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Vielen Dank im Voraus

Autorenbild: Lea
Lea
vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit

Habt ihr schonmal von dem Film „A Week Away“ gehört? Der Film ist mehr oder weniger die christliche Version von Camp Rock. Wer von euch auch Camp Rock nicht kennt, hat damit jetzt offiziell preisgegeben, nicht Teil der Zielgruppe zu sein.😉

 

A Week Away ist vor ein paar Jahren bei Netflix im Programm erschienen. Es geht um ein christliches Sommercamp und die teilnehmenden Jugendlichen. Es wird gesungen – sowohl bekannte christliche Pop-Songs als auch eigens für den Film geschriebene Lieder und man begleitet die Protagonisten nicht nur durch die typischen Dramen, sondern auch dabei, wie sie im Glauben wachsen bzw. zum Glauben finden.

 

Vor Kurzem bin ich durch Zufall darauf gestoßen, dass es mittlerweile auch eine gleichnamige Serie gibt, die von Angel Studios produziert wurde. (Das gleiche Unternehmen, das auch die ersten Staffeln der Serie „The Chosen“ produziert hat, die sicherlich einige von euch kennen und die vermutlich in der Leserschaft hier deutlich mehr Menschen anspricht als eine Teen-Drama-Musical-Serie.)

 

Angesehen habe ich mir die Serie (noch) nicht, aber zumindest in den Soundtrack habe ich schon einmal reingehört und bin dabei an einem Lied hängen geblieben, das mich zum Nachdenken angeregt hat.

 

Das Lied trägt den Titel „The Hell of it” und es geht darum, Gott nicht nur für die guten Dinge zu danken, sondern auch für die schlechten Zeiten, aus denen erst noch Gutes erwachsen muss. Ein Dankgebet zu sprechen, schon bevor das Gute eingetreten ist, für das man danken will.


Hört gerne einmal rein, um euch mit dem Thema vertraut zu machen. In der Serie wird der Song als Mash-Up mit dem bekannten Kirchenlied „It Is Well with My Soul“ verwendet.


 

Der Song hat mich erneut darüber nachdenken lassen, wie sich der Aufruf von Paulus aus dem ersten Brief an die Thessalonicher in der Praxis umsetzen lässt:

„Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“ (1. Thessalonicher 5,18)

 

In allem oder für alles?

 

Dankbar zu sein in allen Phasen unseres Lebens ist oft schwerer als gedacht. Krankheiten, Verluste, Verletzungen, Ängste – wie soll man dafür Dankbarkeit empfinden? Ich denke, es macht Sinn, dass der Vers nicht davon spricht, dass wir für alles dankbar sein sollen, sondern in allem.

 

Die Menge-Übersetzung spricht sogar etwas spezifischer davon, dass wir „in jeder Lage“ Dank sagen sollen.

 

Das ist auch das Verständnis, das ich für diesen Vers habe und versuche zu leben. Denn auch in Zeiten, die belastend und schwer zu ertragen sind, gibt es Dinge, für die wir dankbar sein können. Nicht zuletzt das Wissen, dass Gott auch in diesen Zeiten bei uns ist und uns unterstützt.

 

Der Inhalt des Lieds aus der Serie geht aber in dem Verständnis noch ein Stück weiter. Hier wird vorgeschlagen, Gott auch für die schlechten Dinge zu danken – schon bevor man das Gute in der Situation erkennen kann. Ein Dankgebet wie ein Danke im Voraus.

 

 

Anspruchshaltung vs. Vertrauen

 

Ich muss zugeben, dass der Gedanke mir erst einmal fremd war. Nicht aus jeder Situation wächst etwas Gutes hervor. Nicht für jede Krankheit gibt es Heilung. Wie kann ich davon ausgehen, dass ich in Zukunft Danke sagen möchte für eine positive Wendung, die vielleicht gar nicht eintritt? Ein „Vielen Dank im Voraus“ geht davon aus, dass etwas kommt, von dem ich nicht immer ausgehen möchte, dass es mir zusteht. Aber zeigt sich darin meine Demut oder zeigt sich darin mein mangelndes Vertrauen in Gottes Wirken?

 

Was das Lied versucht herüberzubringen, ist keine Anspruchshaltung, sondern vielmehr eine Übung darin, Vertrauen zu haben. Darauf zu vertrauen, dass Gott etwas Gutes aus etwas Schlechtem machen kann. Dass er in all den negativen Erfahrungen bei uns ist, auch dann, wenn wir es nicht spüren.

 

Dafür Danke zu sagen noch bevor uns klar wird, wofür genau, ist vermutlich tatsächlich eine gute Übung, um den eigenen Blick zu schärfen. Es kann dabei helfen, die Positiven Dinge im Schlechten zu erkennen und ein Rückversicherung an uns selbst sein, dass auch dann Dankenswertes geschieht, wenn wir es (noch) nicht sehen können.


 

 

Dankbar zu jeder Zeit

 

Am Ende ist es vermutlich Wortklauberei, sich zu sehr darin zu verstricken, wie wir unsere Gebete formulieren. Trotzdem hat mich dieses Lied in der letzten Zeit begleitet und konnte eine Anregung für mich sein, mich erneut damit auseinanderzusetzen, wie ich den Vers aus Thessalonicher in meinem Leben umsetze.

 

Trotzdem ist es mir wichtig, noch einmal zu sagen, dass ich nicht denke, dass man für alles dankbar sein muss, was einem geschieht. Vielmehr gibt es tatsächlich zu jeder Zeit Dinge, für die wir dankbar sein können. Das ist ein Unterschied und vielleicht auch ein Unterschied, der nicht beim ersten Hören des Songs wirklich klar wird.

 

Ich denke, es gibt verschiedene Wege, unseren Blick zu schärfen für all die Dinge, für die wir Dankbarkeit empfinden können und uns im Vertrauen zu üben. Gott schon für das Schlechte zu danken, bevor uns das Gute bewusst wird, ist vielleicht einer davon.

 

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich das so in meinen Gebeten leben werde, aber es auszuprobieren kann bestimmt nicht schaden. Wie ihr merkt, habe ich keine wirklich abschließende Meinung dazu. Trotzdem fand ich den Gedankenanstoß, den das Lied mir geliefert hat, teilenswert und wollte ihn daher an euch weitergeben.

 

Vielleicht mag der ein oder andere ja seine eigenen Gedanken dazu in den Kommentaren teilen.

 

Ich wünsche euch allen in jedem Fall eine schöne Woche, die hoffentlich von Dankbarkeit geprägt sein wird. Vielleicht können wir uns vornehmen, in dieser Woche noch neue Dinge zu entdecken, für die wir ebenfalls dankbar sein können, auch wenn wir sie bisher nicht auf dem Schirm hatten. Ich bin mir sicher, davon gibt es mehr als wir denken.

 


Bis zum nächsten Mal!

Eure Lea

 

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