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Überraschungspaket

  • Autorenbild: Ulrike
    Ulrike
  • vor 16 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Nächstes Wochenende bin ich eingeladen, also vielmehr wir, als Eltern.

Unsere Zwillinge werden 30!!

Irgendwie surreal – gerade eben waren sie noch Kinder. Wie oft haben wir Kindergeburtstag im Februar gefeiert, mal als Faschingsparty, mal als Schatzsuche, gemeinsam und auch jeder mit seinen Freunden. Ich erinnere mich an selbst gemachte Kostüme, Berge von Pommes und Heidelbeermuffins. Der Geburtstag der Beiden war und ist immer ein Highlight im tristen Wintergrau.


Ich kann mich gut an die gemischten Gefühle erinnern, die mich in der Schwangerschaft begleiteten. Gedanken wie:  von drei auf fünf in einer kleinen 3-Zimmer Wohnung, geht das gut? – unsere knapp 2 jährige Tochter als große Schwester, was macht das mit unserer Familie? – Natürlich war ich auch neugierig auf gleich zwei neue kleine Menschen, wie werden die Beiden sich entwickeln? – Hoffentlich geht alles gut, mit Gottes Hilfe! Meine Mantra-Bibelstelle lautete:

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. (Psalm 62,2)

Vorbilder in der biblischen Geschichte gibt es nur zwei, die beide, kompliziert sind.

Das bekannteste Zwillingspärchen sind natürlich Esau und Jakob. Nachzulesen in 1.Mose 25 ab Vers 19. Hier steht geschrieben, dass Esau Papa Isaaks Liebling und Jakob seiner Mutter Rebekka mehr ans Herz gewachsen war. Oje, und dann diese Rivalität, Hinterhältigkeit und Hass. Offensichtlich, und das wurde Rebekka schon in der Schwangerschaft offenbart, haben beide ihre Leben nach Gottes Plan gelebt und es gingen zwei Völker aus ihnen hervor. Nüchtern betrachtet also zwei eigenständige Persönlichkeiten, Zwillinge, die verschiedener nicht sein könnten.


Das nahm ich als Aufgabe an. Auch wenn Vieles im täglichen Familienleben einfacher zu organisieren war, wenn alle „gleichgeschaltet“ unterwegs waren, so durfte doch der Blick auf die individuellen Bedürfnisse und Entwicklungen nicht verloren gehen. Das war die Herausforderung und im Verlauf von Kindheit und Jugend auch nicht problemlos. Rückblickend würde ich sagen gilt der Spruch: wir wachsen mit unseren Aufgaben!


Übrigens, die Überschrift habe ich bewusst gewählt, denn wir wussten tatsächlich nicht, was uns am frühen Abend des 08. Februar erwartete. Zwei Mädchen, ein Pärchen oder zwei Jungs.  Gott sei Dank ging alles gut und ich konnte beide spontan in einem Geburtshaus bei „meiner“ Hebamme entbinden. Beide wohlauf und gesund! Innerhalb von 10 Minuten erblickten kurz hintereinander zwei kleine Jungen das Licht der Welt. Das war eine große Überraschung, gab es bis dato in der gesamten Verwandtschaft nur weiblichen Nachwuchs.

Wir hatten uns für alle möglichen Kombinationen Namen ausgedacht. Das war dann doch nicht ganz einfach sich zu entscheiden. Also keine Katrin oder Susann, auch kein Oliver oder Kilian… Als zweiten Namen bekamen beide noch einen biblischen.

Ruben (Seht her, es ist ein Sohn) und Michael (Wer ist wie Gott?), das passt. 


Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich dachte, jetzt geht´s los! Ein mulmiges Gefühl, denn die eine Sache war Zwillinge auszutragen, gut „verpackt“ und  versorgt und die andere, das Neue, Unbekannte mit all seinen Herausforderungen mutig anzugehen. Jetzt musste ich alles geben, damit ich die beiden satt kriege und noch vielmehr um irgendwie allen gerecht zu werden.


Das zweite, auch männliche, Zwillingspärchen, das in der Bibel auftaucht, hatte einen richtig trotzigen Start ins Leben. Perez und Serach sind ihre Namen. Eine gruselige Geschichte aus dem Alten Testament, die in 1.Mose 38 nachzulesen ist. Tamar täuscht ihren Schwiegervater und kommt dadurch zu ihrem Recht und zu Zwillingen. Mir fällt auf, wenn ich beide Geschichten lese, dass trotz den komplizierten Voraussetzungen, den negativen Gefühlen und listigen Handlungen, in Gottes großartigem Plan alle ihren Platz hatten. Jakob als Stammvater des Volkes „Israel“  und Esau von den „Edomitern“. Von Serach gibt es weiter keine Erwähnung in der Bibel, doch sein Bruder Perez hat einen Platz im Stammbaum von König David und somit auch von Jesus (siehe Matthäus 1,3). Daraus erkenne ich die große Weisheit in Gottes Plan und die unermessliche Gnade, die Gott jedem Menschen zukommen lässt.


Spontan fallen mir da zwei Kinderlieder ein, die wir immer gerne an Geburtstagen angestimmt haben:

„Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst!“

„… egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur, du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!“


Wie Esau und Jakob sind auch meine beiden Söhne sehr unterschiedlich und absolut zweieiige Zwillinge. Rivalität gab es jedoch kaum, im Gegenteil, irgendwie ergänzten die beiden sich. Langweilig wurde es nie, da war immer ein Spielkamerad da.

Heute freue ich mich, dass meine Beiden ihren Platz im Leben gefunden haben! Ihre Basis von wo aus sie ihr Leben leben können, natürlich mit allen Hochs und Tiefs die das Leben so mit sich bringt. Mit dem Segen unseres himmlischen Vaters und in der Liebe Jesu!


Und  jetzt gibt´s noch eine Zugabe, ein Fundstück aus dem Netz. Eine nette Geschichte über das „Leben danach“ und wie zwei völlig verschiedene Menschen sich darüber austauschen. (zum Anschauen bei YouTube unter https://www.youtube.com/watch?v=RoXKGQ2BClE  )


Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

«Sag’ mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?» fragt der eine Zwilling

.«Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden für das, was draußen kommen wird, vorbereitet», antwortet der andere Zwilling.

«Ich glaube, das ist Blödsinn!» sagt der erste.

«Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?»

«So ganz weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?»

«So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.»

«Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.»

«Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, Punktum.»

«Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.»

«Mutter???? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?»

«Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!»

«Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.»

«Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.»


Ich wünsche allen eine gute Woche, voll im Leben danach!

Eure Ulrike


Bildquelle: Pixabay von tookapic

 

Bibelzitat aus folgender Bibelübersetzung:

Lutherbibel 2017 - Deutsche Bibelgesellschaft

1 Kommentar


Christian
vor 15 Stunden

Liebe Ulrike, vielen Dank für deinen Überraschungsbeitrag heute morgen und deine vielen und schönen Erinnerungen aus der Zeit, in der deine/eure Zwillinge sich auf den Weg ins Leben machten. Im Rückblick fragt man sich wirklich manchmal, wo die Zeit geblieben ist. Umso so schöner ist es, einen so freudigen Anlass wie den 30. Geburtstag und wie die Engländer sagen : "going down memory lane.. " zu genießen.

Liebe Grüße und eine schöne Woche, und vor Allem eine freudige und lebendige Geburtstagsfeier am kommenden Sonntag.

Christian

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