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  • Denn so hat Gott die Welt geliebt – Vol. 2

    Ich habe vor einiger Zeit schon einmal einen Beitrag über Gottes unfassbare Liebe geschrieben. (Wer Interesse an Teil 1 hat – den findet ihr hier: https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/denn-so-hat-gott-die-welt-geliebt) Auch sonst ist Gottes Liebe immer wieder Thema. Und warum auch nicht? Sie ist einzigartig, vollkommen, unvergänglich und trotzdem oder gerade deswegen oft schwer nachvollziehbar … Kann es wirklich sein, dass Gott uns so sehr liebt, wie wir immer lesen? Ja, ich glaube schon! Ich habe letztens eine Situation erlebt, in der mir die Unendlichkeit seiner Liebe wieder einmal bewusst geworden ist. Unsere große Tochter ist Anfang des Jahres in den Kindergarten gekommen. Zur Eingewöhnung sollte ich die ersten Tage bei ihr bleiben. Am allerersten Tag beim Frühstück saß die Große auf ihrem neuen Platz am Tisch und ich hatte mich mit unserer Kleinen etwas abseits an einen anderen Tisch gesetzt. So weit, so gut. Dann packte unsere Große allerdings ihr Frühstück aus. Sie hatte eine kleine Auswahl an Brot, Obst und Gemüse mit und – ihr allerliebstes Essen – Haferflocken mit Beeren in Form von Porridge. Ein ein oder zwei Jahre älterer Junge ihr gegenüber wurde darauf aufmerksam und fand das wohl seltsam. Er sagte so etwas wie: „Was isst die denn da?! Brei? Das ist doch was für Babys! Ist die noch ein Baby?“ Und dabei lachte er das Lieblingsessen meiner Tochter aus, lachte meine Tochter aus. Mein Herz sank mir in die Hose. Diese Situation mit anzusehen war irgendwie ganz furchtbar. Es war ja auch eigentlich nur ein Kind und Kinder machen nun mal ab und zu unüberlegte Kommentare und meine Tochter hat nicht Mal wirklich verstanden, was da gerade passiert war. Aber es hat mir so einen Stich versetzt, zu sehen wie mein Kind an seinem ersten Tag direkt gehänselt wird. Ich konnte auch nicht eingreifen oder hingehen, da musste sie alleine durch. Doch genau wegen dieser Situation musste ich an Gott denken. Mir tat es schon weh, diese eigentlich banale Situation mit anzusehen, aber jetzt stellt euch bitte Mal vor wie es Gott gegangen sein muss. Seinem Sohn ist deutlich mehr passiert, als dass er für sein Essen schräg angeguckt wurde. Er wurde gedemütigt, geschlagen und im Endeffekt sogar umgebracht. „Da gab er ihnen Barabbas frei; Jesus aber liess er auspeitschen und lieferte ihn aus zur Kreuzigung. Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit sich ins Prätorium und versammelten um ihn die ganze Kohorte. Und sie zogen ihn aus, legten ihm einen purpurroten Mantel um und flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie ihm aufs Haupt und gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand. Und sie fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten ihn: Sei gegrüsst, König der Juden!, und spuckten ihn an, nahmen das Rohr und schlugen ihn aufs Haupt. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus, zogen ihm seine Kleider wieder an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.“ (Matthäus 27,26-31) „Verachtet war er und von Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut und wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, ein Verachteter, und wir haben ihn nicht geachtet. Doch unsere Krankheiten, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen. Wir aber hielten ihn für einen Gezeichneten, für einen von Gott Geschlagenen und Gedemütigten. Durchbohrt aber wurde er unseres Vergehens wegen, unserer Verschuldungen wegen wurde er zerschlagen, auf ihm lag die Strafe, die unserem Frieden diente, und durch seine Wunden haben wir Heilung erfahren. Wie Schafe irrten wir alle umher, ein jeder von uns wandte sich seinem eigenen Weg zu, der HERR aber liess ihn unser aller Schuld treffen. Er wurde bedrängt, und er ist gedemütigt worden, seinen Mund aber hat er nicht aufgetan wie ein Lamm, das zur Schlachtung gebracht wird, und wie ein Schaf vor seinen Scherern verstummt. Und seinen Mund hat er nicht aufgetan.“ (Jesaja 53,3-7) Und Gott musste das alles mit ansehen. Wie schlimm muss das für ihn gewesen sein? Er schickt seinen Sohn zu uns Menschen, um uns zu retten und so gehen wir dann mit ihm um. Aber trotzdem hat er es gemacht, durchgezogen und ertragen. Weil er uns genauso sehr liebt. So unvorstellbar es auch manchmal ist. „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Johannes 2,16) Es hat mich irgendwie total umgehauen, als mir das aufgefallen ist. Und Jesus liebt uns auch einfach so sehr, dass er das alles freiwillig mitgemacht hat. „Seid so gesinnt, wie es eurem Stand in Christus Jesus entspricht: Er, der doch von göttlichem Wesen war, hielt nicht wie an einer Beute daran fest, Gott gleich zu sein, sondern gab es preis und nahm auf sich das Dasein eines Sklaven, wurde den Menschen ähnlich, in seiner Erscheinung wie ein Mensch. Er erniedrigte sich und wurde gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Deshalb hat Gott ihn auch über alles erhöht und ihm den Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit im Namen Jesu sich beuge jedes Knie, all derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (Philipper 2,5-11) Für mich ist es oft unbegreiflich, was die beiden für uns getan haben, aber diese kleine Situation hat mich wieder daran erinnert, wie aufopfernd die Liebe für uns doch ist. Egal was wir tun oder auch nicht tun, es gibt Nichts, was uns von Gottes Liebe trennen könnte. „Was wollen wir dem noch hinzufügen? Wenn Gott für uns ist, wer kann wider uns sein? Er, der seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will gegen die Erwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es, der Recht spricht. Wer will da verurteilen? Christus Jesus ist es, der gestorben, ja mehr noch, der auferweckt worden ist; er sitzt zur Rechten Gottes, er tritt für uns ein. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis, Not oder Verfolgung? Hunger oder Blösse? Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen sind wir dem Tod ausgesetzt den ganzen Tag, zu den Schafen gerechnet, die man zur Schlachtbank führt. Doch in all dem feiern wir den Sieg dank dem, der uns seine Liebe erwiesen hat. Denn ich bin mir gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Römer 8,31-39) Genauso wie ich meinem Kind vermutlich alles vergeben würde und es immer und immer wieder zu mir kommen kann, genauso handelt auch Gott. Wenn nicht sogar noch extremer, noch liebevoller als ich es jemals tun könnte, genau wie beim Gleichnis vom verlorenen Sohn: „Und er sprach: Ein Mann hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zusteht. Da teilte er alles, was er hatte, unter ihnen. Wenige Tage danach machte der jüngere Sohn alles zu Geld und zog in ein fernes Land. Dort lebte er in Saus und Braus und verschleuderte sein Vermögen. Als er aber alles aufgebraucht hatte, kam eine schwere Hungersnot über jenes Land, und er geriet in Not. Da ging er und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes, der schickte ihn auf seine Felder, die Schweine zu hüten. Und er wäre zufrieden gewesen, sich den Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine frassen, doch niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot in Hülle und Fülle, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen; stelle mich wie einen deiner Tagelöhner. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Er war noch weit weg, da sah ihn sein Vater schon und fühlte Mitleid, und er eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sagte zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen. Da sagte der Vater zu seinen Knechten: Schnell, bringt das beste Gewand und zieht es ihm an! Und gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe für die Füsse. Holt das Mastkalb, schlachtet es, und wir wollen essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an zu feiern. Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld. Und als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz. Und er rief einen von den Knechten herbei und erkundigte sich, was das sei. Der sagte zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm zu. Er aber entgegnete seinem Vater: All die Jahre diene ich dir nun, und nie habe ich ein Gebot von dir übertreten. Doch mir hast du nie einen Ziegenbock gegeben, dass ich mit meinen Freunden hätte feiern können. Aber nun, da dein Sohn heimgekommen ist, der da, der dein Vermögen mit Huren verprasst hat, hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Er aber sagte zu ihm: Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. Feiern muss man jetzt und sich freuen, denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden.“ (Lukas 15,11-32) Lasst uns diese Woche versuchen, Gott ansatzweise so zurückzulieben, wie er uns liebt. Er wird sich über den allerkleinsten Versuch riesig freuen. Genauso wie ich mich freue, wenn meine Tochter mir zulächelt oder mich in den Arm nimmt, wird Gott sich freuen, wenn wir an ihn denken, uns mit ihm beschäftigen oder gut bzw. liebevoll zu anderen Menschen sind. „Und das ist die Liebe, dass wir unser Leben führen nach seinen Geboten. Und das ist das Gebot, wie ihr es von Anfang an gehört habt: dass ihr euren Weg in der Liebe gehen sollt.“ (2. Johannes 1,6) Eure Lisa ♥

