• Lisa

Ein zuversichtlicher Brief

Bei uns in der Tageslese war letztens der Brief an die Philipper an der Reihe. Da ich zu dem Zeitpunkt tatsächlich mal wieder die Tageslese gemacht habe (leider lasse ich das manchmal etwas schleifen oder lese einfach etwas anderes aus der Bibel), habe ich also Philipper gelesen.


Schon im ersten Kapitel war ich überrascht und überwältigt von der Zuversicht und Positivität, die der ganze Brief ausstrahlt. Deswegen dachte ich, wir könnten zumindest das erste Kapitel mal „zusammen“ lesen und ich teile euch ein paar meiner Gedanken mit, damit ihr hoffentlich auch etwas von der Zuversicht mitnehmen könnt. 😊 (Im Anschluss dürft ihr natürlich gerne noch den Rest des Briefes lesen und ich sage euch, es lohnt sich. 😉)



„Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, an alle Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, und an ihre Bischöfe und Diakone: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ (Philipper 1,1-2)

Sehr interessant, dass Paulus hier in erster Linie an die Menschen in der Gemeinde schreibt und im Anschluss erst an ihre Bischöfe und Diakone. Das gibt dem ganzen Brief irgendwie eine andere Stimmung. Der Brief wird viel persönlicher und man kann sich richtig vorstellen, dass Paulus sich um die Leute in Philippi gesorgt hat und auch tatsächlich alle kannte. Was später in Kapitel 4 ab Vers 2 auch noch mal deutlich zum Ausdruck kommt, da Paulus an der Stelle noch persönliche Bitten an bestimmte Gemeindemitglieder hatte.


Ich finde das ganze hilft einem ungemein, sich vorzustellen, dass das tatsächlich Menschen waren, die gelebt haben und denen Paulus mit seinem Brief etwas mitteilen wollte. Und dann kann man sich auch besser vorstellen, dass Paulus wirklich gelebt hat, sodass seine Worte viel echter und lebendiger werden.

„Ich danke meinem Gott, sooft ich an euch denke, wenn immer ich für euch alle bitte und voll Freude für euch eintrete im Gebet: Ich danke dafür, dass ihr am Evangelium teilhabt, vom ersten Tag an bis heute, und ich bin dessen gewiss, dass er, der das gute Werk in euch angefangen hat, es bis zum Tag Christi Jesu auch vollendet haben wird. Es ist auch nichts als recht, dass ich so von euch allen denke. Denn ihr wohnt in meinem Herzen, und an der Gnade, die ich im Gefängnis und vor Gericht bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums erfahren habe, habt ihr alle teil. Gott ist mein Zeuge: Ich sehne mich nach euch allen, so wie auch Christus Jesus herzlich nach euch verlangt.“ (Philipper 1,3-8)

Auch hier sieht man noch mal, wie sehr Paulus die Menschen in Philippi am Herzen liegen. Es ist sehr erfrischend zu lesen, mit was für einer Zuversicht und Positivität er über die bzw. zu der Gemeinde in Philippi schreibt. Er vermisst die Menschen dort und sehnt sich richtig danach, sie wiederzusehen. Und diese Liebe und Zuwendung vergleicht er dann mit Jesus. Jesus geht es genauso wie Paulus, ihm liegen die Menschen genauso am Herzen. Und glücklicherweise nicht nur die Menschen in Philippi… 😉.

„Und ich bete dafür, dass eure Liebe reicher und reicher werde an Erkenntnis und zu umfassender Einsicht gelangt, und dass ihr so zu prüfen vermögt, worauf es ankommt; dann werdet ihr rein sein und ohne Tadel am Tag Christi, erfüllt von der Frucht der Gerechtigkeit, die Jesus Christus wirkt, zur Ehre und zum Lob Gottes.“ (Philipper 1,9-11)

Es ist sehr schön zu lesen, dass Paulus hier schreibt, dass unsere Liebe an Erkenntnis zunehmen soll. Liebe ist einfach ungemein wichtig, um das Richtige zu tun. Wenn wir jedem Menschen mit Liebe begegnen, dann können wir ihm gar keinen Schaden zufügen, sondern nur das Richtige tun.


Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch ist, was gemeint ist, wenn es heißt, dass Gott sein Gesetz in unser Herz schreiben wird (vgl. z. B. Hebräer 8,10). Wenn wir voller Liebe sind und somit auch voller Dankbarkeit (das gehört für mich einfach unmittelbar dazu), dann wird uns das leiten, uns richtig zu entscheiden ("Deinen Willen zu tun, mein Gott, ist mir eine Lust, und deine Weisung trage ich im Herzen." Psalm 40,9).

„Ihr sollt aber wissen, liebe Brüder und Schwestern, dass alles, was mir widerfahren ist, nur der Förderung des Evangeliums dient. So hat sich im ganzen Prätorium und weit darüber hinaus die Kunde verbreitet, dass ich um Christi willen in Fesseln liege, und die Mehrzahl der Brüder und Schwestern ist durch meine Gefangenschaft in ihrem Vertrauen zum Herrn gestärkt worden und wagt nun immer entschiedener, das Wort ohne Furcht weiterzusagen.“ (Philipper 1,12-14)

Ich finde es unfassbar erstaunlich, dass die Nachricht von Paulus Gefangennahme für so viel Ermutigung und Mut gesorgt hat. Mich hätte das ehrlich gesagt vermutlich eher etwas eingeschüchtert… Aber die Menschen damals haben darin scheinbar super viel Bestärkung gefunden. Vielleicht lag es daran, dass Paulus für sie ein großes Vorbild war, das vor nichts zurückschreckte. Wenn ich weiter darüber nachdenke und mir die Situation damals wirklich vorstelle, muss ich dann aber doch zwangsläufig wieder bewundernd auf Paulus Zuversicht blicken. Und das ist dann doch ganz schön ermutigend und motivierend…

