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- Halleluja!
Vor einigen Tagen habe ich morgens im Bad (endlich) Mal wieder Lobpreismusik gehört. Ich hatte mich für eine Playlist von Rend Collective entschieden, von denen hier glaub ich schon des Öfteren berichtet wurde. Außerdem sind sie auch generell in Kreisen christlicher Musik recht bekannt. Sie machen Gute-Laune-Folk-Musik. Wenn man etwas benötigt, was die Stimmung hebt, kann ich Rend Collective nur empfehlen. 😊 An besagtem Morgen lief als erstes Lied der Playlist: "Hallelujah anyway" (Album: Whosoever 2022, Rend Collective; übersetzt bedeutet es so viel wie Halleluja trotzdem oder sowieso). Hier ist der Link, wenn jemand, bevor es weiter geht, einmal reinhören möchte: https://open.spotify.com/track/0uryoZxnSimQVSFnGhyqxU?si=Zsw_NBHbSAmcSmcfWAAh4Q Unsere kleine Tochter stand neben mir im Bad und rief mit einem Mal ganz aufgeregt: "Mama! Das haben wir mit Papa gesungen! Das haben wir mit Papa gelernt!" Dazu muss ich kurz einen kleinen Schlenker machen zu ein paar Tagen vor dieser Begebenheit. Da hat mein Mann auf dem Sofa gesessen und Gitarre gespielt. Unsere Kleine ist immer Feuer und Flamme, wenn es um Musik geht und so bekam sie die "Aufgabe", "even if" möglichst an den passenden Stellen im Lied zu rufen. Das haben mein Mann und sie dann eine Zeit lang probiert und daran konnte sie sich scheinbar noch gut erinnern. Nachdem sie mich wieder darauf gebracht hat, dass mein Mann es vor kurzem auch gespielt hat und sie immer wieder "even if" mitgesungen hat, habe ich dann einmal mehr auf den Text des Liedes geachtet. Ich kannte das Lied davor auch, habe aber ehrlich gesagt nie so richtig aufgepasst, was gesungen wurde. Oder es war in den Momenten nie so richtig passend für mich. Jetzt dachte ich dann allerdings auf einmal: Warum singen sie eigentlich die ganze Zeit "even if" (auch/selbst wenn)? Also habe ich auf den Text geachtet. Es geht darum, dass Gott für einen da ist und man Gott dankbar ist, und Lob bringt, auch wenn (even if!) die Situation nicht sehr rosig aussieht, dass Gott schon so Vieles für einen getan hat und es nur wieder besser werden kann. Das hat mich in dem Moment total angesprochen. In den letzten Wochen habe ich recht viel Stress empfunden, vor allem die letzten zwei/drei (das hatte diverse Gründe) waren sehr intensiv und anstrengend. Damit hatte ich echt zu kämpfen und irgendwann habe ich „die Reißleine gezogen“ und ein paar Termine abgesagt, weil ich gemerkt habe, dass mir das alles nicht guttut und ich dringend einen Gang runterfahren muss. Das habe ich vor allem (abgesehen vom Stressgefühl in meinem Bauch) gemerkt, weil ich in einer Woche mehrere Dinge vergessen haben. Zum Glück nichts super Dramatisches, aber Dinge, an die ich im Normalfall gedacht hätte. Mein Gehirn war ein Sieb, dass - überspitzt ausgedrückt - das Positive raus gesiebt und das Negative drin behalten hat. Und genau in dieser Situation singt Rend Collective: "Even if (even if) my daylight never dawns Even if (even if) my breakthrough never comes Even if (even if) I'll fight to bring You praise Even if (even if) my dreams fall to the ground Even if (even if) I'm lost, I know I'm found Even if (even if) my heart will somehow say Hallelujah anyway (Hallelujah anyway)" (“Hallelujah anyway”, Rend Collective, Whosoever 2022) "Auch wenn nein Tageslicht niemals anbricht Auch wenn mein Durchbruch niemals kommt Auch wenn ich kämpfen werde, um dir Lob zu bringen Auch wenn meine Träume zu Boden fallen Auch wenn ich verloren bin, weiß ich, dass ich gefunden bin Auch wenn, mein Herz wird irgendwie sagen Hallelujah sowieso/trotzdem" Das hat verdammt gutgetan. Egal wie bescheiden eine Situation auch scheint, Gott ist bei uns und allein das zu wissen, reicht, um die Situation besser scheinen zu lassen und ihm Lob zu bringen. „Von David. Lobe den HERRN, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Der all deine Schuld vergibt und alle deine Krankheiten heilt, der dein Leben aus der Grube erlöst, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen, der dich mit Gutem sättigt dein Leben lang. Dem Adler gleich erneuert sich deine Jugend. Taten der Gerechtigkeit vollbringt der HERR und Recht für alle Unterdrückten. Seine Wege hat er Mose kundgetan, den Israeliten seine Taten. Barmherzig und gnädig ist der HERR, langmütig und reich an Güte. Nicht für immer klagt er an, und nicht ewig verharrt er im Zorn. Nicht nach unseren Sünden handelt er an uns, und er vergilt uns nicht nach unserer Schuld. So hoch der Himmel über der Erde, so mächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. So fern der Aufgang ist vom Untergang, so fern lässt er unsere Verfehlungen von uns sein. Wie ein Vater sich der Kinder erbarmt, so erbarmt der HERR sich derer, die ihn fürchten. Denn er weiss, welch ein Gebilde wir sind, bedenkt, dass wir Staub sind. Des Menschen Tage sind wie Gras, er blüht wie eine Blume des Feldes: Wenn der Wind darüber fährt, ist er dahin, und seine Stätte weiss nicht mehr von ihm. Aber die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit über Kindeskindern, über denen, die seinen Bund halten und seiner Gebote gedenken in der Tat. Der HERR hat im Himmel seinen Thron errichtet, und sein Königtum herrscht über das All. Lobt den HERRN, ihr seine Boten, ihr starken Helden, die ihr sein Wort vollbringt, gehorsam seinem gebietenden Wort. Lobt den HERRN, all seine Heerscharen, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen tut. Lobt den HERRN, all seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft. Lobe den HERRN, meine Seele.“ (Psalm 103) Manchmal muss man sich nur daran erinnern lassen. Eure Lisa ♥ Image by Claudia from Pixabay .
