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Siehe, ich mache alles neu!

  • Autorenbild: Peter
    Peter
  • 26. Jan.
  • 8 Min. Lesezeit

Diese Aussage Gottes aus Offenbarung 21 ist die gemeinsame Jahreslosung vieler christlicher Kirchen für das Jahr 2026. Am Sonntag vor einer Woche habe ich wie so oft an einem freien Sonntag über YouTube den Gottesdienst einer der vielen Gemeinden hier in Braunschweig angesehen.


Die Predigt an diesem Sonntag hatte diese Jahreslosung zum Thema. Es gab dort viele gute Gedanken zu dem Vers, die mich zum Weiterdenken angeregt haben.


Ein Satz aus dieser Predigt ist mir aber ganz besonders in Erinnerung geblieben, weil er mich unmittelbar mit meinem eigenen Leben verbunden hat. Mit meiner Ausbildung, meinem Berufsleben, meiner Art zu denken, meiner Persönlichkeit.

Der Satz lautete:


Das Projekt vom Ende her denken!


Nimmt man den Anfang des 21. Kapitels aus Offenbarung, dann klingt das so:

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, […] und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiss und wahrhaftig. (Offenbarung 21, 1+5)

Was für ein Projekt!



Nun ist es so, dass viele Christen diese Aussage so lesen, als ob Gott die bisherige Erde vernichten und einen neuen Planeten schaffen würde oder das Ganze sich irgendwie im Himmel abspielt. Der Sprecher der Predigt wies aber darauf hin, dass das hier verwendete Wort „neu“ nicht die Bedeutung von: „Das Alte war nix, das schmeißen wir weg und fangen nochmal an“ hat, sondern ganz im Gegenteil auf Verbesserung, Sanierung, Vollendung zielt. Das griechische Wort heißt „kainos“ und bedeutet eher „neu in Form und Qualität, frisch erneuert“. Dem Sprecher (und auch mir) gibt dieses Verständnis von „neu“ die beruhigende Gewissheit, dass Gott seine Schöpfung nicht verwerfen, sondern ganz im Gegenteil mit Sicherheit zur vollkommenen Vollendung führen wird.


Von diesem Ende her Gottes Projekt zu denken und so die Bibel zu lesen, quasi wie den ausführlichen Projektbericht zu Gottes Projekt, das die Bibel Schöpfung nennt - da sprudelten in meinem Hirn gleich unzählige Analogien zu dem, was für mehr als 30 Jahre meinen Arbeitsalltag prägte.


Lasst mich ein wenig aus diesem Arbeitsalltag beschreiben und dabei immer direkt den Bezug zu Gottes „Projektbericht“ herstellen:


Im Wesentlichen war meine Arbeit in einem Architektur- und Ingenieurbüro, das sich mit allen möglichen Arten von Hochbauprojekten – also Gebäuden beschäftigt, in drei Bereiche gegliedert. Grundsätzlich, das ist wichtig zu erwähnen, ging es dabei immer um „Projekte“.


Wikipedia definiert den Begriff „Projekt“ wie folgt:

Ein Projekt ist zielgerichtetes, einmaliges Vorhaben, das aus einem Satz von abgestimmten, gesteuerten Tätigkeiten besteht und durchgeführt wird, um ein Ziel zu erreichen. Ein zeitlich begrenztes Vorhaben mit dem Ziel, ein einmaliges Produkt oder ein Ergebnis zu schaffen.

Also hat jedes Projekt einen definierten Projektbeginn, ein definiertes Ziel und ein konkretes Ende.


Ein Teil meiner Aufgaben war es, mit einem Bauherrn, der eine Projektidee hat, zunächst möglichst genau zu erarbeiten, was sein eigentliches Projektziel ist und was das aus dem Bau- und Planungsprojekt entstehende Gebäude denn können muss. Das nennt man Bedarfsplanung. Ein Gebäude ist ja nicht einfach Selbstzweck. Dann wäre es eher eine Skulptur. Ein Gebäude soll bestimmte Funktionen erfüllen und bestimmte Nutzungen ermöglichen (für die Architekten: dabei darf es selbstverständlich auch gerne ästhetisch sein). Eine Schule ist ein Ort zum Lernen, eine Sporthalle muss bestimmte Sportarten ermöglichen, ein Fußballstadion hat seinen Zweck, ebenso wie Laborgebäude oder Büro- und Verwaltungsbauten. Übrigens alles Gebäudearten, mit denen ich zu tun hatte.


Die möglichst zielgenaue Beschreibung aller Aspekte (Räume, Flächen, funktionale Zusammenhänge, technische Ausstattungen, etc.) steht am Anfang. Diese frühe Phase sollte mit großer Sorgfalt und ohne zeitlichen Druck erfolgen, um später im Projekt nicht immer wieder korrigieren zu müssen.

