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Gott führt! – führt Gott?

  • Autorenbild: Ingo
    Ingo
  • vor 1 Tag
  • 7 Min. Lesezeit

Liebe Leserinnen und Leser, heute stehe ich noch voll unter den Eindrücken des vergangenen Urlaubs. Wir, meine Frau und ich, haben einiges erlebt und am Ende habe ich das Gefühl, dass Gott uns geführt hat, unmerklich und mit sanfter Hand. Wieder einmal Erlebnisse, die so wunderbar zu leben – einfach – biblisch passen.



Urlaubsplanung


In diesem Jahr haben wir es nicht geschafft uns um die Urlaubsplanung zu kümmern. Keine Verabredung zum Austausch und zum Planen. Am Ende hatte jeder für sich ein paar Ideen, aber nichts Konkretes. Die Zeit verging und der Urlaub stand vor der Tür. Auf einen Zeitpunkt hatten wir uns am Anfang des Jahres geeinigt. Was tun? Zuhause bleiben? Nein, da gab es zu viele Aufgaben, die einer Erholung zuwider standen.

Etwas erleben wäre schon schön. Irgendein Ziel musste her. Nach langem Hin und Her einigten wir uns darauf, mit dem Auto zum Konzert nach Nürnberg zu fahren. Für alle Fälle waren unsere Kajaks im Gepäck. Übernachtungen sollten spontan von unterwegs gebucht werden. Nur die erste Station, die Juhe in der Burg zu Nürnberg buchten wir ein paar Tage vor dem Start.

Die Fahrt ins Blaue begann.

Erst gestern wurde mir klar, dass dieses Urlaubskonzept so gar nicht zu dem allgemeinen Gefühl der Angst vor der Zukunft und vor dem Wohlstandsverlust passt, das sich gerade in unserer Gesellschaft ausbreitet.

 


Nürnberg


Die Fahrt durch Deutschland war schön. Da es sehr heiß war, verbrachten wir unsere erste Pause (spätes Frühstück) an einem Bach in einem Wald am Rande des Harzes. Google Maps machts möglich, solche Plätze während der Fahrt zu finden und anzusteuern.

Für unser E-Auto mussten wir später eine Ladepause einlegen. Auch dabei sehen wir immer wieder Orte, die wir sonst nicht ansteuern würden. Oft empfinde ich das als Bereicherung.


Sonnenaufgang durch ein Fenster der Juhe-Burg in Nürnberg
Sonnenaufgang durch ein Fenster der Juhe-Burg in Nürnberg

Nürnberg war schön. Die „Juhe“ besonders und das Konzert „Stars im Luitpoldhain" war großartig. Unter anderem spielte die Gruppe Mezzoforte aus meiner Jugendzeit. Als meinen persönlichen Höhepunkt spielten sie den Hit „Gardenparty“ aus den frühen 80ern (1983). Da gab es für mich kein Halten mehr … .


Stars im Luitpoldhain
Stars im Luitpoldhain

Um die Besonderheiten Nürnbergs (Unterwelt, Straßenzug mit den wenigen ursprünglichen Häusern, Einkaufsmeile, Eis, Mezze) noch auszukosten, blieben wir noch ein paar Tage.


Die Straße mit den alten Häusern in Nürnberg
Die Straße mit den alten Häusern in Nürnberg

Zwischendrin stimmten wir als nächstes Ziel den Ammersee ab und suchten eine Unterkunft. Das stellte sich als relativ schwierig dar. Ganz Bayern war anscheinend im Urlaub und eine erschwingliche Unterkunft nicht zu finden. Wir wollten schon aufgeben. „Lass uns nach Norden fahren, da werden wir mehr Glück haben“. Im letzten Moment sah ich ein Zimmer, das noch zu haben war. Der Preis stimmte und ich buchte. Weiter gings.


