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  • Pause

    Zwei Wochen hat unser Blog nun pausiert. Man sollte meinen, die zusätzliche Zeit hätte dazu geführt, dass ich heute etwas wohl durchdachtes, neues, anregendes und erbauliches mit euch teilen kann. Aber die Realität sieht leider so aus, dass ich hier am Sonntag vor der Veröffentlichung vor dem PC sitze und nicht weiß, was ich schreiben soll. Ich habe kein neues Erlebnis mit Gott, von dem ich berichten könnte, keine neue Erkenntnis, die ich mit euch teilen könnte oder einen Gedanken, der mich schon lange beschäftigt und den ich heute zu Papier bringen könnte. Wenn ich mich umsehe, dann habe ich das Gefühl, ich bin von Menschen umgeben, die eine Menge zu schreiben hätten. Sie stellen sich voll Gottvertrauen neuen Herausforderungen, sie erzählen mir von neuen Dingen, die sie mit Gott erlebt haben oder sie setzen sich mit wichtigen Fragen auseinander, zu denen sie nach Gottes Antwort suchen. Aber bei mir passiert nichts. Mein Glaubensleben steht scheinbar still. Damit meine ich nicht, dass ich Zweifel habe oder das Gefühl, dass in meiner Beziehung mit Gott etwas nicht in Ordnung ist. Ich stecke nicht wirklich in einer Krise. Aber ich entwickle mich auch nicht weiter. Normalerweise würde jetzt in einem Artikel oder YouTube-Video der Abschnitt anfangen, in dem ich euch davon berichte, wie ich dieses Problem gelöst habe. Am besten in 5 einfachen Schritten, die ich euch an die Hand geben kann, falls es euch genauso geht. Aber ich habe noch keine Lösung. Ich stecke selbst noch mittendrin und das schon seit einer ganzen Weile. Alles, was ich gerade tun kann, ist euch davon zu berichten. Und wenn es euch vielleicht ähnlich geht, kann ich euch sagen, dass ihr damit nicht allein seid. Eine notwendige Pause (?) Die zwei Wochen Pause, die der Blog gemacht hat, waren notwendig und haben mir die Zeit gegeben, einige Dinge, die in letzter Zeit passiert sind, zu verdauen, bevor ich einen nächsten Beitrag schreiben muss. Vielleicht ist die Pause, die mein Glaubensleben scheinbar macht, auch notwendig. In einem gewissen Sinn bin ich Gott sogar dankbar dafür, dass ich mich glaubensmäßig gerade keiner neuen großen Herausforderung gegenüber sehe. Im Moment ist es für mich manchmal schwierig genug, meinen Alltag zu meistern und alles unter einen Hut zu kriegen, wofür ich verantwortlich bin. Immer wenn eine stressige Woche zu Ende geht und ich mich auf eine "normale" nächste Woche freue, scheint die nächste Hürde aufzutauchen - egal ob beruflich oder privat - ohne dass ich wieder in einen entspannten und geregelten Alltag zurückfinde. Da bin ich manchmal froh, mich nicht auch noch mit großen Glaubensfragen quälen zu müssen, sondern einfach Schritt für Schritt mit Gottes Hilfe durch meinen chaotischen Alltag gehen zu können. Auf der anderen Seite ärgert es mich, so vielen anderen Dingen meine Aufmerksamkeit schenken zu müssen, wenn es doch eigentlich wichtiger sein sollte, an meiner Beziehung zu Gott zu arbeiten. Im Glauben zu wachsen. Die Gemeinde wachsen zu lassen. Mich für meine Geschwister einzusetzen. Aber ich sehe gerade nur vom Spielfeldrand aus zu und warte darauf, eingewechselt werden zu können und wieder zurück im Spiel zu sein. Wieder etwas beitragen zu können – auch in Form eines „ordentlichen“ Blog-Beitrags. Es geht nicht immer nur bergauf Manchmal vermitteln die Beiträge, die wir für diesen Blog schreiben aber vielleicht auch ein Bild, das nicht immer der Realität entspricht. In unserem Glaubensleben geht es nunmal nicht immer stetig bergauf. Manchmal fallen wir in ein Tief oder manchmal lässt der nächste Anstieg in der Entwicklungskurve länger auf sich warten – so wie bei mir im Moment. Wichtig ist glaube ich vor allem, das Vertrauen nicht zu verlieren. Das Vertrauen darauf, dass es für Gott in Ordnung ist, dass unsere Entwicklung nicht linear verläuft und dass er sowohl in den Höhen und Tiefen als auch auf den Plateaus an unserer Seite ist und uns weiter begleitet. Ich kann euch an dieser Stelle versichern, dass ich mich auch in dieser Zeit weiterhin von Gott getragen fühle und wahrnehme, wie er mir immer wieder Situationen erleichtert oder Dingen, die ich nur halbherzig angehen konnte, trotzdem einen guten Ausgang schenkt. Ich fühle mich also keineswegs allein gelassen. Wie der nächste Schritt auf meinem Glaubensweg aussieht – darauf bin ich schon sehr gespannt. Trotzdem bin ich dankbar dafür, dass Gott mir gerade eine Verschnaufpause gönnt, um mir die Zeit zu geben, einige Dinge zu klären, die erst auf den zweiten Blick auch mit meinem Glaubensleben und dem Leben in der Gemeinde zu tun haben. Ich hoffe, euch bald wieder etwas neues und erbauliches berichten zu können, sobald ich in meinem persönlichen nächsten Kapitel angekommen bin. Immerhin werde ich meinen nächsten Beitrag aus einer neuen Wohnung in einer neuen Stadt schreiben. Wer weiß, was dieser Neuanfang alles anstoßen wird. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Wunder

    Vor ein paar Wochen ist etwas Wunderbares passiert. Wie aus dem Nichts stand plötzlich ein Mensch vor mir, der mir zu einem bestimmten Thema Fragen beantworten konnte. Vor dieser Begegnung beschäftigte ich mich mit der Arbeit einer Organisation in der Nähe meines Wohnortes. Ich fragte mich, ob ein mir nahestehender Mensch dort Hilfe bekommen kann. Aufmerksam wurde ich allerdings durch eine Recherche für mich selbst. Auf der Suche nach Ausbildungsangeboten stieß ich auf das GRZ Krelingen bei Walsrode. Hier wird im Herbst ein Seelsorgeseminar angeboten. Außerdem sah ich in der letzten Zeit eine Sendung auf Bibel TV, die vom sogenannten Gemeindehilfsbund produziert wird. Dieser Bund hat seine Wurzeln im GRZ. Der Hauptsitz ist im gleichen Ort. Mit diesem Hintergrund googlete ich mal wieder nach Möglichkeiten bzw. Angeboten für oben genannte Person. So entdeckte ich das Angebot des Krelinger Teilhabezentrums. Das, wie konnte es anders sein, auch unter dem Dach des GRZ zu finden ist. Ich sah mir den Auftritt näher an, las sogar das Konzept für die Leistungen des Zentrums und war angetan. Könnte es passen? Vielleicht? Die Person, um die es geht, interessiert sich zur Zeit sehr für den Glauben an Jesus. Doch ist eine christlich orientierte Organisation nicht zu eng? Womöglich legen die den christlichen Glauben sehr streng aus? Steht etwa die moralische Druckausübung im Vordergrund. Ich war unsicher und beschloss, diesen Fund noch zurückzuhalten. Ich wollte erst mal rumfragen, ob jemand Erfahrungen mit diesem Zentrum hatte. Viel kam dabei allerdings nicht heraus. Glaubensgeschwister kannten vor etwa 30 Jahren einmal einen jungen Mann, der dort Begleitung fand. Diese Erfahrung erschien mir allerdings zu alt, um darauf eine Kontaktaufnahme aufzubauen. Die Sache ging im täglichen Geschäft unter. Bis ich auf einer kleinen Feier mit Freunden (10 bis 15 Personen) auf zwei Menschen aufmerksam wurde, die eine Freundin gerade freudig begrüßte. Auf meinen fragenden Blick hin, wurde ich sofort mit den Worten vorgestellt: "Das ist Ingo, der ist auch gläubig." Peinlich, dachte ich nur, doch das Eis war gebrochen bzw. der Kontakt hergestellt. Sofort entwickelte sich ein aufgeschlossenes Gespräch. Bei der beruflichen Orientierung offenbarte der Gesprächspartner, dass er beim GRZ in Krelingen arbeitete. Ich zeigte meine Begeisterung und rief heraus: "Ein Wunder ist geschehen." Die Verwunderung war groß und ich erklärte den Zusammenhang. Im Grunde hatte ich nicht direkt um Gottes Hilfe gebeten, doch er hat mir meinen Wunsch, nach einem Kontakt mit Bezug nach Krelingen, erfüllt. Der neue "Freund" hat mir gar nicht viel über seine Arbeit berichtet, doch es reichte für mich aus, um mehr Vertrauen für diese Einrichtung aufzubauen. Mittlerweile habe ich meine Entdeckung und mein "Wunder" Erlebnis an die oben genannte Person weitergeben. So Gott will, wird er damit etwas machen. Über meinen Schatten springen Nach dieser Begegnung war die Freude bei mir riesengroß. Ich spürte eine gewisse Erleichterung. Normalerweise möchte ich schon bei solchen Dingen das Heft des Handels und die sprichwörtlichen Fäden in der Hand behalten. Doch ich hatte unbewusst losgelassen, weil mich Anderes forderte. Diese Lücke konnte Gott füllen und mir die Verantwortung abnehmen. Auf der anderen Seite merkte ich, wie mich das auch herausforderte. Ich musste über meinen Schatten springen. Die Hilfe annehmen. Das ist wirklich ein Lebensthema. Christen müssen Aufgeregt durch die vielen gesellschaftlichen Diskussionen dieser Zeit kam mir eine weitere Lebensfrage in den Sinn. Müssen Christen zu jedem Thema Stellung beziehen? Oft wird das als moralisches Statement bezeichnet. Um es vorweg zu nehmen, ich meine, dass Christen gar nichts müssen. Es gibt keinen Druck mehr, es zählt nur noch das Wollen. Und wenn ich dann zu einem Thema eine Haltung entwickle, wird mir schnell klar, dass es meine eigene Einstellung ist und ich nicht erwarten kann, dass sie von allen geteilt wird. Eine Beispiel: Wie sehen Christen die Rolle der Frau in ihrer Gemeinschaft? Für Jesus war die wichtigste Frau wahrscheinlich seine Mutter Maria. Sie hat ihn empfangen, geboren und aufgezogen. In dieser Zeit hat sie ihm bestimmt erzählt, was sie von Gott weiß und vor allem, was sie über ihn und sein Lebenswerk gehört hat. Sie hat nämlich schon vor seiner Geburt folgendes von einem Engel über Jesus erfahren: Der Engel kam zu ihr und sagte: »Sei gegrüßt, Maria! Der Herr ist mit dir! Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.« Maria erschrak über die Worte des Engels und fragte sich, was dieser Gruß bedeuten könnte. »Hab keine Angst, Maria«, redete der Engel weiter. »Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. Er wird mächtig sein, und man wird ihn Sohn des Höchsten nennen. Gott, der Herr, wird ihm die Königsherrschaft seines Stammvaters David übergeben, und er wird die Nachkommen von Jakob für immer regieren. Seine Herrschaft wird niemals enden.« »Wie soll das geschehen?«, fragte Maria den Engel. »Ich habe ja noch nie mit einem Mann geschlafen.« Der Engel antwortete ihr: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird sich an dir zeigen. Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt werden. (Lukas 1,28-35) Und an Jesu Geburtstag bekamen Maria und ihr Mann Josef Besuch von Schäfern. Und die berichteten von diesem Erlebnis. In dieser Nacht bewachten draußen auf den Feldern vor Bethlehem einige Hirten ihre Herden. Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Die Hirten erschraken sehr, aber der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine Botschaft, die das ganze Volk mit großer Freude erfüllen wird: Heute ist für euch in der Stadt, in der schon David geboren wurde, der versprochene Retter zur Welt gekommen. Es ist Christus, der Herr. Und daran werdet ihr ihn erkennen: Das Kind liegt, in Windeln gewickelt, in einer Futterkrippe!« Auf einmal waren sie von unzähligen Engeln umgeben, die Gott lobten: »Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.« (Lukas 2,8-14) In der Bibel wird sogar darüber berichtet, wie Maria mit diesen Informationen umging. Maria aber merkte sich jedes Wort und dachte immer wieder darüber nach. (Lukas 2,19) Neben Gott selbst hat sicher auch Maria mit ihrem Sohn über seine Aufgabe gesprochen und darüber mit ihm gerungen. Aus diesem Grund liegt für mich nahe, dass Jesus nicht zwischen Mann und Frau trennt. In seiner Nachfolge können sich alle als gleich ansehen. Es gibt keinen Unterschied. Das stellt auch Paulus fest in seinem Brief an die frühen Christen in Galatien. Nun seid ihr alle zu Kindern Gottes geworden, weil ihr durch den Glauben mit Jesus Christus verbunden seid. Ihr gehört zu Christus, denn ihr seid auf seinen Namen getauft. Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins. Gehört ihr aber zu Christus, dann seid auch ihr Nachkommen von Abraham. Als seine Erben bekommt ihr alles, was Gott ihm zugesagt hat. (Galater 3,26-28) Ich möchte das ernst nehmen und diese Gleichheit leben. Damit teile ich nicht die Haltung von allen Christen. Das muss und will ich akzeptieren. So gesehen gibt es sehr viele alte und neue Themen, zu denen Christen eine unterschiedliche Haltung finden. Dies muss sie nicht trennen sondern eher zusammenführen und sie daran erinnern, wie lebenswichtig das Geschenk ihres Anführers für sie ist. Ostern Letztendlich hat Jesus mit seinem Tod und seiner Auferstehung an Ostern all diese Probleme, Unstimmigkeiten und Unsicherheiten aufgelöst. Als Christ glaube ich daran, dass Jesus die Verantwortung übernimmt. Recht zu haben, tritt in diesem Kontext in den Hintergrund. Wichtig ist für mich, an die überbrachte Botschaft der Schäfer zu glauben. Jesus ist der Christus, der Herr und der versprochene Retter der Welt. In ihm habe ich das Leben für immer. Dies braucht immer wieder Mut und Demut. Die Erkenntnis, dass sich nicht immer alles um mich dreht und ich nicht alles selber lösen muss. In diesem Sinne wünsche ich dir einen erfolgreichen Sprung über deinen Schatten. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Ingo Tauchert