- Love, Henri
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein gesegnetes neues Jahr. Und so Gott will wird Jesus als der Christus wieder auf die Erde zurückkommen und die Welt erlösen. Ein friedliches und freiheitliches Zusammenleben aller Kreaturen ermöglichen. Die wirkliche Erholung des Planeten anstoßen. Wolf und Lamm werden friedlich zusammen weiden, der Löwe wird Heu fressen wie ein Rind, und die Schlange wird sich von Erde ernähren. Sie werden nichts Böses mehr tun und niemandem schaden auf meinem ganzen heiligen Berg. Mein Wort gilt!« (Jesaja 65,25) Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird. Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Ohne eigenes Verschulden sind alle Geschöpfe der Vergänglichkeit ausgeliefert, weil Gott es so bestimmt hat. Aber er hat ihnen die Hoffnung gegeben, dass sie zusammen mit den Kindern Gottes einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen, herrlichen Leben befreit werden. (Römer 8,18-21) Ein neues Buch 400 Seiten, 22 Euro, Verlag: adeo , Gerth Medien i.d. SCM Verlagsgruppe GmbH, leider vergriffen, nicht lieferbar. Ende des letzen Jahres habe ich von meinem Sohn ein neues Buch geschenkt bekommen. In Wirklichkeit war es ein Buchvorschlag von meinem Glaubensbruder. Er hatte es vor längerer Zeit angepriesen. Und dies möchte ich hier nun auch tun. Das Buch ist eigentlich eine Briefsammlung von einem Henri. Und weil dieser Henri seine Briefe oft mit "Love, Henri" beendet bzw. unterschreibt, hat das Werk den Namen erhalten. Passend zur Jahreszeit und irgendwie auch zu unserer Zeit möchte ich euch eine erste Kostprobe aus dem ersten Brief geben. Ehrlich gesagt habe ich erst wenige Briefe von Henri gelesen. Doch ich bin schon sehr begeistert. Ich fühle mich so abgeholt von der vorbildlichen Sprache, die er nutzt. Es ist als wenn ein väterlicher Freund das Wort an mich richtet. Ich spürte sofort, dass mir das auf meinem "geistigen" Lebensweg immer gefehlt hat. Die wohlwollende, verständnisvolle und auch rat gebende Ansprache meines Vaters. Die Worte sind einfühlsam und mitfühlend. Wenn nötig geben sie auch Ratschläge auf Augenhöhe. Immer als Vorschlag gedacht, nie als Anweisung oder Befehl. Als Beleg dafür möchte ich hier noch ein schon letztes Beispiel abbilden. Antwort Mich haben diese Briefe sofort inspiriert. Angeregt von Henri habe ich Gott und Jesus nochmal meine Probleme mit dem Tod meiner Schwester vorgebracht. Henri empfiehlt fast in jedem Brief den Rückzug aus dem Geschehen und eine Zeit des Alleinseins mit Gott. In einem langen Gebet, dass einer Meditation glich, habe ich immer wieder die Frage gestellt "WARUM?" Lange bekam ich keine Antwort. Irgendwann fand der Gedanke "Gott und Jesus wissen warum" Raum in meinem Bewusstsein. Mindestens haben sie den relativ frühen Tod meiner Schwester zugelassen. Sie haben ihn nicht verhindert. Dadurch kommt für mich Sinn in das Geschehen. Ich kann den Verlust meiner Schwester annehmen. Mit der Lücke weiterleben. So öffnen sich neue Möglichkeiten. Zum Beispiel konnte ich mit meiner Mutter, an dem Geburtstag meine Schwester und ihrer Tochter, diese Gedanken teilen. Ihr von meinem Glauben erzählen und meine Gewissheit ausdrücken, dass Gott und Jesus wissen was geschieht und dass das Ergebnis Gerechtigkeit ist. Ein Lied von David. HERR, wie lange wirst du mich noch vergessen, wie lange hältst du dich vor mir verborgen? Wie lange noch sollen Sorgen mich quälen, wie lange soll der Kummer Tag für Tag an mir nagen? Wie lange noch wird mein Feind über mir stehen? HERR, mein Gott, wende dich mir zu und antworte mir! Lass mich wieder froh werden und neuen Mut gewinnen, sonst bin ich dem Tod geweiht. Mein Feind würde triumphieren und sagen: »Den habe ich zur Strecke gebracht!« Meine Gegner würden jubeln über meinen Untergang. Ich aber vertraue auf deine Liebe und juble darüber, dass du mich retten wirst. Mit meinem Lied will ich dich loben, denn du, HERR, hast mir Gutes getan. (Psalm 13) Die Sprache Jesu Schon jetzt möchte ich sagen, die Ausdrucksweise dieses Henris empfinde ich beispielhaft und nachahmenswert. War so die Sprache Jesu? Wenn ich die Berichte von Jesu Begegnungen mit den Menschen in den Evangelien lese, habe ich auch immer dieses besondere Gefühl. Ihm gelingt es, die noch unbekannten Menschen mit Worten zu umarmen. Den Druck abzubauen und ihnen zu vergeben. Genau wie Jesus schenkt auch Henri seinen Freunden und Mitmenschen die Liebe, die Bestätigung und das Gesehen werden, dass jeder Mensch so nötig hat. In diesem Sinne viel Erfolg beim Suchen nach Worten der Liebe. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Ingo Tauchert Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
- Wer die Wahl hat ...
… hat die Qual. So lautet ein Sprichwort. Und bald ist es wieder so weit. In fünf Wochen stehen die nächsten Bundestagswahlen an. Für mich als durchaus politisch interessierten Menschen der passende Zeitpunkt, mich mal wieder mit diesem Thema zu beschäftigen. Natürlich vor einem biblisch-christlichen Hintergrund, denn das ist mein Fundament für alles, was in der Welt geschieht. Ich kann mich noch an die sehr interessanten und durchaus auch kontroversen Diskussionen zum Thema Wahlbeteiligung (aktiv und passiv) während der letzten Bibelstudienwoche unserer Gemeinde vor zwei Jahren erinnern. Damals gab es für mich eine Reihe sehr guter Argumente, meine bis dahin recht feste Meinung zum Thema Wahlen nochmals zu überdenken. Wie es die Tradition unserer weltweiten Gemeinschaft seit langem „erklärt“, sollte sich ein Nachfolger Jesu weder aktiv noch durch das Wählen an der Politik des Landes beteiligen, in dem er lebt. Denn letztlich sind wir nicht mehr als „Pilgrime und Fremdlinge“, die auf ein zukünftiges Vaterland warten, wie es z. B. der Apostel Petrus in seinem Brief ausdrückt. Unsere Regierung sitzt im Himmel und muss auch nicht alle paar Jahre neu gewählt werden (soweit die Ultrakurzfassung der Argumentation). Auch für eine politische Beteiligung gab es, wie gesagt, viele gute Argumente. Ich möchte mich aber in meinem Beitrag jetzt nicht mit dem Für und Wider dieser Argumente befassen. Mich treibt (noch ohne mich entschieden zu haben) viel mehr die Frage um: Wenn ich denn wählen würde, wen würde oder könnte ich denn eigentlich wählen? Nachdem der Bundeswahlausschuss vor einiger Zeit die zur Wahl zugelassenen Parteien festgelegt hat, steht fest, dass 41 Parteien zur Wahl stehen! Darunter gibt es solche Exoten wie die „Gartenpartei“, „Cannabis Social Club“, „Die Liebe – Europäische Partei“, „Die Sonstigen“. Wollte ich bei dieser Vielfalt eine tatsächlich fundierte, rational begründbare Auswahl treffen, so würde ich – meinem Ingenieurverstand folgend – wohl eine Entscheidungsmatrix mit den jeweils wesentlichen Aussagen der Parteien zu für mich wichtigen Themen erstellen, mit einem Punktesystem belegen und bewerten. Und schon hätte ich eine plausible Wahlentscheidung, oder? Gesagt, getan. So habe ich mal angefangen, zumindest die Inhaltsverzeichnisse der Wahlprogramme zu überfliegen. Eine echt mühselige und langwierige Aufgabe. Naja, ich bin ja Rentner und habe Zeit – aber dafür? Schließlich ist die Bundestagswahl ja schon in fünf Wochen. Wie lange werde ich wohl brauchen? Nach zirka 2 Stunden habe ich dieses Unterfangen aufgegeben. Da kommen tausende von Seiten, angefüllt mit Sprechblasen und Allgemeinplätzen zustande, die schon nach diesen zwei Stunden in einem für mich nicht mehr zu durchblickenden Einheitsbrei verschwammen. Selbst in dem Versuch der Parteien, ihre Alleinstellungsmerkmale zu definieren, finden sich die immer gleichen Sprechblasen, nur in unterschiedlicher Gewichtung, mal abgesehen vielleicht vom „Cannabis Social Club“ ;o). Kein Wunder, dass da nur noch der auffällt, der besonders laut und besonders radikal daherkommt! Selbstverständlich komme auch ich nicht an den unzähligen Polit-Talkshows und Interviews im Fernsehen vorbei, in denen wegen der kurzen verbleibenden Zeit „Journalisten“ und „Talkmaster“ mit aller Anstrengung versuchen, doch irgendwie den Politikern noch Inhalte zu entlocken. Leider aber auch zunehmend mit einer kaum erträglichen, nervtötenden Wiederholung der immer gleichen Fragen, mit denen sie ihrem Gegenüber ständig ins Wort fallen, auf die die immer gleichen Politiker ebenso immer gleich nicht wirklich antworten. Wie soll man denn bitte daraus zu einer Wahlentscheidung kommen? Was mich bei all dem medialen Wahlkampfgetöse in den letzten Tagen tatsächlich am meisten nachdenklich gemacht hat, waren einige sehr eindringliche Dokumentationen zu den Themen Klimawandel und Artensterben, die es gleichzeitig auch im Fernsehen gab. Mir scheint es fast, als treffen hier mit Wahlkampf und dem Zustand der Erde zwei Welten aufeinander, die scheinbar keine Berührungspunkte mehr haben. Nach meiner Wahrnehmung ist von Klimawandel (oder wohl eher schon Klimakatastrophe) nichts mehr in den vielen politischen Magazinen zu lesen, zu hören oder zu sehen. Wo sind all die jungen Menschen geblieben, die mit „Fridays for Future“ für so viel Aufsehen gesorgt haben? Wohin ist die selbsternannte „letzte Generation“ verschwunden? Mir scheint, die tatsächlichen, existenziellen, globalen Probleme werden irgendwie ausgeblendet, kommen einfach nicht mehr vor. „Was interessiert mich das Elend der Welt. Wichtig ist, dass keiner meinen Wohlstand und meine Bequemlichkeit bedroht.