Jesus wusste, dass für ihn die Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen, und da er die Seinen in der Welt liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung." (Johannes 13,1) Durch diese wunderbare Liebe der beiden besteht für uns jetzt die Möglichkeit, dass wir ein Leben nach dem Tod haben und in Gottes Königreich gelangen können, wenn wir uns dafür entscheiden. "Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat uns in seiner grossen Liebe, die er uns entgegenbrachte, mit Christus zusammen lebendig gemacht, obwohl wir tot waren in unseren Verfehlungen - durch Gnade seid ihr gerettet" (Epheser 2,4+5) "Denn die vom Geist Gottes getrieben werden, das sind Söhne und Töchter Gottes. Ihr habt doch nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, um wiederum in Furcht zu leben; nein, ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Eben dieser Geist bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann sind wir auch Erben: Erben Gottes, Miterben Christi, sofern wir mit ihm leiden, um so auch mit ihm verherrlicht zu werden." (Römer 8,14-17) Lasst uns diese Liebe weitertragen. Lasst uns wie Jesus jedem Menschen mit Liebe begegnen. Lasst uns Leuten zeigen, wie wunderbar Gott ist. Lasst uns erfüllt werden von dieser Liebe. Das ist alles nicht immer ganz einfach und vieles davon auch manchmal sehr schwer. Aber lasst es uns gemeinsam versuchen – ganz nach Hebräer 10: "Und lasst uns darauf bedacht sein, dass wir einander anspornen zur Liebe und zu guten Taten" (Hebräer 10,24) Wir können immer daran denken: Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein? (Römer 8,31) ♥ Eure Lisa
- Nachhaltigkeit
Sind wir von Gott dazu aufgerufen, nachhaltig zu leben? Fordert Gott uns auf, die Schöpfung zu schonen? Wenn ja, was sollten wir dafür tun? Reicht es im Kleinen weniger Müll zu produzieren und faire Bio-Lebensmittel zu kaufen? Oder sollten wir uns z. B. in NGOs (non-governmental organizations = Nichtregierungsorganisationen) wie Greenpeace, WWF oder PETA engagieren? Was sollten wir tun? Und in welchem Maße sollten wir das tun? Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Fragen, die mich jetzt schon seit längerem beschäftigen. In den letzten Jahren haben mein Mann und ich angefangen, nachhaltiger zu leben. Wir versuchen immer mehr darauf zu achten, Ressourcen zu schonen, weniger Müll zu produzieren, faire (wenn möglich regionale) Lebensmittel zu kaufen und so weiter. Wir haben das bei Weitem noch nicht perfektioniert! Es gibt noch sehr viel, was wir besser machen können und schon mit der ersten groben Suche bei YouTube stößt man auf viele Menschen, von deren nachhaltigem Lebensstil wir noch viel lernen können. Aber wir arbeiten weiter daran. Vor diesem Hintergrund hat mich natürlich interessiert, was denn die Bibel zum Thema Nachhaltigkeit sagt. Was sagt Gott über seine Schöpfung? Wenn wir vorne im Schöpfungsbericht anfangen, finden wir gleich zwei interessante Stellen: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich. Und sie sollen herrschen über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen. Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie untertan, und herrscht über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.