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Eine Geschichte aus dem Leben

  • Autorenbild: Lea
    Lea
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Falls sich jemand darüber wundert, wie schnell die Zeit vergangen sein muss, wenn ihr schon wieder einen Beitrag von mir lest - keine Sorge, es sind wirklich erst drei Wochen vergangen! Heute wäre eigentlich Ulrike an der Reihe gewesen. Doch nachdem einige von uns schon im Juni eine kurze Sommerpause eingelegt haben, sind es nun Ulrike und Ingo, die sich gerade im Urlaub befinden.


Dass ich heute eigentlich gar nicht an der Reihe gewesen wäre, soll aber nicht die einzige Besonderheit an diesem Beitrag sein. Heute möchte ich mal wieder eine Geschichte aus dem Leben mit euch teilen, jedoch ist es dieses Mal nicht meine eigene.


Schon vor einiger Zeit hat eine Schwester aus meiner Gemeinde - die liebe Anne - mir eine Geschichte anvertraut, die ich bei Gelegenheit hier veröffentlichen sollte. Nachdem sie nun schon viel zu lange in meinem E-Mail-Postfach geschlummert hat, sollt ihr heute die Gelegenheit bekommen, sie zu hören.


Die Geschichte trug sich vor ca. zwei Jahren zu als die Firma, in der Anne beschäftigt ist, ums Überleben kämpfte und - wie nicht wenige Unternehmen in der Baubranche zu dieser Zeit - mit einem Fuß bereits kurz vor der Insolvenz stand.


An dieser Stelle bereits ein riesiges Dankeschön an Anne dafür, dass sie diese inspirierende Geschichte mit uns teilt und ein ganz persönliches Dankeschön von mir dafür, dass ich die Ehre haben darf, ihre Geschichte an euch weiterzugeben.


Mit dieser kleinen Einleitung verabschiede ich mich nun auch aus diesem Beitrag. Alles, was folgt, sind nicht mehr meine Worte, sondern sie stammen von Anne, der ich hiermit das Mikrofon weiterreiche:





Wir saßen zu viert in einem Glaskasten. Zwei Geschäftsführer mit zwei Assistentinnen. Die beiden Geschäftsführer verstehen sich - vorsichtig ausgedrückt - nicht sehr gut bis überhaupt nicht. Nennen wir sie H. und G.


H. arbeitet viel, kümmert sich um das Überleben der Firma, sucht Investoren, Wege, damit wir alle unsere Arbeitsplätze behalten, es wieder aufwärts geht. G. arbeitet nicht, hat seine Anteile der Firma geerbt.


Im Grunde ist das nicht wichtig. Hautsache der Firma geht es bald wieder gut und damit auch ihren Arbeitnehmern. Für mich waren die letzten Monate in diesem harten Kampf des Überlebens sehr schwierig. Ich habe zwei Positionen im Unternehmen: Teamleiterin vom Personalwesen (HR) und zum zweiten Assistentin vom Geschäftsführer H.

 

Ich verstehe mich auch mit beiden Geschäftsführern sehr gut. Ich möchte keine Zwietracht in unserem Büro haben und hoffe und bete täglich, dass wir es mit Gottes Hilfe schaffen.

 

Beide Geschäftsführer versuchten, mich auf ihre Seite zu ziehen. Funktionsbedingt schlägt mein Herz für H. Er ist mein direkter Chef und er kämpft täglich für den Fortbestand der Firma. Auch Geschäftsführer G. ist ein guter Mensch, aber in der Arbeitswelt sehr verloren.

 

Beide Geschäftsführer hatten im Sommer 2024 einen Plan, wie der Fortbestand der Firma ihrer Ansicht nach möglich wäre. G. teilte mir mit, dass wenn der Plan von H. aufgehen würde, ich ja meinen Job verlieren würde, seine Ansätze wären viel besser etc.


Es war ein tägliches, wöchentliches und dann monatliches Tauziehen zwischen den beiden. Alles wurde hoch politisch. Viele Nächte lag ich im Bett, konnte nicht mehr schlafen, habe rund um die Uhr gebetet, gehofft, gebetet.


Es gab oft Informationen für neue Hoffnung, einige Tage später war alles wieder dahin. Es ging unendlich an die mentale Substanz.

 

Eines Morgens im Sommer war wieder so ein Moment der völligen Verzweiflung. Schaffen wir es? Geht es weiter? Hält Geschäftsführer H. durch?


Es war sehr früh, ich schlief mal wieder sehr unruhig, ich war kurz vor dem Aufwachen, da kam eine Stimme - und es war NICHT MEINE STIMME. Diese sagte zu mir:


Anne, jetzt beruhige Dich doch endlich. Alles wird gut.

 

Gott wird entscheiden.

Gott wird alles richten.

Gott wird führen.

 

Ich habe so etwas noch nie gefühlt. Ich habe schon viel erlebt in meinem Leben, viele schwierige Zeiten. Gott und mein Glaube haben mir immer Kraft gegeben, mir geholfen, diese Phasen zu bewältigen. Nach Dunkelheit kam immer Licht.


Aber noch nie habe ich eine „STIMME“ gehört.


Ich war völlig perplex. Ich bin langsam aufgewacht, bin aufgestanden, ging ins Bad und schaute in den Spiegel. Habe ich das jetzt geträumt? Das warst doch Du selbst, Deine Gedanken. Aber NEIN: Es waren nicht meine Gedanken, nicht meine Stimme.

 

Ich war ab dem Zeitpunkt sehr viel ruhiger in der Firma. Dieses Erlebnis hatte etwas mit mir gemacht. Ich habe unendliches Vertrauen zu unserem himmlischen Vater, aber dieses Erlebnis hat meinen Glauben noch mehr vertieft.

 

Ich sprach in meiner Gemeinde mit einigen Vertrauten darüber. Ich meinte - und das soll nicht lächerlich klingen - jetzt fehlt nur noch der brennende Dornbusch und ich fühle mich wie Moses.

 

Das habe ich wirklich so gemeint. 

 

Ich habe Gott versprochen: Wenn die Firma/ Geschäftsführer H. es schafft, wenn wir weiterhin bestehen und es wieder aufwärts geht, werde ich mein Erlebnis aufschreiben und Euch mitteilen. Und das Versprechen will ich hiermit jetzt einlösen.


Wir sind geschäftlich noch nicht über den Berg, aber ich spüre jeden Tag: Gott ist bei mir. Ich kann mir ein Leben ohne meinen Glauben, ohne die tägliche spürbare Kraft Gottes und meinen Freund Jesus nicht vorstellen.


Das ist meine kleine Geschichte und das wollte ich unbedingt mit Euch - die mich verstehen - teilen.



Liebe Grüße

Anne



2 Kommentare


Peter M.
vor einem Tag

Liebe Anne,

vielen Dank für das Teilen dieses Erlebnisses. Ich glaube, viele von uns oder gar alle haben bereits ähnliches erlebt. Leider reden wir aber viel zu wenig darüber, weil unser Glaube oft so sehr verkopft und irgendwie akademisch ist. Daher danke! für die Erinnerung daran, dass der Glaube soviel mehr ist als die Aneinanderreihung von biblischen Erkenntnissen.

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Tomas
vor einem Tag

Ein sehr berührender und glaubenstärkender Beitrag! Gott lenkt, handelt und hilft immer wieder anders und individuell. Dankeschön, liebe Anne und Dankeschön, liebe Lea!

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