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Flaschenpost

  • Autorenbild: Ingo
    Ingo
  • 8. Sept.
  • 6 Min. Lesezeit

Habt ihr alle die Sommerpause überstanden?

Da es noch so frisch ist, möchte ich euch heute ein besonderes Erlebnis aus unserem Urlaub erzählen.

 


Mit dem Kajak die Aller entlang


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In diesem Jahr paddelten meine Frau und ich mit unseren Kajaks auf der Aller.

Der Start war in Wolfsburg. Wobei wir dort nur auf dem "Allersee" unsere Runde drehen konnte. Leider ist die Aller erst irgendwo zwischen Wolfsburg und Gifhorn frei zum Befahren. An dem schön klingenden Ort Triangel vorbei, erreichten wir an unserem zweiten Tag die Kleinstadt Gifhorn mit recht großen Seen, die auch auf unserem Weg lagen.

Unseren nächsten Reisetag mit den Booten ließen wir am Stadtrand starten, wo die "Ilse" und in die "Aller" fließt. Anfangs standen links und rechts noch kleine Häuser mit Blick und Zugang zum Fluss. Nach kurzer Strecke sah ich eine Fußball im Wasser schwimmen. Kurzentschlossen nahm ich ihn auf und er landete in meinem Boot. Weiter ging die Fahrt. Bald darauf kam noch ein zweiter Ball dazu. In Gifhorn wird viel Fußball gespielt, dachte ich so bei mir. Doch die Fundstücke wurden bald abwechslungsreicher. Hier eine Flasche, da eine Dose, ein Stück Wärmedämmung, eine schwarze Folie und sogar eine Sicherheitsbarke. Heute war Müllsammeltag und wir nannten uns bald die "Aller-Ranger". Unsere Einer-Kajaks wurden voller und voller. An einem Wehr vor Müden wurde das Umtragen der Boote noch beschwerlicher, als es sonst schon war.

 

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Doch wir ließen uns nicht beirren und kamen sicher an unserem nächsten Ziel an.

Dort sichteten wir am nächsten Tag unsere Ausbeute.

 

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Wie ihr seht, trennten wir erst einmal den Müll. Glas zu Glas, Kunststoff zum gelben Sack ... - ihr wisst schon.

Bei einer Glasflasche stutzte ich. Da war noch etwas drin.

Aber was?


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Nach dem Öffnen entpuppte sich der Inhalt als eine Zettelsammlung mit acht Blättern.

Komisch - was war das?

Es gelang mir, die Kunststoffpapiere rauszuholen.


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Sie waren bemalt und auf einem Blatt konnten wir eine Schatzkarte entziffern.

 

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"Ala" stand wohl für den Fluss Aller. Eine Brücke? Und Triangel? Ach ja, das ist ein Ort in der Nähe der Aller. Dem waren wir schon begegnet. Und das Kreuz? War da der Schatz zu finden?

Alles sehr spannend.

Und das Ganze wurde wohl von einer Theresa hergestellt und auf die Reise geschickt.

Wir fragten uns, was wir mit dem Fund machen.

 


Die Suche

 

Noch am Abend hatte ich die Idee, die örtliche Zeitung einzubinden. Schon am nächsten Morgen erhielt ich eine Antwort auf meine Email. Eine Reporterin der "Aller Zeitung" aus Gifhorn war sehr interessiert und wir vereinbarten ein Treffen. Am nächsten Morgen besuchte sie uns an unserem Stützpunkt. Sie nahm alles auf und versprach, die Geschichte verbunden mit einem Aufruf, den Absender der Flaschenpost zu finden, zeitnah zu veröffentlichen. Am folgenden Samstag fand der Vater der Vermieterin unserer Ferienwohnung den Artikel in der Zeitung. Alles war gut sichtbar, halbseitig auf der ersten Seite der Gifhorn Rubrik wunderbar beschrieben. 

Das sollte auffallen. Wir freuten uns über die Aufmerksamkeit und waren gespannt, ob die Gestalterin der Schatzkarte gefunden wird.