Im Anfang war das Wort (der LOGOS, die Projektidee), und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. (Johannes 1, 1)

Als „Überschrift“ dient das formulierte Projektziel, an dem im laufenden Projekt immer wieder Teilergebnisse gemessen werden:

Und der HERR sprach: […] so wahr ich lebe und von der Herrlichkeit des HERRN die ganze Erde erfüllt werden wird … (4. Mose 14, 20-21)
Gepriesen sei Gott, der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut! Ja, gepriesen sei sein herrlicher Name ewiglich, und die ganze Erde sei erfüllt von seiner Herrlichkeit! (Psalm 72, 18-19)

Das ist Gottes formuliertes Projektziel!


Auch Gott hat nicht einfach losgelegt mit seinem Projekt. Auch wenn die Bibel mit dem Vers beginnt: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Bereits davor hat er offenbar seine Ziele und Maßnahmen zunächst mit großer Weisheit bedacht. Im Buch der Sprüche lesen wir über diese „Phase 0“ in Bezug auf die Weisheit:

Der HERR hat mich (die Weisheit) geschaffen als Anfang seines Weges, als erstes seiner Werke von jeher. Von Ewigkeit her war ich eingesetzt, von Anfang an, vor den Uranfängen der Erde. Als es noch keine Fluten gab, wurde ich geboren, als noch keine Quellen waren, reich an Wasser. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln war ich geboren, als er noch nicht gemacht die Erde und die Fluren, noch die Gesamtheit der Erdschollen des Festlandes. Als er die Himmel feststellte, war ich dabei. Als er einen Kreis abmaß über der Fläche der Tiefe, als er die Wolken droben befestigte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Schranke setzte, damit die Wasser seinen Befehl nicht übertraten, als er die Grundfesten der Erde abmaß: da war ich Schoßkind bei ihm und war seine Wonne Tag für Tag, spielend vor ihm allezeit, spielend auf dem weiten Rund seiner Erde, und ich hatte meine Wonne an den Menschenkindern. (Sprüche 8, 22-31)

Wie oft hätte ich mir in meinen Projekten gerade von öffentlichen Auftraggebern nur einen Funken dieser Weisheit in ihren Entscheidungen gewünscht!


Gleich im ersten Teil des Projektberichtes lesen wir davon, wie sauber und wohldurchdacht bei Gott Planung und Umsetzung ineinandergreifen. Die genau richtige Abfolge der einzelnen Gewerke, damit eins auf dem anderen aufbauen kann. So, wie in einem Bauprojekt Rohbau, Dach und Fenster fertig sein sollten, bevor der Ausbau beginnt. Erst die Schlitze für die Leitungen gemacht, dann die Leitungen verlegt und erst dann der Putz an die Wände kommt. So wohlgeordnet ohne Verzögerung oder „gestörten Bauablauf“: So wird es uns im Schöpfungsbericht in 1.Mose 1 beschrieben. Einschließlich erfolgter „Abnahme“ durch den Bauherrn:

Und Gott sah alles, was er gemacht hatte; und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 31)

Bedenkt man, dass die Vollendung des siebten Tages, die endgültige Ruhe, wenn Gott Alles und in Allen sein wird, noch aussteht, aber wir schon jetzt davon lesen können am Ende des Projektberichtes, dann lesen sich die ersten Kapitel der Bibel quasi wie das, was wir im Projektgeschäft ein „Management Summary“ nennen würden. Schon aus diesen ersten Seiten wird deutlich, wie gut, weise und einzigartig verlässlich unser himmlischer Vater sein Projekt im Griff hat, was wir im weiteren Verlauf auch immer wieder bestätigt finden. Zum Beispiel bei Jesaja:

So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. Und wer ist wie ich? Er rufe und verkünde es und lege es mir dar! Wer hat von Urzeiten her das Kommende hören lassen? Und was eintreten wird, sollen sie uns verkünden! Erschreckt nicht und zittert nicht! Habe ich es dich nicht schon längst hören lassen und es dir verkündet? Und ihr seid meine Zeugen: Gibt es einen Gott außer mir? Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen. (Jesaja 44, 6-8)

Und das gilt nicht nur inhaltlich, auch was den Terminplan angeht müssen wir uns keine Sorgen machen, obwohl das Projekt gefühlt eine sehr lange Laufzeit hat. Gott kennt seinen Zeitplan!

Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. (Markus 13, 32)
Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten, sondern er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen. (2. Petrus 3, 9)

Auch sein Projektteam (die Gemeinde) hat Gott vortrefflich zusammengestellt, zielgenau für jede Teilaufgabe in diesem großen Projekt und so, dass alle ein funktionierendes Ganzes ergeben. Wie so oft in unseren Projekten, werden wir auch hier davor gewarnt, dass sich einige Beteiligte im Projekt gerne für wichtiger halten als das Team.

Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte. Wenn aber alles ein Glied wäre, wo wäre der Leib? Nun aber sind zwar viele Glieder, aber ein Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder wieder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht; sondern gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig; und die uns die weniger ehrbaren am Leib zu sein scheinen, die umgeben wir mit größerer Ehre; und unsere nichtanständigen haben größere Wohlanständigkeit; unsere wohlanständigen aber brauchen es nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dabei dem Mangelhafteren größere Ehre gegeben, damit keine Spaltung im Leib sei, sondern die Glieder dieselbe Sorge füreinander hätten. (1. Korinther 12, 18-25)

Was oft in der Zusammensetzung von Projektteams vernachlässigt wird, ist, dafür zu sorgen, dass die Beteiligten auch mit den notwendigen Kompetenzen und Ressourcen ausgestattet werden, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Auch hier hat Gott für jeden von uns als Teammitglied vorgesorgt.

Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. (Epheser 2, 10)
Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken über euren guten Willen hinaus. (Philipper 2, 13, siehe Fußnote RELB)

Ein gutes Projekt, gerade dann, wenn es ein großes, wichtiges und komplexes Projekt ist, steht und fällt mit dem Projektleiter. Dieser Projektleiter muss die Fähigkeit haben, sich selbst als Teil des Teams zu begreifen, aber trotzdem zu führen. Er muss die Kommunikation mit dem Bauherrn steuern und vermitteln und so dafür sorgen, dass zu jedem Zeitpunkt der Fokus auf dem Projektziel bleibt. Nützlich ist es dabei, wenn der Projektleiter auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann und die Probleme, mit denen verschiedene Projektbeteiligte während des Projektes zu kämpfen haben, am besten aus eigenem Erleben nachvollziehen kann. Ich denke, ihr wisst, wen ich meine!

Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus. (1. Timotheus 2, 5)
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise [wie wir] versucht worden ist, [doch] ohne Sünde. (Hebräer 4, 15)

Es gäbe noch Hunderte von Analogien zum Projektgeschäft, die in meinem Kopf herumschwirren. Zuviel für einen Beitrag.


Ich hoffe, ich habe euch soweit mit meiner Sicht auf die Bibel aus den Augen eines gläubigen Projektsteuerers nicht gelangweilt.


Selbstverständlich ist das nur meine/nur eine Sicht, geprägt von meiner Sozialisation, meiner Ausbildung und meinem Werdegang, meiner Persönlichkeit. Ich jedenfalls bin froh, Teil des Projektteams in diesem einzigartigsten Projekt zu sein, dass das Universum je gesehen hat. Mir gibt es Gelassenheit, immer wieder zu sehen mit welcher Präzision und Verlässlichkeit unser himmlischer Vater sein Projekt vorantreibt. So kann ich auch all die seltsamen und erschreckenden Dinge einordnen, die uns jeden Tag aus den Medien entgegen dröhnen. Denn ich weiß, alles gehört zu Gottes „sehr gutem“ Plan für uns und seine Erde. Schon jetzt kann ich beruhigt dem Projektende entgegen sehen, denn der Bericht ist ja bereits fertig geschrieben.


So kann ich das „Heute“ des Projektes jeden Tag neu vom Ende her denken!

Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst! Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. (Offenbarung 21, 3-7)

Hallelujah! (Gelobt sei Jahweh, unser Gott)

 

Euer Peter!

 

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1 Kommentar


Christian
26. Jan.

Guten Morgen Peter und vielen, vielen Dank für deinen heutigen Beitrag, der mich beim Lesen so fasziniert und begeistert hat, vor allem die Parallelen zu deinem Beruf, die Gottes Projekt noch anschaulicher und nachvollziehbarer machen. Als Tischler, der das Leben auf dem Bau und die Fertigstellung eines Gebäudes selbst immer wieder miterleben durfte, berühren deine Vergleiche sehr, besonders weil ich oft im Prozess der Fertigstellung durch die einzelnen Gewerke das Gefühl hatte, all das lässt sich gut mit Gottes Wirken, seiner Gemeinde und seinem Sohn als Eckstein des Gebäudes vergleichen. Und du hast Recht, dass es inmitten all der desolaten Nachrichten über die Lage der Welt tröstet, wenn wir das Ganze vom Ende her denken und uns vergegenwärtigen können, dass…

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