  • Frühling, Sommer, Herbst und Winter

    Neulich morgens stand ich am Bahnsteig. Ich wartete auf den Regionalexpress und ließ abwesend den Blick über die anderen Reisenden schweifen. Eine junge Frau in Daunenjacke vor mir zog sich mürrisch die Kapuze über den Kopf. Ein Mann mittleren Alters lief gemächlich aber kontinuierlich dieselben paar Meter auf und ab. Ein anderer stand steif und in die Ferne starrend da, als wollte er versuchen, seinen inneren Akku noch bis zum Eintreffen des Zug auf den letzten paar Prozent zu halten. Plötzlich wurde ich von einer älteren Dame aus meiner Gedankenlosigkeit gerissen, die auf einmal keinen Meter vor mir wie aus dem Nichts auftauchte und dabei sagte: „Meine Güte zieht das hier! Der Wind steht heute aber auch besonders ungünstig!“. Tatsächlich wäre ich von der Frau weit weniger überrascht worden, hätte ich nicht selbst in einer halbwegs winddichten Ecke zwischen dem leider geschlossenen Wartehäuschen und einer dicken Betonsäule gestanden, weil auch mir fürchterlich kalt war. Der Wind zog wirklich über den Bahnsteig als wollte er einem mit Nachdruck unter die Nase reiben, dass man lieber im warmen Bett hätte bleiben sollen. Der Himmel war ein einziger grauer Matsch. Ungemütlich war wirklich eine Untertreibung für das Wetter insgesamt. Und so kam mir eine Frage, die ich in letzter Zeit öfter hatte, wieder in den Sinn: Wird es überhaupt nochmal Sommer? Versteht mich nicht falsch – ich höre durchaus zu, wenn meine Tochter vom Kindergarten nach Hause kommt und lautstark singend verkündigt, dass die Jahresuhr niemals still steht. Auch ich habe das schon vor der Grundschule gelernt und da das Ganze ja „immer schon wieder von vorne an“-fängt auch oft genug gesungen, um es wirklich zu verinnerlichen. Und trotzdem habe ich vor einiger Zeit an einem Ausnahmetag mit erfreulichen 17°C erschrocken festgestellt, dass ich irgendwie vergessen hatte, dass jedes Jahr nach der Kälte und dem grauen Himmel auch wieder blauer Himmel und Sonne kommt. Das war nicht so sehr ein meteorologischer Zweifel, sondern mehr emotionale Resignation, durch die sich mein Kopf über die Wintermonate schleichend eingeredet hat, dass dieses ewige trübe Grau, die Kälte und der Regen/Hagel/Schnee vielleicht doch nicht irgendwann wieder vorübergehen. Irgendwie passt dieses Wetter ja leider auch sehr treffend auf vieles, was man tagtäglich in den Nachrichten hört. Das hat das Ganze sicher noch bestärkt. Interessanterweise scheint das Wissen über den Kreislauf der Jahreszeiten nicht nur in meinem Kopf etwas überdeckt worden zu sein. Erst vor kurzem habe ich beiläufig erwähnt, wie erschrocken ich über die Erkenntnis war, dass ich, einfach ohne es zu merken, aufgehört hatte den Frühling und Sommer zu erwarten, und sowohl meine Frau als auch eine Freundin konnte so ziemlich dasselbe berichten. Auch sie hatten sich dabei erwischt, dass die Vorstellung, bald wieder ohne Jacke nach draußen gehen oder in kurzer Hose im Park liegen zu können, für sie seltsam unwirklich schien. Genauso ging es auch mir. Natürlich wusste ich, dass es jedes Jahr bedingt durch die Neigung der Erdachse unweigerlich auch in unseren Gefilden wieder warm und sonnig werden würde. Und trotzdem war da dieser Teil von mir (und offenbar auch von anderen), der sich schwer damit tat, völlig überzeugt zu sein, dass die Naturgesetze auch dieses Jahr noch genauso greifen würden, wie sie es letztes Jahr noch getan hatten. Es fühlte sich einfach nicht danach an. Vielleicht geht es dem/der ein oder anderen von euch auch so. Vielleicht seid ihr auch so im trüben Grau gefangen, dass es unwirklich scheint, jemals wieder herauszukommen. Vielleicht ist es für euch auch gar nicht wortwörtlich das graue Wetter, in dem ihr euch gefangen fühlt, sondern ein Umstand, eine Situation oder ein Lebensabschnitt, der euch bedrückt, runterzieht und scheinbar nie wieder enden will. Aber er wird enden. Hier ist was Gott nach der Sintflut versprochen hat: „Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22) Für mich ist das zunächst mal ganz konkret eine Erinnerung daran, dass ich sicher sein darf, dass das bedrückende und motivations-fressende Schietwetter auch wieder vorbei geht. Gleichzeitig ist es aber auch eine Erinnerung daran, dass jede bedrückende und kräftezehrende Situation vorbei gehen kann – weil Gott alles in der Hand hält! Sollte derselbe Gott, der die Naturkonstanten geschaffen hat und im ganzen, endlosen Universum das Gewicht jedes einzelnen Elektrons so innerhalb seines Limits hält, dass wir nicht nur überhaupt leben können, sondern dass wir auch die Wunder von Frühling, Sommer, Herbst und Winter, von Tag und Nacht, von Saat und Ernte und am Ende das Wunder des Lebens selbst bestaunen können … sollte dieser Gott nicht in der Lage sein, auch nach unserem persönlichen Herbst oder Winter wieder Frühling und Sommer folgen zu lassen? Ja, Gott hat nach der Flut ein ganz bestimmtes und besonders schönes Zeichen als Beweis seiner Existenz und Treue eingesetzt: den Regenbogen. Auch der Regenbogen ist ein Symbol für das Gute nach dem vermeintlich schlechten – denn nur durch Sonne nach Regen wird er überhaupt sichtbar. Aber weniger eindrucksvoll und viel alltäglicher können wir doch eigentlich in den ganz profanen Dingen Gottes Existenz und Wirken genauso wahrnehmen – indem wir zurückblicken auf wie viele Jahre auch immer wir schon leben und erkennen, dass Gott noch nie sein Versprechen gebrochen hat: Es wurde jedes einzelne Jahr Frühling, dann Sommer, dann Herbst, dann Winter. Und dann ist es genauso gekommen, wie der große Prophet Zuckowski vorausgesagt hat: Es fing alles wieder von vorne an! Natürlich wird der Atheist nun sagen, dass sich das alles wunderbar ohne Gott erklären lässt. Alles folgt bekannten und nachvollziehbaren physikalischen Gesetzen. Aber auch die Wissenschaft kann nicht sagen, warum es diese Gesetze eigentlich gibt, und vor allem, warum sie so beständig sind. Es ist irgendwie selbstverständlich, aber es müsste keineswegs so sein. Der eine sagt nun, es sei ein glücklicher Zufall. Der andere sagt, es ist Gott, der alles in der Hand hält und bewusst so beständig am Laufen hält, damit wir leben können. Für den einen gibt es damit keinen Grund zu glauben, dass auf eine trübe, graue Zeit im Leben wieder ein blauer Himmel und Sonnenschein folgen sollten. Der andere kann auch im kältesten Winter oder im regnerischsten Herbst mit innerer Ruhe und Frieden darauf vertrauen, dass das Universum, die Erde und auch er oder sie selbst gehalten und getragen wird in einem ewigen Zyklus, der früher oder später im ewigen Sommer des Friedens und Glücks enden wird: „Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, ‹war der› Baum des Lebens, der zwölf‹mal› Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes ‹sind› zur Heilung der Nationen. Und keinerlei Fluch wird mehr sein; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein; und seine Knechte werden ihm dienen, und sie werden sein Angesicht sehen; und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Und Nacht wird nicht mehr sein, und sie bedürfen nicht des Lichtes einer Lampe und des Lichtes der Sonne; denn der Herr, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig, und der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat seinen Engel gesandt, seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. […] Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus!“ (Offenbahrung 22,1-6+20) Vielleicht hängt uns nur ab und zu eine graue Wolke über dem Kopf, die sich bald wieder verzieht. Vielleicht ist für den ein oder anderen aber auch das ganze Leben mehr oder weniger ein einziger eisiger Schneesturm. Für beide gibt es aber die gleiche Hoffnung auf eine Zeit, in der jede Träne abgewischt und jeder Schatten von Gottes Herrlichkeit erhellt wird. Und egal, ob wir uns gerade im persönlichen Frühling, Sommer, Herbst oder Winter befinden, dürfen wir uns getragen fühlen von einem Gott, der alles in der Hand hält. Und wir dürfen wissen, dass das (selbst das Gute!) noch nicht alles ist. Deshalb kann ich mich Johannes nur anschließen und sagen: „Amen; komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ (Offenbarung 22,20-21) Gottes Segen und bis zum nächsten Mal, Euer Daniel