“ (1. Mose 1,26-28) Gott sagt hier, dass wir über die Erde herrschen sollen. Ich denke nicht, dass Gott von herrschen auf eine negative Art und Weise spricht. Immerhin ist Gott ein liebender und barmherziger Gott, der sich um seine Geschöpfe sorgt. Er ist bei jedem noch so kleinen Lebewesen. „Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Fünfer? Und nicht einer von ihnen fällt zu Boden, ohne dass euer Vater bei ihm ist.“ (Matthäus 10,29) Genauso sollten wir uns dann auch um Gottes Schöpfung sorgen, wie ein liebevoller Herrscher/eine liebevolle Herrscherin eben, der/die nur Gutes für sein/ihr Volk möchte. So beschreibt auch David in den Psalmen die verantwortungsvolle Rolle des Menschen in Bezug auf die Schöpfung: „Du hast ihn wenig geringer gemacht als Gott, mit Ehre und Hoheit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher gesetzt über die Werke deiner Hände, alles hast du ihm unter die Füsse gelegt: Schafe und Rinder, sie alle, dazu auch die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, was da die Pfade der Meere durchzieht.“ (Psalm 8,6-9) Außerdem sagt Gott im zweiten Kapitel der Bibel, dass der Mensch den Garten Eden bebauen und bewahren soll. Und auch wenn Gott hier explizit vom Garten Eden spricht, können wir denke ich das allgemeine Prinzip ableiten, auch den Rest seiner Schöpfung nicht willkürlich zu zerstören oder verkommen lassen. „Und der HERR, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte.“ (1. Mose 2,15) Gott liebt seine Schöpfung. Er liebt jeden Teil seiner Schöpfung; jeden Menschen, jede Pflanze, jedes Tier. „Und da sollte es mir nicht leidtun um Ninive, die grosse Stadt, in der über hundertzwanzigtausend Menschen sind, die nicht unterscheiden können zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken, und um die vielen Tiere?“ (Jona 4,11; Hervorhebung von mir) Er sorgt sich um alles und so sollten auch wir uns um alles sorgen. Welche weiteren Ideen finden wir in der Bibel? Direkt am Anfang des Neuen Testaments begegnet uns das Gebot der Nächstenliebe, welches neben dem Gebot, Gott zu lieben, das höchste Gebot ist. „Er sagte zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matthäus 22,37-39) Auch einen nachhaltigen Lebensstil zu führen, kann man als Akt der Nächstenliebe sehen. Menschen können durch meine Entscheidungen beispielsweise unter besseren Bedingungen arbeiten und bekommen mehr Geld für ihre Arbeit. Die Erde wird nicht mehr als nötig zugemüllt und es werden nicht mehr Ressourcen als nötig verbraucht, sodass auch nachfolgende Generationen noch unter ähnlichen Bedingungen wie wir auf der Erde leben können. Dass Menschen ausgebeutet und Tiere gequält werden, ist auf jeden Fall eindeutig keine Liebe. Hinzu kommt, dass wir den Nachhaltigkeitsgedanken an sich auch schon in der Bibel finden. Im fünften Buch Mose heißt es wie folgt: „Wenn du unterwegs auf irgendeinem Baum oder auf der Erde zufällig ein Vogelnest mit Jungen oder mit Eiern findest, und die Mutter sitzt auf den Jungen oder auf den Eiern, dann sollst du nicht die Mutter mit den Jungen wegnehmen.“ (5. Mose 22,6) Hier wird davon gesprochen, dass man sich nur das nimmt, was man benötigt. Den Rest soll man bewusst in Ruhe lassen, sodass auch wieder Neues entstehen kann. Wir sehen also, dass Nachhaltigkeit ein Thema ist, das mit den grundlegendsten christlichen Vorstellungen eng verbunden ist. Gott liebt seine Schöpfung und auch wir sind aufgerufen, sie zu lieben. Liebe ist hier mehr als nur der freundliche Umgang mit meinen direkten Nächsten im Alltag. Liebe bedeutet auch, mir bewusst zu machen, wie meine alltäglichen Entscheidungen (z. B. im Supermarkt) Menschen oder die Natur an ganz anderen Orten der Welt beeinflussen (und leider allzu oft schädigen). Daher klingt das Streben nach einem nachhaltigen Lebensstil für mich erst einmal nach dem genau richtigen Weg. Ich bin bei meiner Recherche allerdings auch auf einen Gedanken gestoßen, der dem Ganzen zwar nicht widerspricht, aber ihm einen etwas anderen Rahmen gibt. Der Gedanke beruht auf einem Vers aus dem Römerbrief: „Sie tauschten die Wahrheit Gottes gegen die Lüge und huldigten und dienten dem Geschöpf statt dem Schöpfer - gepriesen sei er in Ewigkeit, Amen.“ (Römer 1,25) Der Gedanke, den ich zu dem Vers gelesen habe, war, dass wir in Themen wie Nachhaltigkeit oder Umweltschutz nicht so sehr aufgehen sollten, dass wir das große Bild aus den Augen verlieren. Wie Paulus sagt, sollten wir uns überlegen, was dem Schöpfer dient und was nicht. Ich kann diesen Gedanken zum Teil nachvollziehen. Ich denke, in fast allen Fällen ist es vollkommen gut und richtig, sich über nachhaltiges Handeln Gedanken zu machen. Doch sollte man als Christ/Christin vielleicht nicht als politischer Aktivist/politische Aktivistin enden, dem/der es mehr am Herzen liegt, Menschen von der Nachhaltigkeit zu überzeugen als von Gott. Am Ende muss uns bewusst sein, dass wir aus eigener Kraft zwar einen Beitrag zum Erhalt der Schöpfung leisten können, sie aber nicht final retten werden. Auch Nachhaltigkeit kann nur einige Probleme für eine begrenzte Zeit lösen oder diese sogar nur vorübergehend hinauszögern. Wichtiger ist es für Christen/Christinnen doch eigentlich, Menschen von Gott zu erzählen, um ihnen eine langfristige Perspektive zu geben; ihnen zu erzählen, dass Gott sie liebt und mit ihnen eine Beziehung eingehen möchte. Immerhin lädt er jeden Menschen in sein Königreich ein und ist traurig um jeden, der keine Beziehung mit ihm haben will. Wir können in diesem Leben schon anfangen, die Welt wiederherzustellen, aber erst Gottes Eingreifen wird diesen Prozess vollenden und einen Lebensraum für uns schaffen, wie Gott ihn sich von Anfang an vorgestellt hat. Auch in meinem Leben kann ich Anwendungsfälle für diesen Gedanken finden (wenn auch in einer etwas abgeschwächten Form). Die Umwelt zu schützen, ist momentan schon fast „in“. Deswegen ist es auch sehr einfach von solchen Themen zu erzählen. Erzählt man Menschen hingegen von Gott, stößt man oft auf Abneigung. Aus diesem Grund entscheide ich mich häufig dafür, nicht von Gott zu sprechen. Ich könnte aber beispielsweise in vielen Situationen erwähnen, aus welcher Motivation ich Dinge tue, und dass Gott hinter meinem ganzen Handeln steckt. Das ist jedenfalls mein Ziel für die nächste Zeit. Und Gott steht dabei ganz sicher auf meiner Seite. 😊 Trotz allem denke ich nach wie vor, dass das Gebot der Nächstenliebe ein sehr schwer wiegendes Argument für einen nachhaltigeren Lebensstil ist und dass wir uns aus diesem Grund auch unseres Handelns sehr bewusst sein sollten. Wenn wir jetzt zum Abschluss also noch mal einige der Fragen vom Anfang durchgehen, möchte ich versuchen, eine gewisse Ausgewogenheit einzubringen: Sind wir von Gott dazu aufgerufen, nachhaltig zu leben? Fordert Gott uns auf, die Schöpfung zu schonen? — Ja, Gott liebt seine Schöpfung und das sollten wir auch tun. Was sollten wir dafür tun? — Wir sollten verantwortungsvoll mit Gottes Schöpfung umgehen und vor allem auch aus Nächstenliebe an die Menschen denken, die unser Essen, unsere Kleidung und so weiter herstellen. Reicht es im Kleinen weniger Müll zu produzieren und faire Bio-Lebensmittel zu kaufen? Oder sollten wir uns auch in NGOs engagieren? — Ich denke, solange alles in einem gewissen Rahmen geschieht und man nicht aus den Augen verliert, dass man auch solche Dinge für Gott tut, spricht nichts dagegen, sich auch in NGOs zu engagieren. Es scheint mir aber nicht biblisch vorgeschrieben zu sein. 