• Lea

So sehr hat Gott die Welt geliebt

Der folgende Vers ist wahrscheinlich mit einer der bekanntesten Verse der Bibel. Zumindest bei uns in der Gemeinde ist es ein Vers, der in den allermeisten Bibeln unterstrichen, eingerahmt oder bunt angemalt ist:

„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er für sie seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3, 16)

Dieser Vers fasst das Erlösungswerk auf wunderbare Weise zusammen. Gottes Liebe für die Welt war so groß, dass er sogar bereit war, seinen eigenen Sohn zu opfern, damit alle, die an ihn glauben, gerettet werden können.


In letzter Zeit musste ich immer wieder an diesen Vers denken. Wenn ich die Nachrichten gucke und mir anschaue, was in der Welt so los ist, ist das was ich empfinde häufig weit von Liebe entfernt. Immer mehr werden wir konfrontiert mit dem Leid, das wir Menschen verursachen. Was soll daran schon liebenswert sein? Und doch lesen wir davon, dass Gott diesen Planet und seine Bewohner so sehr liebt, dass er seinen eigenen Sohn hingegeben hat, um sie zu retten. Diese Liebe muss wirklich verdammt groß sein, wenn er sogar vor diesem Schritt nicht zurückgeschreckt ist.




Die Welt lieben


Ich glaube, die Welt zu lieben, klingt für viele Christen im ersten Moment widersprüchlich. Die Bibel lehrt uns an vielen Stellen, dass „die Welt“ kein guter Ort ist. Immer wieder wird „die Welt“ als Bild für das Schlechte und Gegensatz des Göttlichen verwendet und wir werden vor ihr gewarnt, zum Beispiel hier in Jakobus:

„Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes.“ (Jakobus 4, 4)

Also warum liebt Gott diese Welt, obwohl so viel Schlechtes in ihr vorgeht? Ich glaube nicht, dass es bedeutet, dass Gott mit einer rosaroten Brille auf das Weltgeschehen sieht, das Schlechte ausblendet und alles gutheißt, was die Menschen tun. Ich glaube, er erkennt noch viel besser als wir, wie schrecklich die Dinge sind, die Menschen regelmäßig der Natur und einander antun.


Wenn wir lesen, dass Gott die Welt geliebt hat, dann meint das vor allem, dass Gott der Meinung ist, die Welt ist es wert gerettet zu werden. Gott möchte möglichst jeden einzelnen retten. Und das sollten wir auch wollen.


Aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind: Wie viele Menschen wollen wir tatsächlich retten? Wie vielen Menschen begegnen wir in unserem Alltag und wünschen uns nichts mehr, als dass sie mit uns im Königreich sein werden?


Wenn ich diese Frage ehrlich beantworten müsste: Meine Liste wäre nicht sehr lang. Aber wenn ich die Menschen auf die Weise lieben würde, wie Gott es tut, dann hätte die Liste kein Ende.


Deswegen möchte ich meinen Beitrag diese Woche nicht nur dazu nutzen, euch daran zu erinnern, dass Gott euch so sehr geliebt hat, dass er bereit war, seinen Sohn zu opfern. Sondern daran, dass er alle Menschen so sehr liebt, dass er sie retten möchte.


Auch den großkotzigen Kollegen, der am liebsten nur über sich selbst redet.

Auch den Nachbarn, der denkt, samstagmorgens um 7 Uhr ist die perfekte Zeit um den Rasen zu mähen.

Auch die Dame an der Supermarktkasse, die denkt, dass man mit ihrem Einkaufswagen in den Hacken bestimmt viel schneller seine Einkäufe einpacken kann.


Gott hätte am liebsten alle diese Menschen in seinem Reich und würde sich freuen, wenn sie sich für ihn entscheiden würden. Und das sollte auch unsere Einstellung sein.


Deswegen lasst uns versuchen, die Menschen, denen wir begegnen, mit Gottes Augen zu sehen. Den Menschen losgelöst von seinen Fehlern zu betrachten. Uns bewusst zu machen, dass Gott diesen Menschen genauso retten möchte wie uns. Dass er ihn genauso liebt wie uns. Und dass wir das auch tun sollten.



Bis zum nächsten Mal!

Eure Lea

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