  • Winterzeit

    Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn es nach mir ginge, könnte der Winter sich langsam dem Ende zuneigen. Dabei startet der Winter eigentlich immer auf eine schöne Weise: Man freut sich auf Winterspaziergänge im Schnee, die heiße Tasse Tee danach, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, Plätzchenbacken, Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen und Zuhause und natürlich auf die freie Zeit an den Feiertagen. Doch kaum hat man den Weihnachtsbaum entsorgt, die Beleuchtung weggepackt und die letzten Plätzchen aufgegessen, stellt man fest, dass mit dem neuen Jahr nicht automatisch der Frühling startet, sondern wir noch ein paar weitere Wintermonate vor uns haben – nur dass diese einem ohne die nette Weihnachtsbeleuchtung noch dunkler erscheinen als im Dezember. Natürlich weiß ich, dass die Tage nach der Wintersonnenwende wieder länger werden, aber selbst in den Stunden, in denen man die Sonne theoretisch sehen könnte, versteckt sie sich hinter grauen Wolken und Regen. Vielleicht hattet ihr in der letzten Zeit besseres Wetter, aber ich bin kurz davor eine Vermisstenanzeige aufzugeben, da ich schon lange kein Lebenszeichen von der Sonne mehr gesehen habe. Vielleicht spricht an dieser Stelle also auch nur der Vitamin-D-Mangel aus mir, aber mein Durchhaltevermögen neigt sich dem Ende und ich sehne mich nach Sonnenschein und Frühling. Was uns der Winter lehrt Ich habe mich also auf die Suche nach einigen positiven Aspekten des Winters gemacht, die ich mit euch teilen kann. Nach den ersten fünf Artikeln und Blogposts à la „10 Dinge, über die wir uns im Winter freuen können“, war relativ schnell klar, dass ich mich auf andere Art an dieses Thema heranarbeiten muss, denn diese Listen lieferten mir vor allem Punkte, die mit Weihnachten zusammenhängen. Ich scheine also nicht die einzige zu sein, die manchmal vergisst, dass der Winter auch nach Weihnachten weitergeht. Als nächstes habe ich mir daher angeschaut, was wir in der Bibel zum Thema Winter finden. Meine Suche lieferte in der Elberfelder Übersetzung 10 Treffer. Nicht gerade eine große Datenbank, aber trotzdem reichten diese Verse aus, mich daran zu erinnern, dass der Winter ebenso Teil von Gottes Schöpfung ist wie Frühling, Sommer und Sonnenschein. „Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22) „Du hast festgelegt alle Grenzen der Erde. Sommer und Winter, du hast sie geschaffen.“ (Psalm 74,17) Der Winter hat also seine Berechtigung und ist ebenso wichtiger Teil der Schöpfung wie die anderen Jahreszeiten. Es stellt sich somit die Frage: Welche Lehren können wir aus dem Winter ziehen? Regeneration Für die Natur ist der Winter eine Ruhephase und eine Zeit der Regeneration. Die alten Blätter werden abgeworfen. Es wird Raum für Neues geschaffen. Die Natur sammelt ihre Kräfte für den nächsten Frühling. Und dafür reicht offensichtlich der Dezember allein nicht aus. Im übertragenen Sinne zeigt dies auch uns, dass wir Zeit brauchen, um uns zu erholen, uns zu regenerieren und Energie für Veränderungen zu tanken. Eigentlich ein sehr simpler Gedanke und sicherlich nicht neu, aber trotzdem bleibt die Frage: Nehmen wir uns dafür genug Zeit? Ich glaube, häufig sind wir zu ungeduldig mit uns selbst. Wir hatten ein paar freie Tage an Weihnachten und Silvester, haben die Liste mit den Vorsätzen für das neue Jahr fertig geschrieben und halten uns für top vorbereitet, um in ein neues und besseres Jahr zu starten. Doch häufig kommt kurze Zeit später die große Ernüchterung: Wir fühlen uns genauso ausgelaugt wie am Jahresende und den Zettel mit den guten Vorsätzen finden wir in unseren neuen, ungetragenen Laufschuhen wieder – „Mehr Sport machen“ natürlich ganz oben auf der Liste. Und schon sind wir mit uns selbst genauso unzufrieden wie mit dem trüben Wetter und der Sonne, die es trotz Wintersonnenwende immer noch nicht schafft um 6 Uhr morgens aufzugehen. Wirklich eine Frechheit. Also worauf möchte ich hinaus? Ich glaube, es hat seinen Grund, dass der Winter nicht nur ein paar Wochen andauert und mit dem 1. Januar plötzlich in den Frühling übergeht. Erholung braucht seine Zeit. Veränderung auch. Also warum können wir uns nicht eingestehen, dass es bei uns ähnlich ist? New year, new me Auch ich habe mir für das neue Jahr einige Dinge vorgenommen und bin bisher kläglich daran gescheitert sie alle umzusetzen. „New year, new me“ – nicht so ganz. Die Realität sieht eher so aus, dass ich immer noch oft verschlafe und das Frühstück überspringen muss, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Wenn ich abends nach Hause komme, kann ich mich nur sehr selten dazu aufraffen, Sport zu machen. Und immer noch gibt es viele Tage, an denen ich bei der Arbeit kein vorbereitetes Mittagessen dabei habe und mich auf den Weg in die Kantine oder zum Bäcker machen muss, um mir etwas zu besorgen. Das sind alles Dinge, die ich dieses Jahr eigentlich ändern wollte, aber immer noch nicht so richtig hinkriege. Und das ist okay. Denn Veränderung klappt nur selten von Anfang an zu 100 %. In der letzten Woche habe ich an drei von fünf Arbeitstagen zuhause gefrühstückt und an einem Abend tatsächlich Sport gemacht. Etwas zum Mittagessen hatte ich an drei von fünf Tagen vorbereitet. Das ist weit entfernt von perfekt, aber es ist eine Verbesserung zum Ende des letzten Jahres und ich habe keine Lust mehr darauf, damit nicht zufrieden zu sein. Denn auch einmal in der Woche Sport gemacht zu haben, ist besser als keinmal. Es ist vielleicht nicht das Ziel, aber es ist ein Schritt, um sich auf das Ziel zuzubewegen. Wenn wir also versuchen wollen, dieses Jahr Dinge zu verändern, dann ist mein Vorschlag, dass wir uns von der Erwartungshaltung verabschieden, dass wir diese Dinge ab dem 1. Januar perfektioniert haben müssen. Wenn die Natur noch eine Weile Winterruhe braucht, dann sollten auch wir uns die Zeit gönnen, Schritt für Schritt Dinge zu verändern und nicht alles auf einen Schlag. Ich werde also aufhören, mich davon stressen zu lassen, dass wir schon fast Februar haben und ich meine Vorsätze für dieses Jahr noch nicht umsetzen konnte. Ich werde mir Zeit lassen. Genauso wie die Sonne nur langsam früher aufgeht und die Natur noch eine Weile braucht, um bereit für den Frühling zu sein. Und bis dahin werde ich mich weiter auf Winterspaziergänge begeben, meine Keksdose mit neu gebackenen Keksen auffüllen und versuchen, auch dem trüben Wetter gegenüber etwas gnädiger zu sein und mir an der noch andauernden Regenerationsphase der Natur ein Beispiel zu nehmen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Fabelhafte Rebellen

    Ein neues Jahr, ein neues Buch. Heute möchte ich den Bestseller "Fabelhafte Rebellen" von Andrea Wolf vorstellen. Mit unzähligen Zitaten aus Texten und Briefen, die die Autorin zu einem wunderbaren und flüssigen Text verbindet, wird der Leser nach Jena in die Zeit der Jahrhundertwende um 1800 entführt. Hier treffen sich die frühen Romantiker und philosophieren über die Erfindung des Ich. Es war eine bewegende Zeit des Umbruchs. Napoleon führt Krieg gegen die Staaten in Europa. Die Monarchien sind in Gefahr. Und die Freunde in Jena stellen die Frage: "Wer bin ich?" Sie suchen nach einer neuen Einordnung des Menschen in der Welt, in die Schöpfung; Sie suchen nach dem Sinn des Lebens. Auch die Wissenschaft ist in Bewegung und "erfindet die Natur". Besonders hat mich die Beschreibung der Freundesgruppe bewegt. Sie verbinden sich durch den "Ich" Begriff. Sie kommen zusammen und jeder bringt sich mit seinem Wissen und seinen Ideen ein. Sie streiten um die rechte Erkenntnis und fühlen sich gerade darin verbunden. Angetrieben von dem Gedanken, der Menschheitsentwicklung zu dienen und etwas Besonderes hervorzubringen. Eine erste Leseprobe soll euch einen Eindruck verschaffen. Hier tauchen auch einige berühmte Namen auf. Seid gespannt. (Wulf, Andrea: Fabelhafte Rebellen, 1. Aufl., Deutschland: C. Bertelsmann, 2022, S.162f.) Diese positive Stimmung erinnert mich an die Situation der frühen Christentreffen. In einem Brief an die Gläubigen Menschen in Korinth schreibt ein gewisser Paulus: "Wenn ihr zusammenkommt, hat jeder etwas beizutragen: Einige singen ein Loblied, andere unterweisen die Gemeinde im Glauben. Einige geben weiter, was Gott ihnen offenbart hat, andere reden in unbekannten Sprachen, und wieder andere übersetzen das Gesprochene für alle. Wichtig ist, dass alles die Gemeinde aufbaut."(1) Beziehung Natürlich haben die Freunde in Jena das Zusammenkommen nicht erfunden. Es liegt in der Natur des Menschen. Und weil der Mensch ein Teil der Schöpfung ist - auch so eine Idee aus Jena - ist es auch das Werk Gottes. Gott möchte mit dem Menschen in einen Dialog treten. Auch Jesus kam mit seinen Jüngern und Jüngerinnen zusammen als Zeichen seiner Verbundenheit mit ihnen. "Dann nahm er ein Brot. Er dankte Gott dafür, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!« Ebenso nahm er nach dem Essen den Becher mit Wein, reichte ihn den Jüngern und sagte: »Dieser Becher ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Es wird zur Vergebung eurer Sünden vergossen."(2) Es ist schön, wenn Freunde gleichgesinnt zusammenkommen. Bewegt von einem Geist der Erkenntnis, Hoffnung und Erlösung. Die Christen in Rom hören von Paulus: "Seid einmütig untereinander!"(3) Wie inspirierend eine solche Gemeinschaft ist, beschreibt ein zweiter Ausschnitt aus dem Buch. (Wulf, Andrea: Fabelhafte Rebellen, 1. Aufl., Deutschland: C. Bertelsmann, 2022, S.232f.) Goethe ist wirklich zu beneiden. Und vieles von den Erfahrungen mit der Freundesgruppe in Jena hat einen positiven Einfluss auf sein Werk und seine Wissenschaften gehabt. Gemeinschaft Überall dort, wo Menschen in Beziehung gehen, findet Gemeinschaft statt. In der Ehe, unter Freunden, in der Familie, im Vereinsleben, bei der Arbeit. Wenn es gelingt, einen Ort des Austausches zu schaffen, ist das Produkt des Zusammenkommens nicht nur die Zusammenfassung der Beiträge jedes einzelnen. Es findet eine Befruchtung statt. Eine neue Erkenntnis wird gefunden. Die Lösung eines Problems, die Befriedung eines Streits oder eine neue Herangehensweise an ein Thema stellt sich ein. Hier in unserer kleinen Glaubensgruppe erlebe ich das immer wieder. Wenn wir uns Treffen, finden wir ein Thema, das wir kontrovers besprechen. Jeder bringt seine Sichtweise mit ein. Und da wir es mit der Zeit gelernt haben, in Liebe das Gesagte aufzunehmen, blüht etwas Neues, "Höheres" auf. Manchmal ist es so, dass sich jeder beschenkt fühlt nach einem solchen Gemeinschaftstreffen. Ich glaube das ist der Ausdruck der Kraft Gottes. Gottes Geist ist wirksam. In diesem Sinne, wünsche ich jedem eine befruchtende Gemeinschaft. Ingo Zur Vertiefung gebe ich euch noch eine Bibelstelle mit auf den Weg, die das Beschriebene aufgreift. Hört auf, euch gegenseitig zu belügen. Ihr habt doch euer altes Leben mit allem, was dazugehörte, wie alte Kleider abgelegt. Jetzt habt ihr neue Kleider an, denn ihr seid neue Menschen geworden. Gott ist beständig in euch am Werk, damit ihr immer mehr seinem Ebenbild entsprecht, nach dem er euch geschaffen hat. So habt ihr Gemeinschaft mit Gott und versteht immer besser, was ihm gefällt. Dann ist unwichtig, ob einer Grieche oder Jude ist, beschnitten oder unbeschnitten, ob er aus einem anderen Kulturkreis oder aus einem Nomadenvolk stammt, ob er ein Sklave oder Herr ist. Wichtig ist einzig und allein Christus, der in allen lebt. Ihr seid von Gott auserwählt und seine geliebten Kinder, die zu ihm gehören. Darum soll jetzt herzliches Mitgefühl euer Leben bestimmen, ebenso wie Güte, Bescheidenheit, Nachsicht und Geduld. Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn jemand euch Unrecht getan hat. Denn auch Christus hat euch vergeben. Wichtiger als alles andere ist die Liebe. Wenn ihr sie habt, wird euch nichts fehlen. Sie ist das Band, das euch verbindet. Und der Friede, den Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen. Gott hat euch dazu berufen, in Frieden miteinander zu leben; ihr gehört ja alle zu dem einen Leib von Christus. Dankt Gott dafür! Lasst die Botschaft von Christus ihren ganzen Reichtum bei euch entfalten. Unterweist und ermahnt euch gegenseitig mit aller Weisheit und dankt Gott von ganzem Herzen mit Psalmen, Lobgesängen und Liedern, die euch Gottes Geist schenkt. Ihr habt doch Gottes Gnade erfahren! All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken. Kolosser 3,9-17 Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Zum nachschlagen die verwendeten Bibelzitate im Text: (1) 1.Korinther 14,26 (2) Lukas 22,19.20 (3) Römer 12,16 Ingo Tauchert

