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  • Leben

    In meinem Beitrag geht es um zwei Dinge, die mir in den letzen Wochen begegnet sind. Meine Gedanken beschäftigten sich mit dem Blog "Zu viele Regeln" von Daniel. Dabei habe ich womöglich eine Einstellung Gottes entdeckt, die mir so noch nicht bekannt war. Um Google-Werbe-Begriffe für unseren Blog zu finden, probierte ich verschiedene Worte aus. Dabei stieß ich selbst auf einen Blog, der mich berührte. Davon möchte ich berichten. Regeln Vor einigen Wochen habe ich mal wieder angefangen die Bibel von vorne zu lesen. Dabei stieß ich gleich am Anfang auf ein Aussage zum Thema Essen. Nach der Zeitrechnung der Bibel etwa vor 6250 Jahren (*1). Dann sagte er: »Seht, als Nahrung gebe ich euch alle Pflanzen, die Samen tragen, und die Früchte, die überall an den Bäumen wachsen; [...] (1. Mose 1,29) Offensichtlich waren die ersten Menschen, Adam und Eva, Veganer. Jedenfalls so lange sie dieses Geschenk ("als Nahrung gebe ich euch") annahmen. Einige Kapitel und etwa 1600 Jahre (*1) später änderte sich die Speisekarte. Von jetzt an könnt ihr euch von ihrem Fleisch ernähren, nicht nur von den Pflanzen, die ich euch als Nahrung zugewiesen habe. (1. Mose 9,3) Was war passiert? Gott hätte um ein Haar seine ganze Schöpfung ausgelöscht. Die Machenschaften der Menschen entsprachen so gar nicht seinen Ansprüchen. Im letzen Moment traf er auf Noah. Der gefiel ihm. So rettete er Noah, seine Familie und mit ihnen die ganzen Tiere auf der Erde. Von jetzt an könnt ihr euch von ihrem Fleisch ernähren, nicht nur von den Pflanzen, die ich euch als Nahrung zugewiesen habe. 1.Mose 9,3 War es damit klar, was auf den Tisch kommen durfte? Nein, noch nicht so ganz. Das ausgewählte Volk Israel bekam weitere rund 1500 Jahre (*1) später noch weitergehende, erklärende Gesetze. Der HERR gab Mose und Aaron den Auftrag, den Israeliten dies mitzuteilen: »Das Fleisch von folgenden Tieren dürft ihr essen: Von den Landtieren sind euch alle erlaubt, die vollständig gespaltene Hufe oder Pfoten haben und wiederkäuen. Das Kamel, den Klippdachs und den Hasen dürft ihr aber nicht essen. Denn sie sind zwar Wiederkäuer, haben aber keine gespaltenen Hufe oder Pfoten. Sie müssen bei euch als unrein gelten. Das Schwein hat zwar vollständig gespaltene Hufe, aber es ist kein Wiederkäuer; darum ist es für euch unrein. Esst das Fleisch dieser Tiere nicht und berührt auch nicht ihre Kadaver! Sie sind für euch unrein! [...] (3. Mose 11,1-8) Und so weiter und so weiter. Ich beschränke mich hier auf die großen Tiere an Land. Es folgen die Tiere im Wasser, in der Luft und die krabbelnden und fliegenden Insekten. Es gibt also seitdem eine Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren. So, seitdem ist alles klar. Daran kann der Mensch sich halten. Das kann kontrolliert und bestraft werden. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ich kenne kaum jemanden, der sich daran hält. Klar, es gibt etliche Empfehlungen zu Ernährungspraktiken. Aber die Unterscheidung zwischen rein und unrein ist mir sehr fremd. Hat Gott also nochmal einen Hinweis gegeben? Was sagt denn Jesus dazu? Nach cirka weiteren 1000 Jahren (*1) hat sein Nachfolger folgendes geschrieben: Kauft unbesorgt das Fleisch, das auf dem Markt angeboten wird, und macht euch kein Gewissen daraus, ob es von Opfertieren stammt. Denn »die Erde und alles, was auf ihr lebt, gehört dem Herrn. (1. Korinther 10, 25+26) Ja, es ist so. Paulus hat die Essvorschriften aufgehoben. Es ist alles erlaubt. Anpassung An diesem Beispiel möchte ich aufzeigen, dass Gott im Abstand von rd. 1600, 1500 und 1000 Jahren (*1) offensichtlich seine Einstellung zu den Essempfehlungen und Vorschriften geändert bzw. angepasst hat. Es gibt bestimmt auch Erklärungen dafür. Die möchte ich jetzt nicht suchen. Mir geht es hier um den Wandel. Scheinbar gibt es diesen bei Gott auch. In meinem Leben gibt es immer wieder Veränderungen. Und oft musste ich meine Einstellung zu einer Sache anpassen. So entwickelt sich meine Erkenntnis und mein Gewissen. Und das ist gut so. Wo mir das nicht gelingt ist Starrheit und Unglücklichsein. Dieser Ablauf scheint in dem Menschen angelegt zu sein. Und wenn der Mensch nach dem Ebenbild Gottes (das wird übrigens auch in den ersten Seiten der Bibel beschrieben in 1. Mose 1,26) gemacht ist, dann sehe ich hier in diesem Moment auf Gott. Fühle mich verbunden mit ihm. Oder anders herum gesehen, Gott ist sichtbar in mir. So wie er in Christus und in allen Nachfolgern Christi lebendig ist. Das Ziel Wenn ich sage, "das Leben muss in Bewegung sein", kann das schnell eine Angst auslösen. Ist es wie auf einem Schiff, das auf dem Meer umhertreibt und nie irgendwo ankommt? Ich glaube nicht. Hat Gott ein Ziel? Ja. Ich glaube Gott möchte mit dem Menschen in Beziehung sein. Er möchte das erste Gesetz wieder auflösen. Auch auf den ersten Seiten der Bibel beschrieben: Dann wirst du zum Erdboden zurückkehren, von dem ich dich genommen habe. 1.Mose 3,19 Der Mensch muss sterben. Das gehört zur Geburt, zum Leben dazu. Doch Gott legt alles daran, zum Leben zu führen. Alles Wirken Gottes folgt diesem einen Ziel. Und die Bibel ist wirklich voll von Berichten darüber, was Gott dafür gemacht hat. Im Mittelpunkt steht die göttliche Liebe. Sie ist sozusagen das letzte Gesetz. Durch sie wird das erste Gesetz endgültig aufgehoben. So hat der Tod keine Wirkung mehr. So schreibt es Paulus mit seinen Worten an die Gläubigen in Rom. Durch einen einzigen Menschen, nämlich durch Adam, ist die Sünde in die Welt gekommen und als Folge davon der Tod. Nun sind alle Menschen dem Tod ausgeliefert, denn alle haben auch selbst gesündigt. ... durch Jesus Christus aber, diesen einen Menschen, haben alle in überreichem Maß Gottes Barmherzigkeit und Liebe erfahren. Römer 5,12 und 15 Mich hat die Gesetzmäßigkeit "Tod" auf der Suche nach Gott angetrieben. Und ich bin glücklich den Weg mit Jesus gefunden zu haben. Durch ihn bin ich aufgenommen in die Familie Gottes, den ich seitdem Vater nennen darf. Im Reich Gottes auf Erden sollen dann sogar Gott und die Menschen wieder zusammen sein. ..., damit Gott alles in allem (oder allen) ist. (1.Korinther 15,28 - Elberfelder Übersetzung) Internetsuche So komme ich jetzt auf meinen Fund im WWW. Wie ich oben schon erwähnte, stieß ich bei einer Google-Suche auf einen Blog. Der angebotene Beitrag sprach mich an. Wie es dann oft so ist, schaute ich weiter. Was hat denn der Mann noch so veröffentlicht. Und nach etwas suchen, fand ich einen Film mit ihm, der im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. In einer ruhigen Stunde schaute ich mir den Film an. Ich war von Anfang an im Mitgefühl. "Die Farben der Seele", so heißt der Film, sucht einen Zugang zu der Frage "Warum"? Warum passiert mir etwas? Kann das Gott wollen. Ist Gott dabei? Was finde ich in meinem Innern? Was verbindet uns? Und weil das "zufällig" auch zu meinem Thema von heute passt, möchte ich den Link zum Film mit euch teilen. Die Farben der Seele Da wir uns nicht direkt darüber austauschen können, hier schon ein paar Gedanken von mir dazu: Ich denke, dass ich in meinem Innern Gott finden kann. Die göttliche Liebe nimmt Raum ein. Die Handlung der Gnade, der Vergebung nehmen in alle Richtungen Gestalt an. Ich liebe Gott, ich liebe mich und meinen Nächsten. In diesem Sinne wünsche ich dir einen Blick in dein Inneres. Ingo *1 Die Jahresabstände habe ich auf dieser Grundlage berechnet. http://www.zeitundzahl.de/Herleitung.htm Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert

  • Wunder

    Du weißt, dass der Mond am Himmel steht Die Erde sich um die Sonne dreht Und allen Sternen wurde ihre Bahn gegeben Wer immer sich all das ausgedacht Er wird es behüten Tag und Nacht Und auch sein größtes Wunderwerk Dein kleines Leben (Rolf Zuckowski, Dein kleines Leben) https://www.youtube.com/watch?v=9roTTkTbHs8&list=OLAK5uy_lw8hrFXHb098uEI8QCAPLbUST2669Kf7o&index=10 Ein "Wochenbettbericht" Zwischen Milcheinschuss, (Ver-)Lesen von Babysignalen, Heulanfällen, Babylächeln, Windelexplosionen, "Moro-Reflex", Schlafmangel, Dauerstillen, Rektusdiastase, Schreiattacken, Blähungen, Pucken, Rückenschmerzen, Geburtsverarbeitung, Milchstau, angstmachendes Googlen (demnach wäre dieses Baby wahrscheinlich schon tot oder todkrank), unprofessionellen Kinderärzt*Innen und gut gemeinten Ratschlägen ... ... hat sich mittlerweile so etwas wie eine "Mini-Routine" eingestellt und ich hatte sogar etwas Zeit, diesen Blogbeitrag zu verfassen. Ich fühle mich zunehmend sicherer und handlungsfähiger mit diesem mir anvertrauten, kleinen Menschen und so langsam kennen wir uns schon ganz gut. Alle Sorgen und Probleme (auch die oben genannten) sind wieder vergessen, wenn ich dieses Babylächeln, das entspannte Schlafgesicht (und "Schlafhändchen"), die satte "Milchschnute" oder interessierte blaue, große Augen sehe. Aber leider ist mein intuitives, vertrauensvolles Handeln in der Schwangerschaft, während einer sorgenvollen Geburt und Wochenbettzeit so ziemlich verloren gegangen und ich bin zum Zahlen- oder Kopfmenschen geworden (Wehen-Timer, Wie viele nasse Windeln pro Tag?, Stilltagebuch, ...). Ich wünsche mir meine Intuition zurück! Wie schaffe ich es, wieder meinem Bauchgefühl zu vertrauen und die Kontrolle abzugeben? Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch. (1. Petrus 5,7) Für mich gibt es da nur eine Lösung: Meine Ängste und Sorgen abgeben und loslassen! Mich ganz in Gottes liebende Hände fallen lassen, durchatmen, mich freimachen von gut gemeinten, widersprüchlichen Ratschlägen und dem "Perfektsein". Nur wie? Mir hilft es, mutmachende, christliche Lieder zu hören. Einfach alles austanzen und -singen oder spazieren gehen. Neue Kraft schöpfen. Das ist gleichzeitig auch eine gute Einschlafmöglichkeit für den kleinen Sonnenschein, der mit seinen knapp 2 Monaten zum Glück eher pflegeleicht und entspannter ist als ich (dafür bin ich jeden Tag sehr dankbar). ~ Vor allem das Lied gibt mir neue Kraft und Energie https://www.youtube.com/watch?v=IdtLxbtIicA (Gerne Reinhören!) ~ Insgesamt ist es für mich immer noch total unwirklich und ein Wunder, dass dieser kleine Mensch mal in meinem Bauch war. Manchmal wünsche ich ihn mir auch dahin zurück, weil er dort so sicher und geborgen war. Und doch ist es auch so schön zu beobachten, wie schnell er groß wird und wie er anfängt, diese Welt mit allen Sinnen zu entdecken und zu begreifen. Happy Birthday kleiner Sonnenschein, willkommen auf dieser Erde. :-) "Ich wünsche dir Licht, das hinter den Bergen aufstrahlt und deinen Himmel erleuchtet. Möge jeder Morgen neu von Liebe erfüllt sein und Sonnenschein deinem Gesicht Glanz und Wärme geben. Möge dein Weg sich weit vor dir öffnen, dass du ihm wie auf Vogelschwingen - so leicht- folgen kannst. Mögen zärtliche Blicke deinen Lebensweg begleiten und ein Lächeln das deine erwidern, wann immer du zurückschaust. Möge kraftvoller Schutz dir zuteil werden, wenn Gefahren dich schrecken. Stark genug, dich darunter zu bergen, bis das erste Sonnenlicht alle Nebel und Schatten vertreibt. Möge der Regen sich zu Bächen und Flüssen sammeln, deren sprudelndes Plätschern deine Seele erfreut. Ich wünsche dir Stärke und Mut, die Steine aus deinem Weg zu räumen. Möge ein hoher Turm daraus wachsen, den du voll Freude besteigen kannst. Und wenn du fällst, mögen viele Arme sich dir entgegenstrecken, um dich liebevoll aufzufangen. Möge stets jemand an deiner Seite sein, der dir Worte des Lebens sagt; der in dein Lachen einstimmt und deine Lieder kennt. Und am Ende des Tages hülle die weiche Decke der Liebe dich zärtlich ein. Sie umfange deine Träume, schenke dir Wärme und eine ruhige Nacht. Mögest du warme Worte an einem kalten Abend haben, Vollmond in einer dunklen Nacht und eine sanfte Straße auf dem Weg nach Hause. Gott bewahrt dich vor Gefahren, du brauchst keine Angst zu haben. Seine Engel schützen dich wohin du auch gehst." nach Psalm 91 (Adèle Geras (2002): Wünsche für dein Leben) DAS wünsche ich euch allen! Eure Freya Rise up and Shine! P. S.: Für alle, die Rolf Zuckowski und Kinder mögen, schwanger oder Eltern sind, ist dieses Album (eventuell) hörenswert --> https://open.spotify.com/album/55cDtS0CsN9WPskqZ321i7?si=FyDWf4QiQnqxZYa84-6-Fw

  • Happy Birthday!

    Na, wer hat es bemerkt? Ja, tatsächlich: Unser Blog hatte letzte Woche seinen ersten Geburtstag! Zu diesem feierlichen Jubiläum wollen wir ein wenig zurück, aber vor allem auch nach vorne gucken. Dazu gibt es heute ein besonderes Format: Wir, die sechs ständigen Autoren dieses Blogs, haben uns selbst und gegenseitig für euch interviewt, um herauszufinden, was dieses erste Jahr bloggen mit uns gemacht hat und wo die Reise noch hingehen wird. Dabei spielt natürlich auch unser übergeordnetes Projekt „Gemeindebau“ eine Rolle. Lest also hier ohne weitere Vorrede unser exklusives und sehr persönliches Jubiläums-Interview: Was motiviert dich, diesen Blog zu schreiben und wie ist es eigentlich so, Blogger zu sein? Daniel: Es fühlt sich einfach richtig gut an, an einem gemeinsamen Projekt mitzuwirken, das wir jetzt schon so lange am Leben erhalten haben! Allein das weiterzuführen motiviert mich schon, hier regelmäßig zu posten. Es tut mir aber auch persönlich richtig gut, zumindest alle 6 Wochen eine kleine Deadline zu haben und mich bis dahin mal tiefergehend mit einem Thema auseinanderzusetzen, das mich aktuell bewegt. Ich hab schon so viel dabei gelernt! Freya: Anfangs war ich sehr skeptisch, was das Verfassen von Blogeinträgen (und allgemein von Texten) angeht, da mir das wirklich nicht so leicht von der Hand geht und mir vor allem in der Schule der Spaß daran genommen wurde, meine Gedanken schriftlich mitzuteilen. Alles war immer falsch oder "fehlinterpretiert". Deshalb war es dieses Jahr eine große Herausforderung für mich, diese Schreibangst zu überwinden. Letztendlich muss ich sagen, dass es eine unbegründete Angst war, denn ich hatte tatsächlich noch keine Schreibblockade oder habe ganze Texte wieder gelöscht und von vorn angefangen. Meistens entstehen die Texte spontan. Meine Blogeinträge bauen auf Alltagserfahrungen und Momenten auf, in denen ich Gottes und Jesu Nähe ganz deutlich spüre, sei es in der Schöpfung, der Musik oder in zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich bin dankbar dafür, einen Ort zu haben, wo ich meine Erfahrungen und Gedanken authentisch (mit-)teilen kann und hoffe, dass ich das auch bald im Kontakt mit anderen besser hinbekomme. Ingo: Die Vorstellung, dass Menschen meine Gedanken zum Leben mit Gott und Jesus lesen und sich dadurch inspirieren lassen, treibt mich an. Meistens schreibe ich über Dinge, die mich gerade beschäftigen. Ein Buch, das ich gelesen habe, ein Erlebnis und meinen Umgang damit oder einfach über Gedanken zum Bibeltext, die geordnet werden wollen. Lea: Mich motiviert es, mehr Übung darin zu bekommen, frei von meinem Glauben zu erzählen. Vor allem in Zeiten der Pandemie, in denen die persönlichen Kontakte stark beschränkt sind, ist der Blog weiterhin eine Möglichkeit, unseren Glauben nach außen zu tragen. Außerdem hilft mir der Blog dabei, mich mehr mit meinem eigenen Glaubensleben auseinanderzusetzen. Die anderen werden mir sicher darin zustimmen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, ein Thema für den nächsten Beitrag zu finden. Man ist also gezwungen, sich öfter als sonst zu fragen: „Was bewegt mich gerade glaubenstechnisch?