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  • AutorenbildIngo

Wunder

Vor ein paar Wochen ist etwas Wunderbares passiert. Wie aus dem Nichts stand plötzlich ein Mensch vor mir, der mir zu einem bestimmten Thema Fragen beantworten konnte.


Vor dieser Begegnung beschäftigte ich mich mit der Arbeit einer Organisation in der Nähe meines Wohnortes. Ich fragte mich, ob ein mir nahestehender Mensch dort Hilfe bekommen kann.


Aufmerksam wurde ich allerdings durch eine Recherche für mich selbst. Auf der Suche nach Ausbildungsangeboten stieß ich auf das GRZ Krelingen bei Walsrode. Hier wird im Herbst ein Seelsorgeseminar angeboten. Außerdem sah ich in der letzten Zeit eine Sendung auf Bibel TV, die vom sogenannten Gemeindehilfsbund produziert wird. Dieser Bund hat seine Wurzeln im GRZ. Der Hauptsitz ist im gleichen Ort.


Mit diesem Hintergrund googlete ich mal wieder nach Möglichkeiten bzw. Angeboten für oben genannte Person. So entdeckte ich das Angebot des Krelinger Teilhabezentrums. Das, wie konnte es anders sein, auch unter dem Dach des GRZ zu finden ist. Ich sah mir den Auftritt näher an, las sogar das Konzept für die Leistungen des Zentrums und war angetan. Könnte es passen? Vielleicht?


Die Person, um die es geht, interessiert sich zur Zeit sehr für den Glauben an Jesus. Doch ist eine christlich orientierte Organisation nicht zu eng? Womöglich legen die den christlichen Glauben sehr streng aus? Steht etwa die moralische Druckausübung im Vordergrund.


Ich war unsicher und beschloss, diesen Fund noch zurückzuhalten. Ich wollte erst mal rumfragen, ob jemand Erfahrungen mit diesem Zentrum hatte. Viel kam dabei allerdings nicht heraus. Glaubensgeschwister kannten vor etwa 30 Jahren einmal einen jungen Mann, der dort Begleitung fand. Diese Erfahrung erschien mir allerdings zu alt, um darauf eine Kontaktaufnahme aufzubauen.


Die Sache ging im täglichen Geschäft unter.


Bis ich auf einer kleinen Feier mit Freunden (10 bis 15 Personen) auf zwei Menschen aufmerksam wurde, die eine Freundin gerade freudig begrüßte. Auf meinen fragenden Blick hin, wurde ich sofort mit den Worten vorgestellt: "Das ist Ingo, der ist auch gläubig." Peinlich, dachte ich nur, doch das Eis war gebrochen bzw. der Kontakt hergestellt. Sofort entwickelte sich ein aufgeschlossenes Gespräch. Bei der beruflichen Orientierung offenbarte der Gesprächspartner, dass er beim GRZ in Krelingen arbeitete. Ich zeigte meine Begeisterung und rief heraus: "Ein Wunder ist geschehen." Die Verwunderung war groß und ich erklärte den Zusammenhang. Im Grunde hatte ich nicht direkt um Gottes Hilfe gebeten, doch er hat mir meinen Wunsch, nach einem Kontakt mit Bezug nach Krelingen, erfüllt.


Der neue "Freund" hat mir gar nicht viel über seine Arbeit berichtet, doch es reichte für mich aus, um mehr Vertrauen für diese Einrichtung aufzubauen. Mittlerweile habe ich meine Entdeckung und mein "Wunder" Erlebnis an die oben genannte Person weitergeben. So Gott will, wird er damit etwas machen.



Über meinen Schatten springen


Nach dieser Begegnung war die Freude bei mir riesengroß. Ich spürte eine gewisse Erleichterung. Normalerweise möchte ich schon bei solchen Dingen das Heft des Handels und die sprichwörtlichen Fäden in der Hand behalten. Doch ich hatte unbewusst losgelassen, weil mich Anderes forderte. Diese Lücke konnte Gott füllen und mir die Verantwortung abnehmen.


Auf der anderen Seite merkte ich, wie mich das auch herausforderte. Ich musste über meinen Schatten springen. Die Hilfe annehmen. Das ist wirklich ein Lebensthema.



Christen müssen


Aufgeregt durch die vielen gesellschaftlichen Diskussionen dieser Zeit kam mir eine weitere Lebensfrage in den Sinn.


Müssen Christen zu jedem Thema Stellung beziehen?