  • Das Dankbarkeitsparadoxon

    Es war mal wieder so weit: Noch zwei Wochen, bis ich mit dem nächsten Blogbeitrag dran war. Noch keine wirkliche Idee … aber ich schreibe ja auch eh lieber über Dinge, die mich aktuell bewegen, als über solche, die mich vor 2 Wochen bewegt haben. Dann noch eine Woche … immer noch keine zündende Idee. Aber langsam wird die Zeit knapp. Also mal gründlich überlegen, was mich aktuell so beschäftigt … … … … Leere. So sehr ich auch versuchte etwas zu finden, was sich als Thema für diesen Beitrag eignet, mir wollte partout nichts einfallen. Gut, einige Fragen, die mich beschäftigten, gab es schon. Aber ich hätte vermutlich erst Theologie studieren und dann noch in 2 Tagen auf 40 weitere Jahre Lebenserfahrung vorausgreifen müssen, um auch nur ein paar ansatzweise zufriedenstellende Überlegungen dazu zu Papier bzw. zu HTML bringen zu können. Aber da musste doch etwas gewesen sein … irgendein Erlebnis mit Gott … irgendeine überraschende Segnung in letzter Zeit, von der man berichten könnte. Also fing ich an noch einmal anders an über die letzten Wochen nachzudenken, und zwar mit der Frage: Wofür bin ich dankbar? Dinge, die dankbar machen, müssten doch Dinge sein, die mich näher zu Gott gebracht haben … Wenn ich jemandem dankbar bin dafür, was in meinem Leben passiert, dann ja vor allem Gott … Dankbarkeit ist ja auch gerade ein großes gesellschaftliches Thema … Selbst in der Klatschpresse gibt es inzwischen Ratgeber, wie man mit einfachen Dankbarkeitsübungen zu mehr Lebensqualität kommt … Wem sind eigentlich Leute dankbar, die nicht an Gott glauben? ... Kann man zu positiver Psychologie Parallelen in der Bibel finden? … Was sagt die Bibel zu Dankbarkeit? … Wie definieren Psychologen eigentlich Dankbarkeit? … Ohne es zu merken war ich hinausgetrieben auf einen Ozean voller interessanter Gedanken. Und schon hätte ich ein tolles und interessantes Blog-Thema gehabt … wenn nicht Lea das Ganze 2021 schon einmal behandelt hätte. Zur Theorie und aktuellen Forschung zum Thema Dankbarkeit verlinke ich euch deshalb hier einfach noch mal Leas Artikel von 2021. Und trotzdem möchte ich heute noch ein paar Gedanken dazu mit euch teilen, da mir beim erneuten Nachsinnen über Dankbarkeit besonders ein Punkt ins Auge gesprungen ist, der mir sehr am Herzen liegt. Sehr verkürzt zusammengefasst kann man erstmal sagen, dass Dankbarkeit erwiesenermaßen zu einem glücklicheren und zufriedeneren Leben beiträgt, psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, vorbeugen und teilweise sogar zur Besserung organischer Erkrankungen beitragen kann. Dazu liest sich zum Beispiel einiges Interessantes in diesem Artikel des Wissenschaftsmagazins Spektrum. Natürlich finden sich auf der anderen Seite auch in der Bibel dutzende Verse zu Thema Dankbarkeit. Wie es der Zufall (?) will, habe ich mich erst kürzlich mit einem davon näher auseinandergesetzt: „Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus.“ (Philipper 4,6+7) Was für eine Aussage: Die Konsequenz von Dankbarkeit gegenüber Gott ist Frieden, der allen Verstand übersteigt! Ich denke alle, die ab und zu in der Bibel lesen, kennen diese Momente, in denen man eine Stelle liest, die man schon zigmal gelesen hat, und plötzlich ganz andere Aspekte hervorstechen als alle anderen Male zuvor. Erst kürzlich habe ich diese Stelle auf eine besondere Weise bearbeitet, indem ich ein Chorstück darüber für unsere letzte Gemeindefreizeit geschrieben habe. Dort lag mein Fokus auf dem übergeordneten Thema der Freude, das die ganze Passage prägt. Dabei waren mir natürlich auch Aspekte wie der resultierende Frieden oder die Aufforderung, sorglos zu sein, ins Auge gesprungen, die allesamt so wunderbar positiv sind. Aber erst bei der Recherche für diesen Beitrag ist plötzlich für mich die Dankbarkeit besonders hervorgestochen und zudem der fast schon kausale Zusammenhang, der hier von Paulus aufgebaut wird. Paulus – ihr Fachmann für positive Psychologie im ersten Jahrhundert 😉 Aber kommen wir zu dem Punkt, auf den ich hinaus möchte. Bei dieser Textstelle könnte es schnell wirken, als ginge es hier um einen attraktiven Handel: Ich gebe Dankbarkeit und im Gegenzug bekomme ich Frieden und Freude. Das hier ist aber nicht „Die Siedler von Catan“, wo ich mit etwas Glück ein Erz für drei Schafe bekomme, wenn ich lang genug bettele, weil ich blöd gebaut hab. Und allgemein klingt es doch falsch, dass ich für meine Dankbarkeit gegenüber Gott irgendetwas zurückerhalten sollte … In manchen anderen Stellen klingt es folglich auch so, als wäre Dankbarkeit eine erforderliche, aber rein einseitige Angelegenheit: „Deshalb lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furcht!“ (Hebräer 12,28) Oder hier: „Freut euch allezeit! Betet unablässig! Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1. Thessalonicher 5,16-18) Gott will also, dass wir dankbar sind. Und wer könnte es ihm verwehren? Er hat uns geschaffen, er hat uns in eine Welt gesetzt, die ein reines Paradies sein könnte (wenn wir nicht wären) und er hat sogar aus eigenem Antrieb einen Weg für uns geschaffen, wie wir vor ihm bestehen und in Ewigkeit mit ihm leben können. Kann er dafür nicht allemal verlangen, dass wir dankbar sind? Und ist es nicht geradezu frech, für unsere Dankbarkeit auch noch eine Gegenleistung zu erwarten? Man könnte unsere Situation ja problemlos so zusammenfassen: Wir nichts, er Gott. Aber das wunderbare ist: Obwohl er jedes Recht dazu hätte, ist Gott nicht so! Und das ist es, was mir bei meinen Überlegungen zum Thema Dankbarkeit mal wieder ein fassungsloses Kopfschütteln bereitet hat. Ich entschuldige mich an dieser Stelle, weil wir jetzt zu einem meiner Lieblingsthemen kommen, zu dem ich sicher schon unzählige Male etwas geschrieben oder erzählt habe. Aber es versetzt mich immer wieder in ehrfürchtiges Staunen und daher schreibe ich es gerne auch noch zum hundertsten Mal! Was die Gläubigen vor 2000 Jahren höchstens subjektiv erleben konnten, ist heute sogar empirisch nachweisbar: Dankbarkeit macht UNS glücklich! Die Betonung liegt hier auf UNS. Natürlich macht Dankbarkeit auch Gott glücklich, sofern er es ist, dem wir dankbar sind. Aber auf eine geniale Art und Weise hat Gott es (mal wieder) so eingerichtet, dass wir uns am Ende selbst etwas Gutes tun, wenn wir tun, was er sich wünscht – ihm dankbar sein! Immer und immer wieder bleibe ich daran hängen, dass Gott uns Gebote gibt, die auf den ersten Blick ebenso gut die Gebote eines weltlichen Herrschers sein könnten: „Seid mir dankbar!“ Aber dort, wo jeder weltliche Herrscher, egal ob er Nebukadnezar oder Putin heißt, dies aus reinem Eigennutz und Selbstverliebtheit einfordern würde, tut Gott es, weil er weiß, dass es uns guttut. Er ist der Schöpfer des Alls, ihm gebührt alle Ehre und aller Dank und trotzdem dreht er selbst das noch in etwas für uns. Mit diesem Gedanken möchte ich euch in die neue Woche entlassen 😊 Ich für meinen Teil werde versuchen, wieder mehr Augenmerk auf Dankbarkeit zu legen – vor dem Hintergrund dieses Beitrags nicht ganz uneigennützig 😉. Aber ich tu es in dem Wissen, dass Gott in seiner Liebe eingerichtet hat, dass meine ehrliche Dankbarkeit ihm gegenüber mir Frieden bescheren kann, der allen Verstand übersteigt. Der Verstand darf dann zur Abwechslung auch mal Pause machen und dem Staunen Platz machen. Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel Foto von Priscilla Du Preez auf Unsplash