“ Mir kommt dabei ein Zitat in den Sinn, dass in den 70er und 80er Jahren sehr präsent war. Menschen meines Jahrgangs werden sich erinnern: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. (Weissagung der Cree) Das war ein allgegenwärtiger Aufkleber und Wahlspruch der Umweltbewegung in diesen Jahren. Auch den habe ich lange nicht mehr gesehen. Sind wir vielleicht bereits in diesem Zustand eines machtlosen Fatalismus angelangt, weil wir zwar die Aussagen und Warnungen zur Klimakatastrophe schon seit den 1970er Jahren kennen, aber sich das alles bislang irgendwo anders auswirkt oder wir eh nichts mehr ändern können und auch nicht wollen? Die Warnungen sind eindeutig, aber wir Menschen verhalten uns wohl immer gleich, wie schon die Bibel über Israel zur Zeit des Propheten Jesaja berichtet: Wohl rief der Herr an jenem Tag. / Jahwe, der allmächtige Gott, rief euch zum Weinen und zur Wehklage auf, zum Glatzescheren und zum Trauersack. Doch er fand Jubel und Vergnügen bei euch, Ochsenschlachten und Schafeschächten, Fleischessen und Weintrinken. »Lasst uns essen und trinken«, habt ihr gesagt, »denn morgen sind wir tot!« (Jesaja 22, 12-13) Schon 1972 sorgte der Bericht an den Club of Rome mit dem Titel „Grenzen des Wachstums“ für viel Aufsehen. Dort wurde in drastischen Szenarien beschrieben, welche Folgen das fortwährende Streben nach immer mehr Wachstum für die Gesellschaft und Umwelt haben würden. Heute aber sehe ich in fast jedem Wahlprogramm den Slogan „Wirtschaft stärken, Wachstum sichern“. Die Wege der Parteien dorthin sind wohl verschieden, die Richtung aber ist gleich. Haben wir also tatsächlich nichts dazugelernt? Schon damals war den Verfassern des Berichtes klar, dass nur ein weltweit konzertiertes Handeln ein Umsteuern ermöglichen würde und dass vermeintlich gerade die eigentlich so gute Regierungsform der Demokratie in ihren Entscheidungsprozessen dafür zu langsam sein wird. Auch vor dieser anstehenden Wahl werden wieder alle Parteien mit vielen Versprechen werben, von denen am Ende nicht viel übrig bleibt. Wen also soll ich da wählen? Es gibt da ein „Parteiprogramm“, das so ganz anders ist. Aufgestellt schon vor Beginn der Schöpfung, verlässlich und unverändert, mit Inhalten und Zielen, die vertrauenswürdig und wirklich wählbar sind. Der Urheber dieses Programms sagt von sich selbst: Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn wie der Regen fällt und vom Himmel der Schnee und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, sie befruchtet und sie sprießen lässt, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot dem Essenden, so wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe. (Jesaja 55, 8-11) Und nun zum Inhalt des Programms (als kurzer Auszug): Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen. […] Und es wird dort keinen Säugling mehr geben, der nur wenige Tage alt wird, und keinen Greis, der seine Tage nicht erfüllte. Denn der Jüngste wird im Alter von hundert Jahren sterben, und wer das Alter von hundert Jahren nicht erreicht, wird als verflucht gelten. Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer bewohnt, sie werden nicht pflanzen, und ein anderer isst. Denn wie die Lebenszeit des Baumes wird die Lebenszeit meines Volkes sein, und meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände genießen. (Jesaja 2, 1-4; 65, 20-22) In fünf Wochen muss jeder von uns entscheiden, ob und wie er wählen wird. Ich habe mich entschieden. Meine Wahl habe ich vor vielen Jahren getroffen und ich bin froh, das nicht alle 4 Jahre wieder infrage stellen zu müssen. Hätte ich dieses „Programm“ für das Reich Gottes mit in meine Entscheidungsmatrix eingefügt, wäre die Bewertung wohl mehr als eindeutig ausgefallen. Ich wünsche einem Jeden von Euch in fünf Wochen eine kluge Wahlentscheidung! „Wer die Wahl hat, …“ In diesem Sinne, Euer Peter P.S.: Ich fange gerade an, ein Buch zu lesen mit dem Titel „2052 – Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre“. Darin beginnt der Autor ( Jørgen Randers) sein erstes Kapitel mit dem Satz: “Wie also wird die Zukunft aussehen? Das einfachste wäre, jemanden zu fragen, der Bescheid weiß.“ Ist das nicht herrlich? Da kann ich nur sagen: Bibelleser wissen mehr! Foto von Mika Baumeister auf unsplash
- Ein Blick zurück (und nach vorn)
Auf die Gefahr hin, dass es mittlerweile schon zu spät dazu ist, möchte auch ich euch allen zuallererst ein frohes neues Jahr wünschen! Ich hoffe, ihr hattet einen guten und gesunden Start in das neue Jahr und konntet die freie Zeit über den Jahreswechsel genießen – sofern ihr denn freie Zeit hattet. Mittlerweile hat der Alltag die meisten von uns wahrscheinlich schon wieder fest im Griff. Bei mir zumindest ist es so. Begünstigt wird das Ganze vermutlich dadurch, dass ich meine freie Zeit über den Jahreswechsel krank im Bett verbracht habe und dadurch eher wenig der üblichen Weihnachts- und Silvesterstimmung aufgekommen ist. Gefühlt bin ich dadurch auch mehr als in den vorangegangenen Jahren in das neue Jahr hinein „gerutscht“ – das alte und das neue Jahr sind fast unbemerkt und fließend ineinander übergegangen. Dadurch fehlte mir bisher auch die Gelegenheit noch einmal zurückzublicken und das letzte Jahr zu reflektieren. Passenderweise bat uns jedoch ein Bruder in Vorbereitung auf den letzten Sonntag darum, ein Bild aus dem vergangenen Jahr herauszusuchen, das uns besonders berührt hat oder mit dem wir eine besondere Geschichte verbinden. Jeder der mochte konnte das Bild und den Hintergrund für die Auswahl dann am Sonntagmorgen mit den anderen Geschwistern teilen. So ergab sich auch für mich die Gelegenheit für einen kurzen Jahresrückblick auf der Suche nach einem Bild, das ich teilen wollte. Während ich also durch die Fotogalerie meines Handys scrollte, ließ ich das vergangene Jahr Revue passieren und war überrascht, wie viel in diesem einen Jahr passiert ist: Da waren mehrere Urlaube, viele verschiedene Gemeindeveranstaltungen, Konzerte, die ich besucht und welche, bei denen ich mitgewirkt habe, Unternehmungen mit Freunden, der letzte Besuch in meinem Elternhaus bevor meine Eltern von dort weggezogen sind und nach meinen Kameraaufnahmen zu urteilen auch sehr viel gutes Essen. Eine Vielzahl erinnerungswürdiger Momente – mal mehr, mal weniger dokumentiert in Fotos und Videos. Am Ende entschied ich mich jedoch für ein Bild, welches ohne diese spezifische Aufgabe wahrscheinlich nicht Teil meines persönlichen Jahresrückblicks gewesen wäre. Denn der Moment, den ich mit diesem Bild festgehalten habe, war nicht Teil eines der vielen bewusst geplanten Ereignisse des letzten Jahres, sondern vielmehr ein Zufall, ein unerwartetes Geschenk, auf das ich beim Durchsuchen meiner Bilder aufs Neue gestoßen bin. Für folgendes Bild habe ich mich entschieden: Die Aufnahme ist entstanden am 10.10.2024 und zeigt den Ausblick aus meinem Schlafzimmerfenster gegen 23 Uhr. Eigentlich ein ganz normaler Donnerstagabend, an dem ich erst später als geplant auf dem Weg ins Bett war und dadurch den perfekten Zeitpunkt erwischt habe, um diese Aussicht zu genießen. Vielen von euch haben sicherlich mitbekommen, dass es im letzten