• Lea

Frohes neues Jahr

Der Jahreswechsel ist für viele Menschen eine Zeit der Reflektion. Man sinnt darüber nach, wie das letzte Jahr verlaufen ist und was man im nächsten Jahr verändern möchte. Es werden Ziele gesetzt, Vorsätze formuliert und vielleicht auch schon der Urlaub für das neue Jahr geplant. Was steht dieses Jahr an? Was möchte ich dieses Jahr machen? Wer möchte ich dieses Jahr sein?


Wenn ich mir diese Fragen stelle, steht ein Aspekt für mich im Vordergrund: Ich wünsche mir buchstäblich ein frohes neues Jahr. Ich möchte zufriedener und glücklicher sein, denn an Freude hat es mir in 2021 oft gemangelt. An dieser Stelle bin ich versucht, das Ganze damit zu begründen, dass 2021 mir auch nicht besonders viel Anlass zur Freude geboten hat. Aber ich glaube, es wäre falsch, meinen Umständen die alleinige Schuld daran zu geben, dass 2021 für mich kein besonders glückliches Jahr war.



Die Sache mit der Freude


Ich glaube, dass es ähnlich wie beim Thema Dankbarkeit vor allem an uns selbst liegt, ob wir freudige Menschen sind oder nicht. Wenn Paulus schreibt „Seid allezeit fröhlich“ (1. Thessalonicher 5, 16), dann meint er damit nicht nur die Momente, in denen es uns leichtfällt. Wir müssen uns bewusst dazu entscheiden, fröhlich zu sein. Freude sollte eine Grundhaltung sein, mit der wir jedem Tag entgegenblicken und nicht nur die Reaktion auf die Dinge, die uns passieren.



In der Bibel werden wir an verschiedenen Stellen aufgefordert, uns zu freuen. Zum Beispiel zieht sich diese Aufforderung durch den ganzen Brief an die Philipper. Unter anderem schreibt Paulus hier:

„Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch! Eure Milde soll allen Menschen bekannt werden; der Herr ist nahe. Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus“ (Philipper 4, 4 - 7)

Diese Stelle ist nicht nur eine Aufforderung zur Freude, sondern beschreibt auch ganz verschiedene Dinge, die uns dabei helfen können, in unserer Freude zu wachsen. Gleich im ersten Satz wird deutlich, wo der Ausgangspunkt für unsere Freude ist: dieser liegt bei Gott. Nicht umsonst bedeutet das Wort Evangelium „frohe Botschaft“. Gott liebt uns und möchte eine Beziehung mit uns haben. Er ist bereit, über unsere Fehler hinwegzusehen, wenn wir ihn darum bitten und hat einen Plan für die Welt, der vorsieht, dass wir am Ende für immer mit ihm und seinem Sohn zusammen leben dürfen.


Diese Hoffnung, die wir haben dürfen, ist Grund zur Freude an jedem einzelnen Tag, unabhängig von unseren sonstigen Umständen, denn „der Herr ist nahe“. Und wer weiß? Vielleicht wird schon 2022 das Jahr, in dem Jesus zurückkehrt und unsere Freude auf diese Weise vollkommen wird.


Aber das ist nicht das einzige, das wir in diesen Versen über Freude lernen. Paulus schreibt den Philippern, dass ihre Milde bzw. ihre Güte allen Menschen bekannt werden soll. Heute wissen wir, dass Menschen nachgewiesen am glücklichsten sind, wenn sie etwas für andere Menschen tun, um diesen eine Freude zu machen. Das können wir nicht, wenn wir uns nur mit uns selbst und unseren trüben Gedanken beschäftigen. Dafür müssen wir den Blick nach außen wenden und uns mit den Menschen in unserem Umfeld auseinandersetzen. Wir sollten uns weniger mit uns selbst und mehr damit beschäftigen, was andere bewegt und wie wir ihnen Gutes tun können.


Paulus schreibt weiter, dass die Philipper um nichts besorgt sein sollen und ihre Anliegen jederzeit im Gebet mit Danksagung vor Gott bringen sollen. Hier verstecken sich zwei weitere Hilfen für uns. Zum Einen setzt Freude im Herrn voraus, dass wir mit Gott in Beziehung leben. Wir sollten uns nicht nur Zeit für die Menschen um uns herum nehmen, sondern auch bewusst Zeit mit Gott verbringen (und ihn nicht auf dem Sofa vergessen, wie Daniel sagen würde).


Zum anderen spricht Paulus das Thema Dankbarkeit an. Dankbarkeit kann uns helfen, unseren Blick auf unser Leben zu verändern und uns mehr auf die Dinge zu fokussieren, die für uns ein Grund zur Freude sind. Denn davon gibt es oft mehr, als uns auf den ersten Blick bewusst wird. Viel zu oft betrachten wir das Glas als halb leer und sehen nur das Negative und den Mangel um uns herum. Dabei ist auch ein halb gefülltes Glas ein Geschenk Gottes.



Der Weg in ein frohes 2022


Um diese Dinge umzusetzen habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr mehr Zeit in meine Beziehung mit Gott und in die Beziehungen zu den Menschen um mich herum zu investieren. Außerdem wird es Zeit, mein Dankbarkeitstagebuch zu entstauben (in den letzten zwei Monaten habe ich nur noch sporadisch etwas hineingeschrieben) und meine Einträge wieder zu einer Gewohnheit werden zu lassen. Ich möchte mir einen positiveren Blick auf mein Leben und mich selbst antrainieren und ich möchte wieder mehr Zeit mit Dingen verbringen, die mich glücklich machen.


Ich habe keine Ahnung, ob die Umstände in diesem Jahr besser werden als im letzten Jahr und ob die Pandemie bald ein Ende finden wird, aber eines weiß ich ganz sicher: Ich habe keine Lust mehr Trübsal zu blasen und ob 2022 tatsächlich ein freudigeres Jahr wird, haben wir selbst in der Hand. Daher wünsche ich uns allen zum Jahresbeginn vor allem eines:


Ein frohes neues Jahr!



Bis zum nächsten Mal!

Eure Lea

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