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Die Hausgemeinschaft Gottes

  • Autorenbild: Lea
    Lea
  • 15. Sept.
  • 3 Min. Lesezeit

Habt ihr schonmal Bücher mit einer sogenannten „Found Family“ gelesen? Vielleicht ist der/die ein oder andere von euch schonmal über den Begriff gestolpert.


Wenn man sich unter Lesern umhört, gehört „Found Family“ bei vielen zu den beliebtesten sogenannten „Book Tropes“ – also Motiven, Handlungen, Charakteren oder deren Beziehungsdynamik, die man in vielen Büchern wiederfindet.


Viele Menschen lesen also gerne Geschichten über Charaktere, die in den Menschen um sich herum eine (neue) Familie finden, die nichts mit Blutsverwandtschaft zu tun hat. Das kann eine Gruppe Helden in einem Fantasy-Roman, eine Wohngemeinschaft in der uns bekannten Welt oder eine Freundesgruppe an einer berühmten Schule für Zauberei und Hexerei sein.


Natürlich ist diese Form von Dynamik zwischen den Charakteren nicht nur auf Bücher beschränkt, sondern findet sich genauso in anderen Medien, die Geschichten erzählen, wie zum Beispiel Film und Fernsehen.


Ich glaube, man kann an der Beliebtheit von Geschichten mit „Found Families“ sehr gut das Bedürfnis der Menschen nach Beziehung ablesen. Nicht jeder findet in der eigenen Familie (hier: den Blutsverwandten) tatsächlich die engen Bindungen, die Merkmal der oben beschriebenen „gefundenen Familien“ sind.


Doch worauf möchte ich mit dem Ausholen zu Büchern und Co. hinaus?

 


Ein Bild auf uns


Während unserer Sommerpause war ich auf einer Gemeindefreizeit, bei der es eine Vortragsreihe zum Thema Gemeinde gab. Es wurden die verschiedensten Aspekte beleuchtet, doch was mir am meisten im Gedächtnis geblieben ist, waren folgende Verse:


„So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ (Epheser 2, 19-22)

Zugegebenermaßen ging es dem Sprecher an der Stelle um etwas anderes, aber ich bin daran hängen geblieben, wie wir hier in der Elberfelder Übersetzung als „Hausgenossen“ Gottes bezeichnet werden. In der Übersetzung, die ich während der Freizeit dabei hatte (einer Basis Bibel), wird hier von „Hausgemeinschaft“ gesprochen. Oder noch schöner ausgedrückt in der neuen evangelistischen Übersetzung: Wir gehören zur "Familie Gottes".


Natürlich ist das Bild nicht neu. An vielen Stellen nutzt die Bibel die Familie als Bild für die Gemeinde. Nicht umsonst werden wir an vielen Stellen als Kinder Gottes bezeichnet.

Trotzdem stach die Beschreibung von uns als Hausgemeinschaft für mich bei dieser Stelle aufs Neue heraus und ich musste daran denken, wie auch die Gemeinde für uns eine „Found Family“ sein kann und sein soll.


Unsere Gemeinden sind Orte, an denen Menschen zusammenfinden, die sich vielleicht in ihrem alltäglichen Leben nie begegnet wären. Doch durch unseren Glauben und unsere gemeinsame Hoffnung sind wir miteinander verbunden und können uns als Brüder und Schwestern bezeichnen.


Wenn ich an meine eigene Gemeinde denke, dann finde ich das Bild einer gefundenen Familie sehr passend. Auch in meiner Gemeinde gibt es Menschen, zu denen ich enge Beziehungen aufgebaut habe, denen ich unter anderen Umständen nicht begegnet wäre. Ich habe Freunde in Menschen gefunden, die einen ganz anderen Hintergrund haben und deren Leben ganz anders aussehen als mein eigenes.


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Die Familie Gottes


Wenn ihr also über Beispiele für „gefundene Familien“ nachdenkt, dann hoffe ich, dass auf der Liste nicht nur die Charaktere aus Harry Potter oder Das wandelnde Schloss auftauchen, sondern dass ihr auch eure Gemeinden dazuzählen könnt.


Auch wenn Streitereien zu einer Beziehung zwischen Geschwistern unweigerlich dazugehören (hier spreche ich aus meiner Erfahrung als kleine Schwester), so sind die Beziehungen, die wir zu unseren Glaubensgeschwistern aufbauen können, doch ungemein wertvoll.


Lasst uns daher Gott für die Geschwister danken, die er an unsere Seite gestellt hat. Für all die Menschen, die er ebenfalls in seine Hausgemeinschaft aufgenommen hat. Dafür, dass wir ein Teil dieser Gemeinschaft sein dürfen. Und für die Unterstützung, die wir durch diese Gemeinschaft erfahren dürfen, selbst wenn uns diese in anderen Lebensbereichen fehlen sollte.

 


Bis zum nächsten Mal!

Eure Lea

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