Jahr mehrfach die Gelegenheit gab, in Deutschland Polarlichter zu sehen. Gehört hatte ich davon auch, doch meistens leider erst nachdem die Gelegenheit schon verstrichen war. Am ärgerlichsten war es für mich bei einem der ersten Male als die Polarlichter in Norddeutschland sichtbar waren. Ich war tatsächlich nachts aufgewacht und hatte gesehen, dass der Himmel anders aussah als sonst. Etwas rötlicher als normal und das Rot schien sich langsam auszubreiten. Gedacht habe ich mir dabei nichts und das Ganze nur meiner Verschlafenheit und eventuell Lichtern von einer Veranstaltung oder etwas Ähnlichem zugeschrieben. Ich habe mich also umgedreht und habe weitergeschlafen. Am nächsten Tag sah ich dann überall in den Nachrichten die Aufnahmen, die Menschen in und um Braunschweig in der vergangenen Nacht von den Polarlichtern gemacht hatten. Im Vorfeld hatte ich keine der Nachrichten mitbekommen, die das Ereignis angekündigt hatten. Trotzdem war ich zur passenden Zeit aufgewacht und hatte bemerkt, dass der Himmel anders aussah als sonst, nur um dann weiterzuschlafen, anstatt genauer hinzusehen. Der Inbegriff einer verpassten Gelegenheit. Aber auch eine Art Vorbereitung auf das, was noch kommen sollte. Als ich nämlich am 10. Oktober mein Schlafzimmerfenster zum Lüften aufmachte, bemerkte ich sofort, dass die Farbe des Himmel wieder anders aussah als sonst. Zwar hatte ich – mal wieder – nichts davon mitbekommen, dass angekündigt worden war, man könne in der Nacht das Polarlicht sehen, doch dieses Mal ließ ich die Gelegenheit nicht verstreichen. Ich griff also nach meinem Handy und begann Aufnahmen zu machen, um mich davon zu überzeugen, dass das, was ich vor mir hatte, tatsächlich das Polarlicht war. Das Foto oben ist eine dieser Aufnahmen. Zuerst war nur ein leichtes rötliches Licht zu sehen, doch nach einiger Zeit wurde die Farbe nicht nur stärker, sondern es kam auch das grüne Licht hinzu, welches ihr auf dem Foto erkennen könnt. Die Farben waren zu diesem Zeitpunkt sogar stark genug, dass man sie auch mit bloßem Auge gut erkennen konnte. Für eine gute halbe Stunde stand ich also an meinem Fenster und machte Aufnahme um Aufnahme, um diesen Moment festzuhalten. Das war ein Moment, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ein Moment, den ich verpasst hätte, wenn ich zu einer anderen Zeit schlafen gegangen wäre, da die Sichtbarkeit der Lichter sehr schwach begann und dann auch bald wieder abnahm. Hätte ich nicht schon einmal fast die Polarlichter gesehen, hätte ich wahrscheinlich auch an diesem Abend nicht erkannt, dass sich dort gerade etwas Besonderes am Himmel abspielte. Und als jemand, der schon immer mal das Polarlicht sehen wollte, war dieser Moment genau das für mich: etwas Besonderes. Der Anblick hat mich zu dem Zeitpunkt mit wirklich tiefer Dankbarkeit und Begeisterung erfüllt. Ich war voller Staunen und voller Ehrfurcht. Ehrfurcht vor unserem himmlischen Vater, der die Welt so wunderbar geschaffen hat, dass wir solche Naturereignisse genießen dürfen. In Momenten des Zweifelns ist der Glaube an Gott als Schöpfer der Welt immer wieder eine Art Ausgangspunkt, an den ich zurückkehren kann. Denn in gewisser Weise war dies für mich schon immer der leichteste Zugang zum Glauben: Eine Schöpfung so komplex, so bis ins Detail durchdacht und geradezu verschwenderisch in ihrer Schönheit, dass sie aus meiner Sicht nichts anderes sein kann als genau das: eine Schöpfung. Kein zufälliges Produkt, sondern das Werk eines Schöpfers. Von diesem Punkt aus sind alle weiteren Fragen des Glaubens nur eine Art logisches Weiterdenken: Wer ist dieser Schöpfer? Was hat er mit der Welt vor? Was hat er mit mir vor? Welche Beziehung habe ich zu ihm? Nicht ohne Grund gibt es eine Vielzahl von Passagen in der Bibel und in diversen Liedern, die sich genau mit diesem Punkt auseinandersetzen und in Worte fassen, wie erstaunlich das Werk unseres Schöpfers ist. Genau in diesem Sinne wollte ich dieses Bild aus dem letzten Jahr heute auch mit euch teilen. Als eine Erinnerung an das wunderbare Schöpfungswerk unseres himmlischen Vaters. Eine Erinnerung daran, dass wir diesen mächtigen Gott an unserer Seite wissen, ganz egal was das neue Jahr auch für uns bereithalten mag: „[…] Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird nicht zulassen, dass dein Fuß wankt. Dein Hüter schlummert nicht. Siehe, nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels. Der HERR ist dein Hüter, der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand. Am Tag wird die Sonne dich nicht stechen, der Mond nicht bei Nacht. Der HERR wird dich behüten vor allem Unheil, er wird dein Leben behüten. Der HERR wird deinen Ausgang und deinen Eingang behüten von nun an bis in Ewigkeit.“ (Psalm 121) Bis zum nächsten Mal! Eure Lea
- Wünsche
Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wenn ich zurückschaue, war es für mich insgesamt eine wundervolle, schöne Zeit mit Höhen und Tiefen. Sehr lebendig und ein bisschen chaotisch und wild. Für das nächste Jahr 2025 wünsche ich mir für uns alle, dass wir... ... hoffnungsvoll bleiben & beten ...unseren Mitmenschen mit Liebe und Respekt begegnen ....mehr Zuhören & weniger bewerten ...Fragen stellen ....Mitgefühl schenken, anstatt wegzusehen ...Momente im Hier und Jetzt erleben und genießen können ...Gesund werden oder bleiben ...Unterstützung anbieten & annehmen können ...sein dürfen, wer wir sein wollen ...uns von Angst befreien ...Gemeinschaft leben ...für andere und uns selbst wie ein Licht strahlen und vor allem ...Kindern eine Stimme geben, von ihnen lernen und die Welt mehr mit ihren Augen zu sehen! Kommt gut ins neue Jahr 2025 (ich werde wahrscheinlich schlafen)! Freut euch zu jeder Zeit, dass ihr zum Herrn gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch! Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald! Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid. (Philipper 4,4-7) Anbei noch ein hoffnungsvolles Lied, dass mich durch die Advents- und Weihnachtszeit begleitet hat und mir jetzt immer noch Freude bereitet: https://youtu.be/ESkriVuWGfE?si=lAkI7tkK0DYRomWx Egal, was passiert, wir sind nicht allein! Liebe Grüße, Freya Rise up and shine! Wollen wir in Frieden leben, muss der Friede aus uns selbst kommen. (Jean-Jacques Rousseau)
- Der Christmann
Nur noch ein Mal schlafen! Ist euch schon weihnachtlich zumute? Wenn ich aus dem Fenster gucke, dann sehe ich immer noch eine Menge von dem grau, über das Ulrike letzte Woche berichtet hat. Meins ist, würde ich sagen, kreidegrau – zwar nicht düster, aber auch nicht gerade belebend. Dafür sieht es bei uns immerhin in der Wohnung etwas „weihnachtsgemütlich“ aus: Wir haben unsere Baum-Alternative aus Holz mit Lichterkette aufgestellt, wir haben diverse winterliche Basteleien der Kinder (und der Eltern) an den Fenstern und ab und zu duftet es herrlich nach Mandarinen. Kekse gibt es natürlich auch. Daneben hilft es für die Weihnachtsstimmung definitiv, dass unsere Mädels wenn möglich mehrmals am Tag einfordern, dass man ihnen doch jetzt endlich mal was vorlesen solle. Die beiden lieben Bücher! Selbst jetzt schon, wo sie noch nicht selbst lesen können. Natürlich erfordert ein derartiger Buchhunger auch ständig wechselnden Nachschub – und der fällt in diesen Tagen eben mehrheitlich weihnachtlich aus. Egal ob aus der Kindergarten- oder der Stadtbücherei, egal ob Roman oder Wimmelbuch, überall geht es in letzter Zeit um Schneemänner, Rodeln, Geschenke, Nüsse oder den Weihnachtsmann. Und manchmal geht es auch um noch jemand anderen. Ein Buch, dass ich den Kindern gerade abends zum Einschlafen vorlese, haben ausnahmsweise nicht sie, sondern ich ausgesucht. Nicht ganz uneigennützig … Es ist ein Aventskalenderbuch mit 24 Geschichten rund um den kleinen Jungen „Schnüpperle“, das mir schon meine Mama früher im Dezember vorgelesen hat. Es sind sehr süße, kurze Geschichten für jeden Tag, in denen es darum geht, wie Schnüpperle und seine Familie die Vorweihnachtszeit verbringen. Es stimmt zudem wunderbar nostalgisch, da es in einer Zeit spielt, in der es noch die D-Mark gab und alles so herrlich analog und unvernetzt war. Nur eine Sache war mir nicht mehr so ganz bewusst: Schnüpperle wartet nicht auf den Weihnachtsmann … Schnüpperle wartet auf das