Unterdessen setzten wir unsere Flussfahrt fort. Nennenswerte Mengen an Müll fanden wir nicht mehr. Ein paar Teile schwammen noch hinter der nächsten Kleinstadt Celle. Scheinbar verschmutzen die Städte so einen Fluss am meisten?

So verging die Zeit und andere Abenteuer und Erlebnisse vereinnahmten unsere Aufmerksamkeit.

Am Tag unserer vorläufig letzten Tour unserer Reise, wir hatten alles eingepackt und verstaut, klingelte plötzlich das Telefon. Das Handy war ausnahmsweise griffbereit und ich nahm ab.

Die Allerzeitung?

Theresa hat sich gemeldet. In einer Email, in der ihre Mutter für sie einen Bericht in Ich-Form verfasste. Darin stellte sie sich als 7Jahre alt und als eine von 3 Schwestern aus der Nähe von Gifhorn vor. Im letzten Jahr warf sie die Flaschenpost mit dem Ziel Nordsee in den Fluss. Trotzdem war sie froh, dass wir sie gefunden hatten und auch, dass wir den Schatz noch nicht gefunden hatten. Das waren nämlich Kekse und Eis bei der Uroma im nahen Triangel. Aus Freude über den Fund hat sie gleich eine weitere Flaschenpost auf den Weg gebracht.

Wie schön, dass Rätsel war gelöst.


 

Die Idee

 

Was für ein schöner Abschluss. Glücklich über die Nachricht fuhren wir nach Hause. In den nächsten Tagen war wieder Alltag angesagt. Beim Urlaubserlebnisaustausch mit Freunden berichteten wir ein paar Mal über unser Erlebnis und so war es immer wieder präsent. Die Frage kam auf, was wir nun mit der Flaschenpost machen. Wir hatten sie im Gepäck und sie stand nun auf dem Esstisch.

Meine Frau und ich hatten unabhängig voneinander dieselbe Idee. Wie wäre es, wenn wir die Flaschen erneut in den Fluss werfen. Gespickt mit einer kleinen Info über die Geschichte, die sie schon erlebt hatte.

Und wie wäre es, wenn wir noch etwas von uns hineinlegten?

Einen Hinweis aus der Bibel zum Beispiel.

Ich schlug spontan die Bibel auf und landete beim Buch Jesaja.

In meiner neuen Bibelausgabe ist der Text besonders gesetzt, um eine bessere Übersicht zu erzeugen. Hier war nun das dritte Gottesknechtslied besonders herausgehoben, indem es beidseitig zum übrigen Text eingezogen war. Meine Aufmerksamkeit war sofort da und ich fing an zu lesen. Ich fragte mich wo wohl das 1. und 2. Lied waren. Am Seitenrand gab es einen Hinweis und so fand ich auch sie.

Schnell wird klar, dass hier nicht nur von Jesaja die Rede ist, sondern hier die Aufgaben und Eigenschaften von Jesus gesungen werden. Besonders der letzte Vers im 2. Lied hat mich abgeholt. 

Ich mache dich auch zu einem Licht für die Völker. Bis ans Ende der Erde reicht meine Rettung. (Jesaja 49,6)

(Zum Nachlesen füge ich am Ende alle drei Lieder ein.)

 

Wie schön.

Der Vers kündigt das an, was heute Wirklichkeit ist.

Die Rettung durch Jesus Christus ist in der ganzen Welt bekannt.

Jesu Worte wurden und werden umgesetzt. 

Geht nun hin zu allen Völkern und ladet die Menschen ein, meine Jünger und Jüngerinnen zu werden. Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! (Matthäus 28,19)

 Diese Worte schreiben wir auf ein wasserfestes Stück "Papier" und stecken es zusätzlich zu ursprünglichen Nachricht in die Flaschen.

Und wir lassen die besondere Post wieder ins Wasser.

Diesmal in die Weser.

So kann die gute Botschaft sich auf den Weg zur Nordsee machen.

Gott segne den Finder.

 

 

In diesem Sinne bleibt aufmerksam.

 

Ingo

 

 

 Anmerkungen und Fragen könnt ihr als Kommentar eintragen.