 

Ammersee

 

On the road again - Am Stadtrand von Nürnberg machten wir Halt beim „Führer“, „Reichsparteitagsgelände“. Ein unangenehmer Ort, der gerade saniert wird. Fand ich sehr zweifelhaft. Warum werden da Millionen verbaut? Gezielt verfallen lassen kann eine Alternative sein. Naja!?

Da sich in Bayern sehr viel um Bier dreht und wir schon einige Sorten probiert hatten, entstand die Idee, durch das Hallertau zu fahren, das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt, nordöstlich von München.



Wir querten die Donau und entdeckten eine weitere Attraktion. Das Kloster Weltenburg am mystischen Donaudurchbruch.


Das Kloster Weltenburg von der Donau aus gesehen
Das Kloster Weltenburg von der Donau aus gesehen

Mit einem kleinen Motorboot konnten wir mit anderen Besuchern diesen Donauabschnitt bestaunen. Klasse. Und das Hopfengetränk mundete auch.


Bootsfahrt durch den Donaudurchbruch
Bootsfahrt durch den Donaudurchbruch

 Kurz vor dem Ammersee kontaktierte ich unseren nächsten Gastgeber per Smartphone. Er gab uns den Tipp, die Sonnenfinsternis an der Ostseite des Sees zu beobachten. Danach könnten wir am späten Abend das Zimmer einnehmen. Wirklich freundlich und zugewandt. Das Naturschauspiel ließen wir auf uns wirken. Und ein Sprung ins warme Nass war auch schon drin.


Die Sonnenfinsternis am Ammersee
Die Sonnenfinsternis am Ammersee

Unsere Gastgeber waren besondere Menschen und schon allein eine Reise wert. Ute, 89 Jahre und Besitzerin des Hauses, führte die Pension gemeinsam mit Herbert, Anfang 70. Sie wohnte im Nachbarhaus, er an der anderen Seite des Sees. Tagsüber waren beide mindestens einmal im Haus und schauten nach den Gästen. Es gab zwei Gästezimmer mit gemeinsamem Wohnzimmer, Küche, Bad und Garten. Wir hatten es wirklich gut getroffen. Von hier machten wir Ausflüge an und mit unseren Kajaks auf den See. Herrlich, wie das Wetter.


Der Ammersee und das Boot
Der Ammersee und das Boot

Der eigentliche Grund für die Wahl des Ammersees war der „Sommer des Baguettes“, den ich ausgerufen hatte. Eine verrückte Idee, die dazu führte, dass wir in diesem Jahr einmal die Besonderheiten des Baguettes untersuchten. Beim „Googlen“ entdeckte ich das „Franz Baguette“.


Es ist ein „Verrückter“, der sich im Alter auf die Suche nach dem perfekten Baguette gemacht hat. Seine Erzeugnisse werden in zwei Bioläden in der Nähe seines Standortes angeboten. Wir bestellten dort eine Auswahl seines Könnens und fuhren am nächsten Morgen zum Einkauf. Wir trafen einen sehr netten Ladenbesitzer, der uns die Baguettes und noch einige Zutaten für die folgende Probierzeit an dem Tisch vor dem Laden verkaufte. Der Weg hat sich gelohnt. Die leckersten Baguettes des Sommers aßen wir hier. Ich hinterlegte eine „LEB Blog Visitenkarte“ als Dankeschön für Franz bei dem Ladner. Nach einem Blick auf die Karte kommentierte er , das kleine Dinge manchmal etwas Großes hervorbringen.


Franz Baguette vor dem Bioladen
Franz Baguette vor dem Bioladen

Wir genossen die Tage am See, und beschlossen sehr bald, dass wir auch hier noch ein paar Tage ran hängen möchten. Mit Herbert vereinbarten wir 4 Tage Nachschub. Leider mussten wir von Samstag auf Sonntag das Zimmer verlassen. Beide Zimmer waren für einen Tag an eine Familie vergeben. Für diesen Zwischentag sollten wir aber auch eine Lösung finden.