Christkind. Meine Kinder wissen, dass es keinen echten Weihnachtsmann gibt, was sie jedoch nicht davon abhält, auf eine manchmal fast unheimliche, erwachsene Art trotzdem von ihm zu reden und dies mit einem wissenden Augenzwinkern zu kommentieren. Über das Christkind waren wir allerdings noch nie gestolpert. Sie kennen aber die biblische „Weihnachtsgeschichte“ und wissen auch schon einiges über Jesus. Gerade deshalb war es mir ein Anliegen, beim ersten Auftauchen des Christkinds ein paar erklärende Worte anzufügen. So habe ich also erklärt, dass es mancherorts die Vorstellung gibt, dass Baby-Jesus alle Jahre wieder auf die Erde kommt und Geschenke verteilt. Das fanden die Mädels direkt recht merkwürdig. Damit hatte ich einen guten Anknüpfungspunkt und konnte erzählen, wie es aus meiner Sicht wirklich ist: Natürlich wird Jesus nicht jedes Jahr wieder ein Baby. Ist doch logisch! Er war nur einmal ein Baby und zwar vor ca. 2000 Jahren als er in Bethlehem geboren wurde. Und dann ist er wie jeder Mensch gewachsen und war irgendwann ein erwachsener Mann, „ungefähr so alt wie Papa“. Und jetzt … ja, jetzt ist er immer noch da … und zwar überall … gleichzeitig. Und er ist … seit 2000 Jahren … ein erwachsener Mann … so wie Papa?! Tja, das ist wohl in etwa, was ich glaube. Wenn man es allerdings nochmal so ausspricht, kann ich gut verstehen, dass viele zu mir sagen: Und das macht jetzt für dich mehr Sinn als Baby-Jesus, der jedes Jahr im goldenen Kleidchen kommt und Geschenke verteilt? In meinem Bauch zwickt es etwas und ich frage mich, ob ich meinen Kindern das eigentlich wirklich besseren Gewissens erzählen kann als die Christkind-Geschichte. Es klingt unglaublich … und trotzdem glaube ich es. Aber es klingt dennoch mehr als seltsam, wenn man es so auf den Punkt bringt. Solche Situationen sind es, die in mir immer wieder die Frage wecken: Kann das alles wirklich wahr sein? Ist es vernünftig das zu glauben, auch wenn es vermeintlich gegen alle Naturgesetze geht? Diese Zweifel tauchen für mich immer wieder auf, davon habe ich hier schon öfter berichtet. Und bisher bin ich immer wieder zu meiner christlichen Überzeugung zurück gelangt. Manchmal geht das ganz schnell, manchmal dauert es länger. Und manchmal kommt Bestärkung aus ganz unerwarteten Richtungen. Gestern, zum Beispiel, hat mein Fernseher mir die Weihnachts-Sonderfolge der Simpson vorgeschlagen. Ich habe in meinem Leben hier und da ein paar Episoden der Simpsons gesehen, kenne die Serie aber nicht sonderlich gut. Der ironische und teils sehr sarkastische Blick auf viele verschiedene Bereiche des Lebens trifft aber meist meinen Humor, auch wenn ich dabei ertragen muss, dass er sich ab und zu auch gegen meinen Glauben richtet. So hatte ich wirklich nicht erwartet, ausgerechnet bei den Simpsons auf etwas zu stoßen, was mich im Glauben bestärkt. (Es folgen Spoiler!) Als ich jedoch zusah, wie Homer zunächst durch eine schiefgelaufene Hypnose dachte, er wäre der Weihnachtsmann, bis er und mit ihm auch ganz Springfield dann aus dem wohligen Traum erwachte und dabei so ziemlich alle ihren Glauben an alles verloren, kam es zu einer interessanten Unterhaltung zwischen dem plötzlich an seinem christlichen Glauben zweifelnden Ned Flanders und Professor Frink. Flanders fragte Frink, wie er als Wissenschaftler damit zurechtkäme, zu wissen, dass es keinen Gott gäbe, worauf Frink antwortete, dass er das keinesfalls wüsste. Vielmehr müsste er als Wissenschaftler offen für jede erdenkliche Erklärung sein und gerade die Beobachtung der Natur würde ihm zeigen, dass in allem eine erstaunliche und im Grunde unerklärbare Ordnung und Schönheit zu sehen sei. Erstaunlich offen und ausgewogen, wie ich fand. Ich muss dazu sagen, dass sich im Laufe der Folge herausstellt, dass die Unterhaltung (die im Übrigen während eines U-Boot-Tauchgangs in die Tiefsee stattfand) extra inszeniert wurde, um Flanders aus seiner entstandenen Traurigkeit und der empfundenen Sinnlosigkeit seines Lebens zu retten. Trotzdem wird selbst nach dieser Enthüllung ein kleines Wunder gegen Ende der Szene nicht final aufgelöst, wodurch die Macher der Serie die Option Gott zumindest offen lassen und nicht komplett in der Luft zerfetzten – vielleicht in einem Anflug von weihnachtlich-besinnlicher Friedsamkeit. Für mich war diese kleine und unerwartete Handreichung Anstoß genug, um noch einmal über meine eigenen Fragen und Antworten nachzudenken. Dabei musste ich auch an meine Frau denken, die jede meiner kleinen Glaubenskrisen immer mit derselben Frage kommentiert: Was wäre denn die Alternative? Ja, was wäre die Alternative, wenn es keinen Gott gäbe? Die Alternative wäre trotzdem ein starker Glaube: Ein Glaube, dass gegen jede Wahrscheinlichkeit das unbegreifbar komplexe Universum, in dem wir leben, mit allem, was darin existiert und allen Naturkonstanten, die seine Existenz erhalten, rein zufällig entstanden ist; der Glaube, dass mit genug Zeit auch jede millionenfach unwahrscheinlichere Situation als ein Lottogewinn eintreffen kann. Wie ich schon einmal in einem Beitrag geschrieben habe: Der Glaube, dass, wenn ich nur Milliarden Male alle Einzelteile eines Kugelschreibers auf den Boden werfen, es einmal passieren wird, dass der Kugelschreiber auf erstaunliche Weise in seine funktionstüchtige Form „zusammenpurzelt“. Das muss man schon glauben … Glauben brauche ich also so oder so. Und ich bin für mich erneut zu dem Ergebnis gekommen, dass mir die Variante mit Gott stichhaltiger, sinnstiftender und am Ende tatsächlich wahrscheinlicher erscheint. Wenn ich also an Gott glaube, der das gesamte Universum geschaffen hat, inklusive z.B. Quanten, die gegen alle Logik an zwei Orten gleichzeitig sein können, dann kann ich auch glauben, dass Jesus seit 2000 Jahren 33 ist – verkürzt gesagt 😉 Gott fordert uns sogar heraus, diese Dinge trotz ihrer vermeintlichen Unmöglichkeit und augenscheinlichen Dummheit zu glauben: „Die Juden wollen Wunder sehen, die Nichtjuden suchen Weisheit, aber wir verkünden, dass gerade der Gekreuzigte der von Gott versprochene Retter ist. Für Juden ist das ein Skandal, für Nichtjuden eine Dummheit“ (1. Korinther 1,22+23) „Niemand soll sich etwas vormachen. Wenn jemand von euch meint, in dieser Zeit weise zu sein, muss er erst einmal verstehen, wie töricht er ist, damit er wirklich weise wird. Denn was die ‹gottferne› Welt für weise hält, ist nichts als Dummheit vor Gott. So steht es auch in der Schrift: "Er fängt die Klugen mit ihrer eigenen Schlauheit.“ (1. Korinther 3,18+19) „[…] Sie haben sich am ‚Stein des Anstoßes‘ gestoßen, von dem geschrieben steht: ‚Seht her, ich lege in Zion einen Grundstein, an dem man sich stoßen wird, einen Felsblock, an dem man zu Fall kommt. Doch wer ihm vertraut, wird nicht enttäuscht werden.‘“ (Römer 9,32+33) „Da sagte Jesus: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Johannes 11,25) Und: „Aber Jesus hatte laut und deutlich gesagt: "Wer an mich glaubt, der glaubt eigentlich nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat.“ (Johannes 12,44) Das lässt mich immer wieder schmunzeln 😊 In diesen Stellen zeigt sich für mich, wie nahbar, warmherzig, fair und – in Ermangelung eines besseren Wortes – cool Gott ist, indem er sagt: Ich bin der Schöpfer aller Dinge. Ich kann alles tun, das habe ich dir schon dadurch gezeigt, wie überwältigend schön und komplex ich alles um dich herum und auch dich geschaffen habe. Ich wünsche mir, dass du mir vertraust. Und ich weiß, dass viele kommen werden, die dich davon abbringen wollen. Daher habe noch eine weitere unmögliche Sache getan, denn für mich ist sie möglich: Ich habe einen Menschen gezeugt, der keinen leiblichen Vater hatte. Und weil er mich und ich ihn liebte und er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen, habe ich ihn wieder auferweckt, nachdem die, die seine liebevolle Art nicht ertragen konnten, ihn umgebracht hatten. Alle, die meinen, sie wären klug und stark und könnten auf sich selbst bauen, werden dir sagen, dass das kompletter Unsinn ist. Das sollen sie ruhig tun. Lass sie reden. Du und ich, wir wissen, dass es stimmt. Nur das ist wichtig. Ja, ich vertraue Gott uns es fühlt sich gut an. Ich weiß, dass das, was ich glaube, sich jeder wissenschaftlichen Methode entzieht. Und auch, wenn ich