• Lisa

Erstmal zu Gott

Geht es euch auch manchmal so, dass ihr einfach nicht mehr könnt? Dass ihr das Gefühl habt, keine Kraft mehr zu haben? Aus welchen Gründen auch immer? Bei mir ist das im Moment manchmal der Fall, weil ich vor noch nicht allzu langer Zeit Mutter geworden bin. (Davor gab es solche Momente auch, aber da hatten sie dann andere Auslöser.) Ich möchte noch kurz als Disclaimer vorweg schieben, dass wir uns sehr glücklich schätzen können mit unserem kleinen Sonnenschein. Unsere Tochter ist tagsüber eigentlich ein kleines Anfängerbaby. Sie ist super genügsam, eigentlich immer fröhlich und sie kann sich schon gut allein beschäftigen.


Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen ich an meine Grenzen stoße. Wenn sie abends/nachts zum Beispiel nicht mal 2 Stunden am Stück schläft und dauernd gestillt werden möchte, kann das doch mitunter sehr anstrengend sein. Und wenn sie dann auch noch ab und zu (zum Glück nicht sehr häufig, aber es kommt vor) nachts 2 Stunden wach ist und nicht mehr in den Schlaf findet, habe ich leider sehr schnell keine Geduld mehr. Das sind die Momente, in denen ich das Gefühl habe, meinem Kind nicht mit der nötigen Liebe entgegenzutreten. Es ist nicht so, dass ich sie in die Ecke lege und allein lasse, aber ich bin sehr ungeduldig, selbst sehr aufgewühlt, gestresst und nicht mit meinem ganzen Sein für sie da.


Vielleicht werden sich jetzt einige Leute denken, dass das doch ganz selbstverständlich ist, dass man in solchen Momenten nicht mehr sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Aber es fühlt sich einfach falsch an, nicht mehr 100 Prozent seiner Liebe in die Pflege dieses kleinen Geschöpfes, welches man doch eigentlich über alles liebt, stecken zu können. Vermutlich spielt da dann auch mit rein, dass man sich viel zu oft mit anderen vergleicht und darüber nachdenkt, dass andere mit dieser Situation viel besser umgehen würden. Und dann gibt es da auch noch unser großes Vorbild Jesus. Jesus wäre vermutlich voller Liebe und Geduld und würde sich einfach komplett in den Hintergrund schieben. Aber es ist so verdammt schwierig und frustrierend.


So viel erst mal zu nachts. Doch auch tagsüber gibt es Situationen und Gedanken, die einen einfach nicht loszulassen scheinen. Es schlaucht zum Beispiel viel mehr als ich gedacht hätte, wenn man den ganzen Tag nur mit einem Baby allein ist und keinen Erwachsenen hat, mit dem man interagieren kann. Man hat auch nie frei und keine Zeit für sich – vor allem nicht, wenn das Baby tagsüber meist nur 30 Minuten am Stück schläft und nachts eben auch nicht viel länger.


Aber ganz abgesehen von Situationen, die manchmal kraftraubend sind, mache ich mir oft auch viel zu viele Gedanken. Ich frage mich immer wieder, ob ich auch alles richtig mache, ob ich Dinge so oder doch lieber anders machen sollte. Was wäre jetzt das Beste für mein Kind? Aus welcher Motivation tue ich das jetzt – für mich oder für mein Kind? Ist es richtig oder falsch das jetzt so zu tun? Schadet es meinem Kind, wenn ich in dieser oder jener Hinsicht auch an mich denke? Man zweifelt einfach alles an, was man macht. Und hinzu kommt auch noch, dass man sich eigentlich nur noch Sorgen macht (Hat sie sich dieses Mal doch zu doll den Kopf gestoßen? Warum hat sie jetzt so einen seltsamen Ausschlag am Rücken? …).


Diese ganzen Momente und Gedanken stauen sich manchmal auf, sodass ich dann das Gefühl habe, keinen Ausweg mehr zu finden. Leider geht es mir dann häufig so, dass ich mich von Gott und Jesus erst mal abwende. Ich weiß nicht, warum das so ist. Und eigentlich wäre es ja auch viel besser, ich würde mich in solchen Situationen erst mal an die beiden wenden. „Warum?! Warum ist das jetzt so? Warum kann ich nicht wenigstens ein bisschen schlafen?“, frage ich mich dann immer wieder. Wer weiß, ob ich jemals eine Antwort darauf bekommen werde. Und vielleicht gibt es auch gar keine andere, als dass Babys nun mal erst lernen müssen, länger am Stück zu schlafen… Wer weiß.



Irgendwann kriege ich dann aber doch die Kurve und fange an zu beten. Und das ist der Moment, in dem es besser wird. Das bedeutet nicht, dass unsere Tochter auf einmal die halbe Nacht durchschläft. Manchmal bedeutet es, dass sie wenigstens mal 3 Stunden am Stück schläft. Aber ganz oft habe ich jetzt schon erlebt, dass es bedeutet, dass ich einfach besser mit der Situation umgehen kann. Auf einmal bin ich nicht mehr total ausgelaugt und genervt, wenn sie dauernd wach wird. Es ist wirklich als wäre mir dann auf einmal eine riesige Last abgenommen worden und ich habe viel mehr Liebe und Verständnis für sie.


Es ist eigentlich genau das, was die Bibelstelle aus Matthäus 6 sagt. Da geht es darum, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, was wir essen oder anziehen werden, da Gott sich nun mal um uns kümmert. Und ich denke, ich kann das für meinen Teil gut ergänzen, dass ich mir keine Sorgen machen soll, wann die Kleine endlich mehr schläft oder wie ich damit umgehen kann. Weiter in der Bibelstelle heißt es dann:

Trachtet vielmehr zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch das alles dazugegeben werden. (Matthäus 6,33)

Und genau das ist, was im Endeffekt hilft! Es ist immer so viel besser, sich erst an Gott und Jesus zu wenden, also nach Gottes Reich zu trachten. Viel zu oft versuche ich erst, Dinge allein zu bewältigen und der Hilferuf an Gott ist dann nur der letzte Ausweg. Der Weg den Jesus in Matthäus vorschlägt ist aber genau der andere. Sobald ich anfange zu beten, wird es auf irgendeine Art und Weise besser. Das ist nicht immer das, was ich mir überlegt habe, aber es wird besser. Und dadurch stelle ich immer wieder fest, dass Jesus Recht hat: Wenn mein erster Gedanke in Richtung Gott geht, dann wird sich Gott um den Rest der Sorgen kümmern.


Ich möchte euch zum Schluss noch anregen, ein kleines Experiment durchzuführen. Wenn ihr demnächst in einer schwierigen Situation seid und das Gefühl habt, keinen Ausweg zu finden, dann versucht nicht erst, die Situation selbst zu regeln. Versucht mal, euch nicht in euren Sorgen zu verlieren, sondern betet, lest in der Bibel, hört euch Lobpreis-Lieder an oder macht, was auch immer euch hilft, Gott näher zu sein – selbst wenn das nicht einmal etwas mit eurem aktuellen Problem zu tun hat. Ich denke, wichtig dabei ist nur, dass ihr Gott an erste Stelle setzt. Findet mal für euch heraus, ob die Situation besser wird und teilt diese Erfahrungen, wenn ihr Lust habt, gerne unter diesem Beitrag.

Sorgt euch also nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Last. (Matthäus 6,34)

Eure Lisa

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