  • NEU

    Manche Dinge verändern sich automatisch von alt nach neu. Ich erlebe das jedes Jahr aufs Neue, wenn die kleinen Schneeglöckchen, die blauen und gelben Krokusse aus dem kalten Boden sprießen und unser roter Ahornbaum kleine puschelige rote Blüten ansetzt. Ein jährlich wiederkehrendes Wunder, von Gott eingerichtet und immer wieder ein Geschenk für das ich dankbar bin. Andere „Dinge“ verändern sich plötzlich oder schleichend und hier bin ich gefragt. Kann und will ich Veränderung und spüre ich, was mich stärkt und was mich schwächt? Gott hat mich geschaffen als eigenverantwortlich handelnden Menschen, dem nicht nur Gutes und Schönes begegnet, sondern der sich durch Sorgen und Leid weiterentwickeln kann. Eine eher schleichende Veränderung hat bei mir letztes Jahr stattgefunden. Die Anforderungen meiner Arbeitsstelle an mich, haben sich für mich derart geändert, dass ich am Ende des Jahres feststellte, das passt nicht mehr zusammen. Ich suche mir etwas Neues. Zehn Jahre habe ich mit viel Energie und Einsatz dort gewirkt, habe mir vieles neu angeeignet und viele Lücken ausgeglichen. Rückblickend würde ich sagen, ich habe mindestens ein Vierteljahr gebraucht um zu erkennen, dass ich mich verändern muss, damit ich meine Energie nicht nur mit schweren Gedanken über die Arbeit vergeude. Aus diesem Energiemangel heraus musste ich mich dann aufraffen und mutig neue Wege suchen. Was kann ich gut, was macht mir Spaß, was will ich nicht mehr? Und immer wieder das Gebet an Gott, wo führst du mich hin? Wo ist mein Platz? Diese Woche ändert sich was! Ich verlasse meine alte Arbeitsstelle, meine Kollegen, das gewohnte, und zuletzt nicht immer geliebte, Umfeld und starte in eine neue Arbeitswelt mit neuen Kollegen und einem anderen Umfeld. Neues wagen ist aufregend und spannend. Die Bibel berichtet von so vielen Ereignissen, die Menschen in „Neues“ gebracht haben, dass ich mal genauer hinschauen will und spüre, was ich daraus mitnehmen kann für meinen Neustart. Zum Beispiel verlässt das Volk Israel Ägypten. Nachzulesen im 2.Buch Mose – Exodus: Der einstige Wohltäter Ägypten, der durch Josef die Familie des Jakob vor dem Hungertod bewahrte, hatte das wachsende Volk der Israeliten über Jahrhunderte hinweg immer mehr unterdrückt und versklavt. Die Lebensumstände wurden immer schlechter. Der herrschende Pharao nahm diese Menschen, die ihn offensichtlich nicht anbeteten, als Bedrohung wahr. Er wollte nicht auf ihre Arbeitskraft verzichten, aber zu groß sollte dieses Volk auch nicht werden. So wurde der Erlass, alle männlichen Nachkommen zu töten, zum Schrecken für jede israelitische Familie. Bis das Volk soweit war, das Land zu verlassen und sich auf eine große ungewisse Reise begab, durchliefen sie erst einen Prozess. Und es brauchte Anführer, die alle motivierten und durch ihr Handeln von der Führung Gottes überzeugten. Mose tat sein bestes und Aaron stand ihm zur Seite, um den Pharao davon zu überzeugen, dass er sie alle gehen ließe. Nicht nur der Pharao, sondern auch die eigenen Leute mussten motiviert und überzeugt werden. Zehn Plagen lang dauerte dieser Prozess, dann waren sich alle einig und verließen geschlossen das Land. Den Durchzug durch das Rote Meer stelle ich mir gigantisch vor. Wenn ich das miterlebt hätte, dann wäre ich von meinem Gott und dem Vorhaben sicher überzeugt gewesen. Das hört man auch in Moses Lied und Mirjams Einsatz. Das Lied Moses Damals sangen Mose und die Israeliten dieses Lied zu Ehren des HERRN: »Ich will dem HERRN singen, denn er ist mächtig und erhaben, Pferde und Reiter warf er ins Meer! Der HERR ist meine Rettung und Kraft, er lässt mich fröhlich singen. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen! Er ist der Gott meines Vaters, ihn allein will ich ehren. Der HERR ist ein mächtiger Kämpfer; sein Name ist ›der HERR‹. Die Streitwagen des Pharaos und sein Heer hat er ins Meer geschleudert. Die besten Wagenkämpfer ließ er im Schilfmeer ertrinken. (…) HERR, wer unter allen Göttern ist dir gleich? Wer ist wie du, herrlich und heilig? Wer vollbringt so große, furchterregende Taten? Wer tut Wunder – so wie du? Als du deinen rechten Arm ausstrecktest, verschlang die Erde unsere Feinde. Voller Liebe führst du uns, dein Volk, das du gerettet hast! Mit großer Macht leitest du uns bis zu dem heiligen Ort, an dem du wohnst. (…) Du bringst sie zu deinem Berg und pflanzt sie dort ein, an dem Ort, den du dir als Wohnung gewählt hast. Dort ist dein Heiligtum, o HERR, das du mit eigener Hand errichtet hast! Der HERR ist König für immer und ewig!« Die Soldaten des Pharaos waren den Israeliten mit Pferden und Streitwagen ins Meer gefolgt. Da hatte der HERR das Wasser zurückfluten lassen, und die Wogen hatten sie verschlungen. Die Israeliten aber waren trockenen Fußes mitten durchs Meer gezogen. Die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, nahm ihr Tamburin zur Hand. Auch die anderen Frauen schlugen ihr Tamburin, und zusammen tanzten sie im Reigen. Mirjam sang ihnen vor: »Singt dem HERRN, denn er ist mächtig und erhaben! Pferde und Reiter warf er ins Meer!« (2.Mose 15,1-4 und 11-13 und 17-21) Könnt ihr auch die Parallelen sehen? Das Gehen neuer Wege braucht Mut und Vertrauen in die Führung Gottes. Den gewohnten, wenn auch schrecklichen Lebensumständen den Rücken zu kehren und Neues zu wagen bringt auch Unsicherheit und sehnsüchtiges Zurückdenken an das alte Leben. Denn schon nach kurzer Zeit begannen sich einige in der Wüste zu beklagen und sich das alte Leben wieder zurückzuwünschen. Gott formte sein Volk durch die Wüstenwanderung. Er gab ihnen genug zu essen und zu trinken und ließ sie Vertrauen lernen, jeden Tag aufs Neue. So möchte ich auch ins Neue starten. Und wie war das bei Jesus? Er hinterließ völlig verunsicherte Nachfolger, als die Römer ihn zum Tod am Kreuz verurteilten und der Heilsbringer tot in einer Felsengruft lag. Ihre Vorstellungen vom Leben mit Jesus wurden plötzlich zerstört und sie mussten sich etwas ganz Neuem stellen. Natürlich waren alle erstmal traurig. Ich kann mir vorstellen, dass so mancher sich Vorwürfe machte, sie hätten nicht genug getan um ihren König zu schützen. Vielleicht haben sich einige gefragt, was sie nicht verstanden haben. Aber, es geht weiter, immer weiter. Jesus selbst zeigt sich nach seiner Auferstehung jedem so, dass jeder Nachfolger damals ihn erkannte und voll Energie der neuen Aufgabe der Verbreitung der guten Botschaft in die Welt und der Suche nach immer mehr Nachfolgern gerne nachkam. Sehr gut! Ich möchte mich auch motivieren lassen und nach vorne schauen. Als Nachfolger von Jesus möchte ich auch für die Liebe und die gute Botschaft vom kommenden Reich Gottes auf Erden stehen und leben und meine Energie nicht mit nervenaufreibender Arbeit verbringen. Jesus ist mein Anführer! Lehre mich, so zu leben, wie du es willst, denn du bist mein Gott! Führe mich durch deinen guten Geist, dann kann ich ungehindert meinen Weg gehen! (Psalm 143,10) Ich wünsche euch eine gesegnete Woche und Jesus an eurer Seite, wenn ihr Neues wagt! Eure Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

  • Bist Du der Gott, der mich hört?