  • "Du bist der Gott, der mich sieht"

    „The same procedure as every year?“ Höre ich den Butler in dem kleinen englischen Kabinettstückchen „Dinner for one“ fragen. Miss Sophie, die hochbetagte englische Lady, antwortet wie immer: „The same procedure as every year, James“. Worauf der arme Butler alle imaginären Geburtstagsgäste spielen und bewirten muss. Miss Sophie möchte ihren Geburtstag nicht alleine verbringen, obwohl ihre geschätzten Freunde allesamt bereits verstorben sind. Warum wir den Einakter immer nur zu Silvester im Fernsehen zu sehen bekommen? Ich kann mir vorstellen es liegt tatsächlich an dieser Frage: „Der gleiche Ablauf, wie jedes Jahr?“. Zum Jahreswechsel lohnt es sich das vergangene Jahr an sich vorbeiziehen zu lassen. Was ist passiert? Ein neues Jahr ist für mich gleichbedeutend mit einem kleinen Neuanfang. Was kann ich ändern? Was sind meine Ziele? Wo stehe ich? – Sollte das neue Jahr, wie „jedes“ Jahr ablaufen? – Darauf mag jeder seine eigene Antwort finden. Ich für mich kann da nur sagen: „Lieber nicht“. Oft überrollten mich Ereignisse und ließen mich ziemlich handlungsunfähig zurück. Und immer die gleichen, über Jahre eingeübten Reaktionen, haben eigentlich nie richtig funktioniert. Es ist Zeit, das zu erkennen und zu verändern. „Du bist der Gott, der mich sieht“ (1.Mose 16,13) Ja, was sieht Gott in mir? Passend dazu fiel mir ein Text wieder in die Hand, von dem ich schon beim ersten Lesen ganz beseelt war. Ich schreibe ihn hier mal für euch auf. Für alle freudlosen, zerbrochenen, grübelnden Mitmenschen und alle Anderen und für mich: Hey Gott Ich: Hey Gott. Gott: Hallo. Ich: Ich falle auseinander. Kannst du mich wieder zusammensetzen? Gott: Das möchte ich lieber nicht machen. Ich: Warum nicht? Gott: Weil du kein Puzzle bist. Ich: Was ist denn mit all den Teilen meines Lebens, die hinunter auf den Boden fallen? Gott: Lass sie für eine Weile dort liegen. Sie sind aus einem bestimmten Grund heruntergefallen. Nimm dir etwas Zeit und entscheide, ob du einige Teile noch brauchst. Ich: Du verstehst nicht! Ich zerbreche! Gott: Nein, du verstehst nicht. Du durchbrichst. Was du fühlst, sind nur Wachstumsschmerzen. Du verlierst die Dinge und die Leute in deinem Leben, die dich zurückhalten. Du zerbrichst nicht. Alles fällt an seinen Platz. Entspanne dich! Atme tief ein und erlaube den Dingen, die du nicht mehr brauchst, von dir abzufallen. Höre auf, dich an den Teilen festzuhalten, die nicht mehr zu dir passen. Lass sie abfallen. Lass sie gehen. Ich: Wenn ich das zulasse, was wird dann noch von mir übrig sein? Gott: Nur die allerbesten Stücke von dir. Ich: Ich habe Angst mich zu verändern. Gott: Das versuche ich dir die ganze Zeit zu sagen: Du veränderst dich nicht – du wirst. Ich: Zu was werde ich? Gott: Du wirst der, zu dem ich dich geschaffen habe. Ein Mensch des Lichts und der Liebe und der Nächstenliebe und der Hoffnung und des Mutes und der Freude und der Barmherzigkeit und der Gnade und des Mitgefühls. Ich habe dich zu mehr geschaffen, als nur die oberflächlichen Dinge, mit denen du dich schmücken willst, an die du dich mit solcher Gier und Angst festklammerst. Lass die Dinge von dir abfallen. Ich liebe dich! Verändere dich nicht…Werde! Werde der, zu dem ich dich geschaffen habe. Das werde ich dir solange sagen, bis du dich daran erinnerst. Ich: Da fällt noch ein Stück herunter. Gott: Ja. Lass es gehen. Ich: Also…bin ich nicht zerbrochen? Gott: Natürlich nicht! Du brichst an wie die Dämmerung. Es ist ein neuer Tag. Werde! (Von John Roedel https://www.johnroedel.com/post/manage-your-blog-from-your-live-site - Danke, Hannah-Maria für die Übersetzung!) Quelle: Pixabay - kostenlose Fotos Ob Hagar, von der die Worte aus 1. Mose stammen, auch so dachte? Die Magd Sarais, die von Abram schwanger wurde, was ja ausdrücklich von ihrer Herrin gewünscht wurde. Dann lesen wir, dass Sarai sie schlecht behandelte. Ob Sarai eifersüchtig war? Hagars Leben schien sich auch aufzulösen und sie flieht in die Wüste. Ein Engel Gottes sprach mit ihr, vielleicht so ähnlich wie oben? Hagar fasste neuen Mut, sich ihrem Leben zu stellen und kehrte zurück zu Abram und Sarai, weil Gott der Gott ist, der sie sieht! Vielleicht hat der ein oder andere schon bemerkt, dass ich die Jahreslosung 2023 als Überschrift gewählt habe. Sie passt einfach so gut! Denn letzte Woche habe ich auf dem Weg zur Arbeit im Autoradio eine kleine Morgenandacht zu diesem Bibelvers gehört, die mir noch eine wunderbare Sichtweise eröffnete. Es geht um den Propheten Samuel, der von Gott beauftragt wurde, den neuen König zu suchen und zu salben. Er kam also zu Isai, der ihm stolz nacheinander alle seine Söhne vorstellte. Wahrscheinlich stattliche junge Männer, nur für Samuel war nicht der Richtige dabei. Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und auf seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn ⟨der HERR sieht⟩ nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz. (1.Samuel 16,7) Wir sehen was unsere Augen sehen. Größe, Ausdruck, Schönheit, Leistung. Alles Äußerlichkeiten, die einen Eindruck hinterlassen. Gott sieht das Herz an! Deshalb wurde der jüngste und kleinste erwählt und Samuel salbte David zum König. Dass David kein perfekter Mensch war, war nicht wichtig. Er machte so manchen Fehler und durfte daran wachsen. David erkannte diese und bereute von ganzem Herzen! Vielleicht mit den Worten: Du bist der Gott, der mich sieht! Gott sieht mich, weil er mein Herz ansieht. Das, was im Herzen bewegt wird, das macht mich aus. Also schaue ich da mal direkt hin. Das Herz steht für Liebe. In Liebe tragen und getragen werden. So wie oben im Text beschrieben: „Du wirst der, zu dem ich dich geschaffen habe. Ein Mensch des Lichts und der Liebe und der Nächstenliebe und der Hoffnung und des Mutes und der Freude und der Barmherzigkeit und der Gnade und des Mitgefühls.“ Irgendwie werde ich von dem Gedanken ins neue Jahr getragen, dass es für mich noch viel zu entdecken gibt. Dass ich die „Spannungsfelder“ zu „Übungsfeldern“ umnutzen kann und so weiter im Glauben, in der Hoffnung und mit Zuversicht wachsen kann. Mit Gottes Hilfe, weil er mich sieht. Eure Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Elberfelder Bibel 2006, © 2006 by SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen entnommen.

