• Ingo

SEX


Was für ein Thema


Heute möchte ich mich an ein besonderes Thema herantrauen.

Sex oder Sexualität.

Laut meinem alten Lexikon von 1979 werden darunter alle Erscheinungen verstanden, die sich auf das Geschlechtsleben beziehen.

Heute gibt es da unzählige Ausprägungen, glaube ich. Nicht zuletzt deshalb habe ich in letzter Zeit viel darüber nachgedacht und mich auch durch das Hören einer Podcast- Reihe informiert.

Es gehört auf jeden Fall zum Leben dazu und deshalb findet es auch seinen Platz in diesem Blog.



Was sagt die Bibel - oder besser gesagt, wie ist der Zugang der Christen?


Ich habe den Eindruck, dass sich die Christen oft sehr schwer mit dem Thema Sex taten. Oder auf irgendeine Art auch sehr einfach.

Ich habe es so verstanden, dass es für Christen nur eine Art der geschlechtlichen Beziehung gibt. Mann und Frau gehören zusammen und haben Sex zur Fortpflanzung. Das hat Gott so gewollt. Und wo das nicht so ist, wird Gottes Wille nicht verfolgt und dann ist das Handeln falsch. Mann und Frau sollen den Weg in Treue zusammen gehen und sich nicht scheiden lassen. Sex vor der Ehe ist auch tabu.

Und wer sich das nicht zutraut, der bleibt besser allein und richtet sein Leben voll und ganz nach Christus aus und geht mit ihm. Eine sexuelle Beziehung zu einem Menschen soll dann nicht verfolgt werden.

Fertig.

Damit ist der Umgang mit Sex für einen Christen ausreichend beschrieben.

Oder?



Wie ist es heute?


Wie vorhin schon gesagt gibt es unendlich viele Themen unter dem Begriff Sex aufzuzählen. Wir leben in einer Zeit, wo diese auch sehr kontrovers gelebt werden. Ich habe den Eindruck, dass im Grunde alles möglich ist und alles ausprobiert werden kann.

In der Wort-Wolke habe ich einmal einige Begriffe zusammengeführt. Natürlich nicht vollständig und auch nicht wertend zu verstehen.





Was für eine Zeit in der wir leben. Es scheint als wäre alles möglich. Jeder kann sich in dieser Vielfältigkeit seinen Platz suchen, seine Bedürfnisse bestimmen und sich entscheiden, welche Art von Beziehungen er führen möchte und wie sein Geschlechtsleben geprägt ist. Alles ist individuell bestimmt und absolut frei.

"Alles ist im Fluss", wie eine junge Frau in einem Podcast sagte und strahlte dabei in die Kamera.

Mich persönlich hat das etwas abgestoßen. Es gibt ja gar keine Leitplanken mehr.

Das Vorbild ist das nicht Bestimmte. Da sehe ich die Gefahr, dass viele heranwachsende Menschen keinen Halt finden und durch ihr Leben schwimmen. Wo ist der Boden unter ihren Füßen?



Nochmal biblisch


Jesus wurde einmal gefragt, mit wem eine Frau im Reich Gottes verheiratet sein wird. Diese Frau hatte in ihrem Leben mehrere unterschiedliche Männer.

Er antwortete, dass die Menschen nach der Auferstehung nicht verheiratet sein werden. Sie seien wie Engel.

Ich weiß nicht genau wie Engel sind. Vieleicht wollte er damit sagen, dass sich die Prägung des Geschlechtslebens bei seiner Auferstehung verwandelt.

Mir fällt der Schöpfungsbericht am Anfang der Bibel ein. Dort heißt es:


... So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. 1.Mose 1,27

Es hat den Eindruck, dass die beiden Geschlechter wie selbstverständlich zusammengehören. Ja, der Mensch war sogar wie Gott geschaffen, männlich und weiblich.

Das getrennte Geschlechterbild kam erst später als Folge des Ungehorsams. Ihr wisst schon, die Geschichte mit der verbotenen Frucht.

Im kommenden Zeitalter, wo sowieso alles eins sein wird, werden wahrscheinlich auch die Geschlechter wieder vereint. Es wird wieder so sein, wie im Garten Eden.


Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich die Menschheit schon unbewusst auf diese Verwandlung zubewegt. Die immer wichtiger werdende Frage nach dem Geschlecht. Die Suche nach der Antwort darauf, wie das Geschlecht bestimmt wird.

Gefühlt tritt die Unterscheidung des Geschlechts erst mal in den Vordergrund. Ich kann mir aber vorstellen, dass das der Weg ist, um das Geschlecht wirklich wertfrei anzusehen und somit wirklich Freiheit zu erlangen.



Liebe


Doch was ist bis dahin?

Gott ist Liebe.

Gott ist Beziehung.