    Der Titel meines Beitrages ist eine Abwandlung der Jahreslosung der evangelischen Kirchen: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Ich habe diesen Titel bewusst mit einem Fragezeichen versehen, da dies meine derzeitige Gefühlslage am besten beschreibt. In den letzten Beiträgen von Lea und Lisa war viel Erbauliches zu lesen von der Fokussierung und Ruhe durch Gebet und über den positiven Effekt, den es hat, seinen Tag mit Gott zu beginnen. Doch manchmal hält das Leben offenbar auch anderes bereit. (Ich möchte mich schon hier zu Beginn entschuldigen, dass dieser Beitrag nicht in einem positiven tollen Erlebnis mit Gott enden wird). Was, wenn irgendwie die Verbindung fehlt, Gebete scheinbar ins Leere laufen? Ich denke, ihr kennt diese Momente, wenn sich die Verbindung zu Gott so anfühlt, als hätte das Handy kein Netz oder man sitzt im Funkloch. Man ruft jemanden an, der auch ran geht – und plötzlich ist da nur Stille. Man weiß nicht recht: Ist die Verbindung noch da oder ganz abgebrochen? Dann wieder eine Stimme, doch abgehackt und ohne Zusammenhang, kein ganzer Satz, alles bleibt unverständlich. Liegt es vielleicht an mir? An meinem Standort, der einen guten Empfang verdeckt? Sollte ich vielleicht auflegen und es einfach später wieder versuchen? Manchmal ist auch ein Neustart des Handys nötig oder sogar ein Betriebssystem-Update. Je älter das Handy, desto wahrscheinlicher, dass zwischendurch auch einfach der Akku leer ist. Mir würden noch viele Analogien einfallen, die so einfach und treffend die Fragezeichen in meinem Kopf beschreiben. Um die Situation zu beschreiben, muss ich wohl etwas ausholen ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Alles begann damit, dass meine Mutter für eine komplizierte Operation ins Uniklinikum nach Hamburg musste. Geplant war ein Aufenthalt von 10 Tagen nach der OP, danach wieder nach Hause. Schon vor der OP war ihre Zuversicht allerdings nicht die gleiche, wie bei vorherigen ähnlichen Eingriffen. Aus den geplanten 10 Tagen sind dann inzwischen auch 8 Wochen geworden, von denen sieben durch ein stetiges Hoffen und Bangen, immer wieder ein kleiner Schritt vorwärts – und gleich wieder zurück, geprägt sind. In diesen Wochen fällt es mir zunehmend schwer, die komplette Hilflosigkeit meiner Mutter zu erleben. Ein Mensch, der sonst voller eigenständigem Lebensmut seinen Alltag meistert, nun nahezu bewegungsunfähig und zeitweise komplett desorientiert – pures Siechtum! Selbstverständlich verbringe ich diese Wochen in ständigem Gebet und doch ist kein Fortschritt in Sicht. Nichts, was die Situation auch nur im Ansatz verbessert. Das bringt mich zu der Analogie des Handys. Woran liegt das? Kein Netz? Vielleicht eine falsche Einstellung? Warum keine Antwort, vielleicht unabsichtlich stumm geschaltet? Irgendetwas läuft schief. Zumindest verstehe ich das, was vor sich geht nicht. Für wen soll das alles denn bitte zum Guten sein? Wozu diese Wochen des Siechtums, die meine Mutter bei aller Desorientiertheit dennoch sehr bewusst auch selbst erlebt und durchleidet? Zweifel machen sich breit. In diese vielen Fragezeichen mischt sich zunehmend auch ein Gefühl der Wut wegen dieser absoluten Hilflosigkeit und weil ich einfach nicht verstehe, warum Gott so/nicht handelt. Hab‘ ich vielleicht den falschen Provider? Den falschen Vertrag gemacht? Sollte ich vielleicht einfach komplett abschalten und das Handy auf den Müll werfen? Ich hoffe, ihr verzeiht, wenn ich hier so offen meinem momentanen Frust Luft verschaffe. Eigentlich würde ich auf diesem Kanal lieber Positives, Erbauliches posten. Aber im Augenblick ist dafür einfach kein Platz in meinem Kopf und schließlich gehört auch dieser Frust zumindest zu meinem Glaubensleben dazu. Was mich davon abhält, den Akku aus dem Handy zu nehmen und es einfach auf den Müll zu werfen, ist das Wissen darüber, dass ich mich mit diesen Gedanken gut einreihen kann in eine Gruppe von Menschen, die mir in der Bibel begegnen. Menschen, die ähnliches durchgemacht haben, eben nicht nur Helden. Jona, Elia, Hiob, Jeremia sind da nur einige Beispiele, die mir spontan einfallen. Auch wenn es sich im Moment anfühlt wie „The Person you have called is temporarily not available, der gewählte Gesprächsteilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar …“ will ich doch versuchen, meinen Akku weiter gut geladen zu haben und online zu bleiben, denn am Ende wird es hoffentlich auch für meine Mutter eine verständliche Antwort geben, an der sich die Größe und Güte unseres himmlischen Vaters begreifen lässt. Ich danke Euch fürs Zuhören! Euer Peter

  • Weltfrauentag

    Letzte Woche war Weltfrauentag. Ich hätte es fast nicht mitbekommen, wenn eine Nachbarin nicht Bescheid gegeben hätte, dass sie einige Freundinnen einlädt, um diesen Tag zusammen zu verbringen und zu feiern. Doch auch meine Bibel-App hat diesen Tag den Frauen gewidmet und einen passenden Bibelvers angezeigt sowie ein paar Zeilen zum Nachdenken mitgeliefert. Hinzu kommt, dass ich vor ein oder zwei Wochen mehr oder weniger durch Zufall ein Buch über Frauen in der Bibel aus der Bücherei ausgeliehen habe, weil es sehr ansprechend aussah und ich gerne mal einen Blick in das Buch werfen wollte. Es heißt „Superheldinnen der Bibel – 16 furchtlose Frauen“ von Michelle Sloan und Summer Macon. Da lag es für mich nahe, ebenfalls auf diesen Zug aufzuspringen und etwas über Frauen in der Bibel nachzudenken. Dabei hatte ich Fragen im Kopf wie zum Beispiel: Wie verhalten sich die Frauen in der Bibel? Wie werden Frauen in der Bibel beschrieben? Welche Aufgaben haben sie und welchen Tätigkeiten gehen diese Frauen nach? Und die für mich wichtigste Frage: Was können wir von ihnen lernen? Denn ich glaube nicht, dass diesen Frauen Blumen geschenkt wurden und sie einen Tag nur für sich gefeiert haben. Den Frauentag an sich möchte ich jetzt gar nicht bewerten, ich denke nur, dass die Frauen in der Bibel andere Prioritäten und Aufgaben hatten und es mit Sicherheit etwas gibt, was wir aus ihren Geschichten mitnehmen können. Zuallererst habe ich mir drei Frauen ausgesucht, deren Geschichten ich mir näher anschauen wollte: Debora, Maria Magdalena und Lydia. Debora Die Geschichte zu Debora kann man in Richter 4 und 5 nachlesen. Ich bin die zwei Kapitel durchgegangen und habe euch hier einmal das Wichtigste zusammengefasst: Debora war eine Sängerin, Prophetin und Richterin, wobei sie die einzige Frau unter den Richtern war. Sie saß meist unter der Deborapalme und half den Israeliten mit ihren Streitigkeiten. Sie war eine Kriegerin und kämpfte gegen das Unrecht, das den Israeliten angetan wurde. Dabei war sie unsagbar mutig und hatte uneingeschränktes Vertrauen in Gott. Sie hatte keine Angst vor nichts und niemandem, weil sie wusste, dass Gott bei ihr ist. Wow! Was für eine Frau?! Stark, mutig, weise, hilfsbereit, voller Gottvertrauen – davon kann ich mir auf jeden Fall eine Menge abgucken. Vielleicht geht es euch ähnlich. Mehr oder weniger durch Zufall bin ich letztens über einen Vers gestolpert, der mich sofort angesprochen hat und der auch sehr gut zu Debora passt: „Habe ich dich nicht geheissen, mutig und stark zu sein? Hab keine Angst und fürchte dich nicht, denn der HERR, dein Gott, ist mit dir auf allen deinen Wegen.“ (Josua 1,9) Zuerst dachte ich, der Vers würde mich so sehr ansprechen, weil es darum geht, mit Gott keine Angst zu haben, weil er immer bei uns ist. Was ja auch total schön ist. Doch beim zweiten Hinschauen ist mir dann aufgefallen, dass mich der Vers so angesprochen hat, weil Gott uns quasi befiehlt, mutig und stark zu sein. Es ist die eine Sache, mehr oder weniger passiv zu lesen, dass wir uns auf Gott verlassen können. Aber dass Gott daraus ein Gebot macht, war für mich irgendwie viel mächtiger und eindrucksvoller. Maria Magdalena Zu Maria Magdalena muss als allererstes Ulrikes Beitrag „Maria aus Magdala“ erwähnt werden (https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/maria-aus-magdala). Sie hat dort in einem gedanklichen Interview sehr schön Marias Geschichte zusammengefasst und überlegt, welche Gedanken, Probleme und Beweggründe Maria noch gehabt haben könnte. Falls es schon länger her ist, dass ihr diesen Beitrag gelesen habt oder es noch nicht getan habt und ihr noch ein paar Minuten erübrigen könnt, möchte ich euch das wirklich sehr ans Herz legen. Doch nun zurück zu Marias Geschichte. Sie wird in allen vier Evangelien erwähnt. Die Erzählungen sind an manchen Stellen etwas unterschiedlich oder setzen den Fokus einfach auf andere Dinge. Deswegen habe ich euch die Eckpunkte aus allen Stellen pro Evangelium zusammengefasst. Matthäus 27 und 28: Maria wird das erste Mal bei Jesu Tod erwähnt. Sie war Jesus aus Galiläa gefolgt und hatte ihn unterstützt und folgte ihm auch weiter bis zu seinem Grab. Nach dem Sabbat ging sie wieder zum Grab, wo ihr (und der anderen Maria, die bei ihr war) von einem Engel gesagt wurde, dass sie den Jüngern berichten soll, dass Jesus auferweckt worden ist. Maria glaubte dem Engel sofort. Was für eine große und wichtige Aufgabe! Die Frauen eilten sofort zu den Jüngern, um ihnen diese frohe Kunde mitzuteilen. Die Frauen waren dann auch die ersten, denen Jesus nach seiner Auferstehung begegnete. Und genauso plötzlich, wie sie in Matthäus auftauchte, verschwand sie dann auch wieder, nachdem Jesus ihr begegnet war. Markus 15 und 16: Auch hier wird Maria das erste Mal bei Jesu Tod erwähnt. Es wird gesagt, dass sie ihn unterstützt hatte und ihm gefolgt war. Und wieder ging sie mit zu seinem Grab. Sie gehörte zu denen, die Öle kauften, um Jesus nach seinem Tod zu salben. Wieder wird ihr und den anderen Frauen aufgetragen, den Jüngern von Jesu Auferstehung zu erzählen. Hier in Markus wird berichtet, dass die Frauen Angst hatten und entsetzt waren und deswegen niemandem etwas von Jesu Auferstehung mitteilten. Dann aber erschien Jesus als allererstes ihr und sie lief und berichtete seinen Jüngern davon. Lukas 8, 23 und 24: Bei Lukas wird bereits im achten Kapitel, mitten in der Wirkzeit Jesu, davon berichtet, dass neben den zwölf Jüngern auch viele Frauen Jesus begleiteten und unterstützten, unter anderem Maria Magdalena. Namentlich wird sie bei Jesu Tod und Grablegung in Lukas nicht erwähnt, aber es wird gesagt, dass die Frauen, die ihn begleiteten dabei waren und Öle und Salben zubereiteten. Nachdem sie Jesu Leichnam im Grab nicht gefunden hatten und ihnen gesagt wurde, dass Jesus auferweckt wurde, wird beschrieben, dass sie sich an seine Worte erinnerten und es sofort den Jüngern erzählten. Johannes 19 und 20: Auch in Johannes wird berichtet, dass Maria bei Jesu Tod dabei war. Kurz nachdem Maria festgestellt hatte, dass Jesu Leichnam nicht mehr im Grab lag, begegnete Jesus als erstes ihr, woraufhin sie zu seinen Jüngern ging. Maria folgt Jesus überall hin, auch während seines Todes ist sie bei ihm. Sie beweist eine unglaubliche Stärke. Und danach gibt sie nicht auf, sondern folgt Jesus zum Grab. Sie möchte sich weiter um ihn kümmern. Sie ist ihm stets treu. Sie weicht ihm nicht von der Seite. Sie möchte ihre Zeit am liebsten mit ihm verbringen. Was für ein Vorbild! Lydia Zu Lydia gibt es nicht viele Bibelstellen, aber mit einem bisschen Hintergrundwissen werden sie umso interessanter. Das was es zu ihr zu lesen gibt, findet man in Apostelgeschichte 16: Lydia war eine Purpurhändlerin. Sie war gottesfürchtig. Sie hörte Paulus zu und ließ sich mit ihrem ganzen Haus taufen. Lydia lud alle in ihr Haus ein. Das Ganze klingt an sich erst mal gar nicht so spektakulär. Natürlich ist es immer beeindruckend zu lesen, dass jemand so viel Gottvertrauen hat, aber das wirklich Interessante steckt hinter dem Begriff „Purpurhändlerin“. Jetzt kommt wieder das oben bereits erwähnte Buch ins Spiel. Dort habe ich nämlich erfahren, dass Purpur herzustellen damals sehr schwierig war. Die Farbe wurde aus Meeresschnecken gewonnen, die zerkleinert werden mussten. Leider brauchte man unsagbar viele Schnecken für ein Fitzelchen Stoff. Es war also sehr aufwendig und zeitintensiv. Lydia hätte mit Sicherheit „Besseres“ zu tun haben können, aber sie hörte Paulus zu und lud dann auch noch alle in ihr Haus ein. Wie gastfreundlich und aufopferungsvoll. Daran können wir uns wirklich ein Beispiel nehmen dafür, dass weltliche Dinge einfach nicht so wichtig sind und wir uns Zeit für Gott nehmen können und sollten. Sowohl an Debora als auch an Maria Magdalena oder an Lydia können wir uns gut orientieren und ihnen nacheifern. Sie verkörpern gute Eigenschaften wie die, die in Galater als die Frucht des Geistes bezeichnet werden: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Güte, Rechtschaffenheit, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22+23) Und so wie es in Römer beschrieben ist, so gehen auch sie den Aufgaben nach, die für sie richtig sind: „Wir haben verschiedene Gaben entsprechend der Gnade, die uns gegeben wurde: sei es die Gabe, prophetisch zu reden in Ausrichtung auf den Glauben, sei es die Gabe zu dienen, wo es um Dienst geht, zu lehren, wo es um Lehre geht, Trost zu spenden, wo es um Trost geht. Wer andern etwas gibt, tue es ohne Hintergedanken; wer eine Leitungsaufgabe versieht, tue es mit Hingabe; wer Barmherzigkeit übt, tue es heiter und fröhlich.“ (Römer 12,6-8) Sprüche 31 Eine weitere Bibelstelle, die man sich anschauen kann, wenn es um Frauen in der Bibel geht, ist Sprüche 31. Wer einen etwas längeren Beitrag zu diesem Kapitel lesen möchte, der sollte sich Leas Beitrag "Die Frau aus Sprüche 31" (https://www.leben-einfach-biblisch.de/post/die-frau-aus-spr%C3%BCche-31) ansehen, da ich an dieser Stelle nur kurz darauf eingehen werde. Ich muss sagen, dieses Kapitel ist immer wieder etwas einschüchternd und fast ein wenig abschreckend. Es geht um die Eigenschaften einer tüchtigen Frau. Sie wird beschrieben als nett, fleißig, hat arbeitend, stark, weise, sorgsam, gut vorbereitet und vorausschauend, niemals faul, von allen geliebt und geachtet (Vers 10-29). Das sind natürlich alles keine schlechten Eigenschaften, aber es hatte für mich einen etwas faden Beigeschmack, weil ich das Gefühl hatte, dass man das alles in jedem Fall verkörpern muss. Und wenn ich das nicht schaffe, bin ich eine schlechte Frau. Aber ich glaube nicht, dass das so schwarz oder weiß zu sehen ist. Denn ganz am Ende des Kapitels nach der Auflistung aller Eigenschaften, taucht noch ein wie ich finde entscheidender Vers auf: "Anmut ist trügerisch und Schönheit flüchtig, aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, darf sich rühmen." (Sprüche 31,30) Wirklich wichtig ist, dass man Gott liebt und achtet. „Er aber, der die Herzen erforscht, er weiss, was das Sinnen des Geistes ist, weil er dem Willen Gottes gemäss für die Heiligen eintritt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten dient, ihnen, die nach seiner freien Entscheidung berufen sind.“ (Römer 8,27+28) Wenn wir also Gott lieben, so kann alles andere einfach mehr oder weniger „von alleine“ bzw. mit Gottes Hilfe dazu kommen. Und genau das kenne ich auch aus meinem Leben. Wenn ich mich morgens schon mit Gott beschäftige und meinen Fokus auf ihn richte und vielleicht auch schon eine Kleinigkeit an Hausarbeit oder ähnlichem erledige, dann ist auch mein restlicher Tag geprägt von produktiven Dingen und guten Gedanken. Dann schaffe ich es der tüchtigen Frau aus Sprüche 31 nachzueifern. Natürlich nicht perfekt, aber so weit, dass es sich gut anfühlt. Gut, weil es ein produktiver Tag war und weil ich Gott an meine Seite gelassen habe und er mich merklich durch meinen Tag begleitet hat. Das sind Tage an denen ich mehr Geduld hatte, sorgsamer war, fleißiger und netter als an anderen Tagen. Allerdings muss ich mich jeden Tag erneut auf Gott ausrichten. Aber wenn ich es tue, tut es mir sehr gut und es fühlt sich sehr gut an, mit Gott an meiner Seite durch den Tag zu gehen. Noch muss ich mich selber jeden Tag auf Gott ausrichten und versuchen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber irgendwann ist das alles nicht mehr nötig. Es ist ein bisschen wie mit meiner Armbanduhr, die aufgrund einer halbleeren Batterie nicht mehr richtig funktioniert. Die müsste ich auch jeden Morgen aufs Neue wieder richtig stellen. Im Laufe des Tages kommt sie dann immer weiter von der richtigen Zeit ab, bis ich schlafen gehe und es morgens wieder neu versuchen kann. Mit einer neuen Batterie würde sie den ganzen Tag problemlos richtig laufen. Und genau darauf freue ich mich: Dass Gott im Königreich so anwesend ist und alles schlechte von uns nimmt, dass wir dauerhaft „geladen“ sind. An dieser Stelle eignet sich jetzt Mal wieder ein Bibelvers, den ich schon in einigen Beiträgen erwähnt habe, aber er ist einfach super schön: „Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel, und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen ein Zelt aufschlagen. Sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten, und weder die Sonne noch irgendeine Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte des Thrones wird sie weiden und wird sie führen zu Quellen lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen.“ (Offenbarung 7,15-17) In dem Sinne: Lasst Gott in eure Herzen und für alles andere sorgt er dann. Eure Lisa ♥