“ Lisa: Die anfänglich größte Motivation war, schon vor dem eigentlichen Gemeindebau ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen und vor allem immer weiter am Leben zu erhalten. Es ist schon erstaunlich, wie viele Beiträge bisher veröffentlicht wurden und wie unterschiedlich sie doch alle sind. Ich hoffe sehr, dass für viele verschiedene Menschen ein Thema dabei ist, das sie anspricht. Das ist auch ein großer Teil meiner Motivation: Eine Gelegenheit zu haben, einigen Menschen meinen Glauben ein bisschen näher zu bringen – auf eine doch sehr persönliche Art und Weise. Manchmal ist das dennoch ganz schön schwierig. Auch wenn jeder einzelne nur alle 6 Wochen an der Reihe ist, einen Beitrag zu verfassen, so fällt es mir doch oft schwer, ein geeignetes Thema zu finden, zu dem ich etwas schreiben könnte. Was tatsächlich aber bisher eigentlich immer geholfen hat, ist beten. Danach kommt mir meist eine Idee und das eigentliche Schreiben geht auch leichter von der Hand. Ulrike: Frei nach unserem Motto "leben-einfach-biblisch" kann ich hier von meinem gelebten Glauben schreiben, Erkenntnisse vertiefen und durch das Aufschreiben festigen. Wenn ich mich für ein Thema entschieden habe, geht das Schreiben oft wie von selbst. Und ich freue mich, wie über ein Geschenk, wenn immer wieder montags um 11 Uhr ein neuer Beitrag auf unserer Seite erscheint. Gibt es für dich ein besonderes Erlebnis/Highlight aus dem letzten Jahr? Daniel: Besonders berührt hat mich, dass ich nach meinem Hör-Beitrag „Wer Ohren hat, der höre!“ sehr viel positives Feedback bekomme habe und der Beitrag sogar ohne mein Wissen noch weiter über soziale Medien verteilt wurde! 😊 Scheinbar haben sich echt viele von euch die Zeit genommen, die gesamten 40 Minuten anzuhören! Wow! ♥ Das war besonders schön, weil ich auch beim Produzieren schon sehr viel Spaß hatte – so war die Freude gleich doppelt groß! Freya: Die letzte Online-Protokollsitzung fand ich sehr verbindend. Alle waren sehr (Corona-)müde und wir sprachen sehr offen miteinander und konnten zusammen weinen und unser Mitgefühl zeigen. Da ist mir bewusst geworden, wie sehr wir in diesem Jahr als Geschwister zusammengewachsen sind und es trotz Pandemie geschafft haben, unsere Beziehungen zueinander zu vertiefen. Aus Glaubensgeschwistern wurden enge Vertraute. Ich bin Gott und Jesus sehr dankbar, dass wir so eine Zusammengehörigkeit erleben dürfen. Ingo: Meine Schwiegermutter liest mit und lässt sich begeistern. Das freut mich sehr. Ich finde es beeindruckend, dass die göttliche Liebe, die Jesus verkörpert, in fast allen Beiträgen eine Rolle spielt. Lea: Ein konkretes besonderes Erlebnis könnte ich gar nicht benennen. Was allerdings immer wieder ein Highlight ist, ist eine Rückmeldung von den Lesern zu bekommen und die Möglichkeit zu haben, sich über das Geschriebene auszutauschen und auch die Gedanken anderer zu dem Thema zu hören. Lisa: Ein besonderes Erlebnis für mich war ein Kommentar unter einem meiner Beiträge. Dort hatte jemand geschrieben, dass mein Beitrag ihm/ihr geholfen hat, wieder positiv zu denken. Das hat mich total berührt und riesig gefreut. Da hatte ich das erste Mal so richtig das Gefühl, mit meinen Beiträgen doch etwas bewirken zu können. 😊 Ulrike: Ein, zwei Mal hat der ein oder andere Leser zum Telefonhörer gegriffen, um sich mit mir über das Geschriebene auszutauschen. Direkt-einfach-biblisch. Das hat mich sehr gefreut und ich empfinde dieses Projekt als gesegnet! Unser großes Projekt ist immer noch, zusammen eine Gemeinde zu bauen. Was sind aktuell deine Gedanken dazu? Daniel: Ich freue mich riesig darauf! Seit ich denke kann, bin ich Teil einer tollen Gemeinde, aber wir haben nie ein richtiges Gemeindeleben gehabt, im dem wir auch den Alltag miteinander teilen konnten. Viele Freunde, mit denen ich über die Jahre gesprochen habe, konnten sich nur schwer vorstellen, wie es ist, eine „Gemeinde auf Distanz“ zu sein. Es ist am Ende wohl wie mit jeder Fernbeziehung: Es klappt irgendwie, aber abends gemeinsam auf der Couch zu sitzen, ist einfach noch mal etwas ganz anderes! Daher freue ich mich wie Bolle auf die Zeit als richtige Gemeinde vor Ort – und auf alles, was daraus wachsen kann und bestimmt auch wird! Freya: Die Erfahrungen in der Gruppe zeigen mir, dass wir echt gut zusammenarbeiten und Rücksicht aufeinander nehmen können. Das stimmt mich zuversichtlich, diese Arbeit auch an einem hoffentlich "nicht-digitalen" Ort fortzusetzen. Nämlich in einem Gemeindehaus, das offen ist für alle Menschen. Ingo: Im letzten Jahr fand ich es sehr schwierig, die Energie für unser Vorhaben hochzuhalten. Unsere Treffen in Braunschweig vermisse ich sehr. Zurzeit ist unser gemeinsamer Ort eine Internet-Konferenz. Das ist so gar nicht das, was wir uns erträumt haben. Lea: Es ist zwar noch etwas hin, aber das Ziel rückt immer näher und dafür bin ich sehr dankbar. Ich freue mich schon darauf, unsere Gemeinde von Anfang an mitgestalten zu können und bin gespannt darauf, wie unser Gemeindeleben vor Ort aussehen wird. Lisa: Vor allem jetzt in Zeiten von Corona freue ich mich mehr denn je darauf, eine neue Gemeinde aufzubauen und mit vielen Geschwistern an einem Ort zusammen zu sein. Es ist manchmal auch etwas überwältigend, weil es so eine große Aufgabe ist. Aber ich habe auch bisher schon das Gefühl gehabt, dass Gott uns auf unserem Weg leitet und begleitet, und warum sollte er damit auf einmal aufhören? 😉 Ulrike: Wir haben versucht, uns regelmäßig über Skype zu treffen und ich muss gestehen, dass ich kein glühender Fan dieser Art von Treffen bin. Trotz aller Widrigkeiten haben wir unser Ziel im Blick und arbeiten an der Umsetzung, wenn auch langsamer als gedacht. Ich sehne mich danach wieder vor Ort zu sein, um an unserem Plan zu feilen. Ich möchte die Stadt erleben und die Menschen sehen. Du hast einen Wunsch frei … und der wäre? Daniel: Dass ich jetzt mit den Fingern schnipsen kann, die Zeit ein wenig vor spult und wir sofort anfangen können die Türen unseres Gemeindehauses zu öffnen, zusammen Gottesdienst zu feiern, Projekte vor Ort zu starten und Gottes Liebe mit den Menschen um uns herum zu teilen! ♥ Freya: Das wir uns endlich alle zusammen wiedersehen, uns umarmen und miteinander lachen können (OHNE Bildschirm dazwischen). Ingo: Ich wünsche mir Leser, die mit mir in Kontakt und in den Austausch treten. Dazu wäre eine funktionierende Kommentarfunktion nützlich. [Anmerkung von Daniel: Wir arbeiten dran! 😉] Dass wir uns wieder in Braunschweig treffen können, um weiter zu "spinnen"... :-) ... zu planen. Lea: Ich wünsche mir, dass unser Blog eine Hilfe für unsere Leser sein kann. Ein Stück Erbauung und eine Erinnerung daran, dass es da draußen Menschen gibt, die auf dem gleichen Weg unterwegs sind und die wissen, dass dieser Weg nicht immer einfach ist. Lisa: Mein größter Wunsch ist, dass der Gemeindebau bald startet! Ich habe einfach große Lust, mit meinen Geschwistern an einem Ort zu wohnen und alle möglichen Projekte, die uns bisher so eingefallen sind und noch einfallen werden, aus dem Boden zu stampfen und zu verwirklichen. Ulrike: Mehr Feedback von Lesern unseres Blogs und dass wir weiter so gut zusammenarbeiten als Schreiber, Lektor und Ideengeber. Ach ja und das gesamte 1. Jahr leben-einfach-biblisch-Blog in Buchform zum Anfassen, Schmökern und Verschenken :) Euer leben-einfach-biblisch-Team! ♥