😉 Jeder/Jede sollte im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten das tun, was ihm/ihr machbar erscheint — wichtiger als das Ausmaß des Handelns ist aber denke ich, dass wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen und überhaupt ein Bewusstsein dafür entwickeln, wem wir in unserem Alltag vielleicht schaden, ohne es zu realisieren. Nachhaltig zu leben scheint für mich manchmal eine fast unlösbare Aufgabe zu sein, vor der man gut und gerne einen gehörigen Respekt haben kann. Wir müssen die Aufgabe allerdings nicht allein bewältigen. Wir müssen daran auch nicht verzweifeln. Es ist gut, wenn wir jetzt und hier tun, was wir tun können. Am Ende wird sich aber Gott seiner Schöpfung annehmen und alles endgültig wiederherstellen: „Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zur Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn in sehnsüchtigem Verlangen wartet die Schöpfung auf das Offenbarwerden der Söhne und Töchter Gottes. Wurde die Schöpfung doch der Nichtigkeit unterworfen, nicht weil sie es wollte, sondern weil er, der sie unterworfen hat, es wollte - nicht ohne die Hoffnung aber, dass auch die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werde zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung seufzt und in Wehen liegt, bis zum heutigen Tag.“ (Römer 8,18-22) Das ist natürlich kein Freifahrtsschein. 😉 Wir sollten trotzdem verantwortungsbewusst handeln und Gottes Schöpfung bewahren. Es ist dasselbe Prinzip, von dem auch Paulus in Römer spricht: „Was folgt nun daraus? Etwa: Lasst uns der Sünde treu bleiben, damit die Gnade umso grösser werde? Gewiss nicht! […]“ (Römer 6,1-2) Wir sollten trotzdem tun, was in unserer Macht steht, um die Umwelt und alle Lebewesen zu schützen, aber Gott wird am Ende alles final richten. Wir können immer an die große, wunderbare Perspektive denken: „Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen ein Zelt aufschlagen. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und wird sie führen zu Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,15-17) ♥ Eure Lisa
- Auf Gottes Stimme hören
Um ganz ehrlich mit euch zu sein: Ich hatte bis vor kurzem keine Ahnung, worüber ich dieses Mal schreiben soll. Da hat man gerade seinen ersten Beitrag geschrieben und schon kommt die erste Schreibblockade! Aber wie das immer so ist, kommt die Inspiration in den Momenten, in denen man sie nicht erwartet. Für alle Leser mit Zeitdruck hier der Hinweis, dass ihr gerne ein paar Abschnitte überspringen und bei "Gottes Stimme im Alltag" weiterlesen dürft, wenn ihr nur wissen wollt, was ich gelernt habe und nicht die ganze Geschichte hören wollt, die mich darauf gebracht hat, darüber zu schreiben 😉 Aber vorerst zurück zu dem Tag, der mir doch noch eine Idee für diesen Beitrag geliefert hat: Samstag, der 14.06.20 Ich hatte beschlossen, spontan zu meiner Familie zu fahren und mit ihnen zu grillen. Meine Mutter hatte mir am Telefon von den Grill-Plänen erzählt und da ich an