„Zwar verkündigen einige Christus bloss aus Neid und Streitlust, andere dagegen aus voller Überzeugung. Die einen tun es aus Liebe, weil sie wissen, dass es meine Bestimmung ist, das Evangelium zu verteidigen, die andern aber verkündigen Christus zum eigenen Vorteil, in unlauterer Gesinnung, in der Meinung, sie könnten mich, der ich in Fesseln liege, dadurch in Bedrängnis bringen. Doch was soll's! Es geht doch einzig darum, dass so oder so, aus echten oder unechten Motiven, Christus verkündigt wird, und darüber freue ich mich. Und ich werde mich auch in Zukunft freuen,“ (Philipper 1,15-18)

Mich hat total überrascht, dass Paulus das Motiv der Verkündigung an dieser Stelle völlig egal ist. Solange Christus verkündigt wird und mehr Menschen zum Glauben kommen, macht es keinen Unterschied mit welcher Gesinnung verkündigt wird. Und es scheint Paulus auch egal zu sein, wenn er dadurch noch mehr Schaden nimmt. Er hat einen so festen Glauben, dass ihm „die Welt“ nichts anhaben kann, weil er so sehr auf Gott und Jesus vertraut.

„denn ich weiss: Dies alles wird zu meiner Rettung führen, da ihr für mich bittet und der Geist Jesu Christi mir beisteht. Ich warte sehnsüchtig auf das, was kommen wird, und bin guter Hoffnung, dass ich in keiner Hinsicht blossgestellt werde, dass vielmehr Christus in aller Freiheit, wie bisher so auch jetzt, durch meinen Leib verherrlicht wird, sei es durch mein Weiterleben, sei es durch meinen Tod. Denn für mich gilt: Leben heisst Christus, und Sterben ist für mich Gewinn. Wenn ich aber am Leben bleiben sollte, dann bedeutet das, dass meine Arbeit Frucht bringen wird, und so weiss ich denn nicht, was ich wählen soll. Nach zwei Seiten werde ich gezogen: Eigentlich hätte ich Lust, aufzubrechen und bei Christus zu sein; das wäre ja auch weit besser. Am Leben zu bleiben, ist aber nötiger - um euretwillen. Ich vertraue darauf und weiss, dass ich weiterleben und euch allen erhalten bleiben werde, euch zur Förderung und zur Freude im Glauben. So wird euer Ruhm, den ihr in Christus Jesus habt, durch mich noch grösser werden, wenn ich wieder bei euch bin.“ (Philipper 1,19-26)

Und hier lesen wir noch mehr über seinen Glauben. Er ist so zuversichtlich und gläubig, dass weder das Leben an sich noch sein Tod, ihm etwas anhaben könnten. Beide Optionen sind in seinen Augen gut – zu Leben und weiter zu verkündigen, scheint ihm aber deutlich wichtiger. Weswegen er auch darauf vertraut, dass er weiterleben wird und so weiter verkündigen kann. Paulus lebt so sehr für seinen Glauben.


Mich motiviert das einerseits total und andererseits schüchtert es mich auch ein wenig ein. So oft bin ich gefangen in meinem Alltag und mein Kopf ist mit vielen anderen Dingen beschäftigt. Doch für Paulus gab es nur den Glauben. Und dafür hat er gelebt. In dem Ausmaß wie Paulus kann ich meinen Glauben mit gerade wachsender Familie nicht verkündigen (denke ich zumindest, vielleicht rede ich es mir aber auch nur ein; ich weiß es ehrlich gesagt nicht), aber ich könnte mir mal eine dicke Scheibe abschneiden und öfter über meinen Schatten springen. Paulus starker Glaube, seine Positivität und Zuversicht motivieren mich auf jeden Fall sehr. 😊

„Eins ist wichtig: Ihr sollt als Bürger eurer Stadt leben, wie es dem Evangelium von Christus entspricht, damit ich, ob ich nun komme und euch sehe oder ob ich wegbleibe, von euch erfahre, dass ihr in einem Geist gefestigt seid und eines Sinnes den Kampf für den Glauben an das Evangelium fortführt. Lasst euch in keiner Weise von euren Widersachern einschüchtern; das wird für sie ein Hinweis auf ihren Untergang und eure Rettung sein - und zwar von Gott her! Ihr habt die Gnade empfangen, euch für Christus einzusetzen: nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, indem ihr denselben Kampf führt, den ihr an mir gesehen habt und von dem ihr jetzt hört.“ (Philipper 1,27-30)

Hier sagt Paulus es auch ganz klar: Wir sollen für unseren Glauben einstehen und uns nicht unterkriegen lassen. Was andere Menschen von uns denken, ist egal. Und es kann auch durchaus sein, dass wir wie Jesus auch mal leiden müssen. Wichtig ist nur, wie Gott uns sieht und Gott liebt uns, so wie wir sind. Und wenn wir es schaffen, mehr Menschen davon zu überzeugen, dann freut sich Gott nur noch mehr.


So, das waren jetzt meine ersten Gedanken zu dem Kapitel. Nichts super Tiefgründiges, aber ich hoffe, ich konnte euch etwas von Paulus positiver Stimmung rüberbringen und mitgeben für die neue Woche. Wie sieht’s bei euch aus? Welche Gedanken gingen euch beim Lesen durch den Kopf? Schreibt sie gerne in die Kommentare. 😊

„Freut euch im Herrn allezeit! Nochmals will ich es sagen: Freut euch!“ (Philipper 4,4)

Eure Lisa ♥

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