Oft wird das als moralisches Statement bezeichnet. Um es vorweg zu nehmen, ich meine, dass Christen gar nichts müssen. Es gibt keinen Druck mehr, es zählt nur noch das Wollen. Und wenn ich dann zu einem Thema eine Haltung entwickle, wird mir schnell klar, dass es meine eigene Einstellung ist und ich nicht erwarten kann, dass sie von allen geteilt wird.


Eine Beispiel:


Wie sehen Christen die Rolle der Frau in ihrer Gemeinschaft? Für Jesus war die wichtigste Frau wahrscheinlich seine Mutter Maria. Sie hat ihn empfangen, geboren und aufgezogen. In dieser Zeit hat sie ihm bestimmt erzählt, was sie von Gott weiß und vor allem, was sie über ihn und sein Lebenswerk gehört hat. Sie hat nämlich schon vor seiner Geburt folgendes von einem Engel über Jesus erfahren:

Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria! Der Herr ist mit dir! Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.« Maria erschrak über die Worte des Engels und fragte sich, was dieser Gruß bedeuten könnte. »Hab keine Angst, Maria«, redete der Engel weiter. »Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. Er wird mächtig sein, und man wird ihn Sohn des Höchsten nennen. Gott, der Herr, wird ihm die Königsherrschaft seines Stammvaters David übergeben, und er wird die Nachkommen von Jakob für immer regieren. Seine Herrschaft wird niemals enden.« »Wie soll das geschehen?«, fragte Maria den Engel. »Ich habe ja noch nie mit einem Mann geschlafen.« Der Engel antwortete ihr: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird sich an dir zeigen. Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt werden. (Lukas 1,28-35)

Und an Jesu Geburtstag bekamen Maria und ihr Mann Josef Besuch von Schäfern. Und die berichteten von diesem Erlebnis.

In dieser Nacht bewachten draußen auf den Feldern vor Bethlehem einige Hirten ihre Herden. Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird: Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!« Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: »Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.« (Lukas 2,8-14)

In der Bibel wird sogar darüber berichtet, wie Maria mit diesen Informationen umging.

Maria aber merkte sich jedes Wort und dachte immer wieder darüber nach. (Lukas 2,19)

Neben Gott selbst hat sicher auch Maria mit ihrem Sohn über seine Aufgabe gesprochen und darüber mit ihm gerungen. Aus diesem Grund liegt für mich nahe, dass Jesus nicht zwischen Mann und Frau trennt. In seiner Nachfolge können sich alle als gleich ansehen. Es gibt keinen Unterschied. Das stellt auch Paulus fest in seinem Brief an die frühen Christen in Galatien.

Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid. Ihr gehört zu Christus, denn ihr seid auf seinen Namen getauft. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins. Gehört ihr aber zu Christus, dann seid auch ihr Nachkommen von Abraham. Als seine Erben bekommt ihr alles, was Gott ihm zugesagt hat. (Galater 3,26-28)

Ich möchte das ernst nehmen und diese Gleichheit leben. Damit teile ich nicht die Haltung von allen Christen. Das muss und will ich akzeptieren. So gesehen gibt es sehr viele alte und neue Themen, zu denen Christen eine unterschiedliche Haltung finden. Dies muss sie nicht trennen sondern eher zusammenführen und sie daran erinnern, wie lebenswichtig das Geschenk ihres Anführers für sie ist.



Ostern



Letztendlich hat Jesus mit seinem Tod und seiner Auferstehung an Ostern all diese Probleme, Unstimmigkeiten und Unsicherheiten aufgelöst. Als Christ glaube ich daran, dass Jesus die Verantwortung übernimmt. Recht zu haben, tritt in diesem Kontext in den Hintergrund. Wichtig ist für mich, an die überbrachte Botschaft der Schäfer zu glauben. Jesus ist der Christus, der Herr und der versprochene Retter der Welt. In ihm habe ich das Leben für immer.


Dies braucht immer wieder Mut und Demut. Die Erkenntnis, dass sich nicht immer alles um mich dreht und ich nicht alles selber lösen muss.


In diesem Sinne wünsche ich dir einen erfolgreichen Sprung über deinen Schatten.


Ingo



Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen.

Oder gern auch direkt an mich:

ingo@einfach-biblisch.de


Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.



Ingo Tauchert

1 Kommentar

1 Comment


Guest
Apr 17, 2023

Danke für deinen Bericht über das Wunder - sehr ermutigend! :)

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