  • Zu viele Regeln – Teil 2

    Letzte Woche habe ich bei einer Online-Freizeit unserer Gemeinde einen Workshop gegeben zu einem Thema, das mich schon lange fasziniert. Ich hätte euch gerne an dieser Stelle davon berichtet und ein paar grundlegende Gedanken dazu zusammengefasst. Mein Beitrag dazu war schon fertig. Aber dann musste ich feststellen – ich hatte diesen Beitrag schon einmal geschrieben! Natürlich ist es nicht genau derselbe Beitrag geworden, aber es war wirklich amüsant, die beiden Texte nebeneinander zu lesen. Wirklich erstaunlich, wie ich es geschafft habe, ohne den Hauch einer Ahnung fast dieselben Gedankengänge mit sehr ähnlichen Worten und sogar fast denselben Überleitungen und Verbildlichungen noch einmal zu produzieren – hätte glatt von mir sein können! 😉 Was macht man also an dieser Stelle? Fast hätte ich mich hingesetzt und den Beitrag verworfen … aber wenn mich das Thema scheinbar so beschäftigt (so lernt man sich selbst kennen!), warum es nicht einfach noch einmal aufgreifen? Es schadet daher nicht, wenn ihr euch als kleine Einleitung zum heutigen Beitrag noch einmal den ersten Teil vom 13. Juli 2020 anschaut. Für die, die da keine Lust zu haben, gibt es hier noch einmal die Kurzfassung des Grundgedankens: Die Frage nach dem größten Gebot Es gibt eine Aussage Jesu, die selbst mich als langjährigen, gläubigen Christen schon oft stutzig gemacht hat. Die Begebenheit drumherum ist im Matthäusevangelium berichtet: „Als aber die Pharisäer hörten, dass er die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, versammelten sie sich miteinander. Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: Lehrer, welches Gebot ⟨ist⟩ groß im Gesetz? Er aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.« Dies ist das große und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Matthäus 22,34-40) Ist das nicht eine krasse Aussage? Es geht mir um den letzten Satz. Jesus sagt hier, dass das ganze Gesetz (= die fünf Bücher Mose) und alles, was die Propheten jemals gepredigt haben, sich auf zwei einfache Gebote reduzieren lässt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ (Vers 37) „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Vers 39) Um die Tragweite dieser Aussage etwas zu verdeutlichen, sei erwähnt, dass allein die fünf Bücher Mose etwa 600 einzelne Ge- und Verbote beinhalten (wer hier weiterrecherchieren möchte, kann mal nach den „613 Mitzwot“ suchen, die die Juden dort herauslesen und sich danach richten). Die Aussprüche der Propheten sind hier nicht einmal einbezogen. Ein Detektivspiel Als kritischer Leser und Mitglied der „Generation Y“ (im englischen klingt das „y“ wie die Frage „why?“, also „warum?“) habe ich mich schon im ersten Beitrag zu diesem Thema gefragt, was an dieser gewagten Aussage dran ist. Ich habe dort exemplarisch die 10 Gebote einmal näher betrachtet. Natürlich stellen diese 10 Gebote aber nur einen Bruchteil aller Gesetze des Alten Testaments dar. Um wirklich zu untersuchen, was an Jesus Aussage dran ist, müsste man sich korrekter Weise jedes einzelne Gebot des Alten Testaments einmal genauer ansehen und schauen, ob es sich in eine der zwei Kategorien („Gott lieben“ und/oder „Den Nächsten lieben“) einsortieren lässt. Tatsächlich habe ich mich mal an dieses Detektivspiel gewagt und ich ermutige euch, es auch einmal zu versuchen! Es war eine spannende Reise! Um aber schon ein wenig zu spoilern: Ich habe viele Gebote eindeutig kategorisieren können, aber einige haben bei mir auch kleine oder große Fragezeichen hinterlassen. Das hat mehrere Gründe. Zum Beispiel lebe ich einige tausend Jahre nachdem die Gebote ursprünglich eingeführt wurden und es gibt sicher hier und dort einen historischen oder kulturellen Kontext, der dieses oder jenes Gebot sehr plausibel macht – der mir aber gänzlich unbekannt ist. Für andere Gebote fehlt mir vielleicht auch einfach die nötige Erkenntnis, die sich womöglich direkt in der Bibel selbst versteckt und über die ich eventuell eines Tages stolpern werde. So oder so: Ich habe das Puzzle noch nicht komplett lösen können und vielleicht werde ich es auch nie können. Trotzdem hat sich für mich eine grundlegende Richtung bestätigt, die mich sehr optimistisch stimmt, dass Jesus in seinem Verständnis der Schrift und seiner Erkenntnis Gottes mit seiner drastischen Reduktion hier tatsächlich den Nagel auf den Kopf getroffen hat! Reiner Selbstzweck? Bevor ich weiter darauf eingehe, will ich noch einmal ein Problem des ersten Beitrags adressieren, das mir im Laufe meines Detektivspiels erneut begegnet ist. Und zwar ist es oft sehr einfach zu identifizieren, hinter welchen Ge- oder Verboten sich Nächstenliebe versteckt. Man erinnere sich nur mal an „Du sollst nicht töten“ oder „Du sollst nicht stehlen“ – das sind ziemlich eindeutige Beispiele. Schwieriger ist es allerdings bei der Kategorie „Gott lieben“. Beim Durchgehen der Gebote des Alten Testaments war ich immer mal wieder versucht, ein Gebot, dessen tieferen Sinn ich nicht wirklich verstanden habe, in diese Kategorie zu schieben mit der Begründung: „Gott will es wohl einfach so, also lieben wir ihn, indem wir es machen.“. Diese Begründung erinnert aber an eine essenzielle Frage, die ich schon im ersten Beitrag aufgeworfen habe: Gibt Gott uns Gebote, einfach nur WEIL ER KANN? Denkt er sich willkürlich Gebote aus, nur damit er sie uns dann vorschreiben kann? Tickt Gott so? Um es kurz zu machen: Nach allem, was ich jemals in der Bibel gelesen habe, glaube ich nicht, dass Gott so ist. Auch hier muss ich wieder ehrlich gestehen, dass ich die erstgenannte Vorstellung nicht an jeder einzelnen Stelle endgültig widerlegen kann. Für manches findet sich einfach nicht auf die Schnelle eine zufriedenstellende Antwort. Das ist ja aber auch ein bisschen der Spaß am Glauben: auf manche Fragen findet man die Antwort sehr spät, auf einige vielleicht erst, wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht fragen können. 😉 Trotzdem habe ich für mich auch hier wieder neue Anhaltspunkte gefunden, um optimistisch zu sein, dass Gott nicht einfach nur Gebote gibt, weil er so gerne Regeln aufstellt! Doch kein Selbstzweck Lasst mich ein paar dieser neuen Indizien mit euch teilen, indem wir in aller Kürze einige Gruppen von Gesetzen des Alten Testaments anschauen: Hygienegebote Es gibt im mosaischen Gesetz aller Hand Gebote, die sich auf Hygieneregeln beziehen (höchst aktuell! 😉). Dazu gehören z. B. Vorgaben zu Reinigung und sogar Isolation bei bestimmten Krankheiten (vgl. 3. Mose 13,2-6,45+46), Gebote, wo der „stille Ort“ einzurichten sei (vgl. 5. Mose 23,12+13) oder Gebote, die vorgeben, wie man mit verunreinigten Gegenständen wie Holzbesteck oder Tonkrügen umgehen soll (vgl. 3. Mose 11,31-34). Besonders der letzte Punkt fasziniert mich, da hier eine Erkenntnis zugrunde liegt, die erst heute wissenschaftlich begründet werden kann: Viele Hölzer sind von Natur aus in gewisser Weise antibakteriell. Daher ist es absolut bemerkenswert, dass im dritten Buch Mose geboten wird, verunreinigte Holzgeräte nur gründlich zu waschen, Tongefäße hingegen zu entsorgen. Wenn das mal nicht seiner Zeit voraus war! Aber zurück zum eigentlichen Thema: Sind das alles Gebote, die Gott einfach nur gegeben hat, weil er so gerne Regeln aufstellt? Für die Menschen damals schien es vielleicht sogar so, weil sie mit damaligen Mitteln den Sinn der Gebote gar nicht ganz fassen konnten. Spätestens wir können aber heute (als die Hygiene-Experten, zu denen wir durch die Corona-Pandemie inzwischen alle ungewollt ein Stück weit geworden sind) sagen: Diese Gebote hat Gott nicht zur Selbstverherrlichung gegeben, sondern ganz praktisch für uns! Wir sind die eigentlichen Nutznießer dieser Regeln. 😊 Gebote zu Festen Eine weitere Gruppe sind Gebote zu bestimmen Festen. Auch hier stellt sich die Frage: Möchte Gott einfach nur vorschreiben, wann und wie wir ihn anbeten und lobpreisen sollen? Nehmen wir als Beispiele das Laubhüttenfest (vgl. 5. Mose 16,12-17) oder das Passah (vgl. 2. Mose 12). Ja, diese Feste sollen daran erinnern, dass Gott mächtig ist und ein starker Helfer. Aber ist diese Erinnerung für Gott wichtig oder für uns? Ich denke: Auch die Feste des Alten Testaments (die übrigens in der Regel mit großer Fröhlichkeit gefeiert werden sollten) hat Gott für uns Menschen gegeben, um uns Zuversicht und Freude zu schenken! Opfergebote Das dritte Beispiel, das ich anführen möchte, sind die vielfältigen und meist sehr ausführlich beschriebenen Opfergebote. Für viele sind diese Gebote neben den 10 Geboten der Inbegriff des mosaischen Gesetzes. Hier nun endlich sehen wir also eine ganze Reihe von Vorschriften, die einfach nur Ausdruck von Gottes Größe und Macht sein sollen, oder? Regeln, mit denen Gott einfach nur peniblen Gehorsam fordert? Ich glaube nicht, dass das der Fall ist, aber im Detail darauf einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen. Als Hinweis möchte ich aber geben, dass ich denke, dass hier durchaus Gottes Größe zum Ausdruck gebracht werden sollte, jedoch mit einem quasi psychologischen Hintergedanken. Die Frage, die wir stellen müssen, ist wie immer diese: Wer hat eigentlich ein Problem, das gelöst werden muss? Gott oder wir? Ist es Gott, der aufgrund seiner Heiligkeit nur von uns angebetet werden kann, wenn wir ein ganz bestimmtes Ritual verfolgen? Das würde Gott ziemlich klein reden. 😉 Oder sind es nicht vielmehr wir, die nicht wissen, wie wir eigentlich mit unser Fehlerhaftigkeit umgehen sollen und daher immer nur mit Vorbehalten und Scham vor Gott treten? Ein tolles Beispiel für dieses Problem kann man in Jesaja Kapitel 6 in den Versen 1-8 lesen. Guckt mal rein und fragt euch: Für wen ist dieses Ritual? Wessen Problem wird behoben? Brauchte Gott diese „Krücke“, oder war es nicht vielmehr Jesaja, der von Gott bestärkt werden musste, dass er gut genug ist? 😉 Daher stelle ich einfach mal die These auf: Selbst die Opfergebote in all ihrer Fülle und Kleinlichkeit sind am Ende nicht zum Selbstzweck für Gott, sondern in Liebe für uns gegeben! Was heißt das nun? Aber was bedeutet das nun alles? Auch wenn ich trotz vieler Worte wieder mal nur an der Oberfläche kratzen konnte, bin ich trotzdem sehr zuversichtlich, dass Jesus den Kern des Gesetzes tatsächlich erkannt und für uns treffend im sogenannten „Doppelgebot der Liebe“ zusammengefasst hat! Ich glaube, Gott hat die Gebote des Alten Testaments nicht zur Befriedigung seines Machtbedürfnisses gegeben, sondern als ganz praktische Regeln zu unserem Nutzen! Auch wenn ich selbst noch nicht jedes einzelne Gebot damit eindeutig erklären kann, finde ich die allgemeine „Beweislast“ dahingehend mehr als zufriedenstellend. Sehr spannend finde ich zudem noch die Feststellung, dass selbst mit der sehr schlichten Lesart „Ich mache was Gott will und zeige dadurch meine Liebe zu ihm.“ jener Teil des Doppelgebots, der auf den ersten Blick nur Gott die Ehre geben soll („Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben …“) am Ende in so vielen Fällen ganz praktische und durchweg positive Auswirkungen auf unser Leben hat. Dabei bin ich mir, wie schon im ersten Beitrag erwähnt, nicht einmal sicher, ob das hier wirklich gemeint ist … Die Herausforderung Nun habe ich bisher erneut nur vom Alten Testament geschrieben. Der Grund dafür liegt heute wie damals auf der Hand: Wenn Jesus sagt, das ganze Gesetz und die Propheten seien in zwei Geboten zusammengefasst, dann meint er damit natürlich das Alte Testament. Für das Neue Testament hat er ja zu der Zeit gerade erst noch selbst den Stoff geliefert. 😉 Trotzdem mögen einige von euch, die bis hier hin durchgehalten haben, sagen: Was hat denn dieses ganze Gerede über das Alte Testament jetzt mit mir zu tun? Berechtigter Punkt! 😉 Deshalb möchte ich diesen zweiten Teil diesmal mit einer hoffentlich zum Nachdenken anregenden Herausforderung für euch (und mich) abschließen. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, werden wir beim Lesen des Neue Testaments feststellen, dass wir auch hier viele Gebote finden. Nicht nur Jesus selbst, auch Paulus, Petrus und Co. haben in ihren Worten und Briefen allerlei (neue?) Regeln aufgestellt. Während wir zurecht sagen, dass das Gesetz des Alten Testaments für uns nicht mehr unmittelbar gilt, so ergibt sich doch im Grunde aus dem Neuen Testament auch wieder ein Gesetz – mit allerlei zum Teil sehr spezifischen Vorschriften. Im letzten Beitrag bin ich auf ein paar recht einfach zu verstehende „Gebote“ des neuen Testaments eingegangen. Neben diesen gibt es allerdings auch einige vermeintliche Gebote, bei denen nicht nur ich Probleme habe, sie richtig einzuordnen und zu verstehen. Einige dieser Themen sorgen auch weltweit in christlichen Gemeinden zum Teil für heftigem Streit und im schlimmsten Fall für Spaltungen, weil die einzelnen Auslegungen so weit auseinanderklaffen. Dazu gehören unter anderem Themen aus folgenden übergeordneten Kategorien: Ehe und Scheidung Homosexualität Sex allgemein Die Rolle von Frauen in der Gemeinde Politische Aktivität Wie gehen wir damit um? Für mich bringt es hier eine frische Perspektive, diese Themen vor dem Hintergrund des Doppelgebots der Liebe neu zu überdenken. Es stellt sich hier immer noch die Frage: Fasst Jesus das ganze alte Gesetz in zwei einfache Kernaussagen zusammen, nur um dann selbst wieder einen ganzen Katalog neuer Regeln aufzustellen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sowohl alle Gebote des Alten wie auch des Neuen Testaments in ihrem Kern auf genau die zwei Gebote „liebe Gott“ und „liebe deinen Nächsten“ zurückzuführen sind? Hier ist also meine Herausforderung für euch und auch für mich selbst: Wenn wir einmal gedanklich die Gebote des Neuen Testaments durchgehen, die wir für uns als solche identifiziert haben, passen dann alle davon zu einer der beiden Kategorien „Gott lieben“ oder „den Nächsten lieben“? Und wenn nicht, haben wir sie dann wirklich verstanden? Viel Spaß beim Reflektieren! 😉 Gottes Segen und bis zum nächsten Mal Euer Daniel