  • Der Lauf der Dinge

    Er muss wachsen, ich muss abnehmen. Das sagt Johannes der Täufer zu einem Juden, der ihn darauf hinweist, dass auch Jesus Menschen tauft. Wie komme ich auf diesen Satz? Nun, dieses neue Jahr 2023 wird für mich das Jahr werden, in dem sich meine lange Berufszeit als Ingenieur dem Ende zuneigt. Mein 63. Geburtstag am 22. September wird – so Gott will – auch mein letzter Arbeitstag vor dem Beginn der Rente sein. Schon jetzt, rechtzeitig vor meinem Ausscheiden, bin ich damit beschäftigt, meine recht zahlreichen Aufgaben im Unternehmen zu übergeben. Da gibt es einen jungen Kollegen, der seit zwei Jahren Projekte gemeinsam mit mir bearbeitet. Jetzt ist es an der Zeit, dass er die Projektverantwortung sukzessive auch allein tragen muss. „Er muss wachsen, ich muss abnehmen." In einem anderen Bereich gilt es, Aufgaben die ich bisher alleine erledigt habe, für die Zukunft auf mehrere Köpfe zu verteilen. Auch hier muss ich Dinge, die ich seit mehreren Jahren wie selbstverständlich so nebenbei erledigt habe, zunächst mal sammeln, um sie dann zu sortieren und neu zuzuordnen. Im nächsten Schritt werde ich dann die Kolleginnen und Kollegen, die zukünftig Teile der Aufgaben übernehmen sollen, an diese Tätigkeiten heranführen und schon mal "üben" lassen. Wieder ein Paket, in dem mein Handeln abnimmt, damit andere darin wachsen können. Das alles führt natürlich dazu, dass mein Arbeitspensum sukzessive abnimmt. Ein Gedanke, der mich noch vor zwei Jahren in eine Depression geführt hat, die ich nur durch eine stationäre Therapie überwinden konnte. In dieser Zeit habe ich viel über mich lernen können, neues entdecken dürfen und einiges im Denken und Handeln ändern müssen. Was mir in dieser Zeit sehr geholfen hat war, jederzeit das Gefühl zu haben, von Gott getragen und behutsam auf den neuen Lebensabschnitt vorbereitet zu werden. So konnte ich dann auch ohne das Gefühl, womöglich nur noch das Nötigste zu machen, die Entscheidung treffen, für den Rest der Zeit in Teilzeit zu arbeiten. Wer mich kennt wird verstehen, wie groß dieser Schritt für mich war. Gleichzeitig kam dann auch noch die Entscheidung dazu, zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Rente zu gehen. Damit waren beruflich die Weichen gestellt, langsam aber bewusst und mit klarem Ende, weiter abzunehmen, um einer neuen Generation Platz zum Wachsen zu machen. Die "neue Generation" führt mich dann auch ins Private. Ganz allgemein scheint es vernünftig zu sein, dass meine Generation, die nur Frieden kennt, die nur Wachstum und Wohlstand kennt, immer nur bergauf, jetzt abnehmen muss, damit der damit einhergehende Raubbau an Natur und Ressourcen gebremst werden kann. Nur so wird die neue, junge Generation die Chance haben, Dinge zu verändern. Vermutlich sind diese "Jungen" auch besser gewappnet, mit Krisen umzugehen, weil sie bereits jetzt damit aufwachsen. Neudeutsch heißt das wohl "Resilienz". An den eigenen Kindern kann ich diesen Übergang von Abnehmen und Wachsen gut beobachten. In vielen Belangen vereinen sie Talente und Eigenschaften in sich, die ich gerne gehabt hätte. Dazu gehören ein hohes Maß an Empathie, Musikalität, Kreativität und ein starker, sichtbarer Glaube. Auch viele Dinge, die meine Frau und ich viele Jahre lang für die Gemeinde gemacht haben, werden längst von unseren Kindern weitergeführt. So kann ich auch hier beruhigt abnehmen und der nächsten Generation Raum zum Wachsen geben. Das mag jetzt klingen wie ein verfrühter Nachruf, wie Abnehmen bis zum Verschwinden. Allerdings ist es das keineswegs. Vielmehr ist es das Loslassen all der Dinge, die die Vergangenheit (und zum Teil noch die Gegenwart) bestimmt haben, um das Leben neu zu ordnen, Dinge anders und mit Gottes Hilfe hoffentlich besser zu machen, Neues zu entdecken und neue Aufgaben zu übernehmen. Ein echter Neustart also. Dabei geht es mir (und meiner Frau) im Wesentlichen – wen wundert's – doch wieder um ein Projekt, sogar um ein Bauprojekt. Dieses Projekt heißt „Gemeinde bauen“. An einem neuen Ort, mit neuen Rahmenbedingungen und neuen „Projektbeteiligten“, fast so, wie es Paulus beschreibt: "Das alte ist vergangen. Siehe, neues ist geworden." (2. Korinther 5,17) Mit Spannung und großer Vorfreude sehe ich diesem Neuen entgegen und hoffe dabei auf Gottes Mitwirken und Segen, denn: "So ist weder der da pflanzt etwas, noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt. Der aber pflanzt und der begießt, sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit. Denn Gottes Mitarbeiter sind wir; Gottes Ackerfeld, Gottes Bau seid ihr." (1. Korinther 3,7-9) In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes neues Jahr in Gottes Ackerfeld! Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott) Euer Peter Photo by Nick Fewings on Unsplash

  • Hohoho oder Halleluja?

    Wie verbringt ihr die Feiertage? Wird bei euch überhaupt Weihnachten gefeiert? Wenn ja, wie? Und was bedeutet es für euch? Steht der Weihnachtsmann oder Jesus im Mittelpunkt? Oder doch etwas ganz anderes? Jetzt da wir Weihnachten mit zwei kleinen Kindern feiern und die Große auch langsam versteht, was passiert, habe ich angefangen, neu darüber nachzudenken, was mir Weihnachten bedeutet und warum wir es überhaupt feiern. Es gibt ja durchaus auch einige Christen, die Weihnachten ablehnen. Was erzähle ich also meinen Kindern? Ich sehe kein Problem darin, dieses Fest zu nutzen, um Gott und Jesus mehr denn je in den Mittelpunkt zu stellen. Vor allem an so besinnlichen Tagen, an denen man lange zusammen sitzt und sich unterhält, ergeben sich öfter Gespräche, die den Glauben thematisieren. Warum also nicht diese Chance nutzen? Auch für unsere Kinder hat sich jetzt um so mehr die Gelegenheit geboten, ihnen von Jesu Geburt zu erzählen und die entsprechende Geschichte in der Kinderbibel nachzulesen. Also wie ihr seht wird bei uns Weihnachten gefeiert. Heiligabend seit einigen Jahren mit unseren besten Freunden und deren Kindern und am ersten bzw. zweiten Feiertag mit meiner bzw. der Familie meines Mannes. Für mich bedeutet Weihnachten sehr viel Liebe, Familie, Besinnlichkeit und das alles mit Gott im Mittelpunkt und immer im Hinterkopf. Natürlich ist Gott jeden Tag an meiner Seite, aber es ist schön, sich an so einem Tag besonders darauf konzentrieren zu können, dass Gott Jesus zu uns auf die Welt geschickt hat. Und da es schön ist, anderen eine Freude zu machen, gibt's auch ein paar Geschenke. Nicht vom Weihnachtsmann und auch nicht vom Christkind, sondern von Menschen, denen man am Herzen liegt. Da heute vermutlich viele von euch besseres zu tun haben als einen ellenlangen Beitrag von mir zu lesen (und ich auch recht angeschlagen bin), belasse ich es für heute dabei, euch einen kleinen Einblick in unser Weihnachten gegeben zu haben. Ich möchte aber gerne zu einem kleinen Austausch in den Kommentaren einladen: Wie sieht es bei euch aus? Was bedeutet euch Weihnachten oder eben auch nicht? In wünsche euch noch schöne besinnliche Weihnachten und Gottes Segen. Eure Lisa „Und es geschah, während sie dort waren, dass die Zeit kam, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe, denn in der Herberge war kein Platz für sie. Und es waren Hirten in jener Gegend auf freiem Feld und hielten in der Nacht Wache bei ihrer Herde. Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und der Glanz des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr. Da sagte der Engel zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn seht, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird: Euch wurde heute der Retter geboren, der Gesalbte, der Herr, in der Stadt Davids. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Futterkrippe liegt. Und auf einmal war bei dem Engel die ganze himmlische Heerschar, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden unter den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,6-14)

