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  • AutorenbildPeter

Geduld und Timing

Es ist Mittwoch. Ich sitze gerade vor meinem Notebook und beginne, Gedanken für meinen Blogbeitrag am nächsten Montag zu sammeln, als mein Handy klingelt. Was es damit auf sich hat und warum ich das mit euch teilen möchte – das braucht zunächst eine kleine Rückblende auf die letzte Woche bzw. die letzten Wochen.


Nachdem ich nun seit 3 Wochen Rentner bin, haben meine Frau und ich etwas konkreter angefangen, in Braunschweig nach Wohnungen zu suchen, da wir im nächsten Frühjahr dorthin umziehen möchten. Wir haben also mal unsere Wünsche an diese neue Wohnung und die Umgebung gesammelt und uns im Internet auf die Suche gemacht.

Tatsächlich haben wir dort auch ein Neubauprojekt gefunden, dessen Wohnungen ab dem 1. Mai 2024 bezugsfertig sein sollen. Das würde wunderbar in unseren Zeitplan passen und dabei unseren Wünschen entsprechen. Unter den dort angebotenen Wohnungen waren auch 3 Wohnungen, die uns interessieren würden.


Da wir am Wochenende vor einer Woche zum Geburtstag unserer Tochter eh in Braunschweig sein wollten, habe ich bei der Wohnungsgesellschaft die dort Bauherr ist angerufen, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Am Telefon sagte man mir allerdings ziemlich kurz angebunden, dass ich doch bitte für meine Anfrage das Kontaktformular im Internet benutzen solle, da man telefonisch keine Auskünfte erteilen würde. Also (der schnelle direkte Draht funktionierte schonmal nicht) füllte ich das Formular aus und erhielt auch tatsächlich einen Vorschlag für einen Besichtigungstermin, allerdings erst am kommenden Donnerstag, den 2. November. Zwischenzeitlich war im Internet schon zu sehen, dass auf den Wohnungsgrundrissen einige der Wohnungen bereits als vermietet markiert waren, darunter auch eine unserer drei Favoriten.


Wir beschlossen dann, zu Leas Geburtstag bereits am Freitag anzureisen, einerseits um vielleicht noch bei Vorbereitungen behilflich sein zu können, aber natürlich auch, um uns das Bauprojekt und die Umgebung unseres vielleicht zukünftigen Zuhauses einmal anzusehen.


Was wir sehen konnten, gefiel uns recht gut, so dass wir uns einig waren, es dort als „neue Heimat“ zu versuchen. Ich setzte mich also gleich nach dem Wochenende hin, um bei der Wohnungsgesellschaft unterfüttert mit einigen Infos zu Person per Email nachzufragen, ob es wohl möglich wäre, bereits bis zum Besichtigungstermin die beiden verbliebenen Favoriten für uns zu reservieren. Schließlich wollten wir doch vermeiden, dass vielleicht inzwischen schon wieder mehr Vermietungen stattfinden würden, die unsere Pläne und Wünsche durchkreuzen könnten. Mit Drücken des Sendeknopfes legte ich natürlich unser Anliegen auch ins Gebet, denn schließlich könnte eine Zusage oder Absage ein willkommenes Zeichen dafür sein, ob wir mit unserem Vorhaben, nach Braunschweig umzusiedeln, tatsächlich auf dem richtigen Weg sind.


Und hier kommt nun der Titel meines Beitrags zum Tragen!




Alle die mich kennen, werden wohl bestätigen können, dass geduldiges Ausharren und Abwarten sicher nicht zu meinen herausragenden Charakterzügen gehören. Ich hätte doch eigentlich nach meinem Gebet ganz beruhigt den weiteren Fortgang der Ereignisse in Gottes Hände legen können und vertrauensvoll abwarten, was wohl passiert. Und es passierte ja auch eigentlich gleich etwas. Schon am Folgetag, also am gestrigen Dienstag, kam eine Antwort auf meine Email, in der es wiederum recht knapp hieß, eine Reservierung vor dem Besichtigungstermin sei leider nicht möglich. Also: Noch über eine Woche warten und hoffen, dass unsere Wunschwohnung noch zu haben ist. Aber Moment – hatte ich nicht in meinem Gebet das Ergebnis offen gelassen? Es würde doch genau so kommen, wie es soll. Was soll also dann diese Ungeduld?