  • Maria aus Magdala

    Jedes Jahr zur „Oster-Auferstehungs-Zeit“ schickt uns ein Glaubensbruder eine kurze sensationelle Nachricht über unsere WhatsApp-Gruppe: „DAS GRAB IST LEER“. Heute, 2000 Jahre später, bin ich von bunten Ostereiern, Schokolade und freien Tagen so eingeschläfert, dass mich dieser Weckruf wach macht. Wach für die wunderbare, gerechte, einzigartige Geschichte, die diesem Ausspruch zugrunde liegt. Ich stelle mir vor, wie das damals war und tauche ein in die Geschichte, die in allen vier Evangelien dokumentiert ist. Jeder Evangelist beschreibt das Geschehene aus seiner Sicht, so dass wir unterschiedliche Berichte lesen. Wären das Zeugenaussagen zu einem Kriminalfall, wären sie sogar glaubhafter, als wenn alle haargenau dasselbe erzählen würden. Wären alle vier identisch, würde ein Kriminalist vermuten, dass sie sich abgesprochen hätten und die Wahrheit eine ganz andere ist, die man vertuschen möchte! Mir ist beim Bibellesen aufgefallen, dass eine Person in allen vier Evangelien eine Rolle spielt: Maria aus Magdala oder auch Maria Magdalena. Wer war diese Frau, die als erster Mensch realisiert hat, das Jesus auferstanden ist und lebt? Nicht sein Lieblingsjünger Johannes, nicht sein Fels Petrus, nicht seine Mutter Maria – nein eine Frau aus Galiläa war es. War sie etwa herausragend, etwas Besonderes? Gerne würde ich sie persönlich kennenlernen und Maria zu einer Tasse Tee einladen. Ich stelle mir nun einfach vor, dass das möglich wäre, und würde Maria gerne ein paar Fragen stellen. Ein Gedankenspiel Ich: Maria, wie bist du zu Jesus und seinen Jüngern gekommen? Maria: Meine Heimat ist ein Ort namens Magdala am Nordwestufer des Sees Genezareth. Meine Familie besitzt eine Färberei für feine Stoffe und ist sehr wohlhabend. Mein Leben schien in geordneten Bahnen zu laufen, von außen betrachtet. Doch in mir machte sich eine große Leere breit. Was war das Leben für mich? Wo war der Sinn? Ich: Du hattest dich gut eingerichtet, dir fehlte es an nichts? Warum die Zweifel? Maria: Die römische Besatzung in unserem Land begann, uns zu unterdrücken und auszubeuten. Ich fing an, mich zu widersetzen, zu betrügen und zu lügen, um denen eins auszuwischen. Dann heiratete meine beste Freundin, den Mann, dem ich versprochen war und den ich liebte. Und ich war richtig eifersüchtig und neidisch. Ich begann mir viele unnötige Dinge zu kaufen, um mich irgendwie zu trösten. Aber es wurde nur schlimmer. Ich fürchtete mich vor der Zukunft und wurde immer ängstlicher und voll von Sorge. Ich suchte nach Antworten und ging in die Synagoge, um Gott zu befragen. Ich: Und hat er zu dir gesprochen? Maria: Naja, nicht direkt. Es dauerte eine ganze Weile und viele Gebete, in denen ich um Führung bat und immer wieder nach dem Grund meines Daseins fragte. Dann hörte ich einmal den Vorleser aus dem Buch des Propheten Jesaja lesen: „Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn 'Wunderbarer Ratgeber', 'Starker Gott', 'Ewiger Vater', 'Friedefürst'. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Auf dem Thron Davids wird er regieren und sein Reich auf Recht und Gerechtigkeit gründen, jetzt und für alle Zeit.“ (Jesaja 9,5+6) Hier wird der große Retter angekündigt. Kurz darauf drangen Gerüchte über einen Jesus von Nazareth zu uns, der durch die Lande zog, Kranke heilte und eine frohe Botschaft verkündigte. Sollte dieser der Beschriebene sein? Ich: Du hast ihn getroffen, was hat er verändert? Maria: Ich hörte ihn reden, mitten unter all den Menschen aus Magdala, und spürte die göttliche Vollmacht mit der er das tat. Plötzlich wurde mir bewusst , wer ich bin und warum ich mich so traurig und schuldig fühlte. Jesus sprach von einer Welt voller Liebe und ich wusste sofort: Das ist die Lösung. Meine vielen negativen Gefühle, die mich gefangen hielten, waren wie weggeblasen und ich kann aus vollem Herzen sagen: Ja, ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist und unser Messias! (1) Ich: Er hat dir also deine Dämonen vertrieben und du hast dich ihm angeschlossen? Maria: Eine aufregende Zeit. Ich und einige andere Frauen begleiteten unseren Herrn und seine Jünger, unterstützten die Gruppe, indem wir Essen kauften und uns um Unterkunft kümmerten. Wo wir auch hinkamen, die Menschen waren begeistert und der Zulauf wurde immer mehr. Wir stellten uns Jesus als unseren König vor, der die Römer vertreiben würde und alles mit Liebe regieren würde. All die Kranken, die er heilte, die Wunder, die er tat, bezeugten seine Fähigkeit zum König. Heute würde ich sagen, an manchen Stellen haben wir nicht gut zugehört und wollten einfach nicht wahrhaben, dass sein Reich noch nicht gekommen war! Ich: Du warst dabei als er am Kreuz starb? Maria: Ja, eines der schrecklichsten Erlebnisse. Es kam mir so ungerecht vor, so unnötig, warum? Kurz zuvor zog er noch unter Jubel in Jerusalem ein. Und dann hing er da, wie ein Verbrecher am Kreuz. Die meisten seiner Nachfolger waren so schockiert, dass sie sich trauernd zurückzogen. Wenigstens hatte Josef von Arimathäa seine Grabstätte zur Verfügung gestellt, das war angemessen. Nach der Sabbatruhe gingen ich und ein paar Frauen zum Grab, um den Leichnam wie üblich zu salben. Wir fragten uns auf dem Weg dahin, wie wir wohl diesen schweren Stein wegrollen könnten, ob uns die römischen Wachleute helfen würden? Doch der Stein war zur Seite gerollt, keine römische Wache zu sehen und das Grab leer?!? Ich war es dann, die den Auferstandenen zuerst für einen Gärtner hielt und ihn nach dem Leichnam fragte. Die Antwort mit der so vertrauten Stimme nahm mir jeden Zweifel. Ja, ich fürchtete mich nicht! Schnell lief ich zum Rest der Gruppe, die sich trauernd in einem Haus zusammengefunden hatte und erzählte was ich erlebt hatte! (2) Ich: Es war schwierig, alle zu überzeugen, oder? Maria: Nicht ich habe überzeugt, Jesus selbst hat sich bis zu seiner Himmelfahrt mehrmals gezeigt und so hatte wirklich jeder seiner Nachfolger Gelegenheit, den Auferstandenen zu erkennen. Da gab es auch ganz Ungläubige, die Zeichen forderten, die sie auch bekamen. (3) Ich: Was meinst du, warum hat er sich zuerst dir gezeigt? Maria: Ich glaube, dass ist das Selbstverständnis, mit dem er allen Menschen, egal welcher Herkunft und aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie kommen, begegnet ist. Er kann jedem den besonderen Moment der Begegnung mit ihm schenken. Werden Petrus, Johannes oder Thomas gefragt, jeder hätte von einem ebenso persönlich wertvollen Moment erzählen können. Wir alle sind so erfüllt und so dankbar, dass wir das alles erleben durften, dass wir seinen Auftrag, den er uns hinterlassen hat, mit Freude in die Tat umsetzen. Täglich werden neue Gemeinden gegründet, die die frohe Botschaft des kommenden Reichs Gottes auf Erden mit unserem Messias Jesus als König verkünden. (4) Ich: Danke Maria Magdalena. Für mich bist du auch ein Beispiel dafür, dass wirklich jeder die Gelegenheit hat, ihn zu treffen, egal ob Mann oder Frau, Herr, Herrin oder Diener, Dienerin, alle denselben Zugang zur Erlösung durch unseren Herrn Jesus Christus haben. „Und Christus ist deshalb für alle gestorben, damit alle, die leben, nicht länger für sich selbst leben, sondern für Christus, der für sie gestorben und auferstanden ist.“ (2. Korinther 5,15) Was ich aus unten stehenden Bibelstellen herauslesen konnte habe ich verwendet und natürlich habe ich mir ein paar Umstände aus Marias Leben ausgedacht. Ich wünsche euch eine helle, lebendige Woche! Eure Ulrike (1) Lukas 8,1-3 (2) Matthäus 28,1ff. und Markus 16,9 und Lukas 24,10+11 und Johannes 20,1ff. (3) Markus 16,12-18 und Johannes 20,19ff. und Apostelgeschichte 1,4-8 (4) Markus 16,15-20