sonst ein sehr wissenschaftlich denkender und wissenschaftsbegeisterter Mensch bin, habe ich kein Problem damit, anzuerkennen, dass der, der die Naturgesetze eingesetzt hat, sie auch nach Belieben ändern kann. Vor allem jetzt, wo ich wieder mal festgestellt habe, dass er genau das mit Absicht getan hat, mein Vertrauen auf die Probe zu stellen. Und weil nun Weihnachten ist, das „Fest der Liebe“, erinnere ich mich zudem gerne daran, was mein Glaube noch bedeutet: Er bedeutet, dass ich nicht daran verzweifeln muss, dass kein Politiker der Welt es bisher geschafft hat, das Blutvergießen in so vielen Konfliktregionen auf der Welt zu stoppen. Er bedeutet, dass ich nicht daran verzweifeln muss, dass keine Aktivisten bisher die Länder der Erde darin vereinen konnte, ernsthafte Schritte gegen den Klimawandel zu unternehmen. Er bedeutet, dass ich nicht daran verzweifeln muss, dass selbst vermeintlich Gute Dinge wie dieser Blogbeitrag und der Computer, auf dem ich ihn schreibe, dafür mitverantwortlich sind, dass irgendwo auf der Welt jemand in giftigem Schlamm Rohstoffe fördert, um den Hunger seiner Familie zu stillen. Und mein Glaube bedeutet, dass ich nicht daran verzweifeln muss, dass die Geschichte mir zeigt, dass auch in Zukunft keins der genannten Probleme von irgendeinem Menschen gelöst werden wird. Ich glaube das ist es, woran wir an Weihnachten denken können: Es gibt einen Gott, der diese Probleme lösen kann. Dass wir sie haben, ist nur eine temporäre Situation, die uns vor Augen führen soll, dass wir es ohne ihn nicht schaffen werden. Er hat aber einen Menschen geschickt, der uns vorgelebt hat, wie wir sein müssten, damit Frieden auf der Welt funktionieren könnte – und der ironischer Weise genau dafür getötet wurde. Auch wenn wir also keine Aufforderung in der Bibel dazu finden, denke ich, es ist absolut angebracht einmal im Jahr an den Geburtstag dieses Mannes vor 2000 Jahren zu denken. Und wenn wir zumindest dieses eine Mal im Jahr alle versuchen, die Liebe und den Frieden zu leben, die er uns vorgelebt hat (sogar gegenüber der schrulligen Verwandtschaft!), dann bekommen wir vielleicht eine kleinen Vorgeschmack auf die Zeit, die Gott uns in Aussicht stellt, über die es heißt: „Jede Träne wird er von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei.“ (Offenbarung 21,4) Meine Zweifel, dass es diese Zeit geben wird, sind für’s erste wieder verflogen. Sie werden aber sicher wiederkommen, vor allem dann, wenn mir das nächste Mal jemand (und sei es ich selbst!) erzählen möchte, wie dumm das ist, was ich glaube. Dann werde ich jedoch hoffentlich Gott vor Augen haben, der mir zuzwinkert und mich an unser Geheimnis erinnert, von dem Paulus so tröstend schreibt: „Denn Gott hat gesagt: "Ich werde die Weisheit der Weisen zunichtemachen und die Klugheit der Klugen verwerfen." Wo bleiben da die Weisen? Wo die Schriftgelehrten? Wo die Wortführer unserer Zeit? Hat Gott nicht gerade das als Dummheit entlarvt, was diese Welt für Weisheit hält? Denn obwohl die Welt von Gottes Weisheit umgeben ist, hat sie mit ihrer Weisheit Gott nicht erkannt. Und darum hat Gott beschlossen, alle zu retten, die seiner ‹scheinbar› so törichten Botschaft glauben. Die Juden wollen Wunder sehen, die Nichtjuden suchen Weisheit, aber wir verkünden, dass gerade der Gekreuzigte der von Gott versprochene Retter ist. Für Juden ist das ein Skandal, für Nichtjuden eine Dummheit, aber für die, die Gott berufen hat – Juden oder Nichtjuden –, ist ‹der gekreuzigte› Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn was an Gott töricht erscheint, ist weiser als die Menschen, und was an Gott schwach erscheint, ist stärker als die Menschen. Seht euch doch einmal eure Berufung an, meine Geschwister. Da gibt es nicht viele, die menschlich gesehen weise oder mächtig oder einflussreich sind. Nein, Gott hat gerade das ausgewählt, was der Welt als dumm und schwach erscheint – um die Weisen und Mächtigen zu beschämen. Und was in der Welt keine Bedeutung hat, was verachtet wird, das hat Gott erwählt, und das, was nichts für sie zählt, um das zunichtezumachen, was für sie zählt. Niemand soll sich vor Gott rühmen können. Euch aber hat Gott mit Christus Jesus verbunden, mit ihm, der uns zur Weisheit wurde, die von Gott kommt, zur Gerechtigkeit, zur Heiligkeit und zur Erlösung.“ (1. Korinther 19-30) In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und möge Jesus bald tatsächlich wieder kommen! Das echte Christkind … nur eben nicht als Kind … eher als Mann … der echte Christmann! Gottes Segen und bis zum nächsten Mal! Euer Daniel - Alle Zitate sind der Neuen Evangelistischen Übersetzung (NeÜ) entnommen. Foto von Thays Orrico auf Unsplash (bearbeitet)
- Grauzone
Montag: Ich ziehe das Rollo in meinem Zimmer hoch und schaue in den Himmel – GRAU Dienstag: Heute muss ich nicht gleich zur Arbeit und schaue mir den Morgenhimmel etwas genauer an – ein etwas anderes GRAU Mittwoch: Naja, was soll ich sagen – dunkelGRAU Und GRAU ist nicht gleich GRAU. Es gibt nebelgrau, silbergrau, betongrau, blaugrau, moosgrau, hellgrau, dunkelgrau, steingrau, schiefergrau, mausgrau, grüngrau, usw., usw. Wenn ich die RAL Farbkarte zu Grau anschaue gibt es sogar so interessante Grautöne wie staubgrau und zeitgrau. Nun gut, es ist Dezember und die kürzesten Tage legen eine schummrige Decke aus Grauschattierungen über die norddeutsche Tiefebene. Ich freue mich über jedes lichte GRAU und die so seltenen goldenen Sonnenstrahlen. Es ist nasskalt und ich finde mich öfter als mir lieb ist auf dem Sofa wieder, mit Wolldecke und Tee. Das schlägt aufs Gemüt und bremst mich aus. Wären da nicht… Kerzen, Lichterschein, der Duft von Lebkuchen und die Freude auf Weihnachten und Lieder! Eines hat es mir dieses Jahr wieder besonders angetan. „Sieh den hellen Stern leuchten“. Ihr kennt das nicht? Kann gut sein, meine Nachforschungen im Netz blieben erfolglos, kein Youtube Video oder andere Hinweise. Ich singe das Lied seit Jahren in meinem Chor und wir freuen uns immer wieder auf das swingende Lied mit Handclaps und tollen Stimmführungen. (Musik von Greg Gilpin) „Sieh den hellen Stern leuchten, einen Stern leuchten, lass dich führen, lass dich führen. Von den Bergen, aus den Tälern, komm, folge jetzt dem Stern. Arm und Reich geh´n mit den Hirten, jedermann von nah und fern. Geht auf Reisen, liebe Kinder, seht den hellen Lichterschein. Hört die Engel, wie sie singen, frohe Botschaft wird es sein. Oh komm, oh komm nach Bethlehem. Oh komm, oh komm nach Bethlehem. Sieh den hellen Stern leuchten, einen Stern leuchten, lass dich führen, lass dich führen. Sieh den hellen Stern leuchten, lass dich führen, folge dem Stern. Einfache Worte in einem mitreißenden Lied. Da ist das Licht, das dieses scheinbar undurchdringbare Grau erhellt. Dieses Lied führt mich auf das Feld zu den Hirten, zu den Königen aus dem Morgenland, die wahrhaftig diesen Stern sahen und ihm folgten. Durch Dunkelheit, voll Vertrauen auf das Verheißene. Das bringt mir jedes mal wieder das Licht ins Grau. Hoffnung in dunklen Zeiten, Frieden für jeden, der dem Stern folgt. Liebe für die Welt. Der Stern weist den Weg. Gottes Wegweiser zu Jesus, seinem Sohn. Ich lass mich führen! Von dem Propheten Jesaja: Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn »Wunderbarer Ratgeber«, »Starker Gott«, »Ewiger Vater«, »Friedensfürst«. Er wird seine Herrschaft weit ausdehnen und dauerhaften Frieden bringen. Auf dem Thron Davids wird er regieren und sein Reich auf Recht und Gerechtigkeit gründen, jetzt und für alle Zeit. Der HERR, der allmächtige Gott, wird dies eintreffen lassen, leidenschaftlich verfolgt er sein Ziel. (Jesaja 9,5+6) Und von Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer, der nach seiner Stummheit voller Freude folgende Worte verkündete: Gott vergibt uns, weil seine Barmherzigkeit so groß ist. Aus der Höhe kommt das helle Morgenlicht zu uns, der verheißene Retter. Dieses Licht wird allen Menschen leuchten, die in Finsternis und Todesfurcht leben; es wird uns auf den Weg des Friedens führen. (Lukas 1,78+79) Focus on God! Lass dich führen! Eure Ulrike Bild von Pixabay: PublicDomainPictures Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle ® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.
- Da hilft nur noch beten!
