• Ingo

Die Impfung


Vor ein paar Wochen, am 20. Mai, war es soweit. Ich durfte mir eine Impfung abholen.

Während einige Bekannte, Kollegen, Verwandte und Glaubensgeschwister schon von ihrer Impfung berichteten, warten andere noch darauf. Manche sprechen nicht gern darüber, warum sie denn jetzt schon dran wären, andere geben gern über ihre Situation Auskunft. So hörte ich den Bericht eines Freundes, der mit vielen Worten von seiner Impfung berichtete. Von seinem Unwohlsein und dem anschließendem zweitägigem hohen Fieber. Gott sei Dank war dann auch schon alles wieder vorbei. Ihm geht es jetzt gut. Den meisten geht es wohl ganz gut danach, manche merken so gut wie keine Reaktionen.

Es gibt da ganz viele Facetten, so wie im richtigen Leben.



Die Entscheidung


Nun zu mir.

Ich verdanke meine Impfung der Kontakt-Regelung. Meine Tochter hat mich zu einer von zwei Besuchern gemacht. Sie bekam diese beiden Erlaubnisscheine von ihrer Ärztin. Mit diesem konnte ich mich im Impfzentrum anmelden.

Zunächst zögerte ich etwas. Nahm ich mit dieser Aktion nicht einer anderen Person die Impfmöglichkeit weg?

Andererseits war es für mich die Möglichkeit vor dem großen "Run" auf die Impfdosen, schon vorher dabei zu sein.

Ich endschied mich also dafür.


Die Terminvergabe auf dem Impfportal lief dann sehr reibungslos.

Schon nach einer Woche hatte ich meinen ersten Termin. Der zweite war auch schon festgelegt.

Freude.



Der Tag


Am "Stichtag" ;-) arbeitete ich wie gewohnt am Vormittag. Um die Mittagszeit machte ich mich erst gedanklich und später dann wirklich auf den Weg. Wie wird es laufen? Ist es eigentlich die richtige Entscheidung? Es wird doch sehr viel diskutiert. Und es gibt ja auch Impfgegner. Warum sind die eigentlich dagegen? Puh, was war mit mir los? Bekomme ich nun auch Zweifel?


Seid immer fröhlich. Hört nicht auf zu beten. Was immer auch geschieht, seid dankbar, denn das ist Gottes Wille für euch, die ihr Christus Jesus gehört. 1.Thessalonicher 5,16-18

Ich betete. Das wollte ich sowieso vorher tun.

Zunächst dankte ich Gott für die Möglichkeit des Impfens. Und für die Menschen, die in der Lage waren, einen Impfstoff zu entwickeln. Natürlich nicht für die Pandemie.

Ich sprach auch mein Zweifeln an. Ich kann nicht durchschauen, ob der Impfstoff gut für mich ist. Bitte Gott, hilf du mir. Du weißt was richtig ist. Wenn es nicht gut ist, so gib mir ein Zeichen. Lass mich nicht im Impfzentrum ankommen. Dann verhindere die Impfung bitte.



Das Zeichen


Ich machte mich als auf den Weg. Zunächst mit dem Auto zum Bahnhof. Auf dem Bahnsteig kaufte ich mir ein Ticket. Als ich das Ticket entwerten wollte, bemerkte ich dass das Gerät mal wieder verstopft war. Was sollte ich tun? Da noch genug Zeit war, entwertete ich das Ticket auf dem anderen Bahnsteig. Ich meldete noch das defekte Gerät und dann fuhr mein Zug auch schon ein. Ich stieg ein und suchte mir einen Platz. Es war noch sehr viel frei und ich setzte mich an einen Tischplatz. Ich bemerkte sofort das auf den Tischen etwas lag. Es waren zwei biblische Kalenderseiten von heute. Die hatte wohl jemand da ausgelegt. Mein Interesse war geweckt. Sofort dachte ich an mein Gebet. War es das Zeichen? Ich überlegte kurz und fing an zu lesen.



Eine Bibelstelle, die zu meiner Situation passte. Der Geist Gottes erlaubte ihnen nicht nach Bithynien zu reisen.

Wollte Gott jetzt auch von mir, das ich nicht zum Impfzentrum reise? Sollte ich am nächsten Halt aussteigen und wieder zurückfahren?

Ich war verwirrt und noch nicht überzeugt. Ich beschloss noch die Rückseite des Kalenderblatts zu lesen. Wie ist denn der Pfarrer mit der Situation umgegangen?



Eine schöne Geschichte.

Sie ließ mich aber nicht weiter an meinem Weg zweifeln. Ich beschloss, dass sie nicht passte. Die Bibelstelle schon eher. Doch als den Geist Jesu konnte ich meine Erlebnisse mit diesem Kalenderblatt auch nicht einordnen.

Ich setzte also meine Reise fort.

Jedoch nicht ohne ein Foto von diesen Seiten zu machen. Und dem Gedanken, euch von diesem Erlebnis zu berichten.

An meinem Zielbahnhof stieg ich aus. Begab mich zum nahe gelegenen Impfzentrum und wartete, etwas abseits vom Eingang, auf meinen Termin.

Mein Handy klingelte. Ein Freund war dran. Wir vereinbarten einen Termin. Ich erzählte von meinem bevorstehenden Termin. Er von seiner bereits zurückliegenden Impfung. Wir verabschiedeten uns. Die Zeit war da und ich betrat mit einem guten Gefühl das Impfzentrum. Alles lief planmäßig. Ein Piks und gut.

Glücklicherweise hatte ich auch keine nennenswerten Beschwerden.



In diesem Sinne wünsche ich dir immer Klarheit mit Gottes Hilfe.

Ingo




Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA)

Ingo Tauchert






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