Oder gern auch direkt an mich:

 

Zum Nachlesen:


Erstes Gottesknechtslied:

Gott stellt seinen Knecht vor

Seht, das ist mein Knecht, zu dem ich stehe.

Ihn habe ich erwählt,

und ihm gilt meine Zuneigung.

Ich habe ihm meinen Geist gegeben.

Er sorgt bei den Völkern für Recht.

Er schreit nicht und ruft nicht laut.

Seine Stimme schallt nicht durch die Straßen.

Ein geknicktes Schilfrohr zerbricht er nicht.

Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus.

Er bleibt seinem Auftrag treu und sorgt für Recht.

Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen,

bis er auf der Erde das Recht durchgesetzt hat.

Sogar die fernen Inseln warten auf seine Weisung.

(Jesaja 42,1-4)

 

Zweites Gottesknechtslied:

Der Knecht als Licht für die Völker

Hört mir zu, ihr Bewohner der Inseln!

Gebt acht, ihr Völker in der Ferne!

Der Herr hat mich in seinen Dienst gerufen,

als ich noch im Mutterleib war.

Schon im Schoß meiner Mutter

hat er mir meinen Namen gegeben.

Er hat mir Worte in den Mund gelegt,

so scharf wie ein Schwert.

Versteckt in seiner Hand,

hat er mich bereitgehalten.

Wie einen spitzen Pfeil

hat er mich in seinem Köcher aufbewahrt.

Er sagte zu mir: »Du bist mein Knecht.

Du trägst den Namen ›Israel‹.

Durch dich will ich zeigen, wie herrlich ich bin.«

Ich aber sagte: »Ich habe mich vergeblich bemüht,

für nichts und wieder nichts meine Kraft vertan.

Doch der Herr verhilft mir zu meinem Recht,

mein Gott wird mich belohnen.«

Ja, der Herr hat mich schon im Mutterleib

zu seinem Knecht gemacht.

Ich sollte Jakob zu ihm zurückführen

und ganz Israel bei ihm versammeln.

So wichtig war ich in seinen Augen,

mein Gott gab mir die Kraft dazu.

Und jetzt sagt er: »Ja, du bist mein Knecht.

Du sollst die Stämme Jakobs wieder zusammenbringen

und die Überlebenden Israels zurückführen.

Aber das ist mir zu wenig:

Ich mache dich auch zu einem Licht für die Völker.

Bis ans Ende der Erde reicht meine Rettung.«

(Jesaja 49,1-6)

 

Drittes Gottesknechtslied:

Der Knecht vertraut auf Gott

Gott, der Herr, nimmt meine Zunge in die Lehre.

Als sein Schüler kann ich dem Erschöpften

ein Wort zusprechen, das ihm Mut macht.

Jeden Morgen öffnet er mir die Ohren.

So kann ich auf ihn hören,

wie ein Schüler auf seinen Lehrer hört.

Gott, der Herr, hat mir die Ohren geöffnet.

Ich habe mich nicht verschlossen

und mich seinem Auftrag nicht entzogen.

Als sie mich schlugen,

habe ich ihnen den Rücken dargeboten.

Als sie mir den Bart ausrissen,

habe ich meine Wangen hingehalten.

Mein Gesicht habe ich nicht verhüllt,

als sie mich beschimpften und anspuckten.

Aber Gott, der Herr, steht mir bei.

Darum lasse ich mich nicht einschüchtern.

Ich mache mein Gesicht hart wie einen Kieselstein.

Denn ich weiß, dass ich nicht enttäuscht werde.

Gott ist mir nahe,

er setzt mein Recht durch.

Wer will mich da noch anklagen?

Der soll ruhig mit mir vor Gericht ziehen!

Wer will mein Recht anfechten?

Der soll nur kommen!

Ja, Gott, der Herr, steht mir bei.

Wer will mich da noch verurteilen?

All meine Gegner zerfallen wie ein Kleid,

das von Motten zerfressen ist.

(Jesaja 50,4-9)

 

 

Ingo Tauchert

 

 

Die Bibelzitate sind heute aus der:

BasisBibel, © 2021 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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