Diesen Ausspruch hört man im Volksmund zumeist in einer Situation, in der es scheinbar keine Optionen mehr gibt. Alles wurde versucht, nichts hat geholfen, die Katastrophe naht, Leid scheint unvermeidbar. Erst dann kommen selbst ungläubige Menschen zu diesem Ausspruch. Die Zeit, in der wir leben, scheint auf einen solchen Zustand zuzustreben. Die Klimakatastrophe rückt immer näher und ist wohl nach Einschätzung der Wissenschaft auch nicht mehr abwendbar. Wetterphänomene und andere Naturkatastrophen werden immer extremer und unberechenbarer. Rechtsextreme Autokraten gewinnen die Oberhand. Selbst innerhalb von Europa herrscht wieder Krieg, obwohl doch erst in 2012 die EU für 60 Jahre Frieden sogar den Friedensnobelpreis bekam. Die Komplexität der Probleme nimmt überhand. Alles hängt mit allem zusammen. Die persönlichen Sorgen der Menschen scheinen selbst in einem so reichen und friedfertigen Land wie Deutschland zuzunehmen, zumindest wenn man den Medien glaubt, die dieses Gefühl allerdings (meiner Einschätzung nach) auch regelrecht anheizen, nach dem Motto „Only bad news are good news!“. So stellt sich die Frage, wann wohl auch hier die ersten Menschen zu der Einschätzung kommen: „Da hilft nur noch beten“? Als gläubiger Mensch kann ich zwar zustimmen: Ja, beten hilft! Aber die Reihenfolge ist falsch. Nicht erst, wenn nichts mehr geht, was man noch selbst in der Hand zu haben scheint und die Katastrophe längst ihren Lauf nimmt – nein, das Gebet sollte an erster Stelle stehen. Und das auch und gerade für diejenigen, die uns regieren und die für das Wohlergehen der Bevölkerung sorgen sollten. Ich bin erneut vor einigen Wochen auf diesen Gedanken gekommen, als in Amerika feststand, dass Trump die Wahl gewonnen hat und gleichzeitig unsere Regierung sich quasi selbst abgeschafft hat, was nun Neuwahlen zur Folge haben wird. An diesem Punkt kam mir eine Bibelstelle aus dem Brief des Paulus an Timotheus in den Sinn: "Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit." (1. Timotheus 2,1-2) Für die Regierung zu beten ist keine neue Forderung des Neuen Testaments. Bereits die Israeliten wurden selbst zur Zeit ihrer Verschleppung nach Babylon dazu aufgerufen: "So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: An alle Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel gefangen weggeführt habe: […] sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben." (Jeremia 29,4+7) Und auch nach ihrer Rückkehr nach Israel bestimmt der persische Herrscher Folgendes: "Und von mir wird Befehl dafür gegeben, wie ihr mit diesen Ältesten der Juden verfahren sollt, damit sie dieses Haus Gottes bauen können: So sollen von den Gütern des Königs, aus der Steuer der Provinz jenseits des Stromes, diesen Männern die Ausgaben pünktlich bezahlt werden, um sie nicht aufzuhalten. Und was nötig ist, Jungstiere, Widder und Lämmer zu Brandopfern für den Gott des Himmels, dazu Weizen, Salz, Wein und Öl, das soll ihnen nach dem Geheiß der Priester, die in Jerusalem sind, Tag für Tag ohne Nachlässigkeit gegeben werden, damit sie dem Gott des Himmels Räucherwerk darbringen und für das Leben des Königs und seiner Söhne beten." (Esra 6,8-10) Beim Lesen dieser Verse fühlte ich mich allerdings ertappt! Wenn ich so darüber nachdenke, wann ich mal für die Regierenden unseres Landes oder gar der Welt gebetet habe oder in irgendeiner Versammlung ein solches Gebet gehört habe, dann ist da eine große Leere. Wenn ich über den Inhalte meiner eigenen Gebete nachdenke, kommt mir ein interessanter Begriff in den Sinn, den ich in mehreren Artikeln zu diesem Thema gelesen habe, die sogenannten „All die ...“-Gebete (nein, nicht der Discounter). Nachdem ich in meinen Gebeten den persönlichen Dank und die Bitten für die engsten Menschen um mich herum getätigt habe, dann kommen da noch die Bitten für „all die“ Kranken, „all die Geschwister“ weltweit in ihren Sorgen und Nöten, „all die“ noch Suchenden … Damit sollte ich doch dann alle erwischt haben, oder? Aber ein wirklich explizites Gebet für die, die uns regieren? Das habe ich glaube ich noch nie gemacht. Wird Zeit! Dieses Beten für die Obrigkeit steht natürlich auch im Zusammenhang mit einem übergeordneten Thema, dem „untertan“ sein. "Jedermann sei den obrigkeitlichen Gewalten untertan; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die vorhandenen aber sind von Gott verordnet. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt der Ordnung Gottes; die aber widerstreben, ziehen sich selbst die Verurteilung zu. Denn die Herrscher sind nicht wegen guten Werken zu fürchten, sondern wegen bösen! Willst du also die Obrigkeit nicht fürchten, so tue das Gute, dann wirst du Lob von ihr empfangen! Denn sie ist Gottes Dienerin, zu deinem Besten." (Römer 13,1-4) Ein schwieriges Thema, gerade in Diktaturen, das ist mir bewusst. Aber man sollte bedenken, dass Paulus diese Forderung zur Zeit der römischen Herrscher schreibt, die auch mit äußerster Gewalt und Brutalität ihre Macht aufrecht erhielten. Auch an Titus, der auf Kreta für die Gemeinde tätig war, schreibt Paulus ganz ähnlich: "Erinnere sie, staatlichen Gewalten und Mächten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten, zu jedem guten Werk bereit zu sein, niemand zu lästern, nicht streitsüchtig zu sein, milde zu sein, an allen Menschen alle Sanftmut zu erweisen!" (Titus 3,1) Das „untertan sein“ bezieht sich gemäß Petrus sogar auf alle Ebenen von Regierung. Heute würden wir wohl sagen, bis in die Kommune hinein: "Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen: sei es dem König als Oberherrn oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun! Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutes tun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt. […]Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König!" (1. Petrus 2,13-15+17) Selbstverständlich stehen alle diese Forderungen immer unter der Überschrift "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." (Apostelgeschichte 5,29) Dieser ganze Themenkomplex führt mich immer wieder auch zu dem Thema „Wählen“ und politische Betätigung, gerade jetzt wieder aktuell, wenn demnächst in Deutschland Neuwahlen anstehen. Wir haben in der Gemeinde dieses Thema schon oft diskutiert, mit verschiedenen Meinungen und persönlichen Handlungsweisen, die wir heute liebevoll nebeneinander stehen lassen können. Ich will das hier auch nicht weiter vertiefen. Für mich ergibt sich in Bezug auf Gebete für die Regierenden allerdings die Frage, worum ich eigentlich bitten sollte? Vielleicht um Weisheit oder wenigstens Vernunft? Um das Wohlergehen der Bevölkerung? Oder darum, dass Gott die Geschicke im Sinne seines Planes weiter lenken mag? Darüber muss ich noch eine Weile nachdenken, aber eine erste wesentliche Antwort steckt glaube ich schon in den Versen, die Paulus an Timotheus zum Zweck der Gebete geschrieben hat: „…damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.“ Das ist, denke ich, eine gute Bitte für alle gläubigen Menschen, dass sie ihren Glauben in aller Ruhe ohne Angst vor Repressalien leben können, egal unter welcher Regierung auch immer. Ein weiterer Aspekt scheint mir in allen drei Bibelzitaten zum Thema „untertan sein“ (siehe vor) zu liegen: Gutes TUN im persönlichen Umfeld ist wohl das Wesen eines gläubigen Christen, unabhängig vom politischen Umfeld, denn wer vermag schon zu sagen, durch wen Gott seine Pläne vollenden will. Daher möchte ich es mit dem Propheten Micha halten, der es in einem Satz so genial auf den Punkt bringt: "Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem Gott ?" (Micha 6,8) Wenn das doch nur alle Regierenden beherzigen würden! Dafür sollte ich vielleicht mal beten!? Euer Peter Foto von Sebbi Strauch auf unsplash
- Ausharren