  • Ein wunderbarer Plan

    Vor ein paar Wochen war ich damit an der Reihe, einen Gedanken beziehungsweise kurzen Vortrag für unsere Gemeinde vorzubereiten. Auf der Suche nach Inspiration habe ich vorab den Teil der Tageslese gelesen, der an dem Sonntag an der Reihe war, an dem ich meinen Vortrag halten sollte. Unter anderem sah mein Leseplan für diesen Tag Nehemia 8 vor. Das Kapitel beschreibt, wie die Israeliten zum ersten Mal nachdem sie aus der Gefangenschaft wieder nach Israel zurückgekehrt sind das Laubhüttenfest feiern. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass mein Wissen über die jüdischen Feste, die im Alten Testament beschrieben werden, schon immer eher begrenzt war. Ich kenne viele Geschwister in meiner Gemeinde, die dieses Thema wahnsinnig interessant finden und sich neben den Vorgaben, die man in den fünf Büchern Mose zu diesen Festen findet, auch noch mit der Vielzahl an jüdischen Traditionen auskennen, die sich mit der Zeit um diese Feste herum entwickelt haben. Ich beschloss daher meine Lese in Nehemia 8 zum Anlass zu nehmen, mich auch einmal etwas genauer mit dem Laubhüttenfest und den anderen jüdischen Festen auseinanderzusetzen. Zu welchen Schlüssen ich dabei gekommen bin, möchte ich heute in meinem Beitrag mit euch teilen. Wenn ihr euch schon sehr gut mit den einzelnen Festen auskennt, dann könnt ihr gerne zur Überschrift „Die Feste im Jahresverlauf“ springen, denn ab dort teile ich meine eigenen Gedanken dazu, was für ein wunderbares Bild die Feste und ihre Reihenfolge im Jahr auf Gottes Plan mit der Welt sein können. Für alle von euch, die einen ähnlichen Wissensstand haben wie ich noch vor ein paar Wochen oder die eine kurze Auffrischung brauchen, möchte ich zuerst die einzelnen Feste kurz beschreiben. Das Laubhüttenfest Beginnen wir bei dem Fest, das auch für mich der Ausgangspunkt für mein Bibelstudium zu den jüdischen Festen war: dem Laubhüttenfest. Datum, Anlass und Ablauf des Laubhüttenfestes werden in 3. Mose 23, 33-43 und 5. Mose 16, 13-16 beschrieben. Am besten lest ihr die Stellen für euch einmal in Gänze, hier nur die wesentlichsten Punkte: „Und der HERR redete zu Mose: Rede zu den Söhnen Israel: Am fünfzehnten Tag dieses siebten Monats ist das Fest der Laubhütten sieben Tage für den Herrn.“ (3. Mose 23, 33+34) „In Laubhütten sollt ihr wohnen sieben Tage. Alle Einheimischen in Israel sollen in Laubhütten wohnen, damit eure Generationen wissen, dass ich die Söhne Israel in Laubhütten habe wohnen lassen, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte.“ (3. Mose 23,42+43) „Das Fest der Laubhütten sollst du sieben Tage lang feiern, wenn du den Ertrag von deiner Tenne und von deiner Kelterkufe einsammelst.“ (5. Mose 16,13) Es handelt sich beim Laubhüttenfest demnach um ein Fest, das als eine Art Erntedankfest gefeiert wird. Es erinnert daran, wie Gott sein Volk in der Wüste versorgt hat und schenkt gleichzeitig Vertrauen darauf, dass Gott sein Volk weiter versorgen wird und im nächsten Jahr wieder eine gute Ernte folgen wird (s. 5. Mose 16,15). Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass das Laubhüttenfest gemäß dem Gesetz zu den Wallfahrtsfesten gehört (s. 5. Mose 16,16). Das Volk versammelte sich also in Jerusalem, um gemeinsam das Fest zu feiern. Passah und Fest der ungesäuerten Brote In dem Kapitel aus 3. Mose, das ich oben zitiere, werden neben dem Laubhüttenfest auch noch die weiteren wichtigen Jahresfeste beschrieben, beginnend mit dem Passahfest und dem Fest der ungesäuerten Brote. „Im ersten Monat, am Vierzehnten des Monats, zwischen den zwei Abenden, ist Passah dem HERRN. Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote dem HERRN; sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen.“ (3. Mose 23, 5+6) Das Passahfest und das Fest der ungesäuerten Brote wurden eingesetzt um die Israeliten an den Auszug aus Ägypten zu erinnern. „Beachte den Monat Abib und feiere Passah dem HERRN, deinem Gott! Denn im Monat Abib hat der HERR, dein Gott, dich nachts aus Ägypten herausgeführt. Und du sollst für den HERRN, deinen Gott, das Passah schlachten, Schafe und Rinder, an der Stätte, die der HERR erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Du sollst kein Gesäuertes dazu essen. Sieben Tage sollst du ungesäuerte Brote dazu essen, Brot des Elends – denn in Hast bist du aus dem Land Ägypten ausgezogen –, damit du an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten denkst alle Tage deines Lebens.“ (5. Mose 16, 1-3) Genau wie zum Laubhüttenfest zog auch zum Passahfest das Volk nach Jerusalem herauf, um das Fest zu feiern (s. 5. Mose 16,16). Fest der Erstlinge/ Wochenfest 50 Tage nach dem Passah beziehungsweise sieben Woche und einen Tag später, gezählt ab dem Sabbat, wurde das Fest der Erstlingsfrucht – auch das Wochenfest genannt – gefeiert. Das Fest liegt ebenfalls im Frühling und feiert die ersten Erträge, die die Ernte des Jahres gebracht hat. Genaueres findet ihr unter anderem wieder in 3. Mose 23 und 5. Mose 16. Das Wochenfest ist außerdem das dritte der drei Wallfahrtsfeste, die in Jerusalem gefeiert wurden. Versöhnungstag Der Versöhnungstag ist noch heute der höchste jüdische Feiertag. An diesem Tag wird durch den Hohepriester Sühnung für das Volk erwirkt, sie werden also von ihren Sünden befreit. Der genaue Ablauf wird in 3. Mose 16 beschrieben. Hier nur ein kurzer Abschnitt, der die Bedeutung des Tages zusammenfasst: „Und dies soll euch zu einer ewigen Ordnung sein: Im siebten Monat, am Zehnten des Monats, sollt ihr euch selbst demütigen und keinerlei Arbeit tun, der Einheimische und der Fremde, der in eurer Mitte als Fremder wohnt. Denn an diesem Tag wird man für euch Sühnung erwirken, um euch zu reinigen; von all euren Sünden werdet ihr rein sein vor dem HERRN. Ein Sabbat völliger Ruhe soll er euch sein, und ihr sollt euch selbst demütigen – eine ewige Ordnung.“ (3. Mose 16, 29-31) Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass dieser Tag auch zur Weihung neuer Priester genutzt wurde, die den Dienst von ihren Vätern übernahmen: „Und der Priester soll Sühnung erwirken, den man salben wird und dem man die Hand füllt, damit er den Priesterdienst an seines Vaters statt ausübt. Er soll die Kleider aus Leinen anziehen, die heiligen Kleider, und er soll Sühnung erwirken für das heilige Heiligtum und für das Zelt der Begegnung. […]“ (3. Mose 16, 32+33) Fest der Posaunen Ein weiteres Jahresfest, das in den fünf Büchern Mose festgesetzt wird, ist das Fest der Posaunen oder auch Fest des Hornblasens am Ersten des siebten Monats. Bei diesem Fest handelt es sich um das jüdische Neujahrsfest, welches durch den Schall der Posaune (bzw. des Schofarhorns) angekündigt wird. Die Feste im Jahresverlauf Bei den zuvor beschriebenen Festen handelt es sich um die fünf Jahresfeste, die wir in den Gesetzesbüchern finden. Denjenigen von euch, die zum Beispiel Purim und Chanukah in meiner Aufzählung vermissen, sei daher gesagt, dass diese Feste nicht zu den ursprünglich eingesetzten Festen gehören, sondern diese Feste sich erst später im Laufe der Geschichte entwickelt haben. Ich möchte mich heute auf die fünf Feste konzentrieren, von denen wir in den fünf Büchern Mose lesen. Sowohl nach der Zählweise der jüdischen Monate als auch nach unserem gregorianischen Kalender ergibt sich für die fünf Feste folgende Reihenfolge im Jahr: 1. Passah und Fest der ungesäuerten Brote (14./ 15. Tag des ersten Monats) 2. Fest der Erstlinge/ Wochenfest (50 Tage nach dem Passah) 3. Fest der Posaunen (1. Tag des siebten Monats) 4. Versöhnungstag (10. Tag des siebten Monats) 5. Laubhüttenfest (15. Tag des siebten Monats) Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Was hat mich an dieser Reihenfolge so fasziniert, dass ich mich entschieden habe, meinen Vortrag und auch meinen heutigen Beitrag diesem Thema zu widmen? Für euch ist es vielleicht nicht neu, aber für mich war es das erste Mal, dass ich mir bewusst gemacht habe, in welcher Reihenfolge diese einzelnen Feste gefeiert werden. Und dabei ist mir aufgefallen, dass die Verteilung der Feste über das Jahr hinweg auch gleichzeitig ein viel größeres Bild auf Gottes Plan mit der Welt darstellt. Die Frühlingsfeste – Jesu ersten Kommen Die ersten beiden Feste im Jahresverlauf sind die beiden Frühlingsfeste: das Passahfest und das Wochenfest. Diese beiden Feste sind nicht ohne Grund die beiden Feste, die vermutlich den meisten Christen ebenfalls ein Begriff sind. Heute kennen wir sie als Ostern und Pfingsten. Beide Feste haben durch Jesus eine neue Bedeutung erhalten. Jesu Tod und Auferstehung in Zusammenhang mit dem Passahfest in Jerusalem war gewissermaßen die Erfüllung dieses schon seit so langer Zeit bestehenden Festes, indem Jesus als perfektes Lamm anstelle des Passahlamms „geschlachtet“ wurde. Heute feiern wir Christen Ostern um an diese Ereignisse zu erinnern. Auch das Fest der Wochen hat durch Jesus eine neue Bedeutung bekommen. Der in Apostelgeschichte 2 als Pfingstfest beschriebene Tag, war das Fest der Wochen, fünfzig Tage (griech. pentekoste -> Ursprung des Wortes Pfingsten) nach dem Passahfest. Heute denken wir in Verbindung mit Pfingsten an das Kommen des Heiligen Geistes, die Pfingstpredigt von Petrus und die Entstehung der Gemeinde mit den Taufen von dreitausend Menschen an diesem Tag. Gefeiert werden heute also gewissermaßen die Erstlinge der Ernte im übertragenen Sinn: die Erstlinge der Gemeinde. Nach den Frühlingsfesten im ersten Monat gibt es zunächst eine sehr lange Pause bevor die Herbstfeste beginnen. Dehnt man das Bild der Feste im Jahresverlauf auf das gesamte Weltgeschehen aus, befinden wir uns im Moment in dieser Zeit. Jesu erstes Kommen ist nun schon über 2.000 Jahre her. Doch als Christen glauben wir daran, dass Jesus zurückkehren wird. Und ich glaube, so wie die Frühlingsfeste sich mit Jesu erstem Kommen erfüllt haben, können die Herbstfeste ein Bild für Jesu zweites Kommen sein. Der Schall der Posaune Das erste Herbstfest ist zeitgleich das Neujahrsfest – der Beginn von etwas Neuem. Angekündigt wird das Fest durch den Schall der Posaune. Dieses Bild kennen wir auch in Verbindung mit Jesu Wiederkehr: „Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und beim Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, […]“ (1. Thessalonicher 4,16) So wie der Schall der Posaune den Beginn des neuen Jahres ankündigt, wird auch die Wiederkehr Jesu der Beginn von etwas Neuem sein und eine neue Zeit einleiten. Ein Sabbat völliger Ruhe Das nächste Fest in der chronologischen Reihenfolge ist der Versöhnungstag. Die Bilder, die sich aus dem Versöhnungstag auf Christus ableiten lassen, sind so zahlreich, dass man gleich mehrere Blogbeiträge dazu schreiben könnte. So beschreibt insbesondere der Hebräerbrief, wie die Hohepriester des Alten Testaments ein Bild auf Jesus waren und dass das jährliche Opfer zur Sühnung des Volkes in Jesu Opfer seine endgültige Erfüllung gefunden hat, indem er ein für alle Mal Sühnung für die Welt erwirkt hat. Doch ich glaube, auch eingeordnet in die Reihenfolge der jüdischen Jahresfeste können wir aus der Bildsprache des Versöhnungstages etwas ableiten. Denn so wie das Volk Israel am Versöhnungstag bildlich von seinen Sünden befreit wurde, werden wir nach Jesu Wiederkehr nicht nur bildlich sondern auch tatsächlich von unseren Sünden befreit sein. Zwar vergibt uns Gott schon heute, wenn wir uns ihm zuwenden, und ist dazu bereit uns so anzusehen als wären wir schon jetzt rein von Sünde. Doch tatsächlich frei von Sünde werden wir erst nach Jesu Wiederkehr sein. „Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: „Verschlungen ist der Tod in Sieg.“ „Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?“ Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15, 54-57) Außerdem wird der Versöhnungstag beschrieben als ein „Sabbat völliger Ruhe“ (3. Mose 16,31). Auch dies ist ein Bild, welches sich erst mit der Wiederkehr Christi vollständig erfüllen wird, wenn eine ewige Sabbatruhe eingeleitet wird. „Denn wenn Josua sie in die Ruhe gebracht hätte, würde er danach nicht von einem anderen Tag geredet haben. Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig.“ (Hebräer 4, 8+9) Das Ende der Ernte Nachdem ich den Beitrag mit dem Laubhüttenfest begonnen habe, schließt sich an dieser Stelle der Kreis, denn das Laubhüttenfest stellt gleichzeitig auch das Ende dar. Es ist das letzte der Jahresfeste. Ich denke, ein wesentliches Bild auf Gottes Plan liegt darin, dass das Laubhüttenfest am Ende der Ernte gefeiert wird. So wie Pfingsten den Beginn der Ernte und die Erstlinge der Gemeinde darstellt, beschreibt das Laubhüttenfest die Vollendung der Ernte. Diese kann man auch als Vollendung des Zeitalters deuten, so wie Jesus die Ernte im Gleichnis vom Unkraut des Ackers (Matthäus 13, 24-30) für seine Jünger wie folgt auslegt: „[…] die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind die Engel. Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Fallstricke zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun […]. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters.“ (Matthäus 13, 39-43) Ich denke, in Verbindung mit dieser Stelle kann man das Ende der Ernte als Ende des 1.000-jährigen Reiches verstehen und das Zusammenlesen des Unkrauts aus dem Reich des Sohnes des Menschen als den zweiten Tod (s. auch Offenbarung 21,8). Das Laubhüttenfest würde demnach den Zeitpunkt beschreiben, an dem die letzten Menschen, die auch nach Jesu Wiederkehr nicht Teil von Gottes Reich sein wollen, gestorben sind und schließlich nur noch diejenigen übrig bleiben, die Jesus als ihren Herrn anerkannt haben. Wenn man bei dieser zeitlichen Einteilung bleibt, dann passt auch ein weiterer Aspekt des Laubhüttenfestes wunderbar in dieses Bild. Schließlich ist das Laubhüttenfest auch das letzte der drei Wallfahrtsfeste. Mein Vorschlag ist daher, dass sich diese letzte Wallfahrt nicht mehr auf das Jerusalem bezieht, was wir heute kennen, sondern auf das neue Jerusalem, welches in Offenbarung 21 und 22 beschrieben wird. (Ich kann euch an dieser Stelle nur empfehlen, tatsächlich das ganze Kapitel 21 und auch den Beginn von Kapitel 22 zu lesen, während ich mich in diesem Beitrag auf ein kürzeres Zitat beschränken muss.) „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Nationen sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offenbarung 21,1-4) Somit beschreibt das Laubhüttenfest nicht nur das Ende der Feste im Jahreskreis, sondern auch die Vollendung von Gottes Plan. Advent Bei allen, die es bis zu diesem Abschnitt geschafft haben, möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken, dass ihr so lange durchgehalten habt. Dabei gäbe es zu den einzelnen Festen und ihrer Bedeutung in Gottes Plan noch viel mehr zu schreiben als ich mir bei meinem bescheidenen Bibelstudium zu dem Thema überlegt habe. Ich hoffe trotzdem, ich konnte euch mit diesem Überblick über die Feste hier und da ein paar neue Gedanken mit auf den Weg geben. Was mich an der Reihenfolge und Bedeutung der Feste so fasziniert hat, ist, wie wunderbar die Bildsprache der Feste sich auch auf das große Ganze übertragen lässt und dadurch zeigt, wie stimmig die Bibel ist. Außerdem zeigt es uns erneut, wie lange Gottes Plan mit der Welt schon feststeht, sodass sogar die Feste, die zur Zeit Moses eingesetzt wurden, schon ein Bild auf Jesus und sein erstes und zweites Kommen waren. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir uns gerade in der Adventszeit befinden, konnte ich aus meinem Bibelstudium zu dem Thema viel mitnehmen. Der Advent beschreibt die Ankunft Jesu bei seinem ersten Kommen. Gleichzeitig kann die Adventszeit für uns Christen aber auch eine Erinnerung daran sein, dass das noch nicht alles war. Denn wir befinden uns immer noch in der Adventszeit, die Jesu zweitem Kommen vorausgeht. Die Frühlingsfeste haben in Jesus bereits ihre Erfüllung gefunden und wir befinden uns in der vergleichbar langen Zeitspanne zwischen Frühlingsfesten und Herbstfesten, in der die Ernte andauert. Doch wir dürfen darauf vertrauen, dass sich auch die Herbstfeste noch durch Jesu Wiederkehr erfüllen werden und der Schall der Posaune für uns eine neue Zeit einleiten wird. Die ausstehende Sabbatruhe, die die Welt so dringend braucht. In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne restliche Adventszeit, die nicht nur von Vorfreude auf Weihnachtsgeschenke und ein paar freie Tage geprägt ist, sondern auch mit Vorfreude auf den Tag, an dem unser Herr zurückkommt und wir die Erfüllung der ausstehenden Feste mit eigenen Augen sehen dürfen. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Welt ohne Geld