diesem Tag im Grunde nichts zu tun hatte, packte ich spontan meine Sachen und saß 20 Minuten nachdem ich aufgelegt hatte im Zug nach Hause. Wenn ich mit der Bahn nach Hause fahre, muss ich immer entweder in Dortmund oder in Hamm einmal umsteigen. An diesem Tag war es der Umstieg in Hamm. Als ich in Hamm aus dem Zug stieg, ging ich nicht direkt zu dem nächsten Gleis, sondern legte meinen üblichen kleinen Umweg in Richtung Toiletten ein. Auf dem Weg dahin saß am Rand ein junger Mann, der die an ihm vorbeilaufenden Reisenden nach Kleingeld fragte. Das einzige Kleingeld, das ich hatte (abgesehen von dem angesammelten Kupfergeld in meinem Portemonnaie) war das 1€-Stück in meiner Hosentasche, das ich brauchte, um die Bahnhofstoilette zu benutzen. Also ging ich, beinahe froh um meine Ausrede, an dem Mann vorbei und weiter zu den Toiletten. Als ich mich jedoch auf den Rückweg zu den Gleisen machen wollte, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich diesem Mann helfen sollte. Besser kann ich es leider nicht beschreiben. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es in dieser Situation das Richtige wäre, diesem Mann etwas zu geben. Also ging ich zu ihm und sagte ihm, dass ich zwar kein Kleingeld habe, aber dass ich ihm gerne etwas zu essen oder zu trinken kaufen könne, falls er gerade etwas braucht. Da es ein ziemlich warmer Tag war, bat er mich darum, ihm etwas zu trinken zu kaufen. Also machten wir zwei uns auf den Weg zur Bahnhofshalle. Ich muss sagen, es ist immer wieder interessant, was für Menschen man auf diese Weise begegnet. Der Mann in Hamm am Bahnhof war wirklich unheimlich freundlich und dankbar. Er hat sich versichert, ob ich tatsächlich genug Zeit dafür hätte, bevor mein Zug kommt und hat sich darüber Gedanken gemacht, wo es für mich wohl am günstigsten wäre, etwas zu trinken zu kaufen. Er hat auf mich gewartet während ich bezahlt habe und wir haben uns noch kurz unterhalten, bevor ich weiter zu meinem Gleis musste. Als ich danach in den nächsten Zug stieg, war ich dankbar dafür, dass Gott mir gezeigt hatte, wie ich mit der Situation umgehen sollte und zugegebenermaßen auch ein wenig stolz. Denn nicht zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass Gott in einer bestimmten Situation etwas Bestimmtes von mir möchte. Aber an diesem Tag war ich dem Impuls gefolgt, ohne lange nachzudenken. Gottes Stimme im Alltag Bevor ihr mich falsch versteht: Mir geht es nicht darum, zu behaupten, dass man immer so handeln sollte und das eine super Aktion war für die ich mir ein virtuelles Schulterklopfen von euch verdient habe. Mir geht es in diesem Beitrag viel mehr darum, was mich dazu bewegt hat, so zu handeln. Denn wie gesagt glaube ich nicht, dass das Gefühl, ich sollte in diesem Moment auf den Mann zugehen, einfach aus mir heraus kam, sondern dass das Gottes Weg war, mir mitzuteilen, was ich in diesem Moment tun sollte. Kennt ihr nicht auch diese Momente, in denen man einfach an einer Person vorbeigehen möchte, in denen man etwas sagen oder auch lieber nicht sagen möchte, aber man hat plötzlich das Gefühl, dass man genau das Gegenteil tun sollte? Ich glaube, das ist einer der Wege, auf dem wir Gottes Stimme im Alltag hören. Gottes Stimme ist nicht immer eine Stimme, die grollend vom Himmel herab mit uns spricht oder irgendeine abgefahrene Erfahrung, wie Johannes sie machte, als ihm die Offenbarung - nun ja - offenbart wurde. Ich glaube, Gottes