  • Gedankenkarussell

    Kennt ihr das Gefühl, nie dazu zu kommen, einen Gedanken zu Ende zu denken? Manchmal kommt es mir so vor, als wäre mein Kopf ein E-Mail-Postfach, in dem mehrere E-Mails pro Sekunde eingehen, aber ich komme nie dazu, sie zu beantworten. Oder wie ein Browser mit tausenden offenen Tabs, aber anstatt die einzelnen Tabs zu schließen mache ich immer wieder neue auf, auch wenn der Inhalt zum Teil der gleiche ist. Meine Oma hat auf diesem Weg einmal ihr Tablet lahmgelegt, weil ihr nicht bewusst war, dass man die einzelnen Tabs in seinem Browser auch schließen sollte anstatt immer nur neue zu öffnen. Nach über tausend offenen Tabs hat Google dann den Geist aufgegeben. So ähnlich fühle ich mich auch manchmal. Ich merke immer öfter, dass ich erst dann wirklich zur Ruhe komme, wenn ich mir die Zeit nehme, mich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen. Sie zu Ende zu denken und einen Tab zu schließen, bevor ich den nächsten aufmache. Nicht nur zu merken, dass mich etwas stresst oder überfordert und mich dann mit dem nächsten Gedanken abzulenken, sondern mir auch darüber klar zu werden, warum ich mich gerade gestresst fühle und wo mein Gefühl der Überforderung in diesem Moment herkommt. Abgelenkt In der heutigen Zeit sind wir nur selten mit unseren Gedanken allein, da es eine Vielzahl an äußeren Reizen gibt, die uns ablenken können. Ob es das Radio beim Autofahren ist, der Podcast beim Aufräumen, das YouTube-Video beim Wäsche zusammenlegen oder die Lieblingsplaylist beim Joggen. Die meiste Zeit übertönen wir unsere eigenen Gedanken mit anderen Dingen. Nur um abends im Bett zu liegen und den ganzen Gedanken ausgeliefert zu sein, die man tagsüber so schön an die Seite geschoben hat. Ich möchte das an dieser Stelle nicht verteufeln oder allgemein schlecht reden. Ich habe nur an mir selbst gemerkt, dass mir diese ständige Ablenkung nicht immer guttut. Nur selten habe ich in meinem Alltag Momente, in denen ich nur wenigen äußeren Reizen ausgesetzt bin. Doch gerade diese Momente helfen mir oft dabei, zur Ruhe zu kommen und die Gelegenheit zu haben, die Gedanken in meinem Kopf zu ordnen. Solche Momente erlebe ich zum Beispiel, wenn ich Spazieren gehe oder bei der Hausarbeit mal keine Musik höre. Zu diesen Momenten zählen auch die Stunden, die ich damit verbringe, meine Blogbeiträge zu schreiben. Auch wenn mir die Beiträge manchmal vorkommen wie ein weiterer Punkt auf meiner zu langen To-Do-Liste, so merke ich doch jedes Mal, wie wertvoll diese Zeit für mich ist. Zu vielen Erkenntnissen von denen ich schreibe, wäre ich gar nicht gelangt, ohne darüber einen Beitrag zu schreiben. Und natürlich erlebe ich solche Momente auch im Gebet. Mit Gott dem Chaos ein Ende machen Ich glaube, wie so viele Dinge, hat Gott auch das Gebet eingesetzt, weil es uns guttut. Gott ist nicht darauf angewiesen, dass wir ihn mit unseren Gebeten auf den neuesten Stand bringen – alles, was wir ihm erzählen, weiß er schon. Aber ich merke oft, dass mir selbst manche Dinge erst im Gebet bewusst werden. Wie die Momente, die ich schon beschrieben habe, ist auch das Gebet eine Zeit, in der wir keinen äußeren Reizen ausgesetzt sind, sondern unsere eigenen Gedanken im Vordergrund stehen. Und ich glaube, das hilft uns auf ganz verschiedenen Wegen. Einer diese Wege liegt darin, dass wir im Gebet Zeit dazu haben, unsere Gedanken zu ordnen. Oder sie abgeben zu können, auch wenn sie nicht perfekt geordnet sind. So wie viele Menschen davon berichten, dass es ihnen hilft ihre Gedanken aufzuschreiben, um sie nicht länger im Kopf zu haben, kann auch das Teilen unserer Gedanken mit Gott uns dabei helfen, diese loszulassen und das Chaos in unserem Kopf so zu reduzieren. Außerdem kann Gebet eine Zeit der Reflektion sein. Was beschäftigt mich gerade? Was ist mir wichtig? Wo brauche ich/ brauchen andere Unterstützung? Wofür kann ich dankbar sein? Manch ein Gedanke, der im Gebet aufkommt, überrascht uns vielleicht selbst, weil er vorher untergegangen war und erst jetzt wieder an die Oberfläche kommt. Auf diese Weise kann uns das Gebet auch viel über uns selbst lehren. Nicht zuletzt wissen wir durch das Gebet auch, dass wir mit unseren Gedanken nicht allein sind. Egal, was uns gerade beschäftigt: Gott können wir es erzählen, ohne verurteilt zu werden. Gott weiß Bescheid und er kann uns helfen, damit fertig zu werden. Wenn es mir geht wie dem Tablet meiner Oma und mein persönlicher Browser kurz davor steht dank zu vieler offener Tabs abzustürzen, ist Gebet immer wieder eine große Hilfe für mich. Mit Gott kann ich dem Chaos in meinem Kopf ein Ende machen und wieder Ordnung in meine Gedanken bringen. Und für diese Hilfe bin ich unglaublich dankbar. Bis zum nächsten Mal! Eure Lea