    Was mich bewegt Wir leben in einer Zeitenwende. In einer Welt, in der sich die Dinge gerade einmal wieder zuspitzen. Und zum ersten Mal ist wirklich die ganze Welt betroffen. Peter hat in seinem letzten Beitrag auch davon geschrieben. Vor knapp einem Jahr berichtete ich hier von einem Buch, in dem der Autor die Frage aufwirft: Mit welchem Bild kann den Problemen der Jetztzeit begegnet werden? Wahrscheinlich hat sich diese Frage in meinem Hinterkopf festgesetzt und heute ein weiteres Bild für eine Lösung hervorgebracht. Ich glaube es ist sehr provokant und deshalb fällt es dir sicherlich auch schwer, dich darauf einzulassen. Deshalb hier die Bitte an dich, weiterzulesen und zu versuchen, dem Gedanken zu folgen. Was ist Der Wunsch nach Wohlstand hat die ganze Welt, die Schöpfung, an den Rand des Ruins geführt. Die Globalisierung der letzen 30 Jahre hat dazu einen großen Beitrag geleistet. Es wird produziert, was die Erde hergibt. Die Welt hat sich vernetzt und ist kleiner geworden. Für eine Großteil der Menschen ist es heute möglich, jeden Ort der Welt zu erreichen. Der "Antrieb" ist, möglichst viel Geld zu haben, um sich alles leisten zu können. Leider ist dieser "Antrieb" völlig heiß gelaufen. Es gibt viele Verlierer und nur wenig Gewinner. Das Geld fließt dahin, wo schon viel vorhanden ist. Kann so das dringendste Problem der Zeit gelöst werden? Kann die Klimakrise abgewendet werden, indem der Ausstoß von Treibhausgas auf null gebracht wird? Auf der Klimakonferenz in Ägypten wurde deutlich, dass ein konzertiertes Vorgehen der ganzen Welt noch immer nicht eingesehen wird. Anstatt notwendige Schritte abzustimmen und zu beschließen, wird sich darüber gestritten, wer die Folgen des Klimawandels bezahlt. Wer ist der Verursacher? Es wird immer wieder deutlich, am Ende geht es ums Geld. Woher kommt es und wofür wird es ausgegeben. Dabei ist im Grunde klar, dass alles dafür getan werden muss, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Mein Bild Wenn die Reduzierung von CO2 das Gebot der Stunde ist, sollte diesem Ziel alles unterstellt werden. Und wenn das Geld oder die Beschaffung von Geld dem immer wieder im Weg steht, sollte es für eine Zeit abgeschafft werden. Die Vermehrung von Geld macht keinen Sinn mehr. Sinn macht nur noch, die Schöpfung zu retten und bei allem Tun die CO2-Reduzierung zu bewerten. Gel(d)tung kann nur noch die Verfolgung dieses Ziels bringen. Ein Landwirt denkt bei der Planung seines Anbaus und seines Ernteziels nur noch daran, die Menschen in seiner Region zu versorgen, keinen Überfluss zu erzeugen und möglichst wenig CO2 bei der Arbeit auszustoßen. Dass sein Einkommen stimmt, spielt keine Rolle mehr. Die Weltgemeinschaft kann ihr aufgebautes Netzwerk dazu nutzen, abgestimmt vorzugehen. Das Ziel - Null CO2 - der Weltrettung ist klar. Die Befriedigung der Grundbedürfnisse muss an 1. Stelle stehen. Die Erzeugung von Überfluss wird verboten. Forscher können ihr ganzes Streben in die Erfindung von Lösungen zur Einsparung von CO2 setzen. Keinen Gedanke mehr daran verschwenden, wie das Projekt an Fördergeld kommt. Arbeitslose Menschen gibt es nicht mehr. Windräder aufstellen oder Solaranlagen auf das Dach bringen, kann jeder. Jedenfalls kann jeder dabei helfen. Und wenn Küstenstreifen zum Schutz vor dem Hochwasser unbedingt noch höher eingedeicht werden müssen, dann kann damit begonnen werden. Wobei ich in manchen Fällen das Aufgeben von Landstrichen oder Inseln auch vernünftig finden kann. Die Menschen die heute mit der Verwaltung von Geld beschäftigt sind, werden dafür gebraucht, die Bilanzen für die Einsparung von CO2 zu erstellen. Diese Beispiele fallen mir ein, weil ich mich auf den Gedanken "Welt ohne Geld" eingelassen habe. Sie sind natürlich unvollständig und alles andere als durchdacht. Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich dich anregen, dich darauf einzulassen. Denke mal in deinem Bereich darüber nach. Was würde in deiner Welt passieren? Wie kannst du dein Leben einrichten, wenn Geld keine Rolle spielt und alles nur noch der Erreichung des Ziels - Null CO2 - unterstellt ist? Ich würde sofort eine Solaranlage für mein Dach bestellen. Bei meiner Arbeit würden sofort alle Maßnahmen zur Wärmedämmung und zur Energieeinsparung umgesetzt werden. Was für ein Impuls. Gottes Prinzip So eine große Umwälzung muss auch in der Bibel thematisiert werden, dachte ich. In der Schrift stieß ich auf diesen Gedanken. Gott hat von Anfang an immer das Prinzip von Arbeiten und Ruhen verfolgt. Sechs Tage Schöpfung, ein Tag ausruhen. Israel bekam den Sabbat an die Hand. Er war als Ruhetag und Feiertag gedacht. 2. Mose 16,5.22-30 (zum Nachschlagen) Daraus leitete Gott das Sabbatjahr ab. Das siebte Jahr sollte den Tieren, dem Land und den Menschen zur Erholung dienen. Ein Ruhejahr. In diesem Jahr sollten auch keine Schulden und keine Zinsen verlangt werden. Diese Zahlungen wurden für ein Jahr ausgesetzt. Ich habe gelesen, dass durch Geschichtsschreibung bekannt ist, dass dieses Jahr im alten Israel eingehalten wurde. 2. Mose 23,10-13 (zum Nachschlagen) Und Gott setzte noch einen drauf. Nach dem 7. Sabbatjahr sollte es noch ein Halljahr geben. Also nach 49 Jahren, im 50. Jahr, war ein Erlassjahr. Es war im Grunde ein weiteres Sabbatjahr. Zusätzlich sollte noch der alte Zustand wieder hergestellt. Zum Beispiel sollte ein Mensch seinen Besitz wieder zurück bekommen, den er in den 49 Jahren wegen Unglück und schlechter Zeiten verkaufen musste. Schulden sollten in diesem Jahr erlassen werden. Das dieses Jahr in Israel gelebt wurde ist nicht bekannt. Jedenfalls habe ich keinen Hinweis dafür gefunden. 3. Mose 25,8-16. 23-55 (zum Nachschlagen) Ich war selbst überrascht, wie nah dieses Prinzip dem kommt, was global gesehen, die ganze Welt jetzt braucht. Ein Sabbatjahr. Die Bibel betrachtet einen 6000 Jahre - Zeitraum von der Schöpfung bis zu Jesu Wiederkommen. Das sind in etwa 4000 Jahre vor Christi Geburt und 2000 Jahre danach. Jesus selbst hat für sein Reich ein Erlassjahr angekündigt. Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich berufen und bevollmächtigt hat. Er hat mich gesandt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen, den Blinden sage ich, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie von jeder Gewalt befreit sein sollen. Ich verkünde ihnen ein Jahr, in dem der Herr seine Gnade zeigt.[wörtlich: Erlassjahr] (Lukas 4,18.19) Der Zeitraum Jahr muss hier sicherlich im übertragenem Sinnen gesehen werden. Die Offenbarung spricht von einer 1000-jährigen Regierungszeit durch Jesus und seinen Nachfolgern. Das Prinzip Sabbat kann aus Sicht der Bibel auf die gesamte Weltgeschichte angewandt werden. Als nächstes folgt das Sabbatjahr. Ein Zeitraum von 1000 Jahren, in dem sich die Schöpfung regenerieren und erholen kann. Danach dass Halljahr. Dann wird den Menschen endgültig die Verantwortung für ihr Handeln vergeben - erlassen. Dieser Zeitraum wird kein Ende haben. Offenbarung 20,1-6 (zum Nachschlagen) Hier, im Text der Offenbarung, ist auch von Menschen die Rede, die das Zeichen nicht angenommen haben. Und dieses Zeichen wird beschrieben als ein Zeichen an Stirn und rechter Hand, ohne das niemand etwas kaufen und verkaufen kann. Offenbarung 13,17 (zum Nachschlagen) Leider kann ich dieses Zeichen nicht direkt deuten. Durch die Begriffe kaufen und verkaufen bin ich allerdings sofort bei Geld. Wird hier vielleicht angedeutet, dass Geld im Reich Gottes keine Rolle mehr spielt, bzw. dass Geld vor dieser Zeit eine alles entscheidende Rolle spielt, die Gott auch verurteilt? Jesus sagt indirekt zum Geld folgendes: Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. [...] Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. Auch ihr könnt nicht gleichzeitig für Gott und das Geld leben. (Matthäus 6,19-21&24) Ich denke Jesus geht es darum, dass ich nicht das Geld über alles stelle. Meine Gedanken (hinter der Stirn?) und mein Handeln (die rechte Hand?) sollen sich mit Gott, mit ihm und mit seinem Reich beschäftigen. So ist wohl auch diese Aussage von ihm zu verstehen, mit der ich enden möchte: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder oder seinen Besitz zurücklässt, um mir zu folgen, wird dies alles hundertfach zurückerhalten und das ewige Leben empfangen. (Matthäus 19,29) In diesem Sinne, sei dabei. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Erklärungen zu den Begriffen Sabbat, Sabbatjahr und Halljahr habe ich im Lexikon der Bibel vom R. Brockhaus Verlag 1988 nachgelesen. Ingo Tauchert