  • Jesus lebt

    Ein großer, schön angelegter Friedhof. Eine junge Frau legt eine blaue Decke vor eines der Gräber und setzt sich darauf. Sie atmet einmal tief durch. Dann beginnt sie, mit ihrem verstorbenen Mann zu reden. Nach und nach berichtet sie mit nachdenklichen Pausen von den ereignisreichen letzten Wochen. Sie erzählt ihm, welche Entscheidung sie getroffen hat. Sie schüttet ihm ihr Herz aus und hält auch die Zweifel nicht zurück, die sie bedrücken. Dann, nicht ohne Tränen in den Augen, gesteht sie sich und ihm, dass sie ihn unfassbar vermisst. Sie fragt ihn, was er ihr in ihrer Situation sagen würde. Natürlich stellt sie diese Fragen mehr an sich selbst als an ihn, trotzdem tut die Stille weh, in der sie sich eigentlich Antworten von ihm wünschen würde. Stille. Nach einer Weile legt sie eine Muschel auf sein Grab, steht auf und geht. (Virgin River, Staffel 2, Folge 1 „New Beginnings“) Jeder kennt bestimmt solche Szenen aus Filmen oder vielleicht auch aus dem eigenen Leben. Menschen führen in Gedanken Konversationen mit geliebten, verstorbenen Freunden oder Familienmitgliedern und erinnern sich an besondere Momente mit ihnen. Manchmal tut es gut, sich daran zu erinnern, was Leute hinterlassen haben und was man mit ihnen erlebt hat. Und dann kann es oft auch hilfreich sein, sich zu fragen, was diese Person in einer bestimmten Situation tun oder raten würde. Das Problem ist nur, dass uns diese Person nicht mehr aktiv helfen kann. Sie ist nicht mehr da. Das leere Grab An dieser Stelle möchte ich euch eine etwas provokative Frage stellen: Sehen wir unsere Beziehung zu Jesus ähnlich wie die oben beschriebene Situation? Gehen wir nur gedanklich an sein Grab, erinnern uns daran, was er vor 2000 Jahren alles getan hat und fragen uns selbst, was er uns wohl raten würde? Können wir nicht tatsächlich mit ihm reden und ihn persönlich fragen? Es kann sehr aufbauend sein, wenn wir uns an all das erinnern, was Jesus getan hat, und wenn wir von ihm und seinen Wundertaten in der Bibel lesen. Aber anders als der verstorbene Vater oder die von einem gegangene beste Freundin, ist Jesus nicht tot. Er war es. Er hat für drei Tage aufgehört zu existieren. Aber dann ist er auferstanden und jetzt ist er lebendiger, als er es jemals zuvor war. Das heißt für uns: Wir können wirklich mit ihm reden – wie mit einem Menschen, der direkt vor uns steht. Machen wir davon Gebrauch? Auch wenn er bereits vor 2000 Jahren gelebt hat, ist er heute nicht weniger real. Das heißt, wir können eine richtige Beziehung zu ihm aufbauen und ihn kennenlernen. Wie großartig ist das? Jesus liegt ja nicht mehr in seinem Grab. Er wurde von den Toten auferweckt und sitzt jetzt direkt neben Gott: Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am ersten Tag der Woche kommen sie zum Grab, eben als die Sonne aufging. Und sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch wie sie hinschauen, sehen sie, dass der Stein weggewälzt ist. Er war sehr gross. Und sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem langen, weissen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagt zu ihnen: Erschreckt nicht! Jesus sucht ihr, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Das ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt haben. (Markus 16,1-6) Nachdem nun der Herr, Jesus, zu ihnen geredet hatte, wurde er in den Himmel emporgehoben und setzte sich zur Rechten Gottes. (Markus 16,19) Was bedeutet das für uns? Ich denke, es bedeutet, dass wir mit Jesus nicht wie mit einem Toten reden müssen. Immerhin lebt er! Wir können wirklich mit ihm reden, als würde er direkt vor uns stehen. Wir können mit ihm reden, interagieren und unsere Beziehung zu ihm immer weiter stärken und festigen. Und Jesus freut sich, wenn wir zu ihm kommen und ihm von all dem erzählen, was uns im Augenblick beschäftigt. Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen: Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,28-30) Und worum ihr in meinem Namen bitten werdet, das werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht werde. Wenn ihr mich in meinem Namen um etwas bitten werdet: Ich werde es tun! (Johannes 14,13+14) Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber es ist wahr. Jesus ist für uns da. Gestern, heute und morgen – immer. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. (Johannes 14,18) Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20) Er lacht mit uns, er weint mit uns. Wir können ihm freudig mitteilen, was uns heute passiert ist. Wir können ihm aber auch erzählen, dass wir traurig oder sogar wütend sind. Er hört uns zu und ist für uns da. Und er wird auch im Königreich bei uns sein. Ich freue mich sehr darauf, irgendwann nicht mehr nur mit ihm zu reden, sondern ihn richtig in den Arm nehmen zu können. 😊 Danach schaute ich: Und siehe, eine grosse Schar, die niemand zählen konnte, aus jedem Volk, aus allen Stämmen, allen Nationen und Sprachen. Die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weissen Gewändern und mit Palmzweigen in den Händen. Und sie rufen mit lauter Stimme: Die Rettung steht bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! Und alle Engel standen im Kreis um den Thron und um die Ältesten und die vier Wesen, und sie fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht, beteten zu Gott und sprachen: Amen: Lob, Preis und Weisheit, Dank und Ehre, Macht und Kraft unserem Gott in Ewigkeit, Amen. Und einer der Ältesten ergriff das Wort und sagte zu mir: Die mit den weissen Gewändern da, wer sind sie, und woher sind sie gekommen? Und ich habe zu ihm gesagt: Mein Herr, du weisst es. Und er sagte zu mir: Das sind die, die aus der grossen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiss gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen ein Zelt aufschlagen. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und wird sie führen zu Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen. (Offenbarung 7,9-17) Eure Lisa ♥

  • Dein Wille geschehe

    Vermutlich haben alle von euch schon einmal folgenden Satz gehört: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“ (Lukas 22, 42) Oft benutzen wir diesen Satz wenn wir im Gebet um etwas bitten, um auszudrücken, dass wir nicht auf unserem Wunsch bestehen, wenn er nicht in Gottes Plan passt. Wir drücken damit aus, dass wir wissen, dass Gottes Pläne besser sind als unsere eigenen und dass wir die Entscheidung bewusst in Gottes Hand legen und sie akzeptieren werden. Das ist gewissermaßen die passive Art, diese Einstellung umzusetzen. Wir bitten um etwas und sagen gleichzeitig zu Gott: „Wie du weißt fände ich Variante XY ganz gut, aber ich weiß auch, dass du besser weißt, was gut für mich ist. Also mach du mal!“ Ich möchte mich heute mit der aktiven Herangehensweise auseinandersetzen. Was passiert, wenn wir fragen „Was soll ich machen?“ Gottes Wille für unser Leben Gott hat einen Plan für unser Leben. Davon lesen wir an verschiedenen Stellen in der Bibel und ich bin der Überzeugung, dass das stimmt. Im Epheserbrief lesen wir zum Beispiel Folgendes: „Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“ (Epheser 2, 10) Aber der Punkt, an dem ich oft an meine Grenzen stoße, ist die Frage, wie dieser Plan wohl aussehen mag und welche Aufgaben Gott für mich bereithält. Viele Menschen, mit denen ich über dieses Thema spreche, sagen mir, dass es für jemanden in meinem Alter ganz normal ist, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Aber ich glaube, diese Fragen sind nicht nur für junge Menschen relevant, die gerade am Beginn ihres Erwachsenenlebens stehen. Daher möchte ich euch einladen, euch heute (noch einmal) mit mir gemeinsam diese Fragen zu stellen: Wisst ihr, was Gottes Plan für euer Leben ist? Habt ihr das Gefühl, ihr habt die Aufgaben erfüllt, für die Gott euch ausgewählt hat? Was für neue Aufgaben hält er noch für euch bereit? Auf der Suche nach Antworten Ich muss euch schon am Anfang dieses Beitrags sagen, dass ich persönlich noch keine eindeutige Antwort für mich gefunden habe. Gott hat mir nicht auf einmal die genaue Liste mit Dingen zukommen lassen, die er mit mir vorhat. Ich glaube nicht, dass das schlimm ist. Aber dazu kommen wir später. Erstmal möchte ich einige Erkenntnisse mit euch teilen, die mir auf dem Weg begegnet sind und die hoffentlich auch euch helfen können. Anfangen möchte ich damit, dass wir uns auf unserer Suche nach Antworten oft selbst Steine in den Weg legen. Wollen wir die Antwort wirklich wissen? Mir ist erst vor kurzem klar geworden, dass ich die Frage nach Gottes Plan für mich bisher nur halbherzig gestellt habe. Ein nicht zu unterschätzender Teil von mir hat nämlich noch immer ein wenig Angst vor der Antwort und davor, dass ich dann tatsächlich das tun müsste, was Gott von mir möchte. Und ich glaube, ich bin mit dieser Angst nicht allein. Es gehört eine Menge Vertrauen dazu, sich voll und ganz auf Gott einzulassen. Und obwohl ich weiß, dass mich nichts Schlechtes erwartet, halte ich oft noch ein kleines Stück von mir zurück. Ein Stück Selbstbestimmtheit, ein Stück Komfortzone, ein Stück Gemütlichkeit. Es ist so, als würde ich oben auf dem Drei-Meter-Brett stehen und Gott und Jesus feuern mich an und warten darauf, dass ich endlich springe und sie mich auffangen können. Aber ich bleibe an der Kante stehen und traue mich nicht den letzten entscheidenden Schritt nach vorne zu machen. (Der Vergleich kommt übrigens nicht von irgendwoher, denn ihr lest einen Beitrag von einer Autorin, die in der Schule ihr Silber-Abzeichen nicht bekommen hat, weil sie sich nicht getraut hat vom Drei-Meter-Brett zu springen.) Dabei wissen wir, dass Gottes Pläne für uns gut sind: „Denn ich kenne ja die Pläne, die ich über euch plane, spricht der HERR, Pläne des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“ (Jeremia 29, 11) Darauf müssen wir vertrauen, um unser Leben wirklich voll und ganz in Gottes Hände zu legen. Und auch wenn ich selber noch nicht vollkommen an diesem Punkt angekommen bin, wird die Neugier in mir immer größer, was alles passieren wird, wenn ich endlich springe. Spurensuche Für die Suche nach seinem Plan für unser Leben, hat Gott uns einige Hinweise mitgegeben. Meiner Meinung nach sind die wohl aussagekräftigsten Hinweise die Talente mit denen Gott uns ausgestattet hat: „Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen: Es sei Weissagung, in der Entsprechung zum Glauben; es sei Dienst, im Dienen; es sei, der lehrt, in der Lehre; es sei, der ermahnt, in der Ermahnung; der abgibt, in Einfalt; der vorsteht, mit Fleiß; der Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.“ (Römer 12, 8) Ich glaube, die Talente und Fähigkeiten, die wir haben, wurden uns nicht ohne Grund gegeben. Sie sind vielmehr ein Zeichen für jeden von uns, wie Gott uns einsetzen möchte. Dabei sollten wir nicht nur darauf achten, wie unsere Selbstwahrnehmung ist, sondern auch andere fragen, wie sie unsere Fähigkeiten einschätzen. Den ein oder anderen werden die Antworten vielleicht überraschen. Hätte man Mose einen Fragebogen gegeben, hätte er „Vor Menschen sprechen“ bestimmt nicht als eins seiner Talente angekreuzt. Und doch hat Gott gerade ihn für diese Aufgabe ausgewählt (vgl. 2. Mose 4, 10 – 12). Wer weiß, welche Fähigkeiten noch in uns schlummern, die wir uns selbst gar nicht zugetraut hätten. Daher sollten wir uns gegenseitig dabei unterstützen, herauszufinden, wo unsere Talente liegen und wie wir diese für Gott einsetzen können. Welche Talente nutzt ihr schon, welche vielleicht noch nicht? Welche weiteren Wege gibt es, eure Talente einzusetzen? Und gibt es vielleicht noch Talente, die ihr bisher nicht entdeckt habt? Gottes Willen tun Unsere Talente gezielt für Gott einzusetzen, ist einer der Wege bewusst Gottes Willen in unserem Leben zu tun, auch ohne Banner am Himmel, das uns eine besondere Aufgabe zuweist. Einen weiteren Weg finden wir in 1. Korinther 13. Im vorherigen Kapitel beschreibt Paulus die verschiedenen Gnadengaben, die Gott austeilt und wie wichtig es ist, alle als gleichwertig zu betrachten und nicht manche als wichtiger als andere zu betrachten. Das Kapitel endet mit dem Satz „Und einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch“ (1. Korinther 12, 31). Dieser Satz stellt die Überleitung zum Beginn des nächsten Kapitels dar, welcher auch als Hohelied der Liebe bekannt ist. Unter anderem heißt es dort: „Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, sodass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.“ (1. Korinther 13,3) Und ein wenig später: „Die Liebe vergeht niemals; seien es aber Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden“ (1. Korinther 13, 8) Der Zusammenhang ist mir lange nicht aufgefallen, aber all diese Dinge, die Paulus in diesen Versen der Liebe unterordnet, sind die Gnadengaben, die er in Kapitel 12 beschreibt. Wenn wir also versuchen Gottes Willen in unserem Leben zu tun, ist Liebe einer der Aufgaben, die wir alle gemeinsam haben. Sie ist Grundlage und Ziel aller weiteren Aufgaben, die wir passend zu unseren Fähigkeiten übernehmen. Anderen Menschen Gottes Liebe zu zeigen, ist etwas, das wir jeden Tag machen können, ungeachtet unserer sonstigen Fähigkeiten. Und wir können sicher sein, dass wir in jedem der Momente, in denen wir anderen Gottes Liebe zeigen, Gottes Willen für unser Leben umsetzen. Denn am Ende sind unsere Talente und die Aufgaben, die Gott in unserem Leben bereithält nur die Werkzeuge, die wir dafür benutzen, Gottes Liebe zu verbreiten und einen positiven Einfluss auf das Leben unserer Mitmenschen zu haben. Im Großen wie im Kleinen Wir können also davon ausgehen, dass Gott möchte, dass wir unsere Talente für ihn einsetzen und anderen seine Liebe zeigen, auch ohne dass er uns persönlich dazu aufruft. Aber ist das alles? Vermutlich kennen die meisten von euch Geschichten von Menschen, die Großes für Gott getan haben. Allein in der Bibel finden wir unzählige Beispiele. Abraham verließ freiwillig seine Heimat, um Gottes Ruf zu folgen. Josefs Weg nach Ägypten war zwar weniger von Freiwilligkeit geprägt, aber er leistete in Ägypten einen großen Dienst für Gott und sein Volk. Daniel nutzte seine hohe Stellung in Babylon um für Gott einzutreten und die Aufzählung könnte noch lange so weiter gehen. Aber auch in der heutigen Zeit kennen wir Geschichten von Menschen, die eine bestimmte Aufgabe als Gottes Plan für sie erkennen und ihr gesamtes Leben dieser Aufgabe widmen. Wie ich zu Anfang schon schrieb, zähle ich mich nicht dazu. Es gibt keine bestimmte Aufgabe, kein konkretes Ziel, das ich als Gottes Plan für mein Leben erkannt habe. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann an einen Punkt kommen werde, an dem Gott mir tatsächlich eine sehr konkrete Aufgabe zuteilt. Aber ich weiß, dass ich auch ohne so eine konkrete Berufung nicht untätig sein möchte. Jedem von uns stehen unfassbar viele Wege zur Verfügung Gott zu dienen und ich bin der Überzeugung, dass auch ein solcher Dienst „im Kleinen“ genauso dazu dient, unsere Bestimmung zu erfüllen. Denn unsere Berufung ist nicht immer die eine große Aufgabe, die Gott uns offenbart. Unsere Berufung können wir ebenso in den kleinen Dingen finden. Solange wir all diese Dinge für Gott tun, laufen wir auf keinen Fall Gefahr, von unserem Weg abzuweichen. Würden wir unseren Dienst als weniger wertvoll betrachten, nur weil er uns nicht so groß vorkommt, wie das was andere Menschen für Gott tun, dann verfallen wir in das Denken, vor dem Paulus uns in 1. Korinther 12 gewarnt hat. Fürs Erste werde ich also weiter versuchen, besser darin zu werden, anderen Gottes Liebe zu zeigen und herauszufinden, wo meine Talente liegen und wie ich diese in Gottes Dienst stellen kann. Und sollte ich doch einmal an den Punkt kommen, dass ich eine konkrete Berufung für mich erkenne, dann hoffe ich, dass ich bereit bin den Sprung zu wagen und mit ganzem Herzen darauf zu vertrauen, dass Gott mich auf dem Weg unterstützen wird und mich mit allem ausstatten wird, was ich brauchen werde, um seinem Ruf zu folgen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Was ihr für sie getan habt, das habt ihr für mich getan