  • Dämonen und böse Geister

    Hallo liebe Leserinnen und Leser. Durch die Krisen der letzten Jahre sind viele Menschen sehr in Sorge. Bei einigen übersteigt es sogar ihre Aufnahmefähigkeit. Die Folge ist, dass sie ihr Leben nicht mehr selbst bestimmen können. Die Zahl der psychisch erkrankten Menschen ist in den letzten Jahren gestiegen. (WHO Bericht) In der Bibel werden diese Menschen als Menschen bezeichnet, die von Dämonen und bösen Geistern beherrscht werden. Jesus hat viele solcher Erkrankten geheilt. Heute möchte ich diese Fälle einmal betrachten und der Frage nachgehen, was Jesus Christus heute noch für diese Menschen bereit hält. Jesus treibt Dämonen aus In den Evangelien wird davon berichtet, dass Jesus auf seinem Weg durch das nördliche Israel immer wieder auf Männer, Frauen, Söhne und Töchter traf, die von Dämonen und bösen Geistern verwirrt und beeinträchtigt wurden. Einer sprach durch den bösen Geist und durch Dämonen angeregt, unangenehme Wahrheiten aus. Ein Mann war durch einen bösen Geist stumm, einer war blind und stumm. Die Tochter einer Ausländerin wurde durch den bösen Geist gequält. Ein Sohn, der schon von Kindheit an von einem bösen Geist beherrscht wurde, fiel häufiger bei schweren Anfällen ins Wasser oder ins Feuer. Eine gekrümmte Frau wurde vom bösen Geist beherrscht. Und wie ging Jesus mit diesen Menschen und deren Dämonen und bösen Geistern um? Unterschiedlich und auf die Situation eingehend. Er befahl den Dämonen. Er heilte den Mann. Er sprach sogar mit den Dämonen und befahl dem "Legion" (viele) in die Schweine zu fahren. Er trieb den bösen Geist aus. Er half der Tochter aus der Ferne, nachdem er von dem Glauben der Mutter überzeugt war - der Dämon hatte keine Macht mehr über das Kind. Nachdem die Jünger dem Sohn nicht helfen konnten, bedrohte Jesus den Dämon und der Junge war gesund. Er legte seine Hände auf eine Frau. Auch die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. Es wurde z.B. darüber geredet. Oder es gab Streit mit den Pharisäern (den etablierten Geistlichen damals). Im Fall mit den Schweinen stürzten die Tiere in den See und ertranken. Die Schweinehirten flüchteten. Der Geheilte sollte nach Hause gehen und von seiner Heilung erzählen. Jesus allerdings sollte die Gegend verlassen. Einmal drückten die Umstehenden ihre Überraschung aus. "Der Mann kann sprechen." Die Pharisäer suchten eine Erklärung durch diese Behauptung. "Er hat Macht vom Obersten der Dämonen." Oder Jesus ging einfach weiter. Nach der Erlösung des Jungen, fragten ihn die Jünger, warum sie dem Kind nicht helfen konnten. Die Antwort Jesu war ernüchternd. "Weil ihr nicht wirklich glaubt! Solche Dämonen können nur durch Gebet ausgetrieben werden." Alle waren beeindruckt von der Macht und Größe Gottes. In der Nähe von Jerusalem bekam Jesus Ärger mit dem Synagogen Vorsteher, weil er eine Frau am Sabbat heilte. Die Übrigen freuten sich über die wunderbare Tat. Zweimal wird darüber berichtet, dass Jesus die Jünger aussandte, um die Menschen zur Umkehr aufzufordern und ihnen das nahe Reich Gottes zu verkünden. Von ihm mit Kraft und Vollmacht ausgestattet, konnten sie, bei den davon beherrschten Menschen, böse Geister und alle Dämonen austreiben. Einmal zeigen die Jünger einen Mann bei Jesus an, der, obwohl er nicht mit ihnen geht, Dämonen austreibt. Jesu Antwort lautete damals: "Haltet ihn nicht davon ab. Wer nicht gegen euch/uns ist, ist für euch/uns." Auch nach Jesu Auferstehung gab es einen Bericht, bei denen Dämonen eine Rolle spielten. In Ephesus wurden Schweißtücher und Kleidungsstücke von Paulus auf die Kranken gelegt, sodass die Dämonen sie verließen. Hier wird darüber berichtet, dass jüdische Geisterbeschwörer nicht im Namen Jesu Dämonen austreiben konnten. Viele Menschen waren scheinbar schon zu Jesu Zeiten von psychischen Störungen betroffen. Sie wurden erdrückt von der Last des Lebens. Vielleicht ließen die Nachrichten sie verstummen oder schreckliche Bilder machten die blind. Kinder konnten erlebte Misshandlungen nicht mehr einordnen. Männer kamen mit der in Israel gelebten Scheinheiligkeit nicht mehr klar. Dies sind meine Erklärungsversuche. In der Bibel wird darüber nichts gesagt. Klar ist, dass es viele Gründe gibt, "verrückt" zu werden. Dann nimmt die Außenwelt den Betroffenen wie von einem Dämon und einem vom bösen Geist Besessenen wahr. Und sogar der Betroffene selbst nimmt sich als ein besessener Mensch wahr. Gemeinden heute Bei meinen Recherchen zu dem Thema habe ich einen Deutschlandfunkbeitrag gehört. Hier erfuhr ich von Dämonen Austreibung durch praktizierende Exorzisten in Pfingstgemeinden. Auch gibt es Fälle in den großen Kirchen. Der Papst unterstützt diese Praxis durch eigene Aussagen. Leider sind die Heilungserfolge nicht so unmittelbar zu erleben, wie zu Jesu Zeiten. Es wird von quälend langen Sitzungen berichtet mit fragwürdigen Ergebnissen. Hier werden nicht die Dämonen durch ein Machtwort vertrieben. Hier wird auf die labilen und gestörten Betroffenen Macht ausgeübt. Es wird sogar von Missbrauch berichtet. Ich hätte nicht geglaubt, dass es in unserer aufgeklärten Welt so etwas noch gibt. Doch in dem Bericht kam auch eine andere Herangehensweise zu Wort. Dämonen und böse Geister werden ganz klar als psychische Störung eingeordnet. Die Ursache können Krankheit oder/und Lebenserfahrung (Trauma) sein. Bei der Behandlung von Christen arbeiten Psychiater und Seelsorger im besten Fall Hand in Hand. Ein Gebet gehört dann so selbstverständlich wie die Medikamente dazu. Jesus heilt Was macht Jesus heute? Das, was die Jünger damals im Namen Jesu verkünden sollten, gilt noch heute. "Kehrt um zu Gott. Das Reich Gottes ist nahe." Es gibt ein anderes Leben - für jeden Menschen. Es muss nicht so bleiben. Umkehr kann gelingen. Die toxischen Beziehungen können aufgelöst und eine Umgebung verlassen werden. Jesus schenkt Frieden mit sich und mit anderen. Er nimmt die Verantwortung für das vergangene Leben auf sich. Er begleitet in die Ruhe. Er bietet Halt in seinen Gemeinschaften der Gläubigen. Und vor allem, er macht alles, was unendlich schwer erscheint, leicht. Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ⟨ihn⟩ offenbaren will. Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und »ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen «; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,25-30) In diesem Sinne, wünsche ich euch einen guten Geist durch Jesus Christus. Ingo Anmerkungen und Fragen könnt ihr gern als Kommentar eintragen. Oder gern auch direkt an mich: ingo@einfach-biblisch.de Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Ingo Tauchert