[trotz widriger Umstände und schwieriger Zeiten geduldig aushalten und bis zum Ende abwarten] Geduldig abwarten ist etwas, das mir nicht sonderlich gut liegt, wobei ich darin in den letzten Jahren vermutlich schon besser geworden bin. Was mit Sicherheit nicht zuletzt an den Kindern liegt, die meine Geduld immer wieder auf die Probe stellen und ich so lerne, geduldiger zu sein. Nichtsdestotrotz fällt es mir oft noch schwer genug. Vor allem in Situationen, in denen man selbst machtlos ist. Solche Situationen stressen und machen unruhig. Es gab schon diverse Nächte, in denen ich wach gelegen habe und mir den Kopf über Dinge zerbrochen habe, die ich sowieso nicht ändern konnte. In den letzten Wochen gab es verhältnismäßig viele dieser Nächte, wobei es in den letzten ein bis zwei Wochen wieder ruhiger geworden ist in meinem Kopf. Warum? Das verrate ich euch später. Zuerst der Grund: Mein Mann und ich haben vor kurzem ein Haus gekauft. Das fordert jetzt relativ viel unserer Aufmerksamkeit, weil es noch ein paar Dinge gibt, die wir gerne renovieren würden bevor wir einziehen. Wir haben glücklicherweise fachkundige Hilfe und wir hatten von vornherein „Pläne“ (Ideen), was wir gerne alles umsetzen würden. Jedoch kommt es immer wieder – wie so oft im Leben – anders als man denkt. Immer wieder gab es „Rückschläge“, nötige Planänderungen und die Erkenntnis, dass manches nicht ganz möglich ist wie wir es uns vorgestellt haben. Es waren alles keine dramatischen Sachen, aber das kam alles zu allen anderen Dingen hinzu, die man auf einmal regeln muss, wenn man ein Haus kauft. Jetzt, da einiges bereits geregelt ist, ist es schon wieder etwas entspannter geworden. Ich bin auch absolut glücklich und unglaublich dankbar, dass wir jetzt diese Möglichkeit hatten, aber ich werde ehrlich gesagt auch sehr froh sein, wenn wir eingezogen sind und nur noch der normale Alltagswahnsinn übrig ist. Warum ist es jetzt wieder ruhiger geworden in meinem Kopf? „Eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe!“ (2. Petrus 1,5-7) In dem Ausharren aber die Gottesfurcht. Furcht nicht im Sinne von Angst, sondern von Ehrfurcht. Es macht mich verdammt ehrfürchtig, dass wir die Möglichkeit hatten, das Haus zu kaufen. Es macht mich auch ehrfürchtig, wie das ganze abgelaufen ist. Es lag uns kein einziger Stein im Weg. Wir hatten nicht mal so richtig angefangen, ein Haus zu suchen, da hatten wir auch schon eins gefunden, in das wir uns von Anfang an verliebt hatten, obwohl das überhaupt nicht war, wonach wir eigentlich gesucht hatten. Ich glaube, Gott hatte da definitiv seine Finger im Spiel und es sollte genau dieses Haus werden. Nicht wenige haben zu uns gesagt: Das Haus passt total zu euch. Und ich bin auch super glücklich und freue mich, aber trotzdem werden manchmal gewisse Stimmen des Zweifels laut in meinem Kopf. Vor allem in Situationen, in denen es nicht rund läuft, auch wenn es nur kleinere Dinge sind. Es ist nun mal eine ganz schön große Entscheidung, die man nicht leichtfertig trifft. In solchen Situationen hilft es dann, zu wissen, dass Gott da ist. Dass er schon so viel getan hat, dass das überhaupt klappen konnte. Dass so viele – und offenbar auch Gott – der Meinung sind, dass dieses Haus gut zu uns passt. Ich kann ein stückweit Verantwortung und vor allem Sorgen an Gott abgeben. Er trägt sie mit mir. Gott hat schon dafür gesorgt, dass wir dieses Haus bekommen haben, warum soll er jetzt nicht auch noch dafür sorgen, dass alles irgendwie funktionieren wird? Auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Oder es nicht haargenau das ist, was wir uns zuerst vorgestellt haben. Und so harre ich aus und glaube weiterhin, dass es das Richtige ist, auch wenn ich ab und zu zweifle, da ich mich auf Gott verlassen kann und weiß, dass er schon so viel für mich getan hat. Gott steht das mit mir durch und harrt mit mir aus, zeigt mir, wie Ausharren in Perfektion funktioniert. Immer wieder, wenn mich Zweifel oder andere negative Gedanken überrennen, kann ich mich daran erinnern, dass Gott bei mir ist, das Beste für mich möchte und schon sehr viel für mich getan hat. Das schützt mich dann davor, mir zu viele Gedanken zu machen. Das heißt nicht, dass ich es schaffe, mir keine Gedanken zu machen, aber es reduziert sie und fängt sie irgendwann wieder ein. Es gibt mir Ruhe und Kraft. "Hast du es nicht erkannt, hast du es nicht gehört: Ein ewiger Gott ist der HERR, der die Enden der Erde geschaffen hat! Er ermattet nicht und wird nicht müde, seine Einsicht ist unerforschlich. Dem Ermatteten gibt er Kraft, und wo keine Kraft ist, gibt er grosse Stärke. Und junge Männer ermatten und werden müde, Männer straucheln unvermeidlich. Die aber, die auf den HERRN hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Schwingen, sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und ermatten nicht." (Jesaja 40,28-31) Eure Lisa ♥ Foto von Miriam G auf Unsplash
- Ein Wunderwerk der Schöpfung
In der letzten Woche habe ich zum ersten Mal meine eigenen Stimmbänder gesehen. Auf Anraten meiner Gesangslehrerin hatte ich einen Termin beim HNO für eine Stimmuntersuchung vereinbart, um abklären zu lassen, dass mit meiner Stimme alles in Ordnung ist. An dieser Stelle schonmal die Entwarnung: die HNO-Ärztin hat nichts Besorgniserregendes entdecken können. Lediglich mein Stimmschluss ist leider nicht optimal, wodurch sich die Vermutung meiner Gesangslehrerin bestätigt hat und wobei mir meine nun verschriebenen Logopädie-Stunden hoffentlich helfen werden. Um meine Diagnose soll es an dieser Stelle auch gar nicht gehen, sondern darum, dass es für mich eine ziemlich faszinierende Erfahrung war, das Innere meines Kehlkopfes auf einem Video zu sehen. Da sind diese zwei gefühlt winzigen Stimmbänder, die sich öffnen und schließen und die Luft so in Schwingungen versetzen, dass wir Töne erzeugen können. Muskeln, Knorpel und Fasern arbeiten zusammen wie die Zahnräder einer Maschine, um genau das zu ermöglichen. Und das sind nur die "Zahnräder", die sich tatsächlich in unserem Kehlkopf befinden. Es gibt noch eine Menge anderer Faktoren, die beeinflussen, wie die Töne klingen, die dort im Kehlkopf ihren Anfang nehmen. Welche Resonanzräume nutzen wir, um den Ton klingen zu lassen? Ist unser Gaumensegel angespannt? Was macht unsere Zunge? Wie hoch oder tief sitzt unser Kehlkopf während wir singen? Wie gleichmäßig ist der Luftstrom, den wir nutzen, um den Ton zu erzeugen? Ich finde, dass wir überhaupt in der Lage sind, Töne zu erzeugen um zu sprechen und zu singen ist bereits ein wahres Wunderwerk der Schöpfung. Doch es gibt eine scheinbar unendliche Vielzahl von Möglichkeiten, wie diese Töne klingen können. Die kleinsten Abweichungen dabei, wie die einzelnen "Zahnräder" ineinander greifen, können dazu führen, dass sich der Klang wesentlich verändert. Außerdem schaffen es unsere Stimmen selbst dann einzigartig zu klingen, wenn wir theoretisch die gleichen Töne singen. Nur um sich dann wiederum bei gut eingespielten Gruppen und Duettpartnern so weit angleichen zu können, dass sich eine perfekte Kombination mehrerer Stimmfarben ergibt. Doch allein mit den „technischen“ Voraussetzungen hört das Wunderbare der Schöpfung Gottes nicht auf. Nein, er hat uns nicht nur all das nötige Werkzeug gegeben, sondern auch die Kreativität dieses Werkzeug auf vielfältigste Weise einsetzen zu können. Ich könnte gar nicht zählen, wie oft mich Musik schon zum Weinen gebracht hat. Wie allein der Klang von Stimmen der verschiedensten Menschen mir Emotionen näher gebracht hat als die Worte, die sie gesungen haben. Für mich ist der Fakt, dass wir singen können ein riesiges Geschenk und eins dieser Themen, das einem immer verrückter und unwahrscheinlicher vorkommt, je länger man darüber nachdenkt. Singen ist für mich ein Geschenk, für das ich Gott sehr dankbar bin, weil es mir in meinem Leben sehr viel Freude schenkt. Genauso dankbar bin ich dafür, nach meiner Stimmuntersuchung zu wissen, dass es meiner Stimme grundsätzlich gut geht und ich sie mit der richtigen Hilfe noch lange benutzen kann. Diese Dankbarkeit wollte ich diese Woche mit euch teilen und euch dazu anregen, einmal aufs Neue darüber nachzudenken, wie wunderbar wir gemacht wurden. Euch der Vielzahl der Faktoren bewusst zu werden, die zusammenspielen um etwas so selbstverständliches wie ein „Hallo“ erst möglich zu machen. Ich denke, das ist etwas, wofür wir unserem himmlischen Vater alle gleichermaßen dankbar sein können. „Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl.“ (Psalm 139,14) Bis zum nächsten Mal! Eure Lea