Am Abend nach unserer Buchung erreichte uns die Nachricht, dass meine Schwiegermutter im Krankenhaus sei. Sie lebt in der Nähe der Familie meines Schwagers. Dieser war gerade auf dem Weg in seinen Urlaub. Schnell kam die Frage auf, was zu tun sei. Sollte er seinen zweiwöchigen gebuchten Urlaub abbrechen? Wir boten an, unseren nicht verplanten Urlaub mit einem Besuch bei der Schwiegermutter fortzusetzen. Der Bruder mit seiner Familie solle seinen Urlaub wie geplant durchführen. Das hieß, dass die Mutter ein paar Tage im Krankenhaus aushalten müsse und dann von ihrer Tochter besucht wird. Zwischenzeitlich kümmerten sich Glaubensgeschwister um sie. Vielen herzlichen Dank dafür an dieser Stelle.

Die nächsten Tage waren wir immer mit Gedanken bei der Kranken. Der Urlaub war die Ablenkung. Den Pensions-Pausentag füllten wir mit einem Besuch an den Alpenrand am Karwendelgebirge. Hier trafen wir eine Freundin, die dort gerade mit ihrem Kleinstwohnwagen campte.


Der kleine Wohnwagen
Der kleine Wohnwagen

Eine Nacht, halb unter dem Vorzelt, halb unter dem Sternenzelt, auf den Liegen und unter den Decken unserer lieben Ute (Pensionsleiterin). Was für eine Gastfreundschaft. Die Bergaussicht war wunderbar und der kleine See im Naturschutzgebiet lud zum baden ein.


Wetterstein Gebirgszug?
Wetterstein Gebirgszug?
Schwimmen im Barmsee
Schwimmen im Barmsee

Hier müssen wir nochmal etwas länger Urlaub machen!


Die nächsten Tage flogen dahin. Ausgiebiges selbstgemachtes Frühstück im Garten.


Auf dem Ammersee mit Blick auf das Albenpanorama
Auf dem Ammersee mit Blick auf das Albenpanorama

Einmal Frühschwimmen mit Sonnenaufgang. Paddeln und Schwimmen im Wörthsee mit Karibikwasser. Einkehr im Kloster Andechs, noch mehr Bier 😉und zünftiges Essen.


Schafe in der Nähe des Kloster Andechs
Schafe in der Nähe des Kloster Andechs
Karibikflair am Wörthsee
Karibikflair am Wörthsee
Aussicht von unserem Pensionsort auf den Ammersee. Im Hintergrund das Kloster Andechs
Aussicht von unserem Pensionsort auf den Ammersee. Im Hintergrund das Kloster Andechs

Kofferpacken und Abschiednehmen von diesen besonderen Menschen.


 

Krankenhaus

 

Eine Idee für den Rückweg in den Norden war eigentlich ein Abstecher zu einer neu eröffneten Seenlandschaft im Osten der Republik.

Stattdessen war das Ziel nun Plochingen bzw. das Krankenhaus in der nächsten Stadt. Dort besuchten wir die Mutter. Es ging ihr leider immer noch nicht besser, sodass sie auf anraten der Ärzte noch bleiben sollte. Wir richteten uns erst einmal im Gästezimmer des Schwagers/Bruders ein. Ferienwohnung Deluxe. Und auf einen täglichen Besuch im Krankenhaus zur Unterstützung und zur Zerstreuung der Kranken und auf ein Gespräch mit der Ärztin bzw. des Arztes.

Die Zwischenzeiten des Tages nutzten wir für Besuche der nahegelegenen Schwäbischen Alb und für Verabredungen mit lieben Geschwistern im Glauben. Die hatte ich lange nicht gesehen und das Wiedersehen war sehr emotional und vertraut. Vielen Dank für diese Zeit.


