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  • AutorenbildFreya

Geschwister


Letztens war ich abends im Auto unterwegs und habe dieses spannende Radiointerview auf Bremen 2 (Eine Stunde reden - Gespräche mit Unbekannten*) gehört.

Der Interviewte Olav war mir gleich sympathisch. Seine Lebenserfahrungen und sein unabhängig von Kirche gelebter Glaube im Alltag haben mich sehr angesprochen. Ich konnte durch seine authentischen und somit ehrlichen Erzählungen gut nachempfinden, dass er ein Nachfolger Jesu ist.


Allgemein faszinieren mich Biografien von Menschen, weil ich durch Erfahrungen anderer sehr viel lernen kann. Ich finde es spannend, wie ein Mensch sich zu dem entwickelt, der er heute ist und wie individuell und einzigartig die Lebenswege sind.

Immer wieder bin ich erstaunt über die Verbindung zwischen Menschen, die entsteht, wenn sie sich füreinander öffnen und den anderen ehrlich kennenlernen und zuhören möchten. Ich achte dabei immer auf das Verbindende sowie Gemeinsamkeiten.


Olav kritisiert im Interview die Institution Kirche und wünscht sich mehr Christen, die Jesus ehrlich nachfolgen.

"[...] Also ich glaube nicht an die Kirche als solches. Ich glaube an Jesus Christus. Das sind zwei paar unterschiedliche Schuhe und ich gucke nicht nach Religion bei Leute. Ich guck' was ich sehe und entweder ich sehe jemandem von dem ich denk, ja, du versuchst Jesus Christus zu folgen, dann bist du für mich ein Christ oder ich denk Leute, du kannst gut predigen, aber vergiss es. Egal in welcher Kirche oder Gemeinschaft oder sonst so."(ca. 11 min)*

Auch Paulus kritisierte schon vor hunderten Jahren die Spaltung der christlichen Gemeinden. Leider ist es heute immer noch so.

Es soll einige bei euch geben, die sagen: »Wir gehören zu Paulus«, während andere erklären: »Wir halten uns an Apollos!« Die Nächsten meinen: »Nur was Petrus sagt, ist richtig!«, und die letzte Gruppe behauptet schließlich: »Wir gehören allein zu Christus!« Was soll das? Wollt ihr etwa Christus zerteilen? Bin denn ich, Paulus, für euch gekreuzigt worden? Oder wurdet ihr auf meinen Namen getauft? (1. Korinther 1,12-13)

Für mich ist es sehr bereichernd, andere Christ*Innen kennenzulernen und etwas aus ihrem Leben zu erfahren. Ich kann sie dann entspannt und gerne als Glaubensgeschwister annehmen, trotz Unterschieden oder anderen Ansichten, denn allein die Anerkennung von Gott als Vater und der Glaube an Jesus schafft eine tiefe Verbundenheit.


Und so ist es, denke ich, auch Jesu Intention, wenn er spricht:

»Ich bitte aber nicht nur für sie, sondern für alle, die durch ihre Worte von mir hören werden und an mich glauben. Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast. Deshalb habe ich ihnen auch die Herrlichkeit gegeben, die du mir anvertraut hast, damit sie die gleiche enge Gemeinschaft haben wie wir. Ich bleibe in ihnen, und du bleibst in mir. Genauso sollen auch sie vollkommen eins sein. Dann wird die Welt erkennen, dass du mich gesandt hast und dass du meine Jünger liebst, wie du mich liebst. Vater, ich möchte, dass alle, die du mir gegeben hast, mit mir dort sind, wo ich sein werde. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast. Denn du hast mich geliebt, lange bevor die Welt geschaffen wurde." (Johannes 17,20-24)

Jesus erwartet von uns, dass wir vollkommen eins sind und erst, wenn wir als Geschwister in Christus erkennbar sind, wird auch die restliche Welt erkennen, dass Jesus von Gott gesandt wurde.


Ich wünsche mir, dass wir alle als gläubige Christ*Innen näher zusammenrücken und uns gegenseitig die Unabhängigkeit und Freiheit in Christus anerkennen. Ich wünsche mir eine Gemeinschaft, in der ich authentisch leben kann, ohne Erwartungen von "oben" oder "außen", frei von menschlichen Richtern, die denken, sie könnten (mit-)entscheiden, wer ins Königreich Gottes kommt und wer nicht.


Das erklärt Olav mit seinen Worten im Interview so:

"Aber weißt du, was mir hier fehlt? Die Liebe mit der Jesus den Menschen begegnet. [...] Es ist nicht an uns mit dem Finger zu zeigen. Es ist nicht an uns zu verurteilen oder zu beurteilen und vor allem nicht in dem Stil. Wenn ich jemanden kritisiere, dann versuche ich das mit Liebe zu tun, versuche ich aufbauend zu sein. [...] Gott ist für mich bedingungslose Liebe und immer da. Auch wenn ich es in dem Moment nicht wahrnehme. Im Nachhinein gucke ich zurück und sag: 'Ja, Gott war da!'" (ab min. 46)*

Auch wenn ich nicht mit Olav in einer Gemeinde bin, ja ihn nicht einmal persönlich kenne, und wir nicht zu 100% dieselben Vorstellungen haben, kann ich ihn trotzdem als Glaubensbruder annehmen, weil er Jesus als Bruder genau so liebt und annimmt wie ich es tue.


Eure Freya

Rise up and shine!


Das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen.[...] Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass Gottes Geist in eurer Mitte wohnt? Wer diesen Tempel zerstört, den wird Gott ins Verderben stürzen. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser Tempel seid ihr! (1. Korinther 3,11-17)

[Zugriff: 9.6.2024]








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