  • Loslassen

    Immer wieder begegnet mir in den letzten Wochen und Monaten dieses „Loslasssen“. Es erscheint mir als logischer Schritt, mich damit zu beschäftigen, nachdem ich mich letztes Jahr so handlungsunfähig in verschiedenen Spannungsfeldern bewegte, die ich zum Teil schon zu neuen Übungsfeldern umbenannt habe. Jetzt registriere ich immer öfter in Zeitschriften und anderen Medien große Überschriften und weise Sprüche wie: „Wenn du etwas loslässt, bist du ein wenig glücklicher. Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher. Wenn du ganz loslässt, dann bist du frei.“ (Ajahn Chah (1918-1992), buddhistischer Mönch) Wenn etwas aussichtslos, schwierig oder bedrückend erscheint, dann könnte das doch gut funktionieren. Blöde Angewohnheiten, negative Glaubenssätze und irgendwie alles, was einen nervt und blockiert, einfach loslassen – und fertig. Ist das wirklich so einfach? Und wie kann mir mein Glaube dabei helfen? Eine Annäherung Der Gedanke, dass loslassen bedeutet, etwas loszuwerden, dass Dinge verschwinden, die wir nicht haben wollen, das trifft nicht zu. So beschreibt es eine Mentaltrainerin in einer Zeitschrift*. Sie führt weiter aus, das wir dazu neigen, die Dinge auf eine bestimmte Weise haben zu wollen und dann verkeilen wir uns. Oha – erwischt! Das kann ich gut nachvollziehen. Als Beispiel gibt sie mir ein Bild an die Hand: "Wenn wir einen Tischler beauftragen einen Kleiderschrank zu bauen, sitzen wir auch nicht die ganze Zeit daneben und sagen ihm, wo der Nagel und das Scharnier sitzen soll. Das können wir bei anderen Dingen nicht so gut, wir glauben, dieser Weg und kein anderer führt zu meinem Ziel und meinem Lebensglück. Wenn wir uns darauf versteifen und dem Leben nicht die Kreativität lassen, uns zu unserem Glück zu führen, verpassen wir oft Chancen."* Gut, dass ich Gottes Kind sein darf! Unter seiner Obhut darf ich mich ausprobieren und Vertrauen ins Leben haben. Klappt auch nicht immer, aber dieses Vertrauen lässt es mich wenigstens immer wieder versuchen. In der Bibel lese ich gerade die Kapitel des Markus-Evangeliums. In Markus 10,35-45 wird uns berichtet wie Johannes und Jakobus (die Söhne des Zebedäus) Jesus fragten, ob sie die Plätze links und rechts neben ihm in seinem Reiche bekommen würden. Und Jesus antwortet ihnen: "»Ihr werdet tatsächlich so wie ich leiden und euer Leben hingeben müssen. Aber trotzdem kann ich nicht bestimmen, wer einmal die Plätze rechts und links neben mir einnehmen wird. Das hat bereits Gott entschieden.« Die anderen zehn Jünger hatten das Gespräch mit angehört und waren empört über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus alle zusammen und sagte: »Ihr wisst, wie die Großen und Mächtigen dieser Welt ihre Völker unterdrücken. Wer die Macht hat, nutzt sie rücksichtslos aus. Aber so soll es bei euch nicht sein! Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen, und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen und sein Leben als Lösegeld hinzugeben, damit viele Menschen aus der Gewalt des Bösen befreit werden.«" (Markus 10,39-45) Die beiden haben einen Lebenstraum, ein Bild von dem, was in ihrer Vorstellung geschehen wird. Und sie möchten gerne ihren Wunsch erfüllt haben, wichtige Personen im Reich Jesu Christi zu sein. Sie fühlen sich stark und gerecht und wollen dienen. Außerdem waren sie ja ihrem Meister von Anfang an gefolgt und meinten, besonders gut zu sein. Ein paar Verse vorher wird der reiche Jüngling beschrieben, der soviel „Gutes“ abhaken konnte und trotzdem den Weg der Nachfolge in diesem Moment nicht ergriff. Da fühlten sich Johannes und Jakobus um einiges „besser“. Und alle drei fordert Jesus auf loszulassen. Dazu gibt es in diesem oben erwähnten Artikel eine kurze Anleitung, die ich mal aus meiner Sicht kommentieren möchte. Mein Verhalten verstehen Warum halte ich fest? Was ist das Gute daran? Im Falle vom reichen Jüngling und den beiden Söhnen des Zebedäus, sehe ich einen tiefen Glauben, das Anerkennen von Jesus als einen sehr wichtigen Menschen, der einen immer begleiten soll. Die drei, ich, wir wollen in seiner Nähe sein. Daran ist ja erstmal nichts Falsches. Das heißt für mich soviel wie, lasst los von euren Vorstellungen, dass das was ihr denkt, was passieren soll, bestimmt nicht so passiert, sondern hört Jesus zu und ersetzt euer Wunschdenken damit, denn: "Ich versichere euch: Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen." (Markus 10,15) "Wer groß sein will, der soll den anderen dienen, und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen [...]" (Markus 10,44+45) "Jesus antwortete: »Ich versichere euch: Jeder, der sein Haus, seine Geschwister, seine Eltern, seine Kinder oder seinen Besitz zurücklässt, um mir zu folgen und die rettende Botschaft von Gott weiterzusagen, der wird schon hier auf dieser Erde alles hundertfach zurückerhalten: Häuser, Geschwister, Mütter, Kinder und Besitz. All dies wird ihm – wenn auch mitten unter Verfolgungen – gehören und außerdem in der zukünftigen Welt das ewige Leben. Viele, die jetzt einen großen Namen haben, werden dann unbedeutend sein. Und andere, die heute die Letzten sind, werden dort zu den Ersten gehören." (Markus 10,29-31) Rational arbeiten Was machen Johannes und Jakobus mit dieser Antwort. Hängen die beiden weiter an der Vorstellung, Jesus errichtet zu Lebzeiten ein Reich und vertreibt die Römer, setzt endlich Liebe und Gerechtigkeit um? Oder macht es mehr Sinn, wenn sie auf die Verheißungen hören, wie z. B.: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Johannes 18,36) Und wenn sie ganz demütig und vertrauensvoll, das geschehen lassen, was geschehen wird. Ist es nicht ein guter Grund loszulassen und zu vertrauen, dass Gott die Zukunft kennt und uns diese schenkt? Glaubenssätze auflösen Achtung! Hier meine ich ganz bestimmt nicht meine Glaubensüberzeugung als Christ, sondern das, was ich daraus mache. Zum Beispiel zweifle ich, ob ich „gut“ genug bin, ein Kind Gottes zu sein. Tue ich das Richtige, liebe ich meinen Nächsten und meine Feinde auch genug, muss ich alles perfekt machen, usw., usw. Fange ich an daran zu zweifeln, dass Gott mich genauso liebt, wie ich bin, mit all meinen Schwächen, dann werde ich immer wieder Bestätigungen dafür finden. Dafür, dass es nicht genug ist. Dann hilft es, diese Sätze immer wieder durch die Versprechen Gottes aufzulösen. Also die „zweifelnde“ Botschaft meiner Glaubenssätze, die mich klein und kraftlos werden lässt, mit der „guten“ Botschaft, die Jesus zu uns Menschen bringt und die mich mit neuem Selbstwertgefühl ausstattet, ersetzen. An mir selbst merke ich, dass geht nicht von heute auf morgen. Loslassen will geübt werden, es passiert Stück für Stück, Schicht für Schicht, Muster für Muster. Und langsam stellt sich eine Dankbarkeit ein, für all das, was mir geschenkt wird. "Der Gute Hirte Ein Lied von David. Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er weidet mich auf saftigen Wiesen und führt mich zu frischen Quellen. Er gibt mir neue Kraft. Er leitet mich auf sicheren Wegen und macht seinem Namen damit alle Ehre. Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unglück, denn du, HERR, bist bei mir. Dein Hirtenstab gibt mir Schutz und Trost. Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du begrüßt mich wie ein Hausherr seinen Gast und füllst meinen Becher bis zum Rand. Deine Güte und Liebe begleiten mich Tag für Tag; in deinem Haus darf ich bleiben mein Leben lang." (Psalm 23) Eine gesegnete Woche wünscht euch Ulrike Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel. Alle Bilder aus Pixabay - kostenlose Bilder * Reformhaus® Monatszeitschrift - Ausgabe Februar 2023 - "Loslassen! Gern - Aber wie? Und warum eigentlich? - Autorin Karin Stahlhut