    Geht es euch auch manchmal so: Ihr befindet euch in einem Moment, in dem ihr erfüllt seid von Dankbarkeit – für das, was Gott euch geschenkt hat, indem er etwas für euch möglich gemacht oder wovor er euch bewahrt hat? Oft kommen dankbare Gedanken auf, aber dann werden sie vielleicht schon wieder von der nächsten Herausforderung oder dem nächsten Problem, das gelöst werden muss, überschattet. Aber manchmal – und bei mir besonders oft, seit ich während der Pandemie etwas mehr Luft habe, als sonst – habe ich Zeit, mir über gewisse Dinge näher Gedanken zu machen, sie zu hinterfragen oder festzustellen, dass es tatsächlich ein Geschenk Gottes an mich gewesen ist. Das Geschenkpapier und die Schleife ist mir aber erst im Nachhinein aufgefallen, nachdem ich sie zunächst achtlos in die Ecke geworfen habe, um an das Geschenk heranzukommen. In solchen Momenten der Erkenntnis trifft mich dann fast der Schlag und ich werde erfüllt von einer solchen Dankbarkeit, dass ich Gott unbedingt etwas zurückgeben möchte, um ihm zu zeigen, wie sehr ich mich über sein Geschenk gefreut habe. Nur ... was könnte Gott gebrauchen? ;-) Vom menschlichen Miteinander weiß ich, dass Zeit das wertvollste Geschenk ist, welches ich einem anderen Menschen geben kann: Gemeinsam verbrachte Momente, ungeteilte Aufmerksamkeit, seinem Gegenüber ganz zur Verfügung stehen und aufmerksam zuhören, was er oder sie erzählt. Auch wenn Gott natürlich in unsere Herzen sehen kann und weiß, wie sehr wir uns über das Geschenk gefreut haben und wie dankbar wir ihm sind, bin ich mir sicher, dass es nie schadet, es ihm auch „persönlich” zu erzählen. Oft teile ich es ihm kurz in Gedanken im Rahmen eines Stoßgebetes mit, wenn ich zum Beispiel gerade beim Autofahren bin, es aber unbedingt jetzt loswerden möchte. Wenn ich etwas mehr Zeit und die Möglichkeit dazu habe, schließe ich vielleicht die Augen und danke Gott in einem etwas längeren Gebet. Ich bin mir sicher, dass sich Gott genau so über eine „Kontaktaufnahme” freut, wie unsere Familie oder Freunde. Und ich denke, gleichzeitig hilft es auch uns, wenn wir uns daran gewöhnen, dass wir jederzeit mit Gott (immerhin dürfen wir ihn Vater nennen (Matthäus 6,9)!) in Kontakt treten können. Nicht nur vor den Mahlzeiten oder am Sonntag zum Gottesdienst ;-) Doch kann das schon alles gewesen sein, was wir Gott „Gutes tun” können? In Matthäus lesen wir Folgendes: „›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes Reich in Besitz, das er seit Erschaffung der Welt als Erbe für euch bereithält! Denn als ich hungrig war, habt ihr mir zu essen gegeben. Als ich Durst hatte, bekam ich von euch etwas zu trinken. Ich war ein Fremder bei euch, und ihr habt mich aufgenommen. Ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben. Ich war krank, und ihr habt für mich gesorgt. Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹ Dann werden sie, die nach Gottes Willen gelebt haben, fragen: ›Herr, wann bist du denn hungrig gewesen, und wir haben dir zu essen gegeben? Oder durstig, und wir gaben dir zu trinken? Wann warst du als Fremder bei uns, und wir haben dir Gastfreundschaft gewährt? Und wann hattest du nichts anzuziehen, und wir haben dir Kleider gebracht? Wann warst du denn krank oder im Gefängnis, und wir haben dich besucht?‹ Der König wird ihnen dann antworten: ›Das will ich euch sagen: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!‹” (Matthäus 25,34-40) Was wir für unsere Mitmenschen tun, tun wir auch für Jesus. Und da Jesus Gottes rechte Hand und sozusagen „eines Sinnes” mit ihm ist (Johannes 17,21 und Apostelgeschichte 7,55), kann man davon ausgehen, dass wir somit auch für Gott tun, was wir für unsere Mitmenschen tun. Man kann Gott also nichts wirklich Gutes tun, aber dafür unseren Mitmenschen. Und das ist so, als würde man Gott etwas Gutes tun. Das macht es einerseits leicht, andererseits aber auch super schwierig! Denn wie viel lieber würde ich einfach demjenigen etwas zurückgeben, der mir etwas geschenkt hat, anstatt jemand anderem – oder womöglich noch jemandem, den ich eigentlich gar nicht mag, jemandem, der immer gemein zu mir gewesen ist, der es also gar nicht verdient! Doch verdienen wir unsere Geschenke immer? Wie oft machen wir etwas falsch, sind ungeduldig oder aufbrausend anderen Menschen gegenüber? Wenn man sich das einmal vor Augen hält, fällt es vielleicht leichter, anderen etwas Gutes zu tun, auch wenn sie es (aus menschlicher Sicht) vielleicht gar nicht verdient haben. Mit dieser Einstellung habe ich jetzt einen Anhaltspunkt, wohin ich mit meiner Dankbarkeit gehen kann. Und sei es nur, dass ich auf der Straße jemanden anlächle, dem Kassierer einen wunderschönen Tag wünsche, jemandem die Tür aufhalte oder den Vortritt lasse. „Ihr seid das Licht, das die Welt erhellt. Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet ja auch keine Öllampe an und stellt sie dann unter einen Eimer. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, so dass sie allen im Haus Licht gibt. Genauso soll euer Licht vor allen Menschen leuchten. Dann werden sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen” (Matthäus 5,14-16) Die oben genannten Beispiele werden nicht gleich dazu führen, dass mein Gegenüber erkennt, dass ich dies aus Dankbarkeit Gott gegenüber getan habe. Doch ich bin davon überzeugt, dass Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Liebe ansteckend sein können. Und ein Licht zu entzünden, um die Nacht ein bisschen heller zu machen, ist definitiv immer gut, egal, welche Motivation dahinter steckt. Folgendes Video zeigt viele kleine „Lichter” im Alltag: https://www.youtube.com/watch?v=nwAYpLVyeFU Macht mit und seid auch ein Licht in dieser Welt :) Eure Hannah-Mi Gelegentliche Gastbeitrag-Schreiberin, hat grundsätzlich eine positive Einstellung, mag tiefsinnige Gespräche, liebt es, zu lachen, fühlt sich Gott in der Natur am nächsten, teilt die Ansicht 'Gemeinschaft ist trotz Unterschiede möglich' und lebt mit Mann und 2 Katzen in Schottland.