Und Gott hat den Menschen als Mann und Frau in diese Schöpfung gestellt. Daraus sind viele Menschen auf die Welt gekommen. Diese Menschen können sich in der Aufnahme von Beziehungen in Liebe üben. Sie am eigenen Leib erfahren und immer besser verstehen. Dazu gehört auch die sexuelle Beziehung.

Auch sie gehört zu Gottes Schöpfung dazu. Und wenn ich sehe, wie bunt und vielfältig Gottes Schöpfung überall ist, wundert es mich nicht, dass auch Sex vielfältig und verschieden ist.

In einem Podcast wurde ich daran erinnert, wie wichtig menschliche Berührung ist. Sie ist eine Kraftquelle, eine Anerkennung und sie generiert Selbstwert. Das wunderbare Gefühl ein Gegenüber zu haben, der dich begehrt, in dem Moment wo du ihn auch begehrst.

In gewisser Weise funktioniert das sogar bei der Selbstliebe, der Selbstberührung. Auch hier wird das Belohnungszentrum angesprochen und die Glückshormone Dopamin und Oxytocin ausgeschüttet. Aber Vorsicht, die Menge macht das Gift.


Hier hörte ich auch eine kurze Schilderung der sexuellen Geschichte der zweiten Hälfte des letzen Jahrhunderts.

Sie begann mit der vorherrschenden Moral in den 40er Jahren. Heterobeziehungen und Monogamie waren verbreitet. Der Mann herrschte über die Frau. Scheidung gab es nicht. In den 60ern gab es die sexuelle Revolution. Die Pille gab Freiheit.

In den 70er Jahren wurde Sex offener gelebt.

Einen Dämpfer gab es in den 80er durch das HIV Virus. Aids machte vorsichtig.

Die 90er wurden als neosexuelle Revolution eingeordnet. Es etablierte sich so etwas wie eine Verhandlungsmoral. Sexuelle Beziehungen und Praktiken konnten verhandelt werden. Wichtig ist es, einen Konsens zu finden. Einvernehmen muss hergestellt werden.

So ist es auch heute noch.

Ich habe verstanden, dass es auch beim Sex erst mal um Kommunikation geht. Die Bedürfnisse der Sexpartner müssen klargestellt werden. Heimlichkeiten haben keinen Raum. So können beide ihre Bedürfnisse erleben und vieles ist so möglich.

Eine gnadenvolle, sich schenkende Liebe findet Raum.


Im Hohelied, dem Lied der Liebe, wird auf wunderbare Weise eine solche Beziehung zwischen zwei Liebenden erzählt. In einem Dialog wird das Begehren und die Anziehungskraft der Partner beschrieben. Der Leser kann teilhaben an dem Wunsch nach Vereinigung und Hingabe.

Und das Schönste ist, dass hier im übertragenden Sinn die Beziehung zwischen Christus und seiner Braut (der Nachfolger Christi) beschrieben wird.

Was für ein Bild.

Was für ein Gefühl.

Was für eine Liebe.


Lest es einfach Mal.

Hier ein kleiner Ausschnitt:


...

Er:

Wie schön und bezaubernd du bist, meine Liebste!

Du bist mein ganzes Glück.

Deine Gestalt gleicht einer hohen Dattelpalme,

und deine Brüste sind wie ihre Früchte.

Ich sagte mir:

Ich will auf die Palme steigen

und nach ihren reifen Früchten greifen.

Freuen will ich mich an deinen Brüsten,

die den Trauben am Weinstock gleichen.

Deinen Atem will ich trinken,

der wie frische Äpfel duftet;

deine Lippen will ich spüren,

denn sie schmecken mir wie edler Wein.


Sie:

Ja, möge der Wein dich so erfreuen,

dass du ihn im Schlaf noch auf den Lippen spürst.

Ich gehöre meinem Liebsten,

und sein Herz sehnt sich nach mir.


Sie:

Komm, wir gehn hinaus aufs Feld, mein Liebster,

unter Hennasträuchern lass uns die Nacht verbringen!

In der Frühe wollen wir zum Weinberg gehen

und sehen, ob der Weinstock treibt,

ob seine kleinen Blüten aufgegangen sind

und der Granatapfelbaum schon die ersten Knospen hat.

Dort will ich dir meine Liebe schenken!

Die Liebesäpfel verströmen ihren Duft.

Verlockende Früchte liegen vor unsrer Tür,

frische Köstlichkeiten und solche, die ich für dich,

mein Liebster, aufbewahrt habe. ...

Das Hohelied 7, 7-14


In diesem Sinne ...


Ingo



Bei Fragen, ausführlichen Kommentaren oder wenn ihr Interesse an einem persönlichen Kontakt habt, meldet euch gern bei mir.


Email an:

ingo@einfach-biblisch.de

Die Bibelzitate sind aus der Übersetzung Hoffnung für Alle® (HFA)


Ingo Tauchert

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