Wie es wohl sein sollte, sitze ich am Dienstag im Auto und höre unterwegs meinen Lieblingssender ERF Plus. Es läuft ein Vortrag, dessen Beginn ich nicht mitbekommen habe. In dem Stück, das ich höre, geht es um Abrahams Geduld im Warten auf die Erfüllung von Gottes Verheißungen. Zufall? Entscheidet selbst.


Diesem Thema will ich kurz auf den Grund gehen (Hervorhebungen von mir):


In 1. Mose lesen wir von Abrams Aufbruch aus Ur:

"Und Abram und Nahor nahmen sich Frauen; der Name von Abrams Frau war Sarai, und der Name von Nahors Frau war Milka, die Tochter Harans, des Vaters der Milka und des Vaters der Jiska. Sarai aber war unfruchtbar, sie hatte kein Kind." (1. Mose 11,29-30)

Im nächsten Kapitel gibt Gott Abram zum ersten Mal die allgemeine Verheißung einer großen Nachkommenschaft. Zu dem Zeitpunkt ist Abram bereits 75 Jahre alt:

"Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus von deinem Land und von deiner Verwandtschaft und von deines Vaters Hause in das Land, das ich dir zeigen will! So will ich dich zu einem großen Volke machen und dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen; und durch dich sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden! Da ging Abram, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot ging mit ihm; Abram aber war 75 Jahre alt, da er von Haran auszog." (1. Mose 12,1-4)

Die Jahre vergehen, nichts passiert. So versuchen Abram und Sarai, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen (was ich nur zu gut nachvollziehen kann!). Worin dieser Versuch mündet sehen wir, nebenbei bemerkt, nur allzu gut an dem aktuellen Konflikt zwischen Moslems und Juden, der seinen Ursprung wohl in Abrahams Söhnen Ismael und Isaak hat.


Doch die Dinge nehmen ihren Lauf, allerdings nach Gottes „Timing“ (ein wunderbarer Begriff aus dem Radiobeitrag, der mir sehr gut gefällt!).

"Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott. Wandle vor mir und sei tadellos! Und ich will meinen Bund stiften zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren!" (1. Mose 17,1-2)
"Und Abraham und Sarah waren alt und wohlbetagt, also dass es Sarah nicht mehr nach der Weiber Weise ging. Darum lachte sie in ihrem Herzen und sprach: Nachdem ich verblüht bin, soll mir noch Wonne zuteil werden! Dazu ist mein Herr ein alter Mann! Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sarah und spricht: « Sollte ich wirklich noch gebären, so alt ich bin? » Sollte denn dem HERRN etwas zu wunderbar sein? Zur bestimmten Zeit will ich wieder zu dir kommen im künftigen Jahre, und Sarah soll einen Sohn haben!" (1. Mose 18,11-14)

25(!) Jahre lang mussten Abraham und Sarah auf die Erfüllung der Verheißung warten. 25 Jahre warten, ausharren, wegen der Verheißung in ihrem Alter verlacht werden – und ich habe nicht mal 10 Tage Geduld!? …


Es ist Mittwoch. Ich sitze vor meinem Notebook und beginne, Gedanken für meinen Blogbeitrag am nächsten Montag zu sammeln, als mein Handy klingelt. Mitten in meine Gedanken über diese so wenig vertrauensvolle Ungeduld und Kleingläubigkeit hinein.


Am anderen Ende der Leitung ist ein sehr netter Herr der Wohnungsgesellschaft. Er wolle sich doch gerne noch persönlich wegen meiner Anfrage bezüglich einer möglichen Reservierung bei mir melden, sagt er. Er erklärt mir, dass grundsätzlich verbindliche Gespräche mit Mietinteressenten erst nach einem erfolgten Besichtigungstermin stattfinden, damit sich von Beginn an beide Parteien über die zu erwartende Qualität des Mietgegenstandes einig sind. Auf meine Bedenken hin, dass zwischenzeitlich weitere Wohnungen vermietet sein könnten, beruhigt er mich. Die erfolgten Vermietungen stammten aus einem ersten Besichtigungstermin. Der zweite stattfindende Besichtigungstermin wird unserer sein. Bis dahin wird es keine weiteren Vermietungen geben!


Gottes Timing ist halt perfekt!


Hallelujah!

Gelobt sei Jahweh, unser Gott!


Foto von Aron Visuals auf Unsplash

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