Stimme zeigt sich oft viel simpler und unauffälliger und ist eher wie ein kleiner Schubs in die richtige Richtung, wenn wir ihn im Alltag nötig haben. Wegen dieser Stimme habe ich schon viele richtige Entscheidungen getroffen und oft richtig gehandelt. Aber noch viel öfter habe ich diese Stimme gehört und sie ausgeblendet und einfach weitergemacht wie bisher. In diesen Momenten habe ich mich bewusst dagegen entschieden, das zu tun, von dem ich wusste, dass es richtig ist. Weil ich das letzte Wort haben wollte, weil ich nicht komisch angeguckt werden wollte oder weil es mir einfach leichter vorkam. Hören wir wirklich zu? Ich muss in diesem Zusammenhang immer an eine Buchreihe denken, die ich vor einiger Zeit gelesen habe. Irgendeine kitschige Fantasy-Reihe. (Ich tue an dieser Stelle einfach mal so, als wüsste ich nicht mehr wie sie heißt und als hätte ich sie nicht vor kurzem noch einmal gelesen.) In der Welt, die in den Büchern beschrieben wird, können einige Personen Gedanken lesen. Und schon als Kind lernt man dort, einen imaginären Vorhang in seinem Kopf zuzuziehen um seine Gedanken zu verbergen. In den Momenten, in denen ich Gottes Stimme höre und versuche sie auszublenden, ziehe ich selber einen ähnlichen Vorhang zu. Jedoch ist der Vorhang bei mir dann kein luftig leichtes Stück Stoff, sondern eher wie der eiserne Vorhang im Theater. Ich wehre mich gegen Gottes Impuls und versuche seine Stimme auszusperren. Aber genau das sollte ich nicht tun. Ich glaube, wir hören alle immer wieder Gottes Stimme im Alltag. Bei mir ist es als würde mein Bauchgefühl mir genau sagen, was zu tun ist, nur dass es sich weniger wie mein eigenes Bauchgefühl und eher nach Jesu Bauchgefühl anfühlt. Vielleicht geht es einigen von euch auch so und ihr wisst ganz genau, was ich meine, oder aber ihr könnt es überhaupt nicht nachvollziehen, weil sich Gottes Stimme in eurem Leben ganz anders äußert. Aber ganz egal, wie wir sie hören: Wir sollten zuhören und uns ihr gegenüber nicht verschließen. Wer Ohren hat, der höre! ... und setze es dann auch um Jakobus warnt uns gegen Ende seines Briefes: „Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.“ (Jakobus 4, 17) Wenn wir Gottes Stimme im Alltag hören, dann sagt sie uns sehr genau, was das "Gute" in der jeweiligen Situation ist. Nur mit Zuhören allein sind wir aber noch nicht vom Haken. Jakobus sagt uns, dass wir es auch tun müssen, wenn wir wissen, was richtig ist. Und ich glaube, das ist fast immer der Fall. Wir haben also keine Entschuldigung dafür, wenn wir uns dagegen entscheiden, auf Gottes Stimme zu hören. Wir hätten es besser gewusst. Um noch einmal Jakobus zu zitieren: „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer“ (Jakobus 1,22) Auch dieser Ausspruch gilt nicht nur für Dinge, die wir aus Gottes Wort in Form der Bibel lernen, sondern ebenso für die Dinge zu denen uns Gottes Stimme im Alltag aufruft. Wir sollen dieser Stimme nicht nur zuhören, sondern auch entsprechend handeln. Leider klingt das oft einfacher als es ist, oder? Das könnte man meinen, aber ich glaube an dieser Stelle muss man es ein wenig anders ausdrücken: Es ist tatsächlich einfach, aber wir machen es uns unnötig schwer. Denn alles, was Gott von uns verlangt, ist "ja" zu sagen und dann einfach zu tun, was er von uns möchte. Aber allzu oft finden wir trotzdem tausend Gründe dafür, doch nicht das Richtige zu tun. Das 10-Sekunden-Prinzip Also wie können