  • Blumen von Jesus

    Neulich war ich bei einer Freundin, die auch eine Arbeitskollegin ist. Wir nahmen aus ihrem Wohnzimmer heraus an einer ganztägigen Videokonferenz teil, bei der wir keinen aktiven Part hatten, sondern einzig zuhören und herausfiltern mussten, welche der vorgestellten Themen unsere Arbeit in Zukunft tangieren würden und wie der aktuelle Planungsstand ist. In der Mittagspause plauderten wir ein bisschen über dies und das und sie machte im Hintergrund Musik an. Es lief „Flowers“ von Miley Cyrus. „Das Lied hätte ich früher gut gebrauchen können.“, sagte sie mehr beiläufig. Ein Satz, der mich seitdem sehr beschäftigt hat. „Flowers“ ist seit einigen Wochen ein riesiger Hit: Der Song ging sofort an Platz eins der US Charts und ist (gemäß einer kurzen Internetrecherche) das in der ersten Woche nach seiner Veröffentlichung meistgespielte Stück aller Zeiten auf Spotify. Ein Song, der ganz offensichtlich nicht nur meiner Kollegin gefällt. Dass das Lied so enorm erfolgreich ist, hängt natürlich zum einen mit dem minimalistischen aber sehr tanzbaren Beat zusammen. In aller Munde ist es aber vor allem wegen seines Texts. Sehr knapp zusammengefasst geht es in dem Song um Miley Cyrus‘ Trennung von ihrem Ex-Ehemann Liam Hemsworth. Statt im Text über ihn herzuziehen, kommt sie vielmehr zu der Selbsterkenntnis: Ich brauche diesen Mann nicht, um glücklich zu sein. Was er mir geben konnte, kann ich auch allein haben – und das vermeintlich sogar besser. Im Refrain formuliert sie diese Einsicht so (Übersetzung von mir): „Ich kann mir selbst Blumen kaufen, kann selbst meinen Namen in den Sand schreiben, kann stundenlang mit mir selbst reden – über Dinge, die du eh nicht verstehen würdest. Ich kann mich selbst zum Tanzen ausführen, kann meine eigene Hand halten. Ich kann mich besser lieben, als du es kannst.“ Hier wird klar, warum der Song so viele Menschen anspricht: Er bewegt sich sehr nah an Themen, die in Gesellschaft und Medien aktuell stark im Fokus stehen: Toxische Beziehungen, starke, unabhängige Frauen, Self-Empowerment und vor allem Self-Love – sich selbst zu lieben und sich selbstbewusst und wertschätzend um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. In vielen Fällen geht das Einher mit einer anderen vielbesprochenen Eigenschaft: Unabhängigkeit. Man befreit sich von Beziehungen und Abhängigkeiten, die einem schaden, und konzentriert sich darauf, das eigene Wohlbefinden wieder selbst in die Hand zu nehmen. „Ich kann mich besser lieben, als du es kannst“. Das hat mich sehr nachdenklich und ein bisschen betroffen gemacht. Allerdings konnte ich nicht direkt sagen warum. Natürlich beziehen sich alle Aussagen in dem Lied auf eine ganz bestimmte Beziehung mit einem ganz bestimmten Mann. Ich weiß nicht, was dieser Mann getan hat (auch wenn im Internet viele Spekulationen dazu kursieren). Vielleicht war er ein riesiges Arschloch, vielleicht auch nicht. So oder so stellt sich mir aber die Frage: Ist die Hoffnung, dass der Nächste es besser macht? Wird er ihr Blumen schenken, ihren Namen in den Sand schreiben, sie zum Tanzen ausführen, ihre Hand halten aber sie obendrein auch noch in allen Dinge verstehen und am Ende besser lieben als sie es selbst kann? Oder führen diese Gedanken über Beziehungen und die Erwartungen an sie nicht vielmehr dazu, dass man am Ende feststellt, dass einen niemand besser lieben kann als man sich selbst, weil alle anderen Fehler haben? Stellt man am Ende fest, dass man allein mit sich am glücklichsten ist und nicht nur diese eine andere Person nicht braucht, sondern eigentlich niemand anderen? Ich hatte in letzter Zeit öfter das Gefühl, dass es einen allgemeinen gesellschaftlichen Trend in diese Richtung gibt. Dabei geht es mir gar nicht nur um romantische Beziehungen. Unabhängigkeit und Selbstständigkeit sind allgemein Eigenschaften, die von vielen sehr hoch gelobt und geachtet werden. Und in immer mehr Bereichen meine ich zu bemerken, dass Menschen Angst haben, Beziehungen einzugehen, vor allem dann, wenn sie mit Abhängigkeiten einhergehen. Wenn ich mich abhängig mache (egal von wem oder was), mache ich mich verletzlich. Und jede Form von Beziehung birgt die Gefahr, dass sie mir am Ende schaden könnte – wer kann schon in die Zukunft gucken? Überhaupt nehme ich immer öfter wahr, dass Menschen sich einigeln, da „die Welt da draußen“ potenziell gefährlich ist und man nur sich selbst wirklich vertrauen kann. Das zeigt sich in den unterschiedlichsten Bereichen. Hier nur ein paar willkürliche Beispiele dafür, welche Empfindungen ich in letzter Zeit aufgeschnappt habe: Während der Hochzeit der Corona-Pandemie war jeder Fremde eine mögliche Gefahr. Nur von sich selbst wusste man, wo und mit wem man sich aufgehalten hatte und wie bedacht man sich in dieser oder jener Situation verhalten hatte. In den USA bewaffnen sich Zivilisten seit ein paar Jahren so stark wie nie zuvor in der Geschichte, weil sie Angst haben: Angst vor der Regierung und dem, wohin sie sich entwickelt; Angst vor Einwanderern, denen man nicht trauen kann und die vermeintlich Jobs stehlen und so die eigene Existenz gefährden; Angst vor der eigenen Nachbarn oder sogar der Polizei, weil man eine dunkle Hautfarbe hat und sich selbst in den alltäglichsten Situation nie sicher fühlen kann. Man weiß nie genau, was in den Lebensmitteln ist, die man gerade zu sich nimmt, wenn man sie nicht selbst angebaut hat. Die Lebensmittelindustrie trickst an allen Ecken und Ende, um noch mehr Profit zu machen und meine Gesundheit interessiert dabei niemanden. Versprechungen und Zusagen über Herkunft von Rohstoffen, faire Arbeitsbedingungen oder Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln kann man nicht trauen, weil man keine Möglichkeit der Überprüfung hat. Jeder kann hier weitere Beispiele ergänzen. Ich habe das Gefühl, dass Angst heute eine dominante Emotion ist, auch wenn sie uns nicht immer ganz bewusst ist. Und in fast allen Fällen hat diese Angst mit Beziehungen zu tun: Wem kann ich trauen? Wer wird mir schaden? Wer wird mich über den Tisch ziehen? Wer wird meine Abhängigkeit ausnutzen? Wer will überhaupt noch Gutes für mich? Wer ist an meinem Wohl interessiert? Ich will nicht sagen, dass das alles in Miley Cyrus‘ Song „Flowers“ steckt. Aber vor dem Hintergrund dieser Unsicherheit, die ich immer öfter wahrnehme, kann ich verstehen, warum der Song viele Menschen so sehr anspricht. Er zeigt eine kleine Facette eines großen Problems: Beziehungen und Abhängigkeiten machen mich verletzlich und daher ist es oft besser, wenn ich mein Glück selbst in die Hand nehme und von niemand anderem gefährden lasse. Ich muss zugeben: Vielleicht hatten mich meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt schon etwas zu sehr vom eigentlich sehr konkreten Thema des Songs weggetragen. Aber bei all dem Nachgrübeln entstand so nach und nach eine Vermutung, was es war, das mir an dem Song ein solches Unbehagen bereitete. Auf der einen Seite sah ich Miley Cyrus, die vom Ende einer Beziehung und dem neu gefundenen Glück in der Unabhängigkeit singt. Auf der anderen Seite mich, der Abhängigkeit für eine der schönsten Sachen der Welt hält. Lasst mich das erklären. Ja, ich finde es wunderbar, in einer komplett abhängigen Beziehung zu sein. Es bereitet mir den größten Frieden, den man sich vorstellen kann. Aber ich habe auch – so sehe ich es zumindest – den perfekten Partner gefunden! Und nein: Ich rede tatsächlich nicht von meiner Frau. Ich genieße meine Ehe sehr und auch hier haben wir uns beide in eine große Abhängigkeit voneinander begeben. Und auch das fühlt sich gut an! Wenn ich mir vorstelle, ich müsste all das, was ich vertrauensvoll an meine Frau abgeben kann, auch noch selbst erledigen – ich würde daran kaputt gehen. Ich hoffe ihr geht es zumindest grob ähnlich 😉 Es gibt aber noch eine andere Beziehung mit totaler Abhängigkeit, die mich einfach nur glücklich macht. Es ist eine Beziehung, die tatsächlich oft mit einer Ehe verglichen wird – allerdings wäre ich in diesem Bild gemäß der biblischen Bildsprache die Braut. Ich rede von meiner Beziehung zu Jesus. Was macht meine Beziehung zu Jesus aus? Auf diese Frage gibt es zahlreiche Antworten. Ich möchte hier nur mal zwei Aspekte herauspicken. Der erste basiert auf zwei Versen aus Matthäus: „Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und »ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen «; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,29+30) Das ist totale Abhängigkeit! Aber Abhängigkeit, die unfassbar gut tut! Jeder hat irgendein Joch zu tragen. Dieses Bild ist heute vielleicht nicht mehr ganz selbsterklärend, aber es beschreibt ein Zuggeschirr (früher meist ein Holzbalken), das einem Paar Zugtiere auf den Nacken gelegt wurde, um sie vor einen Pflug oder ein anderes Arbeitsgerät zu spannen. Auf dem Joch lastete also die gesamte Last der zu leistenden Arbeit. Wenn Jesus hier anbiete, dass wir uns mit unter sein Joch spannen lassen können, dann ist er in dem Bild das erfahrenere Tier, das nicht nur leitet, sondern in diesem Fall auch den Großteil der Last trägt. Daher kommt die Abhängigkeit: Es ist ein wunderbares Angebot, dass Jesus mir einen Großteil meiner Last abnehmen will, sodass mein Leben deutlich leichter wird. Mich auf das Angebot einzulassen, erfordert aber großes Vertrauen, denn würde Jesus sich zu irgendeinem Zeitpunkt aus unserer Beziehung herausziehen, dann wäre ich allein mit einer Last, die mich komplett überwältigen und zerbrechen würde. Aber das tut er nicht, weil er der perfekte Partner ist. Darauf darf ich vertrauen. Ich gehe also eine Beziehung ein und mache mich abhängig und verletzlich – aber es fühlt sich sehr, sehr gut an! Der zweite Aspekt der Beziehung mit Jesus, den ich hervorheben möchte, leitet sich von einer Aussage aus Johannes Kapitel 15 ab: „Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.“ (Johannes 15,13) In einem Artikel, den ich zum Lied „Flowers“ gelesen habe, hieß es übersetzt (an die Frauen dieser Welt gerichtet): „Es ist nicht euer Job, kaputte Männer zu reparieren. Ihr habt es nicht verdient mit so jemandem zusammen zu sein. Ihr sollte mit jemandem zusammen sein, der kontinuierlich an sich arbeitet und euch glücklich macht.“ (1) Vor dem Hintergrund von Jesu Leben und auf meine Beziehung mit ihm bezogen liest sich das geradezu bizarr. Niemand hat jemals mehr an sich selbst gearbeitet, um andere glücklich zu machen, als Jesus. In Lukas lesen wir, dass auch Jesus eine Entwicklung durchgemacht hat: „Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und Menschen.“ (Lukas 2,52) Er hat sein gesamtes Leben mit Gottes Hilfe bis zur Perfektion an sich gearbeitet. Das hat auch eingeschlossen, dass er sein Leben vollständig anderen Menschen gewidmet und sich für sie aufgeopfert hat, selbst wenn er vor Erschöpfung nicht mehr konnte. Am Ende hat er sogar den Tod aus Liebe in Kauf genommen – auch aus Liebe zu mir, wobei er mich nicht mal kannte! Was mich allerdings am meisten stört an den Worten des Artikels ist die Aussage „ihr habt etwas besseres verdient“. Hand aufs Herz: Ist das so? Hat irgendjemand von uns wirklich den perfekten Partner „verdient“? Sind wir nicht alle ebenso unperfekte Partner für unser gegenüber? Sollte unser Partner nicht die gleiche Erwartung der Perfektion an uns stellen dürfen? Niemand ist perfekt. Umso mehr füllt es mich mit Demut und Dankbarkeit, dass Jesus trotzdem der perfekte Partner für mich sein will – für mich, der nur einen klitzekleinen Bruchteil dessen zurückgeben kann. Miley Cyrus zieht als Fazit aus ihrer letzten Beziehung: „Ich kann mich selbst besser lieben, als du es kannst.“ Das trifft vermutlich auf die allermeisten „Du“s zu. Wir sind alle in erster Linie egoistisch und damit nicht gerade dafür gemacht, jemand anderen zu seiner vollen Zufriedenheit zu lieben. Und trotzdem sind wir absolute Beziehungsmenschen. Und was auch immer wir uns Gutes tun können, um uns selbst zu lieben – das empfundene Glück wird nicht vergleichbar sein mit bedingungsloser Liebe, die wir von jemand anderem erhalten, obwohl wir sie nicht verdienen. Genau das gibt mir Jesus. Er ist das „Bessere“, aber niemand verdient ihn. Er liebt mich trotzdem. Wie so oft in meinen Beiträgen kommt jetzt die Frage: Warum schreibe ich das alles? Worauf will ich hinaus? Jesus ist der beste Partner, den man sich für eine zwischenmenschliche Beziehung wünschen kann. Selbst Miley Cyrus müsste dem wohl zustimmen: Er beschenkt uns fortwährend, wir können mit ihm über alles reden und sicher sein, dass er uns immer versteht, er bringt Freude in unser Leben (und zwar nicht nur auf einzelne „Ausgeh-Abende“ beschränkt) und er kann uns besser lieben als wir uns selbst liebe können. Bleibt die Frage: Brauchen wir Jesus, um glücklich zu sein? Viele Menschen würden sagen: Nein. Und ich kann das verstehen. Wir leben in einer Welt, in der wir immer wieder verletzt werden und oft genug das Gefühl haben, uns einkapseln und nur noch mit uns selbst beschäftigen zu wollen, weil das am sichersten ist. Das Problem hinter dem allen ist aber weder toxische Männlichkeit noch sind es toxische Beziehungen (egal, von welcher Seite das Gift kommt). Das Problem ist, dass wir insgesamt in einer toxischen Welt leben. Ich kann mich aus jeder toxischen Beziehung befreien und feststellen, dass ich nachher viel glücklicher bin. Aber ich kann mich nicht aus eigener Kraft aus dieser toxischen Welt befreien. Erst kürzlich habe ich den Fernseher eingeschaltet und durch die Kanäle gezappt, nur um festzustellen, dass auf keinem einzigen Kanal, den wir empfangen können, etwas Positives zu sehen war. Auf einem Kanal wurde vom verheerenden Erdbeben in der Türkei berichtet, auf dem nächsten Sender ging es um die Klimakatastrophe, in der wir stecken. Wieder einen Sender weiter ging es um Tricksereien der Lebensmittelindustrie, auf dem nächsten um Waffengewalt in den USA. Ich vermute ihr erkennt einige Themen von weiter oben wieder. Alles geht bergab, weil wir Menschen sind, wie wir sind. Ich bin überzeugt, dass wir es nicht schaffen werden, das aufzuhalten. Der innere Schweinehund wird am Ende doch siegen. Und deshalb brauche ich die Beziehung mit Jesus! Ich brauche sie, weil ich nur durch ihn Hoffnung haben kann auf eine Zeit, in der die Welt wieder zurückversetzt wird in den paradiesischen Zustand, in dem sie mal gestartet ist. Ich brauche ihn für die Hoffnung darauf, dass Gott sein Versprechen wahr macht, zu diesem Zeitpunkt unsere menschliche Natur von all dem zu befreien, was uns und die Welt kaputt macht und es durch reine Liebe zu ersetzen. Aber ich brauche die Beziehung zu Jesus auch jeden Tag ganz praktisch, um morgens überhaupt noch aufzustehen. Ich finde in dieser Beziehung mit Freude all das, wovor sich die Welt offenbar fürchtet: Nicht stark sein zu müssen, sondern schwach sein zu dürfen; Nicht daran verzweifeln zu müssen, dass ich alles selbst in der Hand habe und mich aus eigener Kraft durchschlagen muss; Vollkommen vertrauen zu können, auch wenn das bedeutet, mich komplett abhängig zu machen und zu wissen, dass mein Vertrauen nicht enttäuscht wird, weil er mir treu ist. Und nicht zuletzt freue ich mich jeden Tags aufs Neue darauf, mich in dem Glauben fallen lassen zu können, dass da jemand ist, der mich besser liebt als ich es selbst könnte. Ich mag Abhängigkeit, wenn sie sich so gut anfühlt. Gottes Segen und bis zum nächsten Mal Euer Daniel Quellen: (1) https://www.youthkiawaaz.com/2023/01/flowers-by-miley-cyrus-celebrates-women-who-choose-to-love-themselves/ Foto von Ilona Kovalkova auf Unsplash

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