  • Lernen mit Gott und Jesus

    Heute möchte ich euch einmal ein Erlebnis von mir erzählen. Es geht um die Frage bzw. die Tatsache von verpassten Gelegenheiten. Wie kann ich damit umgehen und was haben Gott und Jesus damit zu tun? Meine Geschichte Vor eineinhalb Jahren, ich war 55 Jahre, schrieb ich eine frühere Freundin an. Wir erlebten ein Stück unserer Jugend zusammen. Hatten uns aber, als wir 24 Jahre alt waren, aus den Augen verloren. Besser gesagt, unsere Wege trennten sich. Sie meldete sich zurück und wir verabredeten uns zu einem Treffen. An einem Abend gingen wir gemeinsam Essen und wir tauschten uns über unsere Leben aus. Das Gespräch war sofort wieder sehr vertraut und tief. Wir hatten beide einiges erlebt und hörten uns aufmerksam zu. Das Treffen wurde bei ihr Zuhause fortgesetzt. Irgendwann stand die Frage im Raum, warum wir den Kontakt zueinander unterbrochen hatten. Was hatten wir alles verpasst? Sie war verheiratet und hatte sich mit einer mobilen Gärtnerei selbstständig gemacht. Sie besuchte damit die Altenheime der Umgebung und gab den alten Menschen ein Stück Erinnerung zurück. Ich hatte eine Familie gegründet und war auch selbstständig. Warum hatten wir das alles nicht als Freunde miteinander erlebt? Der Grund war dieser. Ich hatte damals begonnen, mich für Jesus zu interessieren. Damit einher ging natürlich auch, dass ich all meinen Freunden und Bekannten von dieser frohen Botschaft erzählte. Und die Wenigsten konnten meine Begeisterung teilen. So kam es dann zur Abkehr. Und so war es dann auch bei dieser Freundin. In ihrem Brief von damals konnte ich es nachlesen. Sie fühlte sich von mir bedrängt und nicht wahrgenommen. Und jetzt hatten wir uns wieder so gut verstanden. Allein im Gästezimmer dachte ich noch lange darüber nach. Ich fühlte mich so schlecht. Wegen meiner Liebe zu Jesus hatte unsere Freundschaft damals keine Zukunft. Das fühlte sich jetzt so falsch an. Ich spürte Sünde. So klar wie noch nie. Heute würde ich deshalb keinen Menschen mehr zurücklassen. Im Gegenteil. Die Liebe Jesu heißt für mich, jeden Menschen so anzunehmen wie er ist. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns wieder, wobei wir offen ließen, wie es weiter ging. Ich brauchte einige Tage, um das Erlebte einigermaßen einzuordnen. Ich bereute mein damaliges Handeln und war gleichzeitig Gott, Jesus und meiner Freundin dankbar für diese Erkenntnis. Ich war froh, dass ich sie besuchen durfte und dankbar für ihre Offenheit. Dadurch ermutigt, wünschte ich mir von nun an wieder mehr Teilnahme an unseren Leben. Meine Familie sollte sie kennenlernen und ich wollte ihre Frau kennenlernen. Dazu kam es leider nicht. In ihrem nächsten Brief verkündete sie mir die Nachricht von ihrer schweren Krankheit. Sie brauchte jetzt alle Zeit für sich. Die ich ihr natürlich auch ließ. Wir telefonierten noch einmal miteinander. Im November letzten Jahres ist meine Freundin gestorben. Da war es wieder. Das Gefühl etwas verpasst zu haben. Es hielt sehr lange an. Und ich merke gerade beim Schreiben, das es immer noch anhält. Die Chance In einem Film bekam ich einen Ansatz von einer Lösung. Hier wurde eine Geschichte von einer Mutter erzählt, deren Sohn Selbstmord beging. Die Mutter war natürlich voller Trauer. Sie konnte ihrer Wut erst begegnen, als sie versuchte, die Entscheidung ihres Sohnes zu verstehen. Somit wurde der Weg frei für die Veränderung der Mutter. Und so kann sie heute zu ihrem Sohn stehen. In jedem Erlebnis verbirgt sich eine Chance. Oder wie meine Coachin gerne sagte: "In allem steckt eine gute Nachricht." Und so empfinde ich es auch. Ich bin froh, dass meine Freundin und ich uns noch einmal getroffen hatten. Und dass ich mein Verhalten von damals einordnen und ich mich bei ihr entschuldigen konnte. Natürlich vermisse ich sie. Aber wer weiß, vielleicht besuche ich bald mal ihre Frau. Ich werde sehen. Oder was ist eigentlich mit ihrer Geschäftsidee? Erkenntnis Gott und Jesus sind auf einer Lehr - Reise mit mir. Das spüre ich nach diesem Erlebnis ganz deutlich. Wahrscheinlich sind sie die besten Pädagogen, die ich mir vorstellen kann. Sie lassen mich Dinge erleben, aus denen ich Verständnis ziehen kann. Es ist eine Sache oder eine Wahrheit, Gott zu finden, seinen Plan mit mir und der Schöpfung zu begreifen. Ich denke, in der Glaubensbeziehung geht es darum, offen zu bleiben. Erlebnisse, die Gefühle wie Trauer, Wut und Eifersucht auslösen, mit den Gefühlen der Liebe zu begleiten und zu beantworten. Durch Christus seid ihr dazu berufen, frei zu sein, liebe Brüder und Schwestern! Aber benutzt diese Freiheit nicht als Deckmantel, um eurem alten selbstsüchtigen Wesen nachzugeben. Dient vielmehr einander in Liebe. Denn wer dieses eine Gebot befolgt: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!«, der hat das ganze Gesetz erfüllt. Wenn ihr aber wie wilde Tiere übereinander herfallt, dann passt nur auf, dass ihr euch dabei nicht gegenseitig fresst! Darum sage ich euch: Lasst euer Leben von Gottes Geist bestimmen. Wenn er euch führt, werdet ihr allen selbstsüchtigen Wünschen widerstehen können. Denn eigensüchtig wie unsere menschliche Natur ist, will sie immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unsere Selbstsucht nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so dass ihr das Gute, das ihr doch eigentlich wollt, nicht ungehindert tun könnt. Wenn ihr euch aber von Gottes Geist regieren lasst, seid ihr den Forderungen des Gesetzes nicht länger unterworfen. Gebt ihr dagegen eurer alten menschlichen Natur nach, ist offensichtlich, wohin das führt: zu sexueller Unmoral, einem sittenlosen und ausschweifenden Leben, zur Götzenanbetung und zu abergläubischem Vertrauen auf übersinnliche Kräfte. Feindseligkeit, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, hässliche Auseinandersetzungen, Uneinigkeit und Spaltungen bestimmen dann das Leben ebenso wie Neid, Trunksucht, Fressgelage und ähnliche Dinge. Ich habe es schon oft gesagt und warne euch hier noch einmal: Wer so lebt, wird niemals in Gottes Reich kommen. Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. Ist das bei euch so? Dann kann kein Gesetz mehr etwas von euch fordern! Es ist wahr: Wer zu Jesus Christus gehört, der hat sein selbstsüchtiges Wesen mit allen Leidenschaften und Begierden ans Kreuz geschlagen. Durch Gottes Geist haben wir neues Leben, darum wollen wir uns jetzt ganz von ihm bestimmen lassen! Prahlen wir also nicht mit unseren vermeintlichen Vorzügen, denn dadurch rufen wir nur Kränkungen und Neid hervor. (Galater 5,13-26) Ich bin sehr glücklich über die Führung und Begleitung in meinem Leben. Vielleicht meint die Bibel das mit dem Segen Gottes. In diesem Sinne wünsche ich dir eine gesegnete Woche. Ingo Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA) Ingo Tauchert

  • Gefühlt

    „Manchmal möchte ich einfach nur allein sein, Allein etwas Platz zum Atmen zu haben. Aber wenn ich im Dunkeln bin, wird es viel zu still, Und dann falle ich auf die Knie und flüstere in Richtung Himmel: Herr, bitte strecke dich nach mir aus und lege deine Arme um mich. Lieber Gott, bitte nimm meine Zweifel und sende sie weit weg von hier. Und wenn die Tränen fließen und Pfützen zu Meeren werden, weiß ich, dass deine Liebe eine Arche für mich ist. Und wenn das Flüstern zu einem flehenden "Bitte!" wird, fühle ich deine Hand auf meinem Herzen, und du sprichst: "Kleines Kind, ich bin genau hier." Diejenigen aus vergangenen Zeiten, die deinen Namen angerufen haben, von Adam bis Maria – wir sind alle gleich. Dann erschien deine Sonne über meiner Dunkelheit Und durch deinen Sohn habe ich deinen Weg des Friedens gefunden. Lieber Gott, du hast dich nach mir ausgestreckt und deine Arme um mich gelegt, Lieber Gott, meine Zweifel sind weg und jetzt weiß ich, dass ich glaube: Dass meine Tränen auf Jesu Füße fallen, Dass er die Arche ist, die du in Liebe zu mir gebaut hast Nimm mein Leben, mein Gott, ich flehe dich wirklich an, Und mit meinem ganzem Herzen, mein Vater, bin ich hier.“ (Teardrops Fall – Melita Sanderson, Christadelphian Worship Book 2008, S. 70) https://www.youtube.com/watch?v=LwE-f_DRVNY Die letzten Monate waren für mich wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Hoch und runter, aber meistens aufwärts (zum Glück ;-) ). Insgesamt die schönsten und schrecklichsten Monate meines Lebens. Letztes Jahr im Februar war ich am Tiefpunkt und hatte mein „Ich-Gefühl“, auch „Bauchgefühl" oder „Intuition“ genannt, total verloren. Doch heute fühle ich mich so gesegnet und bin so dankbar. Ich fühle, wie Gott und Jesus immer bei mir sind, ganz nah, an guten und an schlechten Tagen. Beide sind für mich so wie ein Zufluchtsort, wie eine Arche. Auch wenn der Sturm draußen tobt, zum Beispiel in Form von Lebenskrisen und anderen kleinen oder großen Problemen, kann ich mich in ihre schützenden Hände begeben, bei ihnen Geborgenheit und Ruhe finden, Alles loslassen. Genau die Gefühle zulassen, die ich fühle, ohne mich anpassen oder für irgendetwas schämen zu müssen. Ich kann mit ihnen mein Glück und mein Leid teilen, auf meine eigene Weise, ganz authentisch. Am besten gelingt mir die Verbindung durch bestimmte Lieder, die ich im Laufe meines Lebens kennenlernen durfte. Texte und Melodien, die mich für ein paar Minuten von den weltlichen Dingen ablenken. Zwei davon werdet ihr hier finden (siehe oben und unten). Diese Lieder helfen mir, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Mit Gott und Jesus in Beziehung zu treten. Die Freiheit und den Frieden zu spüren. Die Dankbarkeit, meine (Alltags-)Sorgen in liebende Hände abgeben zu können und die (emotionale) Last nicht selbst tragen zu müssen. Die Freude darüber, dass mir meine Fehler vergeben werden, obwohl ich mir manchmal selbst nicht verzeihen kann. Einfach bedingungslose Liebe zu erfahren. Vielleicht können die Lieder auch euch helfen, dass ihr euch Gott und Jesus ein Stück näher fühlt. Denn auf DAS Gefühl kommt es an! Viel Spaß beim Reinhören! https://www.youtube.com/watch?v=J-CEXXkj6ZM Wie und wann habt ihr das Gefühl, mit Gott und Jesus in Verbindung zu sein? Was hilft euch in Beziehung zu treten? (Benutzt gerne die Kommentarfunktion!) Eure Freya Rise up and shine! P.S.: https://www.youtube.com/watch?v=Hs5ZtaVXrdQ Eins noch! :-) !!!

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