wir besser darin werden, Gottes Worten auch unsere Taten folgen zu lassen? Ich glaube, dabei ist vor allem wichtig, dass wir uns für die Entscheidung nicht zu viel Zeit lassen. Denn gerade, wenn man zu lange nachdenkt, wird die Gefahr immer größer, dass man sich dagegen entscheidet, Gottes Stimme zu folgen. Deswegen möchte ich euch das 10-Sekunden-Prinzip empfehlen. Es gibt ein Buch von Clare de Graaf mit gleichem Namen, durch das ich dieses Prinzip kennengelernt habe und es hat mir schon oft geholfen. Das Prinzip ist sehr simpel: Man tut einfach als Nächstes das, von dem man ziemlich sicher ist, dass Jesus es möchte – und zwar innerhalb der nächsten zehn Sekunden, bevor man Zeit hat, es sich anders zu überlegen. Auch wenn ich weiß, dass das, was Gott von mir möchte, gut und richtig ist, fällt es mir manchmal schwer, das auch direkt umzusetzen. Da tut ein bisschen Zeitdruck oft sehr gut. Schließlich muss man als Jesu Nachfolger eben auch dann das Richtige tun, wenn man gerade keine Lust dazu hat (noch eine Weisheit, die ich aus dem Buch gelernt habe). Also lasst uns trainieren, auf Gottes Stimme zu hören. Lasst uns unsere mentalen Vorhänge, Rollläden und Schiebetüren bewusst offen lassen und nicht verschließen. Lasst uns im Alltag immer wieder nachhorchen und darauf achten, nichts zu überhören, was Gott uns mitteilen möchte. Und vor allem: Lasst uns immer wieder bewusst die Entscheidung treffen, Gottes Stimme zu folgen. Schließlich ist es eigentlich ganz einfach: 10 … 9 … 8 … 7 … 6 … 5 … 4 … 3 … 2 … 1. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Gerettet
Wenn ihr wollt, könnt ihr beim Lesen dieses Lied hören: https://www.youtube.com/watch?v=1IATot8ghzs Licht und Sonne Ein warmer Tag Fliegen durch die Schöpfung Freiheit Hunger Auf der Suche nach Nahrung Grüne Blätter in Aussicht Vorfreude Anflug Plötzlicher Windstoß Kontrollverlust Absturz Angst Verkehrte Welt Landung auf dem Rücken Hilflos Der Frühling ist eine meiner Lieblingsjahreszeiten. Die Tage werden länger und die vielen Tiere und auch wir menschlichen Wesen erwachen alle so langsam aus dem Winterschlaf. Es scheint so, als hätten alle viel zu tun. Es herrscht so etwas wie eine Aufbruchsstimmung. Da sind so viele Geräusche: Das Brummen und Summen der Bienen, die von einer Blüte zur nächsten fliegen … Das Zwitschern und Pfeifen der Vögel, die ihre Nester bauen und ihren Nachwuchs versorgen … Das Schnattern der Enten und Gänse … Das „Kuckuck“ des Kuckucks, der versucht mit seinem Ruf ein Weibchen anzulocken … Das Rascheln der Blätter im Wind … Das Quaken der Kröten und Frösche, die (leider nachts) aktiv auf Partnerinnensuche sind … ... Und dann sehe ich noch die vielen Menschen, mich eingeschlossen, die es freudestrahlend nach draußen zieht: Da wird der Liegestuhl aufgestellt und das erste Sonnenbad genommen, Gemüsebeete angelegt, Blumen gegossen, Tiere beobachtet und nachgeahmt ... ... Doch am meisten freuen sich die Kinder (oder?): Endlich wieder auf den Spielplatz gehen, barfuß laufen, durch Pfützen springen, im Matsch spielen, Freunde treffen, den ganzen Tag draußen verbringen und die Zeit vergessen. Der Frühling ist keine ruhige Zeit. Alle Menschen und Tiere erscheinen motivierter, positiver. Auch mich zieht es nach draußen und ich spüre die Freiheit durch das Licht und gleichzeitig die Sicherheit durch die Wärme auf meinen Schultern. Besonders im Frühling bemerke ich meine Verbundenheit mit der Natur – Gottes Schöpfung. Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen auf mich fallen, muss ich raus. Da ich keinen Garten habe, gehe ich auf meinen Balkon. Dort stehen ein paar Pflanzen, die auf meine Versorgung und Pflege angewiesen sind. Bei meiner fast täglichen Wasserkontrolle, bemerke ich hinten in einer Ecke einen großen, braunen Maikäfer. Er liegt auf dem Rücken und bewegt sich nicht, deshalb halte ich ihn für unlebendig. Neugierig gehe ich auf den Käfer zu. Bei näherem Hinsehen bemerke ich doch etwas: Seine kleinen Beinchen strampeln hin und her, so als ob er mir mit allerletzter Kraft mitteilen wollte: „Hey, ich lebe noch! Bitte hilf mir und drehe mich um!“ Schnell hole ich einen alten, weißen Briefumschlag und versuche ihn damit umzudrehen. Gar nicht so einfach. Durch seinen glatten Rücken rutscht er immer wieder vom Papier. Doch ich gebe nicht auf. Nach ein paar Minuten habe ich es geschafft und der große Maikäfer steht wieder auf seinen 6 Beinchen … … doch … … er bewegt sich nicht mehr! Jetzt wollte ich diesem Geschöpf helfen, doch bei meinem Rettungsversuch hat ihn seine letzte Kraft verlassen . Etwas niedergeschlagen verlasse ich den Balkon und übergebe ihn still und etwas hilflos in Gottes Hände. Am nächsten Tag gehe ich wieder auf den Balkon. Der Käfer ist weg. Etwas verwundert sehe ich mich um. Weit und breit keine Spur von ihm. Wo ist er? Meine ersten Gedanken sind voller Dankbarkeit und Hoffnung. Ich bin mir sicher, dass Gott und Jesus diesen Käfer gerettet haben (erst beim Schreiben dieses Blogs fiel mir auf, dass der Käfer vielleicht auch gegessen wurde!?). Wäre ich noch länger auf den Balkon geblieben, hätte ich den Käfer bestimmt in die Freiheit fliegen sehen. Wieder einmal wird mir bewusst, dass Gott und Jesus durch mich wirken, wenn ich es zulasse. Im Grunde habe ich es immer ihnen zu verdanken, wenn ich besonders aufmerksam bin oder aktiv helfe. Viel zu oft schreibe ich mir meine guten Taten selbst zu und bin vielleicht sogar ein wenig stolz auf sie. Aber dann erinnere ich mich, dass mein "Gutes tun" und Helfen nicht aus mir selbst heraus kommen, sondern von Gott. Gott und sein Sohn sind die eigentlichen Retter. Ich bin ihr Werkzeug. Ich kann und darf fühlen, wie gut es mir tut und wie es mich mit Dankbarkeit erfüllt, Lebewesen ganz selbstlos zu helfen ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Für mich ist dieses Gefühl ein Geschenk Gottes. Auch wenn wir uns auf der Seite des Maikäfers befinden, uns hilflos fühlen, ängstlich sind, hoffnungslos auf dem Rücken festsitzen, unfähig uns umzudrehen, können wir uns auf Gottes und Jesu Hilfe verlassen. Sie schicken uns Hilfe und Rettung auf ganz unterschiedlichen und unerwarteten Wegen. Wir müssen sie nur wahrnehmen, zulassen und annehmen. Draußen in der Welt können wir andere unterstützen, aber uns auch helfen lassen. Genau dort können wir uns auf Gott und Jesus verlassen und uns mit ihnen verbunden fühlen. Also raus in die Natur! Es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken – darunter vielleicht auch hier und da ein Lebewesen, das unsere Hilfe benötigt und das wir mit Gottes Hilfe „retten“ können. Seine Kraft wirkt in uns. "Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt. Deshalb wollen wir ihn mit der ganzen Gemeinde durch Jesus Christus ewig und für alle Zeiten loben und preisen. Amen." (Epheser 3, 20-21) Bis bald, eure Freya Rise up and shine!