  • Pause

    Die Elternzeit ist vorbei und ich gehe wieder ein wenig arbeiten. In meinem alten Job als Familienpädagogin, der mich vorher nur so semi-glücklich gemacht hat. Dafür verantwortlich waren hauptsächlich die Rahmenbedingungen: Schlechter Rückhalt vom Vorgesetzten, viele Fahrtwege, viele Krisen, viele Kindeswohlgefährdungen, viele Krankheitsvertretungen und somit viele Überstunden. Einfach von allem ZU VIEL. Für den neuen Arbeitsstart hatte ich mir vorgenommen, gut auf mich und meine Gesundheit zu achten und auch mal nein zu sagen, um nicht wieder in eine permanente Überforderungssituation zu fallen. Jetzt bin ich seit einem Monat wieder dabei und momentan echt dankbar dafür, dass es so gut läuft. Denn es gab vorher schon viele Sorgen/Ängste: Kann ich meine Berufstätigkeit und die Kinderbetreuung gut vereinbaren? Werde ich meinem Kleinkind noch gerecht, wenn ich nicht mehr "Vollzeit" zur Verfügung stehe? Kann ich unsere Bindung gut aufrechterhalten? Kann ich den Familienalltag ohne Stress organisieren? Werde ich gleich wieder mit Einsätzen in Familien überhäuft in denen es "brennt"? Kann ich abends gut abschalten und einschlafen ohne dass die Gedanken anfangen zu kreisen? Wie oben schon angedeutet hatte ich einen sehr guten Start. Sehr behutsam und langsam mit vielen Einführungen, einer neuen, motivierten, am Mitarbeiterwohl interessierten Chefin, neue großzügige Arbeitsräume und einem super tollen ersten Familieneinsatz. Jetzt fehlt nur noch ein persönlicher Dienstwagen, dann wäre ich wunschlos glücklich. In der Rückschau bemerke ich jetzt wie Gott und Jesus wirken und mir diesen positiven Start ermöglicht haben. Die Sorgen werden kleiner. Die Ängste sind momentan ganz verschwunden. Ich fühle mich gut vorbereitet und begleitet für die bevorstehende und bestimmt auch mal kräftezehrende Arbeit. Nun zur Überleitung und warum ich diese Überschrift gewählt habe. Ich sehne mich im Alltag nach Ruhe und Pausenzeiten. Nichtstun. Zeit für mich. Mal nicht verantwortlich für irgendetwas/irgendwen sein. In den letzten Wochen fiel es mir immer schwerer, Blogbeiträge zu verfassen. Ich merke, dass das Schreiben gerade zu einer Belastung wird und inneren Druck ausübt. Deshalb werde ich jetzt auf unbestimmte Zeit erst einmal pausieren. Es ist Zeit für Selbstfürsorge und Neuorientierung. Ich danke euch für euer Verständnis. Danke, dass ihr diese Zeilen von mir lest/gelesen habt und euch dadurch hoffentlich etwas erbaut, erleuchtet oder gesegnet fühlt(et). In diesem Sinne wünsche ich euch eine ruhige, besinnliche, entspannte und vielleicht auch stille (Vor-)Weihnachtszeit. "Be still my heart Be still my mind May I still see the magic of that silent night Fill me with wonder Keep mystery alive May peace on earth be my song tonight" (Rend Collective - Silent Night (Be still)) Eure Freya Rise up and shine!

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