Blick auf den Albtrauf bei Bad Übergingen
Blick auf den Albtrauf bei Bad Übergingen

Weg zum Bergrutsch am Hirschkopf südlich von Mössingen
Weg zum Bergrutsch am Hirschkopf südlich von Mössingen
Alptrauf bei Weilheim an der Teck - südöstlich. Im Vordergrund die Limburg auf einem Vulkan Berg. Wir stehen auf dem Engelsburger Aussichtspunkt.
Alptrauf bei Weilheim an der Teck - südöstlich. Im Vordergrund die Limburg auf einem Vulkan Berg. Wir stehen auf dem Engelsburger Aussichtspunkt.

Leider konnte während unserer Besuchszeit keine Besserung des Krankheitsverlauf verkündet werden. Wir konnten die Patientin nicht nach Hause bringen, so wie wir es uns in unseren Gedanken vorgestellt haben. Ihr keinen schönen Neuanfang in ihrer Wohnung ermöglichen. Die Unterstützung der Freunde in ihrer Nähe war verabredet und der Bruder sollte am kommenden Sonntag wieder daheim sein.

So verabschiedeten wir uns am Abend von ihr und traten am nächsten Morgen den Heimweg an.

Auf dem Rückweg wünschte ich mir einen Besuch (Umweg von ca. 100 km) im Skulpturenpark von dem christlichen Sänger und Komponisten Siegfried Fietz.

Das war eine schöne Erfahrung. Und der Künstler war sogar selbst dort und führte uns persönlich durch den Park und erzählte seine Gedanken zu den Ausstellungsstücken. Absolut sehenswert.


Erklärungen des "Gärtners" 😉
Erklärungen des "Gärtners" 😉

Ausschnitt der Kugel aus dem vorigen Bild. Ein Wortspiel - L = Leben t = Tod, dazwischen ...
Ausschnitt der Kugel aus dem vorigen Bild. Ein Wortspiel - L = Leben t = Tod, dazwischen ...
Die sogenannte Himmelsleiter
Die sogenannte Himmelsleiter

Gott führt! – führt Gott?


Fundstück auf der Reise
Fundstück auf der Reise

Zurück zu Hause wurde mir bald klar, dass unser Urlaub geführt war. Jetzt hatte ich eine Antwort auf unsere Planlosigkeit. Diese Unfähigkeit gemeinsam den Inhalt zu gestalten und abzustimmen, ärgerte mich schon immer wieder. Doch nur so konnten wir unseren Weg ohne Probleme zur Schwiegermutter leiten. Es ist so als hätten Gott und Jesus das genauso geplant. Irgendwie sogar mit uns. Denn die Zielorte kamen schließlich von uns. Die Gedanken auch. Bei den Auslösern, die zu diesen Wünschen führten, bin ich mir nicht sicher. Warum Sommer der Baguettes? Und warum legt die Freundin ihre Reise in unsere Nähe? Wie sind wir nochmal auf das Konzert in Nürnberg gestoßen? Auch eine längere Geschichte.

Natürlich kann ich die Frage nach der Führung Gottes nicht eindeutig beantworten. Als Christ schließe ich diese Möglichkeit in mein Leben ein. Bin deshalb offen und sensibel dafür.

Gott hat uns geführt!

So haben Gott und Jesus für die kranke Mutter und Schwester im Glauben gesorgt. Wir konnten für sie da sein und etwas unterstützen. Auch ihre Nächsten konnten wir damit etwas entlasten, sodass sie neue Kraft schöpfen konnten, für die Zeit, die kommt.

So ist Gott! Er ist unser Herr für immer und ewig; allezeit wird er uns führen.  (Psalm 48,15)

In diesem Sinne, vertraut auf Gott und Jesus.

 

 

Ingo

 

 

 

Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen.

Oder gern auch direkt an mich:

 

Ingo Tauchert

 

Die Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für alle® entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica. Inc.® Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis-Verlag Basel.

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